Lesung aus dem Buch Jesaja.
Du, HERR, bist unser Vater,
Unser Erlöser von jeher ist dein Name.
Warum lässt du uns, HERR, von deinen Wegen abirren
und machst unser Herz hart,
sodass wir dich nicht fürchten?
Kehre zurück um deiner Knechte willen,
um der Stämme willen, die dein Erbbesitz sind!
Hättest du doch den Himmel zerrissen
und wärest herabgestiegen,
sodass die Berge vor dir erzitterten.
Seit Urzeiten hat man nicht vernommen,
hat man nicht gehört;
kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen,
der an dem handelt, der auf ihn harrt.
Du kamst dem entgegen, der freudig Gerechtigkeit übt,
denen, die auf deinen Wegen an dich denken.
Siehe, du warst zornig und wir sündigten;
bleiben wir künftig auf ihnen, werden wir gerettet werden.
Wie ein Unreiner sind wir alle geworden,
unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.
Wie Laub sind wir alle verwelkt,
unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.
Niemand ruft deinen Namen an,
keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir.
Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen
und hast uns zergehen lassen in der Gewalt unserer Schuld.
Doch nun, HERR, du bist unser Vater.
Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer,
wir alle sind das Werk deiner Hände.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
Du, HERR, bist unser Vater,
Unser Erlöser von jeher ist dein Name.
Warum lässt du uns, HERR, von deinen Wegen abirren
und machst unser Herz hart,
sodass wir dich nicht fürchten?
Kehre zurück um deiner Knechte willen,
um der Stämme willen, die dein Erbbesitz sind!
Für eine kurze Zeit
haben unsere Feinde dein heiliges Volk in Besitz genommen;
dein Heiligtum haben sie zertreten.
Wir sind geworden wie die, über die du nie geherrscht hast,
über denen dein Name nie ausgerufen wurde.
Hättest du doch den Himmel zerrissen
und wärest herabgestiegen,
sodass die Berge vor dir erzitterten,
wie Feuer Reisig entzündet,
wie Feuer Wasser zum Sieden bringt,
um deinen Feinden deinen Namen bekannt zu machen,
sodass die Nationen vor dir erbeben.
Als du Furcht erregende Dinge tatest,
die wir nicht erwarteten,
stiegst du herab; vor dir erzitterten die Berge.
Seit Urzeiten hat man nicht vernommen,
hat man nicht gehört;
kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen,
der an dem handelt, der auf ihn harrt.
Du kamst dem entgegen, der freudig Gerechtigkeit übt,
denen, die auf deinen Wegen an dich denken.
Siehe, du warst zornig und wir sündigten;
bleiben wir künftig auf ihnen, werden wir gerettet werden.
Wie ein Unreiner sind wir alle geworden,
unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.
Wie Laub sind wir alle verwelkt,
unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.
Niemand ruft deinen Namen an,
keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir.
Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen
und hast uns zergehen lassen in der Gewalt unserer Schuld.
Doch nun, HERR, du bist unser Vater.
Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer,
wir alle sind das Werk deiner Hände.
Kv - Stelle uns wieder her, o Gott!
Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet. - Kv
Du Hirte Israels, höre!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
Wecke deine gewaltige Kraft
und komm zu unserer Rettung! - Kv
Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/
blicke vom Himmel herab und sieh,
sorge für diesen Weinstock!
Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat,
und den Sohn, den du dir stark gemacht! - Kv
Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten,
über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht.
Wir werden nicht von dir weichen.
Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.- Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Gnade sei mit euch
und Friede von Gott, unserem Vater,
und dem Herrn Jesus Christus!
Ich danke meinem Gott jederzeit euretwegen
für die Gnade Gottes,
die euch in Christus Jesus geschenkt wurde,
dass ihr an allem reich geworden seid in ihm,
an aller Rede und aller Erkenntnis.
Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt,
sodass euch keine Gnadengabe fehlt,
während ihr auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus wartet.
Er wird euch auch festigen bis ans Ende,
sodass ihr schuldlos dasteht
am Tag unseres Herrn Jesus Christus.
Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid
zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus,
unserem Herrn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Lass uns schauen, o Herr, deine Huld,
und schenke uns dein Heil.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht,
dass er nahe vor der Tür ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis das alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
In einer so mühsamen Zeit ist Hoffnung gefragt. Woher kommt uns Hoffnung? Die Bibel erzählt uns von Krisen in der Geschichte des Gottesvolkes und wie die Hoffnung auf Gott neu erwacht ist. Die Adventszeit lädt uns ein, uns auf den Grund unserer Hoffnung zu besinnen und diese wach zu halten.
"Es wird alles gut!", sagte ein Mitbruder vergangene Tage, als er zum Frühstück kam. Er sprach über Corona, über den Impfstoff und über die Möglichkeit, wie dieser Impfstoff zu transportieren sei. Wir alle - dieses Mal kann ich das so sagen - wir alle hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. So sehnsüchtig haben wir noch nie auf etwas gehofft. Sicher kennt jeder andere Situationen, in denen die Hoffnung groß war. Es war die Hoffnung auf die Zusage zu einem Arbeitsplatz, die Hoffnung, dass sich ein lang gehegter Kinderwunsch erfüllt.
Hoffnung ist das, was uns als glaubende Menschen ausmacht. Der Grund unser Hoffnung: Gott, seine Liebe. Gott, der uns in Jesus seinen Sohn gesandt hat. Jesus war in seinem Leben für viele Menschen, ganz besonders für die einfachen Menschen, ein Hoffnungsträger. Viele haben ihn gern gehört. Bekämpft und abgelehnt haben Jesus nur die starken, die Mächtigen, die Etablierten und: Man muss es so sagen, die religiösen Führer. Jesus hat mit seinen Worten und Taten vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht geschenkt.
Wir hoffen, dass Gott am Leben dieser Welt Anteil nimmt, dass Gott in das Leben der Welt und der Menschen eingreift. Wir sehen es in der Lesung aus dem Buch Jesaja. Als Jesaja diese Worte schrieb, waren die Juden gerade aus dem Exil nach Jerusalem zurückgekehrt. Sie waren überzeugt: Das Exil war eine Strafe von Gott. Die Menschen fühlten sich Gott sehr fern. Sie glaubten, Gott habe sie verlassen. Wo war Gott im Leiden? Warum ließ Gott die Sehnsucht nach IHM erkalten, warum verhärtete Gott das Herz. So fragten sich die Israeliten. Es schien, als habe es Gott selbst bewirkt, dass die Menschen ihn nicht mehr suchten und sich nicht mehr nach ihm sehnten. Dennoch: Sie hofften, sie flehten, sie beteten, dass Gott wieder eingreifen möge in ihr Leben.
In der größten Ferne beten die Menschen. Sie haben die Erinnerung, dass Gott eingreift, wenn sie auf ihn hoffen wenn sie sich an ihn wenden, wenn sie nach seinen Geboten leben, wenn sie über seine Wege nachdenken. Die Israeliten spüren: Nur unser Gott ist den Menschen so nahe. Nur unser Gott ist der lebendige. Doch sie machen auch ein Schuldgeständnis. Dass Gott so fern ist, das liegt allein an ihrer Schuld. Sie hatten sich abgewandt von ihm. Doch es wird ihnen bewusst, dass Gott ihr Vater ist, dass sie immer Geschöpfe sind. Sie spüren, dass sie ihr Leben Gott verdanken. Die Israeliten hoffen, dass Gott ihnen neu Heil schenkt, dass er sich ihnen neu zuwendet.
Im Grunde sind das auch Fragen, die in unserer Zeit gesellt werden. Die Worte des Jesaja können auch in uns die Hoffnung auf Gott stärken. Auch unser Leben soll bestimmt sein von Hoffnung und Zuversicht gegen jede Schwarzseherei.
Schauen wir in das Leben des Jahres 2020. Neben Corona beschäftigen uns die Kriege, der Hunger, den es auf der Welt gibt. Wie oft habe ich gehört, dass diese Welt momentan aus den Fugen gerät! Was den Klimaschutz angeht, da glauben sehr viele, dass es 5 nach 12 ist. Papst Franziskus hat in einer eindringlichen Enzyklika den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung ans Herz gelegt. Wir müssen so leben, dass diese Welt lebenswert bleibt. Wir müssen uns dazu auf den Glauben an Gott zurückbesinnen. An uns sollen die Mitmenschen erkennen, worauf wir hoffen, woran wir uns halten. An Gott! An seine Liebe! Gott hat diese Welt geschaffen. Er hat uns die Gebote als Orientierung mitgegeben. Auf diese müssen wir uns neu besinnen. Wer an Gott glaubt, der wird immer Grund zur Hoffnung haben, trotz aller Bedrohungen, die wir gegenwärtig erleben. Denn Gott kommt und er wird diese Welt erlösen. Er wird uns ewiges Leben, das Heil, die ewige Freude schenken.
Dieses Heil, diese Erfahrung, wünscht Paulus auch den Korinthern. "Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater". Die Gnade, die liebende Zuwendung Gottes wird den Korinthern zugesprochen. Mit dem Wunsch nach "Friede" wünscht Paulus den Korinthern Wohlergehen durch Gott. »Friede« ist die Übersetzung von »schalom«. Im schalom leben, bedeutete völlig eins sein mit Gott. Diese Zuwendung von Gott ist die Lebensgrundlage für unser Handeln in dieser Welt. Diese Hoffnung kann für uns Kraftquelle sein. Doch muss diese Lebensgrundlage immer wieder neu erworben werden. Redlich müssen wir uns darum bemühen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott treu ist. Die Gemeinschaft mit Jesus ist kein Besitz, den man in der Hand hält. Menschen können sich immer wieder von Gott entfernen. Sie können die Hoffnung vergessen, die uns im Glauben an Gott geschenkt ist.
Diese Hoffnung wollen wir darum wach halten in uns. Jesus hat im Evangelium alle Hände voll zu tun, uns anzuhalten wach zu bleiben. Einst wird Jesus wiederkommen, um diese Welt und auch uns zu erneuern. Darauf dürfen wir hoffen. Wir hoffen auf vieles in der Welt. Ich hatte am Anfang von so manchen Hoffnungen gesprochen. Doch die große Hoffnung ist Jesus. Er kommt wieder und schenkt uns sein Heil, er schenkt uns ewige Freude bei Gott. Diese Hoffnung ist es, die unser Leben bestimmen sollen. Wir müssen uns mit den Katastrophen in dieser Welt genauso auseinandersetzen wie unsere Mitmenschen, sei es der Klimawandel, sei es die Pandemie oder persönliche Schicksale. Doch der Glaube gibt uns Hoffnung. Wir leben auf Gott hin. Wo wir uns Gott neu zuwenden, wo seine Worte wichtig sind, wo wir unsere Sehnsucht nach Gott entdecken, dort erfahren wir bereits die Freude und die Fülle.
Advent - eine Zeit der Vorbereitung, eine Zeit, wach zu werden, wach zu bleiben. Vielleicht fallen coronabedingt verschiedene Angebote aus. Werden überhaupt Gottesdienste stattfinden? Wenn ja, wie? Dennoch können wir das Beste aus der Situation machen. Vielleicht nehmen wir uns in der Familie hier und da Zeit für ein Gebet, für einen schönen besinnlichen Text oder für ein ruhiges Sitzen im Kreis der Familie vor dem Adventskranz, für das Lesen eines Bibeltextes. Es gibt einige Möglichkeiten, unserer Hoffnung auf Jesus Nahrung zu geben. Halten wir unsere Hoffnung wach und leben wir daraus!
Weltuntergangsphantasien haben vor allem in Krisenzeiten Hochkonjunktur. Die biblischen Texte jedoch wollen nicht Angst schüren, sondern Hoffnung wecken. Sie können auch den Verschwörungstheorien den Wind aus den Segeln nehmen. Gott beendet das Alte und lässt Neues anbrechen.
Vielleicht habe Sie sich beim Hören dieses Evangeliums gefragt warum es die Kirche Not hat, uns in diesen schwierigen, herausfordernden Zeiten auch noch in der Messe mit Weltuntergangsstimmung zu konfrontieren. Ist die Corona Pandemie mit all ihren Unsicherheiten und Bedrohungen am Arbeitsmarkt, für die Gesundheit und für das soziale Zusammenleben nicht schon schwer genug zu bewältigen? Was sollen diese Sätze von der Erschütterung der Kräfte des Himmels und der Verfinsterung der Sonne, die uns an die verheerenden Waldbrände denken lässt? Dazu kommt noch, dass sich seit jeher Verschwörungstheoretikerinnen und WeltuntergangsprophetInnen auf solche Bibelstellen berufen.
Um diese Texte zu verstehen muss man wissen, dass sie immer in geschichtlichen Umbruchssituationen entstanden sind, welche die Menschen als das Ende des Gewohnten und Vertrauten empfunden haben. In unserem Fall war es die Zerstörung Jerusalems durch die Römer. Nicht die Erde im physikalischen Sinn wird untergehen, (das wird erst in zwei Milliarden Jahren sein, wenn die Sonne explodiert sein wird), sondern es kommt das Ende dessen, was wir kennen und bisher gewohnt sind. Und die Ahnung, dass etwas zu Ende geht, sei es politisch, wirtschaftlich, durch Krieg, Naturkatastrophen oder Umsturz, die hat durchaus etwas Bedrohliches. Das wird in diesen düsteren Bildern zum Ausdruck gebracht. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die (Welt-)Untergänge in der Bibel immer als Wirken Gottes gedeutet wurden, der damit unerträglichen Zuständen ein Ende bereitet, um Neues, Besseres, entstehen zu lassen. Der Untergang des Alten ist in der Bibel immer mit dem Anfang des Guten, des Neuen verbunden. Auf das erwartete Ende folgen nicht Untergang und Vernichtung, sondern Zukunft und Wiederaufbau. Vernichtet wird das Böse, die Unterdrückung und Ausbeutung, zur Rechenschaft gezogen werden die Menschen, die gesündigt haben.
Deshalb wollen diese Weltuntergangstexte nicht Angst schüren und Menschen in Verzweiflung stürzen, sondern Mut machen und Hoffnung geben.
So, wie es jetzt ist kann es nicht bleiben, kann es nicht weitergehen, befindet Gott und führt das Endes des Bisherigen herbei: Ob mit der Sintflut, der Verschleppung des Volkes nach Babylon und seiner Rückkehr nach Jerusalem oder zurzeit Jesu mit der Beendigung des Dreikaiser-Bürgerkriegsjahres durch die Thronbesteigung Kaiser Vespasians.
Und dann kommt das Entscheidende: Jesus sagt ganz klar, dass niemand berechtigt ist die Deutungsmacht über bedrohliche Ereignisse und Phänomene an sich zu reißen, insbesondere nicht, um Menschen damit zu ängstigen und einzuschüchtern. Im Gegenteil: Wachsamkeit ist angesagt. Das ist die Sinnspitze auf die dieser Text hinaus läuft.
Wachsamkeit ist das Gegenteil von Leichtgläubigkeit oder Autoritätshörigkeit. Wachsamkeit ist die Fähigkeit verschiedenste Phänomene wahrzunehmen und sie zu hinterfragen. Wachsamkeit ist die Fähigkeit den entscheidenden Augenblick zu erkennen und dann das Richtige zu tun.
Wachsame Menschen nehmen den VerschwörungstheoretikerInnen und WeltuntergangsprophetInnen den Wind aus den Segeln und brechen die Macht ihrer oft so bestechenden Argumente und Ausführungen durch sachliches Hinterfragen. Wachsame Menschen spüren versteckte Versuche zu manipulieren, nicht offen kommunizierte Interessen und zurück gehaltene Informationen auf und legen sie offen. Wer wachsam ist nimmt nicht nur Bedrohliches und Ängstigendes wahr, sondern auch die Hoffnungszeichen und positiven Entwicklungen, selbst wenn sie noch klein und unscheinbar sind. Wachsamkeit richtet uns in die Zukunft aus, sie lässt uns etwas erwarten und gibt dem jetzt eine Perspektive. Das wird im Bild vom Türhüter, der auf die Rückkehr des Hausherrn wartet, sehr deutlich.
So gesehen macht es Sinn, wenn die kirchliche Leseordnung uns am Beginn des neuen Kirchenjahres einlädt wachsam zu sein.
Auf Weihnachten zugehen heißt ja nicht in erster Linie in romantische Stimmung zu kommen oder in der Hektik der Vorbereitungen unter zu gehen. Auf Weihnachten zugehen heißt - um mit dem Text zu sprechen - wahrzunehmen, dass Gott mit seinem Sohn in diese Welt gekommen ist und immer wieder aufs Neue kommt, um mit seiner Liebe, Vergebungsbereitschaft und Güte wieder einen neuen Anfang zu ermöglichen, damit das Belastende, Bedrohliche und Leidvolle in unserer Welt und in unserem Leben zu Ende gehen.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Diözese Linz
In der Adventsymbolik spielt das Licht eine besondere Rolle. Es verweist auf »Christus das Licht«, das auch auf dem Höhepunkt des Kirchenjahres, in der Osternacht, im Mittelpunkt steht. Dieses Licht erhellt auch unser persönliches Leben.
Advent ist eine Zeit, in der wir den Kurs unseres Lebens überprüfen und nötigenfalls korrigieren. Wie finden wir Gott (wieder)? Wie findet er uns? Wenn wir den Weg der Gerechtigkeit gehen, kommt uns Gott entgegen. Es ist wie beim Sport: Regelmäßiges Training hilft uns, "am Ball zu bleiben".
Ihr kennt das sicherlich: Es gibt Leute, die haben wirklich Freude am Sport. Die laufen, fahren mit dem Fahrrad, steigen auf Berge, sie schwimmen und vieles mehr. Sie bewegen sich und schwitzen freiwillig und es geht ihnen gut dabei. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, aber ein schlechtes Gewissen habe ich schon: Denn Sport ist gesund, er würde mein Leben bereichern. Aber wie anfangen? Wie mache ich, dass es mir taugt?
Ähnlich ist es mit dem Glauben. Manche leben ganz begeistert dafür, stehen mitten drin und es erfüllt sie. Andere sehen von außen zu und fragen sich: Wie macht der das? Mit welcher Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit hat Religion einen Platz in seinem oder in ihrem Leben! Bundespräsident Van der Bellen war beeindruckt von seiner Begegnung mit Papst Franzskus und sagte: "Er vermittelt diese Spiritualität so stark, dass man merkt, wie man diese bei sich selber vermisst hat." Manche wünschen sich: Wenn ich so glauben könnte! Aber wie beim Sport, so wisst ihr: Gute Vorsätze halten oft nicht lange. Und es bleibt ein schlechtes Gewissen. Weil eigentlich sollte ich doch...
Der Prophet in der heutigen Lesung hält nichts vor einer Strafpredigt über seine Zuhörer, die ihnen ein schlechtes Gewissen machen soll. Sondern er dreht den Spieß um, er konfrontiert den Ewigen mit der trostlosen Situation: Du, HERR, bist doch unser Vater, Unser Erlöser von jeher ist dein Name. Warum lässt du uns, HERR, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wir dich nicht fürchten? Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen. Jesaja meint: Lieber Gott, das ist doch deine Verantwortung, wenn wir dein Wort nicht hören.
Wie finden wir Gott wieder? Wie findet er uns? Das Eine, das Jesaja anführt ist, dass Gott doch herabkommen möge; der Ewige möge den Himmel zerreißen, dass die Berge erzitterten. Manche Gläubige in bestimmten Richtungen im Christentum erleben immer wieder eine solche direkte Begegnung mit Gott – sagen sie. Ist es so einfach? Denn wenn Gott wirklich kommt, dann schlägt er ein. Dann bleibt kein Stein auf dem Andern und ich kann mein bisheriges Leben nicht mehr weiter leben. Für biblische Propheten, für Jesus und für viele Heilige war es ein Ringen und eine Qual, die Konsequenzen aus dieser Begegnung zu ziehen.
Aber Jesaja zeigt noch einen anderen Weg, sozusagen die andere Richtung: er nähert sich uns, wenn wir den Weg der Gerechtigkeit gehen. So sagt Jesaja: Du kommst dem entgegen, der freudig Gerechtigkeit übt, denen, die auf deinen Wegen an dich denken.
Manche von euch sind als Arbeiterinnen, Arbeiter oder Angestellte Mitglied der Gewerkschaft: Ihr könnt mit den Begriffen Gerechtigkeit und Solidarität etwas anfangen. Aber auch für alle anderen sind dies keine leeren Worte.
Freudig Gerechtigkeit tun, das kann man in vielen kleinen Schritten lernen. Aus den kleinen Schritten können größere und große werden: Sie alle lassen uns an Gott denken, der uns diese Welt zur Verantwortung und Pflege geschenkt hat; an den Mitmenschen, jeden Menschen, der seine eigene Würde hat und Bruder und Schwester ist. Johann Wolfgang von Goethe sagt: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen. Das heißt: Wenn wir dieses zutiefst Menschliche tun, da kommen wir Gott nahe, da ergründen wir sein Geheimnis.
