Lesung aus der Apostelgeschichte:
In jenen Tagen
begann Petrus zu reden
und sagte:
Wahrhaftig, jetzt begreife ich,
dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist,
wer ihn fürchtet
und tut, was recht ist.
Er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden
und zu bezeugen:
Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter
der Lebenden und der Toten.
Von ihm bezeugen alle Propheten,
dass jeder, der an ihn glaubt,
durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.
Noch während Petrus dies sagte,
kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten.
Die gläubig gewordenen Juden,
die mit Petrus gekommen waren,
konnten es nicht fassen,
dass auch auf die Heiden
die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.
Denn sie hörten sie in Zungen reden
und Gott preisen.
Petrus aber sagte:
Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern,
die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?
Und er ordnete an,
sie im Namen Jesu Christi zu taufen.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Ezechiel.
Das Wort des HERRN erging an mich:
Menschensohn,
als die vom Haus Israel in ihrem Land wohnten,
machten sie es durch ihre Wege und ihre Taten unrein.
Da goss ich meinen Zorn über sie aus,
weil sie Blut vergossen im Land
und es mit ihren Götzen befleckten.
Ich zerstreute sie unter die Nationen;
in die Länder wurden sie vertrieben.
Nach ihren Wegen und nach ihren Taten habe ich sie gerichtet.
Als sie aber zu den Nationen kamen,
entweihten sie überall, wohin sie kamen,
meinen heiligen Namen;
denn man sagte von ihnen:
Das ist das Volk des HERRN
und doch mussten sie sein Land verlassen.
Da tat mir mein heiliger Name leid,
den das Haus Israel bei den Nationen entweihte,
wohin es auch kam.
Darum sag zum Haus Israel:
So spricht GOTT, der Herr:
Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel,
sondern um meines heiligen Namens willen,
den ihr bei den Nationen entweiht habt,
wohin ihr auch gekommen seid.
Meinen großen, bei den Nationen entweihten Namen,
den ihr mitten unter ihnen entweiht habt,
werde ich wieder heiligen.
Und die Nationen
- Spruch GOTTES, des Herrn -
werden erkennen, dass ich der HERR bin,
wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise.
Ich nehme euch heraus aus den Nationen,
ich sammle euch aus allen Ländern
und ich bringe euch zu eurem Ackerboden.
Ich gieße reines Wasser über euch aus,
dann werdet ihr rein.
Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.
Ich gebe euch ein neues Herz
und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres.
Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch
und gebe euch ein Herz von Fleisch.
Ich gebe meinen Geist in euer Inneres
und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt
und auf meine Rechtsentscheide achtet und sie erfüllt.
Dann werdet ihr in dem Land wohnen,
das ich euren Vätern gegeben habe.
Ihr werdet mir Volk sein und ich,
ich werde euch Gott sein.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Gedeutete Geschichte: Israels Zerstreuung unter den Völkern wird von dem Propheten Ezechiel verstanden als Strafe. Durch sein Verhalten hat Israel das ihm anvertraute Land „unrein“ gemacht. Angesprochen werden der Götzendienst und das Blutvergießen. Obwohl nicht näher spezifiziert, setzt der Prophet voraus, dass die Menschen eine Verbindung zu ihrer Geschichte herstellen – und ihr Geschick verstehen. Ezechiel wendet dann den Blick: Selbst in der Fremde entweihen sie „überall, wohin sie kamen“ den heiligen Namen Gottes. Der Prophet deutet auch an, wie das geschieht: Das Volk Jahwes habe sein Land verlassen müssen, sei also in Ungnade gefallen – sagt „man“. Was die Leute sagen, nimmt sich Gott zu Herzen. Auf ihn fällt die Erfahrung Israels zurück – und wird von ihm angenommen. Ezechiel kündet einen neuen Anfang an: Gott wird seinen Namen wieder heiligen – indem er vor den Augen der Völker Israel herausholt, sammelt und in sein Land bringt. Betont: „Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen.“
In drei Sätzen legt der Prophet die Verheißung eines neuen Anfangs aus: „Ich gieße reines Wasser über euch aus …“ Ich schenke euch ein neues Herz … Ich lege meinen Geist in euch … Es ist eine Steigerung, die allerdings auch weit über das hinausgeht, was geschichtlich erfahrbar sein kann. Dass Israel wieder in dem Land wohnt, „das ich euren Vätern gab“, belegt zwar, dass – wie in der alten Bundesformel – Israel „mein Volk“ und „ich euer Gott“ bin, aber das reine Wasser, das neue Herz, Gottes Geist sind Gaben, auf die kein Rückblick möglich ist, wohl aber Bitte und Hoffnung. Es gehört zum Geheimnis des heiligen Namens, dass Menschen zu keiner Zeit sagen können, sie könnten ihre Geschichte mit Gott abschließen.
Zu Pfingsten tritt die Kirche in eine Hoffnungsgeschichte ein, die lange vor ihr von Gott um seines Namen willen angefangen hat.
Kv: Ihr werdet meine Zeugen sein
bis an die Grenzen der Erde. – Kv
Oder: Halleluja.
Oder GL 454
Lobet den Herrn, alle Völker, *
rühmt ihn, alle Nationen!
Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
führt ein Leben,
das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig,
friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
durch das Band des Friedens!
E i n Leib und e i n Geist,
wie ihr auch berufen seid
zu e i n e r Hoffnung in eurer Berufung:
e i n Herr,
e i n Glaube,
e i n e Taufe,
e i n Gott und Vater aller,
der über allem und durch alles und in allem ist.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In Ephesus haben Menschen einen Ruf bekommen. Die Formulierung deutet an, dass an höherer Stelle Zukunftsaussichten verteilt werden. Die werden denn auch mit Namen benannt.
