Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kamen einige Leute von Judäa herab
und lehrten die Brüder:
Wenn ihr euch nicht
nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,
könnt ihr nicht gerettet werden.
Da nun nicht geringer Zwist und Streit
zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand,
beschloss man, Paulus und Barnabas
und einige andere von ihnen
sollten wegen dieser Streitfrage
zu den Aposteln und den Ältesten
nach Jerusalem hinaufgehen.
Da beschlossen die Apostel und die Ältesten
zusammen mit der ganzen Gemeinde,
Männer aus ihrer Mitte auszuwählen
und sie zusammen mit Paulus und Barnabas
nach Antiochia zu senden,
nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas,
führende Männer unter den Brüdern.
Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:
Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder,
grüßen die Brüder aus dem Heidentum
in Antiochia, in Syrien und Kilikien.
Wir haben gehört,
dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben,
euch mit ihren Reden beunruhigt
und eure Gemüter erregt haben.
Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen
und zusammen
mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus
zu euch zu schicken,
die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,
ihr Leben eingesetzt haben.
Wir haben Judas und Silas abgesandt,
die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.
Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen,
euch keine weitere Last aufzuerlegen
als diese notwendigen Dinge:
Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.
Wenn ihr euch davor hütet,
handelt ihr richtig.
Lebt wohl!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kamen einige Leute von Judäa herab
und lehrten die Brüder:
Wenn ihr euch nicht
nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,
könnt ihr nicht gerettet werden.
Da nun nicht geringer Zwist und Streit
zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand,
beschloss man, Paulus und Barnabas
und einige andere von ihnen
sollten wegen dieser Streitfrage
zu den Aposteln und den Ältesten
nach Jerusalem hinaufgehen.
Die Gemeinde gab ihnen das Weggeleit.
Dann zogen sie durch Phönizien und Samarien;
dabei berichteten sie den Brüdern
von der Bekehrung der Heiden
und bereiteten damit allen Brüdern große Freude.
Bei ihrer Ankunft in Jerusalem
wurden sie von der Gemeinde
und von den Aposteln und den Ältesten empfangen.
Sie erzählten alles,
was Gott mit ihnen zusammen getan hatte.
Da erhoben sich einige aus der Partei der Pharisäer,
die gläubig geworden waren, und sagten:
Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern,
am Gesetz des Mose festzuhalten.
Die Apostel und die Ältesten traten zusammen,
um die Frage zu prüfen.
Als ein heftiger Streit entstand,
erhob sich Petrus und sagte zu ihnen:
Brüder, wie ihr wisst,
hat Gott schon längst hier bei euch
die Entscheidung getroffen,
ass die Heiden durch meinen Mund
das Wort des Evangeliums hören
und zum Glauben gelangen sollen.
Und Gott, der die Herzen kennt,
hat dies bestätigt,
indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab.
Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen;
denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt.
Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe
und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken,
das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?
Wir glauben im Gegenteil,
durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden,
auf die gleiche Weise wie jene.
Da schwieg die ganze Versammlung.
Und sie hörten Barnabas und Paulus zu,
wie sie erzählten,
welch große Zeichen und Wunder
Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.
Als sie geendet hatten,
nahm Jakobus das Wort und sagte:
Brüder, hört mich an!
Simon hat berichtet,
dass Gott selbst zuerst darauf geschaut hat,
aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen.
Damit stimmen die Worte der Propheten überein,
die geschrieben haben:
Danach werde ich mich umwenden
und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten;
ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten
und werde sie wiederherstellen,
damit die übrigen Menschen den Herrn suchen,
auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist
- spricht der Herr, der das ausführt,
was ihm seit Ewigkeit bekannt ist.
Darum halte ich es für richtig,
den Heiden, die sich zu Gott bekehren,
keine Lasten aufzubürden;
man weise sie nur an,
Verunreinigung durch Götzenopferfleisch
und Unzucht zu meiden
und weder Ersticktes noch Blut zu essen.
Denn Mose hat seit alten Zeiten
in jeder Stadt seine Verkünder,
da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.
Da beschlossen die Apostel und die Ältesten
zusammen mit der ganzen Gemeinde,
Männer aus ihrer Mitte auszuwählen
und sie zusammen mit Paulus und Barnabas
nach Antiochia zu senden,
nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas,
führende Männer unter den Brüdern.
Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:
Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder,
grüßen die Brüder aus dem Heidentum
in Antiochia, in Syrien und Kilikien.
Wir haben gehört,
dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben,
euch mit ihren Reden beunruhigt
und eure Gemüter erregt haben.
Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen
und zusammen
mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus
zu euch zu schicken,
die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,
ihr Leben eingesetzt haben.
Wir haben Judas und Silas abgesandt,
die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.
Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen,
euch keine weitere Last aufzuerlegen
als diese notwendigen Dinge:
Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.
Wenn ihr euch davor hütet,
handelt ihr richtig.
Lebt wohl!
Kv: Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle. – Kv
GL 54,1
Oder: Kv Halleluja. – Kv
Gott sei uns gnädig und segne uns. *
Er lasse sein Angesicht über uns leuchten,
damit man auf Erden deinen Weg erkenne, *
deine Rettung unter allen Völkern. – (Kv)
Die Nationen sollen sich freuen und jubeln, /
denn du richtest die Völker nach Recht *
und leitest die Nationen auf Erden.
Die Völker sollen dir danken, o Gott, *
danken sollen dir die Völker alle. – (Kv)
Die Erde gab ihren Ertrag. *
Gott, unser Gott, er segne uns!
Es segne uns Gott! *
Fürchten sollen ihn alle Enden der Erde. – Kv
Lesung aus der Offenbarung nach Johannes.
Ein Engel entrückte mich im Geist
auf einen großen, hohen Berg
und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,
wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,
erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein,
wie ein kristallklarer Jaspis.
Die Stadt hat eine große und hohe Mauer
mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf.
Auf die Tore sind Namen geschrieben:
die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
Im Osten hat die Stadt drei Tore
und im Norden drei Tore
und im Süden drei Tore
und im Westen drei Tore.
Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine;
auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt.
Denn der Herr, ihr Gott,
der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel,
er und das Lamm.
Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten.
Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie
und ihre Leuchte ist das Lamm.
Lesung aus der Offenbarung nach Johannes.
Da entrückte er mich im Geist
auf einen großen, hohen Berg
und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,
wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,
erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein,
wie ein kristallklarer Jaspis.
Die Stadt hat eine große und hohe Mauer
mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf.
Auf die Tore sind Namen geschrieben:
die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
Im Osten hat die Stadt drei Tore
und im Norden drei Tore
und im Süden drei Tore
und im Westen drei Tore.
Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine;
auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Und der Engel, der zu mir sprach,
hatte einen goldenen Messstab,
um die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer zu messen.
Die Stadt war viereckig angelegt
und ebenso lang wie breit.
Er maß die Stadt mit dem Messstab;
ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich:
zwölftausend Stadien.
Und er maß ihre Mauer;
sie ist hundertvierundvierzig Ellen hoch
nach Menschenmaß, das der Engel benutzt hatte.
Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut
und die Stadt ist aus reinem Gold,
wie aus reinem Glas.
Die Grundsteine der Stadtmauer
sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt;
der erste Grundstein ist ein Jaspis,
der zweite ein Saphir,
der dritte ein Chalzedon,
der vierte ein Smaragd,
der fünfte ein Sardonyx,
der sechste ein Sardion,
der siebte ein Chrysolith,
der achte ein Beryll,
der neunte ein Topas,
der zehnte ein Chrysopras,
der elfte ein Hyazinth,
der zwölfte ein Amethyst.
Die zwölf Tore sind zwölf Perlen;
jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle.
Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold,
wie aus klarem Glas.
Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt.
Denn der Herr, ihr Gott,
der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel,
er und das Lamm.
Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten.
Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie
und ihre Leuchte ist das Lamm.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält mein Wort.
Mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden bei ihm Wohnung nehmen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn jemand mich liebt,
wird er mein Wort halten;
mein Vater wird ihn lieben
und wir werden zu ihm kommen
und bei ihm Wohnung nehmen.
Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht.
Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir,
sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist,
den der Vater in meinem Namen senden wird,
der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Frieden hinterlasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch;
nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.
Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.
Ihr habt gehört,
dass ich zu euch sagte:
Ich gehe fort und komme wieder zu euch.
Wenn ihr mich liebtet,
würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe;
denn der Vater ist größer als ich.
Jetzt schon habe ich es euch gesagt,
bevor es geschieht,
damit ihr, wenn es geschieht,
zum Glauben kommt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die erste Generation der Christen brauchte großen Mut, als sie begannen, das Evangelium Jesu weiterzutragen. Auch heute baucht es Mut, in der gegenwärtigen Welt Christ zu sein. Die Gewissheit, dass Gott bei uns ist, mit uns geht, uns seinen Beistand gibt, macht Mut und gibt Hoffnung für die Zukunft.
"Nur Mut!" – wie gut wirkt in mir so ein Wort. Ich habe es von einem Lehrer einmal unter einer Klassenarbeit geschrieben bekommen. Das hat mich aufgebaut. Es hat mich motiviert weiterzumachen. Wie oft aber erleben Menschen anderes. Ihnen wird kein Mut gemacht. Denn sie haben kaum einen, der sie unterstützt. In manchen Situationen kommen wir an unsere Grenzen. Manche Anforderungen übersteigen unsere Fähigkeiten. Dann ist eines wichtig: sich umorientieren. Gott überfordert keinen Menschen. „Wen Gott beruft, den befähigt er auch!“ Wen Gott zu einem Amt beruft oder dazu, Priester zu werden, kann gewiss sein: Gott wird ihm oder ihr den nötigen Beistand geben.
"Nur Mut!" – das sagt mir auch das Evangelium von heute. Versetzen wir uns einmal in die Lage der Apostel und der jungen Kirche. Jesus verabschiedete sich gerade von ihnen. Die Jünger fragen sich: Wie wird es ohne Jesus wohl weitergehen? Welche Anforderungen werden da auf uns zukommen. Welche Zukunft haben wir? Dieselben Fragen haben auch die ersten Gemeinden bewegt. Oft waren sie verfolgt. Sie standen in heftiger Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, die den Weg Jesu oft ablehnte. Oft mussten die Christen und Christinnen sogar um ihr Leben bangen.
Schauen wir nun einmal in unsere Zeit. Der neue Papst Leo XIV. ist für sehr viele Christen und Christinnen ein Mann der Hoffnung. Auch ich bin sehr von ihm angetan. Sein Auftreten ermutigt mich für die Zukunft der Kirche, mehr noch für die Zukunft des Glaubens. Papst Leo warnte auch in seiner ersten Ansprache an die Kardinäle vor einem praktischen Atheismus. Bei einem derartigen Atheismus können Barmherzigkeit und Liebe zu den Nächsten verloren gehen. Ohne unseren Glauben an Jesus, an seine Worte und seine Liebe, wäre die Welt wesentlich kaltherziger und unmenschlicher. Papst Leo teilt die große Sorge, dass der Glaube immer mehr schwindet. Das kann für uns, die wir uns zu Jesus bekennen, große Folgen haben. Wir kommen immer mehr in der Minderheit. Werden wir hier in Westeuropa noch wahrgenommen oder gar ernstgenommen? Kann es sein, dass der Glaube immer mehr schwindet. Freilich sieht die Lage in den Kirchen in Asien anders aus. In vielen Teilen scheint sie hier aufzublühen. Doch auch sie müssen mit Anfechtung und Verfolgung rechnen.
Die Worte von Jesus aber lassen uns dennoch zuversichtlich sein. Denn heute sagt uns Jesus zu: Ich bin bei euch. Wer sein Leben darauf aufbaut, dass er oder sie ihn liebt, wer fest glaubt, dass er von Gott geliebt ist, braucht sein Leben und seine Schwierigkeiten nicht allein zu meistern. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist. „Mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen!“ Wir werden immer mehr erfüllt sein von Gott.
In allem, was uns belastet und auch bedrängt, dürfen wir glauben: Wir haben einen Beistand. Wir haben den Heiligen Geist. Der Beistand, so sagt Jesus, wird uns an alles erinnern, was Jesus uns gesagt hat. Das Erinnern, von dem Jesus sprach bedeutet mehr als ein Nicht Vergessen oder etwas ins Gedächtnis zu rufen. Es bedeutet, dass der Heilige Geist unseren Glauben stärkt, unsere neuen inneren Haltungen verstärkt. Es ist die Haltung der Liebe. Jesus wird uns nicht allein lassen. Jesus ist auf eine andere Weise da.
Die Kirche, die Gemeinschaft aller Lebenden, die an Jesus glauben, die Gemeinschaft aller Getauften und auch Gefirmten ist mehr als nur ein Verein. Es braucht selbstverständlich in ihr verschiedene Ämter und Dienste. Doch in erster Linie wirkt der Heilige Geist. Weil Gottes Geist wirkt, darum haben der Glaube und die Kirche Zukunft.
Sicher bewegen uns Sorgen und Fragen. Es ist dringend notwendig, dass wir uns gemeinsam Gedanken machen über die Zukunft der Kirche. „Herr, es ist deine Kirche!“ können wir beten. Die Apostelgeschichte beschreibt uns, dass auch die ersten Christen ihre Fragen und Probleme hatten. Sollen sich die, die nicht jüdischer Herkunft waren, beschneiden lassen oder nicht? Nach langem und gemeinsamem Ringen kamen die Väter zu dem Ergebnis, dass das nicht nötig sei; nur Götzenopferfleisch sollte niemand nehmen.
Wo in Fragen nach Lösungen gesucht werden, und dieses im gegenseitigen Hören geschieht, dort entsteht Frieden, wie Jesus ihn hinterlässt. Unter "Frieden, den Jesus uns hinterlassen will", ist mehr zu verstehen, als dass die Waffen schweigen. Es ist ein Friede, der von einem tiefen Respekt vor einander geprägt ist, davon, dass sich die Menschen einander als Schwestern und Brüder, als Töchter und Söhne des Vaters ansehen. Ich würde mir für mich persönlich wünschen, diesen Frieden im eigenen Herzen zu tragen. Nur so kann ich selbst den Frieden bewahren, wenn ich bedrängt und verfolgt werde oder in einer Situation lebe, die von Unfrieden, von Hass und Streit bestimmt ist.
Weil Gottes Liebe in der Kirche wirkt, darum sagt uns das Evangelium: „Nur Mut!“ Gehen wir unseren Weg als glaubende Menschen! Wir leben in einer Situation, die uns herausfordert, weil der Glaube immer mehr zu schwinden scheint, weil Millionen von Menschen ihre Kraft aus anderen Quellen zu schöpfen suchen, darum fordert unser Glaube auch heraus. Je mehr unser Mut herausgefordert ist, umso mehr dürfen wir auch auf Gott vertrauen, "der in uns wohnen wird", wie Jesus es gesagt hat.
Wenn wir auf Jesus bauen, brauchen wir nicht zu verzagen. Wir haben eine Zukunft. Sie ist in der Offenbarung sehr schön beschrieben. Johannes sieht die Stadt Gottes. Johannes sieht die Herrlichkeit Gottes, die Kraft und die Liebe Gottes. Diese Stadt braucht keinen Tempel. Denn Gott ist in ihrer Mitte. Gott und das Lamm sind die Mitte. Das Lamm ist Jesus. Gott ist auch in unsrer Mitte. Gott ist unsere Zukunft.
Wir dürfen Mut haben. Leben wir entschlossen und mutig als Christinnen und Christen in der Welt, auf diese Zukunft hin, weil wir in Gottes Liebe leben!
Die biblischen Texte zwischen Ostern und Pfingsten erzählen von der Ausbreitung des Evangeliums und den Schwierigkeiten, auf die die junge Kirche nun stößt. Wie können Menschen mit anderen Lebensgewohnheiten in die Gemeinde intergiert werden? Bis heute eine Herausforderung. Der Bericht vom ersten Konzil der Kirche zeigt, wie auch das gelingen kann.
Obwohl wir in unserer Zeit und Welt mit einem Übermaß an Konflikten konfrontiert sind, habe ich mich entschlossen, heute nicht zum Evangelium Stellung zu nehmen, sondern mir die in der 1. Lesung beschriebene Auseinandersetzung innerhalb der ersten Gemeinschaften der Jesusnachfolger näher anzuschauen. Diesem Zwist liegt offenbar ein Schema zugrunde, das die Basis aller menschlichen Konflikte bildet. Daraus schließe ich, dass die nähere Betrachtung der Erzählung uns allen zum Heilmittel werden kann.
Der Zwist ergibt sich aus der menschlichen Schwäche, andere Menschen in ihrem Anderssein, in all ihren Besonderheiten gänzlich liebend nur mühsam annehmen zu können. Aber so ist Jesu Gebot der Nächstenliebe zu interpretieren, wenn wir an seine Worte, die am vergangenen Sonntag vorgetragen wurden, denken: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ – ohne Bedingung!
Dieser Problemhintergrund findet sich hinter fast jedem politischen, gesellschaftlichen und privaten Konflikt. Aber es gibt viele unterschiedliche Wege dieser Problematik zu begegnen.
Am beliebtesten ist die Variante, mir den anderen gleicher und damit akzeptabler zu machen, indem ich die Regeln des Zusammenlebens so verändere, dass der andere sich verändern muss, weil ich "richtig" bin.
So ist es in Antiochia passiert. Die jüdischen Mitglieder der neuen Gemeinschaft verlangten von den nichtjüdischen, sich beschneiden zu lassen. Für sie, die ja schon vor ihrem Bekenntnis zu Jesus Christus JHWH-gläubige Menschen waren, war die Beschneidung ein wichtiges Merkmal ihrer Gottesbeziehung. Diese bildete die Grundlage ihrer Identität als Menschen, die an den einen Gott glauben, auch wenn dieser für eine gewisse Zeit in Jesus unter den Menschen gelebt hat, gestorben und auferstanden ist und nun als Erlöser für die Welt zur Rechten Gottes sitzt.
Die Nichtjuden jedoch konnten sich auf Jesu Versprechen berufen, dass ein Leben in seinem Geist genüge, um gerettet zu werden. Er hat ihnen ja in der Taufe zugesagt, dass sie, so wie sie sind, Gottes geliebte Kinder seien. Der Streit war also vorprogrammiert. Denn die Mehrzahl der Menschen hasst Veränderungen.
In der gegenwärtigen Welt können wir Ähnliches entdecken. Da gibt es Politiker, denen die Andersartigkeit eines Nachbarlandes genügt, um dieses mittels Bomben auf das Niveau des eigenen Volkes zurückzuentwickeln. Da gibt es Präsidenten von ehemaligen Vorzeigedemokratien, die jenen Teilen ihrer Bevölkerung, die sich von ihnen in Hautfarbe, Bankkonto oder Geschlecht unterscheiden grundlegende Freiheitsrechte absprechen. Da gibt es gesellschaftliche Strömungen, die sich anmaßen, wieder zwischen wertvollem und unwertem menschlichem Leben zu unterschieden. U.v.a.m.
Auch im zwischenmenschlichen Umgang sind oft ähnliche Muster zu erkennen.
Deshalb wollen wir gemeinsam schauen, wie es den Jüngern Jesu gelingt, ihren ersten großen innergemeinschaftlichen Konflikt nicht eskalieren lassen.
Zunächst begreifen sie, dass sie den Konflikt allein nicht lösen können. Sie wenden sich also in dieser Streitfrage an die Apostel und Ältesten in Jerusalem. Wir können daraus lernen, über Streitfragen mit neutralen Personen zu sprechen, kann helfen. Ehrliche Kommunikation führt immer zu neuer Kommunion, also neuer Gemeinschaft.
Zunächst gibt es eine lange Diskussion über die vorgebrachte Streitfrage. Dann nimmt Petrus Stellung und bestätigt die Nichtjuden in ihrer Ansicht, dass Gott keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden macht. Gott hat schon entschieden, denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Er glaubt, dass sie durch die Gnade Jesu des Herrn gerettet werden, auf die gleiche Weise wie die Juden.
Nun wird es still im Saal. So ein klares Bekenntnis der Gleichheit zwischen Juden und Nichtjuden überrascht und ist für jüdische Ohren schwer erträglich. Danach berichten Paulus und Barnabas von den Wundern, die sie mit Gottes Hilfe bei den Nichtjuden vollbracht haben.
Nun meldet sich auch Jakobus, der Bruder Jesu und Vorstand der Jerusalemer Gemeinde zu Wort. Er zitiert den Propheten Amos mit den Worten: "Ich werde die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten, damit auch die übrigen Menschen den Herrn suchen“.
Aus diesem Zitat erschließt sich eine judengefällige Reihenfolge. Gott rettet zuerst sein jüdisches Volk und danach alle anderen. Auf diesen Kompromiss können sich auch die Juden einlassen. Sie akzeptieren, dass jenen Nichtjuden, die sich zu Gott bekennen, keine zusätzliche Last aufzubürden ist. Lediglich vier Mindestvorschriften sollen eingehalten werden, um das Zusammenleben zu erleichtern: Kein Verzehr von Fleisch, das fremden Göttern geopfert wurde, keine Ehen mit Verwandten, kein Genuss von Blut oder Fleisch ungeschächteter Tiere.
Ringen um Akzeptanz des Kompromisses
Der für manche immer noch schwer verdauliche Kompromiss wird noch niedergeschrieben und den Männern aus Antiochia auf ihre Heimreise mitgegeben. Dass sie von einer stattlichen Anzahl von Ehrenmännern begleitet werden, ist ein Hinweis, dass es schwierig werden würde, den gefundenen Kompromiss auch den zu Hause gebliebenen Menschen schmackhaft zu machen.
So konnten Jesusnachfolger jüdischer und heidnischer Herkunft weiter gemeinsam die Sache Jesu weitertragen und eine Spaltung der jungen Gemeinschaft zunächst vermieden werden. Im Laufe der langen Geschichte des Christentums kam es dennoch immer wieder zu Spaltungen, vor allem dann, wenn das nötige Gespräch verweigert wurde.
Das Schreiben an die Gemeinde in Antiochia begann mit den Worten „Der Heilige Geist und wir haben beschlossen euch keine weiteren Lasten aufzuerlegen“. Die Botschaft an uns will wohl sein, Streitigkeiten gemeinsam im Licht des Geistes Gottes zu betrachten, dann wird sich ein gangbarer Kompromiss herauskristallisieren.
Die Abschiedsreden Jesu geben den Jüngern nicht nur Anweisungen, wie sie sein Erbe weiterführen können, sondern geben auch das nötige Rüstzeug dafür und machen Mut für die Zukunft. Der Heilige Geist, sein Geist wird sie leiten.
Im Evangelium hörten wir einen Ausschnitt auf der Abschiedsrede Jesu. Er deutet schon seine Himmelfahrt und auch auf Pfingsten an. Das dominanteste Wort darin ist "Liebe". In ihr begründet Jesus alles Folgende. Er fordert die Jünger auf, seine Worte zu behalten und zu befolgen; aus Liebe zu ihm. Und er sagt uns, dass auch er den Willen des Vaters aus Liebe erfüllt. Liebe verbindet Gott Vater und den Sohn. Auch uns verbindet die Liebe zu Jesus mit Gott. Es ist sehr erfüllend und ergibt eine besondere Nähe, sich mit Menschen aber auch mit Jesus tief verbunden zu wissen.
Jesus spricht in seiner Abschiedsrede auch vom Heiligen Geist, der den Aposteln helfen soll, seine Worte und den Willen des Vaters in die jeweilige Zeit hinein zu deuten und zu erfüllen. Die Worte Gottes in die Zeit hinein zu deuten, irritiert viele Menschen. Sie fragen: „Sind nicht das Gottes Wort und die 10 Gebote allzeit gültig?“
Jesus hat uns im Gleichnis von der Frau, die gesteinigt werden sollte und in vielen anderen Gleichnissen gelehrt, dass nicht alles so einfach zu beurteilen ist und auf keinen Fall zu verurteilen ist. Auch in der jungen Kirche sind Fragen aufgetaucht, die es zu klären gab. Zum Beispiel, den Mitbrüdern und Mitschwestern aus anderen Religionen keine weiteren Lasten aufzuerlegen, obwohl das Gesetz der Juden klare Vorschriften hat. Diese Frage wurde in Gemeinschaft gelöst.
Auch heute gibt es immer neue Fragen, die für einen gläubigen Menschen und für die Kirche auftreten. Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, hat nichts mit Unglauben und Abweichen von der Überlieferung zu tun, sondern dient zu einem glaubwürdigen Leben aus dem Glauben. Jesus war sich dessen offenbar bewusst. Er tröstet uns und sagt: "Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht…"
Eine Redeweise behauptet: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden und verstanden ist nicht getan. Oder ganz praktisch ausgedrückt: jeder von ihnen, liebe Gottesdienstbesucher, hört, versteht und interpretiert meine Worte in der Predigt unterschiedlich.
Es liegt im Kern unseres Glaubens, dass wir das Evangelium deuten dürfen. Wir feiern zweimal im Jahr einen Neuanfang, zu Weihnachten und zu Ostern und wir feiern in jeder Eucharistiefeier eine Wandlung. Das sichert die Lebendigkeit, es heißt ja auch „der Geist, der uns lebendig macht“. Er lässt uns nicht erstarren.
Doch wie können wir erkennen, was der Heilige Geist uns sagen will? Denn es gibt neben dem Heiligen Geist auch den Zeitgeist und den Ungeist. Oder salopp ausgedrückt: nicht hinter jedem Vogel steckt der Hl. Geist. Die Voraussetzungen für das Wirken des Heiligen Geistes sind ein offenes Ohr, ein offener Verstand, offene Augen, ein offenes Herz und bereite Hände.
Wir können geistgemäß leben,
- indem wir Achtung vor allem Lebendigen haben,
- wenn wir Anderem Raum geben, und uns selbst zurücknehmen zugunsten der freien Entfaltung anderer.
- Ein geistlicher Mensch ist ein Mensch, der gerne mit anderen in Kontakt ist und der sich fragt: „Dient meine Entscheidung der Gemeinschaft oder dem Egoismus?“
- Geistgemäß leben können wir, indem wir offen sind und uns dem Anderen aussetzen.
Die Bibel erzählt uns: Der Hl. Geist ist dann in Erscheinung getreten, wenn Menschen in Gemeinschaft waren, zum Beispiel am Pfingstfest oder beim ersten Konzil der Kirchen, auf dem Apostelkonzil. Ich kann darin einen Synodalen Prozess erkennen: im miteinander abwägen, erörtern und zu neuen Wegen zu finden. Das hat uns auch unser verstorbener Papst Franziskus vorgelebt.
Der Heilige Geist schwindet, wenn einer selbst alles am besten weiß. Die selbstherrlichen Diktatoren unserer Zeit sind uns eine Warnung.
Eine Zusage Jesus die viele von uns nur ganz schwer verstehen können in einer Zeit der Kriege und des Hasses, ist die Zusage des Friedens: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch…" Meine/unsere Ratlosigkeit und Hilflosigkeit diesbezüglich motiviert mich, im eigenen Herzen den Frieden zu leben und diesen Frieden auch weiterzugeben.
Die biblischen Lesungen des Sonntags vor der Christi Himmelfahrt werfen bereits ihren Blick auf die Entwicklung der Kirche auf die Zeit danach. Da tauchen bald die ersten großen Konflikte auf. Die Verheißung Jesu gibt aber Zuversicht, dass wir die Auseinandersetzung in Frieden bewältigen können.
Wir befinden uns politisch wie auch kirchlich in einer Zeit der Neuorientierung. Nichts scheint mehr so zu sein wie früher, Abschied von liebgewordenen Traditionen, Bräuchen, Durchmischung verschiedener Kulturen. Das geht hinein bis in unsere Gemeinden, bis in unsere Lebensumgebung. Das betraf nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu auch die jungen Gemeinden, die sich allmählich konstituieren müssen. Sie bedrängte vor allem die Frage, wie man mit Menschen, die an andere Götter glaubten, umgehen muss. Müssen sie zuerst Juden werden, um dann Christen sein zu können? Geht das nur über die Beschneidung und die Einhaltung der jüdischen Gesetze? Wie sieht das mit dem Umgang der sogenannten „reinen Speisen“, die im täglichen Leben der Juden eine wichtige Rolle spielten, aus? Wie geht man mit den vielen Nichtjuden, die zum Glauben finden, um? All diese Fragen sorgten für heftigem Diskussionsstoff, mit viel Emotionen aufgekocht. Sind das „Zulassungsbedingungen“?.
Das haben wir heute genauso. Dürfen Geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion gehen? Wie sieht unser Umgang mit Homosexuellen aus? Soll gleichgeschlechtlichen Paaren eine sakramentale Ehe erlaubt werden? Wie sieht das Verhältnis zu den anderen christlichen Konfessionen aus? Sollen wir Zulassungsbedingungen zum gemeinsamen eucharistischen Mahl ändern? Dürfen Frauen zur Diakonweihe zugelassen werden? All diese Fragen sind verbunden mit der Sorge um Identitätsverlust der einzelnen Konfessionen. Manchmal spielen auch nationale Probleme in diese Glaubensfragen hinein.
So hat jede Zeit, jede Gesellschaft, jede Gemeinde ihre Problemkreise, ihre Aufgaben und Herausforderungen, die es zu lösen gilt; aber immer im Licht des Evangeliums und mit Hilfe des Heiligen Geistes.
So gibt es auch in der Apostelgeschichte einen Konzilsbeschluss, der ausgehend von der Gemeinde in Jerusalem weitergegeben werden soll, an die anderen christlichen Gemeinden: „Der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.“ (Apg 15,28).
Man sollte meinen, jetzt wäre nach ausgiebigen Diskussionen diese richtungsweisende Frage gelöst, um Menschen, die zum Glauben finden wollen, die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft ohne weitere Belastungen zu ermöglichen. Damit wäre als erster Schritt die Taufe als Eingliederung der Nichtjuden in die christliche Gemeinschaft in einfacher Weise möglich.
In Antiochia gab es danach noch eine heftige Auseinandersetzung. In Gal 2,11-14 berichtet Paulus, wie er dem Petrus wegen der Tischgemeinschaft von Juden und Heidenchristen ins Angesicht widersprochen hat. Petrus hatte mit Heiden gegessen und sah kein Problem darin. Als aber um die Reinheit der Speisen ein Streit ausbrach, fuhr Petrus einen Zick-Zack-Kurs. Paulus warf ihm daraufhin Heuchelei vor. Petrus hatte Angst vor den gesetzestreuen Gemeindemitgliedern, die sich mit dem Beschluss des Apostelkonzils in Jerusalem nicht wirklich abfinden wollten. Sie machten ihm den Vorwurf, unreine Speisen mit diesen Heiden zu sich zu nehmen. Petrus erhielt in einer Vision (Apg 11,1-18) „Nachhilfeunterricht“. „Was Gott für rein erklärt hat, nenne du nicht unrein!“.
Diese Lesung aus der Apostelgeschichte an diesem Sonntag informiert leider nur wenig über die Hintergründe des Geschehens und sagt auch nicht viel über die Verantwortungsträger. Jakobus, ein äußerst gesetzestreuer Jünger und Verwandter Jesu, hat offenbar größte Schwierigkeiten, diesen Beschluss „Der Heilige Geist und wir…“ anzuerkennen. Wir haben es mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten zu tun: einem zukunftsorientierten Paulus und Barnabas; beide verbreiten das Evangelium unter Juden und Nichtjuden; einem wankelmütigen Petrus, der sich seiner Sache nicht sicher scheint und Jakobus, der die Gemeinde in Jerusalem leitet.
Die Verheißung Jesu in seiner Abschiedsrede „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh 14,26) wird hier zu einer konkreten Herausforderung.
Weiters heißt es dort: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“ (Joh 14,27). Dieser Friede kann nur im geduldigen Dialog erreicht werden, nicht mit Denkverboten oder anderen Gewaltmaßnahmen, auch nicht mit einer Berufung auf Amtsautorität. Wir werden sehen, wie das auch künftig einigermaßen gelingen kann und wird. Friede ist auch in der Kirche nicht mit Ausschlussdrohungen zu machen. Der Heilige Geist, auf den wir hoffen, wird uns tiefe Ängste, Verzweiflung, Unsicherheit nehmen, wenn wir ihn von den Gemeinden hinauf bis in die Führungsebenen wirken lassen.
Jesus hat seine Jünger in Abschiedsreden auf die Zeit vorbereitet, in der er nicht mehr in leibhafter Weise unter ihnen anwesend sein wird. Die Regeln für diese Zeit sind ganz einfach. Die Jünger sollen an seinen Worten festhalten und sie in seinem Sinn anwenden. Der Heilige Geist wird sie dabei lehren und leiten.
Mich erstaunte, dass für die Eröffnung der Wiener Festwochen 2022 ein so uraltes Menschheitsthema aufgegriffen wurde, das man normalerweise den Religionen und auch dort eher religiösen Randgruppen überlässt: „Last Night on Earth“ lautete der Titel der Eröffnungsveranstaltung auf dem Wiener Rathausplatz. Angesichts der todernsten weltweiten Klimakrise, der immer noch nicht endenden Pandemie und der unerwartet aufgeflammten Kriegslustangst gelang es dem Eröffnungsspektakel, aktuelle Befindlichkeiten aufzugreifen.
Die Bedrohung, dass heute der letzte Tag des Menschen sein könnte, ist so selbstverständlich gegenwärtig, dass wir sie normalerweise gar nicht mehr wahrnehmen. Heute könnte der letzte Tag für mich persönlich sein, für ein ganzes Volk oder gar für die ganze menschliche Zivilisation. In jeder Epoche unserer Geschichte war dies einigen Menschen bewusst. Manche von ihnen haben apokalyptische Szenarien und Fantasien entworfen, erzählt und niedergeschrieben, um ihre Zeitgenossen wachzurütteln. Sogar in die Heiligen Schriften hat diese Literaturgattung Eingang gefunden. In 1 Punkt jedoch unterscheiden sich die biblischen apokalyptischen Texte von der außerbiblischen Schriften. Die biblischen Varianten spekulieren nicht nur über das Ende der Menschheit, sondern immer auf über einen Neuanfang. In die Bibel haben nur Texte Eingang gefunden, die den Lesern auch Hoffnungstüren öffneten.
Das vorletzte Kapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes, dem die heutige zweite Lesung entnommen ist, sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde kommen mit einem neuen Jerusalem als Zentrum dieser neuen Welt. Diese neue Stadt ist so sehr von der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes erfüllt, dass sie keinen Tempel mehr braucht.
Getragen sind diese Hoffnungsbilder von der Jüdisch-christlichen Überzeugung, dass ein liebender Gott die Welt, in der wir leben, hervorgerufen hat und dass dieser liebende Gott seine Schöpfung nicht vergehen lässt, auch wenn zerstörende Kräfte sie in den Untergang führen.
Danken wir Gott, dass das drohende Ende bisher noch nicht eingetreten ist. Diese Tatsache verführt viele Menschen dazu, das Bedrohliche nicht ernst genug zu nehmen. "Es wird schon nicht so schlimm werden", hoffen viele.
Im Evangelium dieses Sonntags, es ist den Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium entnommen, gibt Jesus seinen Jüngern Anweisungen, wie sie das Leben bis zu seinem Wiederkommen gestalten sollen. Schlicht und einfach sollen wir an dem, was er uns gesagt hat, festhalten. Alles andere wird uns der Heilige Geist lehren und sagen. Wir sollen uns nicht beunruhigen und nicht verzagen.
Die Worte Jesu sind Beruhigung und Herausforderung zugleich. Beruhigung und Trost, weil er uns zusichert, dass er da ist, bei uns ist, auch wenn er zu seinem Vater zurückkehrt. Wir können uns seiner Gegenwart gewiss sein, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind. Wir zelebrieren seine Gegenwart, wenn wir Eucharistie feiern. Er ist gegenwärtig, wenn wir einander dienend und helfend in Notsituationen beistehen.
An seinem Wort festzuhalten ist aber auch eine große Herausforderung. Seine Worte sind nicht Anordnungen, die es auszuführen gilt, sondern Rat und Hilfe für unseren Weg. Wir müssen immer neu über sie nachdenken und sie für unsere gegenwärtige Situation erschließen. Wir brauchen seinen Geist, dass wir sie verstehen und für uns nutzbar machen können.
In der ersten Lesung hörten wir, wie die Christen im ersten Jahrhundert ihre größte Krise seit dem Tod Jesu gelöst haben. Die Frage, wie Menschen aus nichtjüdischen Kulturen, die den Glauben an Jesus Christus angenommen hatten, integriert werden können, drohte die junge Gemeinschaft zu zerreißen. Auf dem sog. Apostelkonzil in Jerusalem hat man diese Frage diskutiert, sich im wahrsten Sinn des Wortes zusammengestritten und beschlossen, dass man von den Neuen nichts anderes verlangen wolle, als dass sie nicht an heidnischen Opfermählern teilnehmen, einige wenige jüdische Speiseregeln einhalten und nicht an heidnischen Kultveranstaltungen mitmachen, die in den Augen der Juden als unzüchtig galten. Besiegelt wird diese Entscheidung der Apostel mit dem Satz". "Der Heilige Geist und wir haben beschlossen…" Die Jünger Jesu, die ihn noch persönlich erlebt und seine Worte noch im Ohr hatten, sind zum Schluss gekommen, dass dies im Geiste Jesu der richtige Weg für die Kirche sei.
Gewiss, die strittigen Fragen der Kirche unserer Zeit sind noch vielfältiger und komplexer. Aber nach den Worten Jesu dürfen wir darauf vertrauen, dass wir sie gemeinsam gut lösen können, wenn wir auf das von ihm Gesagte hören und in seinem Geist zu verstehen suchen.
Die Entscheidungsfindung des Apostelkonzils in der Frage, wie weit zu Christen gewordene Nichtjuden die jüdischen Gebote halten müssen, kann als beispielhaft gelten, wie offen und sachlich miteinander geredet werden muss und wie Mehrheiten mit Minderheiten um der Einheit willen umgehen müssen. Das Evangelium ruft in Erinnerung, dass Einheit aus der Liebe zu Gott entsteht und das Hören des Wortes Gottes und das danach Handeln voraussetzt.
Heute ist Wahltag. Europa wählt ein neues Parlament, in dem in den nächsten fünf Jahren alle für Europa wichtigen Fragen besprochen werden sollen. Wir können stolz darauf sein, dass wir diese Einrichtung haben. Europa ist vielfältig. Wir haben eine Vielfalt von Kulturen und Traditionen. Das ist unser Reichtum. Gerade deshalb brauchen wir auch eine gemeinsame Basis und gemeinsame Ziele für ein gutes Miteinander. Darüber muss geredet werden. Es genügt nicht, dass allein unsere Regierenden darüber reden. Es gilt immer wieder einen für alle Mitglieder gangbaren Weg zu finden, der von möglichst vielen Bürgern mitgetragen werden kann.
In der ersten Lesung haben wir vom ersten großen Konflikt in der Kirche gehört und wie er auf dem sogenannten Apostelkonzil, dem ersten Konzil der Kirche, gelöst worden ist. Juden, die Anhänger Jesu geworden sind, stellten sich christliches Leben anders vor als jene, die aus anderen Kulturen zum Glauben an Jesus gekommen waren. Im syrischen Antiochien war der Streit besonders heftig. Hier gab es besonders viele Nichtjuden, die durch ihren Kontakt mit der dortigen jüdischen Gemeinde und durch die Predigt des Paulus und Barnabas Christen geworden sind. Die Gemeinde schickte eine Abordnung nach Jerusalem, um dort eine Entscheidung der maßgeblichen Apostel einzuholen. In Jerusalem kochte der Streit noch heftiger auf, da dort jüdische Christen in der Mehrheit waren. Leider ist in der liturgischen Lesung wohl aus Gründen der Länge der Bericht von der Heftigkeit des Streites weggelassen worden. Dadurch entsteht der Eindruck, es gehe auch ohne Auseinandersetzung und es genüge, wenn die zuständigen Apostel ein Machtwort sprechen.
Es ist wichtig, dass Menschen über Fragen, die alle betreffen, miteinander reden, nötigenfalls auch streiten, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Das gilt für die Kirche heute wie auch für die Politik. Auch auf die Gefahr hin, dass es einigen mehr ums Streiten und um Machtausübung geht, braucht es eine sachliche Auseinandersetzung. Dies ist besonders wichtig, wenn es um Fragen geht, die Minderheiten härter treffen als die Mehrheit, die geneigt ist, sich über Minderheiten hinwegzusetzen.
Es darf angenommen werden, dass damals in Jerusalem die Judenchristen zahlenmäßig in der Mehrheit waren. Für die Entscheidung hat schließlich ein theologisches Argument den Ausschlag gegeben: Gerettet werden wir nicht durch ein korrektes Befolgen der traditionellen Gesetze, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, der uns mit Gott versöhnt hat. Erst als dies in der Diskussion klar hervorgetreten ist, haben die Apostel die Entscheidung getroffen, dass die neu bekehrten Nichtjuden nicht die jüdischen Gesetze halten müssen, dass sie aber ihre jüdischen Mitchristen nicht durch Verhaltensweisen provozieren sollten, die für sie anstößig sein mussten. Um der Einheit willen war es wichtig, dass man offen miteinander redete, sachlich diskutierte und schließlich auch die Bereitschaft zeigte, auf einander Rücksicht zu nehmen.
Im Evangelium haben wir einen Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu gelesen. Darin zeigt er sich um die Einheit unter den Jüngern besorgt. Er stellt ihnen seine innige Einigkeit mit dem Vater und dem Heiligen Geist vor Augen. Einheit und Einigkeit kommen von Gott her. Wer mit Jesus eins ist und Einigkeit sucht, wird auch mit dem Vater und dem Heiligen Geist eins sein. Er wird an seinen Worten festhalten und nach seinen Worten leben.
Ein Eigenheit des Zuhörens ist, dass jeder den Redenden auf seine Weise hört und versteht. Auch die Jünger Jesus hatten in vielen Fragen Diskussionsbedarf und mussten nach seiner Himmelfahrt klären, was Jesus wirklich gesagt hat. Und manche Fragen, wie z.B. die nach der Beschneidung und dem Halten der jüdischen Gesetze haben sich erst später gestellt. Wahrheits- und Konsensfindung setzen aufrichtiges auf einander Hinhören und ein Ringen um ein klares Verständnis der Sachlage voraus. Es geht dabei um mehr als um Mehrheitsfindung.
Wer Jesus liebt, ist herausgefordert, so wie er auf die Menschen zuzugehen, den Nächsten verstehen zu wollen und mit ihm einen gemeinsamen Weg zu finden, der für alle gut ist. Ähnlich wie in der Politik sind wir in den theologischen Diskussionen versucht, einander auszutricksen und die Kompetenz abzusprechen und so die eigene Meinung durchzusetzen. In Liebe zu Gott und zu einander einen guten gemeinsamen Weg zu finden und diesen dann zu akzeptieren, ist Anspruch der Frohen Botschaft.
Wie Gott nach der Tradition des Judentums mitten in seinem Volk wohnt und gegenwärtig ist – der Tempel- und auch der Synagogenkult bringen das zum Ausdruck – wohnt er nach den Worten Jesu in denen, die ihn und den Vater lieben und sein Wort halten. De Heilige Geist hält das Wort Gottes in uns lebendig.
Die Juden unterschieden sich von ihren Nachbarvölkern, die anderen Religionen anhingen, in drei wesentlichen Punkten: Sie verehrten einzig und allein Jahwe als Gott, neben dem es für sie keine weiteren Götter gab. Von diesem Gott, den sie sehr bewusst bildlich nicht darstellten, wussten sie sich getragen, geliebt und beschützt. Und schließlich war Jahwe ihnen nicht ein ferner Gott, weit weg von ihnen in einem für Menschen nicht betretbaren Bereich, wie er für die Götter vorgesehen war. Nach jüdischem Denken und in ihren Vorstellungen lebte ihr Gott unsichtbar mitten unter ihnen.
Diese Glaubensvorstellung veranlasste die Israeliten, ein heiliges Zelt zu errichten, in dessen Mitte die Bundeslade stand. Sie enthielt die zwei Tafeln mit den Zehn Geboten, den Weisungen Jahwes an sein Volk. Moses hatte sie im Auftrag Gottes niedergeschrieben. Auf der Bundeslade befanden sich anbetende Cherubim-Gestalten. In ihrer Mitte stellte man sich Jahwe gegenwärtig vor. Also: Die Weisungen Gottes, niedergeschrieben in den Zehn Geboten, und Gottes Anwesenheit im Volk bildeten nach jüdischen Vorstellungen eine untrennbare Einheit. Das heilige Zelt, das auf dem Weg durch die Wüste mitgenommen werden konnte, wurde nach dem Sesshaftwerden des Volkes durch den Tempel in Jerusalem ersetzt.
Vor dem Hintergrund dieses jüdischen Denkens, dass die Weisungen Gottes und seine Gegenwart eine Einheit bilden, spricht Jesus die Worte zu den Jüngern, wie wir sie eben im Evangelium gehört haben. Dabei betont Jesus: Wer mich liebt, der hält sich auch an das, was ich euch überliefert und verkündet habe. Es betrifft das, was Gott sich von den Menschen wünscht: ein Leben in Ausrichtung auf Gottes Willen. In seiner Verkündigung und der Vermittlung des Willens Gottes ist Jesus ein zweiter Moses, der nicht in Stein gehauen, sondern in Worten Gottes Willen und Gebote unter die Menschen bringt.
Und ein Zweitens betont Jesus: Wo ein echtes Liebesverhältnis zu ihm und dem Vater im Himmel angestrebt und gelebt wird, werden der Vater und er Wohnung beim Betreffenden nehmen. Hier wird auf das heilige Zelt zurückgegriffen, wo in den Glaubensvorstellungen der Juden die niedergelegten Gebote Gottes und seine unmittelbare Anwesenheit eine untrennbare Einheit bildeten. Jesus verdeutlicht das Bild für den Betrachter, indem er erklärt: Das Wohnen Gottes unter den Gläubigen, die seine Gebote achten, ist nicht nur ein allgemeines Dasein Gottes unter den ihm zugewandten Gläubigen. Die Verbindung zu ihm ist viel enger. Wo ein Mensch sich auf ihn ausrichtet, dort nimmt Gott ganz persönlich in ihm Wohnung.
Diese enge Verbindung zu Gott – das sei erwähnt und bedacht – entfernt nicht von vornherein gleich alle Mühen und Drangsale im menschlichen Leben. Das traf nicht einmal auf Jesus, den außergewöhnlichen Menschen, zu. Aber diese Verbindung ist Licht und gibt vor allem Kraft, das Leben mit Gottes Hilfe in guter Weise zu meistern.
Jesus spricht sodann das Wirken des Hl. Geistes an. Dieser übernimmt die Aufgabe, an Jesu statt uns an das zu erinnern, was Jesus gesagt und verkündet hat. Der Hl. Geist überbringt keine neue Lehre oder eine Erweiterung dessen, was Jesus verkündete. Er erinnert an Jesu Worte und sein beispielhaftes Verhalten. Auch Jesus hatte keine abweichende, neue Lehre gebracht. Er lebte die Zehn Gebote in vollkommener Weise, richtete sie, wo sie in der Praxis verbogen waren, neu und absolut auf die Liebe aus, also auf das, was Gott mit den Geboten bei den Menschen bewirken wollte. Der Hl. Geist, so will Jesus sagen, wird helfen, den Willen Gottes in den jeweiligen Situationen eindeutig zu erkennen und mit Hingabe auszuführen. Er wird und will davor bewahren, Gott und Jesus zu vergessen und dann von sich selbst eingenommen nach eigenem Gutdünken zu leben und zu handeln.
Allen, die sich durch den Hl. Geist geführt auf Jesu Worte und den Willen Gotte einlassen, verspricht Jesus: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch." Dieser Friede Jesu betrifft das Innere des Menschen. Jesus erlebt, dass er trotz seines Wohlwollens und seiner Liebe zu den Menschen angefeindet wird. Gegner stellen ihm nach, suchen ihn hereinzulegen, fügen ihm in ihrer Ablehnung Bitteres zu. Die Kraft, nicht zurückzuschlagen und sich zu rächen, erwächst Jesus aus seiner Verbundenheit mit dem Vater. In seiner Hand weiß sich Jesus aufgehoben und abgesichert. Darum hält er es durch, von der Liebe und dem Willen des Vaters nicht abzuweichen. Friede legt sich trotz aller Anfeindung in sein Herz, weil er – obwohl ganz Mensch und daher anfechtbar – felsenfest darauf vertraut, dass sein Weg eingehaltener Liebe beim Vater endet.
Dieses Vertrauen sollen die Jünger übernehmen. An ihm, Jesus, können sie ablesen und sich überzeugen, dass sein Verhalten das richtige Verhalten ist. Es geschah am Menschen Jesus, was das Gottesvolk Jahrhunderte zuvor immer wieder erlebt hatte: Gott lässt die, die auf ihn hören, an ihn glauben und sich mit ihm verbinden, nicht im Stich. Dieses Handeln wird Gott nie aufgeben, sondern ewig beibehalten, will Jesus den Jüngern vermitteln.
Gottes Worte im Herzen fest verankern, um sie zu befolgen, und sich der Gegenwart Gottes bei den Menschen gewiss sein, das bildet die Grundstruktur des alt- und neutestamentlichen Glaubens. Gott, der durch seine Gebote den Menschen die Richtung für gelingendes Leben aufweist, ist nicht fern, sondern allen nahe, die sich an seine Weisungen halten. Jesus betont: Was ich euch gesagt und gelehrt habe, habe ich nicht erdacht, stammt nicht aus meinem eigenen Denken, sondern sind die Weisungen des himmlischen Vaters an euch. Ich bin gesandt, euch seine Botschaft zu überbringen. Wer Gottes Willen achtet und sich an ihn hält, der soll wissen, dass Gott in ihm Wohnung nimmt. So nahe will Gott den Menschen sein.
In diesen Glauben und in dieses Gottvertrauen gilt es hineinzuwachsen: Schritt für Schritt. Es wird mehr und mehr gelingen, sofern wir Jesus lieben und immer wieder neu auf ihn hören.
Über der Abschiedsrede Jesu liegt Wehmut und Traurigkeit, obwohl Jesus zusagt, bei seinen Jüngern zu bleiben. Er verheißt den Heiligen Geist als Weggefährten, als Beistand, als Advokaten im Gericht.
Die Jünger erwarten zunächst ein irdisches Messiasreich. Der Tod Jesu am Kreuz macht diese Erwartung zunichte. Sie müssen lernen, dass Jesus sein Reich auf anderem Wege in die Welt bringen will, auf dem Weg der Liebe. Schon heute ist Christus gegenwärtig, wo Menschen seine Liebe leben.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 281: Also sprach bim Abendmahle Jesus als sein Testament
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist
GL 325: Bleibe bei uns, du Wanderer durch die Zeit
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christus
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (4. Str.)
GL 349: Komm. o Tröster, Heilger Geist
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern (3. Str.)
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 387: Gott ist gegenwärtig
GL 389: Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr (3. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg (2. Str.)
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 479: Eine große Stadt ersteht (zur 2. Lesung)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (1. und 6. Str.)
GL 485: O Jesu Christe wahres Licht
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 553: Jerusalem, du hochgebaute Stadt
GL 560,1: Christus Sieger, Christus König
Psalmen und Kehrverse:
GL 46: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. - Mit Psalm 67 - II.
GL 312,2: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. - Mit Psalm 104 (GL 645,3) - VII.
GL 629,5: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit. - Mit Phil 2,6-11 - VI.
GL 646,2: Den Geist seines Sohnes hat Gott in unser Herz gesandt. Halleluja, Halleluja - - Mit Psalm 104 (GL 645,3) - VII.
Wie wird es weitergehen mit der Kirche? Welche Zukunft hat sie? Diese Fragen treiben viele Schwestern und Brüder um. Wie wird es weitergehen, wenn Jesus auf andere Weise da ist, fragten sich die Jüngerinnen und Jünger Jesu. Die Apostelgeschichte führt uns dazu hin, in Streitfragen auf Gottes Geist zu hören. Das Buch der Offenbarungen macht uns Mut: Gott ist die Mitte unseres Lebens. Jesus lädt ein, an sein Wort, an seine Liebe festzuhalten.
Jesus ist die Mitte unserer Feier. Jesus ist unsere Zukunft. Halten wir uns an sein Wort und wachsen wir in der Liebe!
Grüßen wir Jesus im Kyrie:
Wir nähern uns dem Fest der Himmelfahrt Christi. Jesus hat seine Jünger auf die Zeit danach vorbereitet. Sie sollen nicht ohne Trost und ohne Führung sein. Vor allem sollen sie nicht den Ängsten der Menschen ausgeliefert sein, die auf sich allein gestellt sind und keine Hoffnung aus dem Glauben schöpfen können.
Mit seinen Worten und mit seiner Frohen Botschaft vom Reich Gottes gibt er auch uns Halt und Hoffnung.
Es gibt im jüdischen und christlichen Glauben eine Grundstruktur: Gott lieben und seine Weisungen achten. Jesus übernimmt sie für sich und lebt sie in Vollendung. Auch wenn wir an die Vollkommenheit Jesu nicht heranreichen, ruft er uns auf, mit aller uns verfügbaren Kraft ihn nachzuahmen und Gottes Weisungen zu folgen.
Da wir das wollen, bitten wir ihn:
Herr Jesus Christus,
der du uns das Wort Gottes immer wieder neu sagst, wenn wir an deinem Wort festhalten.
Zu dir rufen wir: Herr, erbarm dich!
Herr Jesus Christus,
der du uns Gottes Geisteskraft als Beistand schenkst und uns alles lehrst, wenn wir uns deinem Beistand nicht verschließen.
Zu dir rufen wir: Christus, erbarme dich!
Herr Jesus Christus,
der du zum Vater fortgehst, aber wieder zurückkommen wirst, um uns zu Gott zu führen.
Da unser Herz verzagt und unruhig ist,
rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist bei uns durch deine Worte,
die nicht an Kraft verlieren oder vergehen.
Herr, erbarme dich.
Du stehst uns bei durch den Heiligen Geist,
den du uns gesandt hast.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns deinen Frieden hinterlassen,
einen Frieden, den die Welt nicht geben kann.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast dich vom Vater in die Welt senden lassen,
damit wir sein ewiges Wort neu erkennen.
Herr, erbarme dich.
Du hast alle Mühen und alles Leid auf dich genommen,
damit wir mit dir auferstehen.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns den Hl. Geist zugesprochen,
damit wir getrost sein können.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du hast uns den Willen Gottes neu kundgetan.
Herr, erbarme dich.
In unseren Bemühungen um gelebten Glauben dürfen wir auf deine Hilfe und deinen Beistand bauen.
Christus, erbarme dich.
Nach einem Versagen entziehst du uns nicht deine Hilfe und deinen Beistand.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
laß uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Gott Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt.
Es macht das Leben reich,
es stiftet Frieden und Versöhnung.
Gib, dass wir es nicht achtlos überhören.
Mach uns aufnahmebereit.
Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 6
Guter Gott.
Durch deinen Sohn Jesus Christus
hast du begonnen,
unter uns Menschen
dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen.
Mach uns
zu einer offenen und brüderlichen Gemeinde.
Hilf uns, daß wir um seinetwillen
einander annehmen und zu verstehen suchen,
auch wo wir verschiedener Meinung sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 34
Jesus, du bist da,
du bist in unserer Mitte.
Du bist da durch deinen Heiligen Geist.
Du bist da durch deine Worte, die uns Mut machen.
Du bist das, wo Friede ist.
Du bist da, wenn wir einander in unseren verschiedenen Wegen achten.
Erfülle unsere Herzen mit Sehnsucht und Liebe,
dass wir immer nach dir suchen,
in Liebe zu dir, zu einander und zu uns selbst. - Amen.
Vater im Himmel,
manchmal wünschten wir,
auch zu uns käme ein Engel,
der uns entrückt auf einen hohen Berg stellt,
damit wir klarer sehen können,
was uns in der Botschaft und im Leben deines Sohnes geschenkt ist.
Wir bitten dich, öffne uns jetzt für alles,
was uns einen klaren Blick schenkt und mache uns bereit,
nach deinem Willen zu leben.
Das erbitten wir mit Christus, unseren Bruder und Herrn.
Herr Jesus Christus,
du bist fort, aber dennoch bei uns da.
Wir bitten dich:
Segne Papst Leo XIV in seiner Aufgabe, Brückenbauer zu sein und Frieden zu stiften.
Lass Fragen und Probleme in der Kirche im Geist der gegenseitigen Achtung diskutiert und gelöst werden.
Werde immer mehr die Mitte unseres Lebens sowohl in deiner Kirche wie auch im persönlichen Leben.
Hilf allen Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft, alle Kriege zu beenden und das Wohl der Menschen zu suchen.
Steh den jungen Menschen bei, die in diesen Tagen im Sakrament der Firmung den Heiligen Geist empfangen.
Sei denen nahe, deren Glaubensleben und Glaubensfreude erlahmt ist, und schenke ihnen Freude am Glauben.
Nimm alle Verstorbenen in deiner Liebe bei dir auf.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes, der die junge Kirche seit ihren Anfängen begleitet, bitten wir:
Für Papst Leo, der in Ausübung seines Dienstes auf das Gebet und das wohlwollende Mittun der ganzen Kirche angewiesen ist.
Für Frieden in einer Welt, die sich zwar reich an Konflikten aber arm an Gottesfurcht und Gottvertrauen erweist.
Für alle Menschen, die verzagt sind, sich in ihren Ängsten nicht ernst genommen und verstanden fühlen, an der Realität vorbeileben und sich in eine Traumwelt flüchten.
Für uns selbst um Vertrauen in die Gaben des Heiligen Geistes, die innere Freude und den Seelenfrieden, an dem er uns Anteil schenken will.
Für alle Menschen, die durch die gegenwärtigen oder vergangenen Kriege Leben und Gesundheit eingebüßt haben, und für deren Angehörige, die davon gezeichnet und betroffen sind.
Denn du, Herr, siehst auf unsere Not und hast deiner Kirche und der Welt deinen Beistand versprochen.
Er führe uns durch die Zeit hindurch zur Gemeinschaft mit dir und dem Vater. - Amen.
Guter Gott und Vater,
wird dich liebt, bei dem nimmst du mit deinem Sohn Wohnung.
So bitten wir dich:
Für alle Menschen, die hungern,
weil durch die Kriege und nationalen Egoismen Lebensmittel vernichtet oder unerschwinglich verteuert werden.
Lass sie nicht durch Hunger umkommen.
Für alle Menschen, die sich ängstigen, da ihnen täglich das mögliche Ende ihres Lebens droht.
Gib ihnen Kraft und Hoffnung.
Für alle Menschen, die nicht müde werden zu mahnen, dass wir durch unsere Sorglosigkeit diese Welt ruinieren.
Zeige ihnen und uns allen Auswege aus drohenden Katastrophen.
Für alle Menschen, die in Kriege verwickelt sind, denen sie nicht entkommen können.
Zeige dich als der wahre Herr der Welt, der seine Schöpfung nicht zugrunde richten lässt.
Für alle Menschen, die aussichtslos krank sind.
Schenke ihnen Kraft aus dem Glauben, dass du neues Leben schenkst.
Für unsere Verstorbenen.
Zeige ihnen den neuen Himmel und die neue Erde, die du für sie bereit hältst.
Du, guter Gott und Vater,
lass uns den Frieden erfahren,
den du uns durch Jesus, deinen Sohn schenkst. – Amen.
Wir sind zusammengekommen, um Gott und seine Gegenwart unter uns zu feiern.
Ihn lasst uns bitten:
Meinungsverschiedenheiten gab es in der jungen Kirche genauso wie heute.
Wir bitten um den Beistand deines Geistes bei der Lösung von Konflikten in unserer Gemeinschaft der Kirche.
Wer versucht mit Gewalt eigene Interessen durchzusetzen, sät Hass und tiefes Misstrauen über Generationen hinweg.
Wir bitten um den Beistand deines Geistes für ein friedliches Zusammenleben der Nationen und Völker.
Es gibt in unserer Zeit viele Gründe für Sorgen und Ängste.
Wir bitten um den Beistand deines Geistes für alle, die von ihrer Lebenssituation überfordert sind und verunsichert in die Zukunft blicken.
Als Abschiedsgabe wird den Jüngern und damit auch uns der Heilige Geist verheißen.
Wir bitten um den Beistand deines Geistes, der uns Heil, Zuversicht und Hoffnung schenkt.
Gerade in den schweren Stunden unseres Lebens brauchen wir jemanden, der uns Trost spendet.
Wir bitten um den Beistand deines Geistes für alle Sterbenden.
Mit der Sendung des Heiligen Geistes hat die Zeit der Kirche begonnen.
Dass wir auf ihn, der mit uns geht, schauen und auf seinen Beistand vertrauen,
erbitten wir durch Jesus, unseren Herrn und Bruder, vom Vater. - Amen.
Gott, du willst denen nahe sein, die sich bemühen nach deinem Willen zu leben.
Wir bitten dich:
Hilf uns, auch in schwierigen Situationen nicht von deinem Willen abzuweichen.
Vater im Himmel…
Wirke durch den Hl. Geist in allen, die immer wieder in der Kirche, im Staat, in Gesellschaft und Wirtschaft wichtige Entscheidungen zu treffen haben:.
Vater im Himmel…
Segne das Bemühen der Eltern, Erzieher, Seelsorger und Missionare, die Herzen der ihnen Anvertrauten für die Achtung deiner Gebote zu gewinnen.
Vater im Himmel…
Lass alle Kranken, Notleidenden und Sterbenden deine Nähe und Verbundenheit mit ihnen erfahren.
Vater im Himmel…
Schenke allen Verstorbenen und einst auch uns das Leben in vollendeter Gemeinschaft mit dir.
Vater im Himmel…
Gott der Nähe und des Beistandes,
stärke uns für ein Leben nach deinen Geboten.
Dank und Lobpreis sei dir für dein Wirken in uns. – Amen.
Jesus! Du lässt die Menschen in den Nöten ihrer Zeit nie allein.
Dein Geist hilft uns zu erkennen, was du uns vorgelebt hast.
In diesem Geist bitten wir dich:
Für eine Kirche, die sich in der Spannung zwischen den Ansprüchen der Welt und dem festen Glauben an den Beistand des Heiligen Geistes bewähren muss.
Für eine Gesellschaft, in der Richtungsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen ohne herabsetzende Rechthaberei ausgetragen werden können.
Für alle Menschen Europas, die durch ihre Stimme zum Erhalt unseres allen gemeinsamen, freien und friedvollen Lebensraum beitragen können.
Für uns alle, die wir in den alltäglichen Freuden und Mühen oft gefangen sind und dabei das eigentliche Ziel unseres Lebens aus den Augen verlieren.
Für unsere Verstorbenen, denen du, Jesus, beim Vater eine Wohnung verheißen hast.
Herr, du hast uns deinen Geist gesandt, der uns immer dazu drängt, an deinem Wort festzuhalten und danach zu leben.
Für ihn und seine Gaben danken wir dir und rühmen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Herr und Gott,
laß unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Herr und Gott,
du hast dir
das eine Volk des Neuen Bundes erworben
durch das Opfer deines Sohnes,
das er ein für allemal dargebracht hat.
Sieh gnädig auf uns
und schenke uns in deiner Kirche
Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
wir bringen deinem Namen
die heiligen Gaben dar,
wie es uns aufgetragen ist.
Schenke uns durch sie die Kraft,
nach deinen Geboten zu leben,
damit wir von dir angenommen werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 34. Woche im Jahreskreis
Jesus, du bist da,
in diesen Gaben
in Brot und Wein,
in deinem Leib und dein Blut.
Wir feiern deine Liebe und Nähe.
Du feierst mit uns.
Dieses Mahl helfe uns in der Liebe zu dir zu wachsen. - Amen.
Kehrvers:
Lobe den Herrn meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
GL 58,1 oder GL(Ö) 876
Vater, wir danken dir, dass du uns Jesus gesandt hast.
er ist aus dir hervorgegangen und blieb mit dir innig verbunden.
Du hast ihn in seiner Todesnot nicht verlassen
und zu neuem Leben auferweckt.
Kehrvers
Er hat seine Jünger unterwiesen und alles gelehrt,
was uns Menschen zum Heil führt.
Er hat ihnen den Sinn der Schrift erschlossen
und sie mit deinem Willen vertraut gemacht.
Kehrvers
Er hat sie in die Freiheit der Kinder Gottes geführt
und ihnen den Geist verheißen,
der sie in die Wahrheit einführt
und auf ihrem Weg begleitet.
Kehrvers
Er hat ihnen seinen Frieden hinterlassen.
Einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann.
Für all das danken wir dir
und singen wir dir mit allen Engeln und Heiligen unser Lob:
Danklied, z. B.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. (GL 392)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat Großes an uns getan:
durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er uns von der Sünde
und von der Knechtschaft des Todes befreit
und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen.
In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht,
dein heiliges Volk,
dein königliches Priestertum.
So verkünden wir die Werke deiner Macht,
denn du hast uns aus der Finsternis
in dein wunderbares Licht gerufen.
Darum singen wir
mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres den Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 1
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Jesus Christus hat zu seinen Jüngern gesagt:
Frieden hinterlasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch;
nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.
Um den Frieden, den die Welt nicht geben kann, bitten wir:
Herr, Jesus Christus...
So spricht der Herr:
Wenn jemand mich liebt,
wird er an meinem Wort festhalten;
mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
(Joh 14, 23)
Oder:
So spricht der Herr:
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
Ich werde den Vater bitten,
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
damit er immer bei euch bleibt. Halleluja.
(Joh 14,15-16)
Kennst du die Liebe?
Bist du ihr schon begegnet?
Liebe ist einfach da
Liebe beunruhigt nicht
Liebe lässt Angst nicht zu
Liebe hilft, nicht zu verzagen
Liebe zeigt sich
manchmal auf ganz ungewöhnliche Weise
wenn neuer Mut aufbricht
wenn Angst überwunden wird
wenn im Herzen Ruhe einkehrt
Liebe hat viele Gesichter
und viele Namen
manche kennen wir sehr gut
weil sie uns täglich nahe sind
mache müssen wir erst entdecken
in Menschen, die wir übersehen
Liebe ist einfach da
Liebe ist geduldig
Liebe ist unerschöpflich
sie orientiert sich nicht am Maß der Menschen
Denn Liebe ist ein Gottesgeschenk
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Himmlischer Vater,
dein Sohn hat verheißen,
daß wir sein göttliches Leben in uns tragen,
wenn wir ihn empfangen in der heiligen Speise.
Wir danken dir für sein Erlösungsopfer
und bitten dich:
Laß uns stets in der Freude dieses neuen Lebens wandeln,
bis wir zur ewigen Vollendung gelangen in ihm,
unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 12
Jesus, du bist da,
in unserem Leben,
dort, wo unser Glaube und unsere Liebe zu dir sich bewährt,
wo wir Zeugen deiner Liebe sind,
wo wir aus der Hoffnung leben,
einst im himmlischen Jerusalem bei dir zu sein.
Sende uns aus zu den Mitmenschen
und lass uns Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger werden. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
wie du deine JüngerInnen in die Welt gesandt hast,
so sendest du auch uns aus,
dich in dieser Welt zu bezeugen.
Schicke auch uns die Sendungskraft des Hl. Geistes,
damit wir neu ergriffen werden
und mutig allen Anfechtungen dieser Welt entgegentreten können.
Das erbitten wir von dir,
der du mit dem Vater und dem Hl. Geist
lebst und liebst, jetzt und für alle Zeit.
„Was, wenn heute der letzte Tag des Menschen ist?“ Mit einer nicht ganz unheiklen wie provokanten Frage wurden die Wiener Festwochen am Freitag in einem riesigen Meer aus Visuals und Anfangsbeats von Kruder & Dorfmeister eröffnet. Die, die am letzten Tag des Menschen tanzten, taten das in einer großen Polymer-Blase. „Riders on the Storm“ tönte im Remix auf die gut 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Rathausplatz. Politisch war die Eröffnung nicht, abseits der Sexismus-Debatte um den Auftritt von Yung Hurn.
„Seid ihr ein tanzender Schatten?“ Nach gut 30 Minuten ist es die Schauspielerin Caroline Peters, vor zwei Jahren noch Buhlschaft im Jedermann, nun in Wien eine Mischung aus Tod und Pierrot Lunaire, die in diesem von David Schalko inszenierten „letzten Tag der Menschheit“ die heiklen Fragen stellt. Die Eröffnung zum Nachschauen „Eine Geschichte des Menschen hat nur einen Sinn, wenn sie ein Ende hat“, stellt sie die Losung, dass am Anfang das Wort gewesen sei, auf den Kopf. Im Hintergrund erinneren die Samples an alte Cure-Songs – man darf also getrost sentimental sein bei diesem Abstieg in die Endfahrt des Menschen. Vielleicht sollte uns Schalkos „Last Night on Earth“ auch sagen, dass gerade in Zeiten wie diesen jede Nacht die letzte sein könnte. Doch da hingen dann auch schon mit Bilderbuch „Stromkabel übers Feld“. Alles nicht so schlimm in der Apokalypse dieses Wiener Jedermanns und der über ihm aufsteigenden Kulturbubbles.
orf.at am 13. 5.2022
https://orf.at/stories/3265294/
Unter dem Titel "Last Night on Earth" ging am Freitagabend mit apokalyptischen Fantasien die Eröffnung der Wiener Festwochen auf dem Ratshausplatz über die Bühne. Keine Feier sollte es laut Regisseur David Schalko, von dem Konzept und Inszenierung stammen, werden, sondern eine eine Art "Trip", wie er sagte.
Im Zentrum der Eröffnungsshow standen denn auch psychedelische und surrealistische Videoprojektionen, die das Rathaus zum Beispiel fantasievoll einstürzen und sich wieder zusammenfügen ließen. Die klangliche Gestaltung des Abends teilten sich das DJ-Duo Kruder & Dorfmeister unter anderem mit der Experimental-Sängerin Sofia Jernberg und der Band Bilderbuch, die in Reformkleidern, wie sie einst Gustav Klimt trug, auftraten und eine starke Performance mit virtuosem Gitarrenspiel hinlegten. Laut Veranstaltern kamen mindestens 50.000 Besuchende zur Eröffnung.
Für Aufregung im Vorfeld sorgte die Teilnahme des Wiener Rappers Yung Hurn, der sich gerne als durch und durch ironische Kunstfigur inszeniert, die auch polarisiert...
Tageszeitung Der Standard, 13. Mai 2022.
https://www.derstandard.at/story/2000135721732/festwochen-eroeffnung-kritik-an-teilnahme-von-rapper-yung-hurn
Die, die auf Knien nach Rom pilgern?
Die, die sich selbst verleugnen bis zur Meinungslosigkeit?
Die, die jeden Tag Rosenkranz beten?
Die, die mutig voranschreiten, damit sich etwas bewegt?
Die, die in ihren karitativen Aufgaben aufgehen?
Die, die sich ganz zurückziehen aus der Welt?
Die, die alle Regeln befolgen?
Die, die den Splitter aus den Augen des anderen ziehen,
damit er endlich richtig sieht?
Wer kann gerettet werden?
Alle,
die auf den Geist Gottes vertrauen,
die ihn suchen und wirken lassen
und
die dem Gebot folgen,
einander liebend anzunehmen.
Denn sie finden Gnade in den Augen Gottes.
Und
seine Liebe und Gnade
ist es,
die ihnen allen
Rettung schenkt.
Beatrix Senft (2022)
Um dieses Werk voll zu verwirklichen, ist Christus in seiner Kirche immer gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen. Gegenwärtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn "derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat" - wie, vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so dass, wenn immer einer tauft, Christus selber tauft. Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium Nr. 7.
Wien, 04.05.10 (KAP) Zwischen der Bewahrung der Schöpfung und der Förderung des Weltfriedens besteht ein unmittelbarer Zusammenhang:
Darauf hat der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den in Wien ansässigen internationalen Organisationen, Msgr. Michael Banach, hingewiesen. Er äußerte sich bei einem Symposion am Montagabend in Wien, das die Auswirkungen des Klimawandels und die Haltung der katholischen Kirche dazu zum Thema hatte.
Die vom Institut für Religion und Friede veranstaltete Tagung stand unter dem Titel "Klimakriege als Gefahr für die Bewahrung der Schöpfung". Militär-Bischofsvikar Werner Freistetter hob dabei die "Notwendigkeit eines neuen Denkens in Solidarität und in globalem Maßstab" hervor.
Der Grazer Klimaforscher Ulrich Foelsche skizzierte einige der dramatischen Entwicklungen: Im 20. Jahrhundert sei die globale Durchschnittstemperatur um 0,6 Grad gestiegen, in Österreich sogar um 1,4 Grad. Bis zum Jahr 2100 werde die globale Erderwärmung zwischen 1,8 und 4 Grad betragen, wobei letzter Wert der realistische sei, so Foelsche. Nichts deute nach dem Scheitern der Weltklimakonferenz von Kopenhagen im Dezember 2009 darauf hin, dass sich die Erderwärmung verlangsamen werde.
Auch bei den Niederschlägen zeichne sich eine sehr problematische Entwicklung ab. Schon jetzt niederschlagsarme Gebiete werden zukünftig über noch weniger Niederschläge verfügen. Zudem wirkten sich Änderungen bei den Niederschlagsmustern noch dramatischer und rascher auf das Klima aus als Temperaturveränderungen.
Eine weitere Gefahr liege im Abschmelzen des Grönlandeises. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, den niemand genau vorherbestimmen kann, lasse sich diese bereits begonnene Entwicklung nicht mehr aufhalten. Die Konsequenz wäre ein Anstieg des Meeresspiegels um sechs bis sieben Meter.
Klimawandel ist "Bedrohungsmultiplikator"
Der Leiter des Instituts für Friedenssicherung in der Landesverteidigungsakademie Wien, Walter Feichtinger, bezeichnete den Klimawandel als "Bedrohungsmultiplikator". Schon jetzt politisch schwache Länder würden zusätzlich destabilisiert. Rund 50 bis 60 Staaten seien von dieser Entwicklung bedroht.
Feichtinger wies etwa auf Bangladesch hin, für das ein Anstieg des Meeresspiegels katastrophale Auswirkungen hätte. Das habe auch der Nachbar Indien erkannt und mit der Errichtung eines 4.000 Kilometer langen Grenzzauns begonnen, um die zu erwartenden Flüchtlingsbewegungen zu stoppen.
Der Klimawandel sei Mitverursacher einer Reihe lokaler und regionaler Konflikte, so Feichtinger weiter. Er verwies u.a. auf die Situation in Darfur. In der Region im Westsudan seien bisher mehr als 200.000 Menschen Opfer gewaltsamer Konflikte geworden. Solche Konflikte würden in Zukunft zunehmen, so der Offizier. Auch Europa werde den steigenden Migrationsdruck noch deutlicher als bisher spüren. Eine reine Abschottungspolitik sei kein probates Mittel dagegen.
Msgr. Michael Banach erläuterte die Position der katholischen Kirche zum Klimawandel und verwies vor allem auf die jüngste Botschaft von Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2010. Wörtlich schrieb der Papst:
"Natur und Umwelt zu schützen, um eine Welt des Friedens aufzubauen, ist daher Pflicht eines jeden Menschen. Es ist eine dringende Herausforderung, die mit einem erneuerten und von allen mitgetragenen Einsatz angegangen werden muss." Msgr. Banach nahm hier auch die Staaten, internationalen Organisationen und multinationalen Wirtschaftsunternehmen in die Verantwortung.
Angesichts der zahlreichen negativen Folgen des globalen Klimawandels dürfe niemand gleichgültig bleiben, so Banach, der u.a.
auch auf die "Umweltflüchtlinge" einging.
Auch Banach bewertete die Klimakonferenz von Kopenhagen überaus kritisch, hob allerdings positiv das starke Engagement der vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen hervor. Das gebe Hoffnung, dass es in der Welt doch noch zu einem Bewusstseinswandel kommt. Der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung müsse letztlich in der Familie grundgelegt werden. Hier müsse die nachkommende Generation lernen, dass der Respekt von dem Mitmenschen und vor der Natur zusammengehörten.
Copyright 2010 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Erzählung von der Lösung dieses ersten großen und grundlegenden Konflikts der jungen Kirche hat exemplarischen Charakter. Der Konflikt wird beschrieben, die große Aufregung und die heftige Auseinandersetzung nicht verschwiegen. Die Gemeinde (!) schickt eine Gesandtschaft zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem; man erzählt, freut sich, der Konflikt bricht an Ort und Stelle von neuem auf; man prüft, Petrus und Jakobus nehmen Stellung. Die Apostel und die Ältesten mit der ganzen Gemeinde wählen eine Gesandtschaft aus und übersenden das Schreiben mit ihrer Entscheidung. Diese beinhaltet überraschend geringe Auflagen für die Heidenchristen.