Das freudige Tun der Gerechtigkeit gibt Licht und stärkt. Und du wirst dankbar sein dafür. Das löst Lob und Freude aus in dir. Du wirst aber auch an deine Grenzen stoßen. Wie kann man sie überwinden, neu anfangen und die gute Richtung beibehalten?
Eine Beziehung, ein Gespräch mit Gott beginnt. Fragen stellen, dieses Gespräch führen, diese Auseinandersetzung mit Gottes Ruf kannst du überall führen. Natürlich auch in der Kirche, hier am Sonntag Vormittag. Das hat auch seine Vorteile: Denn wie beim Sport, so sind das gemeinsame Training und Regelmäßigkeit etwas, das uns hilft, am Ball zu bleiben.
Glauben eignet sich nicht für schlechtes Gewissen wegen vermeintlich schlechter Leistung. Zur gemeinsamen Trainingseinheit stehen die Tore unserer Kirche offen. Jeder und jede ist eingeladen, einfach zu probieren, was Stille, gemeinsames Gebet, Singen und Nachdenken in einem selbst auslösen. Neue Schritte zu wagen und auch den eingeschlagenen guten Weg selbstbewusst und zielsicher weiterzugehen, das wünsche ich uns für diese Adventzeit.
(c) Dr. Markus Himmelbauer, Pfarrassistent, A-4902 Wolfsegg am Hausruck
markus.himmelbauer[at]dioezese-linz.at
Lieder:
GL 158: Tau aus Himmelshöhn (Kyrie)
GL 218: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
GL 219: Mache dich auf und werde licht
GL 220: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern
GL 223: wir sagen euch an den lieben Advent
GL 225: Wir ziehen vor die Tore der Stadt
GL 230: Gott, heilger Schöpfer aller Stern
GL 231: O Heiland, reiß die Himmel auf (1. und 4. Str.)
GL 233: O Herr, wenn du kommst (1. bis 4. Str.)
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern (7. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit gehe auf zu unsrer Zeit
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren (3. Str.)
GL 552: Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt
GL 554: Wachet auf, ruft uns die Stimme
GL 622: Siehe der Herr kommt in Herrlichkeit
Psalmen und Kehrverse:
GL 46: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. - Mit Psalm 67.
GL 47: In den Tagen des herrn sollen Gerechtigkeit blühen und Fülle des Friedens - Mit Psalm 72.
GL 48: Biete deine Macht auf, Herr, unser Gott, und komm uns zu retten! - Mit Psalm 80
GL 634,3: Richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn es nahet eure Erlösung - Mit Psalm 67 (GL 46,2) oder mit Psalm 115 (GL 64,2)
GL 634,6: Komm, Herr Jesus, Maranatha. - Mit Psalm 93 (GL 52,2)
Gott nimmt Anteil an unserem Leben, an unseren Freuden, an unseren Sorgen und Nöten. Darum ist er in Jesus in diese Welt gekommen. Wir warten auf IHN, auf sein Wiederkommen. Wir gehen immer mehr auf IHN zu, auf unser Heil. Das zeigt sich auch am Adventskranz. Je mehr Kerzen wir entzünden, umso heller wird es am Adventskranz, umso näher ist Weihnachten, das Fest seiner Geburt, umso näher kommt auch unser Heil.
Bitten wir um sein Erbarmen, dessen Kommen wir erwarten.
Am ersten Adventsonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Dieser Jahreswechsel wird wie beim profanen Jahreswechsel zum Anlass genommen inne zu halten und sich auf die Zukunft auszurichten. In dieser Zukunft, so erwartet es unser Glaube, wird Jesus kommen und Vergebung, Heilung und Erlösung bringen.
Wenden wir uns ihm zu, der in unserer Mitte ist:
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Diözese Linz.
Herr Jesus Christus,
der du einst wiederkommen wirst in Herrlichkeit.
in unseren Zweifeln und Ängsten rufen wir:
Kyrie, eleison.
In unserem Unglauben rufen wir:
Christe, eleison.
In unserer Verstrickung in das, was uns fernhält von dir, rufen wir:
Kyrie, eleison.
Jesus, du hast uns berufen zu Gemeinschaft mit dir und untereinander.
Herr, erbarme dich unser.
Jesus du hast uns reich mit der Gnade Gottes beschenkt.
Christus erbarme dich unser.
Jesus du hast uns gezeigt, dass Gott treu ist und besonders in schweren Zeiten mit uns geht. Herr, erbarme dich unser.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Diözese Linz
Herr, unser Gott,
alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit
Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe
auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Adventsonntag
Herr Jesus Christus,
Advent - das ist eine Zeit, in der wir auf dich warten.
Advent - das ist eine Zeit, in der wir unsere Hoffnung stärken.
Wir wollen unser Warten gestalten,
jetzt in dieser Feier,
in der wir dein Wort hören,
das uns hoffen lässt in allem, was uns bedrängt.
Wir wollen unser Warten gestalten,
wenn wir in den kommenden Wochen an dich denken,
bewusst das Zusammensein mit dir suchen,
damit wir innerlich mit dem Herzen
auf dich vorbereitet sind. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du unsere Hoffnung gegen jede Hoffnungslosigkeit. Wir bitten dich:
Lass deine Kirche als Gemeinschaft aller, die an dich glauben und dir nachfolgen, der Welt durch ihr Beispiel Hoffnung zu schenken.
Wir beten für alle, die keinen Glauben und keinen festen Halt haben.
Lass sie durch gelebten Glauben und ein überzeugendes Beispiel zu dir finden.
Richte auf, die vom Leben enttäuscht sind, deren Lebenspläne sich nicht erfüllen und schenken ihnen Mut und Zuversicht.
Gib, dass besonders jene Menschen Ruhe bei dir finden, die in den kommenden Wochen beruflich und privat besonders gefordert sind.
Steh denen bei, die unter der Pandemie leiden, sei es, dass sie krank sind, sei es dass sie unter Überlastung leiden.
Stärke alle, die wegen ihres Glaubens an dich leiden müssen.
Auf dich hoffen wir, an dich glauben wir, auf dich warten wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Treuer Gott,
du bist uns nahe und stärkst uns besonders in schwierigen Zeiten.
Wir bitten dich:
Für alle, die vor der Zukunft Angst haben und sich bedroht fühlen.
Für alle, die mit einfachen Erklärungen und Lösungsansätzen Menschen auf ihre Seite ziehen wollen.
Für die Medien, die große Verantwortung für eine seriöse Berichterstattung haben.
Für die christlichen Kirchen, deren Auftrag ist, Hoffnung und Zuversicht unter den Menschen zu stärken.
Für alle, denen Dunkelheit, Einsamkeit, oder auch Stress und Hektik zu schaffen machen.
Für die Familien, die sich auf Weihnachten vorbereiten.
Für unsere Verstorbenen und ihre Angehörigen.
Wir bitten dich auch in unseren persönlichen Anliegen und Sorgen.
Gott,
wir trauen deinem Wort, deshalb vertrauen wir dir alle unsere Anliegen und Bitten an durch Jesus unserem Bruder und Herrn. - Amen.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Diözese Linz.
Allmächtiger Gott,
alles, was wir haben, kommt von dir.
Nimm die Gaben an, die wir darbringen.
Mache sie für uns in diesem Leben
zum Sakrament der Erlösung
und rufe uns an deinen Tisch im kommenden Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Herr Jesus Christus,
wir warten auf dich.
doch schon jetzt können wir spüren:
Du bist nahe.
Du bist nahe im Brot, das dein Leib für uns ist.
Du bist nahe im Wein, das dein Blut für uns ist.
Dein Mahl gibt uns Kraft und Ausdauer
für diese Zeit, in der wir auf dich warten und hoffen. - Amen.
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.
(GL 616,5))
Gott und Urheber des Alls,
wir kommen zu dir, um dir Dank zu sagen
und dich für die Liebe zu preisen,
die du von Anfang an in deine Schöpfung hineingelegt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für die Gnade,
die uns in Christus Jesus geschenkt wurde
Durch ihn sind wir reich geworden an Erkenntnis deiner Größe,
durch ihn haben wir Anteil an den Gnadengaben des Geistes.
Kehrvers
Er hat uns sein Reich anvertraut, bis er wiederkommt.
Wir warten voll Sehnsucht,
dass er in Macht und Herrlichkeit kommt
um die Welt zu vollenden.
Kehrvers
Wir danken dir für die Hoffnung,
die durch ihn neu in uns lebendig wird.
Sie lässt uns in freudiger Erwartung
nüchtern und wach unserer Zukunft entgegen gehen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in den Lobgesang der ganzen Schöpfung und rufen:
Danklied, z. B. Singt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn in seinem ersten Kommen
hat er sich entäußert
und ist Mensch geworden.
So hat er die alte Verheißung erfüllt
und den Weg des Heiles erschlossen.
Wenn er wiederkommt
im Glanz seiner Herrlichkeit,
werden wir sichtbar empfangen,
was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 1
Wieder ist die Zeit da,
die Advent heißt.
Ein Kirchenjahr fängt neu an
und wir sollen uns erinnern lassen
an die Ankunft des Messias.
Wir sollen uns erinnern lassen
an die Liebe Gottes zu uns Menschen.
Werden wir die Zeit nützen?
Oder werden wir am Ende dieser vier Wochen
auch in diesem Jahr wieder
so unverändert, so unverbessert,
so träge im Guten sein,
wie viele Jahre davor?
Werden wir als Christinnen, als Christen erkennbarer sein,
weil wir mehr Hoffnung ausstrahlen,
weil wir friedvoller,
gerechter geworden sind,
liebevoller miteinander umgehen?
Gütiger Gott,
hilf uns die Zeit zu nutzen,
damit du uns vorbereitet findest,
Wenn du kommst.
Herr, unser Gott,
du hast uns an deinem Tisch
mit neuer Kraft gestärkt.
Zeige uns den rechten Weg
durch diese vergängliche Welt
und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche,
damit wir in allem dein Reich suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Samstag der 4. Woche
Herr Jesus Christus,
wir spüren in vielem,
dass wir unterwegs sind.
Doch wir sind unterwegs zu dir
mit der Hoffnung, mit dir zu leben,
mit dir vereint zu sein.
Diese Hoffnung erfülle unser Denken,
unser Reden und Handeln.
Diese Hoffnung sei Ansporn für unsere Mitmenschen.
Segne uns,
dass wir Zeugen dieser Hoffnung sind. - Amen.
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Gott nimmt Anteil an unserem Leben, an unseren Freuden, an unseren Sorgen und Nöten. Darum ist er in Jesus in diese Welt gekommen. Wir warten auf IHN, auf sein Wiederkommen. Wir gehen immer mehr auf IHN zu, auf unser Heil. Das zeigt sich auch am Adventskranz. Je mehr Kerzen wir entzünden, umso heller wird es am Adventskranz, umso näher ist Weihnachten, das Fest seiner Geburt, umso näher kommt auch unser Heil.
Zum Beginn dieses Hausgottesdienstes segnen wir unseren Adventkranz und entzünden wir die erste Kerze.
Wir loben und preisen Gott, unseren Schöpfer:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Du hast alles erschaffen, denn du bist die Liebe und der Quell des Lebens.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
In deinem Sohn schenkst du uns Licht und Leben.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Dein Geist erleuchtet unsere Herzen,
damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Voll Hoffnung und Zuversicht erwarten wir das Fest der Geburt deines Sohnes Jesus Christus.
Segne diesen Kranz,
um den wir uns in den Tagen des Advents versammeln.
Segne die Kerzen.
Sie erinnern uns an Jesus, der allen Menschen Licht sein will.
Und wie das Licht der Kerzen immer heller wird,
so lass uns immer mehr dich und die Nächsten lieben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Der Adventkranz kann mit Weihwasser besprengt werden.
Dann wird die erste Kerze entzündet.
Bitten wir nun den Herrn um sein Erbarmen, dessen Kommen wir erwarten.
Herr Jesus Christus,
der du einst wiederkommen wirst in Herrlichkeit.
in unseren Zweifeln und Ängsten rufen wir:
Kyrie, eleison.
In unserem Unglauben rufen wir:
Christe, eleison.
In unserer Verstrickung in das, was uns fernhält von dir, rufen wir:
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
Advent - das ist eine Zeit, in der wir auf dich warten.
Advent - das ist eine Zeit, in der wir unsere Hoffnung stärken.
Wir wollen unser Warten gestalten,
jetzt in dieser Feier,
in der wir dein Wort hören,
das uns hoffen lässt in allem, was uns bedrängt.
Wir wollen unser Warten gestalten,
wenn wir in den kommenden Wochen an dich denken,
bewusst das Zusammensein mit dir suchen,
damit wir innerlich mit dem Herzen
auf dich vorbereitet sind. - Amen.
Kehrvers:
Biete deine Macht auf, Herr, unser Gott,
und komm, uns zu retten!
Du Hirte Israels, höre, *
der du Josef leitest wie eine Herde!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *
vor Efraim, Benjamin und Manasse!
Wecke deine gewaltige Kraft
und komm zu unserer Rettung!
Gott, stelle uns wieder her!
Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
HERR, Gott der Heerscharen, wie lange noch raucht dein Zorn
trotz des Bittgebets deines Volks?
Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, *
sie überreich getränkt mit Tränen.
Du machst uns zum Zankapfel unserer Nachbarn *
und unsere Feinde verspotten uns.
Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her!
Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
Einen Weinstock hobst du aus in Ägypten, *
du hast Völker vertrieben und ihn eingepflanzt.
Du schufst ihm weiten Raum, *
er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.
Sein Schatten bedeckte die Berge, *
seine Zweige die Zedern Gottes.
Seine Ranken trieb er bis zum Meer *
und seine Schösslinge bis zum Eufrat!
Warum rissest du seine Mauern ein? *
Alle, die des Weges kommen, plündern ihn.
Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um,
es fressen ihn ab die Tiere des Feldes.
Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/
blicke vom Himmel herab und sieh, *
sorge für diesen Weinstock!
Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, *
und den Sohn, den du dir stark gemacht!
Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, *
sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.
Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, *
über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht.
Wir werden nicht von dir weichen. *
Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.
HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her, *
lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Kehrvers
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
"Es wird alles gut!", sagte ein Mitbruder vergangene Tage, als er zum Frühstück kam. Er sprach über Corona, über den Impfstoff und über die Möglichkeit, wie dieser Impfstoff zu transportieren sei. Wir alle - dieses Mal kann ich das so sagen - wir alle hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. So sehnsüchtig haben wir noch nie auf etwas gehofft. Sicher kennt jeder andere Situationen, in denen die Hoffnung groß war. Es war die Hoffnung auf die Zusage zu einem Arbeitsplatz, die Hoffnung, dass sich ein lang gehegter Kinderwunsch erfüllt.
Hoffnung ist das, was uns als glaubende Menschen ausmacht. Der Grund unserer Hoffnung: Gott, seine Liebe. Gott, der uns in Jesus seinen Sohn gesandt hat. Jesus war in seinem Leben für viele Menschen, ganz besonders für die einfachen Menschen, ein Hoffnungsträger. Jesus hat mit seinen Worten und Taten vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht geschenkt.
Oft jedoch ist diese Hoffnung im Auf und Ab der Geschichte in Vergessenheit geraten. Jesus hat im Evangelium alle Hände voll zu tun, seine Zuhörer anzuhalten wach zu bleiben. Einst wird Jesus wiederkommen, um diese Welt und auch uns zu erneuern. Darauf dürfen wir hoffen. Wir hoffen auf vieles in der Welt. Ich hatte am Anfang von so manchen Hoffnungen gesprochen. Doch die große Hoffnung ist Jesus. Er kommt wieder und schenkt uns sein Heil, er schenkt uns ewige Freude bei Gott. Diese Hoffnung ist es, die unser Leben bestimmen sollen. Wir müssen uns mit den Katastrophen in dieser Welt genauso auseinandersetzen wie unsere Mitmenschen, sei es der Klimawandel, sei es die Pandemie oder persönliche Schicksale. Doch der Glaube gibt uns Hoffnung. Wir leben auf Gott hin. Wo wir uns Gott neu zuwenden, wo seine Worte wichtig sind, wo wir unsere Sehnsucht nach Gott entdecken, dort erfahren wir bereits die Freude und die Fülle.
Advent - eine Zeit der Vorbereitung, eine Zeit, wach zu werden, wach zu bleiben. Vielleicht fallen coronabedingt verschiedene Angebote aus. Werden überhaupt Gottesdienste stattfinden? Wenn ja, wie? Dennoch können wir das Beste aus der Situation machen. Vielleicht nehmen wir uns in der Familie hier und da Zeit für ein Gebet, für einen schönen besinnlichen Text oder für ein ruhiges Sitzen im Kreis der Familie vor dem Adventskranz, für das Lesen eines Bibeltextes. Es gibt einige Möglichkeiten, unserer Hoffnung auf Jesus Nahrung zu geben. Halten wir unsere Hoffnung wach und leben wir daraus!
Herr Jesus Christus,
du unsere Hoffnung gegen jede Hoffnungslosigkeit.
Wir bitten dich:
Lass deine Kirche als Gemeinschaft aller, die an dich glauben und dir nachfolgen, der Welt durch ihr Beispiel Hoffnung zu schenken.
Wir beten für alle, die keinen Glauben und keinen festen Halt haben.
Lass sie durch gelebten Glauben und ein überzeugendes Beispiel zu dir finden.
Richte auf, die vom Leben enttäuscht sind, deren Lebenspläne sich nicht erfüllen und schenken ihnen Mut und Zuversicht.
Gib, dass besonders jene Menschen Ruhe bei dir finden, die in den kommenden Wochen beruflich und privat besonders gefordert sind.
Steh denen bei, die unter der Pandemie leiden, sei es, dass sie krank sind, sei es dass sie unter Überlastung leiden.
Stärke alle, die wegen ihres Glaubens an dich leiden müssen.
Auf dich hoffen wir, an dich glauben wir, auf dich warten wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Dass ich nicht müde werde
Herr, mein Gott,
du die eine Hoffnung, die ich habe,
erhöre mich,
dass ich nicht müde werde,
nach dir zu fragen,
sondern allzeit brennend
nach deinem Antlitz suche.
Gib du mir Kraft, nach dir zu fragen,
denn du ließest dich finden
und gabst mir Hoffnung,
dich immer mehr zu finden.
Vor dir ist meine Stärke,
vor dir ist meine Schwachheit.
Jene bewahre,
dieser hilf auf.
Vor dir ist mein Wissen,
vor dir ist mein Unwissen.
Wo du mir auftust,
nimm mich auf, wenn ich eintrete.
Wo du verschlossen hältst,
tu mir auf, wenn ich anklopfe.
Dich will ich im Sinn haben,
dich verstehen,
dich lieben.
Das alles mehre in mir,
bis du mich umgestaltest
zur Vollendung.
Aus: Beten im Alltag, Action 365.
Kündet allen in der Not
1. Kündet allen in der Not:
Fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott;
herrlich werdet ihr ihn schauen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
2. Gott naht sich mit neuer Huld,
dass wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld,
ewig soll der Friede währen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
3. Aus Gestein und Wüstensand
werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land,
überreich die Saaten sprießen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
4. Blinde schaun zum Licht empor,
Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr,
wie ein Hirsch die Lahmen springen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
5. Gott wird werden Not und Leid.
Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit
ziehen die vom Herrn Erlösten.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Herr Jesus Christus,
wir spüren in vielem,
dass wir unterwegs sind.
Doch wir sind unterwegs zu dir
mit der Hoffnung, mit dir zu leben,
mit dir vereint zu sein.
Diese Hoffnung erfülle unser Denken,
unser Reden und Handeln.
Diese Hoffnung sei Ansporn für unsere Mitmenschen.
Segne uns,
dass wir Zeugen dieser Hoffnung sind. - Amen.
Zusammengestellt von Pater Jörg Thiemann
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Heuer beginnen wir den Advent ganz anders. Wir können nicht gemeinsam in der Kirche feiern. Wir vermissen einerseits die Gottesgemeinschaft, andererseits können wir im Gebet miteinander in Verbindung treten und dürfen wir uns mit der ganzen Kirche weltweit verbunden fühlen.
Mache dich auf und werde licht.
Mache dich auf und werde licht.
Mache dich auf und werde licht,
denn dein Licht kommt.
Gütiger Gott,
wir erwarten voll Hoffnung das Kommen deines Sohnes.
Er kennt unsere Sorgen und Ängste,
unsere Sehnsucht und Bedürftigkeit.
Öffne unsere Herzen
und erleuchte uns mit seinem Licht.
Begleite uns durch diesen besonderen Advent,
wenn wir ihm entgegengehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist. - Amen.
Kehrvers:
Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr.
(GL 46,1)
Du Hirte Israels, höre, *
der du Josef leitest wie eine Herde!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *
Wecke deine gewaltige Kraft und komm zu unserer Rettung! - Kv
Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/
blicke vom Himmel herab und sieh, *
sorge für diesen Weinstock!
Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, *
und den Sohn, den du dir stark gemacht! - Kv
Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, /
über dem Menschensohn,*den du dir stark gemacht.
Wir werden nicht von dir weichen. *
Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.
Kehrvers
Halleluja, Halleluja,
Herr, dein Wort gibt uns Leben.
deine Liebe ist bei uns.
Halleluja, Halleluja,
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
„Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.“ Jesus ruft seine Jünger/innen zur Wachsamkeit auf, aber nicht nur sie, sondern alle! Somit gilt es auch uns heute. Alle Jahre wieder wird es Advent. In den letzten Jahren haben viele Menschen gejammert, dass diese angeblich „stillste Zeit im Jahr“ total stressig sei. Es gibt so viel vorzubereiten, soviel zu tun, sich mit so vielen Menschen zu treffen, beim Glühweintrinken oder einfach so. Heuer ist alles anders. Seit fast zwei Wochen sind wir im Lockdown – mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt. Viele Menschen sind es leid, sind müde geworden, ganz gleich, ob sie die finanziellen Folgen betreffen. Die Pandemie hat unser aller Leben verändert.
Und nun stehen wir am Beginn des Advents mit einer „geschenkten Zeit“. Ich kann mir nun Zeit nehmen für eine innere Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Mich bewegt schon seit vielen Jahren das Lied „Kündet allen in der Not“, das eine Nachdichtung eines Jesajatextes (Jes 35,1–10) ist. Für mich fasst dieses Lied unsere adventlichen Hoffnungen und Sehnsüchte zusammen. Es ist ein Lied der Ermutigung, des Vertrauens auf Gott, der alles in unserem Leben zum Guten wenden kann und das Heil für alle Menschen will. Er löst meine schuldhaften Verstrickungen, bringt uns Frieden, lässt neue Quellen fließen, Neues wachsen. Er macht mich auf meine blinden Flecken aufmerksam, lässt mich erzählen von seiner Liebe, spricht zu mir und hilft mir, aus meinen Gewohnheiten aufzustehen und auszubrechen. Er will mich erlösen, mich und alle Menschen. Da lohnt es sich doch tatsächlich, wachsam zu sein, oder nicht?
Für die kommenden Wochen lade ich Sie ein, jeden Tag aufzuschreiben, wo etwas von dieser Erlösung in Ihrem Leben aufgeblitzt ist. Wenn wir uns jetzt vermehrt mit Abstand und dennoch achtsam um unsere Mitmenschen kümmern, können auch wir dazu beitragen, dass es heller in uns und um uns herum wird. Wagen wir es, lassen wir uns ein auf diesen (zumindest am Beginn) ganz anderen Advent!
Wir loben und preisen Gott, unseren Schöpfer:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Du hast alles erschaffen, denn du bist die Liebe und der Quell des Lebens.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
In deinem Sohn schenkst du uns Licht und Leben.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Dein Geist erleuchtet unsere Herzen,
damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Voll Hoffnung und Zuversicht erwarten wir das Fest der Geburt deines Sohnes Jesus Christus.
Segne diesen Kranz,
um den wir uns in den Tagen des Advents versammeln.
Segne die Kerzen.
Sie erinnern uns an Jesus, der allen Menschen Licht sein will.
Und wie das Licht der Kerzen immer heller wird,
so lass uns immer mehr dich und die Nächsten lieben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Der Adventkranz kann mit Weihwasser besprengt werden.
Dann wird die erste Kerze entzündet.
Wir sagen euch an den lieben Advent
Wir sagen euch an den lieben Advent
Sehet, die erste Kerze brennt.
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn den Weg bereit.
Freu euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.
Antwortruf: Werdet Licht, werdet Licht, Gott wird euer Licht sein
Zu Gott, der unsere Dunkelheiten erhellt, kommen wir mit unseren Bitten:
Wir beten für alle,
die einsam und traurig sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle,
die im Gesundheitsweisen tätig sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle Familien,
die mit der momentanen Situation überfordert sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle,
die sich um ihre Nächsten sorgen: - Antwortruf.
Wir beten für die Menschen,
die wir jetzt besonders vermissen: - Antwortruf.
Gütiger Gott, du begleitest uns auf all unseren Wegen.
Dafür danken wir dir und preisen dich,
heute und alle Tage unseres Lebens. - Amen.#
Kündet allen in der Not
1. Kündet allen in der Not:
Fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott;
herrlich werdet ihr ihn schauen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
2. Gott naht sich mit neuer Huld,
dass wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld,
ewig soll der Friede währen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
3. Aus Gestein und Wüstensand
werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land,
überreich die Saaten sprießen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
4. Blinde schaun zum Licht empor,
Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr,
wie ein Hirsch die Lahmen springen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
5. Gott wird werden Not und Leid.
Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit
ziehen die vom Herrn Erlösten.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Die Freude des Advents
befreie dich
aus dem Gewöhnlichen
und ermuntere dich zu Neuem.
Die Freude des Advents
führe dich zu den Quellen,
die das Leben lebenswert machen.
Die Freude des Advents
mache dir Schweres leichter,
Unerträgliches tragbar,
Feindliches liebenswert.
So segne uns der gute Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
(Aus: Roland Breitenbach / Stefan Philipps, Segen für Dich. Ein begleitbuch durch das Jahr. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005.)
Zusammengestellt von Elisabeth Fritzl, Graz
Die Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau lädt ein zum Gottesdienstfeiern zuhause und hat dazu ein Feierhilfe für alle 4 Sonntage des Advent erstellt. Download als PDF
Link zur Website der Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau
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Einmal kamen Schüler zu ihrem Meiser und fragten: "Wenn alles hoffnungslos ist, wie kann man da noch hoffen?" Der Meiser antwortete: Immer gilt: Halte der Einsamkeit stand und warte, denn alles Hoffnungslosigkeit kommt aus der Angst vor Einsamkeit und aus der Ungeduld." Die Schüler aber sich nicht zufrieden und erzählten von den Schicksalen anderer Menschen. Der erste: "Wenn ein Kind, das Licht seiner Eltern, unheilbar auf den Tod liegt - wo ist da die Hoffnung?" Der zweite: "Wenn einen die Geliebte verlassen hat, und war sie doch das Leben - wie töricht ist da die Hoffnung!" Der dritte: "Wenn einer fortgeführt wird in die Fremde und keine Brücke führt zurück - worauf da noch hoffen?" Und wieder antwortete da der Meister: "Der Einsamkeit standhalten und warten!" Und weil sie ihn um ein Zeichen nach diesen dunklen Worten baten, gab er ihnen ein Samenkorn: "Wenn das Neue kommen soll, muss das Alte sterben", sagte er und entließ sie.
Die Gegend aber war unwegsam und die Nacht dunkel. Weitab von des Meisters Haus kamen die drei den Weg ab, irrten umher und fielen in eine Höhle; die war sehr tief, doch sie blieben unverletzt. Wie sie dort auf dem weichen Moose lagen und sich ihrer Lage bewusst wurden, fiel ihr Blick nach oben, und sie sahen den Mond; der beschien ihr Elend. "Es ist hoffnungslos", begann der eine, "wir kommen aus eigener Kraft nicht heraus, man wird uns nicht finden, und unsere Schreie werden in der Einsamkeit verhallen. Wenn ihr hier vor mir sterben solltet, bleibe ich allein und einsam. Soll ich darauf warten? Und soll ich ein Samenkorn pflanzen, dessen Früchte ich nicht mehr essen kann - welchen Sinn macht das?" Dann beugte er sich nieder, weinte, wurde still und tat seinen letzten Atemzug. Sprach der zweite Schüler: "So geht es mir auch, doch untätig auf den Tod warten will ich nicht." Darauf begann er an den steilen Wänden der Höhle hinaufzuklettern, erreicht wohl die halbe Höhe und rutschte dann aber ab. Im Fallen schlug er gegen die Wand und blieb tot unten liegen. Der dritte Schüler blickte auf seine beiden Gefährten und dachte bei sich: "Angst, einmal allein zu bleiben, muss ich nicht mehr haben, denn ich bin allein. Schwach, wie ich bin, kann das Warten mich nur stärken." Dann blickte er um sich, sah Pflanzen und Sträucher auf dem Grund der Höhle und hörte hinter sich eine Quelle. Da fuhr er mit der Hand durch das Wasser, streichelte den Boden, der ihm Nahrung geben konnte. Wie er das tat, fiel sein Blick auf das Samenkorn, das ihm beim Sturz aus der Höhle aus der Tasche gefallen war. Er nahm es und setzte es auf die Erde.
Am nächsten Morgen fielen Sonnenstrahlen in die Höhle; die wärmten ihn. Kräuter, Beeren und Wasser waren seine Nahrung Tag für Tag. Das Samenkorn aber keimte, und über die Tage, die Wochen und die Jahre wuchs der Keimling zu einem Trieb und der Trieb zu einem Baum, und seine Krone strebte der Höhlenöffnung entgegen. Da dankte der Schüler Gott, kletterte den Stamm empor, verließ die Höhle und rannte in das Haus des Meisters.
"Es gibt Hoffnung, auch wenn keine Hoffnung mehr ist", rief er. "Du hast es gewusst, ich danke dir." Da lächelte der still und sprach: "Wohl habe ich es gesagt, aber ich wusste es nicht, denn ich war noch nie ganz ohne Hoffnung."
Herkunft unbekannt.
Der dort vom Himmel kommt
geschmückt mit Wolken, Sonne, Stern,
er sei schon heute nah.
Euch Menschen, die jetzt seiner harren,
die oft ihn auch vergessen,
der kommen will
am Tag der plötzlich uns erscheint,
doch lange angesagt für ´ s Ohr,
das sorgsam hört.
Er nehme euch die Angst vor dem Gericht
zu dem er lädt
und schenke Mut
der glauben lässt:
Er wird ´s schon richten
was euch nie gelungen.
Denn ist der Zeiten Ende,
der Ewigkeit Beginn,
mit ihm, der ´s anders nie gewollt:
Gott Vater, Sohn und Geist. Amen.
Aus: Herbert Jung, Mensch geworden für die Menschen, Herder Verlag, Freiburg 2001.
Biete auf, o Herr, deine Macht
und komm, du starker Heiland,
Führer des auserwählten Volkes,
Sehnsucht der Heiden,
Herr des neuen Bundes
und König der ewigen Herrlichkeit!
Erlöse uns aus der Knechtschaft der Sünde
und leuchte hinein in unsere dunkle Welt:
der du lebst und herrschst in Ewigkeit.
Jesus,
als du vor zweitausend Jahren auf die Erde kamst,
haben dich die Menschen nicht aufgenommen.
Im armen Stall wurdest du geboren.
Hilf, dass wir uns gut vorbereiten
und dich besser empfangen.
Komm in unsere Mitte und gib uns ein waches Herz.
Aus: Annegret und Peter Kokschal Gebete für das ganze Leben, Benno Verlag Leipzig 2004.
In einer Predigt legt Kardinal Newman Christus die Klage in den Mund: "Wenige werden bereit sein, mir sogleich zu öffnen, wenn ich an die Pforte klopfe. Sie werden immer noch etwas zu tun haben, bevor sie aufmachen; sie werden nicht schon bereit sein, sondern müssen sich erst vorbereiten. Sie müssen sich von der Überraschung und Verwirrung erholen, in die sie die Nachricht von meiner Ankunft versetzt hat; sie werden etwas Zeit brauchen, um wieder zu sich zu kommen und sich ihre besten Gedanken und reinsten Absichten ins Gedächtnis zurückzurufen. Sie fühlen sich wohl, so wie sie sind, und haben keine Einwände dagegen zu erheben. Sie sind zufrieden, auf der Erde zu sein; sie wünschen sich nicht, anderswohin zu gehen; sie möchten sich nicht verändern.
"Ihr sollt Menschen gleiche, die auf ihren Herrn warten": Das sollte unsere Sehnsuchtsrichtung sein. Nicht ein Warten auf ein letztes Kommen "auf den Wolken des Himmels", sondern ein Durchschauen durch die Vordergründigkeit des Alltags, durch Trauer und Fragen durch das Geplagt sein, durch die Ablenkungen, durch die Begegnungen, durch das Beschenkt werden: auf den Horizont der erwartungsvollen und entgegenkommenden Liebe Gottes in Jesus Christus; auf das Jesus-Gemäße hin in den Ereignissen unseres Lebens! Dass das Herz in aller Unruhe doch zutiefst und zuletzt gerichtet ist in einer liebenden Aufmerksamkeit auf Ihn hin, indem die Sehnsucht Gottes auf mich zu kommt.
Aus: Johannes Bours, Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt. Herder Verlag, Freiburg 1996 (1987).
Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, dass er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne.
Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. "Es ist möglich", sagt der Türhüter, "jetzt aber nicht." Da das Tor zum Gesetz offen steht wie immer und der Türhüter beiseite tritt, bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehen. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt: "Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meines Verbotes hineinzugehen. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehn aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal mehr ich ertragen." Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet; das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seinem Pelzmantel genauer ansieht, seine große Spitznase, den langen, dünnen, schwarzen tatarischen Bart, entschließt er sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt.
Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und lässt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche, eingelassen zu werden, und ermüdet den Türhüter durch seine Bitten. Der Türhüter stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Heimat aus und nach vielem andern, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schluss sagt er ihm immer wieder, dass er ihn noch nicht einlassen könne.
Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei: "Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben."
Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast ununterbrochen. Er vergisst die andern Türhüter und dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in das Gesetz. Er verflucht den unglücklichen Zufall, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später, als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin. Er wird kindisch, und, da er in dem jahrelangen Studium des Türhüters auch die Flöhe in seinem Pelzkragen erkannt hat, bittet er auch die Flöhe, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen.
Schließlich wird sein Augenlicht schwach, und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird, oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht. Nun lebt er nicht mehr lange.
Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muss sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zu ungunsten des Mannes verändert. "Was willst du denn jetzt noch wissen?" fragt der Türhüter, "du bist unersättlich." "Alle streben doch nach dem Gesetz," sagt der Mann, "wieso kommt es, dass in den vielen Jahren niemand außer mir Einlass verlangt hat?"
Der Türhüter erkennt, dass der Mann schon an seinem Ende ist, und, um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: "Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn."
Franz Kafka ... eine Parabel zum Abschluss des Jom Kipur (vgl. Pesikta Rabbati 20).
Um den Ausspruch "Religion ist das Opium des Volkes" voll zu begreifen, müssen wir diese Worte in ihren Textzusammenhang stellen:
Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.
Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusion über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht1 den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. (Karl Marx: "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie", Einleitung = Marx/Engels: Werke, Bd. 1, Berlin 1956, S. 378ff.)
Hieraus wird klar, dass Marx nicht Religion schlechthin verurteilte, sondern nur deswegen, weil sie dem Menschen anstatt des wirklichen Glücks nur illusorische Hoffnungen verschafft. Aber sicher war Marx auch kein Befürworter der Religion. Wie können wir hier zu einem gerechten Verständnis kommen? Das erste ist, sich zu fragen: Was ist mit Religion gemeint?
Religion ist ein System von Ideen, Normen und Riten, die das in der menschlichen Existenz verwurzelte Bedürfnis nach Orientierung und einem Objekt der Hingabe befriedigt. Diese Definition gilt für alle Religionen, ob sie Idole oder einen unsichtbaren Gott anbeten oder ob sie, wie der Buddhismus, überhaupt keinen Begriff von Gott haben. Welche Vorstellung sich die Menschen von einem heiligen Wesen machen, hängt von der gesellschaftlichen Struktur und kulturellen Tradition ab. Die Juden in Ägypten erhoben es zu ihrem König; die Armen in Palästina machten aus ihm einen Leidenden: für die Buddhisten war es ein Lehrer, der dem Menschen den Weg zur Erlösung (Nirwana) durch die Lehre des heiligen achtteiligen Pfades aufzeigte.
Unter "Religion" verstehe ich eine Institution, mit der ihr eigenen Hierarchie und ihren Dogmen, verbunden mit einem gewissen Autoritarismus. Unter "religiös" verstehe ich eine Haltung, die als höchstes ethisches Ziel des Menschen seine eigene Verwirklichung ansieht. Diese Haltung kommt primär in der täglichen Lebenspraxis und nicht durch das Ablegen von bestimmten Glaubensbekenntnissen zum Ausdruck und kann am besten als Charakterzug definiert werden. Leider verfügt unsere Sprache über kein anderes Wort für diesen Charakterzug als das Wort "religiös", das im Zusammenhang mit Religion irreführend ist. Es gibt religiöse Atheisten und nichtreligiöse Gläubige. Nur die Handlungen und die Charakterstruktur einer Person geben Aufschluss darüber, in welche Kategorie sie gehört. Wie sehr sich jemand selbst "religiös" wähnt, ist am wenigsten ausschlaggebend.
"Religiös" kann allgemein als die tiefste Motivierung des Menschen definiert werden. Mit "tiefster Motivierung" sind natürlich nicht die Regungen gemeint, die der Mensch für sein Verhalten ausschlaggebend hält, sondern jene, die empirisch als Ursachen seines Verhaltens nachgewiesen werden können. Diese "tiefste Motivierung" ist keine philosophische noch theologische, sondern eine rein psychologische Kategorie.
Erich Fromm.
Dieser erste Adventssonntag war ein herrlicher Tag, und die Liturgie hat mir ständig die große Erwartung zu Bewußtsein gebracht. Ich habe einen wunderbaren lateinischen Versikel vor mich hingesungen, der immer wieder aus meinem Inneren hervorgesprudelt ist: "Rorate, coeli, desuper, et nubes pluant justum - Tauet, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten”; und die eindrucksvolle Antwort: "Aperiatur terra, et germinet Salvatorem. - Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.” Seine inständig flehende Melodie geht mir unablässig durch den Kopf, und ich sehe im Geist, wie der himmlische Tau die Erde bedeckt. Gottes Gnade ist wirklich wie ein sanfter Morgentau und wie ein weicher Regen, der der ausgedorrten Erde neues Leben schenkt. Bilder der Güte. Tatsächlich besteht meine Berufung darin, immer empfänglicher für den Morgentau zu werden und meine Seele dem Regen zu öffnen, so daß mein innerstes Wesen den Heiland hervorbringen kann.
Aus: Henri J. M. Nouwen, Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trapistenkloster. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 1978.
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Ich, Johannes, hörte, wie der Herr zu mir sagte:
An den Engel der Gemeinde in Sardes schreibe:
So spricht Er, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Taten. Dem Namen nach lebst du, aber du bist tot. Werde wach und stärke, was noch übrig ist, was schon im Sterben lag! Denn ich habe nicht gefunden, dass deine Taten in den Augen meines Gottes vollkommen sind. Denk also daran, wie du die Lehre empfangen und gehört hast! Halte daran fest und kehr um! Wenn du aber nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst bestimmt nicht wissen, zu welcher Stunde ich zu dir komme. Du hast aber einige Leute in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; sie werden mit mir in weißen Gewändern gehen, denn sie sind es wert. Wer siegt, wird ebenso mit weißen Gewändern bekleidet werden. Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Lebens streichen, sondern ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe:
So spricht Er, der Amen heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Daher, weil du lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien. Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht aufgedeckt wird; und kaufe Salbe, um deine Augen zu salben, damit du sehen kannst! Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst und kehr um! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir. Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
Kv: Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen. - Kv
(GL 34,1)
Der makellos lebt und das Rechte tut,
der von Herzen die Wahrheit sagt,
der mit seiner Zunge nicht verleumdet hat,
der seinem Nächsten nichts Böses tat
und keine Schmach auf seinen Nachbarn gehäuft hat. - Kv
Der Verworfene ist in seinen Augen verachtet,
aber die den HERRN fürchten, hält er in Ehren.
Er wird nicht ändern,
was er zum eigenen Schaden geschworen hat. - Kv
Sein Geld hat er nicht auf Wucher verliehen
und gegen den Schuldlosen nahm er keine Bestechung an.
Wer das tut,
der wird niemals wanken. - Kv
Halleluja. Halleluja.
Gott hat uns geliebt
und seinen Sohn gesandt als Sühne für unsere Sünden.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
kam Jesus nach Jéricho
und ging durch die Stadt.
Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus;
er war der oberste Zollpächter und war reich.
Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei,
doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge;
denn er war klein von Gestalt.
Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum,
um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
Als Jesus an die Stelle kam,
schaute er hinauf
und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter!
Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.
Da stieg er schnell herunter
und nahm Jesus freudig bei sich auf.
Und alle, die das sahen,
empörten sich
und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
Zachäus aber wandte sich an den Herrn
und sagte: Siehe, Herr,
die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen,
und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe,
gebe ich ihm das Vierfache zurück.
Da sagte Jesus zu ihm:
Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden,
weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
Denn der Menschensohn ist gekommen,
um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht,
dass er nahe vor der Tür ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis das alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr,
wenn ihr das geschehen seht,
dass er nahe vor der Tür ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis das alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn,
sondern nur der Vater.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der vorliegende Textabschnitt stammt aus einer Rede im Markusevangelium (13,1-37), die vom künftigen Reich Gottes erzählt. Diese Rede hat apokalyptische Züge. Wie viele Offenbarungshandlungen findet auch sie auf einem Berg statt. Historischer Hintergrund dieser Rede von Zerstörung ist der Jüdische Krieg (1. Jhdt. n. Chr.) mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu vermuten.
Die vorliegende Erzählung ist ein Teil einer Reihe von Antworten auf die Frage nach dem Zeitpunkt der von Jesus angekündigten Zerstörung des weltlichen Jerusalems als Zeichen der Wiederkunft des Herrn (Vers 2).
Zu gliedern ist der Text in folgende Teile: Ankündigung von kosmischen Zeichen und des Kommens des Gottessohnes (Verse 24-27), das Gleichnis vom Feigenbaum (eines der wenigen Gewächse in Palästina mit saisonal bedingtem Laubverlust) mit dem Ende der apokalyptischen Rede (28-32). Die nicht aufgeführte Ermahnung zur Wachsamkeit (33-37) beschließt den Textabschnitt.
Der Evangelientext wurde in der Zeit nach 70 n. Chr. geschrieben, nach den Greueln des Jüdischen Krieges, den Christenverfolgungen unter Nero, der Zerstörung Jerusalems und des Tempels.
Viele Christen dürften angesichts der Zeitumstände nahe an der Verzweiflung gewesen sein, denn nach damaliger judenchristlicher und jüdischer Überzeugung gehörten der Untergang des Tempels und der Untergang der Welt zusammen. Die Christengemeinden benötigten Orientierung und neue Kräfte. In dieser Situation gibt der Evangelist keine authentische Rede Jesu wieder, sondern er verkündet in apokalyptischer Sprach- und Bilderwelt die Botschaft Jesu Christi.
Die Christen gelangen durch Tod und Auferstehung zum wahren Leben. Markus berichtet aber nichts über die konkreten Details oder gar den Zeitpunkt zu dem dies alles erwartet werden kann, denn sein Text soll eine theologische Botschaft und keine Angaben über ein historisches oder kosmisches Ende der Welt transportieren.
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Gott nimmt Anteil an unserem Leben, an unseren Freuden, an unseren Sorgen und Nöten. Darum ist er in Jesus in diese Welt gekommen. Wir warten auf IHN, auf sein Wiederkommen. Wir gehen immer mehr auf IHN zu, auf unser Heil. Das zeigt sich auch am Adventskranz. Je mehr Kerzen wir entzünden, umso heller wird es am Adventskranz, umso näher ist Weihnachten, das Fest seiner Geburt, umso näher kommt auch unser Heil.
Zum Beginn dieses Hausgottesdienstes segnen wir unseren Adventkranz und entzünden wir die erste Kerze.
Wir loben und preisen Gott, unseren Schöpfer:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Du hast alles erschaffen, denn du bist die Liebe und der Quell des Lebens.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
In deinem Sohn schenkst du uns Licht und Leben.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Dein Geist erleuchtet unsere Herzen,
damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Voll Hoffnung und Zuversicht erwarten wir das Fest der Geburt deines Sohnes Jesus Christus.
Segne diesen Kranz,
um den wir uns in den Tagen des Advents versammeln.
Segne die Kerzen.
Sie erinnern uns an Jesus, der allen Menschen Licht sein will.
Und wie das Licht der Kerzen immer heller wird,
so lass uns immer mehr dich und die Nächsten lieben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Der Adventkranz kann mit Weihwasser besprengt werden.
Dann wird die erste Kerze entzündet.
Bitten wir nun den Herrn um sein Erbarmen, dessen Kommen wir erwarten.
Herr Jesus Christus,
der du einst wiederkommen wirst in Herrlichkeit.
in unseren Zweifeln und Ängsten rufen wir:
Kyrie, eleison.
In unserem Unglauben rufen wir:
Christe, eleison.
In unserer Verstrickung in das, was uns fernhält von dir, rufen wir:
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
Advent - das ist eine Zeit, in der wir auf dich warten.
Advent - das ist eine Zeit, in der wir unsere Hoffnung stärken.
Wir wollen unser Warten gestalten,
jetzt in dieser Feier,
in der wir dein Wort hören,
das uns hoffen lässt in allem, was uns bedrängt.
Wir wollen unser Warten gestalten,
wenn wir in den kommenden Wochen an dich denken,
bewusst das Zusammensein mit dir suchen,
damit wir innerlich mit dem Herzen
auf dich vorbereitet sind. - Amen.
Kehrvers:
Biete deine Macht auf, Herr, unser Gott,
und komm, uns zu retten!
Du Hirte Israels, höre, *
der du Josef leitest wie eine Herde!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *
vor Efraim, Benjamin und Manasse!
Wecke deine gewaltige Kraft
und komm zu unserer Rettung!
Gott, stelle uns wieder her!
Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
HERR, Gott der Heerscharen, wie lange noch raucht dein Zorn
trotz des Bittgebets deines Volks?
Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, *
sie überreich getränkt mit Tränen.
Du machst uns zum Zankapfel unserer Nachbarn *
und unsere Feinde verspotten uns.
Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her!
Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
Einen Weinstock hobst du aus in Ägypten, *
du hast Völker vertrieben und ihn eingepflanzt.
Du schufst ihm weiten Raum, *
er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.
Sein Schatten bedeckte die Berge, *
seine Zweige die Zedern Gottes.
Seine Ranken trieb er bis zum Meer *
und seine Schösslinge bis zum Eufrat!
Warum rissest du seine Mauern ein? *
Alle, die des Weges kommen, plündern ihn.
Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um,
es fressen ihn ab die Tiere des Feldes.
Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/
blicke vom Himmel herab und sieh, *
sorge für diesen Weinstock!
Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, *
und den Sohn, den du dir stark gemacht!
Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, *
sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.
Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, *
über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht.
Wir werden nicht von dir weichen. *
Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.
HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her, *
lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Kehrvers
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
"Es wird alles gut!", sagte ein Mitbruder vergangene Tage, als er zum Frühstück kam. Er sprach über Corona, über den Impfstoff und über die Möglichkeit, wie dieser Impfstoff zu transportieren sei. Wir alle - dieses Mal kann ich das so sagen - wir alle hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. So sehnsüchtig haben wir noch nie auf etwas gehofft. Sicher kennt jeder andere Situationen, in denen die Hoffnung groß war. Es war die Hoffnung auf die Zusage zu einem Arbeitsplatz, die Hoffnung, dass sich ein lang gehegter Kinderwunsch erfüllt.
Hoffnung ist das, was uns als glaubende Menschen ausmacht. Der Grund unserer Hoffnung: Gott, seine Liebe. Gott, der uns in Jesus seinen Sohn gesandt hat. Jesus war in seinem Leben für viele Menschen, ganz besonders für die einfachen Menschen, ein Hoffnungsträger. Jesus hat mit seinen Worten und Taten vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht geschenkt.
Oft jedoch ist diese Hoffnung im Auf und Ab der Geschichte in Vergessenheit geraten. Jesus hat im Evangelium alle Hände voll zu tun, seine Zuhörer anzuhalten wach zu bleiben. Einst wird Jesus wiederkommen, um diese Welt und auch uns zu erneuern. Darauf dürfen wir hoffen. Wir hoffen auf vieles in der Welt. Ich hatte am Anfang von so manchen Hoffnungen gesprochen. Doch die große Hoffnung ist Jesus. Er kommt wieder und schenkt uns sein Heil, er schenkt uns ewige Freude bei Gott. Diese Hoffnung ist es, die unser Leben bestimmen sollen. Wir müssen uns mit den Katastrophen in dieser Welt genauso auseinandersetzen wie unsere Mitmenschen, sei es der Klimawandel, sei es die Pandemie oder persönliche Schicksale. Doch der Glaube gibt uns Hoffnung. Wir leben auf Gott hin. Wo wir uns Gott neu zuwenden, wo seine Worte wichtig sind, wo wir unsere Sehnsucht nach Gott entdecken, dort erfahren wir bereits die Freude und die Fülle.
Advent - eine Zeit der Vorbereitung, eine Zeit, wach zu werden, wach zu bleiben. Vielleicht fallen coronabedingt verschiedene Angebote aus. Werden überhaupt Gottesdienste stattfinden? Wenn ja, wie? Dennoch können wir das Beste aus der Situation machen. Vielleicht nehmen wir uns in der Familie hier und da Zeit für ein Gebet, für einen schönen besinnlichen Text oder für ein ruhiges Sitzen im Kreis der Familie vor dem Adventskranz, für das Lesen eines Bibeltextes. Es gibt einige Möglichkeiten, unserer Hoffnung auf Jesus Nahrung zu geben. Halten wir unsere Hoffnung wach und leben wir daraus!
Herr Jesus Christus,
du unsere Hoffnung gegen jede Hoffnungslosigkeit.
Wir bitten dich:
Lass deine Kirche als Gemeinschaft aller, die an dich glauben und dir nachfolgen, der Welt durch ihr Beispiel Hoffnung zu schenken.
Wir beten für alle, die keinen Glauben und keinen festen Halt haben.
Lass sie durch gelebten Glauben und ein überzeugendes Beispiel zu dir finden.
Richte auf, die vom Leben enttäuscht sind, deren Lebenspläne sich nicht erfüllen und schenken ihnen Mut und Zuversicht.
Gib, dass besonders jene Menschen Ruhe bei dir finden, die in den kommenden Wochen beruflich und privat besonders gefordert sind.
Steh denen bei, die unter der Pandemie leiden, sei es, dass sie krank sind, sei es dass sie unter Überlastung leiden.
Stärke alle, die wegen ihres Glaubens an dich leiden müssen.
Auf dich hoffen wir, an dich glauben wir, auf dich warten wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Dass ich nicht müde werde
Herr, mein Gott,
du die eine Hoffnung, die ich habe,
erhöre mich,
dass ich nicht müde werde,
nach dir zu fragen,
sondern allzeit brennend
nach deinem Antlitz suche.
Gib du mir Kraft, nach dir zu fragen,
denn du ließest dich finden
und gabst mir Hoffnung,
dich immer mehr zu finden.
Vor dir ist meine Stärke,
vor dir ist meine Schwachheit.
Jene bewahre,
dieser hilf auf.
Vor dir ist mein Wissen,
vor dir ist mein Unwissen.
Wo du mir auftust,
nimm mich auf, wenn ich eintrete.
Wo du verschlossen hältst,
tu mir auf, wenn ich anklopfe.
Dich will ich im Sinn haben,
dich verstehen,
dich lieben.
Das alles mehre in mir,
bis du mich umgestaltest
zur Vollendung.
Aus: Beten im Alltag, Action 365.
Kündet allen in der Not
1. Kündet allen in der Not:
Fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott;
herrlich werdet ihr ihn schauen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
2. Gott naht sich mit neuer Huld,
dass wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld,
ewig soll der Friede währen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
3. Aus Gestein und Wüstensand
werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land,
überreich die Saaten sprießen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
4. Blinde schaun zum Licht empor,
Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr,
wie ein Hirsch die Lahmen springen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
5. Gott wird werden Not und Leid.
Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit
ziehen die vom Herrn Erlösten.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Herr Jesus Christus,
wir spüren in vielem,
dass wir unterwegs sind.
Doch wir sind unterwegs zu dir
mit der Hoffnung, mit dir zu leben,
mit dir vereint zu sein.
Diese Hoffnung erfülle unser Denken,
unser Reden und Handeln.
Diese Hoffnung sei Ansporn für unsere Mitmenschen.
Segne uns,
dass wir Zeugen dieser Hoffnung sind. - Amen.
Zusammengestellt von Pater Jörg Thiemann
Die Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau lädt ein zum Gottesdienstfeiern zuhause und hat dazu ein Feierhilfe für alle 4 Sonntage des Advent erstellt. Download als PDF
Link zur Website der Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Heuer beginnen wir den Advent ganz anders. Wir können nicht gemeinsam in der Kirche feiern. Wir vermissen einerseits die Gottesgemeinschaft, andererseits können wir im Gebet miteinander in Verbindung treten und dürfen wir uns mit der ganzen Kirche weltweit verbunden fühlen.
Mache dich auf und werde licht.
Mache dich auf und werde licht.
Mache dich auf und werde licht,
denn dein Licht kommt.
Gütiger Gott,
wir erwarten voll Hoffnung das Kommen deines Sohnes.
Er kennt unsere Sorgen und Ängste,
unsere Sehnsucht und Bedürftigkeit.
Öffne unsere Herzen
und erleuchte uns mit seinem Licht.
Begleite uns durch diesen besonderen Advent,
wenn wir ihm entgegengehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist. - Amen.
Kehrvers:
Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr.
(GL 46,1)
Du Hirte Israels, höre, *
der du Josef leitest wie eine Herde!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *
Wecke deine gewaltige Kraft und komm zu unserer Rettung! - Kv
Gott der Heerscharen, kehre doch zurück,/
blicke vom Himmel herab und sieh, *
sorge für diesen Weinstock!
Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, *
und den Sohn, den du dir stark gemacht! - Kv
Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, /
über dem Menschensohn,*den du dir stark gemacht.
Wir werden nicht von dir weichen. *
Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.
Kehrvers
Halleluja, Halleluja,
Herr, dein Wort gibt uns Leben.
deine Liebe ist bei uns.
Halleluja, Halleluja,
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Gebt Acht und bleibt wach!
Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Es ist wie mit einem Mann,
der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen:
Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten,
jedem eine bestimmte Aufgabe;
dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt,
ob am Abend oder um Mitternacht,
ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.
Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!
„Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.“ Jesus ruft seine Jünger/innen zur Wachsamkeit auf, aber nicht nur sie, sondern alle! Somit gilt es auch uns heute. Alle Jahre wieder wird es Advent. In den letzten Jahren haben viele Menschen gejammert, dass diese angeblich „stillste Zeit im Jahr“ total stressig sei. Es gibt so viel vorzubereiten, soviel zu tun, sich mit so vielen Menschen zu treffen, beim Glühweintrinken oder einfach so. Heuer ist alles anders. Seit fast zwei Wochen sind wir im Lockdown – mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt. Viele Menschen sind es leid, sind müde geworden, ganz gleich, ob sie die finanziellen Folgen betreffen. Die Pandemie hat unser aller Leben verändert.
Und nun stehen wir am Beginn des Advents mit einer „geschenkten Zeit“. Ich kann mir nun Zeit nehmen für eine innere Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Mich bewegt schon seit vielen Jahren das Lied „Kündet allen in der Not“, das eine Nachdichtung eines Jesajatextes (Jes 35,1–10) ist. Für mich fasst dieses Lied unsere adventlichen Hoffnungen und Sehnsüchte zusammen. Es ist ein Lied der Ermutigung, des Vertrauens auf Gott, der alles in unserem Leben zum Guten wenden kann und das Heil für alle Menschen will. Er löst meine schuldhaften Verstrickungen, bringt uns Frieden, lässt neue Quellen fließen, Neues wachsen. Er macht mich auf meine blinden Flecken aufmerksam, lässt mich erzählen von seiner Liebe, spricht zu mir und hilft mir, aus meinen Gewohnheiten aufzustehen und auszubrechen. Er will mich erlösen, mich und alle Menschen. Da lohnt es sich doch tatsächlich, wachsam zu sein, oder nicht?
Für die kommenden Wochen lade ich Sie ein, jeden Tag aufzuschreiben, wo etwas von dieser Erlösung in Ihrem Leben aufgeblitzt ist. Wenn wir uns jetzt vermehrt mit Abstand und dennoch achtsam um unsere Mitmenschen kümmern, können auch wir dazu beitragen, dass es heller in uns und um uns herum wird. Wagen wir es, lassen wir uns ein auf diesen (zumindest am Beginn) ganz anderen Advent!
Wir loben und preisen Gott, unseren Schöpfer:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Du hast alles erschaffen, denn du bist die Liebe und der Quell des Lebens.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
In deinem Sohn schenkst du uns Licht und Leben.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Dein Geist erleuchtet unsere Herzen,
damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Voll Hoffnung und Zuversicht erwarten wir das Fest der Geburt deines Sohnes Jesus Christus.
Segne diesen Kranz,
um den wir uns in den Tagen des Advents versammeln.
Segne die Kerzen.
Sie erinnern uns an Jesus, der allen Menschen Licht sein will.
Und wie das Licht der Kerzen immer heller wird,
so lass uns immer mehr dich und die Nächsten lieben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Der Adventkranz kann mit Weihwasser besprengt werden.
Dann wird die erste Kerze entzündet.
Wir sagen euch an den lieben Advent
Wir sagen euch an den lieben Advent
Sehet, die erste Kerze brennt.
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn den Weg bereit.
Freu euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.
Antwortruf: Werdet Licht, werdet Licht, Gott wird euer Licht sein
Zu Gott, der unsere Dunkelheiten erhellt, kommen wir mit unseren Bitten:
Wir beten für alle,
die einsam und traurig sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle,
die im Gesundheitsweisen tätig sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle Familien,
die mit der momentanen Situation überfordert sind: - Antwortruf.
Wir beten für alle,
die sich um ihre Nächsten sorgen: - Antwortruf.
Wir beten für die Menschen,
die wir jetzt besonders vermissen: - Antwortruf.
Gütiger Gott, du begleitest uns auf all unseren Wegen.
Dafür danken wir dir und preisen dich,
heute und alle Tage unseres Lebens. - Amen.#
Kündet allen in der Not
1. Kündet allen in der Not:
Fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott;
herrlich werdet ihr ihn schauen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
2. Gott naht sich mit neuer Huld,
dass wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld,
ewig soll der Friede währen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
3. Aus Gestein und Wüstensand
werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land,
überreich die Saaten sprießen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
4. Blinde schaun zum Licht empor,
Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr,
wie ein Hirsch die Lahmen springen.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
5. Gott wird werden Not und Leid.
Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit
ziehen die vom Herrn Erlösten.
Kehrvers: Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Die Freude des Advents
befreie dich
aus dem Gewöhnlichen
und ermuntere dich zu Neuem.
Die Freude des Advents
führe dich zu den Quellen,
die das Leben lebenswert machen.
Die Freude des Advents
mache dir Schweres leichter,
Unerträgliches tragbar,
Feindliches liebenswert.
So segne uns der gute Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
(Aus: Roland Breitenbach / Stefan Philipps, Segen für Dich. Ein begleitbuch durch das Jahr. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005.)
Zusammengestellt von Elisabeth Fritzl, Graz
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Lesung ist dem "Dritten Jesaja" entnommen – Tritojesaja. Das Volk Gottes hat einen langen Weg hinter sich, auch Tiefpunkte und zurechtgestutzte Hoffnungen. Die Heimkehr aus der Gefangenschaft in Babylon gestaltet sich mühsam und schwierig.
Es ist ein Gebet, das hier überliefert wird. Gott wird als Vater angesprochen, als "Erlöser von jeher". Ihm werden Fragen gestellt, ihm wird die Bitte zugetragen, sich doch wieder gnädig und barmherzig der Menschen anzunehmen, ihm wird aber auch bekannt, wie "unrein" die sind, die ihre Hoffnungen auf ihn setzen.
Im Gebet wird aufgezählt, was Menschen von sich sagen können: Gerechtigkeit wie ein schmutziges Kleid, verwelkt wie Laub, von Schuld verweht. Im Gebet können Menschen ihre Sorge aussprechen: Du hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und Gott wird ins Gebet genommen, weil wir alle das Werk seiner Hände sind.
Das Adventslied "O Heiland reiß die Himmel auf" ist von diesem Gebet inspiriert. Gott soll "herab" kommen, die Distanz überwinden, die es zwischen ihm und seinem Volk gibt – Gott soll denen entgegenkommen, die tun, was recht ist.
Das Lied drückt aus, wie verloren Menschen sind, wenn sie in ihrem Vertrauen allein gelassen sind. Eine Gemeinde, die am Ersten Advent singt "O Heiland reiß die Himmel auf", übernimmt die alten Bilder und Bitten des Propheten und tritt in die Hoffnungen ein, die lange vor ihr formuliert wurden.
Der Beter macht dabei die Erfahrung der Abwesenheit Gottes: Gott hat sich von ihm und von seinem Volk entfernt. Die Schuld hat das Volk gelähmt. Es ist auf die Umkehr Gottes angewiesen. Mit den Worten des Beters hofft das Volk auf das große und einzigartige Ereignis des Entgegenkommens Gottes.