Auf dem ersten Blick scheint es, als ob – vertraute – Mahnungen aneinandergereiht werden. Aber eine genauere Sicht zeigt sehr schnell, dass es um die „Einheit des Geistes“ geht, die durch den Frieden, der uns zusammenhält (also schon vorher gegeben ist), gewahrt werden soll. Demut, Friedfertigkeit, Geduld und Verträglichkeit sind Gaben des Friedens, der von Gott kommt.
Die „Einheit des Geistes“ wird buchstabiert: ein Leib, ein Geist, eine gemeinsame Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Der letzte Satz beschließt die Perspektive auf die Einheit: ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. Mit „über“, „durch“ und „in“ fällt von der Einheit ein Licht auf die Vielfalt „von allem“ und bezieht sie auf die Mitte. Dass die Formulierung trinitarisch ist, öffnet einen weiten Blick.
Komm herab, o Heil'ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
(Amen. Halleluja.)
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn aber der Beistand kommt,
den ich euch vom Vater aus senden werde,
der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht,
dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
Und auch ihr legt Zeugnis ab,
weil ihr von Anfang an bei mir seid.
Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.
Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen,
ja es kommt die Stunde,
in der jeder, der euch tötet,
meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.
Das werden sie tun,
weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
Noch vieles habe ich euch zu sagen,
aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit,
wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.
Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden,
sondern er wird reden, was er hört,
und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen;
denn er wird von dem, was mein ist, nehmen
und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein;
darum habe ich gesagt:
Er nimmt von dem, was mein ist,
und wird es euch verkünden.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Maria wird als Mutter der Kirche verehrt. An ihr können wir wichtige Haltungen für unser Mitwirken in der Kirche ablesen.
Ich wage die für manchen Ohren kühne Behauptung: Die Kirche lebt. Die Kirche lebt mehr als wir das vielleicht wahrnehmen. Die Kirche lebt, weil Sie heute alle den Weg zu diesem Gottesdienst gefunden haben. Wir alle sind getaufte und auch gefirmte Christinnen und Christen. Wir bilden Kirche. Auf dem Katholikentag in Würzburg waren wieder tausende von Menschen zusammengekommen und haben sich Gedanken gemacht über Liturgie, soziales Engagement, über Kirche als Friedenstifterin, als Verkünderin des Glaubens, der frohen Botschaft. Das alles sind wichtige Dienste der Kirche. Besonders Papst Leo XIV. hat sich stark für den Frieden und gegen Atomwaffen eingesetzt. Die Kirche lebt und blüht in vielen Ländern der Welt.
Seit einigen Jahren feiert die Kirche am Pfingstmontag Maria als die Mutter der Kirche. An Pfingsten haben wir das Geburtsfest der Kirche gefeiert. Kirche gibt es, weil Gottes Geisteskraft in ihr wirkt. Und das auch heute. Papst Franziskus hat eingeführt, am Pfingstmontag Maria als „Mutter der Kirche“ zu feiern, weil Maria uns Vorbild und Wegweiserin für ein Leben mit Gott ist.
Die Kirche ist vor allem eine betende Gemeinschaft. Maria verharrte mit den Aposteln im Gebet. Sie wurden offen für das Wirken Gottes.
In Deutschland stehen wir gegenwärtig vor großen Herausforderungen. Wie ist das Leben in der Kirche zu gestalten? Für viele ist es schmerzlich, wenn Kirchengebäude umgewidmet werden, weil in ihnen zu wenig Leben stattfindet. Das ist oft auch ein finanzielles Problem.
Hier wird bewusst, dass die Kirche, damit meine ich die Gemeinschaft aller getauften Christen, wieder neues Leben braucht. Im Gebet, sei es in den verschiedenen Möglichkeiten gemeinsamen Betens, sei es im privaten Gebet, öffnen wir uns dem Wirken des Geistes Gottes. Es kommen Gedanken und Ideen, wie das Leben in der Kirche neugestaltet werden kann, es werden neue Wege entdeckt. Im Gebet erfahren wir: Gott wirkt in seiner Kirche. Sie ist immer auch eine geistliche Gemeinschaft. Im Gebet sind wir Hörende. Im Gebet wird uns bewusst, dass Gott wirkt.
Es gibt Männer und Frauen, die auch heute noch die Kirche beleben. Es gibt Gemeinden, in denen Leben herrscht. Durch sie wirkt Gottes Geist. Die Kirche schenkt auch heute Leben. Weil Maria offen war für das Wirken Gottes an ihr und mit ihr, konnte sie Jesus zur Welt bringen.
In die Lesung aus dem Buch Genesis haben wir gehört, wie Adam und Eva erkennen, dass sie nackt sind. Sie haben von der verbotenen Frucht gegessen. Das ist ein Bild dafür, dass wir Menschen versucht sind, eigene Wege zu gehen und Gottes Willen zu missachten. So entsteht Misstrauen, die Verantwortung wird abgeschoben auf andere. Adam nennt seine Frau Eva, das heißt Leben. Die Menschen leben in einer Welt, die von Sünde, von Schuld und von Unfrieden geprägt ist. Es ist ein Leben, das in der Trennung von Gott lebt. Das Wort Erbschuld bedeutet, dass in uns eine Neigung besteht, das Leben ohne Gott zu gestalten. Eva repräsentiert diese Lebenseinstellung. Maria ist der Gegenpol dazu. Sie hat uns dank ihres Ja zum Vorhaben Gottes Jesus geschenkt. Die Kirche hat die wichtige Aufgabe, uns mit Gott und auch immer mehr miteinander zu versöhnen. Alle haben es nötig, umzukehren. Alle in der Kirche, ganz gleich in welcher Berufung sie Jesus folgen, haben immer wieder Umkehr nötig. So kann die Kirche Friedensbotin sein. Maria wird darum auch als Königin des Friedens verehrt.
Das Evangelium stellt uns Maria unter dem Kreuz stehend vor. In seiner schwersten Stunde steht Maria zu Jesus. Die Kirche hat auf der Seite derer zu stehen, die leiden, die verfolgt werden, die Schmerzen ertragen, die einsam und von den engsten Freunden verlassen sind. Die Kirche hat auf die Seit derer zu stehen, die als Verlierer gelten. Wenn Menschen in Not und Elend einander beistehen, ist dort Gottes Liebe, zeigt sich dort die Kirche, denn Gott steht auf die Seite der Verlierer und der Entrechteten.
Hören wir auf Gott im Gebet, denn wir sind geistliche Gemeinschaft, schenken wir Vergebung, sind wir Ort des Friedens und stehen wir an der Seite der Leidenden! Dann sind wir als Kirche marianisch. - Maria, Mutter der Kirche, bitte für uns!
Während der Pfingstsonntag vom überraschenden Zeugnis, das die Apostel am Pfingsfest in Jerusalem abgelegt haben, erzählt, fordert uns die Liturgie des Pfingsmontags auf, dass auch wir Zeugnis ablegen, wenn der Beistand kommt. Wir können und sollen unsere Berufung leben, indem wir uns vom Heiligen Geist formen lassen und "demütig, friedfertig, geduldig" sind.
Haben wir uns gestern am Pfingstsonntag daran erinnern lassen, wie die Apostel und Jünger Jesu das machtvolle Hereinbrechen des Geistes Gottes erlebten. Wie aus dem ängstlichen Petrus ein mutiger Zeuge für die Botschaft Jesu und seines Evangeliums wurde, so werden wir heute im Evangelium aufgefordert: „Auch ihr sollt Zeugnis ablegen, wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde!“ Der Epheser Brief versucht deutlich zu machen, wie unser Leben aussehen könnte, damit es zu einem Zeugnis der frohen Botschaft von der Liebe Gottes des Vaters wird. In drei Punkten versuche ich den Aufruf des Briefes an die Gemeinde in Ephesus zusammenzufassen:
- Lebt eure Berufung;
- Ertragt einander in Liebe;
- Bewahrt die Einheit.
In den letzten Jahren ist mir bei Taufen ein kleiner Ritus immer bedeutsamer geworden, der Ephata Ritus, in ihm wird schon den Täuflingen die Berufung zugesprochen, so heißt es im Gebet: „Der Herr öffne auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Lob Gottes und zum Heil der Menschen“. Sein Wort vernehmen, heißt doch die Botschaft des Lebens erkennen, uns mit all unseren Kräften und Fähigkeiten dafür einsetzen, diesem Leben zu dienen zum Heil der Menschen, das ist das Lob Gottes.
Papst Franziskus betonte in seinem Schreiben über die Freude des Evangeliums: Wir müssen brennen für diese Mission, „Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen und zu befreien.“ Wir erleben gerade in diesen Tagen der Corona Pandemie, wie wichtig uns Menschen sind, die sich zum Schutz dieses gefährdeten Lebens engagieren, wir erkennen aber auch im Rahmen der Lockerungen, wie sich jetzt wieder Kräfte nach vorne drängen und um Hilfen schreien, die in der Vergangenheit eher dem Profit nachgejagt sind ohne Rücksicht auf die Folgen für Mensch und Umwelt. In dieser Situation sich des Rufes würdig erweisen, heißt doch auch genau hinzusehen, was dient wirklich dem Leben, was richtet Menschen auf, heilt und befreit sie und wo zerstören wir durch Konsumgewohnheiten, Profitziele und Machtinteressen die Lebensgrundlagen unserer Mutter Erde.
Der Verfasser des Epheserbriefes fügt hier drei Eigenschaften ein: seid demütig, friedfertig, geduldig. Eigenschaften, die so gar nicht in unsere Zeit passen wollen. Wer möchte schon zurückstecken, sich klein machen, wir sind doch gerade erst wieder dabei Wer zu sein.
Doch Demut kommt von Dienmut, dem Mut zu dienen. In einem alten Weihnachtslied singen wir: „Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget, sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget“. Nicht die Schwachen und Kleinen sollen sich noch kleiner machen, vielmehr gibt Gott uns ein Beispiel, wenn er, der Größte, sich klein macht und dadurch die Liebe sichtbar wird. Das ist die Solidarität, die wir heute brauchen.
Und friedfertig. Sollen wir uns denn alles gefallen lassen, war pazifistisches Denken nicht schon immer verschrien als feiges Wegducken. Jesus preist die selig, die ihre Fertigkeiten, Frieden zu schaffen, einsetzen. Gandhi, Martin Luther King, die Rosenkranz-revolution auf den Philippinen und die Montagsdemonstrationen mit den Kerzen in der Hand vor dem Mauerfall können uns helfen, die Botschaft Jesu besser zu verstehen. Seinen gewaltfreien Weg ans Kreuz, als Erlösung aus den Teufelskreisen der Gewalt und des Todes zu begreifen. Eindringlich baten die Vertreter der Basisbewegungen den Papst, eine Enzyklika zur Gewaltfreiheit, als Weg Jesu und der Kirche zu schreiben und ich hoffe, dass er der Kirche diese Enzyklika noch schenkt.
Aber auch Geduld ist keine Eigenschaft, mit der wir uns gerne rühmen, möchten wir doch Ergebnisse möglichst sofort sehen. Jesus rät uns, wie im Gleichnis: zu säen, aber auch zu warten, bis Gott die Saat aufgehen und wachsen lässt. Drei Eigenschaften, die uns helfen können, einander in Liebe zu ertragen, einander zu helfen, die Last des Lebens zu tragen. Wie viele gute Beispiele erleben wir gerade in diesen Tagen, in denen gegenseitige Hilfe, Solidarität und Mitgefühl sichtbar werden.
Und damit sind wir auch schon beim dritten Vorschlag des Epheser Briefes, bewahrt die Einheit und so heißt es weiter: „durch den Frieden, der euch zusammenhält“. Der Friede, der uns zusammenhält ist aber kein Zustand, kein durch Mächte gesicherter Waffenstillstand, sondern eine Person. Unsere Bischöfe haben es in ihrem Schreiben zum gerechten Frieden deutlich gesagt: Christus ist unser Friede.
Durch die Taufe sind wir eingegliedert in seinen Leib, hineingenommen in die Christuswirklichkeit, die vom Vater ausgegangen ist vor aller Zeit, in Christus sind wir zu Kindern und Erben Gottes geworden, in Ihm, in seiner Herrlichkeit sollen wir als Gottessöhne offenbar werden, darauf wartet die ganze Schöpfung. Das ist unsere gemeinsame Hoffnung, die uns durch unsere Berufung gegeben ist, eine Gewissheit, die wir noch nicht sehen, aber aus der wir leben und handeln können, die alle menschlichen Grenzen, Aus- und Abgrenzungen zu sprengen in der Lage ist: „Ein Leib, ein Geist, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“
Der Heilige Geist führt uns in die ganze Wahrheit ein, legt Zeugnis für Christus ab und befähigt uns, dass auch wir Zeugnis ablegen.
Dies ist ein großer Tag! Ein Fest! Ein neuer Anwalt ist bestellt. Amtlich. Die Zulassung ist veröffentlicht. Heute sind wir Ehrengäste. Ein Festessen gibt es nachher auch noch. Das Besondere: Der Anwalt ist für uns bestellt! Ein Advokat. Einer, der für uns spricht. Ein Fürsprecher. Das ist eine schöne und in vielen Ländern auch übliche Bezeichnung für einen Anwalt. Es gibt so viele Gegensprecher. Ein Fürsprecher tut gut.
Ist das jetzt für Sie eine Überraschung? Womöglich ein Überfall? Sie wissen gar nichts davon? Wohl wahr, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht wissen, die aber – sozusagen mit himmlischer Weite – in unser Leben kommen. Der gute Geist Gottes gehört dazu. Zu Pfingsten feiern wir das. Ausgeschüttet hat Gott seinen Geist. Wie der Prophet sagt: über alles Fleisch. Über alle Menschen. Nichts hält Gott zurück. Nicht einmal sich selbst. Jetzt neugierig? Der Geist Gottes ist der Beistand, verheißen, mit der Kraft versehen, für uns zu sprechen. Für uns einzutreten. Für mich einzutreten. Manchmal bin ich ein schwieriger Fall!
Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom: „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wie beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt“ (Röm 8.26.f)
Dass jetzt ein Abenteuer beginnt, können Sie ahnen. Und die Heiligen, von denen Paulus spricht – das sind wir!
Wenn wir dem Evangelium nachsinnen, finden wir eine Spur. Der Geist Gottes – unser Fürsprecher – wird als Geist der Wahrheit tituliert. Ein sehr großes Wort! Wo wir nicht einmal genau wissen, was Wahrheit ist. Das ist die erste Etappe eines Abenteuers: ein großes Wort neu entdecken. Über die Vielfalt der Begriffe, ihrer Geschichte, wollen wir heute nicht reden. Obwohl das schöne Themen für einen Empfang sind. Erzählen wir lieber, wie es uns mit Wahrheit ergeht.
Viele Menschen spüren deutlich, dass wir mit konkurrierenden Wahrheitsansprüchen täglich herausgefordert werden. Religiös besonders. Die einen sagen das – die anderen dies. Wir werden mit Gegensätzen konfrontiert. Mit Lügen auch. Kaschiert als Wahrheit. Da blickt kein Mensch mehr durch. Immer, wenn Menschen etwas rechtfertigen wollen, nehmen sie die Wahrheit in Geiselhaft, traktieren sie, bis sie tot ist, und setzen ihr dann ein Denkmal. Wenigstens ein Schnäpschen ist dann noch drin – bei der Einweihung. Wir spüren die Angst, die Unsicherheit. Viele Menschen sagen, dass das früher anders gewesen wäre. Aber da früher sowieso alles besser gewesen sein soll, lassen wir uns lieber nicht verführen.
Jeder Mensch muss in seinem Leben herausfinden, was ihn trägt und birgt. Vorgefertigte Antworten taugen nicht viel. Wenn aber der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, sein Plädoyer hält, legt er Zeugnis von Jesus ab. Von seiner grenzenlosen Liebe. Von der Vergebung, die alles neu macht. Von der Auferstehung, die dem Tode trotzt. Wahrheit ist eine Beziehung, eine Liebesbeziehung, eine Begegnung, die alles verändert. Zwischen uns und Gott. Über Sätze lässt sich trefflich streiten, über Begriffe auch, aber Liebe öffnet unser Leben, macht uns frei, lässt uns mit den Engeln neue Lieder singen. Spannenderweise sagt Jesus im Evangelium sogar, dass der Geist der Wahrheit uns in die ganze Wahrheit führen wird. Die ganze Wahrheit! Die ganze Wahrheit ist aber kein geschlossenes System, von dem die Gelehrten träumen (und geträumt haben), sondern die Heimat Gottes. Die ganze Wahrheit ist auch keine geschlossene Akte, in der alles steht (sogar das, was Menschen denken, aber nie gesagt haben), sondern die Liebe Gottes. Die ganze Wahrheit – das ist die Wahrheit, die uns „ganz“, die uns „heil“ macht. Wahrheiten, die gegeneinander gehalten werden, die um Köpfe gehauen werden, die Menschen von Menschen trennen – sie mögen sich auf Gott berufen, aber von ihm kommen sie nicht.
Jesus sagt: "Der Geist der Wahrheit wird mich verherrlichen; Denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden."
Verkünden heißt: Wir bekommen etwas von ihm. Wir werden freigesprochen, frei gemacht, zur Freiheit berufen. Es ist die Freiheit der Liebe.
Zu Pfingsten, Geburtstag der Kirche, werden auch in vielen ökumenischen Gottesdiensten die großen Taten Gottes verkündigt und gerühmt. Es ist nicht schön, nur unter sich zu sein. Sich mit sich zufrieden zu geben. Nichts Größeres mehr zu erwarten. In diesem Jahr haben wir ein besonderes Jubiläum: 500 Jahre Reformation. Für viele ist es – wieder – nur ein Lutherjahr. Doch der Horizont ist viel weiter, die Farben viel prächtiger, die Geschichten viel größer. Über Gräben, Verwerfungen und Rechthabereien müssen wir reden (eben auch über konkurrierende Wahrheitsansprüche), aber der Geist der Wahrheit bringt uns dazu, das zu machen, was Jesus versprochen – und zugesagt – hat: "Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid."
Auf der Zunge zergeht: Weil wir von Anfang an bei ihm, Jesus, sind, legen wir für ihn Zeugnis ab. Von Anfang an! Wir sind seine Zeugen. Jetzt ist der Geist der Wahrheit in seinem Element. Er wirkt wie Feuer, er wirkt wie Sturm. Die alte Geschichte erzählt davon. Von dem Wunder, dass sich alle verstehen. Mehr noch: ihn, Jesus, verstehen. Ganz einfach gesagt: Liebe, seine Liebe.
Ein Dienst der Liebe ist es, wenn Christen, unabhängig von Konfession und Tradition, für Wahrheit und Gerechtigkeit eintreten, Worthülsen aufstechen und den Stummen und Verstummten eine Stimme, ein Gesicht geben. Der Geist der Wahrheit kann manchmal nicht mehr machen – als Zeugnis ablegen. Aber ein Wort kann die ganze Welt aufbrechen. Und ein neuer Geist die Welt verwandeln.
Dies ist ein großer Tag! Ein Fest! Neue Anwalt sind bestellt. Amtlich. Die Zulassung ist veröffentlicht. Heute sind wir mehr als Gäste. Ein Festessen gibt es nachher auch noch. Am Tisch des Herrn. Das Besondere: Wir werden als Anwälte bestellt! Advokaten. Menschen, die für andere sprechen. Fürsprecher. Es gibt so viele Gegensprecher. Ich möchte ein Fürsprecher sein!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus, unserem Herrn.
Für den Pfingstmontag 2014 hat sich leider niemand bereit erklärt, einen Betrag zu verfassen.
Mit etwas Phantasie und Kreativität lässt sich jedoch aus den Anregungen zum Pfingstsonntag und aus den Beiträg3en zu früheren Jahren gut schöpfen.
Pfingsmontag:
www.redemptoristen.com/index.php?id=33&anlass=66
Pfingstsonntag:
www.redemptoristen.com/index.php?id=33&anlass=71
Lieder:
GL 165: Send uns deines Geistes Kraft
GL 341: Veni, creator Spiritus
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 343: Veni Sancte Spiritus
GL 344: Komm herab, o Heilger Geist
GL 345: Veni Sancte Spiritus
GL 346: Atme in uns, heiliger Geist
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist
GL 349: Komm, o Tröster, Heilger Geist
GL 350: Geist der Zuversicht, Quelle des Trostes (Kanon)
GL 351: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (2. und 5. Str.)
GL 389,3: Dass du mich einstimmen lässt (3. Str.)
GL 453: Bewahre und Gott, behüte uns Gott (4. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg (4. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen (3. Str.)
Kehrverse und Psalmen:
GL 645,3-4: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu - Mit Ps 104 - VII.
GL 645,5-6: Alle wurden erfüllt mit Heiligem Geist und kündeten Gottes große Taten - Mit Psalm 147 - V.
GL 646,1: Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, Halleluja, Halleluja
GL 654,1: Ihr seid der Tempel Gottes, in euch wohnt Gottes Geist
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
im Neuen Bund berufst du aus allen Völkern dein Volk
und führst es zusammen im Heiligen Geist.
Gib, dass deine Kirche ihrer Sendung treu bleibt,
dass sie ein Sauerteig ist für die Menschheit,
die du in Christus erneuern
und zu deiner Familie umgestalten willst.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Pfingstmontag
Wo Menschen zum Glauben kommen, wirkt Gottes Geist.
In ihm vertrauen wir den Vater unsere Bitten an:
Für die Einheit der Christen in aller Vielfalt ihrer spezifischen Berufungen.
Für die von der Pandemie besonders betroffenen Menschen, deren Länder nicht über ausreichende hygienische und medizinische Ressourcen verfügen.
Für alle Jugendlichen, die sich auf den Empfang der Firmung vorbereitet haben, jetzt aber eine unbeabsichtigte längere Vorbereitungszeit haben, in der sie dein Heiliger Geist in besonderer Weise begleiten möge.
Für unsere persönlichen Anliegen und die Menschen, deren Anliegen wir im Herzen tragen.
Für unsere Verstorbenen, für die die Osterbotschaft der tiefste Grund ihrer Hoffnung ist.
Vater! In deiner Größe und Liebe schenkst du uns die Fülle der Gaben, die gerade wir Menschen von heute brauchen, um dich anbeten und verehren zu können.
Dir gilt in der Einheit mit Christus und dem Heiligen Geist unser Dank und unser Lobpreis. - Amen.
Gott, unser Vater,
nimm unsere Gaben an,
in denen das Opfer deines Sohnes gegenwärtig wird.
Aus seiner Seitenwunde ist die Kirche hervorgegangen
als Werk des Heiligen Geistes.
Lass sie ihren Ursprung nie vergessen,
sondern daraus in dieser Feier Heil und Leben schöpfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingsmontag
Wir danken dir, Herr, für die Gabe deines Geistes.
Er schenkt uns die Fülle deiner Liebe.
Er schenkt uns Worte.
Er schenkt uns Brot und Wein ganz neu.
Dir bringen wir unseren Hunger nach Leben,
unsere Sehnsucht, geliebt und angenommen zu sein,
unsere Hoffnung, dich zu sehen.
Dein Geist verwandelt die Welt,
unser Leben,
Brot und Wein.
In Christus, Bruder und Herr. – Amen.
Kehrvers:
Meine Seele, preise den Herrn. (GL 650,3)
Gepriesen seist du, Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Du hast uns mit allem Segen deines Geistes gesegnet
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Ihn hast du von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu deiner Rechten erhoben.
Alles hast du ihm zu Füßen gelegt
und ihn als Haupt über die Kirche gesetzt.
Kehrvers
In ihm hast du uns erwählt vor der Erschaffung der Welt,
damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.
Aus Liebe hast du uns im Voraus dazu bestimmt,
deine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus
und nach deinem gnädigen Willen zu dir zu gelangen,
zum Lob deiner herrlichen Gnade.
Kehrvers
Du hat uns deine Liebe geschenkt in deinem Sohn;
durch sein Blut haben wir die Erlösung,
die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum deiner Gnade.
Durch ihn sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt.
Sein Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen,
der Erlösung, durch die wir dein Eigentum werden zum Lob deiner Herrlichkeit.
Kehrvers
Du, Vater der Herrlichkeit,
gibst uns den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit wir dich erkennen.
Er erleuchtet die Augen unseres Herzens, damit wir verstehen,
zu welcher Hoffnung wir durch Christus berufen sind,
welchen Reichtum die Herrlichkeit deines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß deine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken deiner Kraft und Stärke.
Danklied, z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat das Werk der Erlösung vollbracht,
er ist aufgefahren über alle Himmel
und thront zu deiner Rechten.
Er hat den Heiligen Geist,
wie er den Jüngern versprochen,
ausgegossen über alle,
die du zu deinen Kindern erwählt hast.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Heiliger Geist 1
Komm Heiliger Geist
wir brauchen dich
Komm du Sturm
zerreiß die Wolken unserer Traurigkeit
und lass uns die Sonne sehen
Komm du Atem des Lebens
hauche uns an
damit wir herausfinden
aus unserer Enge
und auferstehen aus Angst und Trägheit
Komm du Feuer
taue das Eis unserer Herzen auf
und entzünde uns neu
mit deiner Liebe
Komm Heiliger Geist
denn
wir brauchen deine Wärme
deinen Atem
dein Licht.
Gütiger Gott,
bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue.
Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet;
sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingstmontag
MB Freitag in der Osterwoche
Der Vorschlag für das Hausgebet des Pfarrverbandsteams Eggenburg liegt als PDF zum Download vor.
Zusammengestellt vom Pfarrverbandsteam Eggenburg - Burgschleinitz - Roggendorf - Kattau
Am Ende der Enzyklika Lumen Fidei vom 29. Juni 2013 hatte Papst Franziskus bereits ein besonderes Gebet an Maria, Mutter der Kirche und Mutter unseres Glaubens, eingefügt. Es vermittelt sehr gut den Geist, der der Feier Mariens, der Mutter der Kirche, zugrunde liegt, den Wunsch, in ihr die Mutter eines jeden Menschen zu erkennen, in unserer Einzigartigkeit als Christen und in unserer Zugehörigkeit zu etwas Größerem und Kostbarerem:
Hilf, o Mutter, unserem Glauben!
Öffne unser Hören auf das Wort,
damit wir die Stimme Gottes und seinen Ruf erkennen.
Erwecke in uns den Wunsch, in seine Fußstapfen zu treten,
unser Land zu verlassen und sein Versprechen anzunehmen.
Hilf uns, uns von seiner Liebe berühren zu lassen,
damit wir ihn mit Glauben berühren können.
Hilf uns, uns ihm ganz anzuvertrauen
und an seine Liebe zu glauben,
besonders in Momenten der Drangsal und des Kreuzes,
in denen unser Glaube reifen muss.
Säe die Freude des Auferstandenen in unserem Glauben.
Erinnere uns daran,
dass diejenigen, die glauben, niemals allein sind.
Lehre uns, mit den Augen Jesu zu schauen,
damit er Licht auf unserem Weg sei.
Und möge dieses Licht des Glaubens immer in uns wachsen,
bis der Tag ohne Sonnenuntergang kommt,
der Christus selbst ist, dein Sohn, unser Herr!
Papst Franziskus, Enzyklika Lumen Fidei, gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 29. Juni, dem Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus, im Jahr 2013, dem ersten seines Pontifikats.
(kann nach der Melodie "Lobe den Herren" (GL 392) gesungen werden)
Ave Maria, Du bringst uns, was Eva verloren.
Hast durch Dein Ja-Wort die Wende der Zeiten beschworen.
Selige Frau, Gnade strömt nieder wie Tau:
Mutter der Kirche, Maria!
Sei uns gegrüßt, die das Heilswerk des Sohnes umfangen,
an seiner Seite den Weg bis zum Ende gegangen.
In seinem Tod sind wir geboren für Gott:
Mutter der Kirche, Maria!
Sei uns gegrüßt, die inmitten der Jünger verharrte,
bis sich in Feuer und Sturmwind der Geist offenbarte.
Stunde voll Licht, da die Erfüllung anbricht:
Mutter der Kirche, Maria!
Sei uns gegrüßt, unsre Fürsprach am Throne der Gnaden!
Tritt für uns ein, die wir mühselig sind und beladen.
Pilger sind wir, weis' uns zur Heimat die Tür:
Mutter der Kirche, Maria!
Sei uns gegrüßt, du Gesegnete unter den Frauen,
Zeichen der Hoffnung, zu dem wir Verlorne hinschauen.
Bitt Gott, den Herr! Er wird Vollendung gewährn:
Mutter der Kirche, Maria!
Maria-Luise Thurmair in: Josef Treutlein, Marienandachten, Freiburg 2012.
Maria, richte Deinen Blick auf die jungen Menschen, damit sie zu einem fruchtbaren Boden der Kirche werden. Bitte dafür, dass Jesus, der gestorben und auferstanden ist, in uns neu geboren wird und uns verwandle in deiner Nacht voller Licht, die erfüllt ist von ihm.
Maria, du Mutter Gottes, Du Pforte des Himmels, hilf uns, den Blick nach oben zu richten. Wir wollen Jesus sehen. Mit ihm sprechen. Allen seine Liebe verkünden.
Benedikt XVI in Youcat, Jugendgebetbuch, Köln 2011.
Heilige Maria, Mutter des Herrn,
Du bist treu geblieben, als die Jünger flohen. Weil du geglaubt hast, als der Engel dir das Unglaubliche verkündigte, Mutter des Allerhöchsten zu werden, so hast du geglaubt in der Stunde seiner tiefsten Erniedrigung. So bist Du in der Stunde des Kreuzes, in der Stunde der Weltennacht, Mutter der Glaubenden, Mutter der Kirche geworden. Wir bitten dich: Lehre uns glauben und hilf uns, dass der Glaube zum Mut des Dienens und zur Tat der helfenden und mitleidenden Liebe werde. Amen.
Aus Youcat, Jugendgebetbuch, Köln 2011.
Lebendiger Gott, in Deiner Gnade machst du die Seele des gläubigen Menschen größer als den Himmel. Denn der Himmel und die übrigen Geschöpfe vermögen Dich, den Schöpfer aller Dinge, nicht zu fassen. Meine Seele aber will für dich Wohnort und Ruheplatz sein. So, wie Dich die Jungfrau Maria in ihrem Leib getragen hat, so will ich Dich in meinem Herzen tragen. Ich will Dir Wohnung geben In den Räumen meiner Seele und meines Leibes. Ich will in den Spuren Deiner Mutter Maria In Hingabe, Demut und Armut nachfolgen.
Christus, ich will Dich umfassen, wie du mich umfasst. Du bist mein wahrer Reichtum Und nichts in der Welt Ist an Kostbarkeit dir gleich. Amen.
Klara von Assisi in Youcat, Jugendgebetbuch, Köln 2011.
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der in jeder Situation alles neu machen kann. Die verängstigten Jünger wurden durch diesen Geist ermutigt, ihre Isolation zu verlassen und freimütig das Evangelium zu verkünden. Dieses pfingstliche Ereignis sowie den fünften Jahrestag des Erscheinens der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus nehmen wir zum Anlass, uns an alle Menschen in Österreich zu wenden. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten wir das öffentliche Leben auf ein Minimum reduzieren. Selbst die gemeinsamen Gottesdienste, die vielen Menschen geistliche
Nahrung bieten, konnten nicht mehr stattfinden. Das war ein schwerer Verzicht, auch wenn dadurch in den Häusern und Wohnungen vielleicht mehr gebetet und damit mitten im Alltag der Glaube stärker wurde. Jetzt stehen wir in der Krisenbewältigung an einer Schwelle. Das öffentliche Leben wird schrittweise normalisiert.
Auf diesem Weg hin zu einer „erneuerten Normalität“ feiern wir Pfingsten, das Fest eines Neuen Geistes. Bereits in den vergangenen Wochen war sein belebender Atem im erfreulichen Zusammenhalt von Politik und Gesellschaft zu spüren.
Vollständiger Hirtenbrief als PDF
https://www.bischofskonferenz.at/
„Ich bin stolz auf unsere Kirche!" - So habe ich früher oft gesagt. Und ich bin noch immer stolz auf sie. Aber es gibt „Schwächen“ an unserer Kirche, die wir sehen müssen. Sie werfen Fragen auf, sie sind „fragwürdig“. - Ich denke dabei nicht an die Skandale, die es in der Kirche gegeben hat; und die Missstände, die wir so gut kennen und die eine Schande für die Kirche und uns Christen sind. Ich denke vielmehr an „Schwächen“ der Kirche, die zu ihrer „Grundausstattung“ gehören und immerzu ihr gehören werden. Sie sind ihr „auf den Leib geschnitten", und sie wird sie daher nie los werden.
Einige dieser „Schwächen“ springen ins Auge.
Die Apostel
Eine „Schwäche" gehört seit Anfang an zur Kirche. Jesus selber hat sie verursacht, als er die "Apostel“ ausgesucht hat.
Wenn wir nämlich mit etwas kritischem Sinn auf die Auswahl schauen, die Jesus getroffen hat, sind wir versucht zu sagen: es war eine „schlechte Wahl“! Die Männer, auf die seine Wahl gefallen ist, waren Arbeiter, Steuereintreiber, manche von ihnen politisch eher extrem, charakterlich unausgeglichen; und alle ungebildet! ... Ich habe Jesus öfters Vorwürfe gemacht, dass er solche Männer zu seiner Kerngruppe machte.
Aber ist es nicht höchst erstaunlich, dass diese inkompetenten und unfähigen Männer die Kirche aufgebaut und getragen haben? Nicht gescheite Leute haben Jesus und seine Botschaft in der Welt gegenwärtig gemacht, keine mächtigen Politiker oder Millionäre, sondern dieses arme Häuflein! Zeigt nicht gerade diese Tatsache, dass die Kirche nicht Menschenwerk ist, sondern von Gott und seinem Christus getragen und gehalten wird?
Paulus hat diese und andere „Schwächen“ der Kirche klar im Blick gehabt; er schreibt oft darüber, besonders in seinem 1. Brief an seine Freunde in Korinth: „Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist.“(1 Kor 1,27f.).
Das ist die „Weisheit Gottes“ und die „Philosophie“ seines Messias!
Aus: Hans Schermann, Auf dem Weg des Lebens. Erfahrungen und Einsichten. Fromm Verlag, Saarbrücken 2017
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Ich glaube, dass Gottes Geist meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass sie meine Geleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube, dass er mir Phantasie zur Liebe geben kann.
Ich glaube, dass sie mir Warnung vor dem Bösen geben kann.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass sie meine Traurigkeit besiegen kann.
Ich glaube, dass Gottes Geist mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.
Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.
Ich glaube, dass sie mir Kraft im Leiden geben kann.
Ich glaube, dass er mir Gefährten und Gefährtinnen geben kann.
Ich glaube, dass sie mir mein Wesen durchdringen kann.
Ich glaube, dass er mir inneren und äußeren Frieden geben kann.
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Karl Rahner: Erfahrungen des Geistes, Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien, 3. Aufl. 1981.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Lesung ist Teil der sogenannten Korneliusgeschichte. Sie gehört zur vorlukanischen Tradition und berichtet von der Taufe der ersten Heiden. Eigentlich besteht sie aus 8 verschiedenen Szenen, die eng miteinander verflochten sind. Die heutige Lesung beinhaltet Teile der 4., 6. und die 7. Szene.
Die Vorgeschichte: In Cäsarea erfährt der gläubige - aber Heide, d. h. Nichtjude - Hauptmann Kornelius von einem Engel, dass seine Gebete erhört worden seien, und er nach Petrus in Joppe schicken soll. Zur gleichen Zeit erfährt Petrus in Joppe in einer Vision anhand eines Gefäßes mit allerlei Tieren, dass er nichts unrein nennen darf, was Gott rein gemacht hat. Die vom Hauptmann ausgeschickten Boten berichten ihm über den Auftrag des Engels, und so weigert sich Petrus nicht, mit den Boten zum Heiden Kornelius mitzugehen.
Mit der Begegnung zwischen Kornelius und Petrus beginnt nun die Lesung. Der Judenmissionar Petrus wird gegen seinen Widerstand von Gott und seinem Geist zum Heidenmissionar berufen. Petrus ist die Hauptperson der Erzählung, er wird zum Überschreiter der trennenden Schranke zwischen Heiden und Juden. Die Verse 34 und 35 sind eine Querverbindung auf die Vision des Petrus mit den reinen Tieren aller Art: es gibt keine unreine Speise, keine unreinen Tiere und deshalb auch keine unreinen Menschen mehr.
Das Ziel, das Gott mit seiner Vision und Lukas mit seiner Erzählung verfolgen geht dahin, dass Petrus und mit ihm die Judenchristen dazu geführt werden, mit den "Unreinen" (Heiden) zusammen zu essen. In der von Petrus angeordneten Taufe stellt er sich ohne Zögern hinter die Willensentscheidung Gottes, die durch die überraschende Sendung des Geistes manifestiert wird. Wenn Petrus abschließend noch einige Tage in Cäsarea bleibt, so will Lukas sagen, dass nun Tischgemeinschaft zwischen den Juden- und Heidenchristen möglich ist, und dass Petrus zu ihr bereit ist.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz