Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Im ersten Buch, lieber Theophilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Gott steigt empor unter Jubel,
der HERR beim Schall der Posaunen: - Kv
Oder: Halleluja.- oder GL 340
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der HERR, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde. - Kv
Gott stieg empor unter Jubel, *
der HERR beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Singt unserm König, singt ihm! - Kv
Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß
seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er ließ sie wirksam werden in Christus,
den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über jegliche Hoheit und Gewalt,
Macht und Herrschaft
und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit,
sondern auch in der künftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt
und ihn, der als Haupt alles überragt,
über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib,
die Fülle dessen, der das All in allem erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Beginn des Briefes (1,3-14) ist ein Hymnus, in dem das Wirken Gottes durch die Zeiten hindurch gepriesen wird. Darauf geht Paulus auf den Glauben an die Auferstehung ein: diesen Glauben erhalten die Brüder und Schwestern durch "den Geist der Weisheit und Offenbarung". Es ist der Glaube an Auferstehung und Erhöhung Christi. Er ist das Haupt über alles, auch über die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche. Die Kirche selbst ist "sein Leib", von ihm erfüllt. Diese Erkenntnis aber ist Geschenk des Geistes, der "die Augen des Herzens erleuchtet".
Es wird hier eine universale Christologie (Christus - das Haupt der ganzen Schöpfung) verbunden mit dem zentralen Anliegen des Epheserbriefes: der Bildung der Kirche. Die Kirche ist hier nicht mehr eine verängstigte kleine Schar, sondern die Weltkirche. Sie steht im Dienst Christi in seinem "Herrschen über das All".
Der Blick auf den auferweckten und zur Rechten Gottes inthronisierten Herrn läßt uns ahnen, wie machtvoll Gott auch in unserem Leben am Werk ist, und wie hoffnungsfroh wir deshalb in die Zukunft gehen können.
Christi Himmelfahrt als Zeichen unserer Befreiung aus allen zerstörerischen Kräften und Befreiung aus allen Abhängigkeiten und aller Unterdrückung - Christus steht über allen Kräften, Mächten und Gewalten.
Der Auftrag der Kirche muss sein, dem Geist der Freiheit Raum zu geben.
Der Vers 18 verdeutlicht dies: Zunächst sollen die Leser wissen, welche Hoffnung sich damit verbindet, dass Gott sie berufen hat. Die Hoffnung erst eröffnet dem Christen die Aus-Sicht, entreißt ihn der Leere, der Angst, der Dunkelheit und übersteigt die gegenwärtigen begrenzten Erfahrungen. Somit ist die Kirche der Ort dieser Hoffnung.
Hoffnung befähigt zum Handeln und ermutigt, den Ruf Gottes positiv zu beantworten, d.h. jede Art der Perspektivenlosigkeit kann überwunden werden.
Die schöpferische Kraft und Stärke Gottes, seine Verheißung, den Geist auszugießen, sind Gottes Hoffnungsgut für uns Menschen, für unsere Kirche, unser Pfarrgemeinden.
Diese gelebte Hoffnung - sei sie noch so klein und unscheinbar - ermöglicht auch uns den „Platz" mit Christus im Himmel.
(vgl. Stuttgarrter kleiner Kommentar - Neues Testament 10 - Epheserbrief,)
Der Epheserbrief stammt aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. aus der Region der Hafenstadt Ephesos. Für die Frühe Kirche heißt das: Die kirchliche Urphase ist abgeschlossen, die Beschlüsse des Apostelkonzils liegen vor und die “Heiden”mission ist im vollen Gang. Das Anliegen des Autors ist die Verbreitung und Erkenntnis der Heilsbotschaft und das Halten der Einheit der Kirche mit Christus als ihrem Haupt. Die Herabrufung des Geistes (Vers 17) macht sich geradezu wie ein Schirm aus, unter dem alles zusammengehalten wird.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Christus ist nicht
in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen,
in ein Abbild des wirklichen,
sondern in den Himmel selbst,
um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns;
auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern,
wie der Hohepriester
jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt
leiden müssen.
Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen,
um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist,
ein einziges Mal zu sterben,
worauf dann das Gericht folgt,
so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert,
um die Sünden vieler hinwegzunehmen;
beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen,
sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
So haben wir die Zuversicht, Brüder und Schwestern,
durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten.
Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen
durch den Vorhang hindurch,
das heißt durch sein Fleisch.
Und da wir einen Hohepriester haben,
der über das Haus Gottes gestellt ist,
lasst uns mit aufrichtigem Herzen
und in voller Gewissheit des Glaubens hinzutreten,
die Herzen
durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen
und den Leib gewaschen mit reinem Wasser!
Lasst uns
an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten,
denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Lesung aus dem Hebräerbrief stellt Christus als "Hohenpriester" dar, unterscheidet ihn aber von den "Hohenpriestern" (Plural), die im Jerusalemer Tempel seit alters her Dienst getan haben. Die Typologie gewinnt nach dem Jahre 70 - der römischen Einnahme Jerusalems und der Zerstörung des Templs - an Bedeutung.
Dies wird näher bestimmt:
Christus geht in kein von Menschen errichtetes Heiligtum, sondern erscheint - für uns - vor Gottes Angesicht.
Christus opfert sich selbst, bringt aber keine jährlichen Opfer (Versöhnungstag) dar - und sein Opfer tilgt die Sünde ganz.
Wenn Christus wieder erscheint (und damit ist seine Epiphanie dann auch abgeschlossen und nicht wiederholbar), kommt er nicht wegen der Sünde, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
In diesem Dreiklang wird die Würde Christi einer Gemeinde verkündigt, die noch in den alten Bildern von Tempel, Hohenpriester und Versöhnungstag lebt. Aber in Christus und von Christus her bekommen die Bilder und Erfahrungen einen neuen Inhalt: Christus ist der Hohepriester, er ist vor Gottes Angesicht und es ist sein eigenes Blut, das für uns spricht. Der Hebräerbrief qualifiziert das als "Ende der Zeiten", weiß aber um das "zweite Mal" - und um die Errettung derer, die Christus erwarten. In einem eschatologischen Blick ist der Bann der Sünde "dazwischen" jedoch gebrochen.
Hebr 9,24-26:
Den Urchristen fiel es schwer, sich vom prächtigen Tempelkult oder von verschiedenen heidnischen Opferkulten zu lösen. In diese Situation hinein möchte der Brief an die Hebräer nochmals die Bedeutung des Opfertodes Jesu Christi in Erinnerung rufen und auf den "neuen Bund" hinweisen. Dieser neue Bund wurde einmal geschlossen und muss nicht jährlich erneuert werden.
Die Opfer früherer Zeiten sind für die Christen nicht mehr notwendig und gelten als überholt. Sündenvergebung, Taufe und Eucharistie beruhen auf Opfertod und Auferstehung Jesu Christi.
Hebr 9,27:
Der Tod wird für uns Menschen ein Weg ins Leben, in die Rettung und Auferstehung. Die Christen sollen nicht müde werden, Gott treu zu bleiben.
Hebr 9,28:
Die Christen dürfen mit Zuversicht auf das Kommen Gottes warten und damit rechnen. Sie brauchen das Gericht nicht mehr zu fürchten. Heilspraktiken oder sogenannte "pharisäische" Leistungen sind zur Erlangung des Heils nicht notwendig.
Es geht um das Opfer Christi am Kreuz. Es ist ein Opfer, das endgültig ist (vgl Hebr 9,28). Und es ist ein Opfer, das durch ihn nötig ist, weil sonst niemand es tun konnte (vgl Hebr 9,25f).
Es hat eine Gültigkeit aus sich selbst und ist nicht daran gebunden, dass die Glaubenden es annehmen. Wenn dies aber geschieht, so ist es Zukunft für die Glaubenden.
Wenn die Parallelität zum Hohepriester aufgebaut wird, der für die Menschen das Opfer bringt und in ihren Anliegen betet, dann ist Christus der große Fürsprecher für die Gemeinde.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
So steht es geschrieben:
Der Christus wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen
und in seinem Namen
wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
Und siehe, ich werde die Verheißung meines Vaters
auf euch herabsenden.
Ihr aber bleibt in der Stadt,
bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!
Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien.
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Und es geschah,
während er sie segnete,
verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.
Sie aber fielen vor ihm nieder.
Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Erzählungen von der Himmelfahrt Jesu lassen auch uns nach oben blicken. Wohin ist Jesus? Wo ist Jesus jetzt? Wie ist er da?
Irgendwie ist der Himmel immer oben. Ich kann gehen, wohin ich will.
Irgendwie ist der Himmel grenzenlos. Ich kann schauen, soweit ich will.
Irgendwie ist der Himmel immer da. Er umgibt mich auch in der Nacht.
Der Himmel!
Manchmal hängt er voller Geigen.
Manchmal wird er von Drohnen umschwirrt.
Manchmal hausen böse Geister dort oben.
Manchmal.
Manchmal ist er unheimlich.
Der Himmel!
Was sucht Jesus dort? Die Geigen? Die Drohnen? Die bösen Geister?
Im Evangelium heißt es:
„Und es geschah,
während Jesus sie segnete,
verließ er sie
und wurde zum Himmel emporgehoben.
Sie aber fielen vor ihm nieder.
Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.“
Wir feiern heute Christi Himmelfahrt. Oder „Auffahrt“, wie es im Schweizerischen heißt. Schönes Wort: Fahrt. Mit unterwegs sein, hat es etwas zu tun. Aber auch mit Aufbruch. Mit einem Ziel. Dass Jesus in den Himmel fährt, war ihm schon in die Krippe gelegt. Schließlich soll er aus dem Himmel gekommen sein. Direkt vom Herzen Gottes. Himmelfahrt also Heimkehr? Rückkehr? So oder so ein Ende alter vertrauter Wege auf der Erde?
So sieht es aus: Jesus verlässt uns! Das Gefühl haben viele Menschen tatsächlich. Wir haben zwar noch schriftliche Überlieferungen von ihm, aber die sind alt – und voller Spinnweben. Er sollte doch immer bei uns bleiben, alle Dingen richten, uns vor Unheil und Dummheit bewahren und so machtvoll reden, dass den Mächtigen Hören und Sehen vergeht. Und er – geht. Oder fährt auf. In den Himmel. Da sehen wir ihn nicht nur nicht, er ist zu weit weg. Genauer gesagt: Er ist nicht mehr da.
Wir gleichen trauernden Hinterbliebenen. Was gut läuft, sind die Klagelieder. Nicht einmal in der Kirche sind wir davon verschont. Wir werden immer weniger. Wir werden immer älter. Wir werden immer gottloser. So sieht es aus: Jesus verlässt uns!
Der Evangelist freilich ist da anderer Meinung. Unsere Statistiken und Auswertungen kennt er zwar nicht (und mag sie auch nicht zur Kenntnis nehmen), aber für ihn geschieht heute Großes: Jesus segnet uns! Er vertraut uns sein Wort an! Er macht uns selbst zu – Himmel!
Irgendwie ist der Himmel immer hier. Ich kann gehen, wohin ich will – Liebe!
Irgendwie ist der Himmel grenzenlos. Ich kann schauen, soweit ich will – Liebe!
Irgendwie ist der Himmel immer da. Er umgibt mich auch in der Nacht.
Der Himmel!
Manchmal spiele ich die erste Geige. Hoffnung!
Manchmal spielen Fledermäuse und Vögel mit mir. Freiheit!
Manchmal spielen böse Geister ein neues Stück. Versöhnung.
Manchmal.
Manchmal liegt uns der Himmel zu Füßen.
Der Himmel!
Was sucht Jesus dort? Die Geigen? Die Vögel? Die bösen Geister?
Er sucht – mich.
Lukas hat einen guten Rat. Er erzählt fast beiläufig davon. Große Worte sind ihm jetzt nicht so wichtig, obwohl er sie liebt.
Niederfallen! Sagt er. Niederfallen! Das ist keine Unterwerfung. Das ist Ehrerbietung. Das ist Anbetung.
Lukas erzählt sogar, dass die Jünger vor Jesus niederfallen, obwohl er seinen Platz bereits geräumt hat. Eigentlich ist er weg. Aber weg ist er nicht. Er ist anders da. Unsichtbarer vielleicht. Versteckter?
Wenn wir ihn anbeten, ihm vertrauen, ihn unter uns wissen – dann gehen wir mit großer Freude in die Welt, in unsere Welt! Lukas, der auch sonst sehr fein zu erzählen weiß und seine Worte wie Gold wiegt, verbindet die Himmelfahrt Jesu mit großer Freude - bei uns! Bei uns! Die Gefühlsregungen Jesu? Sie interessieren nicht. Seine letzten Ermahnungen? Gab es die überhaupt? Nein, wir glauben mit großer Freude! Lukas habe ich immer schon bewundert, weil er Dinge sagt, die voller Zuversicht und Vertrauen sind.
Schließlich: Himmelfahrt heißt, dass Gott an uns glaubt! Ob ich darüber stolz sein soll, weiß ich nicht, aber es gibt Schwung für die Füße, Glück im Herzen und Mut im Kopf.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
So steht es geschrieben:
in seinem Namen
wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
Und siehe, ich werde die Verheißung meines Vaters
auf euch herabsenden.
Ihr aber bleibt in der Stadt,
bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!
Im Evangelium hat Lukas die Himmelfahrt mit einer Zusage verknüpft: Wir werden mit Kraft aus der Höhe erfüllt werden! Kraft aus der Höhe ist Kraft des Himmels, Kraft aus dem Himmel, Kraft für den Himmel!
Wir denken schon einmal an Pfingsten! Menschen, denen die Worte fehlen – ihnen wachsen Worte zu! Menschen, die Angst haben – sie stehen mutig auf! Menschen, die sich am liebsten verstecken – sie zeigen ihre schönen Gesichter!
Irgendwie ist der Himmel immer nah. Ich muss nicht weit laufen.
Irgendwie ist der Himmel grenzenlos. Ich wachse über meine Grenzen hinaus.
Irgendwie ist der Himmel immer da. Er umgibt mich auch in der Nacht.
Der Himmel!
Manchmal fällt er mir vor die Füße.
Manchmal finden meine Gedanken Ruhe in ihm.
Manchmal müssen sich böse Geister geschlagen geben.
Manchmal.
Manchmal schauen wir in das Paradies.
Der Himmel!
Was sucht Jesus dort? Meine Füße? Meine Gedanken? Meine bösen Geister?
Er hat mich schon gefunden.
Schwestern und Brüder!
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
Himmelfahrt ist unser Fest!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Der Karfreitag war nicht das Ende des Weges Jesu; aber auch nicht die Auferstehung. Er geht weiter zu seinem Vater und zeigt uns damit, dass auch wir über unsere "kleinen" Zielsetzungen im Leben hinaus ein großes Ziel vor Augen haben: bei Gott ankommen.
„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie!“ „Als wir unser Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir unsere Anstrengungen!“ Diese zwei Sprüche zeigen uns, wie wichtig Ziele für unser Leben sind, wie wichtig es ist, in dem, was wir tun, einen Sinn zu entdecken. Ein Schüler setzt sich das Ziel, einen guten Abschluss zu erwerben. Ein Sportler möchte einen Sieg erringen. Dafür setzen Menschen dann alles ein. Ein Team in der Pfarrei macht sich Mühe mit der Erstkommunion und spürt: Die Kinder kommen nach einer Woche nicht mehr. Alles scheint umsonst, ohne Sinn und Ziel zu sein. Einer Mutter wird die Hausarbeit sinnlos, denn tagaus tagein geschieht nur noch dasselbe. Solche Erfahrungen können lähmen.
An Ostern und auch in der Osterzeit feiern wir unser Ziel: Jesus ist auferstanden. Jesus lebt. Jesus hat den Tod bezwungen. Das Grab ist leer. Die Frauen, die zum Grabe kamen, wurden von den Engeln zu den Jüngern geschickt. Damit wird uns unser Ziel und der wahre Sinn unsers Lebens geschenkt. Auch wir werden auferstehen. Unser Leben, mit allen guten Erfahrungen, aber auch mit allen Verwundungen, die wir erlitten haben, wird bei Gott vollendet.
Am Fest Christi Himmelfahrt feiern wir unseren Sinn und unser Ziel auf eine neue, auf eine andere und intensivere Weise. So wie Jesus in den Himmel aufgefahren ist und jetzt in der Herrlichkeit des Vaters lebt, so werden auch wir einst zu Gott gehen, in das ewige Leben hinein. Dort werden wir ewige Erfüllung und auch das ewige Glück geschenkt bekommen. Vor vielen tausend Jahren hat das ein Beter in diesen Worten gekleidet: „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“
Wir sind zu einem ewigen Leben geboren. Denn vor Gott sind wir sehr wertvoll. Paulus hat das in seinem Brief an die Epheser schön ausgedrückt. Wir sind zu einer großen Hoffnung durch Jesus berufen. Gott hat an uns – wie an Jesus – wunderbar gewirkt. Darum will Gott uns das schenken, was er Jesus schenkt. Am Fest Christi Himmelfahrt feiern wir auch, dass Jesus jetzt auf andere Weise bei uns ist. Er ist es durch seinen Heiligen Geist, durch seine Worte, durch Mitmenschen. Wir feiern, dass Jesus uns sein Werk anvertraut hat, dass wir jetzt sein Werk weiterführen dürfen. Dazu schenkt Jesus uns seinen Heiligen Geist, seine Kraft.
Heute feiern wir unseren tiefsten Sinn und das letzte Ziel unseres Lebens. So wie wir sonst unser Leben nach unseren Zielen gestalten, so müssen auch wir unser Leben von dem Ziel her gestalten, dass wir einmal bei Gott leben. Als Kirche wie auch als Einzelne sollten wir den Mut haben, von diesem Ziel zu reden, der Welt zu zeigen, aus welcher Hoffnung wir leben. Diese Hoffnung zeichnet uns aus, sie ist unser Markenzeichen. Diese Hoffnung ist die Mitte unseres Lebens und unseres Glaubens. Aus diesem Glauben gestalten wir unser Leben. Wir sind berufen, diese Botschaft zu bezeugen, in Worten wie in Taten. Haben wir doch den Mut zu sprechen, wenn wir angefragt sind. Werden wir uns immer wieder klar, was uns diese Botschaft einst bei Gott zu sein, bedeutet – Trost, Hoffnung, Mut, Erfüllung, Freude. Wir können durch diese Botschaft unser Leben meistern mit allen Herausforderungen, mit allem, was auch uns leiden lässt.
Christi Himmelfahrt, einmal in der Nähe Gottes zu leben ist ein Fest, das uns Mut macht, auch dem Leid anderer zu begegnen. Wenn wir Leiden lindern, wenn wir trösten, aufbauen, dann wird bereits jetzt Gottes Welt sichtbar. Wenn wir uns für die armen Menschen dieser Welt einsetzen, wenn wir – wie es Papst Franziskus sagt – zu den Rändern gehen, dann zeigen wir: Im Reich Gottes haben gerade diese Menschen den ersten Platz.
Die Botschaft von Christi Himmelfahrt lädt uns ein, Gott den ersten Platz im Leben zu geben. Klar wollen wir in diesem Leben etwas erreichen, sei es beruflich, sei es materiell oder auch an Beziehungen zu anderen Menschen. Doch die Nähe Gottes, sein Reich, das Leben in seiner Nähe ist ein Ziel, das unvergänglich ist. Wenn wir unsere Liebe zu Gott pflegen in Gebet und im Feiern der Eucharistie, wenn wir unseren Glauben im Gespräch mit anderen zu vertiefen suchen, dann kann das Ziel, das uns geschenkt ist, immer tiefer in unseren Herzen verankert werden.
Je mehr wir erfüllt werden von dem, was uns Ostern schenkt, was wir heute feiern, umso mehr können uns Gelassenheit, wahre Erfüllung und Freude geschenkt werden. Reden wir öfter über unser Warum, über unsere Hoffnung. Halten wir unser Ziel im Auge und in unseren Herzen!
Christi Himmelfahrt und Ostern gehören zusammen. Sie ist eine logische Fortsetzung der Auferstehung. Jesus hinterlässt seine Spuren in der Welt und nimmt seine, unsere, Verwundungen mit zum Vater.
Himmelfahrt – das ist das Fest des endgültigen Abschieds Jesu. Aus und vorbei? Warum sollte es ein Fest sein, dass der Auferstandene nun doch nicht bei den Seinen bleibt, sondern in luftige Höhen entschwindet? Wozu dann überhaupt noch die Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt – hätte Jesus da nicht gleich zum Vater gehen können? Ich mache mich ein wenig auf die theologische Spurensuche zu einem Fest, das leider in manchen Regionen zu kurz kommt – da es überlagert wird von Erstkommunion, Vatertag oder Familienausflug.
Eine erste Spur führt mich konkret auf die Spuren Jesu. Jesus hinterlässt seine Fußspuren in unserer Welt, wie es die Himmelfahrtskapelle am Ölberg symbolisch/real darbietet: Der Stein mit den Fußspuren Jesu, der hier gewissermaßen Schwung geholt hat für seinen Weg zum Vater. Aber er ist nicht ganz weg – sondern durch seine Fußspuren ist Gott selbst in dieser Welt gegenwärtig, real-symbolisch.
Auch wenn Jesus in der Himmelfahrt zu Gott zurückkehrt, ist sein Leben, seine Botschaft, sein Wirken nicht mehr aus der Welt wegzudenken - seine Spuren bleiben hier, breiten sich aus. Und seine Spuren sind vielfältig: Christentum ist aus unsrer Welt nicht mehr wegzudenken! Durch die christliche Botschaft hat sich die ganze Welt verändert.
Was wäre die Welt ohne die christlichen Werte? - Ohne Glauben, Hoffnung und Liebe; ohne den Glauben so vieler Menschen an die Auferstehung; ohne den Einsatz für die Ärmsten in allen Ländern.
Die Stellung der Frau in der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, wäre ohne das Christentum nicht denkbar geworden; in vielen Religionen ist sie untergeordnet (wie im Islam, im Buddhismus und Hinduismus). Erst die Botschaft und das Handeln Jesu hat ein langsames Umdenken bewirkt - ein Umdenken, das auch heute noch andauert und noch immer zu keinem Ende gekommen ist; ein Wermutstropfen dabei (oder auch Stachel): es ist eine Botschaft, die die katholische Kirche selbst für sich erst wirklich voll entdecken und anerkennen muss!! Hier hat Jesus Spuren hinterlassen, in die die (katholische) Kirche erst hineinwachsen muss …
Die Fußspuren Jesu, die er bei der Himmelfahrt hinterlassen hat - sie sind nur symbolisch dort in Jerusalem zu besichtigen; aber real begegnen wir ihnen auf Schritt und Tritt. Gerade im Blick auf Franziskus und auf alle, die nach seinen Regeln versuchen, den Fußspuren Jesu zu folgen: Jesu Fußspuren finden sich dort, wo Mensch als Ebenbild Gottes im Mittelpunkt steht; ohne Ansehen der Person, der Macht, des Geldes - sondern als Geschöpf, als Kind Gottes. Seine Fußspuren finden sich in den Armen, die sich aufmachen; in den jungen Menschen, die für eine Zukunft auf die Straße gehen, in welcher es noch eine lebenswerte Erde gibt.
Ein Zweites, das mir am Himmelfahrtstag auffällt, ist die Reaktion der Jünger auf die Himmelfahrt. Sie stehen da, vielleicht mit offenem Mund, und staunen; was sollen sie tun? Jetzt ist der Herr endgültig weg. Irgendwie ratlos und hilflos sind sie, die großen Apostel auf deren Fundament unsere Kirche ruht! (Ich wäre da auch sehr verärgert und grantig: Wozu die Auferstehung, wenn er dann doch gleich wieder weg ist? Ist es nicht ein zweiter Karfreitag, ein zweites Abschiednehmen?)
Doch da kommt das Wort der Engel: "Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und gafft nach oben?" - Nicht der Blick nach oben ist nun gefragt, sondern der Blick in die Welt. Sie sollen nicht Vergangenem nachtrauern, sondern vorausblicken. Letztlich ist es Frage nach dem Blickpunkt: Unser christlicher Blick soll auf dem Hintergrund von Ostern nicht ein zaudernder, verlassener, ratloser sein; es soll ein Blick sein, der offen ist; Blick, der sicher ist aus dem Wissen: Wir sind hier nicht alleingelassen, sondern Gott ist mit uns. Die Fußspuren Jesu sind rundherum sichtbar; sein Geist wirkt in uns und mit uns. Wir sehen ihn nicht - aber er ist da.
Nicht zufällig ähnelt die Szene jener Szene am Ostermorgen, als die Frauen und die Jünger zum Grab Jesu kommen – und der Engel / die Engel ihnen sagt: Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Geht…
Ostern und Christi Himmelfahrt gehören zusammen; der Heimgang zum Vater an Christi Himmelfahrt ist die logische Fortsetzung der Auferstehung; letztlich wurde dieser Heimgang nur kurz unterbrochen, um die Jüngerinnen und Jünger, die Frauen und Männer in seiner Nachfolge, zu stärken.
Jesus ist nun nicht durch einen wehmutsvollen Blick nach oben zu erkennen; nicht durch ein nostalgisches Nachtrauern zurückzuholen - damit hätten auch die Jünger nichts bewirkt. Und auch das Übergehen zur Tagesordnung, als ob nichts geschehen wäre ist falsch. Denn er ist nicht verschwunden aus der Welt: Wir können nun das Himmlische im Irdischen erkennen. Ich begegne Gott im Nächsten neben mir. Dies ist die Botschaft der Himmelfahrt. Der Himmel beginnt schon hier und jetzt, wo ich Christ bin.
Ein Letztes schließlich, das mir bei der Feier von Christi Himmelfahrt wichtig ist: Jesus fährt auf zum Vater mit seinen Wundmalen; mit seinen schönen und schweren Erfahrungen des Lebens. Und damit nimmt er unser Menschsein und alle Freuden und Verwundungen unseres Lebens mit zu seinem Vater. All unsere Freude und unser Leid – es ist nun bei Gott; er weiß darum. Und dies ist mir etwas sehr Tröstliches: An einen Gott glauben zu können, der mich nicht erst dann liebt, wenn ich vollkommen gut, vollkommen losgelöst von irdischen Banden bin – sondern der mich mit meinen Verwundungen annimmt und liebt. Mit der Himmelfahrt Jesu ist das Menschliche, das Menschsein, auf immer ins Göttliche eingeschrieben und mit ihm verbunden.
Fußspuren Gottes in der Welt zu sehen; diesen Fußspuren zu folgen - und vertrauen zu können, dass diese Fußspuren zu Gott führen – das zeigt dieses Fest. Es ist ein Fest, das es wert ist, immer wieder auch in seinen theologischen Inhalten gefeiert zu werden: als Vollendung von Ostern; und als kleiner Vorausblick auf das eigene Ende, bei dem ich hoffe, mit den eigenen Verwundungen des Lebens diesen Heimgang zum Vater als Fest feiern zu können.
Die Jünger schauen dem in den Himmel emporgehobenen Herrn nach. Der Blick nach oben, in den Himmel, ist ein Blick in die Zukunft. Unser Lebensziel iel ist das Ankommen bei Gott.
Abschiede kennen wir viele: Tagtäglich, wenn wir von zu Hause weggehen zur Arbeit, in die Schule, in den Urlaub. Abschied und Trennung: vom Arbeitsplatz, von Gegenständen, Lebensentwürfen, vom Partner. Oft ist dieser Abschied auch mit Schmerz und Trauer verbunden.
Auch die Bibel kennt Abschiede: Die „Himmelsreise“ der Gottesmutter, bei uns bekannt als „Mariä Himmelfahrt“ (Aufnahme Mariens in den Himmel), die „Verklärung des Herrn“, die „Entrückung des Propheten Elija, der in den Himmel aufgenommen und „sich zur Rechten des Vaters setzt“. Auch das Markusevangelium zitiert diese Stelle gegen den Schluss.
Und heute: Christi Himmelfahrt, ein Fest, das vom Inhalt her nicht leicht zu verstehen ist. In der Kunst wird es bildlich sehr gern dargestellt, und im liturgischen Jahresfestkreis nimmt es den 40. Tag nach Ostern ein, schon in die Nähe von Pfingsten gerückt. Vierzig Tage als symbolhafte Zeitangabe als Erinnerung an die 40 Jahre bis zur Landnahme nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten (Buch Exodus), Jesu vierzigtägiges Fasten in der Wüste (bei den Synoptikern). So wird dieses Fest einerseits zur Erinnerung, andererseits aber auch zum Blick in die Zukunft. Jesu irdisches Leben hat einen Anfang, der den Weg zum Himmel führt.
Es ist ein Weg mit Höhen und Tiefen, genauso verläuft auch unser Lebensweg, der zum Vater hinführen soll, zur Vollendung so wie ihn auch Jesus gegangen ist.
Im Glaubensbekenntnis beten wir: „Aufgefahren in den Himmel“. Für den Menschen früherer Zeiten war der Himmel „oben“, weit weg, unendlicher Bereich des Guten.
Im Wort „Fahrt“ steckt Bewegung. „Alles Leben ist Bewegung“. Wie könnte der Weg zum besseren Verständnis dieses Festes aussehen? Wir bewegen uns unser ganzes Leben zu einem Ziel, nennen wir es „Himmel“. Deutlicher noch: Wir finden nach der Lebensreise endgültige Heimat bei Gott, und Jesus ist uns vorausgegangen, weil alles Leben zielgerichtete Bewegung zum Vater ist. Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Amos Comenius (1592- 1670 aus Südmähren) drückt das so aus, vielleicht etwas pessimistisch am Weisheitsbuch Kohelet orientiert, aber doch sehr treffend: „Mein Leben war ein Wandern, eine Heimat hatte ich nicht. Es war ein ruheloses, fortwährendes Umhergeworfenwerden, niemals fand ich einen festen Wohnsitz. Jetzt aber sehe ich schon mein himmlisches Heimatland.“ (aus: Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens, 1631 veröffentlicht). Comenius schreibt das in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, in der besonders seine Heimat von grausamen brutalen Auseinandersetzungen betroffen war.
Ist es nicht den Aposteln ähnlich ergangen? „Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ (Apg.1,11). Momentan schien es ihnen so als würde sie die Vergangenheit, vor allem die jüngste Vergangenheit, mit Enttäuschung, Leid, Tod wieder einholen. Der Blick nach „oben“ in die Zukunft ist tröstlich: Er lebt!- trotz Kreuzestod und Grab! Vorweg spüren wir aber schon etwas von dieser pfingstlichen Botschaft: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“ (Joh.14,18). Ich gebe euch einen Beistand, den Heiligen Geist. Dieses Fest ist somit ein Abschied mit Wiederkehr.
Ich wünsche Ihnen diesen vertrauensvollen Blick nach „oben“, nicht nach Flugzeugen, die Fernweh auslösen könnten, sondern den Blick nach „oben zum geöffneten Himmel“ (Apg.7,56), verbunden mit österlicher Freude, weil der Himmel schon in uns ist.
Heimat ist ein Ort, an den man sich zurücksehnt, auch wenn man diesen Ort unfreiwillig verlassen musste. Jesus hat ihn freiwillig verlassen, um uns die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu bringen. Nun kehrt er zurück. Und wo ist unsere Heimat?
Das Fest der Himmelfahrt Christi weitet unseren Blick über die irdische Wahrnehmung hinaus. Der verheißene Heilige Geist lässt die Jünger die Zusammenhänge von Leid und Endlichkeit mit den Augen der Liebe neu sehen. Damit verbunden ist die Sendung, diese Frohe Botschaft in die ganze Welt hinauszutragen.
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich (3. Str.)
GL 170: Allein Gott in der Höh sei Ehr
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist (4. Str.)
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, in deiner Urständ fröhlich ist…
GL 336: Jesus lebt, ich bin gewiss (3. Str.)
GL 338: Jerusalem, du eu Stadt (4. Str.)
GL 339: Ihr Christen, hoch erfreuet euch!
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (3. Str.)
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (4. Str.)
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 375: Gelobt seist du, Herr Jesu Christ
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen
GL 560: Christus Sieger, Christus König
Kehrverse und Psalmen:
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 oder mit Psalm 96 (GL 54,2) - VIII.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem herr; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII
GL 79,1: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm (GL 47,2) - VII.
GL 340: Gott steigt empor, Erde jauchze, Halleluja, preist den Herrn. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 454: Geht hinaus in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 629,5-6: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
Dem Himmel ist schon so manches Lied gesungen worden! Wenn ich ihn betrachte, fühle ich mich gar nicht so klein. Eher geborgen. Unendlich weit, huscht es mir durch den Kopf, aber der Himmel umgibt mich immer. Egal, wo ich bin. Egal, wohin ich fahre. Ob es Tag ist oder Nacht. Ob ich glücklich bin oder traurig. Der Himmel folgt mir auf Schritt und Tritt.
Heute feiern wir Himmelfahrt, Jesu Himmelfahrt.
In einem alten Lied heißt es:
„Auf diesen Tag bedenken wir, dass Christus aufgefahren,
und danken Gott von Herzen hier und flehn,
er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd,
die wir, von mancher Not beschwert,
Trost nur in Hoffnung haben.“
(nach Johannes Zwick um 1533/34 von Friedrich Spitta 1898)
Ihn rufen wir an.
Das Fest Christi Himmelfahrt zeigt: Jesus lebt in der Herrlichkeit seines Vaters, in der Herrlichkeit des Himmels. Dennoch ist er jetzt mitten unter uns. Er ist da in seinem Wort, er begegnet uns in seiner Liebe. Feiern wir jetzt als Schwestern und Brüder mit gläubigem Herzen diese Heilige Messe. Dann erfahren wir schon jetzt, was unser letztes Ziel ist: Wir sind berufen, in seiner Nähe zu leben.
Grüßen wir IHN, den Auferstandenen in unserer Mitte:
Herr Jesus Christus,
du bist aufgefahren zu deinem Vater,
doch du bist auch bei uns.
Bist du die Mitte unseres Lebens und deiner Kirche?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du sendest die Gabe, die dein Vater verheißen hat, zu uns.
Nehmen wir diese Gabe an, vertrauen wir und deine Kirche auf deine Kraft?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
an dir hat dein Vater seine Macht und Herrlichkeit erwiesen.
Glauben wir, dass auch wir zu großer Hoffnung berufen sind
und schenken wir diese Hoffnung weiter?
Herr, erbarme dich.
Herr,
wir sind Himmelsstürmer.
Nicht einmal die Sterne sind vor uns sicher.
Herr, erbarme dich.
Christus,
Drohnen verteilen eine tödliche Fracht.
Aus dem Himmel regnet das Leid.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir sehnen uns nach einem neuen Himmel,
einer neuen Erde.
Dein Reich komme!
Herr, erbarme dich.
„Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden…
Wir sehn hinauf und Gott herab,
an Treu und Lieb geht ihn‘ nichts ab,
bis wir zusammenkommen“
(Zwick / Spitta)
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr, Jesus Christus,
durch viele Beweise hast du deinen Jüngerinnen und Jüngern gezeigt, dass du lebendig bist.
Lass auch uns erfahren, was diese Lebendigkeit ausmacht.
Herr, erbarme dich.
Du hast deinen Jüngerinnen und Jüngern zugesagt, die Kraft des Hl. Geist zu empfangen.
Schenke auch uns immer wieder neu das Wirken des Hl. Geistes.
Christus, erbarme dich.
Du hast deine Jüngerinnen und Jünger aufgefordert, in der Kraft Gottes bis an die Grenzen der Erde zu gehen und deine Botschaft vom Leben zu verkünden.
Gib uns die Kraft, dass auch wir dazu aufbrechen, täglich neu.
Herr, erbarme dich.
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
Oder:
Herr, Jesus Christus,
nach deinem Leiden und deinem Tod
bist du vierzig Tage hindurch deinen Jüngern erschienen
und hast du vom Reich Gottes gesprochen.
Herr, erbarme dich.
Vor den Augen deiner Jünger wurdest du in den Himmel emporgehoben.
Christus, erbarme dich.
Wie deine Jünger dich zum Himmel haben hingehen sehen,
so wirst du wiederkommen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Du, Gott,
hast den Himmel geschaffen
und mittendrin die Erde.
Wir danken dir
für den Morgen und den Abend,
für das Licht und die Dunkelheit.
Viele Dinge nehmen uns gefangen
und machen uns klein.
Viele Wege führen in die Irre
und machen uns heimatlos.
Öffne du uns den Himmel,
deine Liebe.
Erleuchte die Augen unserer Herzen,
damit wir verstehen,
zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Jesus segnet uns.
In der Kraft deines Geistes.
Für die Ewigkeit. - Amen.
Allmächtiger Gott,
dein erhöhter Sohn bleibt bei uns
in der Gemeinschaft der Kirche.
Lass uns vertrauen auf den Beistand
des Geistes und hilf uns, Christi Zeugen sein.
Durch ihn, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Gott und Vater,
in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du die ganze Menschheit zu dir erhöht.
Erfülle uns mit Freude darüber,
daß Christus unseren Lebensweg begleitet,
bis sich auch unser Leben vollendet in der Gemeinschaft mit dir.
Durch Christus, unseren Herrn.
Herr Jesus Christus,
aufgefahren in den Himmel,
du bist nahe bei Gott.
Du gehst uns voraus,
du erwartest uns.
Dein Wort helfe uns,
jetzt und immer auf unser Ziel hin zu leben,
in deiner Nähe zu sein.
Denn "Gott nahe zu sein, ist mein Glück"
betet der Psalmist,
das beten wir,
dass hoffen wir. - Amen.
Heute hat der Himmel einen Ehrentag!
Wir messen ihn mit unseren Blicken aus,
wir träumen von seiner Weite,
wir sind mitgenommen von seiner Schönheit.
Herr,
für viele Menschen ist der Himmel dunkel.
Sie haben keine Hoffnungen mehr.
Die Erde ist zum Gefängnis geworden.
Im Gazastreifen, in der Ukraine, an so vielen Orten.
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen!
Für viele Menschen ist der Himmel ein Labor.
Sterne sollen lernen, Krieg zu führen.
Der Weltraum ist voller Schrott.
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen
Für viele Menschen ist der Himmel ein Traum.
Urlaubstage sind kostbar.
Auf den Bergen und den Meeren.
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen!
Für viele Menschen ist der Himmel voller Unheil.
Der Klimawandel lässt Orte und Straßen untergehen.
Hohe Temperaturen lassen Wälder brennen.
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen!
Für viele Menschen ist der Himmel ein Beruf.
In Rom der Papst und die Kurie,
in den Gemeinden die Seelsorger und Seelsorgerinnen,
in den Kirchen die Glocken und Orgeln
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen!
Für viele Menschen ist der Himmel nah.
In Krankenhäusern und Hospizen leben Menschen mit dem Tod.
Viele Menschen sterben einsam und verlassen.
Erleuchte, Herr, die Augen unserer Herzen!
Heute hat der Himmel einen Ehrentag!
Du, Herr, hast ihn für uns bereitet,
damit wir uns nicht auf unseren kleinen Wegen verlieren.
Wo du bist, dürfen wir auch sein.
Vater unser, im Himmel!
Dein Reich komme! - Amen.
Ein Blick in den Himmel mit der Sonne bei Tag oder Mond und Sternen in der Nacht kann uns aufrichten und Probleme und Sorgen kleiner werden lassen. Auch den Seinen hat Jesus als Auferstandener Kraft und Mut zum Weiterleben gegeben.
Ihn bitten wir:
Für Papst Leo um die Gabe, in Kirche und Welt die unglaubliche Kraft eines lebendigen Glaubens an dich und deine Botschaft zu bezeugen.
Für eine Welt, die bewusst oder oft unbewusst von Papst und Kirche die Heilung all ihrer Wunden erhofft, die sich Menschen gegenseitig in Kriegen, Machtstreben, Gier und unermesslicher Lieblosigkeit zufügen.
Für alle, denen es in Achtung vor der Schöpfung ein Anliegen ist, Ressourcen zu schonen, Natur und Artenvielfalt zu bewahren und ein gesundes Ökosystem den nachfolgenden Generationen zu übergeben.
Für uns selbst um die Ruhe des Herzens aus der Erfahrung heraus, immer von deiner Liebe getragen zu sein.
Für alle Verstorbenen, dass sie für immer bei dir gut aufgehoben sind.
Als Auferstandener hast du uns deinen Frieden und mit ihm eine alles umfassende Lebensfülle verheißen.
An dich glauben wir, dir danken wir, dich rühmen und preisen wir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel,
wir bitten dich:
Segne Papst Franziskus und alle Bischöfe,
dass sie deinen Willen suchen
und dass deine Botschaft wieder glaubwürdiger wird.
Lass alle Frauen und Männer, die sich für den Glauben und für die Mitmenschen einsetzen, immer wieder erfahren, dass du durch sie wirkst.
Bekehre alle Frauen und Männer, die Krieg, Gewalt und Terror anzetteln.
Führe alle, die ihre Erfüllung nur in diesem irdischen Leben sehen, zu dir und zum Glauben an das ewige Leben.
Schenke allen Menschen Phantasie, deine Schöpfung zu bewahren.
Nimm alle unsere Verstorbenen auf in deine ewige Herrlichkeit.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Jesus hat Spuren in unserer Welt hinterlassen. Auch wir sind aufgefordert, in unserem Lebensumfeld Spuren zu hinterlassen, die von ihm und seiner Botschaft Zeugnis geben.
Ihn lasst uns bitten:
Für die Kirche, in der deine Spuren trotz aller Widrigkeiten und Bedrängnisse von innen und außen auch nach 2000 Jahren sichtbar sind.
Für alle, die den Auftrag zur Gestaltung der Erde ernst nehmen und bereit sind, für den Erhalt der Schöpfung für die kommenden Generationen zu sorgen.
Für alle, die sich an deiner Frohbotschaft orientieren und sich aktiv für andere und ihre Probleme einsetzen.
Für uns selbst, wenn wir durch das Gefühl der Geborgenheit in deiner Liebe fähig werden, eigene Fehler und Leistungsgrenzen anzunehmen und dadurch Güte und Milde auszustrahlen.
Für unsere Verstorbenen, dass sie Anteil an deinem allumfassenden Leben bekommen.
Denn der Himmel, in den Jesus aufgenommen ist, ist überall dort, wo Gott und Mensch einander begegnen.
Dafür danken wir und preisen dich, den dreieinen Gott, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Mit der Rückkehr zum Vater ist Jesu irdischer Weg vollendet.
Seine Jünger lässt er nicht allein zurück.
Er verheißt ihnen und damit auch uns den Heiligen Geist.
Ihn bitten wir:
Für unsere christlichen Gemeinden, dass mit den neu gefirmten Jugendlichen wieder neue Begeisterung für Jesu Botschaft wächst.
Für alle Politiker, dass sie in Verantwortung für das Wohl aller die Grenzen ihrer Macht beachten.
Für die Theologen und spirituellen Schriftsteller, dass sie in religiöser Verantwortung und in Ehrfurcht vor dem göttlichen Geheimnis ihre Gedanken veröffentlichen.
Für alle, deren Leben momentan von Hoffnungslosigkeit geprägt ist, dass sie an Trost und Kraft aus dem Beistand des Heiligen Geistes glauben können.
Für unsere Verstorbenen, deren Tod uns immer wieder schmerzlich an unsere eigene Sterblichkeit erinnert.
Segnend verlässt Jesus seine Jünger. Er gibt auch uns damit den Auftrag, beschenkt mit dem Heiligen Geist, sein Werk weiterzuführen.
Ihm gebührt unser Lob und Preis. - Amen.
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
bringen wir dieses Opfer dar.
Gib uns durch diese heilige Feier die Gnade,
dass wir uns über das Irdische erheben,
und suchen, was droben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Christi Himmelfahrt
Herr,
wir stellen Brot und Wein auf den Altar.
Irdische Gaben.
Unsere Arbeit steckt in ihnen.
Auf den Feldern und den Weinbergen.
Du schenkst uns die Gaben verwandelt zurück.
Himmlische Gaben.
Deine Liebe steckt in ihnen.
In deinem Wort und in unserem Leben.
Dein Leib, dein Blut.
Komm, unser Herr!
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
haben wir Brot und Wein bereitet.
So wie Jesus durch seine Himmelfahrt
das menschliche Leben zu einem göttlichen erhoben hat,
mache auch diese irdischen Gaben
zu Zeichen deiner Anwesenheit bei uns Menschen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus unseren Herrn. Amen.
Herr Jesus Christus,
wir feiern Mahl mit Brot und Wein.
Wir feiern in Gemeinschaft aller
Schwestern und Brüder.
Wir feiern in Gemeinschaft mit all denen,
die bei dir in Herrlichkeit sind.
Komm in unsere Mitte,
und wandle unsere Herzen in gläubige Herzen. - Amen.
Gott,
in jeder Feier der Eucharistie
erfahren wir neu die Gegenwart deines Sohnes,
dem du deine Nähe geschenkt hast.
Segne die Gaben, die wir bereitet haben,
damit wir in ihnen die Kraft und Liebe deines Sohnes spüren.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 54,1)
Großer und erhabener Gott,
um dir zu danken sind wir hier zusammengekommen.
Wir haben allen Grund dich zu preisen.
Du hast uns Jesus geschenkt
und in ihm uns dich selbst zu erkennen gegeben.
Kehrvers
Durch sein Leben und Sterben hat er die Welt von der Not ihrer Vergänglichkeit erlöst
und uns Anteil an deinem ewigen Leben gegeben.
An ihm hast du deine Macht und Stärke gezeigt.
Du hast ihn von den Toten auferweckt
und ihn im Himmel an den Platz zu deiner Rechten erhoben.
Kehrvers
Uns aber hat er verheißen,
dass er uns deinen und seinen Geist sendet,
der uns trösten und leiten wird.
Durch ihn erkennen wir, zu welcher Hoffnung wir berufen sind
und welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes uns schenkt.
Kehrvers
Durch ihn werden auch wir die Zuversicht,
in das Heiligtum einzutreten,
das er uns durch sein Blut erschlossen hat.
Mit ihm und durch ihn preisen wir dich
und singen wir mit allen Engeln und Heiligen dein Lob:
Danklied, z. B: Mein ganzes Herz erhebet dich… (GL 143, 1. und 3. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
In Wahrheit ist es gut und richtig, dir, lebendiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit.
Er ist (heute) als Sieger über die Mächte der Dunkelheit und des Todes
aufgenommen in den Himmel göttlicher Liebe.
In ihm berühren sich Himmel und Erde.
Er ist zu dir heimgekehrt und gibt uns Menschen so die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wonach unsere ganze Sehnsucht sich ausrichtet.
Darum preisen dich wir dich heute mit allen Menschen, die seinem Weg folgen,
und mit den Chören des Himmels und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
(c) Klaus Honermann, honermann-k@bistum-muenster.de
Himmelfahrt – heim zum Vater.
Wir können Christus am einfachsten folgen,
indem wir seine Beziehung zu Gott aufnehmen und ihm sagen:
Vater Unser im Himmel...
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr Jesus, du hast deinen Jüngern gesagt,
sie würden deine Zeugen sein.
Dafür hast du sie deinen Frieden erfahren lassen.
Es ist der Friede, den auch wir bezeugen wollen.
Darum bitten wir dich:
Herr Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden..
Du hast gesagt:
Ich bin bei euch alle Tage
bis zum Ende der Welt.
Ich weiß das
und trotzdem
geht es mir manchmal wie den Jüngern
ich meine, du bist weggegangen
ich kann dich nicht spüren
und nicht sehen.
Du weißt aber, wie sehr ich dich brauche
bei meinem Beten, wenn ich leer bin
in meinen Sorgen, wenn ich verzagt bin
in meinem Glauben, wenn ich mutlos bin.
Heute darf ich wissen:
Du bist bei mir
ich darf dich spüren
und aufnehmen
du bist nicht fern
sondern hier bei uns.
Bei allen
die dich brauchen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Gott,
du hast Himmel und Erde geschaffen,
wunderbar,
für alle Menschen.
Segne uns,
dass wir über Schatten springen,
Grenzen überschreiten,
unsere Engen überwinden.
Segne uns,
dass wir einander keine Angst machen,
keine Vorurteile pflegen,
keinem Hass Raum geben.
Dein Himmel umfängt die Erde
und nimmt sie in deinen Schutz.
Lass uns Engel sein,
Boten deiner Liebe.
Wie uns Jesus gelehrt hat,
als er den Himmel einnahm.
Herr Jesus Christus,
du hast deine Jünger gesegnet.
Du hast sie gesandt in alle Länder.
Segne auch uns,
wenn wir deine Botschaft weitertragen.
Stärke unsere Freude an dir. – Amen.
Der allherrschende Gott,
der heute Christus zu seiner Rechten erhöht
und uns den Zugang zum Leben erschlossen hat,
gewähre euch die Fülle seines Segens. - Amen.
Vor den Augen seiner Jünger wurde Christus zum Himmel erhoben;
er sei euch ein gnädiger Richter, wenn er wiederkommt. - Amen.
Er thront in der Herrlichkeit des Vaters
und bleibt dennoch inmitten seiner Kirche;
er schenke euch den Trost seiner Gegenwart. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB an Christi Himmelfahrt
Der allmächtige Gott hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes
aus Sünde und Tod befreit.
Er segne uns und schenke uns seine Freude. - Amen.
Und Christus, mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben,
beahre in euch die Gabe der Erlösung. - Amen.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Kinder seiner Gnade;
er schenke euch das verheißene Erbe. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB Feierlicher Segen in der Osterzeit
Im Straßenverkehr gibt es ein Schild, das davor warnt: Vorsicht Gegenverkehr!
Die Tage von Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben eine ähnliche Botschaft, nur nicht als Gefahrenmeldung, sondern als eine „gute Botschaft“!
Christi Himmelfahrt sagt uns: Auch für uns steht der Himmel offen. Es ist der Blick nach oben mit seiner Zukunftsperspektive. Pfingsten hat eine gegenläufige Botschaft. Es ist die Bewegung von oben nach unten. Gottes Geist will uns helfen, den Schatz des Himmels jetzt schon in uns zu heben und zu leben, Heil und Heilung jetzt schon zu erfahren.
Es gibt die alte Tradition der Pfingstnovene. Neun Tage vor Pfingsten erbitten wir die Gaben des Heiligen Geistes. Die vorliegende „Novene“ will dabei helfen. Sie umfängt keine neun Tage, das ist auch nicht so wichtig. Man kann ja den einen oder anderen Impuls, der besonders angesprochen hat, wiederholen oder einfach beim „Hauptgebet“ bleiben.
Das Anrufen des Heiligen Geistes muss auch nicht unbedingt vor Pfingsten sein. Man kann die Gebete auch um oder nach Pfingsten beten, oder zu einer ganz anderen Zeit. Das macht immer Sinn, unabhängig von der Zeit.
Wir wünschen Ihnen für dieses Beten viel „Be-geisterung“
Pfarrer Fredi Bernatz
Die Augen meines Herzens sind blind,
verschlossen,
ohne Licht.
Erleuchte uns,
gib uns Licht,
gib uns Erkenntnis,
gib uns Hoffnung,
lass uns nicht im Dunkel stehn,
lass unsere Augen
die Hoffnung sehn,
lass unsres Herzens Augen wachsen,
um zu verstehn.
Ilse Pauls
Manche vergleichen die Himmelfahrt des Herrn mit der Raumfahrt und fragen dann: Wo ist er denn heute? Die haben nicht begriffen, dass die Bibel hier – wie so oft – in Bildern spricht. Er wird erhoben, eine Wolke hüllt ihn ein. Das bedeutet: Gott Vater hat seinen Sohn über die Welt erhöht. Die Wolke ist schon im Alten Bund Sinnbild der machtvollen Gegenwart Gottes. In einer Wolke hat er die Israeliten geführt, aus einer Wolke spricht er bei der Taufe Jesu im Jordan und bei der Verklärung auf dem Berg Tabor.
Himmelfahrt heißt also: Jesus ist eingegangen in Gottes Herrlichkeit, er „sitzt zur Rechten des Vaters“, nimmt teil an seiner Macht und Größe. Man kann die Himmelfahrt nicht von dem Ostergeschehen trennen. Sie drückt das Gleiche aus.
Als Kind ist mir Himmelfahrt manchmal wie ein Abschied vorgekommen, so lebendig hatte uns unser Lehrer geschildert, wie Jesus von seinen Jüngern fortgeht, in den Himmel. Erst später habe ich begriffen, dass dies eigentlich ein Irrtum war: Jesus wird erhoben, aber nicht von uns entfernt. Auch als der Thronende, als der Allherrscher, bleibt er uns nahe. Schon zur Römerzeit haben die Christen Jesus als den Allherrscher dargestellt, zum Beispiel auf prächtigen Mosaikbildern. Während die Gemeinde die Messe feierte, sollte sie den erhöhten Herrn vor Augen haben. Erhöht – und doch unter den Menschen wirkend als Prophet, Priester und König.
Am Himmelfahrtstag wird den Aposteln zugerufen: „Dieser Christus wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hinaufgehen sehen!“ (Apostelgeschichte 1,11). In jeder Messfeier drücken wir unsere Erwartung aus, dass er „kommt in Herrlichkeit“. Die Urkirche war von diesem Gedanken fasziniert: Am Ende kehrt Christus wieder, als Sieger, Richter und Vollender, und dann wird sein Reich triumphieren ohne Ende. Christi Himmelfahrt ist ein Hoffnungsfest, liebe Kerstin, und so sollten wir es feiern!
Aus: Winfried Henze, Glauben ist schön, Ein Katholischer Familienkatechismus, Harsum 2001.
Vierzig Tage hindurch war der Herr nach seiner Auferstehung zuerst den Frauen am Grab, dann den Aposteln und vielen Jüngern als der erschienen, der tot war und der lebt. Er hatte ihnen den österlichen Lebenskeim selbst ins Herz gelegt, und nun, da das Werk der Erlösung vollbracht ist, kehrt er zu dem zurück, von dem er ausgegangen war, kehrt heim zum Vater, um uns „einen Platz vorzubereiten“ – „damit auch ihr dort seid, wo ich bin“, wie Jesus es in seinen Abschiedsworten sagt (Johannes 14,3).
Das bedeutet: Jesu Weg ist auch unser Weg. So wie er nach seinem irdischen Leben durch den Tod hindurch in das Reich seines Vaters gelangt, so werden auch jene, die ihm folgen, ans Ziel kommen: zum ewigen Leben bei Gott. Das Tagesgebet bekennt diese Wahrheit mit den Worten: „Gott, […] in der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen erhöht. Schenke uns das feste Vertrauen, dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind, in die Christus uns vorausgegangen ist.“
Bei Gott hat der Mensch seinen Platz. Der wahre Mensch Jesus von Nazareth ist in die Höhe gehoben. Welche Würde! Auch für uns ist die Schwelle des Todes keine endgültige Grenze. Im Gegenteil: Wir haben die berechtigte Hoffnung auf die Erfüllung unseres Lebens in Gott, gerade durch Kreuz und Leid hindurch. Wir haben die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Dafür sollen wir Zeugen sein. Diese Hoffnung bis an die Grenzen der Erde zu tragen, bis in alle Dimensionen unseres Menschseins hinein, ist der Auftrag der Kirche. Sie kann ihn erfüllen nur in der Kraft seines Segens, im Vertrauen auf die Verheißung Christi, wie sie uns der letzte Satz des Matthäusevangeliums überliefert: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,20). Und doch gibt es eine Art Trennungsschmerz, der in den Herzen der bei der Himmelfahrt um den Herrn versammelten Apostel die tiefe Sehnsucht weckt, Jesus wiederzusehen. Dieses Sehnen und die Überzeugung, dass der Herr wiederkommen wird am Ende der Zeit, das unaufhörliche Warten darauf wird in jener Stunde der Kirche ins Herz geschrieben: „Deinen Tod o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“
Felix Genn, Christi Himmelfahrt/Pfingsten/Fronleichnam, in: Georg Gänsewein, Katholisch – Wissen aus erster Hand, Freiburg 2010.
Das spirituelle Wissen, dass wir Gott gehören und bei Gott geborgen sind, selbst wenn wir in einer ungemein destruktive Welt leben, ermöglicht es uns, inmitten der Wirren, Ängste und Todesqualen der Geschichte „den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen“ zu sehen (vgl. Lukas 21,27). Zwar spricht Jesus darüber wie ein Ereignis am Ende der Zeit, aber dennoch ist es nicht nur ein weiteres Geschehnis, dass sich dann ereignen wird, wenn alle anderen schrecklichen Dinge vorüber sind. So wie die Endzeit schon angebrochen ist, so ist auch das Kommen des Menschensohnes schon angebrochen. Es ist ein Ereignis im Bereich des Heiligen Geistes und daher nicht den Grenzen der Zeit unterworfen.
Wer in Gemeinschaft mit Jesus lebt, hat die Augen, um das zweite Kommen Jesu zu sehen, und die Ohren, um es zu hören, mitten unter uns im Hier und Jetzt. Jesus sagt: „Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft“ (Lukas 21, 32). Das gilt für jede Generation, die aus dem Glauben lebt…
Aus: Henry Nouwen, Jesus, Eine Botschaft, die Liebe ist. Freiburg 2001.
Unverwandt zum Himmel schauen.
Löcher in die Luft glotzen.
Warten, dass das Glück vom Himmel fällt
und eine höhere Macht schon alles richten wird.
Denn es ist uns ja zugesagt,
dass Jesus wiederkommt.
Also abwarten,
wird schon.
Heute würde wohl die Weisung der Männer in Weiß lauten:
Was glotzt ihr noch so dümmlich zum Himmel,
habt ihr es in zweitausend Jahren noch nicht verstanden,
es ist euch alles vorgelebt,
es ist euch schon alles verheißen.
Also, lest, horcht,
kaut es in eurem Inneren immer wieder.
Und dann krempelt endlich die Ärmel hoch
und baut mit am Himmelreich Gottes -
damit es schon auf-lebt im HIER und JETZT.
Beatrix Senft (2022)
Den Himmel über mir:
Himmelskörper
Sterne
Sternschnuppe
Sternennacht
Mondnacht
sternenklar
Meine Augen berühren ihn
Mein einziges Himmelbild?
Hier und da – JA
Aber auch:
himmelschreiend - mit meinen Nöten
Wie auf Wolken schwebend –
himmelhochjauchzend –
in meinem Glück
Jemanden in den Himmel hebend -
Wie auf Wolken schwebend
GEFÜHLSLAGE HIMMEL
Abgehoben
Himmel – der sich geerdet hat
Himmel – der in Jesus eine Verbindung bekommen hat
Den wir erfahren dürfen:
Da, wo Menschen sich liebend begegnen
Da, wo 70x70 mal Verzeihung geschieht
Da, wo Menschen über Schatten springen
Da, wo ein gepeinigtes Herz zur Ruhe kommen kann
Da, wo Brücken gebaut werden - über alles Trennende hinaus
Da, wo der Schwache auch den Starken mitschleift
Da, wo die leere Hülle wieder Füllung findet
Da, wo ….
Genau da
verbindet sich der Himmel mit der Erde
zu einem großen
und neuen
Bild
Da berührt sich
Zeit
und
Unendlichkeit
DA
berühren sich
Gott
und
Mensch
Beatrix Senft, unveröffentlicht

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Einleitung der Apg nimmt Bezug auf das Evangelium des Lukas. Sie markiert den Einschnitt zwischen der Zeit der Jünger mit Jesus (Lk-Evangelium) und dem neuen Abschnitt, der Zeit der Kirche. Zuvor war Jesus unmittelbar erfahrbar, nun ist er es durch den Geist. Zuvor gab er den Jüngern Aufträge, nun wird geschildert, wie sie diesen Aufträgen nachkommen. Die Himmelfahrt markiert so den Einschnitt zwischen diesen beiden Zeiten.
Die vierzig Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach - Gen 8,6; Elija - 1 Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai - Ex 24,18; Jesu Fasten - Lk 4,1). Die vierzig Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet.
In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen.
Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird. Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.
Die erste Lesung enthält drei Abschnitte: Die Einleitung zur Apostelgeschichte, das Vermächtnis Jesu vor seiner Himmelfahrt an seine Jünger und die Erzählung seiner Erhöhung zum Vater.
Das Buch Apostelgeschichte wird dem Autor des Lukasevangeliums zugeschrieben. Es überliefert Erzählungen von den Anfängen der Kirche Jesu zusammengestellt und angeordnet nach einem eigenen theologischen Konzept. Das Evangelium nimmt seinen Weg ausgehend von Jerusalem in die ganze Welt hinaus bis zur Hauptstadt der damals bekannten Welt: Rom. Diesem Konzept sind auch einige Momente unseres Textabschnittes zuzuschreiben.
So ist das Buch nach nach römisch-hellenistischer Gepflogenheit einem Theophilus, vermutlich ein vornehmer römischer Staatsbeamter, gewidmet.
Während die anderen Evangelisten die letzten Begegnungen mit dem Auferstandenen in Galiläa anordnen, findet diese nach Lukas und der Apostelgeschichte in Jerusalem statt.
Der zweite Abschnitt enthält eine Belehrung der Jünger im Rahmen eines Mahles. Das Mahl erinnert einerseits an die Mähler, die Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat, andererseits aber bereits an das eucharistische Mahl, wie es in der jungen Kirche üblich wurde.
Die Antwort auf die Frage nach der Wiedererrichtung "des Reiches für Israel" enthält das theologische Konzept des Lukas: Er wendet sich von der Naherwartung des Endes (wie wir es etwa bei Markus im 13 Kapitel finden) und der baldigen Wiederkunft Christi ab. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden die Jünger seine Zeugen sein auf der ganzen Welt. Sie wenden sich der Welt zu und errichten "das Reich" durch die universale Ausbreitung des Christentums.
Im dritten Abschnitt wird die Himmelfahrt Jesu geschildert. In einer anschaulichen Erzählung wird die Erhöhung Jesu dargestellt. Er hat nun seinen Platz "im Himmel", dort wo Gott ist. Die Engel - Engel treten in biblischen Erzählungen dort auf, wo die Menschen mit Gott in Berührung kommen und Gott den Menschen etwas mitteilen will - fordern die Jünger auf, nicht zum Himmel zu starren, sondern sich der Welt (und ihrem Auftrag) zuzuwenden.
Die Apostelgeschichte (“acta apostolorum ”) beschreibt die nachösterlichen Ereignisse und das Erleben der Frühen Kirche. Die erste Phase - kirchliche Urzeit - endet mit der Steinigung des Stephanus. In den vorliegenden ersten elf Kapiteln des Buches geht es um die zeitliche und lokale Verortung der frühen Mission. Die frühe Sammlung war eine Gruppe Judenchristen, die im Angesicht der Gruppe des Neuen Weges zum einen eine weitere Spaltung wie auch eine neue Einigung erfährt. Zum einen trifft man die Juden an, die solche bleiben, und die anderen, die den Aposteln folgen. Gleichzeitig werden die getrennten Juden Samariens in die neue Sammlung integriert. Damit wird deutlich, dass schon von Anfang an die christliche Botschaft nicht auf spezielle Adressat*innen zugeschnitten war, sondern lokal, kulturell und religiös unabhängig verbreitet werden kann “bis an die Enden der Erde”. Die fehlende leibliche Präsenz des Gottessohnes auf Erden erleichtert diese Grenzenlosigkeit des Unterfangens. Das Einleitungskapitel der Apostelgeschichte setzt dazu die Maßstäbe.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz