Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war,
kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird
und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist,
nach Jerusalem zurück.
Als sie in die Stadt kamen,
gingen sie in das Obergemach hinauf,
wo sie nun ständig blieben:
Petrus und Johannes,
Jakobus und Andreas,
Philippus und Thomas,
Bartholomäus und Matthäus,
Jakobus, der Sohn des Alphäus,
und Simon, der Zelot,
sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet,
zusammen mit den Frauen
und Maria, der Mutter Jesu,
und seinen Brüdern.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich schaue Gottes Güte im Land der Lebenden - Kv
Oder: Halleluja.
Oder GL 46,1
Der HERR ist mein Licht und mein Heil: *
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: *
Vor wem sollte mir bangen? - Kv
Eines habe ich vom HERRN erfragt, dieses erbitte ich: *
im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens;
die Freundlichkeit des HERRN zu schauen *
und nachzusinnen in seinem Tempel. - Kv
Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; *
sei mir gnädig und gib mir Antwort!
Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht! *
Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Schwestern und Brüder!
Freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt;
denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit
voll Freude jubeln.
Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet,
seid ihr seligzupreisen;
denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes,
ruht auf euch.
Wenn einer von euch leiden muss,
soll es nicht deswegen sein,
weil er ein Mörder oder ein Dieb ist,
weil er Böses tut
oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt.
Wenn er aber leidet, weil er Christ ist,
dann soll er sich nicht schämen,
sondern Gott darin verherrlichen.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Menschen, die der Erste Petrusbrief vor Augen hat, haben Anteil an den Leiden Christi. Ihnen wird auch seine Herrlichkeit zugesprochen.
In Wenn-Sätzen entfaltet der Brief, was gemeint ist: Wer wegen des Namens Christi beschimpft wird, ist selig zu preisen. Wer leidet, weil er Christ ist, soll sich nicht schämen – wie jemand, der Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt. Petrus greift Erfahrungen und Befürchtungen auf.
Der Brief übernimmt die schwere Aufgabe, Menschen aufzurichten, die in ihrer Umwelt angefochten werden, Christen zu sein. Der Weg Christi zeichnet auch den Weg der Menschen vor, die sich nach ihm nennen und ihrer Berufung treu bleiben. „Der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch“ – eine Gewissheit, die in der Taufe mitgegeben ist.
Hintergrund unseres Lesungstextes ist die domitianische Christenverfolgung, der die Adressaten des Briefes ausgesetzt waren. Die Christen weigerten sich, den römischen Kaiserkult mitzumachen und den Kaiser als "dominus et deus", als "Herrn und Gott" anzuerkennen. Ihr Herr ("Kyrios") ist der Jesus Christus, ihm allein gebührt göttliche Ehre. Dabei wurde bereits die Bezeichnung "Christ" als ausreichender Grund für die Verfolgung angesehen. Aus den Briefen des Plinius des Jüngeren, der in den Provinzen Bithynien und Pontus als kaiserlicher Legat eingesetzt war, geht hervor, daß die Verfolgung sonst Unschuldige trifft.
Mit 4,12 beginnt ein Briefanhang mit Mahnungen.
V. 12-14 beschäftig sich mit der Frage des Leidens: Es ist nicht Strafe, sondern Feuerprobe. Es ist Teilhabe am Leiden Christi; die Gemeinschaft des Leidens sichert auch die Gemeinschaft in der Vollendung. (Vgl. Phil 3,10; Röm 8,17: "Mit-Leiden": Petrus scheint hier dem paulinischem Gedanken zu folgen.)
Der Abschnitt scheint in einer Zeit drohender oder schon beginnender Verfolgung verfaßt zu sein. Heil bringt aber nur die Verfolgung um Christi willen, nicht aufgrund irgendeiner Straftat. Der Name allein genügt für die Verfolgung!
V. 17f spricht vom Wissen um die eschatologische Stunde: schon beginnt das Gericht - und zwar beim eigenen Volk. Es ist Strafe für den Unglauben.
Wenn aber schon der Gerechte kaum besteht, wie dann der Gottlose? (vgl. Spr 11,31)
V. 19 ermahnt die Leidenden, daß sie an den Gott des Lebens, an den Schöpfer denken und so standhalten.
Christsein ist hier nichts Bequemes, sondern fordert zum Bekenntnis mit dem eigenen Leben heraus - das Leiden für den Namen Christi bringt aber die Verheißung der Vollendung, des Bestehens im Gericht.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.
Ich komme zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das sog. hohepriesterliche Gebet Jesu kreist um ein Thema: die Verherrlichung. Johannes zitiert aus der Leidensgeschichte Jesu: die Stunde ist da. Aber anders als dort, wird das Geschick Jesu hoheitsvoll erzählt, gedeutet und verkündigt.
Der Sohn bittet, verherrlicht zu werden, damit er den Vater verherrlichen kann. Das ist zwar schon „auf der Erde“ geschehen, als er das Werk zu Ende führte, das ihm aufgetragen war – aber Jesus bittet, an der Herrlichkeit teilzuhaben, die er vor der Zeit schon hatte. Der Evangelist Johannes verkündet die Würde Jesu, die vor der Welt war. Im Prolog heißt es: Im Anfang, bevor alles wurde, war das Wort … Offenbart wird das am Kreuz.
In diesem Gebet werden Menschen als Zeugen sichtbar. Ihre Erkenntnis, ihr Glaube, kommt von Jesus. Ist Offenbarung. Jedenfalls keine eigene Leistung. Worum es geht? „Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast“. Jesus verweist in seinem Weg und seiner Verkündigung auf den Vater. Es ist kein Konkurrenzverhältnis, sondern eine Gemeinschaft, die älter ist als alles Gewordene.
Jesus tritt für die Menschen ein, bittet für die, die zum Vater gehören. Am Schluss geht es fast unter: in ihnen bin ich verherrlicht. Johannes, der mit einem Adler verglichen wird, der in großer Höhe seine Runden dreht, aber die kleinsten Bewegungen wahrnimmt, sieht sich und den Vater in denen verherrlicht, die „die Worte, die du mir gegeben hast“, angenommen haben.
In der Verherrlichung kommen der Vater, der Sohn und die Glaubenden in eine nicht auflösbare Gemeinschaft. Es ist ein sich gegenseitig „großmachen“, an der Ehre des anderen wachsen, mit sich selbst nicht genug haben. So kommt von dem Wort „Verherrlichung“ ein Glanz, der auch einfaches menschliches Leben schön macht – und Gott auch.
Johannes sammelt in den Abschiedsreden (Kap.14-17) Jesu Worte und Gedanken und gibt ihnen sein sprachliches und theologisches Gepräge. Er sammelt dieses ganze Material und verlegt es an einen Ort, der für uns heute der Geburtsort der Kirche ist. Die Rede ist in sich nicht geschlossen. Sie bietet mehrere Gedankenkreise.
Der heutige Evangelientext, wird seit dem 16. Jahrhundert das "hohepriesterliche Gebet" genannt. Heute wird es oft auch Abschiedsgebet des Herrn genannt. Jesus hat den Auftrag, der ihm mit seinem Leben gegeben wurde, erfüllt. Er hat die Botschaft Gottes verkündigt und gezeigt, wer Gott ist.
Hier haben wir gleichsam das Hochgebet seines Opfers vor uns. Der Evangelist hat dieses Gebet nicht wörtlich aufgeschrieben, sondern so, wie es der erhöhte Herr fürbittend spricht. Jesus bittet für sich, für die gegenwärtigen Jünger und für die zukünftigen Gläubigen. In der entscheidenden Stunde seines Lebens betet Jesus um seine Verherrlichung. Dadurch wird auch der Vater verherrlicht und seine Gottherrrlichkeit geoffenbart. Jesus benützt seine Machtherrlichkeit dazu, den Menschen das ewige Leben zu geben. Dieses besteht in der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater und Jesus Christus. Das Gebet wiederholt dann den Anfang - die besondere Betonung der Verherrlichung klingt hier an.
Anschließend bittet Jesus für seine Jünger und begründet diese Bitte. Sie sind seine Jünger - sie gehören aber auch dem Vater. Vater und Sohn haben alles gemeinsam. Auf den heutigen Evangelientext folgen zwei Bitten: die Bitte um Bewahrung im Glauben an die Offenbarung und die Bitte um Heiligung - damit alle die Früchte der Selbstheiligung Jesu sehen und die Einheit der Jünger (Kirche).
Mit Kap. 17 schließt Joh den "Abschiedsreden" (Joh 14-16) ein feierliches Gebet Jesu (das "hohepriesterliche Gebet") an den Vater an - es ist das längste Gebet Jesu in den Evangelien.
V. 1-5: Bitte Jesu um seine Verherrlichung. Ziel der Verherrlichung ist es, den "Seinen" ewiges Leben zu schenken.
Die Bitte um Verherrlichung (V. 1) schließt an 13,31 an und entfaltet die Bedeutung des Hinübergangs Jesu für die Jüngergemeinde.
V. 6-11a: Bringt die Begründung für die Verherrlichung unter Bezugnahme auf die Jünger; es ist gewissermaßen eine "Lebensbilanz" Jesu.
("Der Abschnitt enthält in gedrängter Form die joh. Theologie der Offenbarung und der Heilsgemeinde, die Gottes heiliger Bereich inmitten der Welt sind." - Schnackenburg)
V. 11b-19: Jesus bittet für die Jünger um Bewahrung (11-16) und Heiligeung in der Wahrheit (17-19).
Ohne die Fürbitte fehlt das Ziel von von V. 1-11a!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.
Heiliger Vater,
bewahre sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast,
damit sie eins sind wie wir!
Solange ich bei ihnen war,
bewahrte ich sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast.
Und ich habe sie behütet
und keiner von ihnen ging verloren,
außer dem Sohn des Verderbens,
damit sich die Schrift erfüllte.
Aber jetzt komme ich zu dir
und rede dies noch in der Welt,
damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben
und die Welt hat sie gehasst,
weil sie nicht von der Welt sind,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst,
sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit;
dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast,
so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie,
damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Warten wird je nachdem, worauf wir warten, sehr unterschiedlich erlebt. Was es bedeutet, auf die verheißene Gabe Gottes, den Heiligen Geist zu warten, können wir von den Jüngern und Jüngerinnen, die nach der Himmelfahrt Jesu um Maria versammelt sind, lernen.
Immer wieder müssen wir in der Kirche warten. Warten auf die Geburt des Herrn, warten auf Ostern, warten auf den Hl. Geist. Aber auch in unserem persönlichen Leben müssen wir immer wieder warten, auf Frieden, Versöhnung und Heilung. Ja, nicht selten ist unser ganzes Leben geprägt und gezeichnet vom Warten. Und diese Zeit des Wartens macht uns manchmal sehr zu schaffen, wenn wir beispielsweise nach einem Arzttermin auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten oder wenn wir auf eine gute Nachricht nach einer Bewerbung hoffen.
Warten bedeutet oft Unsicherheit. Man weiß nicht, wie es weitergeht. Man fühlt sich vielleicht machtlos oder allein. Genau in einer solchen Situation befinden sich auch die Jünger in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Jesus ist nicht mehr sichtbar bei ihnen, und der Heilige Geist ist noch nicht gekommen. Sie leben in dieser Zwischenzeit des „nicht mehr“ und „noch nicht“.
Doch die Jünger tun etwas Entscheidendes. Die Apostelgeschichte erzählt uns, dass sie einmütig im Gebet verharrten – gemeinsam mit allen Bekannten und Freunden. Sie bleiben also zusammen und sie beten miteinander und füreinander. Die Urkirche beginnt also nicht mit erster Aktivität und Geschäftigkeit, sondern mit dem vertrauenden Warten auf Gottes Wirken.
Vielleicht ist das auch für uns eine wichtige Botschaft. Wir möchten vieles sofort lösen und Antworten schnell bekommen. Aber manches kann nur reifen, wenn wir geduldig werden und Gott Raum geben. Christliches Warten ist deshalb kein leeres Warten, sondern ein hoffnungsvolles Warten. Es lebt aus dem Vertrauen: Gott ist da, auch wenn wir ihn im Moment nicht sehen oder verstehen.
Mitten unter den Jüngern steht Maria, die Mutter Jesu. Maria steht nicht im Vordergrund mit großen Worten. Sie ist einfach da. Betend. Glaubend. Hoffend. Sie wartet mit den Jüngern und wird so zum Vorbild der Kirche: nicht resignieren, sondern im Gebet ausharren und auf Gottes Wirken hoffen.
Die Apostelgeschichte zeigt uns mit den Jüngern und Maria einen Weg, wie wir das Warten besser aushalten können: Eben nicht stehen bleiben oder sehnsüchtig auf die Vergangenheit zurückblicken, sondern gemeinsam gehen, zusammenbleiben und beten. Denn wer miteinander betet, der lernt, die Gegenwart Gottes auch dort zu entdecken, wo sie nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Und so dürfen auch wir darauf vertrauen: Christus ist uns nicht fern. Er ist mitten unter uns – in seinem Wort, in der Gemeinschaft, im Gebet.
Die zweite Lesung aus dem ersten Petrusbrief knüpft dann mit den Schwierigkeiten des Glaubens an die Apostelgeschichte an: Christen erleben Widerstand und Anfeindung. Auch heute erfahren viele Menschen, dass es nicht selbstverständlich ist, sich offen zum Glauben zu bekennen. Vielleicht wird man belächelt oder unverstanden. Vielleicht kostet es Kraft, christlich zu leben. Petrus macht uns allen Mut: Wer zu Christus gehört, ist auch im Leid nicht allein. Der Auferstandene geht mit uns. Der Glaube nimmt nicht jede Last weg, aber er schenkt Halt mitten in den Belastungen des Lebens.
Im Evangelium hören wir schließlich das große Gebet Jesu kurz vor seinem Leiden. Jesus denkt nicht zuerst an sich selbst. Er betet für seine Jünger. Er bittet den Vater: „Bewahre sie in deinem Namen.“ Das ist ein tröstlicher Gedanke: Christus betet für uns. Er kennt unsere Sorgen, unsere Unsicherheiten und auch unser Versagen. Und dennoch lässt er uns nicht los.
Gerade heute, in einer Zeit voller Spannungen und Spaltungen, ist diese Bitte Jesu um Einheit besonders wichtig. Einheit bedeutet nicht, dass alle gleich sind. Einheit wächst dort, wo Menschen mit Christus verbunden bleiben. Die Jünger damals wussten noch nicht, was Pfingsten bringen würde. Aber sie blieben zusammen, sie beteten und vertrauten in Gemeinschaft. Genau dazu lädt uns dieser Sonntag ein: geduldig zu werden, im Glauben auszuharren und offen zu bleiben für den Heiligen Geist. Denn Gottes Geist kann Neues wachsen lassen – auch dort, wo wir nur Grenzen sehen.
In der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten waren die Jünger Jesu auf den verheißenen Heiligen Geist. Was erwarten sie sich vom Heiligen Geist? Was können sie von ihm erwarten? Was der Heilige Geist bewirkt, erfährt die Kirche im konkreten Leben.
Heute gibt es eine intensive Vorbereitung auf das „Fest der Geistsendung“- Pfingsten. Was wir da zu hören bekommen, ist schwer verdaulich.
Die erste Lesung führt uns in die Anfänge der „Jesus- Bewegung“ ein. Einige Verse davor wird dieser kleinen Gemeinschaft die „Kraft des Heiligen Geistes“ zugesprochen, „er wird auf euch herabkommen.“ (Apg 1,8). Anders gesagt: Der Geist wird euch bei der Ausbreitung des Reiches Gottes behilflich sein. Der Zusammenhalt und das Gebet sind tragend für die junge Gemeinschaft. Die „Jesus- Bewegung“ begeistert und bewegt, treibt voran.
Wenn Sie von einem Vorhaben begeistert sind, kommt Bewegung in die Sache. Sie ist zukunftsgerichtet, und es besteht die Hoffnung, dass alles glatt geht. Die Apostelgeschichte berichtet aber auch davon, dass die Jünger Angst hatten und hinter verschlossenen Türen saßen. Diese Angst wurde durch Gebet überwunden. Die Jünger fanden diesbezüglich in Jesus ein Vorbild. Er zog sich immer wieder zum Gebet zurück.
Auch große Begeisterung, hochaktives Wirken verschont nicht vor Rückschlägen. Diese Rede des Petrusbriefes über das Anteilhaben am Leiden Christi führt immer wieder zu Missverständnissen. Sie bestärkt den Eindruck – und das scheint sich gelegentlich auch zu bewahrheiten - dass Katholik*innen leidensverliebt seien und Freude am Leiden hätten. Das wäre pervers. Gemeint ist hier Leid als Prüfung mit Blick auf Jesus. Von da her erhebt sich die Frage: Wie hat er Leid bewältigt? Er hat sich nicht darüber gefreut. Als Mensch war es ihm nicht möglich, seinem Leidenskelch zu entkommen.
Leiden heißt allen möglichen Prüfungen ausgesetzt sein, ausgesetzt durch Ausgrenzungen, Verleumdungen, Intrigen… In diesen Situationen werden uns klare Entscheidungen als Bekenntnis zum Christentum abverlangt. Leiden bis hin zur Verfolgung. Daran kann man mit Hilfe des Heiligen Geistes wachsen und die Persönlichkeit entfalten oder aber in Depression untergehen. Das Abwägen der Situation und auch Zweifel können zu einer guten Entscheidung beitragen, darüber beten, nachdenken, überlegen.
Wir werden aber auch mit einer neuen Ethik konfrontiert. Sie lehrt uns, Widerwärtigkeiten nicht durch Rache und andere Vergeltungsmaßnahmen Unangenehmes aus der Welt schaffen, sondern nach dem Vorbild Jesu Gewaltlosigkeit nachzuahmen und einzuüben. Das ist nicht leicht, wenn Zorn und andere Emotionen nach Vergeltung schreien. Wiederum wird uns der scheidende Jesus im Evangelium zum Vorbild.
Im letzten Teil seiner Abschiedsrede bietet der Evangelist einen Rückblick auf Jesu irdisches Leben. „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ (Joh 17,6), also etwas ganz Persönliches getan. Der Name Gottes ist ein Identitätsmerkmal in vielfältiger Form: „Ich-bin-der-ich-bin-da“, also immer gegenwärtig. „Abba“ als Koseform für Vater, Väterchen. Diese Namensgebung drückt großes Vertrauen aus. Gottes und Jesu Namen soll geoffenbart und vertrauensvoll durch alle Generationen weitergegeben werden. Da gibt es genügend Hindernisse, angefangen von der Gleichgültigkeit, über Unwillen, Unkenntnis bis zur Verfolgung. Das wird im Evangelium mit dem Begriff „Welt“ umschrieben als Bedrohung und Gefahr für den Glauben, im Extremfall sogar für den Frieden.
In der Bergpredigt bekommen wir den Auftrag „Salz der Erde“ zu sein, das heißt, der Welt den guten Geschmack des Glaubens, vor allem im Liebesgebot zu verleihen. Wenn uns das in Ansätzen gelingt, „verherrlichen“ wir Gott.
Das erwartete Wirken des Heiligen Geistes umfasst gleich mehrere Dimensionen: Begeisterung für ein Vorhaben, hier die Ausbreitung des Reiches Gottes. Dazu gilt es in Bewegung zu bleiben, mitzuarbeiten, auch wenn Rückschläge und Krisen in auftreten. Das Vertrauen in Gott, in seinen Heiligen Geist, möge uns erhalten bleiben, damit unser Werk gelingt.
Im Johannesevangelium nimmt Jesus mit dem "Hohepriesterlichen Gebet" Abschied von den Jüngern und auch von uns. Er blickt voraus in die Zukunft, in die Unendlichkeit des Vaters, und nimmt uns in seine Beziehung zum Vater hinein.
Heute hängen wir mitten drin! Am Donnerstag feierten wir Christi Himmelfahrt. Jesus ist jetzt nicht mehr da. Zumindest nicht so, wie er einmal da war. Körperlich. Zum Anfassen. Zum Anschauen. Vielleicht sogar zum Anhimmeln.
Pfingsten aber feiern wir erst nächste Woche. Gott wird seinen Geist ausschütten. Über alle Menschen. Mit Sturm und Feuer bahnt sich eine neue Geschichte an: Einfache Leute, die von der Welt nichts gesehen haben, reden nicht nur so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – sie reden so, dass die ganze Welt aufhorcht, ja, versteht, wie Gott die Welt liebt und verwandelt.
Da ist er, der Herr, wieder ganz da.
Heute hängen wir mitten drin!
Mitten drin zu sein, ist eigentlich eine schöne Erfahrung. Wir sind von Erinnerungen umgeben, aber auch von Hoffnung. Wir schließen etwas ab, schauen aber gespannt und gebannt nach vorne. Mitten drin ist alles so wundervoll offen. Nichts ist ausgemacht. Nichts ist zugemacht. Nichts ist unmöglich.
Eine schöne Spur legt der lateinische Namen dieses Sonntags: Exaudi. Hört sich schon lateinisch an, ist es auch. Der ganze Satz – ein Psalmwort (Ps 27,7):
"Exaudi, Domine, vocem meam,
qua clamavi ad te;
miserere mei,
et exaudi me!"
"Höre, HERR, meine Stimme,
wenn ich dich rufe;
Sei mir gnädig und erhöre mich!
Höre, Herr!"
Mit den Menschen, die vor uns gelebt, geglaubt, gezweifelt, gehofft haben, sprechen wir Gott an: Er möge hören! Uns hören! Dass es für uns ein offenes Ohr gibt, ein offenes Herz – das ist mehr als eine Wunsch. Das drückt Gemeinschaft aus, Zutrauen – und Geborgenheit. Wie werden so oft überhört. Kaum ein Mensch, der dazu nichts sagen könnte. Und, auch das ist wahr, wieviel überhöre ich in einer lauten Welt?
Es ist heute ein Glücksfall. Mitten drin. Vor unseren Ohren spricht Jesus seinen Vater an. Von ihm weiß er sich gehört. Johannes überliefert das sogenannte Hohepriesterliche Gebet Jesu. In jedem Satz, so verschachtelt und gewunden sich alles anhört, bittet er zwar auch für sich, hören wir genauer hin: Er bittet für uns. Wir sollen an seiner Schönheit und Herrlichkeit teilhaben. Das breitet Jesus in seinem Gebet aus. Wie in einem Teppich, gewebt aus den Fäden des Lebens.
Jesus sagt:
"Die Worte, die du mir gabst, Vater
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast."
Eigentlich sind Gebete nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Johannes, der Evangelist meint aber, dass es jetzt so sein muss. Wir sollen Jesus ins Herz sehen! Dieses Gebet ist eine große Fürbitte. Eine Fürbitte für uns, für die Welt. Jesus vertraut uns seinem Vater an. Er legt uns Gott ans Herz. Nein, verlassen sind wir nicht. Verlassen werden wir nicht.
Jesus sagt:
„Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.“
Sie, die in der Welt sind – das sind wir. Ursprünglich waren die Jünger gemeint, die mit Jesus unterwegs waren, ihn hörten, sahen – verrieten und verlassen haben. Wohlgemerkt! Jetzt sind wir dazu gekommen.
Wer wir sind, wissen wir dann so genau auch nicht. Schon mutig, was Jesus sagt: Sie – wir – hätten sein Wort angenommen. Ich schlucke. Habe ich sein Wort angenommen? Haben wir sein Wort angenommen? Wann haben wir das gemacht? Wie ist uns das passiert? - Jesus entscheidet wohl alleine darüber, wie sein Wort angenommen wird. So richtig will das nicht in meinen Kopf. Vermutlich aber auch, weil ich gerne ein Wörtchen mitreden möchte, wie und wann Jesu Wort angenommen werden kann. Die Krankheit des Profi – sozusagen. Doch die Sache ist mir aus der Hand genommen. Das Zutrauen, das Jesus in seinem Gebet ausdrückt, ist von einer großen Liebe getragen. Für die gibt es kein Maß und glücklicherweise auch kein fachmännisches Urteil.
Dass wir in der Welt sind und das auch herzlich gerne, wird in diesem Gebet liebevoll vorausgesetzt. Mit der Zusage ewigen Lebens übersteigt Jesus unsere alltäglichen Erfahrungen. Mit Dauer hat Ewigkeit wenig zu tun, mit Tod schon mal gar nichts. Ewiges Leben ist, so fremdartig es sich anhört, die bleibende und liebevolle Gemeinschaft mit Gott, in die wir einfach hineingenommen werden. Unsere Lebensdaten stecken diese Gemeinschaft nicht ab! Vor unserer Geburt war es bei Gott schon so beschlossen, mit unserem Tod kommt es an kein Ende. Gott teilt seine Ewigkeit mit uns. Oder heißt das nicht auch, dass er ohne uns nicht ewig sein möchte?
Im Gebet Jesu heißt es, dass die Stunde gekommen ist. Die Stunde des Todes Jesu. Die Stunde seines Abschieds. Die Stunde seiner Himmelfahrt. Mitten drin – wir.
So heißt es im Evangelium:
„In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.“
Es ist ein Blick in die Weite. In den Himmel. So könnten wir einfach beschreiben – oder umschreiben – was ein Gebet ist. Alles fängt mit einem Blick an! Die Augen, die zum Himmel sehen, werden sozusagen mit Himmel gefüllt. Meine kleinen Augen, auch nur zwei an der Zahl – sie trinken den Himmel. Nein, das ist nicht einmal fromm – es passiert beim Fahrradfahren und beim Stadtbummel, am Strand und auf den Bergen – es funktioniert sogar mit geschlossenen Augen, mit müden Augen.
Ob Jesus das so gebetet hat, wie der Evangelist es uns berichtet? Die Frage ist nicht so wichtig, aber dass in diesem Gebet das Herz Jesu sichtbar wird, wird in jedem Wort, in jeder Zeile deutlich. Alles, was er je gesagt, was er je getan hat, kommt in diesem Gebet zum Ausdruck. Es ist, als ob jetzt in diesem Herzen der Himmel aufgeht! Diese Weite. Diese Unendlichkeit.
Heute hängen wir mitten drin! Am Donnerstag feierten wir Christi Himmelfahrt. Pfingsten aber feiern wir erst nächste Woche. Gott wird seinen Geist ausschütten!
Ich bin mitten drin.
Höre, HERR, meine Stimme,
wenn ich dich rufe;
Sei mir gnädig
und erhöre mich!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Nach der Himmelfahrt Jesu sind die Jünger Jesu gemeinsam mit Maria und den Frauen auf sich selbst gestellt. Eine neue Lebensphase der Kirche beginnt.
Zu diesen sonntäglichen Texten passt ein Gedicht von Wilhelm Wills (1930-2002, Priester und Lyriker), dessen erste Strophe lautet: „Weißt du, wo der Himmel ist - außen oder innen, eine Handbreit rechts und links, du bist drinnen.“ Tatsächlich knüpft bereits die erste Lesung noch an Christi Himmelfahrt an. Dieses Fest war auch früher mit einem alpenländischen Brauchtum verbunden, wo eine Christus-Statue in die Höhe gezogen wurde, dazu gab es mancherlei Anekdoten. Aber man sollte darüber keine Witze machen, denn Erzählungen über die Himmelfahrt finden sich schon in vorchristlicher Zeit und in der Antike: die Himmelfahrt des Mose und des Propheten Jesaja schildern Ähnliches oder auch die Geschichte vom Propheten Elija, der in einem feurigen Wagen zum Himmel fuhr (2 Kön 2,11).
Wenn Lukas im Evangelium und der Apostelgeschichte davon berichtet, will er veranschaulichen, was ihm besonders wichtig ist: die Verbindung von Gott und Mensch, Himmel und Erde. Fromme Juden meinten, Jesus wolle Israel als politische Größe wiederherstellen, wie zur Zeit Davids. Die Situation hat sich aber geändert. Jesus kündigt seinen "Rückzug" an: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.“ (Joh 14,18). In der Apostelgeschichte werden die zurückgelassenen Apostel sogar namentlich aufgezählt Sie somit sind der „inneren Kern“, der Zwölferkreis, zusammen mit den Frauen.
Diese Kirche beginnt in kleinen Schritten mit den Aposteln, den Jüngern, zusammen mit Maria und den Frauen zu wachsen, dazu gehört auch Maria aus Magdala als Apostolin, die erste Glaubenszeugin. So entsteht dann die Hauskirche mit den vielen Gemeinden. Dazu kommt später Paulus, der einen breiten Raum in der Apostelgeschichte einnimmt, mit seinem Mitarbeiterteam, bestehend aus Frauen und Männern.
Damit ist auch die Zeit der jungen Kirche gekommen, die als Gemeinschaft Leid und Verfolgung ertragen musste, ebenso jeder einzelne, selbst verschuldet oder auch unschuldig. Christentum ist auch heute die meist verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit.
„Das Leid ist der Fels des Atheismus“, stellt Georg Büchner (1813-1837, deutscher Schriftsteller, Mediziner) in seinem Drama „Dantons Tod“ fest. George Danton, ehemaliger Justizminister, zur Zeit der Französischen Revolution, Leiter des ersten Wohlfahrtsausschusses, wird hingerichtet, weil er als Verräter der Revolution galt. Er wollte Gutes tun und starb dafür.
Auch Jesus hat Leid bis zu seinem Tod durchgemacht. Wir sind durch die Taufe in Jesu Tod und Auferstehung miteinbezogen. Jesus konnte dieses Leid nicht verhindern, auch wir können es nicht; bestenfalls in manchen Situationen ein klein wenig mildern. „Leid als Fels des Atheismus“. Auch heute fragen Menschen: Wo warst du Gott in meiner Situation? Gibt es dich überhaupt? Wieso lässt du so etwas zu? Du bist ja gar nicht allmächtig, weil du selbst getötet wurdest: Unbeantwortbare Fragen, besonders in allertraurigsten Lebenslagen.
Wenn es uns trifft, sollten wir im Leiden stark werden, das heißt unseren Glauben an Gott nicht verlieren. Da sind dann Menschen gefragt, die beistehen können nach dem Bibelwort: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.“ (Joh 14,18). Das steht in seinem Testament, in seiner Abschiedsrede, verbunden mit Bitte und Auftrag. Jesus selbst hat den Auftrag seines Vaters erfüllt und gibt diese Bitte weiter an die junge Kirche und an alle nachfolgenden Generationen, an jeden einzelnen.
Denn wir lesen weiter: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ (Joh 17,6). Der Name ist das Innerste: JHWH heißt: ICH BIN IMMER FÜR EUCH DA UND WERDE FÜR EUCH IMMER DA SEIN. Das klingt sehr philosophisch, ist aber die Zusage, dass uns Gott nicht verlassen wird. In Goethes Faust I heißt es: „Namen sind Schall und Rauch“. Diese Feststellung ist im Zeitalter des Datenschutzes aktuell. Wir verwenden diese Redeweise (manchmal altersbedingt), wenn uns Namen nicht mehr einfallen. Namen sind nicht nur für Gott, sondern auch für uns, wesentliche Identitätsmerkmale. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.“ (Jes 43,1). Die innerweltliche Vorgangsweise bei manchen Behörden heißt: „Ich habe dich bei deiner Sozialversicherungsnummer gerufen.“ Aus Sicherheitsgründen haben sehr viele Wohnungen keinen Namensbezeichnung mehr, sondern „TOP“ und Zahl. Beziehungen zu knüpfen, sind so sehr schwer.
Pfingsten ist das Fest der Beziehungen durch den Heiligen Geist, so entsteht Gemeinschaft, auch als Mysterium der Liebe. Natürlich braucht jede irdische Verfassung auch Gesetze, Rechtsordnungen. Durch das Liebesgebot bekommt aber alles eine neue Dimension. Beten wir darum, dass sich Gottes Antlitz durch jeden von uns sich zeigen möge in seiner Freundlichkeit, seinen Begabungen und guten Werken.
Die Jünger und Jüngerinnen Jesu sammeln sich im Gebet, sie konzentrieren sich auf das, was zu tun ist: In Worten und Taten die Gegenwart Gottes spürbar machen, seinen Namen kundzutun.
Unter dem Eindruck der Himmelfahrt Christi verharrten die Apostel einmütig im Gebet – wie es heißt „zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern“ (Apg 1,14). Das ist die letzte namentliche Erwähnung Marias im Neuen Testament. Männer und Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, beteten gemeinsam, sammelten ihre Kräfte, und dann gingen sie’s an. Denn es gab viel zu tun; es galt, die Botschaft Christi in die Welt zu tragen.
Heute ist es an uns, gemeinsam zu beten, unsere Kräfte zu sammeln und die Botschaft Christi zu verkünden. Und zwar nicht nur mit Worten, nein, sie durch unser Handeln in die Welt hineinzutragen. „Walk the talk“ – wie man auf Neudeutsch sagt. Nicht nur den Weg ansagen wie ein Navi, sondern ihn auch selbst gehen. Praktizieren, was man predigt.
Vom französischen Dichter Paul Claudel stammt der Ausspruch: „Rede nur, wenn du gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt.“ Und doch sind Worte oft Schall und Rauch. Als ich einmal vor einer wichtigen Präsentation in München nervös war, wurde mir gesagt: „Zwei Wochen nach einem Vortrag wissen die Zuhörer kaum mehr ein Wort von dem, was gesagt wurde. Aber sie wissen, ob sie ein gutes Gefühl dabei gehabt haben.“
Die Apostel hatten seinerzeit nicht nur ein gutes Gefühl, sie waren regelrecht vom Heiligen Geist beseelt, als sie die Botschaft Jesu hinaustrugen. In Jesu Namen wurden sie zu Helfern und Heilern. Sie erkannten: Worten dürfen und sollen Taten folgen.
„Worte belehren, Beispiele aber reißen hin“, schrieb der selige Franz Jägerstätter, der am 21. Mai 1907 getauft wurde; heute ist sein kirchlicher Gedenktag. Er starb am 9. August 1943, hingerichtet im Alter von 36 Jahren, weil er es ablehnte, in der Deutschen Wehrmacht zu dienen. Er diente lieber einem anderen, stand zu seiner Gewissensüberzeugung und ging dafür sogar in den Tod.
Die Jünger Jesu waren zu allen Zeiten Prüfungen ausgesetzt. „Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr selig zu preisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch“ (1 Petr 4,14), lesen wir im ersten Petrusbrief. Christsein ist eine ständige Herausforderung, die wir in Gottes Namen im Großen wie im Kleinen annehmen dürfen und sollen.
„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast“, hat Jesus zu seinem Vater im Himmel gebetet (Joh 17,6). Jesus ist nicht gekommen, um alle unsere Alltagssorgen wegzuwischen. „Wisch und weg“ spielt es nicht. Jesus tut etwas anderes: Er verkündet uns mit seinem Tun Gottes „Namen“ und lässt ihn spürbar werden. Der „Name“ bezeichnet eine Person, ihre Eigenschaften und ihren Charakter. Christus hat uns die wahre Natur des Vaters gezeigt. Er führt uns Gottes Präsenz in dieser Welt vor Augen. Gleichzeitig ist es an uns, unsere Augen nicht zu verschließen und Gott aktiv zu begegnen, so wie es im Psalm heißt: „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen“ (Ps 27,8), oder in einem Kirchenlied: „In deinem Namen wollen wir den Weg gemeinsam geh’n mit dir!“ - und mit Dir!
Nach der Himmelfahrt Jesu ziehen sich die Jünger zurück, um innezuhalten und zu beten. Im Gebet wirkt der Heilige Geist in uns. Er tröstet uns und lässt uns erkennen, was zu tun ist.
Nach der Himmelfahrt Christi hätten die Jünger auch folgender Maßen reagieren können: Nun stehen wir allein da. Unser Meister ist nicht mehr sichtbar. Es ist alles ganz anders, als wir es gewohnt sind. Unsere Gegner fühlen sich als Sieger. Es kann uns jederzeit so ergehen, wie sie es mit unserem Meister gemacht haben. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Am besten, wir rühren das ganze Drama nicht noch einmal auf. Warum sollen wir unsere Gegner weiterhin gegen uns aufstacheln? Wir lassen die Sache Jesu zur Ruhe kommen. Wir wollen lediglich das Andenken an unseren Meister in Ehren halten und uns zu seiner Erinnerung ab und zu treffen. Ansonsten soll alles so bleiben wie es vor Jahren war.
Liebe Schwestern und Brüder, es ist eine tückische Versuchung, in kritischer Zeit mit großer Unsicherheit so pessimistisch zu reagieren.
Auch heute befinden wir uns in einer kritischen Phase mit vielen Ausnahmeregelungen, Engpässen, wo trotz staatlicher Unterstützung Firmen- und Geschäftspleiten zunehmen. Ebenso ist unter den Gläubigen Verunsicherung zu spüren und von einer Aufwärtsentwicklung lässt sich wenig erkennen.
Unter solch trüben Aussichten gingen nach Aussagen der Apostelgeschichte die Jünger hinauf in das Obergemach. Das ist jener Raum, wo Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gehalten hat. Dieser geheiligte Saal half ihnen, sich an das große Geschehen zu erinnern, mit dem Jesus ihnen seine Gegenwart zugesichert hat. Vermutlich wurde ihnen erst nach und nach bewusst, dass ihr Herr aufs Ganze ging. Es war ja wenige Stunden vor seinem Kreuzestod. Nicht mehr und nicht weniger als alles, als sein ganzes Leben gab er in ihre Hände. Dieser göttliche Lebensstrom soll weiterfließen für die ratlosen Jünger, für die Vielen, die sie erreichen werden, und für alle Zeiten.
Damit hat der Herr über Leben und Tod alle Quellen des Heiles geöffnet. Und selig, wer diese Chance erkennt und sie für seine Zukunft nützt. Solcher Glaube wächst am besten durch das Beten. In der Lesung heißt es dazu: Sie verharrten einmütig im Gebet und blieben ständig dort. Sie wussten um die Verheißung Jesu: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird. Das Gebet, das lange und inständige Gebet, das sie einmütig und in Gemeinschaft pflegten, eröffnete mehr Zukunft als ihre menschlichen Versuche.
Diese übermenschliche Lebenskunst des Heiligen Geistes ist nicht nur an Pfingsten wirksam, sondern lässt sich weit darüber hinaus und unbegrenzt feststellen.
Paulus erinnert die Galater, dass sie durch den Glauben an das Evangelium den „Geist empfangen“ haben, nicht aufgrund von Gesetzeswerken. In der Sicht der Apostelgeschichte wird das Wirken des Geistes darin erfahrbar, dass das Evangelium freimütig und furchtlos verkündet wird; dass wunderbare Heilungen geschehen (Apg 4,30f; Apg 5,12-16) und dass Christen eine feste, innere Gewissheit erlangen, sie sind auf dem rechten Weg.
Liebe Mitglaubende, unser gemeinsames Beten baut auf die Erfahrungen unserer Vorfahren auf. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Tradition, ab Christi Himmelfahrt die Pfingstnovene zu beten. Novenen hat man zur Vorbereitung auf große Ereignisse und besonders in Pest- und Kriegszeiten gebetet. Beide Anlässe sind für uns zurzeit gegeben.
(Vorschläge für eine Pfingstnovene finden Sie im Internet, z.B. auch im Predigtforum, www.predigtforum.com. Die Solidaritätsaktion RENOVABIS bietet ein eigenes Heftchen an (www.renovabis.de), wo der Blick auf die Ostukraine gerichtet wird.)
Das beharrliche Beten im Abendmahlssaal hat viel gemeinsam mit Klausurtagen, wenn sich Arbeitsgruppen zurückziehen, Rückschau halten, sich auf ihre gegenwärtige Lage besinnen und ihre Sinne für ihre neuen Aufgaben und Chancen schärfen.
In den vergangenen Wochen gab es Ausgangsbeschränkungen. Nicht Wenige konnten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Eine ausgiebige Klausurzeit zu Hause bot sich an. Glücklich diejenigen, die wie die Urchristen sich betend für die Gnadengaben des Heiligen Geistes zugänglich machen konnten. Diese Ausnahmezeit wird wohl noch eine Weile andauern. Vielleicht will uns Gott mit Hilfe des Betens besser erkennen lassen, wo wir die Umwelt zu sehr belasten, wo wir beim Kaufen und Verbrauchen Unnötiges entdecken. Beten und Verweilen vor Gott kann uns die Augen öffnen für das, was uns nachhaltig zufriedener macht und mehr der Gesundheit dient.
Nur einen einzigen Punkt möchte ich aus dem heutigen Evangelium herausgreifen: Christus spricht von Verherrlichung, obwohl sein Kreuzestod immer näher rückt. Der Weg zur Verherrlichung in der Auferstehung führt über das Kreuz. Der Apostel Johannes drückt darin seine Glaubenserfahrung aus, dass ein Mächtiger, der auch Leid auf sich nehmen kann, für ihn nicht kleiner, sondern größer und hilfreicher wird. Eine ähnliche Überzeugung hatte auch der hl. Martin, für den die Botschaft Christi glaubwürdiger wird, weil er dafür mit seinem Leben eingestanden ist. Damit hat sein Herr und Meister den Beweis der höchsten Liebe geliefert. Dies machte es ihm leichter, Christus mehr zu vertrauen als anderen Vorbildern.
Den gleichen Dienst erweist der Gekreuzigte und Auferstandene auch uns in diesem eucharistischen Mahl, das wir jetzt feiern. Möge uns Gottes Heiliger Geist immer tiefer in seine Wahrheit einführen.
Wenn biblische Texte von der Macht Gottes, von seiner Herrschaft und seiner Herrlichkeit sprechen, meinen sie anderes, als wir heute mit diesen Begriffen verbinden. Es geht nicht darum, dass wir uns im Glanz seiner Macht und Herrlichkeit sonnen, sondern dass uns vom Glanz seiner göttlichen Größer durchdringen lassen, dass seine Göttlichkeit auf uns abfärbt.
Wären Sie gerne mächtig? Oder sind Sie es? In welchem Sinn? Über wen oder was bestimmen Sie? Was bewirken Sie dadurch, was belastet Sie? Oder fühlen Sie sich ohnmächtig und ausgeliefert, ohne Gestaltungsspielraum, einfach als ein Rädchen im Getriebe der Gesellschaft?
Das Thema der Macht ist nicht einfach zu greifen, zu vielfältig und auseinanderstrebend sind die Assoziationsketten. Aber es kommt im heutigen Evangelium vor.
„Du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben“ - auf diesen Satz der Lesung springen wir vermutlich am schnellsten an. Wer hat da Macht über mich? Was heißt es, wenn Jesus Macht über alle Menschen hat - wie ist das zu verstehen? Wo bleibt die Entscheidung des/der einzelnen, vor allem in Glaubensdingen? Und offensichtlich ist es ja so, dass diese Macht nicht so groß oder absolut zwingend sein kann, denn alle kennen wir Menschen, die mit Jesus oder mit Glauben nichts am Hut haben.
Und was noch kritisch bei vielen von uns anklingt: Macht als Herrschaft. Da regiert einer über andere, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Mit „Macht von Gott her“, wie sich Monarchien oder andere Führer legitimierten, haben allzu viele Völker auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn also die Rede ist von Gott - in Kombination mit weitergegebener Macht, die sich in Strukturen der Politik oder religiösen Knechtschaft ausdrückt, sind wir heute zu Recht vorsichtig bis allergisch.
Diese Macht, von der der Evangelist Johannes spricht, ist eigentlich eine Ermächtigung, ein Möglich-machen. Diese Macht Gottes, vermittelt durch Jesus, macht ewiges Leben möglich, an einer anderen Stelle der Bibel heißt es: als Kinder Gottes zu leben. Sie eröffnet uns einen neuen Raum, einen ganz anderen Spielraum, das Leben zu gestalten: Aus dieser Beziehung zu ihm und in ihm zu leben, schafft Freiheit: Ich tue, was mir möglich ist, ich erlaube mir, das Schöne des Lebens auch zu genießen, ich weiß mich verbunden mit den nahen und fernen Menschen der Welt, ich weiß, wo ich herkomme und wo ich hingehöre, ich habe eine Ahnung von dem, was mich wirklich trägt, und ich lasse mich von dieser Liebe bewegen.
Die gehörte Bibelübersetzung verwendet das Wort „verherrlichen" - ich empfinde das als ein Wort der religiösen Sondersprache, es kommt sonst in meinem Sprachgebrauch nicht vor und hat einen starken Anklang an „Herrschaft", auch an das männliche Wort „Herr". Dieses mehrfach gehörte Wort „verherrlichen" ist eine Übersetzung für das griechische Wort »doxa« und bedeutet »Glanz, die Majestät Gottes«, die auch sichtbar werden kann - in Jesus Christus, oder in anderen Menschen. Die Übersetzung der »Bibel in gerechter Sprache« verwendet diese Bedeutung: „Lass den göttlichen Glanz deines Erwählten erstrahlen, damit dein Erwählter dich erstrahlen lässt", oder „Mein göttlicher Glanz erstrahlt in ihnen".
Dieses wunderbare Glänzen kennen wir auch aus dem Alltag: Der Glanz in Kinderaugen - wenn Kinder Geburtstag feiern, netten Besuch bekommen, wenn ihnen etwas gelingt. Der Glanz in Gesichtern von verliebten Menschen, die durch und durch strahlen, wenn sie beisammen sind oder voneinander sprechen. Der Glanz in musizierenden Menschen, die ganz aufgehen in ihren Tönen, in der Interpretation der Musik. Der Glanz in Menschen, die sich schon lange nicht gesehen haben, und die das Wiedersehen und Umarmen genießen. Sie haben da auch eigene Erfahrungen.
Da können wir uns schon was vorstellen: Menschen, die von innen leuchten - aus Begeisterung, voll von Liebe und Güte, wo das Licht aufgeht, wenn man sie trifft. Es ist ein Glanz, der fasziniert, der echt ist und nicht geborgt, der aus einer inneren Autorität her leuchtet und nicht von einem Amt oder Titel her. Auch eine Aura oder Atmosphäre, die wir in Heiligenbildern dargestellt finden, mit der Gloriole, dem Heiligenschein. Dieser Glanz ist im Innersten nicht zerstörbar, wie es eine Machtposition wäre, sondern kommt vom Geist Gottes her. Der Glanz Gottes färbt ab, Gott färbt ab, lässt Menschen nicht unberührt, verändert.
Diesen Glanz für uns zu entdecken, ist eine bleibende Herausforderung und Aufgabe in unserem Leben als Christ, als Christin: Was begeistert mich an der Botschaft Jesu? Wo finde ich Gott in meinem Leben und wo kann ich das Gefundene weitertragen? Wann merken andere, dass ich erfüllt bin von Liebe und Hoffnung für die Welt? Auf diesen Menschen - auf uns - liegt der Anspruch, die Welt zum Besseren zu gestalten und zum Leuchten zu bringen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin St. Franziskus/Wels
Was bedeutet "ewiges Leben"? Nach dem Johannesevangelium besteht es im Erkennen der wahren Bedeutung Christi und in der liebenden Einigkeit mit ihm und dem Vater. Es ist eine Entscheidung für das Leben und das Nein zum Bösen, in das wir oft unbewusst auf Schritt und Tritt verwickelt sind.
„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ Jetzt mal ehrlich, haben sie sich so das ewige Leben vorgestellt? Gott und Jesus erkennen und das war’s? Vielleicht sollten wir einmal etwas genauer hinschauen, was Jesus uns mit diesen Worten sagen und zeigen will.
„Jesus Christus erkennen, den du gesandt hast“: beginnen wir mit dem kleinen Verb erkennen, heißt es doch in unserem Verständnis, etwas klar sehen, zuordnen können, einen Zusammenhang begreifen. Die Bibel gibt dem Erkennen eine noch größere Bedeutung, im Sinne von Lieben. Adam und Eva erkannten sich, so heißt es im Alten Testament und Paulus kann im Korintherbrief schreiben: „Wir sehen jetzt wie durch einen Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie auch ich ganz erkannt worden bin.“ Es geht Jesus also um ein liebendes, umfassendes Erkennen seiner Menschlichkeit und ebenso seiner Göttlichkeit und darin um ein liebendes Erkennen des einzig wahren Gottes, seines Vaters.
Der Evangelist Johannes versucht schon mit den ersten Worten seines Evangeliums, diesem Anliegen Jesu zu antworten. „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Wir können Gott nur als dem Einen begegnen, der in sich liebende Gemeinschaft ist, deren überströmende Liebe sich in der Schöpfung manifestiert. Denn so sagt es das Johannesevangelium: „Durch das Wort ist alles geworden – in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen“. Von Anbeginn war die Christuswirklichkeit, das Wort Gottes der Rahmen der Schöpfung, alles Geschaffene der Leib Christi, denn in Ihm war das Leben.
Die Menschwerdung Jesu am Wendepunkt der Zeiten, ist die große Einladung Gottes an die Menschheit, sich bewusst für das Leben aus und in dieser Christuswirklichkeit zu entscheiden. Darum die Taufe: der alte, sündige und vergängliche Mensch wird mit Jesus ins Grab gelegt, um mit Christus aufzuerstehen in das neue Leben in Gottes ewiger Gegenwart. Eine solche Entscheidung für ein Leben in der Christuswirklichkeit bleibt nicht ohne Auswirkungen auf unseren Alltag.
Im ersten Petrusbrief haben wir vorhin in der Lesung gehört, welche Konsequenzen eine solche Entscheidung für das Leben aus und in der Christuswirklichkeit mit sich bringt: Petrus zählt einige Dinge auf, von denen wir Abstand nehmen sollten, „deswegen soll keiner von euch leiden müssen“: wegen Mord, Diebstahl, Böses tun, oder sich in fremde Angelegenheiten einmischen.
Auf den ersten Blick Dinge, von denen wir uns schon längst distanziert haben. Doch wenn wir genauer hinschauen, profitieren wir von Strukturen, die diese Dinge in Kauf nehmen und sogar aktiv unterstützen. Jean Ziegler, ein Sonderberichterstatter der UNO, mahnt schon seit einigen Jahren: wenn täglich weltweit 30 000 Kinder an Hunger sterben, die wir ernähren könnten, aber die Augen davor verschließen, dann ist das Mord. Peter Kossens, Priester der Diözese Münster, der am 1. Mai hier in Hamm zur Maikundgebung des DGB sprechen sollte, prangert seit Jahren die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie an und warnte schon zu Beginn der Corona Krise vor der Gefährdung der schlecht bezahlten und teilweise erbärmlich untergebrachten osteuropäischen Arbeiter in den Klauen von Werkverträgen und Subunternehmen. Ist der Vorenthaltene Lohn und die geraubte Menschenwürde kein Diebstahl? Und ist der Plan unserer Verteidigungsministerin bewaffnete Drohnen anzuschaffen, kein einmischen in fremde Angelegenheiten und die Planung von ferngesteuertem Morden?
Im Taufritus heißt es: Widersagst du dem Bösen und all seinen Werken und all seinen Verlockungen? Erst wenn wir bereit sind, dem Bösen den Rücken zuzukehren, uns ihm und all seinen Werken und Verlockungen zu verweigern, können wir uns der Liebe Gottes öffnen, sind wir bereit, das neue Leben in der Christuswirklichkeit anzunehmen.
Jetzt können wir auch verstehen, warum Petrus den so entschiedenen Christen Mut zuspricht: „Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr seligzupreisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch." Ein Leben in der Nachfolge Jesu, das neue Leben aus und in der Christuswirklichkeit ist selten ohne Kreuzerfahrungen, Konflikte und Auseinandersetzungen zu haben. Aber deshalb sollen wir uns nicht schämen, denn wenn wir am Gott des Lebens festhalten und an Jesus Christus, den er gesandt hat, können wir auch „beim Offenbarwerden seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.“
Die Rede Jesu vom ewigen Leben lässt uns zu schnell an ein Leben nach dem Tod denken. Wenn wir jedoch seine Wegweisungen zum ewigen Leben anschauen, erkennen wir, dass es von eminenter Bedeutung für das Diesseits ist. Er will ein nachhaltig gutes Leben auch schon hier und jetzt.
Das Reformationsjubiläumsjahr erinnert an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Es ist Herausforderung um die Einheit der Kirche zu beten und konkrete Schritte auf Einheit hin zu setzen.
Wir feiern heute den 7. Sonntag der Osterzeit. Zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten versammelt sich die Kirche wie einst die Jünger mit Maria in Jerusalem: wartend, betend und hoffend auf die Kraft des Heiligen Geistes.
Die heutigen Lesungen sprechen von Treue im Glauben und von der Einheit mit Christus. Gerade in einer Zeit voller Unsicherheiten dürfen auch wir darauf vertrauen: Der auferstandene Herr lässt seine Kirche nicht allein. Er begleitet uns auf unserem Weg durch das Leben hindurch.
So kommen wir mit allem, was uns bewegt, vor Gott und bitten ihn um offene Herzen für sein Wort und um die Erneuerung durch seinen Geist:
Der Sonntag heute liegt zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, mittendrin. Zwischen Abschied und Neuanfang. Der Name des Sonntages: Höre, Herr! Mach die Ohren auf! Wir beten mit dem 27. Psalm:
"Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; *
sei mir gnädig und gib mir Antwort!"
Manchmal ist meine Stimme ganz klein. Ich bin müde geworden. Manchmal kann sie nur noch schreien. In mir platzt alles. Manchmal schaue ich gespannt nach vorne. Ich kann es nicht erwarten. Antworte mir!
Dass ich mit Gott so reden kann, ist Ausdruck eines großen Vertrauens. Ich möchte nicht ins Leere reden, nicht vergeblich bitten, nicht umsonst hoffen.
So rufen wir ihn an: Höre, Herr!
Die Jünger haben sich nach der Auferstehung immer wieder getroffen und ihr Meister trat bei verschlossenen Türen in ihre Mitte. So wuchs ihr österlicher Glaube. Auch uns hilft im Glauben, wenn wir uns versammeln, auch wenn gegenwärtig Abstandsregeln einzuhalten sind.
Im gemeinsamen Beten bereiteten sich die Freunde und Freundinnen Jesu auf das Kommen des Heiligen Geistes vor. Unser Gottesdienst möge uns helfen, dass wir mehr von den göttlichen Gnadengaben mitbekommen.
Im Kyrie wenden wir uns an den erhöhten Herrn.
Herr, Jesus Christus,
mit deiner Himmelfahrt, hast du uns den Himmel geöffnet.
Herr, erbarme dich.
Du lässt uns nicht als Waisen zurück, sondern bleibst bei uns.
Christus, erbarme dich.
Du sendest uns den Heiligen Geist, als Zeichen deiner Treue.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wo bist du nur hingegangen?
Wärst du doch bei uns geblieben!
Wir würden deinem Wort lauschen!
Herr, erbarme dich.
Christus
du bist zum Vater gegangen.
Deine Herrlichkeit möchtest du mit uns teilen.
Es wird hell unter uns.
Christus, erbarme dich.
Herr,
komm wieder! Es ist Zeit.
Schütte deinen Geist über uns aus.
Herr, erbarme dich.
Der HERR ist mein Licht und mein Heil: *
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: *
Vor wem sollte mir bangen?
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr, Jesus Christus,
du hast alles Menschliche auf dich genommen, auch Leid und Tod.
Herr, erbarme dich.
Im Vertrauen auf die lebensspendende Kraft des Vaters hast du den Tod überwunden und bis auferstanden.
Christus, erbarme dich.
Deinen Jüngerinnen und Jüngern bist du erlöst erschienen und hast ihnen den Beistand des Vaters, den Hl. Geist, verheißen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist der Sohn Gottes.
Herr, erbarme Dich.
Du bist in den Himmel aufgefahren.
Christus, erbarme Dich.
Du bist immer bei uns.
Herr, erbarme Dich.
Zu Jesus Christus in der Herrlichkeit des Himmels und zugleich in unserer Mitte rufen wir:
Herr Jesus Christus,
du hast Himmel und Erde verbunden.
Herr, erbarme dich.
Du lässt uns nicht allein auf dieser Welt.
Christus, erbarme dich.
In Verbindung mit dir können wir mehr Gutes vollbringen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
wir bekennen, dass unser Erlöser
bei dir in deiner Herrlichkeit ist.
Erhöre unser Rufen
und lass uns erfahren,
dass er alle Tage bis zum Ende der Welt
bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott.
Junge und alte Menschen,
einfache und kluge,
erfolgreiche und solche, die sich schwertun,
hast du hier zusammengeführt als deine Gemeinde.
Gib einem jeden
etwas von deinem guten, heiligen Geist,
damit wir dich und uns selbst
und einander besser verstehen
und vorankommen auf dem Weg,
auf den du uns miteinander gestellt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 15
Gott, unser Vater.
Wir sind als deine Gemeinde versammelt
und rufen dich an:
Öffne unser Ohr,
damit wir hören und verstehen,
was du uns heute sagen willst.
Gib uns ein gläubiges Herz,
damit unser Beten dir gefällt
und unser Leben vor dir bestehen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 1
Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 22. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
du versammelst deine Kirche im Heiligen Geist.
Gib, daß sie dir von ganzem Herzen dient
und in aufrichtiger Liebe die Einheit bewahrt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 7. Mittwoch der Osterzeit
Allmächtiger ewiger Gott,
wir glauben und bekennen, dass du in unserer Mitte gegenwärtig bist und unserem Lebensweg mit uns gehst.
Wir bitten dich, lass uns immer tiefer in die Geheimnisse deines Wortes und deines Sakramentes eintauchen und offenbare uns deine Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. – Amen.
Wenn die Sonne scheint, Gott,
träumen wir vom Himmel,
wenn es Nacht wird, bestaunen wir ihn.
Seine Weite und Schönheit sind Bilder von dir.
Doch die Größe hast du in Nähe verwandelt,
die Unendlichkeit in Liebe.
Wir danken dir, dass du uns hörst.
Die kleinen Laute, die sonst niemand hört,
die großen Reden, die uns über den Kopf wachsen.
Schenke uns offene Ohren,
den Geschichten von Menschen zu lauschen,
der Propaganda auf die Schliche zu kommen
und die Wahrheit zu finden.
Schenke uns deinen Geist,
der tröstet, aufrichtet und befreit.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Vater im Himmel,
in allem Tun hat dein Sohn dich auf Erden verkündet
und die Herrlichkeit deiner Liebe zu uns Menschen offenbar gemacht.
Stärke uns in dieser Feier neu durch sein Wort,
damit auch wir die Kraft erhalten,
deine Herrlichkeit in der Welt zu bezeugen.
Das erbitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Jesus Christus,
du hast für deine Jünger und für alle, die dir anvertraut wurden, gebetet.
Auch in dieser Stunde kommen wir zu dir und bitten dich in Verbundenheit mit der Kirche weltweit:
In Deutschland geht heute der 104. Katholikentag zu Ende.
Stärke die Gemeinschaft der Christen und schenke Mut, den Glauben glaubwürdig in die Welt zu tragen.
Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.
In Afrika, Asien und weltweit leiden viele Menschen unter Hunger und großer Not.
Schenke ihnen Hilfe, gerechte Verteilung der Güter und Menschen, die ihnen beistehen.
In der Ukraine, in Israel und im Iran herrschen Krieg und Gewalt.
Lass Frieden wachsen und bewahre die Menschen vor weiterem Leid und Hass.
In Indien kämpfen viele Familien mit Armut und fehlender Bildung.
Stärke alle, die sich für Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen einsetzen.
In Brasilien werden viele Wälder zerstört und abgeholzt.
Hilf den Menschen verantwortungsvoll mit deiner Schöpfung umzugehen.
In allen Ländern der Welt herrschen Einsamkeit, Krankheit, Not und Angst.
Lass alle Menschen deine Nähe und Hilfe erfahren.
Guter Gott,
du lässt uns nicht allein, dir können wir alles sagen und unsere Bitten anvertrauen,
durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Mitten drin zu sein, ist eine schöne Erfahrung. Wir sind von Erinnerungen umgeben, aber auch von Hoffnung. Wir schließen etwas ab, schauen aber gespannt und gebannt nach vorne. Mitten drin ist alles so wundervoll offen. Nichts ist ausgemacht. Nichts ist zugemacht. Nichts ist unmöglich.
Lasst uns beten:
Wir beten für die Menschen, die sich voneinander verabschieden müssen.
Einige trennen sich, weil sie nicht mehr zusammen leben können, andere werden vom Tod auseinander gerissen.
Herr, sie gehören zu dir!
Wir beten für die Menschen, die zwischen den Stühlen sitzen.
Die einen lavieren und spielen sogar mit der Wahrheit, die anderen wissen nicht, wohin sie gehören.
Wir beten für die Menschen, die Neues erwarten.
Die sich darauf freuen, dass ihr Kind das Licht der Welt erblickt, die glücklich sind, beruflich ein großes Los gezogen zu haben.
Wir beten für die Menschen, die um Zukunft kämpfen.
Viele sind auf der Flucht und suchen eine Heimat, viele setzen sich ein, der Klimakatastrophe zuvorzukommen.
Wir beten für die Menschen, die noch einmal neu anfangen.
Nach einer gescheiterten Beziehung, nach Krisen und Konflikten, nachlanger Krankheit.
Jesus bittet für uns.
Wir sollen an seiner Schönheit und Herrlichkeit teilhaben.
Wie in einem Teppich verknüpft er die Fäden des Lebens.
Ihm vertrauen wir alles an.
Gott teilt seine Ewigkeit mit uns.
In Christus, der uns vorangegangen ist. – Amen.
Wenn wir miteinander und füreinander beten, erfahren wir, dass unser Hoffen auf Gottes Beistand und Hilfe in eine Gemeinschaft eingebunden ist.
In und mit dieser tragen wir unsere Anliegen vor Gott:
Du weißt besser als wir, wie es im Hier und Jetzt um deine Kirche steht.
Wir bitten um deinen Geist, denn nur mit ihm werden deine Zusagen Wirklichkeit in unserer Gemeinschaft.
Durch die Folgen diverser Krisen haben sich Leid und Spaltung in unserer Gesellschaft breitgemacht.
Wir bitten um deinen Geist, der uns zu gegenseitiger Toleranz und aufrichtigem Respekt befähigt.
Es gibt Grenzen der Machbarkeit und Selbstoptimierung im Menschsein.
Wir bitten dich um deinen Geist, der uns lehrt, dich als den Schöpfer allen Seins anzuerkennen.
Getauft auf dich, den dreieinen Gott, brauchen wir deinen Beistand, um unseren Glauben bewahren und entfalten zu können.
Wir bitten dich um deinen Geist, der alle unsere Beziehungen mit Leben erfüllt.
Nach jedem Abschied bleiben wir oft verwirrt und verunsichert zurück.
Wie Jesus für die Seinen, die er zurücklässt betet, lasst uns für alle Trauernden und ihre Verstorbenen beten.
Dir, dem einzigen und wahren Gott, wollen wir danken und dich mit unserem gemeinsamen Gebet verherrlichen, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
Deine Jüngerinnen und Jünger haben Gemeinschaft untereinander gesucht und gefunden.
Wir bitten Dich:
Für alle, die Deinen Kirchen angehören.
Schenke Ihnen Gemeinschaft untereinander und mit Dir, damit sie einander stärken können für ein Leben in Deiner Nachfolge.
Für alle Menschen, deren Heimat durch Krieg, Katastrophen oder Klimawandel zerstört ist und deren Gemeinschaften daran zerbrechen,
Stehe ihnen bei, dass sie Wege finden, vor Ort oder in der Fremde neu anfangen zu können in Gemeinschaft mit anderen.
Für alle Menschen, die Angst vor Geflüchteten haben, weil sie sie nicht kennen.
Lass sie erkennen, dass Du in den Geflüchteten zu ihnen kommst.
Für alle, die auf der Suche sind nach einem Sinn in ihrem Leben.
Offenbare Dich ihnen als Ursprung allen Lebens
und lass sie in Dir ihren Lebensweg erkennen.
Für alle Menschen, deren Leben einsam geworden ist durch den Tod eines geliebten Menschen, Trennung oder Schicksalsschläge.
Sende Ihnen Menschen, die diese Lücken schließen können
und mit denen sie in Gemeinschaft leben können.
Für uns alle.
Hilf uns, dich im Gegenüber zu erkennen und die Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen zu suchen, damit wir uns gegenseitig stärken und Deinen Weg miteinander gehen können.
Für die Menschen, die auf Grund von Krankheit oder Behinderung nicht am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen können.
Lass sie genügend Freunde finden, die ihnen beistehen und sie nicht alleine lassen.
Für unsere Verstorbenen.
Bereite ihnen einen Platz in den himmlischen Wohnungen.
Herr Jesus Christus,
Du möchtest in uns Dein österliches Licht entfalten und uns das Leben in Fülle zeigen.
Dafür danken wir Dir. - Amen.
Die Jünger haben sich zum gemeinsamen Beten versammelt.
Sie handelten im Auftrag Jesu, der ihnen den Geist von oben verheißen hat.
Auch wir bringen uns und die Anliegen unserer Tage bittend vor Gott.
Herr, unser Gott, lass uns in dieser Krisenzeit unseren Blick auf dich richten, um besser zu erkennen, was für die Zukunft wichtig ist.
Gott, unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns.
Führe uns durch das Beten näher zu uns und unseren inneren Kräften und somit näher zu den Mitmenschen und zu dir.
Entzünde das Feuer Deiner Liebe in uns, wenn wir zu sehr an Dingen und Aufgaben dieser Welt haften bleiben.
Lass uns in Stunden der Stille deutlicher erkennen, wo wir unsere Umwelt belasten und wie wir unsere mitmenschlichen Beziehungen beleben können.
Schenke die österliche Erfahrung, dass die Liebe des Auferstandenen weiterhin begleitet.
Lass alle Mitfeiernden aus der heiligen Messe immer mehr die Gaben des Heiligen Geistes und neue Kräfte erfahren.
Guter Gott, deine Hilfe kann in uns mehr bewirken, wo wir dich über uns verfügen lassen.
Lass unser Beten immer vertrauensvoller werden. - Amen.
Gott, unser Ringen mit den Problemen des Alltags nimmt uns oft gefangen. Du möchtest unseren Blick weiten, auf das was du vorhast mit uns, auf die Welt und alle Menschen.
So bitten wir dich:
Um Ruhe und Sicherheit in unserem Inneren
Um tragfähige Beziehungen und ein gutes Sorgen füreinander
Um verantwortungsvolle PolitikerInnen mit einem großen Herzen
Um ein genaues Wahrnehmen der Not und um Solidarität
Um nachhaltiges Handeln für die Bewahrung der Schöpfung
Um ein Wiedersehen mit unseren Verstorbenen bei dir
Gott, dein Glanz strahlt auf in deinem Sohn Jesus Christus und in vielen Menschen auf der Erde. Fülle uns mit diesem Glanz, schenke uns deine heilige Geistkraft. Darum bitten wir dich mit Jesus, unserem Bruder. - Amen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin St. Franziskus/Wels
Wenn sich Christus im ganz persönlichen Gebet an den Vater wendet, erfahren seine Jünger und wir, wie unendlich wertvoll und geliebt ihm ein jeder von uns ist.
Mit ihm und durch ihn lasst auch uns zu Gott, seinem und unseren Vater, beten:
Wir bitten sich um den Heiligen Geist, der die Kirche auch in dieser Zeit vieler seelsorglicher und gesundheitlicher Bedürfnisse leitet.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der die politischen Entscheidungsträger begleitet, wenn sie unter dem Druck sehr unterschiedlicher wissenschaftlicher Meinungen, Kritik von Opposition und Medien und den Nöten mancher Bevölkerungsgruppen ihre Verantwortung wahrnehmen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der alle stärkt, wenn sie wie einst die Jünger nach Jesu Tod heute dramatische Tage erleben und im Strudel ihrer Sorgen unterzugehen drohen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der uns ermutigt in allen unseren persönlichen Anliegen auf deine Güte zu vertrauen.
Wir bitten dich um den Heiligen Geist, der alle jene in Liebe erwartet, die diese Pandemie nicht überlebt haben oder überleben werden.
Vater! Wir brauchen deinen Geist, der uns lehrt, dein Gebot der Liebe zu erfüllen. Er bewegt uns zum Danken, Bitten und Verzeihen. Nur in ihm können wir unseren Glauben an dich durch unser Denken, Reden und Tun bezeugen. - Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Heiliger Gott,
diese Gabe werde zum reinen Opfer,
das deinen Namen groß macht unter den Völkern.
Für uns aber werde sie zum Sakrament,
das uns die Fülle deines Erbarmens schenkt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
Brot und Wein stehen nun auf deinem Altar. Wir weihen diese Gaben dir und bitten, dass du sie annimmst und segnest.
Lass diese Gaben für uns zum Zeichen der Nächstenliebe werden und hilf uns, einander mit offenen Herzen zu begegnen nach dem Vorbild Jesu Christi.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Gott, Schöpfer aller Dinge,
in der Wüste hast du dein Volk Israel mit Brot satt gemacht,
ihm im gelobten Land den Wein geschenkt.
Köstliche Gaben für Menschen,
die unterwegs sind.
In der Nacht, in der Jesus verraten wurde,
hat er mit seinen Jüngern Brot und Wein geteilt.
Köstliche Gaben für Menschen,
die schuldig werden.
Heute feiern wir das Geheimnis deiner Liebe,
verkünden den Tod Jesu und seine Auferstehung.
Mit Brot und Wein.
Köstliche Gaben deines Reiches.
Lege du das Wort auf deine Gaben.
Dann bist du Brot und Wein.
Auf dem Weg zu dir.
Komm, unser Herr!
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobet den Herrn. (GL 616,1)
Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken,
denn du hast die Welt und all ihre Wunder hervorgerufen,
weil du sie liebst.
Kehrvers
Um uns Menschen deine Liebe zu offenbaren,
hast du Jesus von Nazareth gesandt,
damit er deine Größe bezeuge.
Kehrvers
Seine Jünger haben erkannt,
dass er von dir ausgegangen ist,
und sie sind zum Glauben gekommen,
dass du ihn gesandt hast.
Kehrvers
Als er alles vollbracht hatte,
hat er sie ausgesandt, damit sie sein Werk fortsetzen
und dich verherrlichen, wie Jesus dich verherrlicht hat.
Kehrvers
Alle Menschen sollen dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und Jesus Christus, den du gesandt hast,
damit sie so das ewige Leben haben.
Kehrvers
So bekennen uns auch wir zu Jesus Christus
und rühmen deinen Namen.
Wir preisen deine Größe und singen mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Singt dem Herrn ein neues Lied, niemand soll's euch wehren (Gl 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
Wir haben Sehnsucht nach Gottes Geist:
Er ist der Atem,
der uns leben lässt.
Er ist der Sturm,
der die Botschaft zu allen Menschen bringt.
Er ist das Licht,
das die Welt erleuchtet.
Er ist das Feuer,
das kein Wasser löschen kann.
Wir hoffen auf den Heiligen Geist:
Er ist die Freiheit für alle Unfreien.
Er ist der Friede,
der sich nicht vor anderer Meinung versteckt.
Er ist die Wahrheit,
die unsere Welt dringend braucht.
Er ist der Trost für alle Verlassenen
und die Liebe,
die alle Menschen zusammenführt.
Wir bitten dich, komm göttlicher Geist:
Sei Atem und Sturm
Licht und Feuer
Freiheit und Friede
Wahrheit und Trost.
Komm
und erfülle uns mit deiner Liebe.
Erhöre uns, Gott, unser Heil,
und schenke uns die feste Zuversicht,
dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse
die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird,
die Christus, ihr Haupt,
in deiner Herrlichkeit schon besitzt,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
die Teilnahme am eucharistischen Mahl heilige uns,
damit durch den Leib und das Blut Christi
die brüderliche Verbundenheit
in deiner Kirche gefestigt wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Barmherziger Gott,
in deinem Sohn Jesus Christus schenkst du uns die feste Zuversicht, dass du uns nie allein lässt. Ihm hast du uns Menschen gleichgemacht, er vollbrachte viele Wunder, musste sterben und von den Toten auferstanden, bevor er von dir in den Himmel aufgenommen wurde. Dadurch zeigst du uns, dass deine Liebe stärker ist als Leid und Tod.
Stärke unseren Glauben und unseren Alltag, heute und an allen Tagen unseres Lebens. – Amen.
Gott,
du bist uns Vater und Mutter auch.
Wir hören von deiner Herrlichkeit,
werden aber von Dunkelheiten eingeholt.
Wir hören deine Verheißungen,
sind aber im Bann unsere Zweifel.
Vieles verändert sich.
Vieles wächst uns über den Kopf.
Vieles macht uns wütend.
Fange mit uns neu an.
Schenke uns Ohren, die auf deine Stimme merken,
Münder, die Worte für einander finden
und Herzen, die von deinem Geist erfüllt werden.
Sende aus deinen Geist,
und das Antlitz der Erde wird neu.
In Christus, der bei dir ist, um für uns einzutreten. – Amen.
Guter Gott,
deine Worte, deine Weisheit und Wahrheit,
hast du durch deinen Sohn, Jesus Christus, der Welt offenbart.
Wir haben sie angenommen.
Schenke uns nun die Kraft des Hl. Geistes,
dass wir fähig werden, sie in dieser Welt zu leben,
damit die Welt dein Gebot der Liebe und des friedvollen Miteinanders erkennt.
Dir sei mit deinem Sohn und dem Hl. Geist, alle Ehre in Ewigkeit. – Amen.
Der Herr lasse uns spüren seinen Atem,
der uns lebendig macht.
Der Herr lasse uns spüren sein Feuer,
das es in uns entbrennt und Antrieb für unser Leben ist.
Der Herr lasse uns spüren seinen Trost und seine Liebe,
wenn die Ansprüche des Lebens uns besonders fordern.
Sein lebendiger Atem und sein Licht lege sich auf uns und schenke uns Segen. – Amen.
Die Pfarre Ennstal (Diözese Linz) bereitet sich im neuntägigen Gebet um Gaben des Geistes auf die PGR-Wahl 2027 vor:
O Gott der Glorie, Herr der Heerscharen,
als Sieger bist du über alle Himmel
emporgestiegen,
lass uns nicht als Waisen zurück,
sondern sende auf uns herab
den lebendigmachenden Geist.
Sende uns den Geist der Wahrheit,
damit wir dich und den Vater
mehr und mehr erkennen.
Sende uns den Geist der Frömmigkeit,
damit wir den Vater im Geist
und in der Wahrheit anbeten.
Sende uns den Geist der Stärke,
damit wir gegen das Böse in uns und um uns
tapfer zu kämpfen.
Sende uns den Geist des Mutes,
mit dem du die Apostel ausgerüstet hast,
vor Statthalter und Könige zu treten
und dich zu bekennen.
Sende uns den Geist der Geduld,
damit wir uns in allen Prüfungen
als deine getreuen Knechte bewähren.
Sende uns den Geist deiner Liebe,
damit wir, von seiner Glut berührt,
das neue Gebot der Bruderliebe erfüllen.
Sende uns den Geist der Freude,
damit wir uns glücklich preisen,
dass wir Kinder unseres Vaters im Himmel sind.
Sende uns den Heiligen Geist, den Tröster,
damit wir in der Bosheit
und Gottlosigkeit der Welt nicht verzagen,
sondern uns deiner Nähe erfreuen.
Aus: Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag 2004, 122f.
https://www.pfingsten.de/gebete-impulse/gebete/gebet-fuer-die-pfingstnovene/
sie alle verharrten
hielten inne
in dem
was in ihrem Leben
Bedeutung hatte
stellten sich
ihren Zweifeln
und
Anfragen
war alles zerschlagen
oder
durften sie der neuen Hoffnung
trauen
gaben nicht einfach auf
mussten
in einer neuen Wirklichkeit
ankommen
stockend
starr in der Bewegung
brauchten
ein Ver-weilen
ein Ein-halten
ein Inne-halten
woran noch glauben
worauf kann noch gesetzt werden
ausharren
mit allen
Schwestern und Brüdern
in ihrem Suchen
in ihrem Sehnen
gemeinsam bitten
einmütig betend
dass
der neue Weg sich öffnet
neue Kraft -
heilige Kraft -
zugesandt wird
die Zeit
abwarten
bis sie „reif“ ist
nicht nur einen Moment
nein
eine ganze Zeit
und dann
den Zuspruch erhalten
die Geisteskraft empfangen
den Weg erkennen
und
verkündend
sich aufmachen in die Welt
DAMALS
und HEUTE????
Beatrix Senft 2023.
Nach Jesu Himmelfahrt rücken die Jüngerinnen und Jünger zusammen. Sie haben Angst vor dem, was geschehen könnte, und stärken einander im Gebet, Männer wie Frauen. Diese Zeit in der Kammer wird sie zusammenschweißen, auch wenn es Konflikte geben wird: der gemeinsame Verlust des Auferstandenen, die Sorge, wie es weitergehen kann, die Gebete um Beistand, den Jesus versprochen hat, in dem er seine Jüngerinnen und Jünger Gott anvertraut hat: das alles ist die gemeinsame Basis, auf der sie in die Welt gehen werden.
Hier zeigt sich, wie wichtig Gemeinschaft ist. Glaube im stillen Kämmerlein, allein, ohne Außenwirkung ist nicht das, was Jesu Nachfolge erfordert. Ja, es gibt sie, die Zeit zum Gebet, sicher auch die zum stillen Gebet allein. Aber es muss Folgen haben: die Jüngerinnen und Jünger Jesu werden in die Welt ziehen und sein Wort verkünden. Es war eine Kirche im Übergang: sie mussten nun von sich aus tätig werden. Auch heute befindet sich unsere Kirche im Übergang: so, wie es bisher war, die Volkskirche gibt es nicht mehr und wird es auch nicht mehr geben. Neue Wege müssen gefunden werden. Deshalb denke ich: diese Gemeinschaft untereinander und in Jesus Christus unserem Bruder sollten wir suchen und zu leben versuchen, damit die Botschaft nicht im Dickicht der Strukturen und Kirchengesetze verloren geht.
Edith Furtmann
Texte und Gedanken zum Sonntag "Exaudi":
https://www.daskirchenjahr.de/tag.php?name=exaudi&zeit=Ostern
Lied der Woche: "Heilger Geist, du Tröster mein"
https://www.youtube.com/watch?v=4PdMOV33JBY
Die Steppe wird blühen, die Steppe wird lachen und jauchzen.
Die Felsen voll Wasser seit den Tagen der Schöpfung, doch sie halten es fest.
Die Felsen zerspringen.
Das Wasser wird strömen, das Wasser wird funkeln und strahlen.
Durstige kommen und trinken.
Die Steppe wird trinken.
Die Steppe wird blühen,
die Steppe wird blühen und jauchzen.
Die Flüchtlinge kommen nach Hause mit leuchtenden Garben.
Die gingen in Trauer bis ans Ende, hoffnungslos und allein,
sie kommen in Scharen.
Wie Bäche voll Wasser, wie Bäche voll rauschenden Wassers,
stürzend herab von den Bergen,
wie Lachen und Jauchzen.
Die säten in Tränen, sie kommen und lachen und jauchzen.
Der Tote wird leben, die Tote wird hören: jetzt Leben.
Zu Ende gegangen, unter Steinen begraben:
Toter, Tote, steh auf, ein ganz neuer Morgen.
Es winkt eine Hand uns, es ruft eine Stimme:
Ich öffne Himmel und Erde und Abgrund.
Und wir werden hören, und wir werden aufstehn
und lachen und jauchzen und leben.
Lenny Kuhr, Steppe zal bloeien
https://www.youtube.com/watch?v=hptIyJ6Vd7o
Uitvaart en afscheid Huub Oosterhuis
(15 april 2023)
https://www.youtube.com/watch?v=aafUQiKMyPc
Originaltext: De steppe zal bloeien.
Huub Osterhuis, übertragen: Diethard Zils, Lieder zwischen Himmel und Erde, Düsseldorf: tvd 6. Aufl. 2011, Nr. 11
Machtvoll erkennen
Macht voll anerkennen
Was macht das mit mir?
Macht
ein belastetes Wort?
Das machtvolle Wort Jesu
ermächtigt zum LEBEN
zu
voll erfüllendem und erfülltem Leben
Das machtvolle Wort Jesu
befreit
aus Engführung und Blindheit
Das machtvolle Wort Jesu
ist mehr
als eine Aneinanderreihung
von Buchstaben
Sein Wort
erhebt
hinein in Erkenntnis
Die Macht des Ermöglichens
ist ihm von Gott
gegeben
Macht über ALLE Menschen
damit er ALLEN
Ewiges LEBEN schenkt
LEBEN ermöglichen
und
Gott als EINZIGEN erkennen
Einzig
im Anerkennen
der MENSCHEN-WÜRDE
Mit diesem Gott
will ich in Beziehung sein
im Erkennen wachsen
und
so richtig auf-leben!
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Die Kirche macht eine Zeit des Chaos und der Krise durch. Das ist nicht unbedingt schlimm. Eine Krise fordert zum Wachstum heraus. Das Chaos ist die Voraussetzung der Schöpfung, vorausgesetzt - und das ist eine gewaltige Voraussetzung - der Geist Gottes schwebt über ihm.
Was die Kirche heute am dringendsten braucht, sind nicht neues Recht, neue Theologie, neue Strukturen, neue Liturgien - sie alle sind ohne den Heiligen Geist ein leb- und seelenloser Leib. Wir benötigen verzweifelt jemand, der uns unser Herz aus Stein nimmt und ein Herz aus Fleisch gibt; wir benötigen wieder eine Infusion aus Begeisterung, Eingebung, Mut und geistlicher Kraft. Wir müssen ohne Entmutigung oder Zynismus zu unserer Aufgabe stehen, mit neuem Glauben an die Zukunft und an die Menschen, für die wir wirken. Mit anderen Worten: Wir brauchen eine neue Herabkunft des Heiligen Geistes. Um es noch konkreter zu sagen: Wir brauchen Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind.
Anthony de Mello
Eine Schale will ich sein empfänglich für Gedanken des Friedens,
eine Schale für Dich, Heiliger Geist.
Meine leeren Hände will ich hinhalten offen
für die Fülle des Lebens, leere Hände für Dich, Heiliger Geist.
Mein Herz will ich öffnen bereit für die Kraft der Liebe,
ein Herz für Dich, Hl. Geist.
Gute Erde will ich sein gelockert für den Samen der Gerechtigkeit,
gute Erde für Dich, Heiliger Geist.
Ein Flussbett will ich sein empfänglich für das Wasser der Güte,
ein Flussbett für Dich, Heiliger Geist.
Anton Rotzetter
In dieser klugen Zeit, Herr, lass uns nicht verdummen:
Vor leerem Menschenwort lass dein Wort nicht verstummen.
In dieser satten Zeit lass uns nicht Hungers sterben:
Speis' uns mit deinem Brot, dass wir nicht gar verderben.
In dieser kalten Zeit lass unsre Herzen brennen:
Lass in der Liebe stehn, die deinen Namen nennen.
In dieser müden Zeit gib Kraft zu neuem Werke:
Wo unser Herz verzagt, sei du, Herr, unsre Stärke.
Zum reinhören:
https://m.soundcloud.com/user-607197191/gebet-wider-den-geist-der-zeit-version-i-zum-reinhoren
Lindolfo Weingärtner
Dieses Licht brennt als Zeichen für das Feuer des Hl. Geistes.
Dieses Licht möge aus unseren Herzen alle Angst verscheuchen.
Es mache aus uns wieder Begeisterte für die Sache Jesu.
Dieses Licht brennt als Zeichen für die verzehrende Kraft des Hl. Geistes.
Es schmelze den Eispanzer um die Herzen der Menschen,
die durch Leid und durch schlechte Erfahrung verbittert sind.
Dieses Licht brennt als Zeichen der Hoffnung auf Gottes Geist.
Nur er kann die Welt wirklich verändern.
Dieses Licht brennt als Zeichen der Liebe Gottes.
Diese Liebe kann alle Menschen beschenken.
Herkunft unbekannt
Vater, du gibst den Geist
und verweigerst ihn niemals den Menschen, die dich um ihn bitten.
Mehr als wir selbst ersehnst du, dass wir ihn empfangen.
In der Gabe des Geistes birgst du alle Geheimnisse deiner Liebe,
alle Hochherzigkeit deiner Wohltaten.
Diese Gabe ist das Geschenk deines väterlichen Herzens.
Die Gabe des Geistes lässt dein göttliches Leben in uns einfließen.
Du willst unser Herz weit machen
nach der weltumfassenden Weite deines eigenen Herzens.
Die Gabe des Geistes hat die Kraft, uns von Grund auf umzuwandeln,
uns von unseren Schwächen zu heilen,
dem Bild deines Sohnes Jesus Christus ähnlich zu werden.
Die Gabe des Geistes umschließt das ganze Glück,
der Geist entfacht die Glut zu lieben,
in ihm gewährst du uns das Geschenk der Freude.
Nach: J. Galot, Zum Heiligen Geist. Gebete, 3. Aufl., Leutesdorf am Rhein: Johannes-Verlag 1973.
WAS muss sein
dass dir DAS über die Lippen kommt?
Eine belebende Begegnung …
Eine tiefe Erfahrung …
Eine Erkenntnis …
Einer meinte:
„Darin besteht das ewige Leben
den einzig wahren Gott zu erkennen
und
Jesus Christus
den er gesandt hat“
Und
was meinst du dazu?
Diese Erfahrung
hat gezündet
in Franziskus Jordan
unserem Gründer
Seither gibt es uns
die Salvatorianerinnen
und Salvatorianer
und all jene Frauen und Männer
die aus dieser
Grunderfahrung heraus
leben und wirken wollen
Das zieht Kreise …
und belebt
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
76. Von „Schöpfung“ zu sprechen ist für die jüdisch-christliche Überlieferung mehr als von Natur zu sprechen, denn es hat mit einem Plan der Liebe Gottes zu tun, wo jedes Geschöpf einen Wert und eine Bedeutung besitzt. Die Natur wird gewöhnlich als ein System verstanden, das man analysiert, versteht und handhabt, doch die Schöpfung kann nur als ein Geschenk begriffen werden, das aus der offenen Hand des Vaters aller Dinge hervorgeht, als eine Wirklichkeit, die durch die Liebe erleuchtet wird, die uns zu einer allumfassenden Gemeinschaft zusammenruft.
77. „Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen“ (Ps 33,6). So wird uns gezeigt, dass die Welt aus einer Entscheidung hervorging, nicht aus dem Chaos oder der Zufallswirkung, und das verleiht ihr noch mehr Würde. Es gibt eine freie Entscheidung, die in dem schöpferischen Wort ausgedrückt ist. Das Universum entstand nicht als Ergebnis einer willkürlichen Allmacht, einer Demonstration von Kraft oder eines Wunsches nach Selbstbestätigung. Die Schöpfung ist in der Ordnung der Liebe angesiedelt. Die Liebe Gottes ist der fundamentale Beweggrund der gesamten Schöpfung: „Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen“ (Weish 11,24). Jedes Geschöpf ist also Gegenstand der Zärtlichkeit des Vaters, der ihm einen Platz in der Welt zuweist. Sogar das vergängliche Leben des unbedeutendsten Wesens ist Objekt seiner Liebe, und in diesen wenigen Sekunden seiner Existenz umgibt er es mit seinem Wohlwollen. Der heilige Basilius der Große sagte, dass der Schöpfer auch „die unerschöpfliche Güte“ ist, und Dante Alighieri sprach von der „Liebe, welche die Sonne und die Sterne bewegt“. Daher steigt man von den geschaffenen Werken Gottes auf „zu seiner liebevollen Barmherzigkeit“.
78. Zugleich entmythologisierte das jüdisch-christliche Denken die Natur. Ohne aufzuhören, sie wegen ihrer Pracht und ihrer Unermesslichkeit zu bewundern, schrieb es ihr keinen göttlichen Charakter mehr zu. Auf diese Weise wird unsere Verpflichtung ihr gegenüber noch mehr betont. Eine Rückkehr zur Natur darf nicht auf Kosten der Freiheit und der Verantwortung des Menschen geschehen, der ein Teil der Welt ist mit der Pflicht, seine eigenen Fähigkeiten auszubauen, um die Welt zu schützen und ihre Potenzialitäten zu entfalten. Wenn wir den Wert und die Zerbrechlichkeit der Natur erkennen und zugleich die Fähigkeiten, die der Schöpfer uns verliehen hat, gestattet uns das, heute mit dem modernen Mythos vom unbegrenzten materiellen Fortschritt Schluss zu machen. Eine zerbrechliche Welt mit einem Menschen, dem Gott sie zur Obhut anvertraut, appelliert an unsere Vernunft, um zu erkennen, wie wir unsere Macht orientieren, ausüben und beschränken müssten.
Aus der Enzyklika Laudato Si' von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus. Rom 2015.
Auch im Zweiten Korintherbrief schreibt er (Paulus) von seiner Sehnsucht, beim Herrn zu sein: „Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein.“ (2 Kor 5,8). Beim Herrn sein heißt für Paulus: daheim zu sein, Heimat zu haben in Christus, für immer bei ihm geborgen zu sein. Im Griechischen stehen hier zwei Worte für Auswandern und Daheimsein, die den gleichen Stamm haben: „ekdemesai“ und „endemesai“. Das heißt: aus dem Land, aus dem, was mir bisher Heimat ist, auszuziehen, und einzuziehen in das neue Land, in das der Verheißung, das uns Christus bei Gott bereitet hat, um dort daheim zu sein. Das ist die tiefste Sehnsucht des Paulus: für immer mit Christus zu sein, bei ihm daheim zu sein, in ihm Heimat haben, ihn anzuschauen und mit ihm eins zu werden.
Beim Herrn sein bedeutet, dass das ewige Leben vor allem in einer intimen Beziehung zu Jesus Christus besteht. Die Erfahrungen, die wir hier auf Erden mit Christus gemacht haben – im Gebet, in der Meditation, in den Sakramenten -, werden im Himmel erfüllt. In den Sakramenten berührt uns Jesus. In der Eucharistie wird er eins mit uns. Aber trotz der Sakramente erfahren wir immer auch Entfremdung und Fernsein von Christus. Wir können die Nähe nicht durchhalten. Im ewigen Leben, so wie Paulus sich es vorstellt, sind wir für immer beim Herrn und mit ihm. Wir dürfen uns an der Gemeinschaft mit ihm erfreuen.
Die Theologie hat diese Worte des Paulus aufgegriffen, wenn sie Christus selbst als den Himmel bezeichnet. Wenn wir in Christus und mit ihm sind, dann sind wir im Himmel, dann ist unsere Sehnsucht nach Angenommen werden, nach Geliebt werden, nach Eins werden, nach Verwandelt werden für immer erfüllt.
Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Die Kunst zu leben und zu sterben Münsterschwarzach 2009.
Dachte und
erkannte er als junger,
suchender Mensch,
und blieb dran
so lange,
bis er erkannte,
dass in dieser Erkenntnis
LEBEN
voll zur Entfaltung kommen
und
heilvoll erfahren werden kann.
Darauf gründete er eine Gemeinschaft, die sich „diesem“ Gott verschrieb, einem Gott, der aufrichtend und heilsam präsent sein will im Leben jedes Menschen, inmitten unserer Weltgeschichte. Er, das ist unser Gründer, P. Franziskus Jordan.
In diesem Auftrag stehen wir Salvatorianerinnen – gegründet auf einem tragfähigen und verlässlichen Fundament.
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die Lesung aus der Apostelgeschichte wirft einen Blick auf die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Wir sehen die Apostel, namentlich genannt, in „das“ Obergemach gehen – es ist ihr Ort, an dem sie nun ständig bleiben. Ein Ort als gemeinsame Mitte. Der erste Kirchraum. Was die Apostel, Maria, Frauen und Brüder, dort zusammenhält, wird von Lukas auch erzählt: das einmütige Gebet. Besonders auffällig ist, dass der Jüngerkreis hier erweitert ist.
Die Jünger, die mit Jesus gezogen sind, werden hier zu Trägern der ersten Gemeinde. Mit Nachdruck stellt Lukas in der Apostelgeschichte heraus, was seitdem prägend ist: die Beständigkeit und das Gebet. Der Weg Jesu geht weiter. Die Pfingstgeschichte setzt hier ein.
Der Abschnitt steht am Anfang der Apostelgeschichte. Er bildet den Übergang von der Erzählung der Himmelfahrt Jesu zum Pfingstereignis. Am Beginn seines zweiten Buches arbeitet der Autor einige wichtige theologische Akzente heraus, gleichsam als Ouvertüre:
Im Gegensatz etwa zu Matthäus ereignet sich die Himmelfahrt Jesu auf dem Ölberg in Jerusalem. Jerusalem ist die Stadt Gottes, von der das Evangelium seinen Ausgang nimmt. Der Autor der Apostelgeschichte will den Weg des Evangeliums bis nach Rom, der Hauptstadt der damals bekannten Welt beschreiben. Jerusalem ist aber auch der Ort der Ablehnung Gottes durch den Menschen. Hier erfüllte sich das Prophetenschicksal Jesu.
An den Anfang der Apostelgeschichte stellt er auch eine Liste der verbliebenen Apostel. Gleich im folgenden Abschnitt wird statt Judas Matthias nachgewählt, um die Zwölfzahl wiederherzustellen. Zum Kreis der Hauptakteure gehören aber auch die Frauen, allen voran Maria, die Mutter Jesu, die bereits im ersten Buch des Lukas eine hervorragende Stellung einnahm.
Die ganze Szene ist in eine Atmosphäre der betenden Erwartung eingehüllt, die viele Künstler angeregt hat. Als Ort wird ein Obergemach angegeben, ein Platz der Zurückgezogenheit und Meditation ermöglicht.
Die Perikope ist aufgrund der Zeitangabe für den Sonntag nach Christi Himmelfahrt gewählt (V. 12: "Als Jesus in den Himmel aufgenommen war.") und führt die Lesung des Hochfestes (1,1-11) weiter. Die Nennung der Namen der nach Jerusalem Zurückgekehrten (V. 13) zeigt, daß die Apostel im Vordergrund stehen - sie garantieren die Kontinuität zwischen Jesus und der Kirche.
Jerusalem ist auch theologisch wichtig: Hier hat Jesus seine Mission mit Tod und Auferstehung erfüllt; hier beginnt der Weg der Kirche.
Diese Verse geben eine indirekte Ortsangabe für die Himmelfahrt: den "Ölgarten". Die Versammlung im "Obergemach" läßt an andere Versammlungen an diesem Ort denken (zum Studium, zum Gebet; nach dem Tod Jesu ...)
V. 14 beschreibt einen "Idealzustand": einmütig verharren die 11 Apostel im Gebet - dazu aber auch noch andere Jünger und auch Frauen. Das Pfingstereignis von 2,1ff scheint direkt an diese Verse anzuschließen (nach dem Einschub über die Wahl des Matthias). Der Heilige Geist ist somit Antwort Gottes auf das einmütige Gebet der versammelten Jünger.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz