Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm,
begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf,
weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden.
Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen
und erklärten:
Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen
und uns dem Dienst an den Tischen widmen.
Brüder, wählt aus eurer Mitte
sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit;
ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen.
Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.
Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde
und sie wählten Stephanus,
einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist,
ferner Philippus und Prochorus,
Nikanor und Timon,
Parmenas
und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
Sie ließen sie vor die Apostel hintreten
und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf.
Und das Wort Gottes breitete sich aus
und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer;
auch eine große Anzahl von den Priestern
nahm gehorsam den Glauben an.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Lass deine Huld über uns walten, o HERR! - Kv
Oder:
Kv: Halleluja. – Kv
Oder GL 56,1
Jubelt im HERRN, ihr Gerechten, *
den Redlichen ziemt der Lobgesang.
Preist den HERRN auf der Leier, *
auf der zehnsaitigen Harfe spielt ihm! - Kv
Das Wort des HERRN ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde. - Kv
Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen, die ihn fürchten, *
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße *
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Schwestern und Brüder!
Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein,
der von den Menschen verworfen,
aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist!
Lasst euch als lebendige Steine
zu einem geistigen Haus aufbauen,
zu einer heiligen Priesterschaft,
um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen,
die Gott gefallen!
Denn es heißt in der Schrift:
Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein,
einen Eckstein, den ich in Ehren halte;
wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde.
Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre.
Für jene aber, die nicht glauben,
ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben,
zum Eckstein geworden,
zum Stein, an den man anstößt,
und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt.
Sie stoßen sich an ihm,
weil sie dem Wort nicht gehorchen;
doch dazu sind sie bestimmt.
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft,
ein heiliger Stamm,
ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde,
damit ihr die großen Taten dessen verkündet,
der euch aus der Finsternis
in sein wunderbares Licht gerufen hat.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der erste Petrusbrief beschreibt die Konsequenzen aus der Annahme der Osterbotschaft. Wer an die Auferstehung glaubt, muss sein Alltagsverhalten verändern. Hier ist die Aufforderung, die Berufung zur königlichen Priesterschaft zu erkennen und umzusetzen. Die Verheißung steht dahinter: Ihr werdet nicht zugrunde gehen. Es werden Themen und Bilder des Judentums aufgegriffen, die alle auf das Thema zulaufen: Die Bilder bekommen in Jesus eine neue Kraft.
Dieser Abschnitt beginnt mit einem Wort der Ermutigung an die verfolgte Kirche. Christus gilt als lebendiger Stein, der nicht zerstört werden kann. Nicht das Urteil der Menschen, sondern die Erwählung durch Gott ist maßgeblich. Und: Der auferstandene Christus macht die Glaubenden zu "lebendigen Steinen" und er verbindet sie untereinander zu einem Haus Gottes. Die Christen bringen nun ihrem Gott nicht mehr materielle Tier-, Speise-, oder Rauchopfer sondern geistige Opfer dar. Christus ist zum Grundstein geworden, auf dem das Haus steht, bzw. zum Eckstein, der die Mauern verbindet und zusammenhält. Der Gläubige steht damit gleichermaßen auf festem Untergrund (Stein, Felsen), der Ungläubige stößt sich jedoch an diesem Untergrund (Eckstein). Die Vorzüge Israels aufgrund der Erwählung werden in diesem Text den Christen zugesagt (vgl. dazu die Worte vom Bundesschluß am Sinai in Ex 19,3-6 oder auch Jes 43,21, Offb 1,6; 5,10 und Eph 5,8). Die im Hause Gottes Wohnenden haben priesterlichen und königlichen Charakter, auch wenn sie nicht Priester oder Könige sind.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Halleluja.
Hinführung:
Mit dem heutigen Evangelium beginnen die sogenannten Abschiedsreden Jesu vor seinem Leiden. Abschiede im Leben sind oft geprägt von einem traurigen oder bekümmerten Anlass und Charakter. Jesu Worte an die Jüngergemeinde greifen dies zwar auf, führen aber über die irdische Not hinaus, letztlich in die Wohnungen des Vaters im Himmel. Das ist auch uns zugesagt.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott
und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre,
hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin
und einen Platz für euch vorbereitet habe,
komme ich wieder
und werde euch zu mir holen,
damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe -
den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm:
Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.
Wie können wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater
außer durch mich.
Wenn ihr mich erkannt habt,
werdet ihr auch meinen Vater erkennen.
Schon jetzt kennt ihr ihn
und habt ihn gesehen.
Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater;
das genügt uns.
Jesus sagte zu ihm:
Schon so lange bin ich bei euch
und du hast mich nicht erkannt, Philippus?
Wer mich gesehen hat,
hat den Vater gesehen.
Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?
Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin
und dass der Vater in mir ist?
Die Worte, die ich zu euch sage,
habe ich nicht aus mir selbst.
Der Vater, der in mir bleibt,
vollbringt seine Werke.
Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin
und dass der Vater in mir ist;
wenn nicht,
dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!
Amen, amen, ich sage euch:
Wer an mich glaubt,
wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen
und er wird noch größere als diese vollbringen,
denn ich gehe zum Vater.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit der Fußwaschung beginnt im Kapitel 13 des Johannesevangeliums der Abschiedsbereich. Dieses Zeichen der Zuwendung Jesu zu den Seinen wird zunächst durch Worte an einzelne Apostel bestärkt. Mit Kapitel 14 beginnen die Worte an die Jünger, die sich langsam aufbauen: Ihr sollt die Kraft erfahren, die ich euch geben kann (Kapitel 14). Ihr sollt die Frucht dieser Kraft für die anderen zur Verfügung stellen (Kapitel 15). Dazu gebe ich euch meinen Geist (Kapitel 16). Er soll euch in der Einheit halten (Kapitel 17) Immer wieder kommt in der Evangelienperikope dieses Sonntags das Wort auf den Vater. Er ist für Jesus der Anfang seiner Einheit, in die er die Jünger führen will.
Der Text des heutigen Evangeliums stammt aus der ersten Abschiedsrede Jesu (Joh 13,31-14,31). Vorbild ist die Abschiedsrede des Mose an die Israeliten im Buch Deuteronomium. Die Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium sind keine historischen Wiedergaben der Worte Jesu im Abendmahlsaal. Sie sind zumindest mehr als ein halbes Jahrhundert nach Jesu Tod und Auferstehung - unter Einfluß des Heiligen Geistes - als Botschaft Jesu an die Christenheit dieser Zeit formuliert worden.
Der im Gottesdienst anwesende Christus spricht zu den Seinen, die in dieser Welt offenbar keinen Halt haben und keinen Weg sehen: Der Jerusalemer Tempel ist seit Jahren zerstört, die Apostel gestorben und der sich für "göttlich" haltende römische Kaiser Domitian verfolgt die Christen. Auch von der Wiederkunft Christi ist weit und breit nichts zu bemerken. Die Christen beginnen sich damit abzufinden, daß die Hoffnung auf eine Wiederkunft Christi - in menschlich historischen Zeitbegriffen - im Moment nicht ganz berechtigt und sobald nicht zu erwarten ist. Johannes spricht von der Wiederkunft nicht mehr mit den selben Worten wie es noch die anderen Evangelisten taten. Bei ihm zeichnen sich die Schwierigkeiten des "Christwerdens", des "Christseins" und des Durchhaltens im Glauben - angesichts der Zweifel, Verfolgung etc. - bereits stark ab.
Der "verborgen Anwesende" ruft nun zum Glauben ("zum Tun des Glaubens") und möchte in eine neue Dimension des Glaubens, zum Vater, führen, wohin ihm die Christen vorerst nicht folgen können. Er wird aber im Heiligen Geist wiederkommen und sie "holen", so daß sie bei ihm bleiben, in seinem Namen handeln (Sakramente, Charismen), die Welt überwinden und in Welt und Geschichte das von Jesu Christus begonnene Werk vollenden können.
In den Abschiedsreden Jesu, denen der Evangelientext dieses Sonntags entnommen ist, zeigt Jesus, wie es nach seinem Heimgang zum Vater weitergeht, wie seine Jünger zum Leben finden und wie sich Gott weiterhin offenbart.
Noch bevor wir uns mit den erhofften Segnungen der KI (Künstlichen Intelligenz) vertraut machen konnten, bekommen wir schon ihre Schattenseiten zu spüren. Mit der KI kann man z.B. Bilder und Stimmen von Personen so perfekt nachmachen, dass es sich für internationale Verbrecherbanden lohnt, Identitäten von Menschen zu stehlen und damit Betrügereien zu organisieren. Ein hochrangiger Politiker hat die KI genutzt, um ein von ihr erzeugtes Bild von ihm als Erlöser der Menschheit um die Welt zu schicken. Das kostet uns zwar nur einen Lacher, lässt aber erahnen, welche Täuschungen damit in die Welt gesetzt werden können.
Mit neuer technischer Perfektion wird fortgeführt, was mit anderen Mitteln seit jeher praktiziert worden ist. Bereits im Neuen Testament, z.B. in Mk 13,5-6, werden wir vor Menschen gewarnt, die sich selbst als wiedergekehrten Christus inszenieren. In die Darstellung Gottes lässt sich manches Fragwürdige hineinprojizieren. "Im Namen Gottes" sind auch von Menschen, die sich Christen nannten, verabscheuungswürdige Verbrechen begangen worden.
Sobald wir von Gott sprechen, machen wir uns in unseren Köpfen unwillkürlich Bilder und Vorstellungen von ihm, auch wenn uns bewusst ist, dass "niemand Gott je gesehen hat", wie es im Johannesevangelium heißt. In der Religions- und Kunstgeschichte gibt es zahllose seriöse und unseriöse Versuche, Gott ins Bild zu bringen. Der alte Mann mit dem Rauschebart hat sich z.B. in viele Kinderköpfe unausrottbar eingeprägt und ist aus barocken Deckengemälden kaum wegzudenken.
Im Judentum und später auch im Islam war es streng verboten, sich von Gott ein Bild zu machen. Auch in der Geschichte des Christentums gab es Bilderstreit und des Öfteren heftige und zeitweise sogar blutige Auseinandersetzungen.
Die Bitte des Philippus "Herr, zeig uns den Vater!" ist durchaus verständlich. Wer möchte Gott nicht sehen?! Die Antwort Jesu, "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen", muss für jüdische Ohren eine mehrfache Provokation gewesen sein. Denn konkret bedeutet das: Wenn wir uns ein Bild von Gott machen wollen, brauchen wir nur auf den Menschen Jesus zu schauen.
Dabei geht es nicht um sein Äußeres Aussehen. Wie Jesus als Mensch ausgesehen hat, war natürlich immer wieder ein heiß gehandeltes Thema. Das Schweißtuch der Veronika oder das Grabtuch von Turin geben Zeugnis davon. Wie er als Mensch ausgesehen hat, kann aber historisch nicht verlässlich belegt werden. Aber darum geht es in den Evangelien nicht. In ihren Berichten und Erzählungen über Jesus haben wir mehr als ein äußeres Bild von seinem Aussehen. In diesen Texten wird uns gezeigt, wie Gott mit den Menschen umgeht, wie er mit ihnen spricht und was er uns zu sagen hat.
Konkret bedeutet das für uns: Wer sich von Gott ein Bild machen will, wer ihn sehen will, der muss sich entsprechend anstrengen und sich zunächst ein Bild von Jesus machen. Wir dürfen nicht aufhören nachzulesen, nachzusinnen und zu verinnerlichen, was über ihn geschrieben steht.
Unsere Bilder und Vorstellungen von Jesus und von Gott müssen wir immer wieder revidieren. Da ist auch unser kritischer Geist gefordert, denn über Gott sind auch schon viele fragwürdige und falsche Vorstellungen in die Welt gesetzt worden, und in seinem Namen ist auch schon viel Unheil angerichtet worden.
Was Gott will und was er mit uns vorhat, sehen wir an den Werken, die Jesus vollbracht hat. Wenn Menschen von ihm Zeichen und Wunder als Ausweis seiner Göttlichkeit gefordert haben, hat er das immer wieder zurückgewiesen. An seinem Reden und Tun sollen die Menschen erkennen, dass er der von Gott gesandte Messias ist. Und wir sind berufen, seine Werke fortzusetzen. An Jesus sehen wir, dass Gott ein Gott des Lebens ist. Jesus sagt von sich: "Ich bin gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben".
Dieses Leben in Fülle geht über alle Bilder und Vorstellungen hinaus, die wir uns davon machen können. Kein Barockmaler und auch keine KI kann uns davon ein wahres Bild vor Augen führen…
Vor diesem Hintergrund ist es geradezu blasphemisch, wenn ein Politiker, der aus wirtschaftlichen Motiven heillose Kriege führt, von sich ein Bild als Erlöser und Heiland zeichnen lässt. Religionspolitisch ist es darüber hinaus geradezu verheerend, wenn Menschen, die für sich beanspruchen, Christen zu sein, solche "Werke tun"!
Jesus ist gekommen, um uns als der Gute Hirte Leben in Fülle zu bringen. Die Jesusgemeinde, die sich in Jerusalem rund um seine Jünger bildet, gibt sich eine neue von Idealen geleitete Kontur und schafft neue Strukturen, um diesen Idealen gerecht zu werden. Das von Jesus verheißene "Leben in Fülle" eröffnet jedoch auch einen neuen Blick in die Zukunft über dieses Leben hinaus.
Die Apostelgeschichte als „Urkunde unseres Glaubens“ (1. Lesung) gibt Einblick in das Leben der ständig größer werdenden Urgemeinde. Die Jünger brauchen Unterstützung, weil es viele Aufgabenbereiche zu bewältigen gibt.
Das ist auch heute so. Wohl schrumpft in unseren europäischen Gegenden die Zahl der Kirchenmitglieder, trotzdem ist der Arbeitsaufwand in den Gemeinden komplexer geworden und es braucht Unterstützung. Das sind damals und heute die Diakone. Die Apostelgeschichte idealisiert manche Situation. Bei genauerem Hinsehen sind schon in der Urgemeinde Konflikte sozialer Natur sichtbar und spürbar geworden. Solche Spannungen betreffen immer die Schwächsten in der Gesellschaft. Das waren damals die Witwen, sozial kaum oder überhaupt nicht beachtet. Wie geht man mit so einem Problem um? Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten: die Not übersehen und nichts ändern oder die Problematik erfassen, zupacken, nach Lösungen suchen, neue Dienste erfinden, um die Not besser in den Griff zu bekommen.
So formte sich das Amt des Diakons allmählich aus als erste Weihestufe hin zum Priester- und Bischofsamt. Freilich gab es im Lauf der Zeit verschiedene Abweichungen. Seit dem Ende des II. Vatikanums hat man sich an die ursprüngliche Tätigkeit in der Apostelgeschichte wieder erinnert. Die Erzdiözese Wien deckt zurzeit ein Fünftel des Wiener Diözesanklerus durch etwa 210 Diakone ab. In der Urgemeinde zeichneten sich diese sozialen Notlagen zwischen den Hebräern – das waren die einheimischen aramäisch sprechenden Judenchristen - und den Hellenisten, die aus dem griechischen Kulturkreis dazustießen, deutlich ab. Diese galten als liberaler und weltoffener, vor allem im Umgang mit der Tora und der religiösen Praxis als die Einheimischen. Ähnliches ist uns im Gemeindeleben auch heute nicht unbekannt, gibt es doch auch hier verschiedene religiöse Strömungen.
Die pastorale Praxis braucht einen Ort, „ein geistiges Haus“, wie es in der zweiten Lesung heißt (1 Petr 2,5), wo die Menschen ihren Glauben in Gemeinschaft praktizieren können. Dieses geistige Haus finden wir im Lauf der Geschichte weltweit in großen Kathedralen abgebildet, die wir bewundern. Am Gewölbe ist es der kunstvolle Schlussstein, der alles zusammenhält. „Du starker Gott, der diese Welt im Innersten zusammenhält, du Angelpunkt, der unentwegt, den Wandel aller Zeiten trägt“, beten wir im kirchlichen Stundengebet.
Dieser Schlussstein, der alles zusammenhält, wird auf eine geistige Ebene gehoben, und die „lebendigen Steine“, das sind wir, das Volk Gottes, ausgestattet mit königlicher Würde als Grundlage für die weitere Entwicklung der Menschenrechte, weil jeder Mensch, egal aus welcher Kultur oder aus welcher gesellschaftlichen Gruppierung, Würde hat. Diese ist einem jeden von uns in der Taufe zugesprochen worden.
Zu dieser königlichen Würde muss der Mensch etwas beitragen. Er bekommt Orientierungshilfe in einem bemerkenswerten Satz: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Viele Menschen fragen auch heute, wie dieser Weg aussieht und wohin er führen soll. Der Mensch stellt Fragen auch nach dem Sinn des Lebens. Da passiert etwas, wofür es kein Beispiel gibt: die Auferstehung.
„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ (Joh 14,2). Der Heilige Geist ist unser Wegbegleiter dorthin, ein liebender Freund. Die Wohnung, von der Jesus spricht, ist natürlich ein Bild. Das Haus Jesu ist das Weltenhaus, in dem Jesus der größte „Hausherr“ ist mit leistbarem Wohnen, der Beitrag dazu ist unser Glaube, unser Vertrauen.
Beten wir darum, dass dieses Vertrauen und der Glaube an Gottes Liebe und Fürsorge in uns wachsen, auch wenn wir jetzt noch nicht alles verstehen.
Am 1. Mai wird weltweit der Tag der Arbeit gefeiert und in Erinnerung gerufen, wie wichtig Arbeit für die Gesellschaft ist. Am Tag davor erinnern uns einige Organisationen an die Not der Menschen, die keine Arbeit finden, obwohl sie arbeiten wollten. Jugendliche geraten in dieser Not noch stärker in Bedrängnis. – eine Herausforderung für die Gesellschaft und auch für die Kirche.
Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit gut bekannt. Es ist ein Tag, an dem wir die Bedeutung von Arbeit für unsere Gesellschaft betonen. Doch schon am Tag davor, am 30. April, richtet sich der Blick auf jene Menschen, die keine Arbeit haben: am Tag der Arbeitslosen. Der Tag der Arbeitslosen macht sichtbar, was oft übersehen wird: die Lebensrealitäten von Menschen auf Arbeitssuche. In Oberösterreich haben sich dafür zahlreiche soziale und kirchliche Organisationen zusammengeschlossen. Gemeinsam geben sie diesen Menschen eine Stimme und machen auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen aufmerksam. Heuer richtet sich der Blick besonders auf arbeitslose Jugendliche.
„Es gibt viel zu wenig offene Lehrstellen für die vielen Jugendlichen, die eine suchen. Ich habe die Balken einer Statistik gesehen und die sind frustrierend. Ich habe noch keine Lehrstelle gefunden. Es ist, als würden alle meine Bemühungen nichts bringen“, sagt der 15-jährige Florian. Ein Mensch, der noch am Anfang seines Lebens steht und doch nicht weiß, wie es weitergehen soll. Viele Jugendliche erleben derzeit diese Situation. Sie schreiben Bewerbung um Bewerbung und doch tut sich keine Tür für sie auf. In Oberösterreich steigt die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, stark an. Gleichzeitig werden weniger Lehrstellen angeboten.
Der 16-jährige Erin beschreibt es so: „Es ist schwer eine Lehrstelle zu finden. Es gibt weniger Betriebe, die ausbilden. Die Anforderungen sind sehr hoch. Betriebe setzen Erfahrung oder auch den Führerschein voraus. Wie willst du da mit 16 eine Lehrstelle bekommen?“
Keine Antworten auf Bewerbungen, wochenlanges Warten auf eine Rückmeldung, Absagen ohne Begründung machen den arbeitslosen Jugendlichen zu schaffen. Die 15-jährige Leonie erzählt: „Mich belastet, dass ich auf Antworten der Betriebe so lange warten muss und nicht weiß, ob sie mich überhaupt wollen oder nicht.“
Noch vor Beginn ihres Berufslebens geraten Jugendliche bereits stark unter Druck. Die wirtschaftliche Situation erschwert den Einstieg in die Arbeitswelt. Die 19-jährige Ruth sagt: „Es ist schwierig, eine Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.“
Dabei geht es bei Arbeit für junge Menschen um viel mehr als um Erfolg, Karriere, Geld, ein sicheres Einkommen. Arbeit bedeutet Zugehörigkeit, Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. Jugendliche wollen einen sinnvollen Platz in der Gesellschaft finden.
Wenn dieser Platz fehlt, betrifft das nicht nur die äußere Lebenssituation. Arbeitslos zu sein nagt sehr stark am Selbstwert und vermittelt schnell das Gefühl: Ich werde nicht gebraucht. Ich bin nicht erwünscht. Manche Jugendliche geraten an einen Punkt, an dem sie kaum noch weiterwissen und richtiggehend verzweifelt über ihr Leben sind. Es sind besonders jene, die ohnehin schon in jungen Jahren schwere Erfahrungen mit sich tragen, wie Mobbing oder Gewalt. Sie kämpfen deshalb mit starken Ängsten oder Depressionen. Für sie sind psychosoziale Einrichtungen besonders wichtig, um auf ihren weiteren Lebensweg gut unterstützt und begleitet zu werden.
Der 18-jährige Raphael sagt: „Viele Leute sehen nicht, dass arbeitslose und psychisch kranke Jugendliche nicht automatisch faul sind. Sie sind nur überfordert.“ Leni ist 17 und beschreibt ihren Wunsch so: „Ich brauche Halt und Unterstützung für meinen weiteren Weg. Allein schaffe ich es nicht.“ Jugendliche sind froh, dass es psychosoziale Projekte gibt, wo sie aufgefangen und begleitet werden. Dort können sie erst einmal zur Ruhe kommen und sich stabilisieren mit Hilfe von Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen.
Bevor es um Berufswahl und Bewerbungen geht, brauchen viele Jugendliche zuerst etwas anderes. Sie brauchen Sicherheit und Halt. Sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie wirklich sehen und ernst nehmen.
In der Bibel sehen wir immer wieder: Gott schaut besonders auf jene Menschen, die übersehen werden. Jesus fragt nie zuerst nach Leistung, Erfolg oder Status. Er sieht die Menschen und ganz besonders jene, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Kein Mensch ist nur wegen seiner Leistung und nur wegen seines wirtschaftlichen Nutzens wertvoll. Jeder Mensch hat Würde. Jeder Mensch hat eine Berufung. Darum stellen sich auch gesellschaftliche Fragen: Was sagt es über unsere Gesellschaft, wenn junge Menschen keinen Platz finden? Was sagt es über unsere Arbeitswelt, wenn Menschen dem Leistungsdruck nicht entsprechen können? Wenn sie nicht mehr mithalten können? Sind unsere gängigen Maßstäbe dem Leben, unserem Miteinander, der Gemeinschaft wirklich dienlich? Oder sollten wir nicht vielmehr innehalten und nach neuen Arten des Wirtschaftens, der Zusammenarbeit und des Miteinanders suchen?
Wir sind alle gefragt: als Gesellschaft, als Kirche, als Erwachsene. Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie wachsen können. Sie brauchen Menschen, die ihnen etwas zutrauen und sie begleiten, sodass sie Vertrauen fassen können in sich und in andere.
Die 17-jährige Nina formuliert ihre Hoffnung so: „Wenn es mir schlecht geht und ich nicht an mich glaube, brauche ich, dass wenigstens andere versuchen, an mich zu glauben.“ Und der 20-jährige Artan sagt: „Ich will respektiert werden so wie ich bin. Ich will als Mensch gesehen werden. Ich wünsche mir, dass die Erfahrungen von Jugendlichen mit einbezogen werden und nicht nur ältere Leute entscheiden. Unsere Perspektiven sind wichtig für die neuen Probleme unserer Zeit. Ich wünsche mir, dass unsere Stimme gehört wird.“
Vielleicht beginnen Hoffnung und Zuversicht genau dort, wo ein Mensch spürt: Da glaubt jemand an mich, da sieht mich jemand, da traut mir jemand etwas zu. Unsere Aufgabe als Gesellschaft und auch als Kirche ist es, jungen Menschen genau das zu zeigen: Ihr seid nicht übersehen. Eure Zukunft ist uns wichtig. Ihr seid wichtig. Und eure Stimme ist wertvoll für diese Welt.
© Mag.a Katja Haller, Referentin Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, Diözese Linz
Die Verheißung Jesu, dass er vorausgeht, um uns Wohnungen beim Vater vorzubereiten, wird meist auf ein jenseitiges Leben hin gedeutet. Greift das nicht zu kurz? Jesus schaffte neue Lebensräume für alle, die sich von seiner Botschaft ansprechen ließen. Ein Herausforderung auch für uns heute.
Oh, das sollte Jesus heute auch sagen: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“ Verworren ist vieles in der Welt. Wir hören Nachrichten, verstehen sie aber nicht. Wir sehen Bilder, aber sie sind flüchtig. Wir denken, drehen uns aber im Kreis. Vieles kommt einem Verwirrspiel gleich. Einem Spiel mit Gefühlen, Träumen und Abgründen. Leider auch ein Verwirrspiel mit Menschen, die sich nicht wehren können.
Und dann ist da noch das Netz! Weltweit. World Wide Web. Im Netz wabern Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten und Dummheiten. Im Netz werden Parallelwelten geschaffen. Im Netz werden aber auch Sorgen und Hoffnungen geteilt. Manchmal sogar mit richtigen Namen. Auf Punkt und Komma muss man oft nicht achten. Was können wir glauben? Worauf bauen? Wohin gehen?
Apropos Netz! Während das eine Netz hält und sichert, verfangen wir uns in dem anderen. Wie eine Fliege im Spinnennetz. - Von welchem Netz wollen wir reden?
Wir hören heute in Jesu Abschiedsreden hinein. Der Evangelist Johannes hat sie aufgeschrieben. Jesus bereitet uns darauf vor, dass er die Welt verlässt, um zum Vater zu gehen. Zu Gott. Zwischen den Jüngern geht es hin und her. Zwischen uns auch. Wo ist der Vater? Wohin geht Jesus? Muss das sein?
Es ist ja tatsächlich so, dass Jesus keine Anschrift mehr unter uns hat. Keinen Ort, keine Straße, keine Hausnummer, auch keine Email-Adresse, kein www. Er hat keinen Sitz in Jerusalem, aber auch keinen in Rom. Wenn wir fragen "wo bist du? wo wohnst du? wie kann ich dich erreichen?", gibt es keine Antwort. Jesus hinterlässt uns keine Anschrift und der Post keinen Nachsendeauftrag.
Er geht uns voran und bereitet uns schon einmal ein Zuhause vor. Unsere neue Anschrift! Aber Achtung: In seines Vaters Hause sind viele Wohnungen! Sagt Jesus. Ich werde dieses neue Zuhause mit vielen anderen teilen. Auch mit Menschen, die anders denken, glauben, leben als ich. Die eine andere Geschichte erzählen. Die eine andere Sprache sprechen. Für Exklusivitätsansprüche gibt es keinen Raum, nicht einmal eine Türe.
Exklusiv ist nur, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Oft genug haben sich Menschen als seine Sachwalter ausgegeben. So, als ob es nur einen Weg gäbe. So, als ob sie die Wahrheit gepachtet hätten. So, als ob sie die Schlüssel des Lebens verwahrten. Doch: Wer Jesus sieht, sieht den Vater! In seiner Barmherzigkeit. Gefängniszellen sind nicht im Haus des Vaters. Hier wohnt der Frieden.
"Amen, amen, ich sage euch, sagt Jesus:
Wer an mich glaubt,
wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen
und er wird noch größere als diese vollbringen,
denn ich gehe zum Vater."
Ich mag das Bild von den Wohnungen! Von Reihenhäusern, Villen und Palästen redet Jesus nicht. Es ist, als ob die Gemeinschaft der Menschen am besten als Gemeinschaft von Wohnungen erzählt werden kann. Nachbarschaft, groß geschrieben.
Wir stellen uns Wohnungen auch nicht als Zelte oder Baracken vor. Die gibt es heute wieder zu Hauf. Für Menschen auf der Flucht – oder auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Wenn sie nicht auf der Straße leben. Manchmal ist selbst ein Stück Stoff schon Komfort. Bilder gibt es im Fernsehen zu sehen. Aber was es heißt, in einem Zelt, einer Baracke oder auf der Straße zu hausen?
Wohnungen sind in der Regel fest gebaut, aus Stein, geschützte Räume für Menschen, die zusammenleben, aber ihre eigene kleine oder große Familie haben. Gemeinschaft und Individualität tragen einander.
Petrus, einer der Jünger Jesu, hat einen Brief geschrieben. Wir haben ihn vorhin gelesen:
„Kommt zu ihm – Jesus , dem lebendigen Stein,
der von den Menschen verworfen,
aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist!
Lasst euch als lebendige Steine
zu einem geistigen Haus aufbauen,
zu einer heiligen Priesterschaft…“
Das Bild, auf das Petrus hier anspielt, ist das Bild vom Eckstein, der ein ganzes Haus zusammenhält. Der Schlussstein sozusagen, ohne den die Mauern und Dächer auseinanderfallen. Ein Stein, doch an ihm liegt alles: Sicherheit, Verlässlichkeit, gar die Ewigkeit. Um im Bild zu bleiben: Wir sind „lebendige“‘ Steine, die das Haus zu einem Haus machen, eine Wohnung zu einer Wohnung. Hier entfaltet das Bild eine unbändige Kraft: Wir sind alle gleich – Stein. Schön anzusehen. Und fest! Ob die Sonne scheint oder ein Gewitter niedergeht, ob die Erde bebt oder eine Lawine sich löst – das Haus ist wie für die Ewigkeit gebaut. Und ER, Jesus, ist der Eckstein.
Im 118. Psalm heißt es:
„Ich danke dir, dass du mich erhört hast;
Du bist für mich zum Retter geworden.
Der Stein, den die Bauleute verwarfen,
er ist zum Eckstein geworden.
Das hat der Herr vollbracht,
vor unseren Augen geschah dieses Wunder.“
(Ps 118,21-24)
Es ist von einem Wunder die Rede. Oder von einem Prachtbau? Gemeinde genannt? Gemeinschaft der Menschen? Gottes Barmherzigkeit? Auf jeden Fall: „Vor unseren Augen“!
Was wir bis jetzt wissen: Jesus geht zum Vater, uns eine Wohnung zu bereiten. Im Haus des Vaters. Das könnten wir verständlicherweise auch als Hinweis auf das Leben nach dem Tod nehmen, aber es steckt so viel mehr darin: das Haus für viele Menschen, für alle Menschen, das Haus Gottes. In diesem Haus ist Jesus der Eckstein, der die vielen Steine, die kunstvoll aufeinandergeschichtet sind, zusammenhält. In allen Gefahren und Ängsten sind die Wohnungen in diesem Haus Lebensräume, Lebensräume für Menschen, die ein Zuhause haben.
In der Apostelgeschichte – wir haben diese Geschichte auch gehört – wird die Not beschrieben, dass die Apostel – sprich: die alten Jünger Jesu – keine Ressourcen mehr haben, sich um die Witwen der „Urgemeinde“ zu kümmern. Angedeutet wird auch ein Konflikt, der sich später noch ausweiten wird: der Konflikt zwischen hebräisch- und griechisch-sprachigen Menschen. Es war noch nie egal, welche Sprache gesprochen wird, in welchen Worten Träume erzählt werden, in welchem Dialekt Klagen geäußert werden. Auf einer Gemeindeversammlung machen die Apostel den Vorschlag: Wir schauen jetzt nach Menschen, die sich um die Versorgung der Witwen kümmern können. Und siehe da: sie werden gefunden! Sogar Landsleute. Vertraute Menschen, die die gleiche Sprache sprechen.
„Stephanus, einen Mann,
erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist,
ferner Philippus und Prochorus,
Nikanor und Timon,
Parmenas und Nikolaus,
einen Proselyten aus Antiochia.“
Sie müssen sich die Namen nicht merken, aber sie haben einen Wohlklang. Wir werden zu Zeugen eines Wunders: Die Menschen, die jetzt gewählt werden, sind die ersten Diakone. Sie werden mit Gebet und Handauflegung beauftragt und gesegnet.
Hier schließt sich für uns heute ein Kreis: Menschen, die füreinander da sind, füreinander einstehen, füreinander Sorge tragen. Das sind die lebendigen Steine, die die Wohnungen schön machen für Menschen, die einen geschützten Lebensraum brauchen.
"In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen", sagt Jesus.
Oh, das sollte Jesus heute auch sagen: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“
Und der Friede Gottes,'
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Jesus Christus,
unserem Herrn.
Was bedeutet es, in den verwirrenden Ereignissen unserer Zeit an Gott und an Jesus zu glauben? Was bedeutet es, an Jesu Worten festzuhalten? Jesus will uns mit seinem Wort zuversichtlich stimmen und ermutigt uns, Gott zu vertrauen.
Der Satz Jesu an seine Jünger beim letzten Abendmahl: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich", hat sich tief in meine Seele eingeprägt. In einer Zeit, wo ein grausamer Krieg in der Ukraine tobt, wo weltweit, auch bei uns in Deutschland, unschuldige Menschen Opfer von Gewalt und Verbrechen werden, da kann man auch als gläubiger Christ verzweifeln und Gott die Frage stellen: Herr, warum lässt Du das alles zu und bestrafst nicht die brutalen Herrscher und Tyrannen. Viele Menschen rufen zu Gott: mache diesem Wahnsinn ein Ende und rette die unschuldigen Betroffenen, Frauen, Kinder, Zivilisten.
Aber auch in unserem eigenen Leben gibt es Lebenssituationen, wo einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird, wo man kein Licht am Ende des Tunnels sieht und man daran verzweifeln könnte. In einem Leserbrief im Katholischen Sonntagsblatt habe ich vor kurzem geschrieben:
Meine Lebenserfahrung ist, dass man auch als gläubiger Christ in Lebenssituationen gerät, wo der christliche Glauben ins Wanken gerät. Viele Fragen tauchen auf, nach dem Wieso und Warum, bei schweren Krankheiten, dem Verlust von lieben Menschen, dem Scheitern von Partnerschaften und Freundschaften und eigenen Lebensplänen. Geholfen hat mir persönlich das Lesen in der Bibel. Insbesondere das Johannes Evangelium hat mich berührt. Die Worte Jesu: "Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich“ richten sich direkt an mich, an uns alle. Wenn alles sinnlos erscheint, wenn Leid und die Trauer uns übermannt, wenn wir mit unseren eigenen Kräften am Ende sind, dann ist ER an unserer Seite und bei uns.
Woher nehme ich diese Gewissheit?
An anderer Stelle im Johannesevangelium sagt Jesus in seiner Abschiedsrede zu den Jüngern: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen." Das ist eine ganz klare Zusage Jesu, nicht nur damals an seine Jünger, sondern auch heute an uns Christen. Auch wenn Gott nicht sofort unsere persönlichen Lebenskrisen und die Krisen in dieser Welt zu einem guten Ende führt, so haben wir die Gewissheit, dass Gott uns nicht allein lässt und uns schon gar nicht verlässt.
Wenn wir den Worten Jesu vertrauen, dann ist Jesus Christus in Gott seinem Vater, nicht irgendwo fern im Universum, sondern ganz nah bei uns und in uns. Gerade auch in dieser Stunde, wo wir Gottesdienst miteinander feiern. Und von Jesus wird dies bestätigt, wenn er sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Jesus zeigt uns den Weg, wie wir zu Gott dem Vater kommen. Es ist kein leichter und einfacher Weg, sondern oft ein beschwerlicher. Wir werden nicht mit der Taufe auf eine Rolltreppe gestellt und kommen dann ohne Mühen im Reich Gottes an. Nein, das Leben als Christ, und vielleicht gerade als Christ, ist beschwerlich. Und die Kreuzesnachfolge gehört ebenfalls dazu und bleibt uns nicht erspart.
Was bedeutet das, wenn Jesus sagt: wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten? Zunächst denke ich, heißt es, Jesus die Treue zu halten, auch in schweren Zeiten, im Leiden und bei Enttäuschungen. Nicht vom Glauben abzufallen, auch wenn es in unserer katholischen Kirche so viele Enttäuschungen gibt. Und Gott nicht zum Sündenbock zu machen für alles, was in unserem Leben nicht unseren Vorstellungen entspricht.
An Jesu Wort festhalten, bedeutet auch, Jesus nachzufolgen, in der Liebe zu Gott dem Vater und zu dem Nächsten. Und da gibt es viele gute Beispiele, wie Menschen sich für Mitmenschen einsetzen: z. B. in der Pflege von kranken und älteren Menschen. Ich denke da insbesondere an Angehörige, die kranke und ältere Menschen zuhause pflegen. Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.
Auch das Gebet, das Gespräch mit Gott und Jesus Christus, ist ein Beispiel, wie wir am Wort Gottes festhalten.
Entscheidend ist, dass wir das Wort Gottes nicht nur hören, sondern unser Leben danach ausrichten. Versuchen wir in unserm Alltag auch danach zu leben. Dann dürfen wir erfahren, dass Gott der Vater und Jesus Christus bei uns Wohnung nehmen in unserem Herzen.
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagt Jesus: für dich, für mich, für alle Menschen. Und: "Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!"
© Wilhelm Kraft - wilhelm-kraft@web.de
Die Apostel setzen Diakone für die caritativen Dienste der Gemeinde ein, damit sie sich voll und ganz der Verkündigung des Wortes Gottes widmen können. Das Wort Gottes ist lebenswichtig für unseren Glauben. Es gibt Orientierung, Halt und Trost. Im Hören auf das Wort Gottes lernen wir Jesus, das lebendige Wort Gottes kennen und lieben.
Vor ein paar Tagen habe ich an einer Umfrage einer theologischen Zeitschrift teilgenommen. "Welche Bedeutung hat die Bibel in ihrem Leben?" "Lesen sie täglich in der Bibel oder eher unregelmäßig? Wenn ja, dann auch privat oder von Berufs wegen. Ich selbst lese in der Bibel am meisten von Berufs wegen. Ich habe täglich mit dem Wort Gottes zu tun: In Vorbereitungen auf die Gottesdienste, in Vorbereitung auf den Schulunterricht oder für Vorträge. Wer nicht im pastoralen Dienst tätig ist oder Ordensmann oder Priester ist, hat vielleicht andere Wege, sich mit der Bibel zu befassen. Auf dem Markt gibt es viele Bücher, welche die Bibel erklären oder versuchen Texte der Bibel nahe zu bringen. Es gibt in vielen Pfarreien Bibelkreise. Menschen tauschen sich aus. Was sagt diese Bibelstelle mir persönlich, in meiner Lebenssituation. Die Bibel - das Wort Gottes ist wichtig, ja das wichtigste am Glauben.
Wie wichtig das Wort Gottes ist, haben die Apostel erkannt. Wir hören in der Lesung, dass sich die Witwen der Hellenisten vernachlässigt fühlten. Wahrscheinlich war es eine Überforderung, sich gleichzeitig um das Wohl der Armen zu kümmern und um das Wort Gottes. Dieses musste ja verkündigt werden. Darum wurden auch die Aufgaben aufgeteilt. Die Diakone kümmerten sich fortan um das Wohl der Armen und der Witwen, die Apostel waren von da an ausschließlich für das Wort Gottes da. Auf eine Sache sich konzentrieren zu können und nicht gleichzeitig mehrere Aufgaben erledigen zu müssen, wünschen sich die meisten von uns. Sich ausschließlich gerade der Person zu widmen, mit der man gerade spricht, die gerade die Hilfe braucht, das fällt - ehrlich gesagt auch mir - schwer. Heute ist eher Multitasking angesagt. Das ist nicht immer gut.
Doch Gottes Wort ist wichtig, so wichtig, dass sich die Apostel nur noch damit beschäftigen möchten. Der Mensch lebt ja nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt. Jesus hat dieses Wort gesprochen als der Versucher ihn aufforderte, Brot aus Steinen zu machen.
Das Wort Gottes ist lebenswichtig für den Glauben. Jesus ist das Wort Gottes, das Wort, das Fleisch geworden ist. Jesus führt uns zu unserem Lebensziel, einmal bei Gott zu leben. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" "Niemand kommt zum Vater außer durch mich!" "Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen!" "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen!" Wir erfahren Jesus vor allem in der Bibel. Dort hören und lesen wir von dem, was er sagte und was er tat. Wenn wir uns mit der Bibel beschäftigen, wenn wir sie regelmäßig hören oder wenn wir in ihr lesen, dann werden wir im Glauben wachsen und reifen.
Jesus sagt uns durch seine Worte, dass wir durch IHN unseren Lebenssinn finden. Sein Wort gibt Orientierung. Sein Wort gibt uns Festigkeit, schenkt uns Trost. Es macht uns Mut. Immer wieder wurde Jesus von vielen Menschen aufgesucht. Er sah die vielen Menschen, die wie Schafe ohne Hirten waren. Er lud den reichen Jüngling ein, alles zu verlassen, um ihm nachzufolgen. Die Apostel konnten alles verlassen, ihre Familien, ihr Leben, als Jesus sie rief. Sie spürten, dass sie mit ihm ein neues Leben, eine neue Richtung geschenkt bekommen haben. Jesus ist die Wahrheit. Er ist treu. Er steht zu uns. Jesus ist das Leben. Er will uns erfülltes Leben, sinnvolles Leben schenken. Das alles bekommen wir im Glauben geschenkt, wenn wir uns an ihn orientieren.
Wir brauchen Vorbilder wie ihn. Nur dann können wir im Glauben und im Leben wachsen und reifen. Wir können an unserem Ort, in unserer Berufung, auf unserem Lebensweg die werden, zu denen uns Gott haben möchte. Wir werden dazu unser ganzes Leben brauchen, um Jesus zu erkennen. Wenn wir das Wort Gottes hören, werden wir immer mehr eine Freundschaft und Beziehung zu Jesus aufbauen. Es ist wichtig, sich immer wieder mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen. Aus dem Wort Gottes bekommen wir Kraft für unseren Dienst an die Mitmenschen. Beides gehört zusammen. Der Dienst an die Mitmenschen und das Hören auf das Wort sind gleich wichtig. Hören wir auf IHN, vertrauen wir IHM, bauen wir eine Freundschaft zu IHM auf. Leben wir füreinander, schöpfen wir aus seinem Wort Kraft und Mut. Amen.
Die Wohnungsfrage ist immer auch eine Beziehungsfrage. Jesus geht heim zum Vater, weil er innig mit ihm verbunden ist. Er will auch uns Heimat geben, indem er uns in seine Beziehung zum Vater hineinnimmt. Beziehungspflege – zu Gott und zu den Mitmenschen – schafft Wohnqualität.
Jesus nimmt Abschied von seinen Jüngern und bereitet sie auf die Zeit nach seinem Weggang vor. Er will, dass sie ein so erfülltes Leben haben wie er selbst. Er weist ihnen den Weg dazu: In enger Gemeinschaft mit ihm bleiben und tun, was er getan hat.
In den Abschiedsreden legt Jesus den Jüngern ans Herz, was ihm wichtig ist. Er lädt sie ein, seinen Weg zu gehen. Dieser führt zur Fülle des Lebens.
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 281: Also sprach beim Abendmahle (1.,2.,3. Str.)
GL 318: Christ ist erstanden
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist
GL 331: Ist das der Leib, Herr Jesus Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 329: Wir schauen auf zu Jesus Christ (3. und 4. Str.)
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist
GL 362: Jesus Christ, you are may life
GL 389: Dass du mich einstimme lässt (1.,4. Str.)
GL 393: Nun lobet Gott im hohen Thron (2. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 461: "Mir nach", spricht Christus, unser Held (2. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht (2. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit (5. Str.)
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 497: Gottheit tief verborgen
Kehrverse und Psalmen:
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100 oder Psalm 34 (GL 651,6) - V.
GL 71: Selig, wer Gott fürchtet und auf seinen Wegen geht - Mit Psalm 128 - VIII.
GL 631,1: Singt, ihr Christen, sing dem Herrn: Halleluja. Halleluja. Halleluja - Mit Psalm 92 (GL 51,2) - IX oder I.
GL 643,3-4: Jubelt dem Herrn, alle Lande, Halleluja, presit unsern Gott. - Mit Psalm 118 - Mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psalm 111 (GL 60,2) - VI.
Die Auferstehung Jesu war ein tiefer Einschnitt im Leben der jungen Kirche. Jesus hat in seinen Abschiedsreden die Jünger auf diesen Moment vorbereitet und ihnen gezeigt, wie Gott sich auch weiterhin seinem Volk offenbaren wird. Der Schlüssel dazu ist die Person Jesu selbst. An seinen Worten und Taten sehen wir, wie Gott ist und was er von uns will.
Treten wir vor ihn hin und bitten wir ihn um sein Wohlwollen und um seine Gnade.
Jesus auf Wohnungssuche! Kann das sein? Wenn wir dann noch hören, dass er für uns eine Wohnung bereitet, dürfte die Überraschung perfekt sein. Brauchen wir denn ein neues Zuhause? Das Haus, an das Jesus denkt, ist auch nicht aus Steinen gebaut, sondern aus Menschen. Wir werden „lebendige Steine“ genannt. Menschen, die einander Heimat schenken können. Mit ihren Zweifeln, Ängsten und Hoffnungen. Und ER, der Herr, ist der Eckstein, der alles zusammenhält und zusammenführt. Ein Haus, das für die Ewigkeit gebaut wird. Jesus sagt: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Ihn rufen wir an:
Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Das ist ein sehr wichtiges Wort Jesu im Evangelium. Wir erfahren IHN, den Auferstandenen Herrn, wenn wir sein Wort hören. In IHM hören wir den Vater. Wir sehen IHN in Brot und Wein. In IHM sehen wir den Vater. Seine Liebe und seine Worte sind für unser Leben am wichtigsten. Sie tragen uns. Sie zeigen uns unseren Lebenssinn.
Grüßen wir IHN in unserer Mitte und bitten wir um sein Erbarmen.
Herr, Jesus Christus, in deinem Reden und Tun sehen wir, wie Gott ist.
Herr, erbarme dich.
Du zeigst uns den Weg zum Vater
und nimmst uns in deine innige Beziehung zu ihm hinein.
Christus, erbarme dich.
In Verbindung mit dir vollbringen auch wir Gottes Werke.
Herrn, erbarme dich.
Herr,
oft genug sind wir fremd in unserer eigenen kleinen Welt
und fühlen uns in der eigenen Haut nicht wohl.
Herr, erbarme dich.
Christus,
kleingläubige und irritierte Menschen liebst du,
du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir haben uns häuslich in unseren Gewohnheiten und Traditionen eingerichtet,
die Mauern aber halten nicht, die Dächer sind undicht.
Herr, erbarme dich.
Das Wort des HERRN ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde.
(Ps 33)
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr, Jesus Christus,
du übersiehst keinen in Not
und rufst auch uns zum Handeln.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst uns Worte des Vaters
und sendest uns es weiterzutragen.
Christus, erbarme dich.
Du lässt uns nicht allein,
sondern legst auf uns die Kraft des Hl. Geistes.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Herr, erbarme Dich.
Du zeigst uns den Weg zum Vater.
Christus, erbarme Dich.
Mit Dir können auch wir Gottes Werke tun.
Herr, erbarme Dich.
Herr Jesus Christus,
du Wort Gottes, durch unsere Verkündigung und durch unser Lebenszeugnis breitet sich dein Wort aus.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist der lebendige Stein, von Menschen verworfen, aber Halt für unser Leben.
Herr Jesus Christus,
du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, folgen wir dir, hoffen wir auch dich.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Du, Gott, baust ein Haus mit vielen Wohnungen.
Uns heißt du willkommen
und andere auch.
Es ist noch viel Platz für Menschen,
die du liebst.
Wir danken dir.
Lass in deinem Haus den guten Geist walten,
der Vorurteile überwindet,
Gemeinschaft stiftet
und ein fröhliches Lachen schenkt.
Dann erfüllt sich unter uns die Verheißung Jesu,
dass in seines Vaters Haus viele Wohnungen sind.
Im Leben und Sterben
gehören wir zu dir.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du Wort Gottes,
verkündet von den Aposteln.
Herr Jesus Christus, du Weg, Wahrheit und Leben,
bezeugt durch das Beispiel vieler Menschen.
Herr Jesus Christus,
du lebendiger Stein, den die Menschen verwarfen,
aber von Gott auserwählt und geehrt.
Sei uns nahe und erfülle unser Herz mit Liebe,
damit wir in dir den Vater erfahren. Amen.
Gütiger Gott,
dein Sohn hat uns in Zeichen, Worten und Beispielen Ideen dafür gegeben,
wie wir ihm folgen können.
Doch immer wieder haben wir unsere Fragen und Zweifel.
Sei du mit uns,
wenn wir unser Leben im Licht deiner Frohbotschaft gestalten wollen.
Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist,
um die Zeichen unserer Zeit angemessen deuten zu können.
So bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
du bist heimgekehrt zum Vater, um uns bei ihm Wohnungen zu bereiten.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die sich ob der gegenwärtigen Kriege schwertun, an ein Wirken Gottes in dieser Welt zu glauben.
Lass sie erfahren, dass du gekommen bist, um auch ihnen Leben in Fülle zu bringen.
Wir beten für alle Menschen, die orientierungslos geworden sind und sich nach einem Weg, nach Wahrheit und nach Leben sehnen.
Zeige ihnen, wie sie dir und deinem Wort folgen können.
Wir beten für alle Menschen, die sich in ihrem Leben allein gelassen fühlen.
Lass sie spüren, dass du ihnen auch in dunklen Zeiten nahe bist.
Wir beten für alle Menschen, die in der Kirche und in der Gesellschaft Verantwortung tragen.
Befähige sie, den Menschen Hoffnung und Zukunftsperspektiven anzubieten.
Wir beten für alle Menschen, deren irdisches Leben bereits zu Ende gegangen ist.
Schenke ihnen die Lebensfülle, die du in den himmlischen Wohnungen für sie bereitet hast.
Du, Herr,
hast uns in deinen Worten und Taten die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes geoffenbart.
Wir bitten dich, begleite uns auf unserem Weg zum Vater. - Amen.
Im Evangelium hörten wir, dass in unserem Vaterhaus viele Wohnungen sind, Lebensräume und Traumorte für Menschen, die von ihm geliebt sind. Jesus ist der Eckstein des Hauses, in dem alle Irritationen und Unsicherheiten einen Ort der Ruhe finden.
Darum beten wir:
Herr, viele Menschen haben keine Wohnung. Sie hausen auf der Straße, in Flüchtlingscamps und in Containern. Sie haben keine Anschriften.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen…
Für viele Menschen ist auch ihr Zuhause kein Zufluchtsort. Sie sind in Streit verwickelt, kämpfen um ihren Platz in der Familie und werden von Erinnerungen heimgesucht. Sie finden keinen Frieden.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen…
Viele Menschen finden kein Zuhause. Sie brauchen Verschwörungsmythen, finden in Hasstiraden ihre Stärke und haben sich im Weltuntergang häuslich eingerichtet. Sie verspielen die Zukunft.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen
Viele Menschen fühlen sich in der Kirche heimatlos. Eine große Geschichte ist über sie hinweggegangen. In Skandalen haben sie das Vertrauen verloren. Die kirchliche Sprache ist ihnen fremd geworden. Sie finden keinen Anschluss mehr.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen…
Viele alte Menschen leben in Heimen. Viele sind einsam. Pflegekräfte geben ihr Bestes, aber viele sind am Limit. Sie habe keine Kraft mehr.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen…
Menschen sterben jeden Tag. Viele von ihnen waren nie glücklich. Andere konnten glücklich auf ihr Leben zurückschauen. Oft gibt es nicht einmal mehr Trauer. Menschen verschwinden in der Anonymität. Sie haben einen Raum bei Gott.
Herr, in deines Vaters Haus sind viele Wohnungen…
Herr,
dir vertrauen wir alle Menschen an,
die, die eine Heimat gefunden haben,
die eine Heimat suchen,
die eine Heimat verloren haben.
In Christus, der das Haus des Vaters mit uns teilt. – Amen.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Vater, an dich und deinen Sohn glauben heißt auch, dass wir dir alles hinhalten dürfen, so bitten wir:
In den Sorgen und Ängsten unserer Zeit.
Sei du mit uns…
In dem Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden für alle.
Sei du mit uns…
Bei den Entscheidungen für ein Leben in Zukunft.
Sei du mit uns…
In unserer Hoffnung über den Tod hinaus.
Sei du mit uns…
Gott, du hast uns zugesagt, dass du der Gott ICH BIN DA bist.
So hoffen wir auf dich, heute und alle Zeit, bis in deine Unendlichkeit. - Amen.
Christus hat seine Kirche mit seinem Heiligen Geist beschenkt. Er begeistert sie und bewirkt in ihr Lebendigkeit.
Um seine Kraft und Begleitung lasst uns beten:
Um eine Kirche, die neben aller notwendigen Organisation von Menschen getragen ist, die versuchen in ihrem Leben Gottes- und Nächstenliebe zu vereinen.
Um eine Gesellschaft, in der Toleranz und Diversität ihren Platz haben und die durch gelebte Fürsorge und Solidarität christlich geprägt ist.
Um Augenmaß und Weitblick bei der Lösung der wesentlichen Zukunftsfragen, sodass viele zu einer persönlichen Veränderung ihres Lebensstils motiviert werden können.
Um Halt aus einem Glauben, der auch in unsicheren Zeiten Heimat, Geborgenheit und Schutz bieten und helfen kann, die eigene Identität zu stärken und Verletzungen zu verarbeiten.
Um Trost für alle Trauernden, damit sie darauf vertrauen können, dass auf die Zeit der vorübergehenden Trennung eine Zeit der Gemeinschaft mit dir und ihren Lieben folgt, die dann endgültig ist.
Lebenspendender Gott!
Dein Geist erfüllt uns mit Freude, gibt Geborgenheit und Mut zu einem Leben in deiner Nachfolge.
Dir gebührt Dank und Ehre allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist der Weg, den wir gehen sollen.
Wir bitten Dich:
Für alle Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil dort für sie ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich ist.
Stelle ihnen Menschen zur Seite, die ihnen helfen, eine neue Heimat zu finden.
Für alle Menschen, deren Heimat durch Krieg, Katastrophen oder Klimawandel zerstört worden ist.
Hilf allen, die bleiben, ihre Heimat neu aufzubauen, und allen, die gehen, eine neue Heimaten zu finden.
Für alle Menschen, die Angst vor Geflüchteten haben, weil sie sie nicht kennen.
Öffne ihr Herz, damit sie den Fremden mit offenen Armen entgegen gehen können.
Für alle Menschen, die Angst um ihre Wohnungen haben,
für alle, die keinen angemessenen Wohnraum finden oder bereits auf der Straße leben.
Lass sie Hilfe finden bei Menschen, die bereit sind, sich für sie einzusetzen.
Für alle, deren Wohnung leergeworden ist durch Trennung oder Tod.
Hilf ihnen, die Leere in ihren Wohnungen und in ihrem Herzen neu mit Sinn und Heimat zu füllen.
Für uns alle.
Hilf uns, unseren Weg zu finden und durch dich und in dir den Vater zu erkennen
Für unsere Verstorbenen.
Bereite ihnen einen Platz in den himmlischen Wohnungen.
Herr Jesus Christus,
du möchtest in uns dein österliches Licht entfalten und uns das Leben in Fülle zeigen.
Dafür danken wir Dir. – Amen.
Herr Jesus Christus,
in deiner Liebe wurde Gottes Liebe sichtbar.
In deinen Worten hören wir das Wort des Vaters.
Wir bitten dich:
Wir beten für alle Frauen und Männer, die in deiner Kirche tätig sind, sei es ehrenamtlich, sei es hauptamtlich,
dass sie ihre Aufgabe immer wieder neu als Dienst begreifen...
Wir beten für alle, die dein Wort auslegen.
Sende ihnen deinen Heiligen Geist, dass sie das verkünden, was du der Welt sagen willst.
Wir beten für Papst Franziskus und alle Bischöfe auf der ganzen Welt.
Schenke ihnen Weisheit, deine Kirche zu leiten, damit sie Gottes Liebe glaubwürdig verkünden.
Wir beten für alle Länder dieser Welt, die besonders schwer von der Corona Pandemie betroffen sind.
Lass sie mit Ausdauer notwendige Wege zur Überwindung der Krise gehen.
Wir beten für alle Jugendlichen und für alle Kinder.
Stelle ihnen Vorbilder an die Seite, die sie zu Jesus führen.
Wir beten für alle, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden,
dass sie sich nicht wertlos fühlen, sondern ihnen Hilfe zuteil werde...
Wir beten für unsere Verstorbenen,
dass sie in den ewigen Wohnungen Freude und Erfüllung aller menschlichen Hoffnung erfahren.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Erhabener Gott,
durch die Feier des heiligen Opfers
gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.
Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,
sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
heilige unsere Gaben
durch die Menschwerdung deines Sohnes.
Durch seine Geburt hast du allen Menschen
den Weg der Wahrheit gewiesen
und ihnen dein Reich verheißen.
Laß uns in dieser Feier verkosten,
was du denen bereitet hast, die dich lieben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag nach Weihnachten
Gabengebet
Vater im Himmel,
in deinem Sohn ist der Welt
das Licht aufgeleuchtet,
das unserem irdischen Leben den Weg weist.
Laß uns in der Feier seines Opfers
das göttliche Leben empfangen,
damit wir selbst Licht werden für die Welt.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswahl 7
Herr, unser Gott,
dieses heilige Opfer helfe uns,
dass wir den alten Menschen ablegen
und den neuen anziehen,
der nach seinem Bild geschaffen ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
MB Chrisam-Messe
Bei dir, Herr, sind wir lebendige Steine.
Wir leben von dem Brot des Himmels,
du teilst mit uns den Kelch des Heils.
Du bist der Eckstein, der unser Leben,
unsere Hoffnungen, unsern Glauben zusammenhält.
Wir danken dir, dass du uns zu lebendigen Steinen machst.
Du gibst uns Anteil an deinem Leib,
deinem Blut
und verwandelst unser Leben.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du Wort Gottes,
das Fleisch wurde, sichtbar in der Gestalt des Brotes.
Herr Jesus Christus, du Weg, Wahrheit und Leben,
dein Leben war Hingabe und Liebe.
Herr Jesus Christus,
du lebendiger Stein, den die Menschen verwarfen,
du bist uns nahe, du bist sichtbar und greifbar in Brot und Wein.
Erfülle und verwandle uns. - Amen.
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. (GL 55,1)
Gott und Vater im Himmel,
wir kommen zu dir, um dich zu preisen.
Von Anfang an hast du dich gezeigt als der Leben stiftende Gott.
Die Welt hast du ins Dasein gerufen und Leben auf ihr geweckt.
Dem Menschen hast du die Erde anvertraut,
dass er sie behüte und bebaue.
Kehrvers
In Jesus hast du dich als Gott der Liebe geoffenbart,
der das Leben will und Wege zum wahren Leben zeigt.
Er hat aufgerichtet, die von der Last des Lebens niedergedrückt waren.
Er hat geheilt, die an der Not ihrer Krankheit zu zerbrechen drohten.
Er hat allen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet,
die für sein Wort offen waren.
Kehrvers
Alle, die seinem Ruf Gehör schenkten und ihm folgten,
hat er zu einem geistigen Haus aus lebendigen Steinen aufgebaut.
Uns hat er berufen, sein auserwähltes Volk zu sein.
Er hat uns zu einer königlichen Priesterschaft gemacht,
damit wir deine großen Taten verkünden.
Kehrvers
Damit dein Werk auf Erden fortgeführt werde,
hat er Apostel eingesetzt und Diakone,
damit sie für alle sorgen, die Not leiden.
Uns allen hat er aufgetragen,
die Werke zu vollbringen, die er vollbracht hat,
damit so alle Menschen dich als den einen und wahren Gott erkennen und preisen.
Kehrvers
Darum stimmen wir, deine Kirche, ein in den Lobgesang der Engel und Heiligen.
Wir singen mit der ganzen Schöpfung dein Lob:
Danklied, z. B.: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus (GL 381)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Wir danken dir, Vater,
Herr des Himmels und der Erde,
und preisen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn, dein Wort, hast du die Welt geschaffen
und lenkst sie in deiner Weisheit.
Ihn, deinen menschgewordenen Sohn,
hast du uns zum Mittler gegeben.
Er hat deine Botschaft verkündet
und uns gerufen, ihm zu folgen.
Er hat uns erlöst durch sein Kreuz
und mit deinem Geiste besiegelt.
Er ist der Weg, der uns zu dir führt,
er ist die Wahrheit, die uns frei macht;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Durch ihn führst du deine Söhne und Töchter zusammen
zu einer einzigen Familie.
Darum rühmen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Besondere Anliegen 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Jesus, du hast gesagt
ICH BIN DER WEG
dir nachfolgen heißt,
deinem Beispiel folgen,
deinen Weg gehen:
den Weg des Miteinander statt gegeneinander
den Weg zu den Menschen
den Weg gegen den Strom der Zeit
den Weg zum Kreuz
den Weg der Liebe.
Du hast gesagt
ICH BIN DIE WAHRHEIT
dir nachfolgen heißt, deiner Wahrheit glauben:
der Wahrheit der Güte und Größe Gottes
der Wahrheit der Erlösung von Sünde und Tod
der Wahrheit der Auferstehung
der Wahrheit des Geistes
der Wahrheit der Liebe.
Du hast gesagt
ICH BIN DAS LEBEN
dir nachfolgen heißt, nach deinem Beispiel leben:
ein Leben des Mitleids und der Anteilnahme
ein Leben der Verzeihung und der Versöhnung
ein Leben das nach Gottes Willen fragt
ein Leben der Liebe.
Lass uns auf dich schauen
lass uns dir nachfolgen
Bruder Jesus
der du WEG - WAHRHEIT - und LEBEN bist
damit unser Leben gelingt.
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Leib und Seele gesunden.
Gib, daß wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
stärke uns durch die Kraft deines Sakramentes.
Laß uns durch deine Gnade reich werden an guten Werken
und bei der Wiederkunft deines Sohnes
den verheißenen Lohn empfangen: die ewige Freude.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Advent 22. Dezember
Gott, du Herr der Welt,
du hast alle Dinge geschaffen
und den Menschen geboten,
die Mühen der Arbeit auf sich zu nehmen.
Lass alles, was wir beginnen,
dem Wohl unserer Mitmenschen
und dem Wachstum des Reiches Jesu Christi dienen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Besondere Anliegen 25
Du, Gott, hast Jesus von den Toten auferweckt
und unserem Leben Zukunft gegeben.
Wenn wir ihn hören, hören wir dich,
wenn wir ihn sehen, sehen wir dich.
Er ist der Weg, auf dem wir gehen,
er ist die Wahrheit, der wir trauen,
er ist das Leben, das den Tod bezwingt.
Begleite uns auf den Wegen, die vor uns liegen und
segne die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen.
In Christus, der uns in seiner Treue bewahrt für die Ewigkeit. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du Wort Gottes,
das uns Mut und Kraft für unser Leben gibt.
Herr Jesus Christus, du Weg, Wahrheit und Leben,
du bist bei uns alle Tage.
Herr Jesus Christus,
du lebendiger Stein, den die Menschen verwarfen,
du schenkst uns Zuversicht.
Segne uns, wenn wir in unser Leben gehen,
wenn wir dein Wort bezeugen. - Amen.
US-Präsident Donald Trump ist nach seinen Angriffen auf Papst Leo XIV. und seiner Selbstinszenierung als Jesus in die Defensive geraten. Kritik gab es vor allem von wichtigen Verbündeten: religiösen Gruppen in den USA und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
orf.at 14. April 2026
gesetzt den Fall
ER käme morgen wieder
so
wie ER es verheißen hat
und ER käme wieder nicht
in Macht und Pracht
sondern -
wie schon einmal -
mitten in unsere
bedürftige Menschlichkeit
gesetzt den Fall
ER stände morgen
mit der gleichen Botschaft
mit den gleichen Anfragen
mit den gleichen Anforderungen
im Namen des Vaters
vor meiner Tür
würde ich -
in der Verwirrtheit
und
Verschlossenheit meines Herzens -
IHN erkennen
wenn ER zu mir spricht
„Glaub mir doch.“
ja
gesetzt den Fall
ich nehme IHN ernst
dann steht er
in jedem
DU
in jeder Begegnung
vor meiner Tür
HEUTE
und auch
MORGEN
IMMER
Beatrix Senft 2023.
Ein anheimelndes Evangelium trotz der Endzeit, in die es hinein gesprochen wird und die es thematisiert: „ich gehe euch einen Platz bereiten im Hause des Vaters, in dem es viele Wohnungen gibt“, spricht Jesus zu den Jüngerinnen und Jüngern. Wohnungen: einen Ort, an dem man sich geschützt zur Ruhe legen kann, einen Ort, an dem man sich auskennt, dem man seinen eigenen Stempel aufdrücken kann; ein Sehnsuchtsort vieler, die keine Wohnung haben, deren Wohnung zerstört wurde durch Krieg oder Katastrophen, oder die erst gar nicht in der Lage sind, eine Wohnung zu bekommen. Menschen, die keine Miete zahlen können, Menschen, die obdachlos geworden sind, vielleicht aus Gründen, die nur sie selbst beurteilen können. Menschen auf der Flucht, in Elendslagern, in den Massenquartieren auch bei uns: Für alle diese Menschen ist „Wohnung“ ein Synonym für „zu Hause“, „angekommen sein“, (menschenwürdig) leben zu dürfen, sich nicht verstellen zu müssen.
Diese Sehnsucht muss man kennen oder zumindest ahnen, um zu verstehen, was Jesus meint. Wir kommen nach Hause, es ist eine Wohnung bereitet für uns, kein Massenquartier, keine Behelfsunterkunft: eine Wohnung. Eine eigene Wohnung für jeden und jede von uns. Es ist ein Ende aller Heimatlosigkeit, wir dürfen hoffen: wir kommen nach Hause.
Wohl deshalb ist dieses Evangelium auch immer wieder gewünscht von Angehörigen bei Beerdigungen: sie glauben daran oder hoffen zumindest darauf, dass der oder die Verstorbene nun zu Hause ist, in Ruhe und Frieden für alle Zeit.
Wir dürfen darauf vertrauen: wenn wir Jesus nachfolgen mit all unseren Fähigkeiten, aber auch mit all unserem Unvermögen, dann werden wir nach Hause kommen am Ende unserer irdischen Zeit.
Beatrix Senft 2023.
Einer sagt von sich
er ist alles in einem
Weg
Wahrheit
Leben
Verwirrend?
Was ist
die Wahrheit
meines Lebens?
Wie fühlt sie sich an?
Beflügelt sie mich?
Lähmt sie mich?
Wahrheit in dem
was mein Leben jetzt ausmacht
Ist es nicht in Wahrheit
Tag für Tag
ein Suchen
ein Ringen
ein Fragen
ein mich mir selbst stellen
ein Ahnen
und die Frage
Wo bist du – Gott?
In all den Wirrnissen
sagst du
lass dich nicht verwirren
Dich erkennen
in meinem Leben
Mich erkennen
in deinem Leben
Glaube macht‘s möglich
sagst du
und ich
lass mich drauf ein
auf dieses LEBEN mit DIR
Tag für Tag auf’s Neue!
Ja – das ist mein Weg!
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Der Diakon ist ein Stand in der Kirche, der nicht nur aufgrund von Taufe und Firmung, sondern aufgrund einer sakramentalen Weihe durch einen Bischof begründet wird. Neben dem Bischofsamt ist das Diakonenamt das älteste, schon im Neuen Testament bezeugte Amt in der Kirchengeschichte. Durch die Jahrhunderte hat der Diakonat immer fortbestanden, ist jedoch ab dem 9. Jahrhundert, seiner tiefsten inneren Sinnbedeutung weitgehend entkleidet, lediglich zu einer Vorstufe der Priesterweihe geworden.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat den Diakonat als eine beständige Weihestufe wiederentdeckt. Sinn und Zweck der Diakonenweihe ist es, den christlichen Bruderdienst als Erlöserdienst Christi selbst anfassbare Wirklichkeit für die Menschen werden zu lassen. Das Ureigene des Diakonats besteht darin, aufgrund der Stärkung durch die sakramentale Gnade und aufgrund der sakramentalen Verbindung zum christlichen Heilsmysterium Christus überall dort sichtbar zu machen, erkennbar und berührbar zu machen, wohin er vom Bischof gesandt wird. So war es schon in der Apostelgeschichte und so ist es auch heute wieder, in einer Zeit, in der mehr als 2.900 Diakone in der katholischen Kirche in Deutschland ihre ganz unterschiedlichen und vielfältigen Dienste tun.
In der Pfarrei begegnen sie uns immer wieder an den entscheidenden Wegmarken des Lebens. Sie spenden die Sakramente der Taufe, der Eucharistie und Wegzehrung, assistieren den Eheschließungen der Brautleute, geleiten die Verstorbenen auf ihrem letzten irdischen Weg. Diakone assistieren dem Bischof und dem Priester bei der Feier der Gottesdienste, verkündigen das Evangelium und predigen, wie es schon in der Urkirche ihre Aufgabe war und stehen nichteucharistischen Gottesdiensten (Stundenliturgie, Andachten) vor. Sie leisten den Dienst der Nächstenliebe an denen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen am Rande der Gemeinde oder Gesellschaft stehen. Auf diese Weise sind sie die amtlich bestellten Helfer des Bischofs und der Priester.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil können auch verheiratete Männer zum Diakon geweiht werden, sofern die Ehefrau der Weihe zustimmt. Der Weihe voraus geht entweder ein theologisches (Universität) oder religionspädagogisches(Fachhochschule) Studium oder eine berufsbegleitende Ausbildung je nach diözesanen Regelungen. Der Einsatz der Ständigen Diakone erfolgt in den Diözesen nach Maßgabe der jeweiligen Bestimmungen, entweder im Hauptamt oder verbunden mit einem weltlichen Beruf.
Georg Gänswein, Martin Lohmann, Katholisch - Wissen aus erster Hand, Reinbach 2010.
Ein Konglomerat
aus
griechischer Philosophie,
römischem Recht,
germanischer Gefolgstreue,
mittelalterliche Angst,
absolutistischer Macht,
aufklärerischer Entmythologisierung,
romantischem Traditionalismus,
gemeindeideologischen Gutmenschentum
und einer kleinen Prise Jesus.
Dennoch:
Es gibt das Christentum
nicht nackt,
nicht chemisch rein,
sondern nur im Gewand der Geschichte,
im Gemenge er Meinungen.
Solange ich Jesus im Munde führen darf,
schlucke ich das andere gern.
Solange er in meinem Herzen ist,
poche ich auf dem anderen nicht herum.
solange mir sein Wort unter die Haut geht,
kratzt mich das andere weniger.
Solange er mein Handeln motiviert,
haut mich das andere nicht um.
Er in mir,
ich in ihm,
er mit mir
auf dem Weg
zum Vater.
Christus in uns,
zwischen uns,
durch uns hindurch.
Darum geht's.
Stefan Jürgens, Ausgeheuchelt, So geht es aufwärts mit der Kirche, Freiburg 2019.
Für die Christen ist Jesus das Sinnbild des Menschseins. Was das in seiner Tragweite bedeutet, bleibt solange unklar, wie wir glauben, Jesus sei gekommen, um uns Spiritualität zu lehren. Und in diesem Glauben bestärken uns die Kirchen unermüdlich. Kein Wunder, wenn die meisten Christen sich in diese Richtung orientieren und versuchen, der Spiritualität in ihrem Leben Raum zu verschaffen. Doch Spiritualität ereignet sich ganz von selbst!
Nein, wenn Jesus wirklich das Sinnbild von Menschsein ist, dann geht es um etwas anderes. Dann geht es darum, dass wir lernen, Mensch zu sein! Diese Erkenntnis ist, wenn wir sie konsequent weiterdenken, geradezu schockierend. Dann ist Religion nicht länger ein eng begrenzter Lebensbestandteil, den wir am Sonntag hervorholen können, der vielleicht noch bei der Entscheidungsfindung moralischer Fragen eine gewisse Rolle spielt, der aber ansonsten auf unser Leben keine nennenswerten Auswirkungen hat. Dann ist Religion nicht länger Privatsache und sie beschränkt sich nicht auf die eigene Kirchengemeinde.
Zu lernen Mensch zu sein - dieser Frage stehen wir immer gegenüber, von den allerersten Entwicklungsschritten als Neugeborene an über die weitere persönliche Entwicklung bis hin zur Aufgabe, ein neuer Mensch zu werden. Zu lernen Mensch zu sein - dieser Frage stehen wir also in einem fundamentalen Sinn und auch in einem globalen! Dieser Frage steht der ganze Planet genau jetzt gegenüber: Wie können wir uns gegenseitig menschlich, würdig, höflich und respektvoll behandeln?
Richard Rohr, Nur wer absteigt, kommt auch an, Die radikale Botschaft der Bibel, München 2013.
Unüberschaubar – verwirrend
erscheint heute die globalisierte Welt
und oft auch das eigene Leben
Verwirrung beginnt im Herzen
Glauben auch
Glaub an mich
sagt Jesus – und -
Mögest du DEINEN Weg finden
Der ICH für DICH sein will
Ein Weg
Der aus der Verwirrung führt
Ein Weg
Der anspruchsvoll ist – und heilsam
Ein Weg
Der die Wahrheit deines Lebens erschließen will
Ein Weg
Der DEIN Leben aufgehen lässt
Was willst du
mehr?
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Und darin soll ich meine
LEBENsBERUFUNG entdecken?
Jesu Berufung war es
Hirte, Tür, Stimme zu sein
inmitten der Volksmenge
und für den einzelnen Menschen.
Er will mich leiten –
trau ich seiner Leitung?
Er verschafft mir Zugang
zu meinen Möglichkeiten
für ein erfülltes Leben.
Ist ER für MICH Tür?
Unaufdringlich seine Stimme
inmitten lautstarker Reden,
die Menschen verzwecken
aber nicht gewinnen wollen.
Deine Stimme
führt mich leise
zu mir selbst
und sie stimmt mich täglich ein
auf meine Aufgabe.
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Je größer die Zahl der Glaubenden wurde, desto wichtiger war es für sie, die Gemeinschaft zu bilden und zu stärken. Zugleich bemerkten sie die ersten Trennungen unter sich. Hier werden die Hellenisten und die Hebräer genannt. Die einen kamen aus der jüdischen Tradition zum Glauben an Christus, die anderen aus der außerjüdischen Tradition.
Um die Gemeinde zu stärken und den Nöten der Menschen gerecht zu werden, kommt es zur Ausformung der Ämter: Der Aposteldienst als Verkündigung des Wortes, der Diakonendienst in der greifbaren Zuwendung zum Nächsten. Sowohl bei den Aposteln als auch bei den Diakonen wird die Zahl als heilige Zahl bestimmt: Zwölf Apostel und 7 Diakone. Für beide Dienste galt: Sie sind in der Kraft des Gottesgeistes erkannt und gelebt.
Die Zukunft der Gemeinde gab dieser Entscheidung die Bestätigung. Diese Form von Problemerkenntnis, Lösungsidee, Lösungsumsetzung und Erfolgsmeldung findet sich auch bei verschiedenen Berufungsgeschichten des Alten Testaments. Die hervorgehobene Erwähnung des Stephanus eröffnet schon die spätere Schilderung seiner Verkündigung.
Mit diesem Text beginnt in der Apostelgeschichte zeitlich gesehen ein neuer Abschnitt. Einige Exegeten gehen davon aus, daß zwischen den vorangegangenen Ereignissen und diesem Abschnitt der Apostelgeschichte wahrscheinlich die Zeitspanne von rund einem Jahr liegt, da es sich nun um eine große und nicht mehr geschlossene Gemeinde handelt. Erste Gruppierungen innerhalb der Gemeinde - Hellenisten und Hebräer - werden sichtbar und der Streit um die Witwenversorgung war wohl nur ein Anlaß, der tiefere Meinungsverschiedenheiten freilegte.
Das Wort "Jünger" bezeichnet nun die Schar aller Glaubenden und nicht mehr nur den Kreis der Apostel. Offenbar hatten die Apostel schon bisher Gehilfen für den sogenannten "Dienst". Es scheint klar zu sein, daß die Anhänger der jüdischen Lebensweise zur Betreuung "gesetzesfreier" Hellenisten nicht so gut geeignet waren und Streitereien aus diesen Unterschieden folgten. Der "Dienst" wird gewöhnlich auf die Caritas beschränkt. Die Hervorhebung der Geistesgaben und die feierliche Einsetzung lassen jedoch auf mehr schließen. Im Zusammenhang mit Apg 2,42 und 2,46 ("im Dienst an den Tischen"), kann auch die Feier des Brotbrechens miteingeschlossen sein. Bedenkt man, daß Philippus später Gemeinden gründete, so kann man bei den "sieben Männern" wohl an apostolische Helfer in der Vollmacht von Ältesten denken.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz