Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer.
In jenen Tagen
veranstaltete Judas, der Makkabäer,
eine Sammlung,
an der sich alle beteiligten,
und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem,
damit man dort ein Sündopfer darbringe.
Damit handelte er sehr schön und edel;
denn er dachte an die Auferstehung.
Denn hätte er nicht erwartet,
dass die Gefallenen auferstehen werden,
wäre es überflüssig und sinnlos gewesen,
für die Toten zu beten.
Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen,
der für die hinterlegt ist,
die in Frömmigkeit entschlafen.
Ein heiliger und frommer Gedanke!
Darum ließ er die Toten entsühnen,
damit sie von der Sünde befreit werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir. – Kv
GL 511
Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir: *
Mein Herr, höre doch meine Stimme!
Lass deine Ohren achten *
auf mein Flehen um Gnade. – (Kv)
Würdest du, Herr, die Sünden beachten, *
mein Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, *
damit man in Ehrfurcht dir dient. – (Kv)
Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen. – (Kv)
Israel, warte auf den Herrn, /
denn beim Herrn ist die Huld, *
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen *
aus all seinen Sünden. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalónich.
Schwestern und Brüder,
wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen,
damit ihr nicht trauert wie die anderen,
die keine Hoffnung haben.
Denn wenn wir glauben,
dass Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott die Entschlafenen
durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.
Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn:
Wir, die Lebenden,
die noch übrig sind bei der Ankunft des Herrn,
werden den Entschlafenen nichts voraushaben.
Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen,
wenn der Befehl ergeht,
der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt.
Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen;
dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind,
zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt
zur Begegnung mit dem Herrn.
Dann werden wir immer beim Herrn sein.
Tröstet also einander mit diesen Worten!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Abschnitt des Ersten Thessalonicherbriefs eröffnet in der Absetzung zu den vorherigen Versen über die Bruderliebe ein neues Thema: die Entschlafenen. Es wird abgelöst im 5. Kapitel vom Thema Zeiten.
Zunächst argumentiert Paulus mit seiner eigenen Glaubensüberzeugung und dem Lebensschicksal Jesu. Dann erfolgt eine zweite Begründung, der er wie auch im Eucharistiethema des 1. Korintherbriefs besonderes Gewicht verleiht, indem er ein Argument als Herrenwort kennzeichnet.
Schließlich werden apokalyptische Bilder der Zeit benutzt. Am Anfang und Ende des Abschnitts steht noch einmal die Zielbestimmung: Wir wollen euch besser stellen als die Hoffnungslosen. Und tröstet die Menschen.
Paulus richtet sich in diesem Brief an die heidenchristliche Gemeinde der Thessalonicher. Man kann davon ausgehen, dass dieser Abschnitt deshalb geschrieben wurde, weil den Thessalonichern das Heil der Verstorbenen ungewiss war. Angesichts der Erwartung des nahenden Gottesreiches ist es verständlich, dass sich die Thessalonicher nicht auf die allgemeine Erfahrung des Todes einstellten. Sie erwarteten, dem wiederkommenden Jesus als noch Lebende zu begegnen. Aber nun machen sie die Erfahrung, dass Gemeindemitglieder sterben.
Mit dem Hinweis auf das Sterben und die Auferstehung Jesu erschließt Paulus die Hoffnung, dass auch die bereits verstorbenen Gemeindemitglieder zur Herrlichkeit gelangen werden. Paulus will nicht über die bereits "Entschlafenen" reden, sondern er will einer Haltung entgegenwirken, die von Hoffnungslosigkeit beherrscht ist. Paulus macht klar, dass Rat- und Hoffnungslosigkeit angesichts des Todes nicht Sache der Christen ist, wie auch immer die Erwartung für die Zukunft der Toten sein mag.
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! – Kv
(So spricht der Herr:)
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
Als Jesus in Betánien ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Íjob:
Íjob sprach:
Würden meine Worte doch geschrieben,
würden sie doch in ein Buch eingeritzt,
mit eisernem Griffel und mit Blei,
für immer gehauen in den Fels.
Doch ich, ich weiß:
Mein Erlöser lebt,
als Letzter erhebt er sich über dem Staub.
Ohne meine Haut, die so zerfetzte,
und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen.
Ihn selber werde ich dann für mich schauen;
meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott. – Kv
GL 42,1
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, *
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
Meine Seele dürstet nach Gott, /
nach dem lebendigen Gott. *
Wann darf ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht? – (Kv)
Ich will in einer Schar einherziehn. *
Ich will in ihr zum Hause Gottes schreiten,
im Schall von Jubel und Dank *
in festlich wogender Menge. – (Kv)
Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten; *
sie sollen mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen.
So will ich kommen zu Gottes Altar, /
zum Gott meiner Freude und meines Jubels. *
Ich will dir danken zur Leier, Gott, du mein Gott. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
Ich bin nämlich überzeugt,
dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten
im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Denn die Schöpfung
wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen,
nicht aus eigenem Willen,
sondern durch den, der sie unterworfen hat,
auf Hoffnung hin:
Denn auch sie, die Schöpfung,
soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden
zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen,
dass die gesamte Schöpfung
bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber nicht nur das, sondern auch wir,
obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben,
auch wir seufzen in unserem Herzen
und warten darauf,
dass wir mit der Erlösung unseres Leibes
als Söhne offenbar werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit! – Kv
(So spricht der Herr:)
Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.
Ich werde wiederkommen und euch zu mir holen,
damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott
und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre,
hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin
und einen Platz für euch vorbereitet habe,
komme ich wieder
und werde euch zu mir holen,
damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe –
den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm:
Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.
Wie können wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater
außer durch mich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja.
An jenem Tag
wird der Herr der Heerscharen
auf diesem Berg – dem Zion –
für alle Völker ein Festmahl geben.
Er verschlingt auf diesem Berg
die Hülle, die alle Völker verhüllt,
und die Decke, die alle Nationen bedeckt.
Er hat den Tod für immer verschlungen
und Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen
und die Schande seines Volkes
entfernt er von der ganzen Erde,
denn der Herr hat gesprochen.
An jenem Tag wird man sagen:
Siehe, das ist unser Gott,
auf ihn haben wir gehofft,
dass er uns rettet.
Das ist der Herr,
auf ihn haben wir gehofft.
Wir wollen jubeln
und uns freuen über seine rettende Tat.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philíppi.
Schwestern und Brüder!
Unsere Heimat ist im Himmel.
Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn,
als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird
in die Gestalt seines verherrlichten Leibes,
in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Ehre sei dir, Christus, Sohn des lebendigen Gottes! – Kv
(So spricht der Herr:)
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Ehre sei dir, Christus, Sohn des lebendigen Gottes!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
kam Jesus in eine Stadt namens Naïn;
seine Jünger und eine große Volksmenge folgten ihm.
Als er in die Nähe des Stadttors kam,
siehe, da trug man einen Toten heraus.
Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe.
Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
Als der Herr die Frau sah,
hatte er Mitleid mit ihr
und sagte zu ihr: Weine nicht!
Und er trat heran und berührte die Bahre.
Die Träger blieben stehen
und er sagte: Jüngling, ich sage dir: Steh auf!
Da setzte sich der Tote auf
und begann zu sprechen
und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
Alle wurden von Furcht ergriffen;
sie priesen Gott
und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Und diese Kunde über ihn
verbreitete sich überall in Judäa und
im ganzen Gebiet ringsum.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Tod und das Trauern um Tote wird in unserer Gesellschaft oft verdrängt und hat wenig Raum. Der Trauer Raum geben kann heilsam sein. Biblische Texte wie die Lesung aus Jesaja oder die Erzählung vom Tod des Lazarus, um den Jesus weint, können uns Hoffnung geben und helfen uns, dass wir uns nicht in der Trauer vergraben.
Wie kann ich gut die Balance halten? Das ist eine kleine Herausforderung in der Gymnastik. Balance spielt aber auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle. Manche tun sich schwer mit der sogenannten Work-Life-Balance. Aktuell sind wir als Gesellschaft auch wieder neu gefordert, die Balance zwischen Vorsicht und Hysterie zu halten. Und dann gibt es noch die Balance zwischen Trauer und Hoffnung. Der Tod eines geliebten Menschen kann mich nur zu rasch aus dem Gleichgewicht bringen, ich komme aus dem Takt meines Lebens. Der Tod schafft eine Ausnahmesituation, in der ich vielleicht manches gar nicht wahrnehmen kann, was geschieht – um mich herum, aber auch in mir drin.
In Ausnahmesituationen reagiert jede/r von uns anders. So ist auch unser Umgang mit Sterben und Tod sehr individuell (geworden), was Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Früher gab es automatisch bestimmte Rituale wie Totenwachen oder das sogenannte Trauerjahr. Trauer gehörte dadurch mehr zu unserem Alltag und z.B. an der schwarzen Kleidung war sie auch sichtbar. Heute gehen wir individueller damit um, was oft zur Folge hat, dass Trauer oft versteckt oder tabuisiert wird.
In unserer Tradition haben wir den großen Schatz biblischer Texte, die uns gemeinschaftlich oder individuell Hoffnung schenken können. Die Lesung aus dem Buch Jesaja zeichnet so ein wunderbares Hoffnungsbild für das Volk Israel, das Gott auch uns zusagt. Wir werden ein Festmahl feiern dürfen, Gott wischt alle Tränen ab und er wird den Tod vernichten (Jes 25,6-9). Diese Hoffnung kann mich tragen, wenn ich einen Verlust erleide.
Doch auch die Tränen sind ein wichtiger Teil im Trauerprozess. Wenn wir uns heute in der Welt umschauen, sehen wir Tränen von geflüchteten Menschen, Tränen von Einsamen, Tränen der Verzweiflung von Hungernden, manchmal Tränen der Wut über so viel Leid und Ungerechtigkeit.
Für mich ist es starker Trost, dass Gott ALLE diese Tränen abwischen wird. Er ist für uns Mensch geworden. Jesus hat uns vorgelebt, wie wir leben sollen. Er hat Machttaten und Wunder getan, um den Menschen Gottes Vollmacht und seine Liebe zu uns zu zeigen. Hier ist etwas so Großartiges geschehen, dass deutlich wird, wer Jesus ist. Wir bleiben nicht dem Tod überlassen, wenn wir uns zu Jesus bekennen: Er ist der HERR über Leben und Tod, dem nichts Menschliches fremd ist. Auch die Trauer und den Schmerz hat Jesus selbst erfahren. Als Lazarus starb, weinte Jesus ganz menschlich um seinen Freund.
Auch uns tut es gut, unseren Gefühlen Ausdruck zu geben. Besonders im heurigen Jahr ist das wichtig – manche von Ihnen haben vielleicht in der Zeit des Lockdowns jemanden verloren, konnten nicht gut oder nur im kleinsten Kreis Abschied nehmen. Aber auch, wenn der Verlust schon länger her ist: es bleibt eine Lücke. Eine Lücke, die jemand hinterlassen hat, die von mir mit Trauer gefüllt wird, die aber auch Platz für schöne Erinnerungen bietet und vielleicht auch für das Licht des Trostes und der Hoffnung.
Mich nicht in der Trauer vergraben, der Hoffnung Raum geben, dass die Liebe den Tod überlebt, und bei all dem ehrlich mit mir selbst zu bleiben. Das wünsche ich Ihnen an diesem Tag der Erinnerung, des Gedenkens, der Trauer und Hoffnung.
Der Weg zum Glauben an ewiges Leben führt für mich über die Liebe und über die Hoffnung. – Ansprache für einen Friedhofsgang.
Niemand weiß, wie es nach dem Tod weitergeht. Niemand kann beweisen, dass es nach dem Tod weitergeht. Trotzdem gehe ich von Zeit zu Zeit zu den Gräbern meiner Lieben. Ich möchte ihnen damit zeigen, dass meine Liebe zu ihnen nicht verloschen ist. Ich erinnere mich dankbar daran, was sie mir bedeutet haben, was ich ihnen verdanke. Ich erinnere mich an fröhliche und glückliche Stunden mit ihnen, auch an manches Schwere. "Stark wie der Tod ist die Liebe" (Hld 8,6), sagt ein Wort der heiligen Schrift. Sie wird vom Tod nicht ausgelöscht.
Weil ich diese Menschen liebe, hoffe ich, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Ich hoffe es vor allem für jene, die es im Leben schwer gehabt haben. Ich hoffe es für jene, die sich für andere eingesetzt haben und die dafür zu Lebzeiten keinen Lohn erhalten haben. Ich hoffe es für jene, die mit hohlen Versprechungen um ihr Leben betrogen worden sind.
Mir gehen an einem Tag wie heute jene nicht aus dem Kopf, die durch Kriege, Hungersnöte oder Naturkatastrophen umgekommen sind: Alte, Junge, Menschen im besten Alter, Kinder, Menschen, die auf dem Weg in ein besseres Leben im Meer ertrunken sind.
Ich kann mich nicht damit abfinden, dass es sich die einen richten, ohne sich vor einem Gericht verantworten zu müssen. Und ich will mich nicht damit abfinden, dass andere nichts von dem Glück erleben, das ich erleben durfte.
Deshalb glaube ich denen, die mir von einem liebenden Gott erzählt haben, dem ich mein Leben verdanke. Ich knüpfe meine Hoffnungen an den, von dem es heißt, er sei von den Toten auferstanden. Und ich glaube, dass er am Ende all jene, die im Leben wenig Glück erfahren haben, so überglücklich macht, dass sie das Erlittene vergessen können. Und ich glaube daran, dass er allen, die seiner Liebe nicht getraut haben, eine neue Chance geben wird.
Diesem liebenden Gott lege ich alle meine Lieben ans Herz, wenn ich deren Gräber besuche. Auf diesen liebenden Gott hoffe ich, wenn ich an jene denke, die das Leben, das der Schöpfer ihnen schenken wollte, nicht erleben konnten.
Wie das konkret aussehen wird, übersteigt meine Vorstellungskraft. Mit dem Apostel Paulus glaube ich an das, "was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2,9).
Ansprache zu einer ökumenischen Friedhofsandacht an Allerheiligen/Allerseelen.
Zu Allerheiligen/Allerseligen gedenken wir nicht nur der verstorbenen Angehörigen. Wir weiten unseren Blick auf alle Verstorbenen, auch auf die Opfer der Kriege und der Unrechtsregime. Erinnern weitet den Blick für die Gegenwart.
In vielen Orten Oberösterreichs wird zu Allerheiligen an den Kriegerdenkmälern in unterschiedlichster Weise der Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht. In der Pfarre St. Georgen an der Gusen wurde vor einigen Jahren in einem Kunstprojekt das Kriegerdenkmal für mehrere Monate verhüllt. „Sichtbar machen durch verdecken“, so nannte die Künstlerin diese gewagte Intervention. Es gab große Aufregung in der Bevölkerung. An den Stammtischen wurde darüber intensiv diskutiert. Gleichzeitig wurde von der Künstlerin am Kirchenvorplatz ein Spiegelsteg errichtet, der auf die unterirdischen Waffenwerke während der NS-Zeit ganz nahe der Kirche und auf das Konzentrationslager Gusen hinweist.
„Sichtbar machen durch Verdecken.“ - So wurde der Blick auf die 40.000 Menschen gelenkt, die in dieser Pfarre zur Zeit des Nationalsozialismus grausam zu Tode kamen und viele Jahrzehnte fast gänzlich in Vergessenheit gerieten. Heute am Allerheiligen Fest gedenkt man dort sowohl der Gefallenen der Kriege am Kriegerdenkmal, als auch der Opfer der Konzentrationslager, der gegenwärtigen Kriege und des Terrors auf unserer Welt.
Warum gedenken wir zu Allerheiligen und Allerseelen nicht nur der uns lieb gewordenen Verwandten, der eigenen Freundinnen, Freunde und Bekannten? Warum gedenken wir als Christinnen und Christen auch der Opfer von Kriegen und Unrechtsregimen?
In Österreich begehen wir das Gedenkjahr 2018. Die Österreichischen Bischöfe haben dazu eine beeindruckende Erklärung abgegeben und darauf hingewiesen, dass das Erinnern und Gedenken insbesondere der Opfer unserer Geschichte zutiefst christlich sei und jede humane Kultur auszeichne. In der Erklärung der österreichischen Bischöfe heißt es wörtlich: Wir „gedenken vor allem der Opfer, die in Folge der nationalsozialistischen Machtübernahme gedemütigt, vertrieben, verfolgt, eingekerkert, verschleppt und ermordet wurden. Wir schauen aber auch auf die Orientierungslosen, die Mitläufer und die Täter ... Auch heute schmerzt noch, dass damals, im März 1938, und in den sieben düsteren Jahren danach, die ChristInnen - auch und gerade die Bischöfe - nicht stärker der Macht des Hasses, der Unmenschlichkeit und der Diktatur entgegengetreten sind. ... Traurig und beschämt haben wir erkannt, dass mit der Zerstörung der Synagogen und der Shoah unschuldige und wehrlose Menschen getötet und der Name des Ewigen geschändet wurde.“
80 Jahre danach - klare Worte der österreichischen Bischöfe, versehen mit der reinigenden Kraft des Bekenntnisses der eigenen Mitschuld. Die österreichischen Bischöfe sprechen aber auch von Menschen, „die sich in der damaligen Zeit als 'Gerechte' erwiesen und die sich nicht vom Sog dieser unmenschlichen und verbrecherischen Ideologie mitreißen ließen“.
Unter Vielen seien in diesem Zusammenhang stellvertretend nur zwei Personen unserer Diözese genannt, die Ihnen wohl bekannt sind: der Wehrdienstverweigerer und Selige Franz Jägerstätter und der Priester und Pädagoge Dr. Johann Gruber, der von den KZ-Mithäftlingen in Gusen als „Engel in der Hölle“ verehrt wurde. Diese beiden Oberösterreicher lebten ihren Glauben, sie widersetzten sich der Macht des Hasses und der Unmenschlichkeit und sie wurden hingerichtet. „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ So hörten wir es im heutigen Evangelium.
Wie geht es uns als Christinnen und Christen heute angesichts der Kriege, des Elends in den Flüchtlingslagern dieser Welt, mit dem wir via Fernsehen konfrontiert werden? Berühren uns diese Bilder noch? Sind unsere Herzen eingefroren - in einem Land, in dem „Gutmensch“ zu einem Schimpfwort geworden ist? Wie geht es uns als Christinnen und Christen angesichts der Tatsache, dass etwa 800 Millionen Menschen gegenwärtig an chronischer Unterernährung leiden? Wir leben in einer Welt, in der innerhalb einer Woche mehr Geld für die Armeen ausgegeben wird, als es kosten würde, die Hungernden unserer Erde auf der ganzen Welt für ein ganzes Jahr zu sättigen. Ist uns diese Realität bewusst? „Wo bin ich, wenn vor meinen Augen großes Unrecht geschieht, wenn Ausgrenzung, Entsolidarisierung und Hass ihren Lauf nehmen?“ So fragen die Bischöfe in ihrer vorher erwähnten Erklärung.
Zunehmend ist in unserer Gesellschaft spürbar, dass Menschen aufgrund ihrer Nationalität, Herkunft oder Hautfarbe ausgegrenzt werden. Denken Sie an die Ausländerfeindlichkeit, an die Unbarmherzigkeit, die manchen AsylwerberInnen zuteil wird. Denken Sie etwa an die jungen AsylwerberInnen, die in Österreich nun keine Chance mehr auf einen Lehrplatz haben und kaum Möglichkeiten haben, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Bischof Manfred Scheuer und der Caritasdirektor der Diözese Linz, Franz Kehrer betonen in ihrer Stellungnahme zu Asyl und Integration „Viele Menschen haben bei uns in den vergangenen Jahren Asyl gesucht und suchen es auch gegenwärtig. Wir sollten nie vergessen, dass sie hier ein Menschenrecht in Anspruch nehmen, und dass jede und jeder von uns ebenso in eine Lage geraten kann, in der sie/er aus der eigenen Heimat flüchten muss.“
Liebe Pfarrgemeinde, widerstehen wir als Christinnen und Christen - kraftvoll und entschieden - einer zunehmenden Stimmung in der Bevölkerung, in der Menschen in ihrer Gottesebenbildlichkeit, in ihrer Würde nicht wahrgenommen werden! Andre Heller sagte anlässlich des Gedenkjahres beim Staatsakt in der Hofburg in seiner vielbeachteten Rede: „Vergessen wir nicht, dass am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft nicht Ausschwitz, sondern die Ausgrenzung von Menschen, die als störend, als schädlich betrachtet wurden, stand. Und weil es dafür viel Zustimmung gab, hatten die Nazis freie Bahn und die humanitäre Katastrophe wurde immer größer.“
Kommen wir zurück auf unsere Frage: Warum gedenken wir Christinnen und Christen zu Allerheiligen und Allerseelen der Opfer von Krieg und Terror, warum gedenken wir der Menschen, die sich der Macht des Hasses und der Unmenschlichkeit widersetzten und dies mit ihrem Leben bezahlen mussten?
Für den bekannten Konzils-Theologen Johann Baptist Metz gehört die Erinnerung und das Gedächtnis an die Leiden und an die Opfer unserer Geschichte zu den Grundpfeilern des christlichen Glaubens. In seinem Buch „Memoria Passionis“, Gedächtnis des Leidens, schreibt Metz, dass man Gott nicht mit dem Rücken zur menschlichen Leidensgeschichte verehren könne. „Die Botschaft Jesu lässt es nicht zu, dass wir über seine Leidensgeschichte die Leidensgeschichte der Welt vergessen; sie lässt es nicht zu, dass wir über seinem Kreuz die vielen Kreuze in der Welt übersehen.“
Das Kreuz Jesu Christi öffnet den Blick für die Geschundenen, für die vielen Kreuze in der Welt, für vergangenes und gegenwärtiges Leid. Zu Allerheiligen erinnern wir uns an die Verheißung, dass es mit dem Tod nicht einfach aus ist, dass der Tod nicht alle und alles gleichschaltet, dass uns über den Tod hinaus die universale Gerechtigkeit Gottes verheißen wird: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein..." So heißt es imBuch der Offenbarung (Off. 21,4).
Erinnern weitet den Blick für die Gegenwart. Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich bringt das Erinnern mit der Gegenwart in Berührung. In seiner Erklärung zum Gedenkjahr 2018 heißt es: „Wir als Kirchen wollen uns dafür einsetzen, dass Österreich - 80 Jahre nach der Katastrophe von 1938 - zu einem Haus mit offenen Fenstern und zu einer Heimatstätte für Verfolgte wird. Wir wollen in einem Land leben, in dem der soziale Friede gewahrt wird und in dem Menschen Geborgenheit und die Möglichkeit zu einem erfüllten Leben finden."
Auch heute haben wir Christinnen und Christen eine große Verantwortung, dort wo wir stehen, für Menschlichkeit und Menschenwürde zu sorgen. Die Seligpreisungen, die wir heute im Evangelium gehört haben, weisen uns die Richtung, sie sind so etwas wie das Leitbild der großen Vision Gottes mit uns Menschen:
„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein."
© Dr. Christoph Freudenthaler, Pädagogische Hochschule der Diözese Linz.
Erklärung österreichische Bischofskonferenz (2018). „1918-1938-2018. Erinnern und Gedenken". Verfügbar unter:
https://www.katholisch.at/aktuelles/2018/03/12/bischoefe-1918-1938-2018.-erinnern-und-gedenken - [27.8.2018]
Scheuer Manfred, Kehrer Franz (2018). Stellungnahme zu Asyl und Integration. Verfügbar unter:
https://www.dioezese-linz.at/news/2018/03/13/stellungnahme-zu-asyl-und-integration - [27.8.2018]
Heller Andre (2018). Rede anlässlich des Gedenkaktes zum 80. Jahrestag des 12. März. Verfügbar unter:
https://www.youtube.com/watch?v=rL7k2XzJxcA&feature=youtu.be - [27.8.2018]
Erklärung des Vorstandes des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zum Gedenkjahr 2018 (2018). Verfügbar unter:
http://www.oekumene.at/site/erklaerungen/article/1844.html - [27.8.2018]
Metz, Johann Baptist (2006). Memoria Passionis. Freiburg im Breisgau: Herder.
Am Allerseelentag gedenken wir unserer Toten. Wir wissen sie in Gottes Hand. Sich in die Hand Gottes fallen zu lassen, ist ein Akt des Vertrauens. Er fällt uns nicht leicht, weil wir darin die Kontrolle über uns selbst abgeben. Im Gebet, besonders im "Vater unser", üben wir uns in diesen Schritt ein.
Obwohl ich schon oft mit einem Flugzeug gereist bin, spüre ich jedes Mal einen gewissen Nervenkitzel, wenn ich in ein Flugzeug einsteige. Wenn das Flugzeug abhebt und den Bodenkontakt aufgibt, ist es wieder ein sonderbares Krippeln. Ich vermute, dies hat damit zu tun, dass ich ein Stück Kontrolle über mein Leben an andere abgebe: an den Piloten, an die Technik, die hinter dem ganzen Flugapparat steckt. Und ich bin jedes Mal erleichtert, wenn ich wieder heil gelandet bin und festen Boden unter meinen Füßen spüre.
Wenn ich in ein Fahrzeug einsteige, das eine andere Person lenkt, oder in einen Zug, gebe ich auch ein Stück Kontrolle ab, es berührt mich aber nicht so stark. Es fällt wohl den meisten Menschen nicht leicht, die Kontrolle abzugeben, es sei denn an eine Person, bei der man sich gut aufgehoben weiß. Bedenkenlos steige ich in das Fahrzeug eines Freundes oder eines Kollegen ein, von dem ich weiß, dass er es verlässlich lenkt. Wenn ich krank bin, überantworte ich mich auch ohne Zögern einem Arzt meines Vertrauens. Ich kann mich gut hineinfühlen in ältere Menschen, die sich Sorgen über ihre Zukunft machen für den Fall, dass sie einmal nicht mehr die volle Kontrolle über sich selbst wahrnehmen können.
Wenn wir dem Tod gegenübertreten – und irgendwann wird uns das abverlangt, ob wir wollen oder nicht – ist das ebenfalls ein bei vielen Menschen mit Angst besetzter Schritt. Wir müssen die Kontrolle über unser Leben endgültig abgeben und wir wissen nicht, was uns danach erwartet.
Gläubige Menschen sagen sich: "Ich kann nicht tiefer fallen als in die Hände Gottes". Wenn es darauf ankommt, ist dieses letzte Sich-fallen-lassen dennoch ein schwerer Schritt. Auch wenn mir die Gnade des Glaubens geschenkt ist, dass ich mich in der Hand Gottes geborgen wissen kann, muss ich mich immer neu in dieses Vertrauen einüben.
Am Allerseelentag denken wir an unsere Verstorbenen. Erinnerungen ziehen noch einmal an uns vorbei. Gläubige Menschen wissen ihre Angehörigen in Gottes Hand gut aufgehoben. Das macht es leichter, von ihnen Abschied zu nehmen und sie loszulassen. Dieses Vertrauen in Gott muss aber immer neu eingeübt werden; es ist nicht selbstverständlich.
Meines Erachtens ist es kein Zufall, dass im Zusammenhang des Sterbens und des Totengedenkens so oft das "Vater unser" und das "Gegrüßet seist du Maria" gebetet wird. Kommt doch in beiden Gebeten das Vertrauen in einen guten, väterlich-mütterlichen Gott und Schöpfer zum Ausdruck.
In den Lesungen und im Evangelium (z.B. Ijob 19, Röm 8,14-23 und Joh 14,1-6) wurden die Grundlagen dieses Vertrauens zur Sprache gebracht. Ijob hält trotz aller Schicksalsschläge am Glauben an einen erlösenden Gott fest. Er kann sich vorstellen, Gott zu schauen, wenn sich sein Fleisch und wohl auch seine leiblichen Augen aufgelöst haben werden. Jesus sieht himmlische Wohnungen für uns bereitstehen, obwohl er sich bewusst ist, dass ihm Leiden und ein bitterer Tod bevorstehen. Der Theologe Paulus sieht den Grund unserer Hoffnung darin, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. Er kann sich nicht vorstellen, dass wir als Kinder Gottes einmal nicht an der Herrlichkeit Gottes teilhaben werden. Als Kinder Gottes werden wir unser Erbe antreten können.
Wer kann so etwas für sich und für seine Lieben erhoffen? Wer sich auf eine innige Beziehung zu diesem Gott einlässt, das Geschenk des Glaubens annimmt und in einer lebendigen Beziehung zu Gott zur Entfaltung bringt. "Vater unser" zu beten wird so zu einer täglichen Übung, durch die wir unser Vertrauen in Gott nähren und stärken. Wenn wir es heute am Allerseelentag sprechen, übergeben wir damit unsere Verstorbenen der väterlich-mütterlichen Fürsorge Gottes.
Wie können wir uns ein Leben nach dem Tod vorstellen? Wo und wie leben unsere Toten weiter? Unsere Zukunft liegt im auferstandenen Herrn.
„Passt mal auf, eines Tages werde ich als Schrank in Eurem Schlafzimmer stehen!“ Dieses Zitat wird dem im November 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt zugeschrieben. Es war seine Antwort auf die Frage eines Journalisten, welche Vorstellung er vom Leben nach dem Tod habe. Wie viele andere Menschen konnte er sich ein personales Weiterleben nach dem Tod nicht vorstellen. Ihn tröstete die naturwissenschaftliche Erkenntnis, dass in der Natur nichts verloren geht, sondern umgeformt wird. Unser Leib zerfällt im Prozess der Verwesung in seine biologischen und chemischen Bestandteile, aus denen die Natur dann Neues formt. Vielleicht einen Baum, aus dem dann einmal ein Schrank gebaut wird.
So sehr diese naturwissenschaftliche Beschreibung richtig ist, so wenig Hoffnung gibt sie mir. Denn ich trage eine Sehnsucht in mir, die weiter geht. Ich möchte in meiner ganzen Persönlichkeit bleiben. In dem, was ich bin und mich als Person ausgemacht hat.
Die antiken Philosophen Griechenland entdeckten in ihrem Nachdenken die Existenz der „Seele“. Von den Göttern dem Menschen gegeben und damit unsterblich, bewahrt sie die Persönlichkeit des Menschen auf. Im Tod trennen sich Leib und Seele, die dann weiter lebt. Diese Vorstellung hilft dabei, sich ein personales Weiterleben nach dem Tod vorstellen zu können. Nicht wenige Menschen finden dabei Trost in der fernöstlichen Vorstellung der Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper und erklären sich so das Weiterleben nach dem Tod. Sicherlich auf den ersten Blick eine faszinierende Vorstellung. Ich darf noch einmal von vorn beginnen und bekomme eine zweite Chance.
Aber ehrlich gesagt: Ich möchte nicht noch einmal alles mitmachen. Ich habe eine schöne Kindheit gehabt, denke gerne an die Schule und die Jugend zurück. Habe gerne studiert, usw. Aber ich bin auch froh, das hinter mir zu haben. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, aber auch diese Fehler gehören zu mir und haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. So faszinierend diese Vorstellung auch ist, so richtig toll finde ich dies auch nicht.
Meine Sehnsucht findet erst richtig eine Antwort in der Auferstehung Christi. Der ungläubige Thomas kann erst so richtig an die Auferstehung Christi glauben, als er seine Hände in die Wundmale des Herrn legen kann. Denn erst die Narben seines Leidens zeigen ihm: Dies ist nicht ein wiedergeborener Christus, denn dann müsste er einen neuen, unversehrten Leib haben. Der Christus, der ihm hier begegnet ist der vom Leben verwundete und geheilte Herr, nicht wiedergeboren, sondern wirklich auferstanden.
Das ist meine Sehnsucht: In meinem Tod Versöhnung zu finden und mit den dann geheilten Wunden meines Lebens zum ewigen Leben aufzuerstehen. Eine Sehnsucht, die ich im auferstandenen Herrn erfüllt sehe.
In dieser Hoffnung gedenken wir heute aller unserer Verstorbenen. Ihre Zukunft liegt nicht im Kreislauf der Natur. Sie liegt auch nicht in der Wiedergeburt zu einem neuen irdischen Leben. Ihre Zukunft liegt im auferstandenen Herrn, der ihnen Versöhnung mit Gott, ihren Nächsten und sich selbst ermöglicht, die Wunden ihres Lebens heilt und so das Leben zurückgibt, für das wir geschaffen wurden: das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Aber wir wissen auch: Versöhnung ist ein manchmal schmerzlicher Prozess. Die Heilung von Wunden kann weh tun. Da tut es gut zu wissen: Wir lassen unsere Toten auch nach ihrem Tod nicht allein. Wir bleiben über den Tod hinaus miteinander verbunden. Unser Gebet für die Toten hilft ihnen in diesem Versöhnungsprozess. Hilft ihnen in der Heilung ihrer Lebenswunden. Es tut ihnen gut auf ihrem Weg zum Paradies.
Besonders tröstlich finde ich den Gedanken, dass die Kirche - also Sie alle - auch mich einmal in meinem Tod nicht allein lassen werden. Auch ich mache in meinem Leben nicht alles richtig. Ich verletze Menschen und werde selbst verletzt. Ich bin auf diesen Versöhnungsweg in meinem Tod angewiesen. Auch darauf, dass Menschen dann auch für mich beten und mir helfen.
Allerseelen - ein hoffnungsvolles, aber auch ein tröstliches Fest.
„Passt mal auf, eines Tages werde ich als Schrank in Eurem Schlafzimmer stehen!“ Dieses Zitat wird dem im November 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt zugeschrieben. Es war seine Antwort auf die Frage eines Journalisten, welche Vorstellung er vom Leben nach dem Tod habe. Wie viele andere Menschen konnte er sich ein personales Weiterleben nach dem Tod nicht vorstellen. Ihn tröstete die naturwissenschaftliche Erkenntnis, dass in der Natur nichts verloren geht, sondern umgeformt wird. Unser Leib zerfällt im Prozess der Verwesung in seine biologischen und chemischen Bestandteile, aus denen die Natur dann Neues formt. Vielleicht einen Baum, aus dem dann einmal ein Schrank gebaut wird.
So sehr diese naturwissenschaftliche Beschreibung richtig ist, so wenig Hoffnung gibt sie mir. Denn ich trage eine Sehnsucht in mir, die weiter geht. Ich möchte in meiner ganzen Persönlichkeit bleiben. In dem, was ich bin und mich als Person ausgemacht hat.
Die antiken Philosophen Griechenland entdeckten in ihrem Nachdenken die Existenz der „Seele“. Von den Göttern dem Menschen gegeben und damit unsterblich, bewahrt sie die Persönlichkeit des Menschen auf. Im Tod trennen sich Leib und Seele, die dann weiter lebt. Diese Vorstellung hilft dabei, sich ein personales Weiterleben nach dem Tod vorstellen zu können. Nicht wenige Menschen finden dabei Trost in der fernöstlichen Vorstellung der Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper und erklären sich so das Weiterleben nach dem Tod. Sicherlich auf den ersten Blick eine faszinierende Vorstellung. Ich darf noch einmal von vorn beginnen und bekomme eine zweite Chance.
Aber ehrlich gesagt: Ich möchte nicht noch einmal alles mitmachen. Ich habe eine schöne Kindheit gehabt, denke gerne an die Schule und die Jugend zurück. Habe gerne studiert, usw. Aber ich bin auch froh, das hinter mir zu haben. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, aber auch diese Fehler gehören zu mir und haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. So faszinierend diese Vorstellung auch ist, so richtig toll finde ich dies auch nicht.
Meine Sehnsucht findet erst richtig eine Antwort in der Auferstehung Christi. Der ungläubige Thomas kann erst so richtig an die Auferstehung Christi glauben, als er seine Hände in die Wundmale des Herrn legen kann. Denn erst die Narben seines Leidens zeigen ihm: Dies ist nicht ein wiedergeborener Christus, denn dann müsste er einen neuen, unversehrten Leib haben. Der Christus, der ihm hier begegnet ist der vom Leben verwundete und geheilte Herr, nicht wiedergeboren, sondern wirklich auferstanden.
Das ist meine Sehnsucht: In meinem Tod Versöhnung zu finden und mit den dann geheilten Wunden meines Lebens zum ewigen Leben aufzuerstehen. Eine Sehnsucht, die ich im auferstandenen Herrn erfüllt sehe.
In dieser Hoffnung gedenken wir heute aller unserer Verstorbenen. Ihre Zukunft liegt nicht im Kreislauf der Natur. Sie liegt auch nicht in der Wiedergeburt zu einem neuen irdischen Leben. Ihre Zukunft liegt im auferstandenen Herrn, der ihnen Versöhnung mit Gott, ihren Nächsten und sich selbst ermöglicht, die Wunden ihres Lebens heilt und so das Leben zurückgibt, für das wir geschaffen wurden: das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Aber wir wissen auch: Versöhnung ist ein manchmal schmerzlicher Prozess. Die Heilung von Wunden kann weh tun. Da tut es gut zu wissen: Wir lassen unsere Toten auch nach ihrem Tod nicht allein. Wir bleiben über den Tod hinaus miteinander verbunden. Unser Gebet für die Toten hilft ihnen in diesem Versöhnungsprozess. Hilft ihnen in der Heilung ihrer Lebenswunden. Es tut ihnen gut auf ihrem Weg zum Paradies.
Besonders tröstlich finde ich den Gedanken, dass die Kirche - also Sie alle - auch mich einmal in meinem Tod nicht allein lassen werden. Auch ich mache in meinem Leben nicht alles richtig. Ich verletze Menschen und werde selbst verletzt. Ich bin auf diesen Versöhnungsweg in meinem Tod angewiesen. Auch darauf, dass Menschen dann auch für mich beten und mir helfen.
Allerseelen - ein hoffnungsvolles, aber auch ein tröstliches Fest.
Das Wegmotiv ist uralt und wird seit jeher mit dem Lebensweg, einem Prozessgeschehen, in Verbindung gebracht! Sich auf etwas hin zu beWEGen, sich selber in BeWEGung zu setzen, setzt eine Mobilisierung der eigenen Kräfte voraus. Kräfte von denen wir und andere oft gar nicht wissen, dass sie in uns sind. Ein Anstoß, in schwierigen Lebensphasen, wo man durch eine negative Erfahrung erstarrt ist, den Aufbruch zu Neuem zu wagen, soll die Bildrede „Ich bin der Weg“ sein. Sie lädt ein, sich auf die Suche nach Neuem zu machen mit der Gewissheit: ich bin auf diesem Weg nicht allein.
Das Erleben einer "Nacht der 1000 Lichter", einer Initiative kirchlicher Jugendorganisationen gegen den Halloweenrummel, führte zu einer berührenden Begegnung mit Menschen, die bereits verstorben sind. Es ist heilsam, sich solchen Begegnungen zu stellen. Das Vertrauen in einen liebenden Gott lässt hoffen, dass solche Erfahrungen nicht nur Einbildung sind.
In dunklen Stunden bedrängen uns Resignation und Niedergedrücktheit. Wir wünschten Wort wie "Steh auf!". Der Schmerz des Abschieds bleibt uns jedoch nicht erspart. In diesem Gottesdienst erinnern wir uns an das "Licht Christi" der Osternacht, wenn wir für unsere Verstorbenen Kerzen anzünden. Wenn wir dazu ihre Namen nennen, erinnern wir uns daran, dass Gott einen jeden von uns in der Taufe beim Namen gerufen hat und dass Gott mit uns ist, auch wenn wir uns in Stunden höchster Not verlassen fühlen.
Wenn in Ihrer Pfarre "Ich hatt‘ einen Kameraden" ein unverzichtbares Musikstück darstellt, sind folgende Worte möglich:Alternativvorschlag zu "Ich hatt‘ einen Kameraden": "Jesus höchster Name" - Arrangement für Blasorchester, erhältlich beim Musikverlag Donautal. Große Auswahl an festlichen Chorälen auch bei Verlag Tatzer.
Wir hören nun das Stück "Ich hatt‘ einen Kameraden", das mit seinem Text an die Kameradschaft im Militär erinnert. Die Kameradschaft gab vielen Soldaten in den Kriegen großen Halt, sie vermittelte unter unmenschlichsten Bedingungen noch Zusammenhalt und Menschlichkeit, auch wenn die Handlungen im Krieg furchtbar waren. Die Erfahrung und den Wert der Kameradschaft hielten die Kriegsheimkehrer hoch - als Lichtblick in der Erinnerung an schlimme Jahre ihres Lebens.
Die noch größere Kameradschaft und Solidarität aber ist es, Kriege zu verhindern. Dass wir hier am Denkmal der Gefallenen stehen, mahnt uns, mit all unserem Erfindungsreichtum danach zu streben, Konflikte gewaltfrei zu lösen und den Krieg als großes Übel der Menschheit zu verabscheuen.
Traurig sehen wir, wie viele Menschenleben die beiden Kriege in Europa gefordert haben. Wir wissen um die Ursachen und müssen uns heute davor hüten, mehr zu wollen als uns zusteht, Menschen in "bessere" und "schlechtere" einzuteilen und das Heil in Führergestalten zu suchen. Diese Kriege haben nicht nur das Leben von Soldaten gefordert, sondern auch das von unzähligen ZivilistInnen wie zum Beispiel von Jüdinnen und Juden, von Romni und Sinti, von Menschen im Widerstand. Diese Opfer von Krieg und Verfolgung sind (häufig) auf den Denkmälern nicht namentlich verzeichnet - wir wollen und müssen auch sie in unser Gedenken und Gebet einschließen. Der Tod dieser Menschen hätte nicht sein müssen. Ihr Tod ist uns Mahnung und erinnert an den Wert des Friedens.
Nicht alle Soldaten, die im Krieg gestorben sind, waren in gleicher Weise Opfer. Auf dem Denkmal finden wir keine Hinweise darauf, wie viel Verantwortung für die Grausamkeiten des Krieges der einzelne Mann trug. So wenig wie etwa Österreich bloß ein Opfer Nazideutschlands war, so wenig waren alle Angehörigen der Heere Opfer der großen Politik. Aber wir wissen, wie tödlich riskant es war und gewesen wäre, sich diesem Militärdienst zu entziehen. Wenige haben es gewagt und mit dem Leben bezahlt. Es steht uns nicht zu, besserwisserisch zu sagen, die Männer hätten damals so und so handeln sollen. Aber wer sich in ein System des Unrechts hineinbegibt, kann sich die weiße Weste nicht bewahren.
So geht es uns auch heute - vielleicht nicht in direktem Zusammenhang mit Kriegen, aber mit unserem Umwelt- und Konsumverhalten, in den weltweiten Wirtschaftszusammenhängen und Systemen der Ausbeutung. Auch wir haben Verzeihung und Versöhnung nötig, um auf Strukturen des Unrechts genau hinzuschauen und sie zu benennen, um handlungsfähig zu sein, um das Unrecht Stück für Stück zu verkleinern.
Auch wenn die wenigsten von uns die auf dem Denkmal Genannten noch gekannt haben, so hat sich doch das Wissen um die Schrecken des Krieges in unser Gedächtnis eingebrannt und auch, dass wir nie wieder Krieg wollen! Wir leben hier seit fast 70 Jahren im Frieden, im Wohlstand, in Sicherheit. Aber nur 2000 km von uns entfernt toben Kriege und zwingen Millionen Menschen in die Flucht. Einige Hundert oder Tausend von ihnen aufzunehmen, ist in Österreich möglich. Sie sind heute vom Krieg betroffen und auf unsere Hilfe angewiesen, wir können ihnen Zuflucht geben. Die flüchtenden Menschen haben das Recht auf eine würdige Diskussion und einen ebenso würdevollen Umgang.
Das Gedenken an die Toten der Kriege macht nur Sinn, wenn es in unser Leben hineinspielt - als Mahnung zum Frieden, als Warnung vor der Unmenschlichkeit, als Anstiftung zur Nächstenliebe.
© Mag.a Lucia Göbesberger und Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer
Lieder:
GL 183: Wer leben will, wie Gott auf dieser Erde
GL 210: Das Weizenkorn muß sterben
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist (4.Str.)
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 434: Noch ehe die Sonne am Himmel stand
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 440: Hilf, Herr, meines Lebens
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 466: Herr, dich loben die Geschöpfe (St. 4 und 5)
GL 484: Dank sei dir Vater für das ewge Leben
GL 500: Nun lässest du, o Herr
GL 503: Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen
GL 505: Wir sind nur Gast auf Erden
GL 552: Herr, mach uns stark im Mut (2. bis 5. Str.)
GL 559+19,2: Höchster, allmächtiger, guter Herr (Sonnengesang)
GL 656: Tod und Vergehen waltet in allem
GL Ö907: Meine Zeit steht in deinen Händen
GL Ö910: Näher, mein Gott zu dir, Herr ich bin dein
GL Ö913: Bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ
GL Ö943: Lasst uns den Herrn erheben
Psalmen und Kehrverse:
GL 36: Auf dich haben unsere Väter vertraut, und du hast sie gerettet - Mit Psalm 22 - II.
GL 37: Der Herr ist mein Hirt - Mit Ps 23 - VI.
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 501: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt: Er führt mich ins Land der Lebenden - Mit Psalm 19 (GL 35,2) - VII.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit - Mit Psalm 19 (GL 35,2) VII. bzw. mit Psalm 130 (GL 639,3-4) - II.
Herr, Jesus Christus,
dein Kreuz ist unsere Hoffnung,
denn du bist von den Toten auferstanden.
Kyrie eleison
Du reinigst uns von den Sünden
und gibst den Toten ewiges Leben.
Christe eleison.
Du wirst wiederkommen in Herrlichkeit
und die Menschen im Reich des Vaters sammeln.
Kyie eleison.
Allmächtiger Gott,
wir glauben und bekennen,
dass du deinen Sohn
als Ersten von den Toten auferweckt hast.
Stärke unsere Hoffnung,
dass du auch unsere Brüder und Schwestern
auferwecken wirst zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Allerseelen 1
Tagesgebet:
Herr, unser Gott,
du bist das Licht der Glaubenden
und das Leben der Heiligen.
Du hast uns durch den Tod
und die Auferstehung deines Sohnes erlöst.
Sei deinen Dienern und Dienerinnen gnädig,
die das Geheimnis unserer Auferstehung
gläubig bekannt haben,
und lass sie auf ewig deine Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: Allerseelen 2
Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du hast deinen Sohn
als Sieger über den Tod zu deiner Rechten erhöht.
Gib deinen verstorbenen Dienern und Dienerinnen
Anteil an seinem Sieg über die Vergänglichkeit,
damit sie dich, ihren Schöpfer und Erlöser,
schauen von Angesicht zu Angesicht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: Allerseelen 3
Herr unser Gott,
schau gütig auf unsere Gaben.
Nimm deine Diener und Dienerinnen auf
in die Herrlichkeit deines Sohnes,
mit dem auch wir
durch das große Sakrament der Liebe verbunden sind.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 1
Allmächtiger und barmherziger Gott,
du hast deine Diener und Dienerinnen
durch das Wasser der Taufe geheiligt.
Reinige sie im Blute Christi von ihren Sünden
und führe sie voll Erbarmen zur letzten Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 2
Herr, unser Gott,
nimm die Gabe an, die wir darbringen
für deine Diener und Dienerinnen
und für alle, die in Christus entschlafen sind.
Befreie durch dieses einzigartige Opfer
unsere Verstorbenen aus den Fesseln des Todes
und schenke ihnen das unvergängliche Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 3
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1))
Vater, es ist recht, dass wir dir beim Gedenken an die Verstorbenen
auch unseren Dank und Lobpreis darbringen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Leben, das du uns geschenkt hast,
für alles Glück und alle Freude, für das Wachsen und Reifen
und für alles, was uns im Leben gelungen ist.
Kehrvers
Wir danken dir für das Leben aller uns lieb gewordenen Menschen,
die bereits zu dir zurückgekehrt sind;
für alles Glück, das wir miteinander erleben durften,
und für alles, was wir einander geben und bedeuten konnten.
Kehrvers
Wir danken dir für das ewige Leben,
das bereits in unserer Taufe begonnen hat,
das uns hoffen lässt und die Kraft zum Lieben gibt.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du durch deinen Sohn Jesus Christus
die Hülle, die alle Nationen verhüllt,
und die Decke, die alle Völker bedeckt, zerrissen
und den ewigen Tod für immer beseitigt hast.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du für unsere Lieben und auch für uns
eine ewige Wohnung bereitet hast
und dass wir dich einmal schauen werden, wie du bist.
Kehrvers
Mit allen Heiligen stimmen wir ein in den Lobgesang der Kirche
und singen:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm erstrahlt uns die Hoffnung,
dass wir zur Seligkeit auferstehn.
Bedrückt uns auch das Los des sicheren Todes,
so tröstet uns doch die Verheißung der künftigen Unsterblichkeit.
Denn deinen Gläubigen, o Herr,
wird das Leben gewandelt, nicht genommen.
Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt,
ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig. . .
MB Verstorbene 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater. allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Durch die Sünde kam der Tod in die Welt,
und niemand kann ihm entrinnen.
Doch deine Liebe hat die Macht des Todes gebrochen
und uns gerettet durch den Sieg unseres Herrn Jesus Christus,
der uns aus der Vergänglichkeit hinüberführt in das ewige Leben.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde, Engel und Menschen
und singen wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig. . .
MB Verstorbene 5
Das ist unser Glaube
dass der Tod nicht das letzte Wort hat
und das Grab nicht das Ende ist
Vielmehr glauben wir
dass Gott im Tod
jedes Leben zur Vollendung bringt
Dass Gott alles vollendet
was im Menschenleben offen bleibt
Dass durch ihn alles Fragwürdige
eine endgültige Gestalt bekommt
Dass unser aller Leben bestehen kann
und geborgen ist
in Gottes guter Hand
für Zeit und Ewigkeit
Das ist unser Glaube
und das ist unsere Hoffnung
die uns geschenkt ist
in Jesus Christus
dem auferstandenen Herrn und Gott
Barmherziger Gott,
wir haben das Gedächtnis
des Todes und der Auferstehung Christi gefeiert
für unsere Brüder und Schwestern.
Führe sie vom Tod zum Leben,
aus dem Dunkel zum Licht,
aus der Bedrängnis in deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 1
Herr, unser Gott,
wir haben das Mahl deines Sohnes gefeiert,
der sich für uns geopfert hat
und in Herrlichkeit auferstanden ist.
Erhöre unser Gebet
für deine Diener und Dienerinnen.
Läutere sie durch das österliche Geheimnis Christi
und lass sie auferstehen zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 2
Barmherziger Gott,
wir haben das Opfer dargebracht,
das du in Gnaden annimmst.
Erbarme dich unserer Verstorbenen.
Du hast sie in der Taufe als deine Kinder angenommen;
schenke ihnen in der Freude des Himmels
das verheißene Erbe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Allerseelen 3
Die Gnade seines Segens schenke euch der Gott allen Trostes,
der uns aus Liebe erschaffen und uns in Christus die Hoffnung auf die selige Auferstehung geschenkt hat. - Amen.
Den Lebenden gewähre er die Verzeihung der Sünden,
die Verstorbenen führe er in sein Licht und seinen Frieden. - Amen.
Der Lebenden und der Toten erbarme sich Christus,
der wahrhaft aus dem Grabe erstanden ist. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist. - Amen.
MB Allerseelen
Gott, dir gehört die Erde uns was sie erfüllt.
Von der Erde hast du deine Geschöpfe genommen,
mit den Früchten der Erde hast du sie genährt,
zur Erde kehren sie zurück.
So segne die Erde dieser Gräber,
in die wir unsere Verstorbenen zurückgegeben haben.
Lass uns Trost daran finden,
eingebunden zu sein in das große Netz des Lebens.
Und lass uns darauf vertrauen,
dass deine Treue zu allen Geschöpfen
auch über den Tod hinausreicht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
(für jeden Verstorbenen wird eine Kerze angezündet)
und zusätzlich:
- eine Kerze für alle anderen Verstorbenen, deren Name nicht genannt worden ist, die aber fest in unsere Herzen eingeschrieben sind.
- eine für alle Kinder, die vor, während oder nach der Geburt verstorben sind.
- eine für all jene, die in Vergessenheit geraten sind.
- eine Kerze für die Menschen, die in dieser Stunde gerade im Sterben liegen und
- eine für den Menschen aus unserer Pfarre, den Gott als nächstes zu sich heimholen wird.
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 675/4: Andacht von der Auferstehung
(Sollen von zwei bis drei Personen im Wechsel vorgetragen werden)
In unserem Leben müssen wir uns immer wieder von einem lieben Menschen verabschieden. Ein Teil von uns stirbt mit ihm. Tag für Tag verzehrt sich unser Leben, kommt der Tod näher, und mit ihm das neue Leben in deiner Gegenwart.
Bitten wir für uns Zurückgelassene:
Traurig, sinnlos und zerstört scheint unser Leben, wenn wir einen wichtigen Menschen verloren haben. Die Nächte sind schwarz, kalt und lang.
Sende uns Menschen, die mit uns durch die Trauer gehen.
Gott, zeige dich uns. Öffne unsere Augen und Ohren, damit wir Hilfe wahrnehmen und das Leben wieder annehmen können.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Bitten wir für die Verstorbenen:
Für die, deren Leben kaum erst begonnen hatte. Für die Kinder, die still geboren wurden, für die Eltern, deren Lebenstraum gemeinsam mit ihren Kindern gestorben ist.
Für die, die viel zu früh von uns gegangen sind: sie fehlen uns so sehr, wir hätten sie noch so sehr in unserer Mitte gebraucht.
Für die, die der Tod aus langer Krankheit geholt hat, für die, die den Tod schon sehnsüchtig erwartet haben. Für die, die lebenssatt gestorben sind.
Schenke ihnen die Vollendung ihres Lebens bei dir.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Bitten wir für die Opfer von Krieg und Verfolgung:
Menschen sterben und starben in Kriegen: als SoldatInnen und Zivilpersonen, als UnterstützerInnen, MittäterInnen und als Menschen, die zum Kämpfen genötigt wurden, als Menschen, die andere vertrieben haben und als Flüchtlinge.
Krieg ist immer Unrecht. Gib den Verstorbenen den Blick der Wahrheit auf das, was sie anderen angetan haben. Tröste sie für das, was sie erlitten haben. Lass uns - um
der Würde der Leidenden willen - zu Streiterinnen gegen Krieg und Vertreibung werden.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Bitten wir für die Verstorbenen, an die niemand mehr denkt:
Sie haben lange vor uns gelebt und Grundlagen für unser Leben gelegt. Andere sind zu jung gestorben oder haben keine angesehenen Ämter bekleidet.
Bei dir ist jede und jeder aufgehoben, du nimmst alle Menschen unabhängig ihres Ansehens bei dir auf. Sei du denen nahe, die alleine leben und sterben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
So bitten wir dich für die Menschen, die uns schon in den Tod vorausgegangen sind. Schenke uns ein Wiedersehen mit ihnen und mit dir.
Der du lebst in alle Zeit und Ewigkeit. – Amen.
(gesprochen)
GL 430: Von guten Mächten
Gott, der du alle unsere Wege begleitest,
gehe auch mit uns den Weg der Trauer.
Hilf uns, den kostbaren Schatz der Erinnerung zu bewahren,
dass wir daraus Kraft für die Zukunft schöpfen können.
Richte uns auf,
damit wir den Weg sehen, der uns in die Zukunft führt.
Begleite uns in allen Höhen und Tiefen unseres Lebens.
Das gewähre uns der treue Gott,
der Vater + und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
Wir stehen vor den Gräbern unserer Lieben. Dieser Ort ist ihre letzte Ruhestätte geworden - und für uns ein Ort, an dem wir ihrer gedenken. Der Friedhof ist ein Ort, wo auch wir ein Stück weit Frieden finden können.
Beten wir für die Verstorbenen - und ich lade sie ein, in die Antworten miteinzustimmen.
GL 569/6: Litanei für die Verstorbenen
Herr, gib den Verstorbenen die ewige Ruhe.
Und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden.
Nun segnen wir die Gräber mit Weihwasser und Weihrauch und bitten: Der barmherzige Gott vollende an den Verstorbenen, was er an ihnen in der Taufe aus Wasser und Heiligem Geist begonnen hat.
Alternativvorschlag zu "Ich hatt‘ einen Kameraden": "Jesus höchster Name" - Arrangement für Blasorchester, erhältlich beim Musikverlag Donautal.
Große Auswahl an festlichen Chorälen auch bei Verlag Tatzer.
Wenn in Ihrer Pfarre "Ich hatt‘ einen Kameraden" ein unverzichtbares Musikstück darstellt, sind folgende Worte möglich:
(Vorschlag in den "Predigtgedanken")
Allmächtiger Gott,
du hast deinen Sohn
als Sieger über den Tod zu deiner Rechten erhöht.
Gib deinen verstorbenen Dienern und Dienerinnen
Anteil an seinem Sieg über die Vergänglichkeit,
damit sie dich, ihren Schöpfer und Erlöser,
schauen von Angesicht zu Angesicht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Kerzen anzünden
GL 719
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen,
und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen;
denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen,
um meinen Willen zu tun,
sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat,
dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat,
zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.
Denn es ist der Wille meines Vaters,
dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben,
das ewige Leben haben
und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.
Alles, was uns in dieser Stunde bewegt,
tragen wir in den Fürbitten zu Jesus Christus.
Zu ihm rufen wir:
Wir bitten dich, erhöre uns.
Du hast gesagt: "Sammelt euch Schätze im Himmel":
Schau auf das Gute, das unsere Verstorbenen in ihrem Leben vollbracht haben.
Du hast gesagt: "lch bin gekommen, um die Sünder zu rufen":
Verzeihe alles, was sie aus Schwäche getan oder unterlassen haben.
Du hast Mitleid mit den Menschen gehabt und viele Kranke geheilt:
Heile alle Wunden, stille allen Schmerz und erhelle alle Dunkelheit mit deinem Licht.
Du hast gesagt: "Selig die Trauernden, sie werden getröstet":
Tröste uns in den Stunden der Trauer durch die Hoffnung auf ein Wiedersehen bei dir.
Du hast gesagt: "Selig die Barmherzigen, sie werden Erbarmen finden":
Verzeihe uns alles, was wir ihm schuldig geblieben sind.
Du hast gesagt: "Wer bittet, der empfängt und wer anklopft, dem wird geöffnet": Führe unsere Verstorbenen zum ewigen Leben bei dir.
Du hast gesagt: "Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen": Führe alleunsere Verstorbenen zum ewigen Leben bei dir.
Du hast gesagt: "Kommt alle zu mir. lch werde euch Ruhe verschaffen":
Schenke uns allen eine gute Sterbestunde und das ewige Leben.
GL 853,1-3
Die Gnade seines Segens schenke euch der Gott allen Trostes,
der uns aus Liebe erschaffen
und uns in Christus die Hoffnung auf die selige Auferstehung geschenkt hat.
Amen.
Den Lebenden gewähre er die Verzeihung der Sünden,
die Verstorbenen führe er in sein Licht und seinen Frieden.
Amen.
Der Lebenden und der Toten erbarme sich Christus,
der wahrhaft aus dem Grabe erstanden ist.
Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist.
Amen.
Gott,
du Ursprung des Lebens,
was wir sind und haben, kommt von dir.
Du hast uns geboten,
dich und einander von ganzem Herzen
und mit all unseren Kräften zu lieben.
Sieh auf unseren unsere Schwester Brüder,
die beim Einsatz für andere ihr Leben verloren haben.
Nimm sie auf in deine ewigen Liebe
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes sei mit euch…
Das Gedächtnis an die Verstorbenen hat uns zusammengeführt.
Nicht die Trauer hält uns zusammen,
sondern die Hoffnung auf die Auferstehung. -
Unsere Lieben sind uns schon vorangegangen auf dem Weg,
den Christus uns eröffnet hat.
So bitten wir:
Herr Jesus Christus,
du bist Mensch geworden und hast das menschliche Leben bis zum bittersten Tod mit uns geteilt:
Herr, erbarme dich unser.
Du hast durch deinen gehorsamen Tod das Sterben für uns zum Tor ins Leben verwandelt:
Christus, erbarme dich unser.
Du hast durch deine Auferstehung auch uns das Tor zum Leben aufgetan:
Herr, erbarme dich unser.
Lasset uns beten. -
Allmächtiger, ewiger Gott,
jeder, der zu dir ruft, darf auf dein Erbarmen hoffen.
Sei unseren Verstorbenen gnädig.
Sie haben im Leben und Sterben an dich geglaubt und dir vertraut;
nimm sie auf in die Schar deiner Heiligen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Wir gehen nun an die Gräber unserer Verstorbenen
und segnen sie mit geweihtem Wasser.
Möge Gott an unseren Schwestern und Brüdern vollenden,
was er in der Taufe aus Wasser und Heiligem Geist begonnen hat.
Rosenkranz: "Der von den Toten auferstanden ist"
Lasset uns beten für unsere Verstorbenen,
deren Leiber hier in diesem Friedhof ruhen,
aber auch für alle, die in den Friedhöfen der verlorenen Heimat
oder fern in Kriegsgräbern liegen.
Wir rufen: erlöse sie o Herr.
- Von aller Sünde
- Durch deine Menschwerdung
- Durch dein Kreuz und Leiden
- Durch deinen Tod und deine Auferstehung
- Durch deine Wiederkunft in Herrlichkeit.
Lasset uns beten.
Gütiger Gott und Vater,
in deine Hände befehlen wir unsere verstorbenen Angehörigen, Verwandten und Freunde.
Wir hoffen zuversichtlich,
dass sie mit allen, die in Christus entschlafen sind,
zum Leben auferstehen.
Wir danken dir für alles Gute,
das sie in ihrem irdischen Leben von dir empfangen haben,
und für alles Gute, das sie uns erwiesen haben.
Nimm unsere Toten auf in die ewige Gemeinschaft mit dir.
Stärke in uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen
und lass uns einst in ewiger Freude bei dir leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Lobet den Herren (GL 258)
Der Herr segne euch und behüte euch.
Er lasse sein Angesicht über euch leuchten
und sei euch gnädig.
Er wende euch sein Angesicht zu
und schenke euch seinen Frieden.
Das gewähre euch der barmherzige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Herr, gib den Verstorbenen die ewige Ruhe.
Und das ewige Licht leuchte ihnen.
Laß sie ruhen in Frieden. Amen.
Immer bleiben wir etwas unseren.
Mitmenschen schuldig.
So oft vergessen wir anzurufen,
immer haben wir zu wenig gefragt.
Sind zu wenig einfühlsam gewesen,
haben sie zu wenig besucht,
zu wenig Zeit für sie gehabt.
Und dann ist es zu spät,
der Tod war schneller als wir -
und das Gewissen macht uns Vorwurfe...
Wer gleicht unsere Unzulänglichkeit aus?
Gott wird alles ergänzen, ausgleichen ...
ER macht alles gut.
Aus: Ilse Pauls, Lebensbilder. Gedichte. Wolfgang Hager Verlag, Stolzalpe 2020.
Hier sind sie gegangen,
meine Ahnen,
auf diesen Straßen,
auf diesen Wegen.
In einem dieser Häuser
haben sie gewohnt,
dieser alte Baum
stand damals schon da,
die Kirche war ebenso schön,
und meine Großmutter
ist über diese Stufen gegangen.
Schlafwandlerisch
gehe ich durch die Straßen,
seltsam berührt.
Das Blut der Vorfahren
rauscht in meinen Adern.
Aus: Ilse Pauls, Lebensbilder. Gedichte. Wolfgang Hager Verlag, Stolzalpe 2020.
Dem Fuchs verzeihen,
dass er Hasen tötet,
Gott verzeihen,
dass er Fuchse zum Töten erschaffen hat.
Einer tötet den anderen,
noch liegt das Lamm nicht beim Wolf,
noch spielt das Kind nicht vor dem
Schlupfloch der Natter,
noch frisst der Löwe nicht Stroh,
noch freunden sich Kuh und Bärin nicht an.
Wann wird dieser Tag sein?
Aus: Ilse Pauls, Lebensbilder. Gedichte. Wolfgang Hager Verlag, Stolzalpe 2020.
Ein jeder Mensch braucht einen Ort zum Lieben,
da seine Sehnsucht stark ist und die Hoffnung groß,
und sich Herz und Verstand gemeinsam üben
im Ursprung aller Dinge und der Welten Schoß.
Ein jeder Mensch braucht einen Ort zum Leben,
Da Wunden heilen und das Wunder sich begibt,
Dass Menschen bis zum Himmel sich erheben,
Weil eins den andern herzlich aufnimmt, trägt und liebt.
Ein jeder Mensch braucht einen Ort zum Sterben,
Da die Erinnerung reift und alles sich erfüllt
Und wird wie Wein, der sich aus dunklen herben
Rebzweigen keltert und wird erdig, schwer und mild.
Ein jeder Mensch braucht einen Ort zum Träumen,
Da ihm die Welt zu einem Gleichnis wird und Bild,
Wie alles Endliche sich aufhebt und in Räumen,
Voll ewigen Lichts sich wandelt und Gott nahe fühlt.
Und solch ein Ort, Gott nah zu sein, bist du,
Du mein Lieben, Leben, Reifen, Hoffen.
Du schenkst mir meinen Frieden, meine Ruh.
Du schließt mich in dein Herz, schließt mir den Himmel offen.
E. Drewermann in: Nicht vom Tod soll die Rede sein. Zum Abschied: Trauer. Texte ausgewählt von Bernd Hüsers. Hrsg. Diözese Linz, Pastoralamt - Behelfsdienst, Kapuzinerstraße 84, A-4020 Linz.
Gott, heilige Weisheit,
Du kennst unsern Schmerz.
Du siehst unsere Tränen,
auch die ungeweinten.
Du tröstest uns, wie eine Mutter tröstet,
versöhnst uns
mit Verletzungen und Schuld.
Gott, wir bitten Dich:
Nimm unsere Toten, um die wir trauern,
in Deinen mütterlichen Schoß.
Verwandle Trauer in Freude,
Tod in Leben,
Dunkelheit in Licht!
Amen.
Christa Mathies in: Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Herausgegeben von Benedikta Hintersberger OP, Andrea Kett, Hildegard Keul, Aurelia Spendel OP, Schwabenverlag /Klens Verlag, Ostfildern 2010.
Wir sterben Tode,
Tag für Tag,
verspüren Ängste,
Nacht für Nacht.
Wir wollen leben,
wollen frei sein:
Herr erbarme dich
Wir suchen Hoffnung,
Tag für Tag,
ersehnen Frieden,
Nacht für Nacht.
Wir wollen hoffen,
wollen atmen:
Christ, erbarme dich.
Wir brauchen Liebe,
Tag für Tag,
erbitten Hilfe,
Nacht für Nacht.
Wir wollen lieben,
wollen gehen:
Herr, erbarme dich.
Donath, Bernd; Beten durch die Schallmauer; Neuss, KJG Verlagsgesellschaft mbH., 1997.

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