Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
begann Petrus zu reden
und sagte:
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist,
angefangen in Galiläa,
nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:
wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat
mit dem Heiligen Geist und mit Kraft,
wie dieser umherzog,
Gutes tat
und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren;
denn Gott war mit ihm.
Und wir sind Zeugen
für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat.
Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt
und hat ihn erscheinen lassen,
zwar nicht dem ganzen Volk,
wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen:
uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten
gegessen und getrunken haben.
Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden
und zu bezeugen:
Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter
der Lebenden und der Toten.
Von ihm bezeugen alle Propheten,
dass jeder, der an ihn glaubt,
durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Das ist der Tag, den der HERR gemacht;
wir wollen jubeln und uns über ihn freuen. - Kv
Oder: Kv Halleoluja. - KV
(Oder: GL 66,1)
Dankt dem HERRN, denn er ist gut,
denn seine Huld währt ewig!
So soll Israel sagen:
Denn seine Huld währt ewig. - Kv
Die Rechte des HERRN, sie erhöht,
die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie.
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des HERRN zu verkünden. - Kv
Ein Stein, den die Bauleute verwarfen,
er ist zum Eckstein geworden.
Vom HERRN her ist dies gewirkt,
ein Wunder in unseren Augen. - Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä.
Schwestern und Brüder!
Seid ihr nun mit Christus auferweckt,
so strebt nach dem, was oben ist,
wo Christus zur Rechten Gottes sitzt!
Richtet euren Sinn auf das, was oben ist,
nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben
und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.
Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird,
dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Theologie des Kolosserbriefes konzentriert sich auf zwei bedeutende Themen: die Stellung Christi und seine Verkündigung in der Kirche. Die Taufe, in der für die Christen die Erlösung Realität wurde, spielt eine zentrale Rolle.
Im Kapitel 3 hören wir eine mahnende Rede an die Gemeinde. Was das ermutigende darin ist: der Verfasser beginnt mit einer Zusage an die Gemeinde, dass die Gabe des Auferwecktseins mit Christus verliehen ist. Und diese Verbindung mit Christus ist die Basis für eine Gemeinde und jede und jeden Einzelnen, ein Leben zu führen, das seine Ausrichtung auf Christus zum Ziel hat. Dieses Ziel mündet dann in die Zukunftsperspektive, die in der Gemeinschaft mit Christus bei seinem künftigen Erscheinen besteht.
Die Verse der zweiten Lesung aus dem Brief an die Christen in Kolossä haben den Charakter einer Taufpredigt. Sie reflektieren, was die enge Verbindung mit Jesus Christus an den Seinen bewirkt: Die Teilhabe am neuen Leben des Auferstandenen. Von dieser neuen Lebenswirklichkeit her, fordert er einen entsprechenden Lebenswandel. Christen sind durch den Galuben und die Taufe aufs engste mit Christus verbunden. Dies gilt auch für die endgültige Zukunft der Christen, "wenn Christus offenbar wird".
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Wisst ihr nicht,
dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?
Schafft den alten Sauerteig weg,
damit ihr neuer Teig seid!
Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot;
denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden.
Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern,
nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit,
sondern mit den ungesäuerten Broten
der Aufrichtigkeit und Wahrheit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Zur Auswahl steht als zweite Lesung ein kurzer Abschnit aus dem ersten Korintherbrief. Darin greift Paulus auf einen alten jüdischen Osterbrauch zurück, um den Korinthern anläßlich eines Skandals (ein Fall von Blutschande in der Gemeinde) eine eindringliche Lehre zu erteilen. Vor dem Paschafest wurde der Sauerteig, den man beim Brotbacken jeweils beiseite gab und für das nächste Brotbacken aufhob, weggeworfen. Nach einigen Tagen, an denen man nur ungesäuertes Brot aß, setzte man neuen Sauerteig an. Dieses Brauch hält der Apostel seinen Adressaten vor und fordert sie auf, aus ihrem Leben den "alten Sauerteig" zu beseitigen und ein Leben zu führen, das der neuen Wirklichkeit entspricht.
Singt das Lob dem Osterlamme,
bringt es ihm dar, ihr Christen.
Das Lamm erlöst‘ die Schafe:
Christus, der ohne Schuld war,
versöhnte die Sünder mit dem Vater.
Tod und Leben, die kämpften
unbegreiflichen Zweikampf;
des Lebens Fürst, der starb, herrscht nun lebend.
Maria Magdalena,
sag uns, was du gesehen.
Sah Engel in dem Grab,
die Binden und das Linnen.
Das Grab des Herrn sah ich offen
und Christus von Gottes Glanz umflossen.
Er lebt, der Herr, meine Hoffnung,
er geht euch voran nach Galiläa.
Lasst uns glauben, was Maria den Jüngern verkündet.
Sie sahen den Herren, den Auferstandenen.
Ja, der Herr ist auferstanden, ist wahrhaft erstanden.
Du Sieger, König, Herr, hab Erbarmen!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Unser Paschalamm ist geopfert: Christus.
So lasst uns das Festmahl feiern im Herrn.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala
frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab
und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus
und dem anderen Jünger, den Jesus liebte,
und sagte zu ihnen:
Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen
und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus
und kamen zum Grab;
sie liefen beide zusammen,
aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus,
kam er als Erster ans Grab.
Er beugte sich vor
und sah die Leinenbinden liegen,
ging jedoch nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war,
und ging in das Grab hinein.
Er sah die Leinenbinden liegen
und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte;
es lag aber nicht bei den Leinenbinden,
sondern zusammengebunden daneben
an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger,
der als Erster an das Grab gekommen war, hinein;
er sah und glaubte.
Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden,
dass er von den Toten auferstehen müsse.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala
frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab
und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus
und dem anderen Jünger, den Jesus liebte,
und sagte zu ihnen:
Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen
und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus
und kamen zum Grab;
sie liefen beide zusammen,
aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus,
kam er als Erster ans Grab.
Er beugte sich vor
und sah die Leinenbinden liegen,
ging jedoch nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war,
und ging in das Grab hinein.
Er sah die Leinenbinden liegen
und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte;
es lag aber nicht bei den Leinenbinden,
sondern zusammengebunden daneben
an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger,
der als Erster an das Grab gekommen war, hinein;
er sah und glaubte.
Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden,
dass er von den Toten auferstehen müsse.
Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.
Während sie weinte,
beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen,
den einen dort, wo der Kopf,
den anderen dort,
wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du?
Sie antwortete ihnen:
Sie haben meinen Herrn weggenommen
und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich
um und sah Jesus dastehen,
wusste aber nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du?
Wen suchst du?
Sie meinte, es sei der Gärtner,
und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast,
sag mir, wohin du ihn gelegt hast!
Dann will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich um
und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest;
denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.
Geh aber zu meinen Brüdern
und sag ihnen:
Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater,
zu meinem Gott und eurem Gott.
Maria von Magdala kam zu den Jüngern
und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.
Und sie berichtete,
was er ihr gesagt hatte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Was soll ich denn an Ostern predigen? Es wurde ja schon alles gesagt, besungen und mitgeteilt. Auch in diesem Gottesdienst. Im Text des Ostergesanges haben wir den Grund unserer Festfreude vernommen. Wir haben das österliche Halleluja gesungen, was nichts anderes meint als: „Preiset den Herrn!“ Der Herr ist von den Toten auferstanden, wahrhaft auferstanden. Halleluja!
Damit ist das Wichtigste ausgesprochen. Es gibt den alten Grundsatz „lex orandi, lex credendi“. Vereinfacht ausgedrückt: Das, was wir beten, glauben wir. Und umgekehrt. Doch meinen wir und glauben wir tatsächlich das, was da über unsere Lippen gekommen ist?
Ganz so einfach ist die Sache mit der Auferstehung und dem Glauben daran nämlich nicht. Das zeigen uns schon die Evangelisten in ihren unterschiedlichen Überlieferungen. Auch wir können uns dem Osterevangelium auf verschiedene Weise annähern. Warum nicht einmal in Anlehnung eines möglichen Kriminalfalles? Ich möchte Ihnen diesen Versuch zumuten. Seien Sie gespannt!
Gestörte Grabesruhe?
Maria von Magdala und die beiden Jünger müssen eine fürchterliche Entdeckung am Ostermorgen machen: Das Grab Jesu ist leer. Sie vermuten das Naheliegende und das Wahrscheinliche angesichts der Tumulte in Jerusalem: Sie – gemeint sind die Soldaten – haben ihn weggenommen.
Ich verstehe die Aufregung von Maria von Magdala und der beiden Jünger. Die Grabesruhe desjenigen, den sie liebten und nachfolgten, den sie haben am Kreuz hängen und sterben sehen, der hier bestattet wurde, ist gestört. Das trauen sie den Römern zu. Schließlich will man ja den Kult um diesen Jesus aus Nazaret post mortem vermeiden und wieder Ruhe im Land haben.
Das ist die erste und die schnellste Erklärung für sie. Doch ist sie auch diejenige, die der Wahrheit entspricht?
Doch Indizien sprechen dagegen: Die Leinenbinden, mit dem der Leichnam wie bei jüdischen Bestattungen üblich umwickelt war, liegen daneben. Und an anderer Stelle, einer besonderen Stelle, so der Bericht des Evangelisten, das Schweißtuch zusammengebunden. Das passt nicht zusammen.
Wollte man den Leichnam anderswo bestatten oder nur beiseiteschaffen, dann hätten erstens die Täter dies so schnell wie möglich bewerkstelligt und zweitens sich nicht noch die Mühe mit den Leinenbinden und dem Schweißtuch gemacht. Warum auch?
Das macht unsere Drei aus dem Evangelium stutzig. Es muss eine andere Erklärung geben. Sie wollen wissen, was passiert ist. Sie wollen wissen, was mit den sterblichen Überresten ihres Herrn und Meisters geschehen ist. Denn sie wollen ihm nach der schandvollen Hinrichtung zumindest noch jene Ehre zuteilwerden, wie es ihren religiösen Sitten entspricht. Die Rituale geben ja auch ihnen Halt in ihrer Trauer.
Der Evangelist Johannes beendet hier – im Gegensatz zu den anderen Evangelisten - seine Ausführungen darüber, was tatsächlich geschehen ist. Die Ermittler würden nun noch Befragungen mit den Soldaten, die Wache geschoben haben, durchführen. Oder einen Zeugenaufruf starten: Hat jemand etwas gesehen, was dienlich sein kann?
Evangelistenkollege Markus überliefert, dass ein junger Mann mit einem weißen Gewand den Frauen den Sachverhalt erklärt. Bei Matthäus ist es der Engel und bei Lukas zwei Männer in leuchtenden Gewändern. Im heutigen Osterevangelium nach Johannes sind Maria von Magdala und die beiden Jünger die einzigen, die berichten, was sie gesehen haben oder vielmehr, wen sie nicht gesehen haben.
Mit dem, was sie sehen, kommen sie hier nicht weiter.
Mit dem, was sie glauben schon.
So endet hier mein Versuch, das Osterevangelium aus der Sicht eines Kriminalfalles zu betrachten. Es bleibt ein „cold case“ für den, der von außen sich diesem Ereignis annähert. Nicht aber für die Person, die mit dem Herzen sieht. So schildert es denn Johannes: „Der Jünger, den Jesus liebte, sah und glaubte.“ Was dieser aber glaubte, lässt uns der Evangelist nicht wissen. Bei ihm kommt der Glaube vor dem Begreifen und Verstehen. Was könnte wohl Johannes damit gemeint haben? Was meinen Sie?
Es ist jener Glaube, den ich nicht in Worte fassen kann, den ich nicht mitteilen kann, den ich aber in mir verspüre oder zumindest vermute. Eine Art innere Gewissheit. Ein Vertrauen, dass das, was geschehen war, nicht sinnlos ist. Und dass es nicht bei dieser großen Traurigkeit bleibt. Im Gegenteil.
Einen solchen Glauben kennen viele Menschen aus ihren persönlichen Erfahrungen. Vielleicht auch Sie selbst. Oder Sie kennen jemanden, der Ihnen davon erzählt hat. Vom Gefühl des Getragenseins, wenn es einem den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Von der Gewissheit: Es wird wieder gut werden.
Die Jünger kehren nach Hause zurück. Maria von Magdala bleibt. Sie harrt aus an diesem Ort, wo weiter der Verstand zu verstehen versucht und das Herz voll Trauer schreit. Und wird dann – wenn wir im Johannesevangelium weiterlesen - mit einer wunderbaren Begegnung mit dem Auferstandenen beschenkt. Sie soll die erste Augenzeugin sein, dass Jesus von den Toten wahrhaft auferstanden ist!
Durch sie wird aus dem „cold case“ doch noch ein gelöster Fall! Für sie, für alle Jünger, denen der Auferstandene erschienen ist und für alle heute, die mit dem Herzen glauben!
Am Ende eines jeden Krimis ist der Täter gefunden, der Fall gelöst. Bei unserem „Krimi heute“ ist der Täter Gott selbst. Seine Tat nimmt niemandem das Leben. Im Gegenteil: Sie schenkt Leben.
Ich wünsche Ihnen und mir den Glauben des Johannes aus dem heutigen Evangelium und auch den Glauben der Maria von Magdala. Wie die erste Apostelin werden auch wir in dieser Eucharistie/Wortgottesfeier mit Kommunion und immer wieder, wenn wir es nicht vermuten, mit einer wunderbaren Begegnung mit dem leibhaft Auferstandenen beschenkt!
Möge Jesus Christus selbst es geben, dass unsere Feier von Ostern uns nicht kalt lässt, sondern unser Singen und Beten und unsere Gemeinschaft hier unsere Herzen berühren und unseren Glauben stärken. Denn er ist auferstanden, wahrhaft auferstanden. Halleluja!
Die Auferstehungsberichte der Evangelien sind keine Berichte im heutigen Verständnis. Trotzdem stecken in ihnen ganz wichtige Hinweise, wie Menschen damals zum Glauben an die Auferstehung Jesu gekommen sind und wie wir heute Zugang zum Auferstehungsglauben finden können.
Die weithin bekannte "Schauspielerlegende" Otto Schenk hält in diversen Interviews mit seiner Meinung nicht zurück, dass er nicht an ein Leben nach dem Tod oder an eine Auferstehung glaube. Andere Prominente wie etwa Harald Schmidt hingegen überraschten mit einem freimütigen Bekenntnis "Ich glaube definitiv an die Auferstehung".
Beide Promis sind damit in guter biblischer Gesellschaft. Der Evangelist Johannes stellt uns gleich vier Personen aus dem unmittelbaren Freundeskreis Jesu vor und beschreibt, wie es ihnen erging, als sie entdeckten, dass das Grab Jesu leer ist. Alle vier kamen erst nach und nach zur Überzeugung, Jesus ist auferstanden. Jede und jeder von ihnen ging mit dem Erlebten anders um.
Die erste, die nach dem Johannesevangelium mit dem leeren Grab konfrontiert wurde, war Maria von Magdala. Bei den anderen drei Evangelisten war sie eine von mehreren Frauen. Maria hatte offenbar eine tiefe emotionale Beziehung zu Jesus und weinte um ihn auch noch mehrere Tage nach seinem schrecklichen Tod. Erst die Begegnung mit dem vermeintlichen Gärtner befreite sie von ihrer Trauer, und sie erkannte den Auferstandenen nicht an seinem Aussehen sondern an seiner Stimme, als er sie bei ihrem Namen ansprach. In einer spontanen Reaktion wollte sie den Auferstandenen festhalten. Der Überlieferung nach war sie die erste, die den Glauben an die Auferstehung bezeugte.
Nun erst kommen die Männer ins Spiel. Der Apostel, den der Evangelist nicht namentlich sondern nur mit der Beifügung als "Jünger, den Jesus liebte" vorstellt, war einer der beiden, die zum Grab eilten, um zu sehen, was Fakt ist. Auch ihm wird eine tiefe emotionale Beziehung zu Jesus zugeschrieben. Er lässt zwar dem Petrus den Vortritt, als er jedoch die Leinenbinden und das Schweißtuch sah, war für ihn klar, Jesus ist auferstanden. Mit "Er sah und glaubte", beschreibt der Evangelist seinen Weg zum Auferstungsglauben.
Petrus hingegen – er wird im Johannesevangelium eher als der nüchterne Realist, der Jesus verbunden ihm aber emotional nicht so nahe war - bleibt abwartend. Offenbar konnte er sich auch noch andere Erklärungen für die vorliegenden Fakten vorstellen. Erst als Jesus ihm und den anderen Jüngern am selben Tag noch erscheint, stand auch für ihn fest: Er ist auferstanden.
Vom vierten Jünger, von Thomas, werden wir am nächsten Sonntag mehr hören. Er blieb misstrauisch, bis Jesus leibhaftig vor ihm stand und ihn aufforderte, seine Finger in seine Wunden zu legen…
Was können diese Berichte von der Auferstehung Jesu für uns heute bedeuten? – Es ist nicht selbstverständlich, an die Auferstehung Jesu und an eine "Auferstehung des Fleisches" zu glauben, wie wir es im Glaubensbekenntnis zum Ausdruck bringen.
Alle uns vorgestellten Personen haben eine Beziehungsgeschichte mit Jesus. Aus einer emotionslosen Distanz kommt man nicht weiter als bis zu einer Sammlung der berichteten Fakten. Ein zweites Moment: Die genannten Jüngerinnen und Jünger sind dem Auferstandenen persönlich begegnet. In allen Begegnungen haben sie den auferstandenen Jesus nicht sofort erkannt. Auch hier mussten sie erst einen inneren Weg zurücklegen, bis sie begriffen haben: Es ist der Herr!
Der Apostel Paulus war zunächst kein Jünger Jesu. Er hat die Anhänger Jesu verfolgt, bis er Jesus auf dem Weg nach Damaskus in einem Ereignis begegnet ist, das ihn zutiefst erschüttert hat.
Wir leben beinahe zweitausend Jahre nach all diesen Ereignissen. Wie kann man da noch zum Glauben an die Auferstehung kommen?
Am wichtigsten sind für mich die vielen Bezeugungen von Menschen, die berichten, dass sie dem Auferstandenen begegnet sind. Viele von ihnen haben die Überzeugung, dass es Jesus war, sogar mit dem Leben bezahlt.
Ebenso wichtig sind die zwar spärlichen Fakten, die jedoch auch einer kritischen Betrachtung aus heutiger Perspektive standhalten.
Das heute gehörte Evangelium weist noch auf ein Drittes hin, das für die Annahme des Auferstehungsglaubens wichtig ist: Eine persönliche Beziehung zu ebendiesem Jesus.
Man kann Jesus auch heute noch auf vielfache Weise begegnen: In der Bewunderung seines Lebensweges, seiner konsequent durchgehaltenen Treue zu seiner persönlichen Berufung, seines Engagements für Gerechtigkeit, seines Einsatzes für die Armen, in der Erkenntnis von Wahrheiten, die er in seinen Predigten darlegten.
Viele Menschen begegnen Jesus nach einem ersten Kennenlernen im Religionsunterricht erst wieder, wenn sie früher oder später an die Grenzen ihres Lebens stoßen; wenn sie etwa am Verlust eines geliebten Menschen zu leiden haben oder am Verlust der Gesundheit und Vitalität oder auch an den bedrängenden Zuständen der Welt zu leiden beginnen. In diesen Momenten begegnen manche erneut der Biografie Jesu und beginnen, sich neu mit ihm zu beschäftigen. Jeder Mensch – damals wie heute – muss seinen eigenen Weg zum Glauben an die Auferstehung gehen und ihm begegnen.
Noch ein letztes: Der Glaube an die Auferstehung kann Trost und Hoffnung geben und uns das Leben in einem neuen Licht erscheinen lassen. Er beantwortet jedoch nicht alle Fragen. So bleiben die Fragen nach dem "Wie ist das möglich?" und "Wie wird das Leben nach dem Tod konkret aussehen?" unbeantwortet. Es bleibt ein Rest an Geheimnis, das unser Leben spannend macht bis an sein vorläufiges Ende.
Die Schriftstellerin und Dichterin Maria Luise Kaschnitz bringt dieses Dilemma in einem ihrer Texte eindrucksvoll zur Sprache:
Nicht mutig
Die Mutigen wissen
Dass sie nicht auferstehen
Dass kein Fleisch um sie wächst
Am jüngsten Morgen
Dass sie nichts mehr erinnern
Niemandem wieder begegnen
Dass nichts ihrer wartet
Keine Seligkeit
Keine Folter
Ich
Bin nicht mutig.
Von der Auferstehung Jesu wissen wir nur durch Zeugnisse von Menschen, die mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben, wie z.B. Petrus. Dabei geht es nicht allein um das Ereignis der Auferstehung, sondern um alles, was sie mit ihm erlebt, gehört und gesehen haben. Es erscheint in einem neuen Licht und verändert unser aller Leben.
Wissen Sie, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, in Galiläa angefangen? Wenn Sie jetzt, ein wenig versteckt, die Achseln zucken, hätten Sie die erste Lesung – überhört. Entschuldigung! Petrus predigt natürlich ganz anders als ich. Er ist nicht nur näher dran – er ist Augenzeuge! Und Betroffener ist er auch! Dass er Jesus schnöde verleugnet hat, während er sich hinter dem Gericht an einem Feuer wärmte, erzählt er gerade nicht – aber wir wissen es.
Jetzt hält Petrus eine Predigt. Er hält sie auch uns:
„Wir sind Zeugen
für alles, was er – Jesus - im Land der Juden und in Jerusalem getan hat.
Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt
und hat ihn erscheinen lassen,
zwar nicht dem ganzen Volk,
wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen:
uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten
gegessen und getrunken haben.“
Wir sind Zeugen! Tatsächlich ist es so. Die Botschaft von Ostern, dass Jesus von den Toten auferweckt wurde, ist eine Botschaft, die von einem zum anderen läuft. Ein Lauffeuer. Richtig spannend ist, wie sich auf dem Weg zu den Ohren die Botschaft immer wieder verändert, ohne ihren Kern zu verlieren. Jeder Mensch hat doch seine Gedanken, seine Worte, seine Bilder. Jeder Mensch hat Wunden, Hoffnungen und Träume. Zum Auswendiglernen eignet sich die Osterbotschaft nicht. Sie lebt von Begegnungen. Von Annäherungen. Von Vertrauen.
Was mit einem Gerücht angefangen hat, irgendwo, erobert die Welt. Wissen Sie, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, in Galiläa angefangen?
Was sich wie eine Osterpredigt anhört, ist in Wirklichkeit eine kleine Rede in einem gar nicht so kleinen Kreis. Petrus wurde, so erzählt es die Geschichte, von einem Engel in das Haus eines Hauptmanns gelotst. Der Mann heißt Cornelius – ein Römer. Judenfreundlich und gottesfürchtig. So wird er beschrieben. Nur: Er ist und bleibt ein Fremder. Er gehört nicht zum Volk Gottes. Genau genommen ist er sogar ein Feind. Stationiert in Cäsarea, ist er nicht einmal im Herzen Israels.
Eigentlich darf Petrus das Haus dieses Menschen nicht einmal betreten. Er – der fromme Jude! Es gibt Schwellen, die unüberwindlich sind! Aber es ist etwas geschehen! Als Traum wird es beschrieben, vielleicht muss es auch ein Traum sein: Petrus wird förmlich darauf gestoßen, dass alle menschlichen Regeln, Religion eingeschlossen, bei Gott nicht gelten und auch nicht von ihm kommen. Allen menschlichen Beteuerungen zum Trotz!
Hören wir doch einmal, was Petrus auch gesagt hat:
„Nun erfahre ich in Wahrheit,
dass Gott die Person nicht ansieht;
sondern in jedem Volk,
wer ihn fürchtet und Recht tut,
der ist ihm angenehm.
Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt
und Frieden verkündigt durch Jesus Christus,
welcher ist Herr über alles.
Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist,
angefangen von Galiläa…“
Ostern feiern wir, dass dem Tod das letzte Wort genommen wird - der es ohnehin auch nur an sich gerissen hat. Aber wenn wir das feiern, feiern wir Gottes Liebe, die keine Grenzen kennt. Gott stellt sich auf die Seite der Verlorenen, der Verfluchten, der Ausgegrenzten. Auferstehung: das ist Gottes Aufstand gegen Hoffnungslosigkeit, Hass und Angst.
Wissen Sie jetzt, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, in Galiläa angefangen?
Wissen Sie? Wissen Sie schon? Die Stimme wird ganz leise. Köpfe werden zusammengesteckt. Fast schon ein wenig verschwörerisch. Tratsch? Edel ist das zwar nicht, ist aber auch in höchsten Kreisen salonfähig. Was sagen denn die Leute, die Petrus in das Haus des Cornelius treten sehen? Werden sie sich das Maul zerreißen? Oder: Eignet sich die Osterbotschaft für - Klatsch? Zwischen Tür und Angel könnte sich eine neue Welt auftun! Doch - was wissen die, die die Köpfe zusammenstecken, vom Geheimnis der Liebe?
Manchmal aber liegt ein Glück in der Frage. Weißt du schon – ich habe mich verliebt. Weißt du schon – unser Baby kommt endlich aus der Klinik. Weißt du schon – ich bin wieder richtig gesund. Weißt du schon – ich habe eine neue Arbeit gefunden. Weißt du schon…
Woher soll ein Mensch überhaupt etwas wissen, wenn es nicht erzählt wird? Glücklich sind Menschen, wenn sie – „Wissen Sie schon?“ - dazu einladen, sich mitzufreuen. Ein Vertrauensbeweis ist es auch. Die Osterbotschaft ist DIE Neuigkeit, die geteilt, die mitgeteilt, die gefeiert wird. Mit einfachen Worten. Man schaut sich an. Die Augen leuchten.
Petrus fasst die ganze Geschichte in wenigen Sätzen zusammen:
Jesus von Nazaret wurde von Gott gesalbt
mit dem Heiligen Geist und mit Kraft.
So zog er umher, tat Gutes und heilte alle,
die in der Gewalt des Teufels waren.
Gott war mit ihm!
Dass alle geheilt werden, die in der Gewalt des Teufels sind, das ist Ostern. Sogar Ostern vor Ostern! Das ist Auferstehung!
Mit dem Teufel haben wir es nicht so. Aber was er anrichtet, immer noch anrichtet, servieren uns kluge Menschen zur besten Sendezeit. Ohne ihn zu kennen. Wir sehen Menschen in der Gewalt böser Gedanken, in Teufelskreisläufen, im Reigen böser Taten. Die Leichen in den Kellern stehen auf. Alte Geschichten reimen sich mit unheilvollen Verschwörungen zusammen. Die Angst geht um.
Wissen Sie, was bei uns geschehen muss, in Galiläa angefangen?
Wissen Sie, was wir machen können, bei uns angefangen?
Dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, ist die Neuigkeit, die nicht alt wird. Sie lädt zur Mitfreude ein. Immer wieder. Der Kalender räumt Ostern zwar eine eigene Zeit ein, aber immer, wenn Menschen Hoffnungen verlieren, wenn Leben bedroht wird, wenn Gewalt und Hass sich wie die Pest ausbreiten – dann dürfen wir, einer für den anderen, fragen: Wissen Sie schon?
Wenn Menschen aus ihrem Leben erzählen, von den Schwierigkeiten, den Alltag zu bestehen, von Konflikten, die nicht lösbar scheinen – dann muss es einen Menschen geben, der „Wissen Sie schon“ fragt.
Wenn Menschen plötzlich mit dem Tod konfrontiert werden, wenn Nachlässe zu ordnen sind, wenn ein ersehntes Gespräch nicht mehr geführt werden kann – dann braucht man einen Menschen, der mit einem bescheidenen „Wissen Sie schon“ Geborgenheit schenkt. Und Anteilnahme.
Im Evangelium lesen wir, dass auch Simon Petrus, gehetzt, ganz außer Atem, in das Grab Jesu tritt. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte.
Alles ein wenig durcheinander. Heute ist alles anders. Der Tod muss selbst sein eigenes Grab räumen.
Wissen Sie jetzt, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, in Galiläa angefangen?
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Mit der Auferstehung Jesu haben wir wieder Grund zu lachen trotz der nicht rosigen Weltlage.
Heute ist Jesus von den Toten auferstanden. Ist es da nicht auch an uns, aufzustehen und auf andere zuzugehen?
Maria von Magdala stand beim Grab Jesu und weinte bitterlich. Als alles verloren schien, holten sie die Worte „Warum weinst du? Wen suchst du?“ (Joh 20,13;15) aus ihrer Trauer. Sobald sie sich umwandte, gewann sie eine neue Perspektive: Ihr Blick fiel auf Jesus (Joh 20,14). Sie trocknete ihre Tränen und ging zurück ins Leben. Wer von einem lieben Menschen Abschied nehmen musste, kennt das: die Trauerbewältigung, ein Loslassen, gerade so wie Jesus gesagt hat: „Halte mich nicht fest“ (20,17), und das Zurückfinden in die Lebensspur.
Als Maria Magdalena die Jünger von der Auferstehung Jesu informierte, rief sie ihnen voll Freude zu: „Ich habe den Herrn gesehen!“ (Joh 20,18; in Erfüllung von Joh 16,16). Haben wir ihn nicht auch gesehen? Begegnet Jesus uns nicht immer wieder im Schriftwort, in Brot und Wein sowie in den Menschen um uns hier und heute? Unsere Gemeinschaft stützt einander, doch auch sie ist nicht vor Missverständnissen gefeit – dafür „menschelt“ sie zu sehr. Konkurrenzdenken und Rivalität hat es immer schon gegeben. Sie zeigen sich im Wettlauf der Jünger zum Grab (Joh 20,3–4).
Spätestens im Angesicht des Todes erkennen wir Menschen, was wirklich wichtig und richtig ist. Eine wichtige Erkenntnis thematisiert das Osterevangelium: Das leer Grab verweist nicht auf einen Toten, den man „weggenommen hat“ (Joh 20,2), sondern auf einen Lebenden (Lk 24,5).
Unsere Weltlage ist alles andere als rosig: Erdbeben, Krieg, Teuerung, Klimawandel, Krankheit und Leid bürden vielen von uns ein Kreuz auf. Eine Last ist besser bewältigbar, wenn wir sie gemeinsam stemmen. Ein schwerer Weg ist leichter zurückzulegen, wenn wir ihn miteinander gehen. Auf dem Weg nach Emmaus, einem Dorf 60 Stadien entfernt von Jerusalem (also etwa 11 km), schütteten zwei Jünger, deren Namen wir nicht kennen, einem Unbekannten, der unterwegs zu ihnen stieß, ihr Herz aus. Sie erzählten von all dem, was sie in der ersten Karwoche erlebt hatten. In gewisser Weise warfen sie ihre Sorgen auf ihn (1 Petr 5,7). Wie gut tut es, sich auszutauschen, wenn man an etwas zu „kiefeln“ hat. „Bleib‘ bei uns!“, drängten die Emmausjünger den Auferstandenen (Lk 24,29). Wir alle gehen unseren Lebensweg mit Gott, der uns in vielfältiger Weise begegnet. Wir erfahren die Gemeinschaft mit Jesus im Abendmahl wie die Emmausjünger (Lk 24,30–31).
Wir begegnen ihm in unseren Mitmenschen und wohl auch im Osterlachen, welches den Sieg des Lebens über den Tod feiert, die Gewissheit, dass das Leben stärker ist als der Tod und dass es am Ende gut sein wird, denn wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
Predigtimpuls zum Ostergottesdienst des BG-Berndorf 2023.
Als nach dem 2. Weltkrieg das ganze Ausmaß des Völkermordes an den Juden durch die deutschen und österreichischen Nazis ans Licht kam, fragten sich viele, ob man jetzt noch an einen guten Gott glauben könne, angesichts dessen, was Menschen Menschen antun können. Und dann kehrt ein Überlebender, Adolek Kohn 63 Jahre nach seiner Befreiung zurück nach Ausschwitz, um dort mit seiner Tochter und seinen Enkelkindern zu tanzen. Und er lacht dabei und er träg ein T-Shirt mit der Aufschrift „Survivor“ und posiert damit vor einem Verbrennungsofen die Hand zum Siegeszeichen erhoben. Gibt es ein besseres Bild dafür, was christlichen Osterglaube ausmacht? An Ostern zu glauben, meint ja nicht den Tod zu leugnen. Heißt ja nicht, Schmerz und Leid und Finsternis zu verdrängen. An Ostern zu glauben meint, es für möglich zu halten, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Ist das aber so, dann ändert es alles. Es zählt was letztendlich ist. Vielleicht wie bei einer Geburt: die kann auch sehr leidvoll und schmerzhaft sein, wenn das Ergebnis dann aber ein gesundes Baby ist und wenn dann noch der Riesenglücksfall eintritt, dass sich dieses Baby zu einem prachtvollen Kind auswächst, wie ihr das geworden seid, sind die Schmerzen des Anfangs zwar nicht vergessen, erscheinen aber in einem anderen Licht.
Als das Tanzvideo von Adolek Kohn veröffentlicht wurde, haben sich viele Menschen aufgeregt, weil sie gemeint haben, an einem Ort, an dem so viele Menschen grausam umgebracht wurden, dürfe man keinen Freudentanz aufführen, da müsse es ernst zugehen. Aber bei Jane Korman gingen auch hunderte E-Mails ein, deren Absender sich bei ihm bedankten. Vor allem Kinder von Überlebenden, die im Schatten des Holocaust aufgewachsen waren, fühlten nun, so schrieb es einer, "mehr Freude als Trauer". Der Film sei "eine Liebeserklärung an das Leben nach dem Tode".
Das Leben ist nicht nur Kindergeburtstag und Ponyhof. Das wissen auch viele von Euch aus persönlichen Erfahrungen. Manchmal fühlen wir uns mitten im Leben wie tot. Alles erscheint dunkel und aussichtslos. Und doch: entgegen aller Wahrscheinlichkeit ist das Leben nicht umzubringen.
Vielleicht hilft uns dieses Osterfest die Freude am Leben noch größer zu machen, und vielleicht hilft es allen, denen es nicht so gut geht, Hoffnung auf ein strahlendes Leben jenseits aller Probleme zu bekommen. Denn es ist unser Glaube, dass es nie endgültig Schluss mit lustig ist.
© Raimund Perkonigg, raimund.perkonigg@quantiverdraht.at
Viele Christen haben Mühe, in diesem Jahr Osterfreude aufkommen zu lassen. Zu viele schreckliche Dinge sind geschehen und geschehen immer noch. Auch historisch gesehen ist den Christen erst nach und nach bewusst geworden, wie sehr wir Grund haben, ein österliches Halleluja anzustimmen.
Die letzten zwei Osterfeste sangen wir das Osterhalleluja pandemiegedämpft. In diesem Jahr bleibt es uns angesichts des Krieges in der Ukraine im Hals stecken. Nachdem ein rasches Ende des russischen Feldzuges nicht eingetreten ist, beginnen bei uns viele Menschen abzustumpfen. Wer kann die Bilder von Gräueltaten und von Menschen in Angst auf Dauer ertragen? Dieses Abstumpfen sollte uns über diesen Krieg hinaus zu denken geben. Viele Auseinandersetzungen und Katastrophen rund um die Welt nehmen wir gar nicht mehr wahr. Über sie wird nur mehr spärlich berichtet.
Ist in dieser Situation ein österliches Halleluja noch angebracht? Ist noch etwas übriggeblieben, das uns einen Hallelujaruf herauslockt? Was gibt uns Anlass, trotzdem zu feiern?
Wenn wir die biblischen Ostererzählungen lesen, müssen wir uns bewusst sein, dass wir sie heute aus dem Blickwinkel einer zweitausendjährigen Geschichte lesen. Die Freunde Jesu waren damals zunächst schockstarr. Zuerst sein gewaltsamer Tod, von dem alle gehofft hatten, dass es nicht zu dieser Eskalation kommen werde. Gläubigfromme Anhänger konnten sich gar nicht vorstellen, dass ein Messias leiden kann oder gar muss. Und dann noch das Verschwinden seines Leichnams. Wer kommt unter diesen Umständen auf die Idee, es könnte sich alles zum Guten gewendet haben?
Die Frauen, die das leere Grab entdeckt haben, die Jünger, die gelaufen sind um nachzusehen, was passiert ist… Da hat bestimmt noch niemand ein Halleluja angestimmt. Erst als man in der Lage war, die vielen Puzzlesteine, die auf eine unverhoffte Wende zum Guten hindeuteten, zusammenzusetzen, begann man zu begreifen und sich entsprechend zu freuen. Bis man die volle Tragweite dieses Ereignisses, durch das sich die gesamte Sicht auf das Leben, die ganze Welt-Anschauung grundlegend verändert hat, vergingen noch Wochen, Monate, Jahre. Erst nach und nach verdichtete sich die Freude über die Auferstehung Jesu zu Osterliedern und zu österlichem Hallelujasingen.
Was gibt uns heute angesichts der reichen Ernte, die der Tod in den letzten Jahren durch die Pandemie und nun durch den Krieg gehalten hat und noch weiter halten wird, Anlass zu österlicher Freude?
Die Auferstehung Jesu lässt uns hoffen: Gott ist nicht tot zu kriegen; auch heute nicht. Gott ergreift Partei für alle, die sich für Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit einsetzen. Am Ende siegt er über Machtgier, Geldgier, Hass und Gewalt.
Die Auferstehung Jesu und sein Weiterleben in den christlichen Gemeinschaften lässt uns hoffen, dass der Geist Jesu und der Geist des Evangeliums sich durchsetzen, auch wenn es ein langer Weg ist, bis er in den Köpfen und Herzen der Menschen ankommt. Hier sind auch wir gefordert: Der Geist Jesu breitet sich nicht durch Waffengewalt, nicht durch "Geld in die Hand nehmen", nicht durch Werbemaßnahmen aus, sondern durch das Hören auf die Frohe Botschaft und durch die eigene Umkehr.
Die Auferstehung Jesu lässt uns hoffen, dass Gott nicht für ewig untergehen lässt, die auf diesem langen Weg unter die Räder gekommen sind und ihr Leben eingebüßt haben. Am Kreuz hat Jesus selbst den Psalm der von Gott Verlassenen angestimmt und gebetet: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen…" Seine Auferweckung ist für uns ein Zeichen der Hoffnung, dass das Leben eines jedes einzelnen in der Hand Gottes liegt, auch wenn wir in Situationen geraten, in denen wir uns von Gott verlassen fühlen.
Das Osterhalleluja wird 2022 wohl viel verhaltener erklingen als in anderen Jahren. Aber gerade in dieser schwierigen Zeit tun wir gut daran uns zu besinnen, was uns hoffen und leben lässt.
Die Pandemie macht uns unseren Lebenshunger neu und tiefer bewusst. Ostern bestätigt uns, dass es das Leben gibt, das stärker ist als der Tod. Ein Leben, das bereits hier und jetzt beginnt und den Tod mitten im Leben überwindet.
„Ich will mein Leben zurück!“ - Oft habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten diesen Satz gehört. Diese Worte geben das Gefühl der meisten Menschen wider. Wir spüren, was bisher unser Leben bestimmt hat. Wir lernen vieles, was wir früher selbstverständlich genommen haben, wieder von einer anderen Seite zu schätzen. Viele sehnen sich danach, wieder dem Beruf nachgehen zu können. Vor allem sehnen wir uns danach, dass wir unsere Freunde, unsere Verwandten wieder treffen können, sie umarmen zu können. Wir sehnen uns danach, wieder unseren Hobbys nachgehen zu können. Wir spüren alle sehr deutlich, was Leben ist und was für uns dazugehört.
Mir kommt bei diesen Gedanken ein schwedisches Märchen in den Sinn. Erzählt wird von einer Rose und den Tieren des Waldes, die alle sagen, was aus ihren Erfahrungen und aus ihrer Sicht „Leben“ ist. Die Rose sagt: „Das Leben ist eine Entwicklung.“ Der Schmetterling sagt: „Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein.“ Für die Ameise ist das Leben „nichts als Mühe und Arbeit“. Hingegen ist für die Biene das Leben „ein Wechsel aus Arbeit und Vergnügen“. Der Maulwurf sieht das Leben als einen „Kampf im Dunkel“ an. In der Geschichte begegnet uns auch ein junger Mann. "Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine Kette von Enttäuschungen.“ Die Rose und die Tiere haben aus ihrer jeweils begrenzten Lebenssicht heraus geantwortet. Der junge Mann antwortete aus seiner Sehnsucht heraus. Spaß haben, das war sein Ziel. Doch mit Ostern sind wir österliche Menschen geworden. Unser Blick hat sich geweitet auf Gott, auf das Leben in Fülle in ewiger Freude hin. Jeder von uns könnte seine eigene Sicht davon geben, was Leben ist. Seine Sicht ist bestimmt von den letzten Monaten. Vielleicht ist diese Sicht in dieser Zeit tiefer geworden.
Was vor allem die Morgenröte sagt, das hat viel mit Ostern zu tun. "Wie ich, die Morgenröte, der Beginn des kommenden Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit." Das ist die Botschaft von Ostern. In der Morgenröte, am Beginn des dritten Tages, machen sich Menschen auf, um zum Grab zu gehen. Frauen wollten Jesus einen letzten Dienst erweisen. Als bekannt wird, dass Jesus nicht mehr im Grab liegt, machen sich zwei Jünger auf den Weg. Die Menschen, die mit Jesus zu tun hatten, dürfen erfahren: Jesus lebt. Jesus wird ihnen ganz persönlich begegnen. Langsam dürfen alle lernen, dass der Tod nicht das Ende Jesu ist. Etwas Neues beginnt. Petrus predigt den Menschen in der Apostelgeschichte. Das Leben Jesu war der Beginn eines neuen und ewigen Lebens. In Jesus, in allem, was er getan und gepredigt hat, war schon der Beginn des Reiches Gottes sichtbar.
Zu Ostern feiern wir, dass Jesus zum ewigen Leben, zum Leben bei Gott auferstanden ist. Doch wir feiern noch mehr, dass auch wir auferstehen werden, dass auch wir zu einem Leben in die Nähe Gottes berufen sind. Wenn wir auf Gott vertrauen, auf ihn bauen, dann kann das ewige Leben schon jetzt und hier beginnen. Dieser Glaube kann uns Kraft geben für alles Schwere, das wir erleben, für alles Leid das auf uns zukommt. Am Karfreitag haben wir auf das Kreuz geschaut. Wir haben die vielen Kreuze angeschaut, die wir und unsere Mitmenschen tragen. Doch heute dürfen wir nach vorne blicken. Das Leben siegt, die Liebe siegt. Das ist Ostern.
Ein Lied, das mir sonst recht ans Herz gewachsen ist, beginnt mit den Worten „Mitten wir im Leben sind, mit dem Tod umfangen!“ Ich möchte es umdichten: „Mitten in unseren Toden, in unseren Schmerzen, in allem Kummer, sind wir mit Leben umfangen.“
Gott ist ein Gott des ewigen Lebens. Paulus beschreibt den Glauben an die Auferstehung mit dem Bild vom Sauerteig. unser Glaube wirkt wie ein neuer Sauerteig. Der Glaube erneuert unsere Art und Weise, miteinander zu leben.
Darum setzen wir uns in dieser irdischen Zeit ein für das Leben. Wir stehen auf, wo das Leben bedroht ist. Wo wir auftreten für bessere Lebensbedingungen oder bessere Arbeitsbedingungen, da dienen wir dem Leben. Jedes Wort, das einen Mitmenschen aufrichtet, schenkt Leben. Wo ich mich nach einem Streit versöhne, dort schenke ich neues Leben. Dort zeige ich, dass in diesem Leben schon etwas von dem sichtbar wird, was uns einmal versprochen wird.
Unser Glaube kann ausstrahlen in die Gesellschaft. Wir wollen unser Leben zurück! Doch Ostern verspricht uns noch mehr: Ewiges Leben, das jeden Tod besiegt, Leben in Fülle, denn: Leben ist stärker als der Tod.
In den Ostererzählungen begegnen uns Menschen, die aus ihren gewohnten und geplanten Lebensbahnen herausgerissen werden. So beginnt für sie Neues. Ostern ist der Aufstand Gottes gegen das, was unabänderlich scheint, wie der Tod unabänderlich ist. Die Auferstehung Jesu verrückt die Maßstäbe und Umstände des Lebens.
Burma - Syrien - Libanon - so viele andere Ort der Welt: Ungerechtigkeit und Willkür bestimmen das Leben und Leiden der Menschen. Viele sind nicht mehr bereit, das einfach so hinzunehmen. Sie erheben sich, wenden sich gegen die herrschenden Zustände. Oftmals mit schlimmsten Folgen. Aber was bleibt den Menschen, wenn von all dem, was gutes Lebens ermöglicht, nichts mehr ist und bleibt. Zurecht sehen wir diese Aufstände mit all ihrer Gewalt kritisch, aber aus dem bequemen Fernsehsessel heraus lässt sich irgendwie auch gut reden.
Auch in der Kirche schreiten immer wieder Menschen ein gegen Prozesse, die ihnen bar jeder Vernunft und Logik erscheinen. Sie fordern Verantwortliche heraus und fordern auf zu transparentem und ehrlichem Reden und Handeln. Und sie machen damit deutlich: Die Zeit, in der Getaufte einfach wortlos schlucken, was kirchliche Autoritäten vermitteln, geht mehr und mehr dem Ende entgegen. Selbst kirchliche Autoritäten stellen sich mittlerweile in ein kritisches Verhältnis zu dem, was die Kirche als Ganze oftmals kritiklos vermittelt, und ermutigen so auch andere zu christlicher Mündigkeit.
Als ich von all diesen Ereignissen in der Zeit und schließlich kurz vor den Osterfeierlichkeiten gelesen habe, kam mir ein Text des Neuen Geistlichen Liedguts aus dem Jahr 1980 in den Sinn. Darin heißt es:
Lieder für den Aufbruch singen,
wo die Wand sich in Schweigen hüllt.
Alte Grenzen überspringen,
wo ein Traum nicht den Hunger stillt.
Das tönt nach Revolution. Irgendwie. Nur: Dieses Lied ist kein Revolutionslied - ganz und gar nicht - dieses Lied singt von: Ostern. Ostern als Aufstand? In der ersten Zeile des zitierten Liedes heißt es: Aufstand gegen Sterben üben, wenn das Leben in Ohnmacht fällt.
Ja, in seiner Auferstehung führt Jesus selbst den Aufstand an gegen Tod als das Ende alles Lebendigen. Und er lässt uns wissen: Gott ist Herr über Leben und Tod - nichts und niemand sonst. Und alle, die ihm folgen, sind in diesen Aufstand gegen den Tod mit hineingenommen: Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, so schreibt Paulus an die Gemeinde in Kolossä, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Eine Ungeheuerlichkeit, die nicht nur alles Logische überrumpelt, sondern genauso auch alle Erfahrungen der Menschen bis zu dieser Auferstehung Jesu. Und anders als bei so manchem Aufstand der Menschen profitieren hier nicht einige oder sogar nur wenige, sondern alle.
So ein bisschen Aufstand war da übrigens auch schon ganz gut sichtbar und spürbar am leeren Grab. Haben Sie’s herausgehört? - Da war die Erzählung von den zwei Ältesten der Jüngergemeinde, von Simon Petrus und dem anderen Jünger, die auf die erschreckte Nachricht der Maria Magdalena zum Grab laufen, schauen, aber nicht weiter viel erkennen. Der Schrifttext sagt am Ende über den Jüngeren der beiden: "Er sah und glaubte." Maria, die zunächst gleichsam den Notruf gewählt hatte und die dann aber ein Urteil über die Situation nicht den beiden Freunden überlassen wollte, nähert sich der Situation eingehender an. Zunächst gibt sie sich ihrer Trauer hin. Wir hörten: Sie weinte. Dann begibt sie sich in die Situation hinein, begegnet den zwei Engeln und mit deren Hilfe sogar Jesus, dem Auferstandenen, selbst. Weil sie ausharrt in ihrem Glauben, in ihren Überzeugungen und in ihrer Hoffnung und dranbleibt und sich von den Ältesten der Jüngerschar nichts sagen lässt, wird sie die erste, die den Auferstandenen erlebt, und damit zur ersten Zeugin der Auferstehung. Maria, eine Frau, die sich durchsetzt. - Ja, die Zuwendung Gottes im Auferstehungsgeschehen muss auch für unser menschliches Zusammenleben in allen Bereichen Konsequenzen haben, muss nachhaltig sein, schon was Revolutionäres bedeuten.
Im Ereignis der Auferstehung seines Sohnes verrückt Gott die Maßstäbe und Umstände des Lebens. Die ganze Verkündigung dieser Ostertage macht uns deutlich: Gott bringt die Menschen an ihre Grenzen und manchmal auch ein Stückchen darüber hinaus. Für uns Menschen ist daher dieses Heilshandeln Gottes zugleich ein Geschenk wie auch eine Herausforderung. Gott bietet uns in der Auferstehung Jesu die Erneuerung seines Bundes in einer qualitativ einzigartigen Weise an. Leben sollen wir haben über den Tod hinaus. Gleichzeitig wird überdeutlich klar: Wenn der Mensch dachte, er könne sich selbst mit hausgemachten Aufständen gänzlich aus den Ketten dieser Welt befreien und erlösen, muss er im Licht des Ostermorgens merken, welch ein Irrtum hier herrscht.
Wenn Gott neue Maßstäbe für das Leben setzt, kann uns das nicht unbeeindruckt lassen. Wir sollen diese Welt in einem anderen Licht sehen - eben im Licht der Auferstehung. Wir können uns nicht selbst erlösen, aber wir müssen auch nicht - Gott tut das schon. Ostern stört daher auch gleichwie Aufständische gesellschaftliche Routinen stören. Aber Ostern macht eben auch deutlich: Unser Leben kann ganz anders gedacht, erlebt und erfahren werden, als es in unseren Vorstellungen passiert. Bei allen Sicherheiten, an die wir glauben, gibt es eben auch das Unberechenbare, das Unmögliche, das in den Händen Gottes liegt. Wir dürfen loslassen, woran wir uns stets ängstlich klammern, weil wir uns eh ja nicht selber halten können.
In der Verkündigung an diesem Osterfest hören wir immer wieder von Menschen, die herausgerissen werden aus ihren Lebensbahnen: angefangen in der vergangenen Nacht mit den Menschen des Alten Testamentes, in deren Leben Gott eingegriffen hat, über die Männer am Grab, über Maria, die sich nichts vormachen lässt, bis hin morgen zu den zwei Männern auf dem Weg nach Emmaus, die der Auferstandene vom geplanten Weg abbringt: Sie alle zeigen uns, wie heilbringend und lebensstiftend es sein kann, sich von diesem Gott unseres Lebens verstören zu lassen. Lassen wir uns durch Ostern anrühren, wachrütteln, von gewohnten Wegen und aus alten Routinen abbringen. In diesem Sinne: Frohe Ostern!
Das Johannesevangelium erzählt von einigen Jüngern und Jüngerinnen, wie sie ganz unterschiedlich begreifen lernten, Jesus ist auferstanden. Darin zeigen sich auch feine Wahrnehmungsunterschiede je nach Alter und Geschlecht. Dies zu bedenken lohnt sich in einer Zeit, in der wir spüren, wie sehr Alt und Jung aufeinander angewiesen sind.
Vor einigen Tagen war ich Einkaufen, eine Kleinigkeit nur, obwohl ich das als Älterer derzeit vermeiden sollte. Ich gehöre ja zur "Risikogruppe". Mich reizte zum Schmunzeln, wie mitleidig rücksichtsvoll alle mit mir als älterem Mann umgingen. Dabei habe ich mich bis jetzt nicht wirklich alt und hilfsbedürftig gefühlt. Corona macht's möglich!
Eine erfreulicher Nebenaspekt der Corona-Krise ist die Solidarität der einzelnen Altersgruppen, die nun sichtbar wird. Die junge Generation lässt sich zum verlängerten Zivildienst heranziehen. Viele junge Freiwillige übernehmen ehrenamtliche Dienste anstelle der älteren Generation etwa in der Caritas bei der Betreuung Obdachloser. Junge Soldaten müssen länger dienen oder wieder einrücken, um Engpässe im öffentlichen Dienst zu vermeiden oder abzufedern. Mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit tragen die meisten die Einschränkungen mit, die notwendig geworden sind, dass wir die Krise bewältigen.
Bis jetzt hat man die Generationenfrage höchstens im Zusammenhang mit den Pensionen diskutiert. Auch in der Kirche war die Generationenfrage nicht wirklich ein Thema. Man bedauerte zwar, dass die Jungen immer häufiger den Gottesdiensten fernblieben, dass dies mit der Generationenfrage mehr zu tun haben könnte, wurde kaum artikuliert. Allein schon die Frage "Wie bekommen wir die Jungen wieder in die Kirche?" verrät, wer bestimmt, wie kirchliches Leben auszusehen hat. Dass wir so wenig jüngere Priester haben, scheint zu rechtfertigen, dass die älteren weiterhin den Ton angeben. Die Generationenfrage hat auch theologische Aspekte, die zu bedenken es sich lohnt.
Das Johannesevangelium erzählt uns von der Entdeckung des Leeren Grabes Jesu. Maria von Magdala ist die erste, die in der Morgenfrühe zum Grab kommt. Sie kann es noch nicht einordnen, dass sie das Grab leer vorfindet und verständigt die Apostel. Petrus und Johannes – warum nur die beiden? – eilen zum Grab. Johannes ist jünger und schneller. Petrus ist schon langsamer unterwegs. Johannes lässt ihm den Vortritt. Petrus registriert alles, hält sich jedoch in der Beurteilung zurück. Johannes, so heißt es, "sah und glaubte". Wie Maria zum Glauben an die Auferstehung Jesu gekommen ist, wie sie Jesus persönlich begegnet ist, wird noch in einer eigenen Geschichte erzählt. Alle drei finden auf je andere Weise und unterschiedlich schnell Zugang zum Glauben an die Auferstehung. Offenbar spielt dabei sowohl das Lebensalter wie auch das Mann- oder Frausein eine Rolle.
Wir sind es gewohnt, von der Auferstehung wie von einem Glaubenssatz zu sprechen, den man annehmen oder ablehnen kann. Kann die Antwort nur ja oder nein lauten, wie Journalisten es gerne hätten? Ist es mit dem Glauben an die Auferstehung wirklich so einfach? Der Glaube ist ein persönlicher Entwicklungsweg. Besonders der Glaube an die Auferstehung kann in jeder Lebensphase anders erlebt werden.
Wenn ich auf meine persönliche Entwicklung als Glaubender zurückschaue, wird mir bewusst, dass ich in den einzelnen Lebensphasen unterschiedliche Zugänge zum Glauben an Gott und auch unterschiedliche Sichtweisen des Glaubens an die Auferstehung gefunden habe. Als Jugendlicher erging es mir ähnlich wie Johannes: "Ich sah und glaubte". Da gab es für mich keinen großen Diskussionsbedarf. Im Laufe meines Lebens lernte ich genauer hinzuschauen. Wie viele Menschen begann ich zu fragen: Ist das nicht alles absurd? Wie kann man so etwas glauben? Ich sah mich veranlasst, mich gründlicher mit den biblischen Zeugnissen auseinanderzusetzen; was sie bedeuten und was wir vielleicht in die biblischen Texte hineinlesen. Immer dringender wurde auch das Anliegen, meinen Glauben an die Auferstehung mit einer aufgeklärten wissenschaftlich bestimmten Weltsicht in Einklang bringen zu können. In dieser Hinsicht finde ich mich in einem schon etwas reiferen und kritischeren Petrus wieder, der alles wahrnimmt und abwägt. Ausgelöst durch den Verlust geliebter mir nahestehender Personen habe ich auch das emotionale Ringen der Maria von Magdala durchlitten. Auch wenn ich schon zu den Älteren gehöre, bin ich mir bewusst, dass ich noch nicht am Ende meiner Glaubensentwicklung angekommen bin. Das Leben, das noch vor mir liegt, wird mir auch hinsichtlich des Glaubens noch neu herausfordern.
Hinsichtlich der Generationenfrage in der Kirche geht es nicht nur darum, wie Alt und Jung gut miteinander auskommen. Die Fragen, die sich in diesem Miteinander stellen, reichen viel tiefer: Glauben junge Menschen anders als alte? Haben sie Zugänge, die wir noch nicht hatten oder die wir nicht mehr haben? Gilt dies nicht auch für die Geschlechterfrage? Gehen Frauen an Glaubensfragen anders heran als Männer? Machen sie Glaubenserfahrungen, die für uns Männern schwer verstehbar sind?
Ich wünsche mir eine neue Wertschätzung der Vielfalt der Glaubenserfahrungen, der Vielfalt der Glaubenszugänge und der Vielfalt der Ausdrucksformen des Glaubens. Der Blick auf Maria, Johannes und Petrus bestärken mich darin, dass jeder seinen eigenen Zugang finden muss und dass es uns bereichert, wenn wir miteinander teilen, was uns Gott, an die Auferstehung Jesu und an unsere eigene Auferstehung glauben lässt. Die Coronakrise beschert uns viel Zeit, die wir miteinander verbringen müssen und die mit Inhalt zu füllen gar nicht so einfach ist. Vielleicht ergibt sich die eine oder andere Gelegenheit uns auszutauschen, was uns dieser Jesus bedeutet, was wir an ihm schätzen, was von ihm weiterleben soll und welche Hoffnung für unsere eigene Zukunft wir mit ihm verbinden.
Jesu Tod hätte ein Schlusspunkt hinter sein Leben werden sollen. Es wurde jedoch zum Schlusspunkt hinter den Tod.
Ostern fängt in der Nacht an, bringt einen hellen Morgen hervor und setzt einen dicken Schlusspunkt. Einen Schlusspunkt unter eine Geschichte, die der Tod schreiben wollte, aber unter der Hand verliert. Vor unseren Augen. Frohe Ostern!
Schlusspunkte schließen ab, halten fest, markieren einen Endpunkt. Das können wir heute Morgen sogar in den Lesungen entdecken, natürlich besonders im Evangelium. Aber sind nicht alle Texte, die uns heute Morgen geschenkt werden, Evangelium, Frohe Botschaft, frohmachende Botschaft?
Hören wir noch einmal in die Predigt hinein, die Petrus gehalten hat! Ihr wisst, was geschehen ist? Petrus behauptet das – oder setzt er es voraus? Egal, es ist in aller Munde! Und dann erzählt Petrus, ziemlich einfach und schlicht, die Geschichte Jesu: Er erzählt von seiner Liebe, von seinem Tod, von seiner Auferstehung. Und dann kommt es: „Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.“
Schlusspunkt! Wir erleben Auferstehung, nein, wir stehen von den Toten auf, wenn wir in Jesu Namen die Vergebung der Sünden empfangen. Ein Schlusspunkt unter vielen Geschichten, die wir als Menschen kennen und fürchten. Wenn wir schuldig werden, schuldig gesprochen werden, uns selbst schuldig erklären. Und nicht herausfinden. Der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten – schenkt Vergebung! In seinem Namen dürfen Menschen, hoffnungsfroh und wortgewaltig, die größten und schönsten Zusagen machen. Sogar die Propheten haben davon schon geredet!
Vergebung meint nicht, etwas zu vergessen. Schließlich gehören auch Schuldgeschichten zum Reichtum des Lebens. Aber frei zu werden, befreit zu sein, noch einmal und immer wieder neu leben zu können, das wird in der Vergebung geschenkt. Ein Schlusspunkt, der Wunder wirkt. Es gibt dann eine alte Geschichte und eine neue. Das hat Petrus nicht nur so gesagt! Er hat Jesus verleugnet! Verflucht hat er sich: Ich kenne diesen Menschen nicht! Er hat es förmlich geschrieen. Er hat sich in seinen eigenen Worten verheddert. Das Großmaul war auf einmal sehr klein. Und dann krähte der Hahn!
Und der Hahn kündigte den Morgen an!
Gehen wir einige Schritte weiter! In dem Brief an die kleine christliche Gemeinde in Kolossä schreibt ein Schüler des Apostels Paulus, dass wir mit Christus auferstanden sind. Sind! Nicht werden, nicht könnten, nicht möchten. Sind! Das ist einerseits mutig, fast schon verwegen, wer aber genauer hinsieht, wird an seine Taufe erinnert. Schauen wir darauf, sind wir, auch heute Morgen, in das Leben Jesu hineingenommen und von ihm angenommen. Das ist Ostern! Wir bezeugen die Auferstehung Jesu von Toten – und unser Leben in ihm. In dem Brief heißt es, jetzt gar nicht mehr so überraschend: „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!“
Hier wird dann auch ein Schlusspunkt gesetzt. „Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.“ Das ist die Ansage, die Zusage von Zukunft!
Von Kolossä wissen wir nicht viel. Noch weniger von den Menschen dort. Doch wir kennen uns. Oder auch nicht. Das reicht auch. Was bleibt von uns, könnte ich fragen. Was bleibt von mir? Ein Leben lang kämpfe ich darum, von anderen Menschen – und auch von mir – angenommen zu sein. Manchmal muss ich mich verbiegen, manchmal schweigen, manchmal mit den Wölfen heulen. Manchmal halte ich die Wahrheit nicht aus, manchmal halte ich mich aus allem heraus, manchmal lasse ich einfach alles laufen. Manchmal könnte ich den Dingen auf den Grund gehen, manchmal den Stummen meine Stimme leihen, manchmal den Neunmalklugen ins Wort fallen. Manchmal. Nur manchmal. Wie wird mein Leben einmal beurteilt werden? Wie beurteile ich es selbst? Kann ich bestehen? Auch vor mir? Vor dem Schlusspunkt könnte mir grauen. Aber heute Morgen wird ein anderer Schlusspunkt gesetzt: Wir werden mit Christus in seiner Herrlichkeit offenbar werden! Dieser Schlusspunkt wird gesetzt. Ich kann ihn mir – und anderen Menschen! – nicht nehmen. Und dann krähte der Hahn! Und der Hahn kündigte den Morgen an!
Und wenn wir schon beim Hahn sind und sein Krähen wie eine Verheißung hören, sollten wir geschwind Petrus begleiten. Das Evangelium, so wie es Johannes überliefert, lässt uns einen Menschen sehen, der, sagen wir, kurzatmig ist, nicht so gut bei Kondition, eben auf dem letzten Loch pfeift. Johannes hat da seine eigene Sicht auf die Geschichte, aber was auffällt, ist das enorme Tempo. Hier wird gerannt! Unter uns: Hier riecht man den Schweiß! Hier hecheln Zungen. Der gemächliche Osterspaziergang, den Goethe beschreibt, muss noch ein wenig warten.
Maria von Magdala kommt – es ist noch dunkel! – zum Grab und ist von dem Anblick entsetzt: der Stein ist weg. Weggerollt. Sie bringt jetzt aber, sagen wir, den Stein ins Rollen! Anstatt einen Blick in das Grab zu werfen, rennt sie zu den Jüngern. Und die rennen zum Grab. Genauer: Petrus und Johannes. Es ist, als ob in dieser Geschichte Menschen um ihr Leben rennen. Oder ist es ein Notfall? Neugier? Nein, jetzt muss gerannt werden – um das Leben zu entdecken. Was soll ich sagen? Ein bisschen Hierarchie hat sich der Evangelist nicht verkneifen können – oder ist es auch Liebe? Johannes, flink, ist als Erster beim Grab, lässt aber Petrus den Vortritt, der keuchend in das Grab schleicht. Und was ist zu sehen? Eigentlich nicht viel. Nur eine große Leere – und ein paar Leinenbinden in der Ecke. Diese Geschichte reimt sich nicht von selbst. Außer Puste entdeckt Petrus, dass Jesus dort nicht ist. Das kann man auch nur so entdecken! Wenn Petrus nicht gewusst hätte, dass er dort bestattet worden ist, könnte er an seinem Verstand zweifeln. Freilich, das ist auch eine gelungene Ostererfahrung: Ich kann mich nicht nur auf mich verlassen. Ich muss mich nicht nur auf mich verlassen.
Der Evangelist, der ansonsten nichts tut, der Geschichte Plausibilität zu verleihen, setzt aber einen Schlusspunkt: „Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“
Die Überraschung ist jetzt perfekt. Oder perplex? Dass Jesus von den Toten auferstehen muss, wissen doch auch wir nicht. Nicht wirklich! Wie es weitergeht? Es wird uns gesagt, zugesagt, dass Jesus auferstanden ist – und auferstehen musste. Unsertwillen. Zwischen dem, was wir von uns aus wissen – oder wissen können – und dem, was uns zugesagt wird, können Welten liegen. Darüber stolpern wir ständig. Dass auch die Jünger etwas nicht wissen, ist tröstlicher, als es auf dem ersten Blick erscheinen mag. Obwohl Jesus von seiner Auferstehung gesprochen hat, können auch Petrus und Johannes nichts von ihr wissen. Wir müssten jetzt darüber reden, was „Wissen“ ist. Und was Wissen vom Glauben unterscheidet. Aber dafür reicht die Zeit nicht, die Geduld vielleicht auch nicht.
Es ist ein Schlusspunkt: Wir wissen das Leben nicht, aber es wird uns eröffnet, es wird uns aufgeschlossen.
Jetzt höre ich Petrus, danach. Er hält eine Osterpredigt:
„Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.“
Ostern ist ein Schlusspunkt. Einer? Der Schlusspunkt! Der Tod beklagt sich bitter darüber, dass ein anderer unter seinen Geschichten doch tatsächlich den Schlusspunkt setzt! Hören Sie sein Klagen? - Er sollte sich lieber vom Acker machen!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Maria Magdalena ist die Hauptgestalt eines aktuellen Films. Sie wird als Frau dargestellt, die durch Jesus zu einer befreienden Spiritualität findet. Im Johannesevangelium findet sie am Ostermorgen das leere Grab. Was Ostern bedeutet, muss sie und die Jünger erst nach und nach entdecken: ein neuer Tag, eine neue Schöpfung...
Maria Magdalena schafft es gerade hochmotiviert und überaus hübsch ins Kino – haben Sie den Film schon gesehen? In der fachmännischen Kritik heißt es: „Die junge, unangepasste Frau bricht aus der patriarchalischen Enge ihrer Familie und Dorfgemeinschaft aus (man denkt bei diesen Anfangsszenen unwillkürlich an muslimische Frauen im Nahen Osten heute), schließt sich dem Outsider Jesus an, erfährt bei ihm Achtung ... und findet durch ihn zu einer befreienden Spiritualität und einem Leben tätiger Barmherzigkeit. So ist sie am Ende nicht nur diejenige, die ihm bis in den Tod treu bleibt, sondern sie wird auch die erste Zeugin seines neuen Lebens und Predigerin eines Glaubens an Christus, der den Tod überwindet. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, mit mächtigen Männern zu streiten – ihrem Vater, dem Bruder oder mit Petrus ... Die weibliche Hauptfigur stiftet so eine schöne Sensibilität für den »liberalen« Jesus, und schenkt eine Ahnung dafür, dass ein christlicher Glaube auch heute noch möglich ist.“
(https://www.epd-film.de/filmkritiken/maria-magdalena)
Sie werden, wenn Sie den Film gesehen haben, schon die passenden Worte für ihn finden. Dass Jesus liberal gewesen sein soll, ist eine schöne moderne Sehnsucht. Dass die weibliche Hauptfigur – in einem Film unerlässlich – eine schöne Sensibilität stiftet, wird vielen gefallen. Dass ein christlicher Glaube auch heute noch möglich ist, ist für den Kritiker auch nur eine Ahnung. Was kann ein Film darstellen? Was nicht? Und was sehe ich dann?
Im Evangelium wird uns eine Gewissheit geschenkt. Die Gewissheit, dass Jesus auferstanden ist. Dabei wiegen die letzten Worte schwer: „Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“
Die letzten Worte im Evangelium wiegen deshalb so schwer, weil eigentlich nur erzählt wird, dass das Grab leer ist. Der Stein ist weggerollt. Maria, die frühmorgens am ersten Tag der Woche – „als es noch finster war“ – zum Grab kommt, entdeckt das als Erste. Ist das Ostern? Schon Ostern? Der weggewälzte Stein kann alles heißen, nur nicht automatisch, dass Jesus auferstanden ist. Was muss man eigentlich wissen, um die Auferstehung Jesu glauben zu können?
Wenn wir in der Geschichte bleiben, die der Evangelist Johannes überliefert, überraschen zunächst einmal Verben: laufen und gehen. Alles gerät in Bewegung. An diesem Morgen. Maria rennt zu Petrus und Johannes, hier „der andere Jünger“ genannt. Petrus und Johannes gehen dann hinaus und kommen zum Grab. Nach der laufenden und atemlosen Maria scheinen es die beiden Herren nicht so eilig zu haben. Maria hatte doch auch nur geäußert, dass sie – wer auch immer das sein mochte – Jesus weggenommen haben. Elektrisiert hat das die beiden wohl nicht. Oder doch? Dann nimmt die Geschichte plötzlich Fahrt auf: die beiden Jünger laufen um die Wette. Der „andere Jünger“ ist wohl etwas schneller, lugt auch schon ins Grab, lässt Petrus dann aber den Vortritt. Eine Ehrenbezeugung? Vielleicht. Was die beiden sehen? Nicht viel: Leinentücher. Totentücher. Auffällig nur, dass das Schweißtuch, das den Kopf bedeckte, sorgfältig abgenommen schien und säuberlich zusammengerollt in einer Ecke liegt. Nach Flucht sieht das nicht aus. Auch nicht nach einer Entführung. Und warum hätten die Unbekannten das so machen sollen, wenn sie Jesus weggenommen hätten, wie Maria erst dachte? Nein, es muss etwas passiert sein. Von langer Hand vorbereitet? Manchmal ist es ein Detail, das eine Spur legt. Warum nur ist das Schweißtuch Jesu so liebevoll zusammengerollt, achtsam gehortet? Das Grab ist leer – nur warum? Maria rennt, am Ende laufen auch die beiden Jünger um die Wette – doch ganz am Ende heißt es im Evangelium: „Da gingen die Jünger wieder heim“.
Es ist eine schnelle Geschichte geworden. Die Spannung wird sichtbar, doch auch das ratlose Schweigen. Ließe sich das in einem Film darstellen, ohne peinlich berührt zu sein? Zugegeben: Das Evangelium ist kein Film. Aber was wir darstellen können, sind Menschen, die traumatisiert und verängstigt sind. Schnelle Schnitte sind dann nicht angezeigt. Eher einfühlsame Szenen, die nachzeichnen, wie der Tod in das Leben einbricht. Maria kommt ja zu einem frischen Grab. Gestern erst verschlossen. In einem Garten. Josef von Arimathäa und der Schriftgelehrte Nikodemus haben Jesus gesalbt und in Leinentücher gewickelt. Ein letzter Liebesdienst. Aber das Kreuz, an dem Jesus aufgehängt wurde, steht noch. Maria hat das Bild im Kopf. Es geht ihr auch nicht aus dem Sinn. Auch nicht an diesem Morgen. Sie ist eine Geschlagene, Verwundete, Getroffene.
Viele Menschen sind geschlagen, verwundet und getroffen. Kurz tauchen sie im Fernsehen auf. Wenn wieder einmal von einem Bombenangriff berichtet wird, wenn Bilder von der Flucht gezeigt werden, wenn ein Terroranschlag die Nachrichten okkupiert.
In Frankreich denken viele Menschen an einen Polizisten, Arnaud Beltrame, der sich letzte Woche bei einem Attentat im südfranzösischen Städtchen Trèbes selbst als Geisel im Tausch für das Leben einer Frau anbot. Der islamistische Attentäter ging auf den Tausch ein; kurz darauf erschoss er Beltrame. Der Tod feiert ein Fest – und viele Menschen richten es ihm aus. Die Aktien der Rüstungsunternehmen stehen gut. Daten sind käuflich – und Menschen auch. Nicht nur Waffen, auch Worte, Schlagzeilen, Vorurteile treffen Menschen hart. Viele können sich nicht wehren, viele schweigen. Viele fressen die Wut in sich hinein.
Viele werden zu Schatten ihrer selbst. Ich freue mich immer, wenn sie aufstehen – und ihren Widersachern keine Rache entgegenbringen. Selbstverständlich ist das nicht. Aber ist Bitterkeit, Trostlosigkeit, Angst – selbstverständlich? Es ist schon bemerkenswert, wie die Geschichte von Maria tatsächlich verfilmt wird. Es ist nicht das große Kino. Eher Format Tagesthemen. Eine Reportage. Eine Talkshow. Wenn wir die vielen Bilder nebeneinander stellen, die vielen Gesichter an uns heranlassen, gleicht das jenem Morgen, von dem der Evangelist erzählt: „als es noch dunkel war“.
Als es noch dunkel war... Der Evangelist erzählt die Ostergeschichte als eine Geschichte in der Frühe des ersten Tages. Der erste Tag – das ist der Tag der Schöpfung, nein, nicht der ganzen: der Tag des Lichts, das die Finsternis abtrennt. Jetzt erst ist Dunkel Dunkel, jetzt erst wird Tag Tag, jetzt erst wird Leben Leben. Nach dem ersten Tag kann die Welt Welt sein, Schöpfung Schöpfung, Mensch Mensch. Ostern ist der erste Tag! Wir sehen die Sonne aufgehen. Und das Leben siegt.
In der Frühe sind die zurückgelassenen Leinentücher, das sorgsam und liebevoll zusammengelegte Schweißtuch Indizien, dass Jesus nicht mehr im Reich des Todes zu Hause ist, sondern ihn überwunden hat. In alten Geschichten wird sogar von Jesu Höllenfahrt erzählt. Jesus bringt die Hölle zum Einsturz, durchbricht ihre Dächer und Mauern – und führt alle hinaus, die vom Tod gefangen gehalten werden. Ob sich das in einem Film zeigen lässt? Im Fernsehen? Auf YouTube?
Vielleicht viel einfacher als geahnt: Ich sehe Menschen, die eine Kette bilden. Friedlich. Sie protestieren gegen den laxen Umgang mit Waffen. Ich sehe Menschen, die mutig, vielleicht auch kompromisslos, in Kirchen ein Asyl einrichten. Ich sehe Menschen, die es satt haben, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht und alte Kulturen vor die Hunde geraten. Ich sehe viel... Ich sehe auch über Vieles hinweg. Meistens sehe ich nicht, dass immer, wenn das Dunkel weicht, ein österlicher Tag aufgeht. Vielleicht habe ich die Auferstehung Jesu auch noch nicht verstanden? Könnte doch sein, wo es doch von den Jüngern heißt: „Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“
Petrus, übrigens, wird in seiner Osterpredigt – die wir in der Lesung gehört haben - , sagen: „Gott aber hat ihn – Jesus - am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.“
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
In der heiligen Woche sind wir mit Christus den Weg vom Einzug als Messias, seinem Abschiedsvermächtnis bis zu seinem Tod am Kreuz und bis zum leeren Grab mitgegangen. Seine Auferstehung stärkt unsere Hoffnung und gibt uns Kraft, eine Kultur des Lebens zu pflegen.
Der Evangelist Johannes möchte uns mit seinem Osterbericht zur Besinnung einladen, um unseren Glauben und unser Vertrauen in Christus neu zu überdenken. Er geht davon aus, dass wir bereits Glaubende sind. Aber vielleicht haben wir manche berechtigte Hoffnung und wertvolle Zuversicht aus irgendwelchen Gründen zu Grabe getragen. In diesem Fall nicht unbedacht im alten Trott weiterleben, dazu will der Evangelist auffordern. So zeigt er uns in den Reaktionen der Apostel und der Maria Magdalena nach Jesu Kreuzigung und Grablegung zwei Verhaltensweisen, die nicht total gegensätzlich, aber sehr unterschiedlich sind.
Ostern ist vor allem ein Fest des Glaubens. An den einen Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt hat. Ostern bedeutend mehr als etwa ein „Frühlingsfest“ oder eine Art von „rituellem Miteinander“. Ostern kann uns ein Wegweiser sein. Es ermutigt uns, Freude und Hoffnung zu schöpfen. Ostern ist auch ein Fest des Lebens.
Was wir zu Ostern feiern ist unglaublich. Um an Ostern glauben zu können, müssen wir die Augen und die Herzen öffnen. Ostern lässt uns glauben, dass nicht alles auf den Tod zugeht, sondern dass viel mehr für das Leben spricht. Ostern ist der Beginn einer neuen Schöpfung.
Zu Ostern stehen die Erzählungen von den Ostererfahrungen der Jünger, allen voran Maria von Magdala und Johannes, im Mittelpunkt. Aber auch viele andere Erzählungen des Neuen Testamentes sind nur von Ostern her zu verstehen.
Wer seine Denkgewohnheiten von Unerwartetem umwälzen lässt, erfährt neue Lebensmöglichkeiten.
Vielleicht sind Sie jetzt ein bisschen enttäuscht von diesem Evangelium am Ostertag: Es klingt so ganz anders als die schwungvollen und anschaulichen Osterlieder, die wir heute singen. Der Bibeltext schildert gar keine direkte Begegnung mit dem auferstandenen Jesus selbst! Stattdessen wird beschrieben, wie es den Frauen am Grab ergeht. Aber auch hier ist nicht von Osterjubel die Rede, sondern von Ratlosigkeit, Erschrecken und Verwunderung. Aber genau das ist sehr realistisch, denn so etwas Ungeheuerliches, wie das, was mit „Auferstehung“ gemeint ist, kann man nicht sofort begreifen und bejubeln. Der Weg vom Schock über die Brutalität des Todes zum Sehen neuer Lebensmöglichkeiten ist weit.
Diese Erfahrung machen auch Menschen heute: Wenn ein lieber Mensch stirbt und eine große Lücke hinterlässt; wenn eine Beziehung zerbrochen ist und alle Versuche, neu anzufangen, gescheitert sind; wenn Eltern damit fertig werden müssen, dass ihre Kinder eigene, den Eltern unverständliche Wege gehen; wenn Alter oder Krankheit die Lebensmöglichkeiten einschränken; wenn einem Menschen die Lebensfreude und Lebensmut schwinden – in solchen Situationen erwarten wir nicht mehr viel vom Leben.
Ganz ähnlich erging es den biblischen Frauen, als sie sich am Ostermorgen zum Grab Jesu aufmachten, aber dann wurde für sie alles anders. Ich lade Sie ein, diesen inneren Weg dieser Frauen mitzugehen und sich auf die Umwälzungen einzulassen. Dann kann auch in uns Festgefahrenes wieder in Bewegung kommen.
Noch tief im Morgengrauen kommen die Frauen mit ihren Erwartungen zum Grab: wenigstens gibt es einen Ort, an dem sie den geliebten Menschen, den sie verloren haben, besuchen können. Die Frauen sind gut vorbereitet mit wohlriechenden Salben, um das zu tun, was man damals in Israel mit einem Toten tat: mit einer Salbung wenigstens dem Leichnam eine letzte Ehre und Zuwendung zu erweisen. Aber es kommt ganz anders als geplant und erwartet. Schon der weg gewälzte Stein deutet an, dass hier Umwälzendes geschieht, dass hier große Kräfte am Werk sind. Die Frauen betreten die Grabhöhle und finden – nichts. Ratlosigkeit, Verwirrung: Erklärungsmöglichkeiten werden gesucht. Noch bevor die Frauen wieder richtig zu sich kommen, geschieht wieder etwas Überraschendes: zwei Männer mit leuchtenden Gewändern, Engel, Boten Gottes, treten herbei. Das löst Erschrecken aus.
Mitten in diese aufgewühlten Gefühle und Gedanken der Frauen sprechen die Engel eine Frage: „Was sucht Ihr den Lebenden bei den Toten?“ Diese Frage bringt eine völlig neue Sichtweise ins Spiel: Jesus, der - wie die Frauen es mit eigenen Augen gesehen haben - gekreuzigt wurde und starb; Jesus, dessen Leichnam sie salben wollten, wird als „Lebender“ bezeichnet.
Das ist eine ungeahnte Möglichkeit, die der bisherigen Erfahrung und dem gewohnten Denken der Frauen widerspricht. Aber dieser neuartige Gedanke öffnet in der festen Überzeugung von der Endgültigkeit des Todes vielleicht einen winzigen Spalt Richtung Hoffnung und Zukunft. Die so verstörten Frauen brauchen Zeit, um sich und ihr Denken neu zu sortieren. Ihr Weltbild wurde zuerst zerstört durch Jesu brutalen Tod und jetzt noch einmal umgewälzt durch eine neue Sichtweise. Die Bruchstücke ihres Weltbildes müssen sie nun neu sortieren, manche verwerfen und Reste neu zusammen puzzeln.
Und dann bringen die Engel noch eine alte, bisher unbeachtete Deutung ein: „Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat… Der Menschensohn muss … ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.“ Diese bisher unverständliche Ankündigung Jesu passt plötzlich als wichtiges Puzzlestück in das neue Denken: „Da erinnerten sie sich an seine Worte.“ Manches im Leben ergibt erst im Nachhinein einen Sinn.
Jetzt kommen die Frauen auch äußerlich in Bewegung. Sie kehren dem Grab den Rücken und gehen zurück in die Stadt zu den anderen Jüngern, die noch in Angst, Trauer und Aussichtslosigkeit verharren. Mutig sind die Frauen, dass sie von ihrer für sie selbst noch so neuen Erfahrung berichten. Von den Aposteln wird ihr Zeugnis auch prompt als „Geschwätz“ abgetan – wie die Aussage einer Frau damals auch vor Gericht nicht zählte. Allein Petrus scheint etwas überzeugend Hoffnungsvolles an ihren Worten und ihrer Ausstrahlung wahrzunehmen. Wie die Frauen ist er ist offen für einen neuen Impuls und sei er noch so paradox. Petrus eilt zum Grab, um sich sein eigenes Bild zu machen. Er sieht zwar keinen Engel, aber das Ganze löst etwas in ihm aus: Verwunderung – ein neues, lebendiges Gefühl.
In starken Bildern und Worten spricht das Evangelium von der Erfahrung neuer Lebendigkeit, wie auch wir sie heute machen können - mitten in unseren persönlichen Todeserfahrungen.
Zunächst erlebe ich meine Situation vielleicht so: Das, was meinem Leben Sinn gab, mir Lebensfreude und Kraft schenkte, ist nicht mehr. Trauer braucht zwar Zeit, aber es besteht auch die Gefahr wie gebannt vor den Gräbern meiner Verluste, Enttäuschungen und Hoffnungslosigkeiten stehen zu bleiben: Wenn ich mit nichts mehr rechne, mir nichts mehr von Beziehungen, vom Beruf, vom Leben verspreche, dann macht mich das blind für andere Möglichkeiten und Sichtweisen. Die Frauen im Osterevangelium ermutigen uns aber zu einer anderen Haltung: Ich kann mich auch in meinen vertrauten Vorstellungen und meinem Weltbild verstören lassen. Dann kann ich mich öffnen für ein deutendes Wort von außen, das meine Situation in einem neuen Licht erscheinen lässt: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“. Wenn ich mich auf dieses neue Denken einlasse und beginne, erfülltes Leben zu suchen, dann kann sich die Verheißung der Auferstehung auch für mich heute erfüllen.
Auferstehung, neues Leben kann dann bedeuten, dass sich jemand nach einer gescheiterten Beziehung wieder auf neue persönliche Begegnungen unterschiedlicher Qualität einlassen kann; dass Eltern trotz allem den Glauben und vor allem die Liebe zu ihren Kindern nicht verlieren; dass ein alter oder kranker Mensch auch in engen Grenzen seine Lebensmöglichkeiten neu schätzen lernt; dass jemand am Grab eines lieben Verstorbenen die innere Gewissheit spürt, dass die Liebe stärker ist als der Tod.
Wie ist das bei Ihnen? Lassen Sie sich von dem, was ganz anders als erwartet ist, noch herausfordern und bewegen? Wagen Sie es, daran zu glauben, dass es für Sie viel mehr Möglichkeiten erfüllten Lebens gibt, als Ihre bisherige Erfahrung und Denkweise es zulässt?
Angenommen, auch wir hätten den Mut, unsere gewohnten Denk- und Sichtweisen umwälzen zu lassen – wie viel mehr Lebensmöglichkeiten könnten wir entdecken! Dazu will Gott uns am heutigen Ostertag verlocken – damit auch jede und jeder von uns Auferstehung mitten im eigenen Leben erfährt.
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr C4/2010. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2010, S. 24-38.
Wie auch sonst sind wir am ersten Tag der Woche zur Feier des Gottesdienstes zusammengekommen. Doch dieses Mal ist es anders als die Sonntage zuvor. Wenn wir uns hier im Raum umsehen, werden wir nicht übersehen, dass Ostern ist.
Wir kommen von zuhause, von einem österlichen Mahl oder dürfen uns auf ein solches noch freuen.
Wie Maria von Magdala haben wir uns auf den Weg gemacht, aber nicht wie sie zum Grab, sondern um den auferstandenen Herrn Jesus Christus zu begegnen, in seinem Wort, in der Feier der Eucharistie, auch in den Menschen, die jetzt mit uns und neben uns sind.
Machen wir uns seine Gegenwart bewusst. Beginnen wir diese Osterfeier in Gottes Namen: "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
Wir feiern Ostern. Auferstehung. Neues Leben. Auch in unserem Leben und in unserer kleinen und großen Welt gibt es Momente und Situationen, in denen wir uns persönlich ein Stück Auferstehung, eine Erneuerung wünschen oder dass es anders, dass es gut wird.
Einige Augenblicke der Stille geben die Möglichkeit, in uns selbst hineinzuhören und Gott Anteil zu geben an der österlichen Freude oder auch an einem solchen Wunsch, dass etwas anders oder auch gut wird in meinem Leben und Zusammenleben und Zusammenarbeiten mit anderen, im Leben eines mir lieben Menschen, im Leben jener vielen, die auf der Welt leiden.
Stille…
Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!
Diese gläubige Überzeugung rufen wir trotz aller schrecklichen Ereignisse der Gegenwart in unsere Welt hinein. An Jesus Christus hat Gott gezeigt, dass er ein Gott des Lebens ist und sich gegen alle Mächte stellt, die zerstören und Tod bringen.
Wir feiern diesen Gottesdienst, um damit zu zeigen, dass wir an diesen Gott des Lebens glauben und aller ungerechten Gewalt widersagen.
Am Beginn der Feier leisten wir Abbitte für alles, was wir an Bösem gutgeheißen, geduldet oder selbst getan haben.
Frohe Ostern! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Es ist ein besonderer Morgen!
Mit Maria von Magdala gehen wir frühmorgens zum Grab Jesu.
Der Stein ist weggewälzt.
Die Jünger Jesu laufen um die Wette.
Man glaubt, das Keuchen zu hören.
Dass wir mit Christus auferweckt sind
und unser Leben mit ihm verborgen ist in Gott,
hören wir heute.
Sprachlos wie die Jünger Jesu.
Was uns Lebensmut und Hoffnung raubt,
was uns Angst einjagt
und die Luft zum Atmen nimmt,
legen wir ihm, dem Auferstandenen, ans Herz.
Zeichen, die Hoffnung machen und Worte, die Hoffnung machen, haben wir in den vergangenen Monaten mehr ersehnt als in den Jahren vorher. Wir hoffen auf ein Ende der Pandemie. Denn wir wollen leben. Jesus schenkt uns in dieser Zeit Hoffnung. Jesus ist auferstanden. Das Leben hat über den Tod gesiegt. Auch wir werden den Tod besiegen, wenn wir an Jesus glauben. Hören wir jetzt Worte der Hoffnung. Feiern wir seine Liebe, die Leben schenkt in seinem Mahl.
Grüßen wir den Auferstandenen Herrn in unserer Mitte:
Zu Ostern begrüßen sich die Christen mit einem besonderen Gruß:
Der Herr ist auferstanden! Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!
Das hört sich anders an als „Guten Tag“ oder nur „Hallo“.
Das ist ein Bekenntnis und ein Geschenk. Ein Geschenk, das geteilt wird, das beglückt, das selbst, wenn es einem Menschen schlecht geht, zu einem Licht wird.
Heute feiern wir Ostern, das Fest der Auferstehung unseres Herrn.
Was uns bedrückt,
was uns die Herzen schwer macht,
was wir beklagen und betrauern,
bringen wir zu ihm.
Wechselgebet zur Tauferinnerung vor dem Asperges (Besprengen mit Weihwasser)
Hinweis: Das Direktorium empfiehlt, anstelle des Kyrie mit dem Wasser der Osternacht eine Tauferinnerung zu machen.
Als Kinder Gottes sind wir versammelt.
Er ist in unserer Mitte.
Vor seinem Angesicht erinnern wir uns der Taufe.
Seinen Namen preisen wir,
ihm danken wir.
Barmherziger Gott,
du hast uns durch die Taufe neues Leben geschenkt.
Wir loben dich. - Wir preisen dich.
Du führst alle Getauften durch Jesus Christus zusammen.
Wir loben dich. - Wir preisen dich.
Du erfüllst die Getauften mit dem Geist seiner Liebe.
Wir loben dich. - Wir preisen dich.
Gott, unser Vater,
in der Taufe lässt du uns teilhaben am österlichen Geheimnis,
dem Sterben und Auferstehen deines Sohnes.
In der Taufe hast du uns aufgerichtet
und uns zur Freiheit der Kinder Gottes befreit.
Darum kommen wir auch heute wieder zusammen,
um dein Wort zu hören und dir, Gott, zu danken.
Aus: Wort-Gottes-Feier am Sonntag, Herausgegeben vom Liturgischen Institut in Freiburg im Auftrag der Bischöfe der deutschsprachigen Schweiz. Verlag Friedrich Pustet. Regensburg. 2021.
Herr, Jesus Christus, auferstandener Herr,
du hast gezeigt, dass der Lebenswille Gottes stärker ist als alle Mächte des Todes.
Herr, erbarme dich.
Du lebst und wirkst weiter in allen Menschen,
die deinem Ruf und deinem Geist folgen.
Christus, erbarme dich.
Du erschließt uns ein Leben, das alles übersteigt,
was wir uns erhoffen und vorstellen können.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wir können Gene entschlüsseln und Formeln knacken.
Aber unser Leben haben wir nicht in der Hand.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du sprengst das Grab und lässt den Tod hinter dir zurück.
Du führst uns in das Leben.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir bleiben einander viel schuldig.
Viele Menschen sind einsam und verlassen.
Herr, erbarme dich.
Die Rechte des HERRN, sie erhöht,
die Rechte des HERRN, Taten der Macht vollbringt sie.
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des HERRN zu verkünden.
Ehre sei Gott in der Höhe…
Für Christen ist nicht einmal der Tod eine todernste Sache. Schlussendlich siegt, so der Osterglaube, nicht der Tod sondern die Auferstehung. Es gibt Leben jenseits des Todes.
Herr, darin besteht der Ernst unseres Lebens:
Jeder von uns muss einmal sterben.
Herr, erbarme dich.
Christus,
deine Auferstehung macht auch uns Hoffnung:
Der Tod wird nicht das letzte Wort haben.
Christus, erbarme dich.
Herr,
der Tod hat keinen Stachel mehr.
Was du willst, willst du ewig.
So werden wir leben bei dir.
Herr , erbarme dich.
Der Herr Erbarme sich unser, er nehme von uns die Angst vor dem Tod. Er schenke uns Lebensfreude, auch wenn unser Leben manchmal dunkel und aussichtslos erscheint. – Amen.
© Raimund Perkonigg, raimund.perkonigg@quantiverdraht.at
Herr, Jesus Christus,
du bist herabgestiegen aus des Vaters Wort.
Herr, erbarme dich.
Du hast unser Erdenleben versöhnend und aufrichtend geteilt, bis zur Selbstaufgabe.
Christus, erbarme dich.
Hinabgestiegen in den Tod, hast du ihn ein für alle Mal besiegt und bist auferstanden.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Gott hat dich auferweckt von den Toten.
Du unser Leben:
Herr, erbarme dich unser.
Herr Jesus Christus,
Gott hat dich erscheinen lassen, damals,
um Glauben zu stiften:
Christus, erbarme dich unser.
Herr Jesus Christus,
Gott lässt dich erfahren, heute,
um Hoffnung zu schenken:
Herr, erbarme dich unser.
Herr,
manchmal schmeckt unser Leben ganz bitter.
Wir fühlen uns einsam und verlassen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du wolltest den Kelch des Leidens nicht trinken.
Aus der Hand des Vaters hast du ihn für uns getrunken.
Christus, erbarme dich
Herr,
wir gehören zu dir.
Du hast den Tod mit deiner Liebe bezwungen.
Herr, erbarme dich
Danket dem Herrn,
denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig!
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des Herrn zu verkünden.
(Ps. 118)
Ehre sei Gott in der Höhe…
Allmächtiger, ewiger Gott,
am heutigen Tag
hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt
und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen.
Darum begehen wir in Freude
das Fest seiner Auferstehung.
Schaffe uns neu durch deinen Geist,
damit auch wir auferstehen
und im Licht des Lebens wandeln.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Ostersonntag
Gott des Lebens!
Du bist es, der uns stärkt und uns ins Leben gerufen hat und es immer wieder tut.
Was wir beten und singen, soll unser Dank an dich sein für dieses wunderbare Geschenk.
Erfülle unsere Herzen mit österlicher Freude und schenke Trost den Betrübten.
Erhöre unser Gebet, durch Jesus Christus, deinen Sohn, im Heiligen Geist. - Amen.
An diesem Morgen ist alles anders.
Gott, der du das Licht erschaffen hast,
Und alles Leben,
Wir hören die Botschaft von der Auferstehung Jesu, unseres Herrn.
Trauer und Verzagtheit verwandelst du in Freude,
Hochmut und Stolz in Demut.
Vor vielen Entwicklungen haben wir Angst.
Viele Dinge wachsen uns über den Kopf.
Du lädst uns ein, bei dir Platz zu nehmen,
mit dir zu essen und zu trinken.
Du schenkst uns Hoffnung und Zuversicht.
Dann springen wir über Mauern -
mit Christus,
der dem Tod die Macht genommen
und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht hat.
Gott, du bist Ursprung und Ziel allen Lebens.
Durch seine Auferstehung hat dein Sohn dem Tod seinen Schrecken genommen.
Wir wissen nun: am Ende steht nicht Untergang und Verlöschen.
Nein, es geht weiter, auch wenn kein Weg mehr zu sehen ist.
Dafür danken wir dir.
Durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast den Tod besiegt.
Auch wir dürfen daran glauben,
dass wir durch deine Liebe den Tod überwinden
und auferstehen zu einem neuen und ewigen Leben bei dir
in ewiger Freude.
Dieser Glaube sei für unser Leben Kraft.
Dieser Glaube schenke uns allen Sinn und Ziel. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
Überwinder all dessen, was tödlich ist.
Dir danken wir,
dass du für uns Leid und Tod auf dich genommen hast
und uns in deiner Auferstehung Hoffnung für Leben und Sterben gegeben hast.
Mach uns zu Menschen,
die in diesem Glauben und Hoffen als Zeugen für dich auftreten.
Für heute und für immer. – Amen.
Gott, du bist Leben,
du bist Liebe,
du bist immer hinter uns,
vor uns und mitten unter uns.
Wir danken dir,
von dir geliebt und angenommen zu sein
mit den vielen weißen Flecken in unserem Leben,
den dunklen Punkten und grauen Zonen.
Hilf uns, aus dem Bannkreis des Todes herauszutreten,
Trauernde zu trösten
und längst verloren Geglaubte
zu lieben.
Schenke uns die Auferstehung
zu einem Leben in deinem Licht
durch Jesus Christus,
der dem Tod die Macht genommen
und uns ein unvergängliches Wesen geschenkt hat
in der Kraft deines Geistes
ohne Zeit und Stunde,
in Ewigkeit.
Einleitung zum Glaubensbekenntnis:
Vom Kirchenvater Augustinus stammen diese Worte: „Im Wesentlichen Einheit, im Unwesentlichen Freiheit, in allem die Liebe.“ Im Wesentlichen sind wir mit allen Christinnen und Christen weltweit geeint, denn der Glaube an die Auferstehung verbindet uns und auch unser Bekenntnis an den dreifaltigen Gott. Und heute auch, dass wir am selben Tag Ostern feiern.
In diesem Bewusstsein lasst uns unseren gemeinsamen christlichen Glauben bekennen.
Guter Gott,
von dir kommt alles Leben und zu dir geht alles Leben.
In österlicher Freude und Zuversicht kommen wir zu dir mit unseren Bitten:
Für alle Menschen, die Sorgen und Ängste haben, die verunsichert sind, die Halt suchen oder einen guten Sinn für ihr Leben.
Für die Religionsvertreter und Glaubenshüter und für alle, die sich nach Gott sehnen
Für alle, deren Gutgläubigkeit missbraucht wurde.
Für alle, durch deren Hilfe andere es in ihrem Leben einfacher und besser haben.
Für alle Menschen, die merken, dass sie dem Tod nahe sind, und für jene, die plötzlich aus dem Leben gerissen werden.
Für alle, die an den Gräbern ihrer Lieben stehen und um sie trauern.
Großer Gott,
wir wollen auch an jene Menschen denken, mit denen wir in Liebe und Freundschaft verbunden sind, denen wir in unserem Leben viel verdanken. Wir vertrauen deiner Fürsorge auch jene an, mit denen wir es uns schwertun. Behüte all' jene, die in diesen Tagen unterwegs sind. Beschenke auch uns mit der Kraft deiner Liebe, die alle Grenzen überwindet.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren auferstandenen Bruder und Herrn. - Amen.
Der Stein ist weg. Das Grab ist leer. Glauben wir an die Auferstehung und leben jeden Tag aus diesem Glauben?
Um diesen Glauben lasst uns gemeinsam bitten:
Verbunden mit allen, die mit uns am Weg des Glaubens an die neue Wirklichkeit der Auferstehung sind, bitten wir dich um deine Hilfe, wenn wir neue Wege der Glaubensverkündigung wagen.
Des Traums einer friedlichen Nachkriegsordnung und des sicheren Bestands demokratischer Systeme beraubt, bitten wir um deine Hilfe für alle, die sich um Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit für die kommenden Generationen bemühen.
In den Hoffnungen auf Heil für Körper und Seele und dem Erreichen von Lebenszielen enttäuscht, bitten wir dich für alle Menschen um Vertrauen in deine Hilfe, die wieder Hoffnung und Zuversicht nähren können.
Wir beten und bitten dich für alle unsere Lieben und in allen unseren persönlichen Anliegen.
Dein Himmel wird anders und großartiger als unsere Vorstellungskraft davon sein.
Wir bitten dich, schenke unseren Verstorbenen Anteil am göttlichen Sein des Auferstandenen.
In der Auferstehung ist die neue Wirklichkeit deines in unsere Welt gesprochenen Wortes angekommen. Denn du bist immer größer und wunderbarer als wir dich uns denken können.
Staunend, dich lobend und dankbar stimmen wir zu deiner Ehre ein in das österliche Halleluja. - Amen.
Auferstandener Christus,
du hast Hass und Vernichtung erlebt und den Tod überwunden.
Wir kommen mit der Not wo vieler Menschen zu dir und bitten dich:
Für die Menschen in Palästina, deiner damaligen Heimat.
Zeige ihnen Wege, wie sie der Spirale der Gewalt und gegenseitigen Vernichtung entkommen können.
Für die Menschen in den Kriegsgebieten der Ukraine.
Lass sie begreifen, dass sie nur gemeinsam zu dauerhaftem Frieden und gutem Leben kommen können.
Für alle Menschen, die nicht an deine Auferstehung glauben können.
Wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Leben in Fülle, die du allen verheißen hast, die die Liebe deines Vaters erwidern.
Wir beten für alle, die für ihren Glauben an dich Benachteiligungen und Verfolgung auf sich nehmen müssen.
Stärke sie in der Treue zu dir.
Wir beten für alle Getauften.
Befähige sie zu einem glaubwürdigen Glaubenszeugnis.
Wir beten für alle unsere verstorbenen Angehörigen, Freunde und Bekannten.
Lass sie teilhaben an deinem Leben in Herrlichkeit.
Du Herr, hast durch deine Auferstehung unsere Hoffnung gestärkt, dass unser Leben größer, weiter und reicher ist, als wir uns vorstellen können.
Dafür danken wir dir.- Amen.
Unser gemeinsamer Glaube an Gottes unsagbare Liebe und Macht eröffnet uns eine neue, österliche Lebenswirklichkeit.
Miteinander und untereinander verbunden bitten wir:
Für die Kirche und alle, die sie leiten, dass ihre Osterfreude in ihren Worten und Taten in der Welt von heute sichtbar wird.
Für eine Welt, in der sich die politischen und wirtschaftlichen Interessen an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und nicht nur mehr die Macht des Stärkeren gilt.
Für alle, für die Religion nicht lebensbestimmend ist, um die Erfahrung der lebensbereichernden Kraft des Glaubens.
Für uns selbst um die Bereitschaft, alte Vorstellungen loslassen zu können um neue Perspektiven zu entdecken und anzunehmen.
Für unsere Verstorbenen und alle, die durch ihre Trauer zeigen, dass in Liebe gelebte Beziehungen mit dem Tod nicht gänzlich vorbei sind.
Mit allen, mit denen wir im Auferstehungsglauben verbunden sind, stimmen wir ein in das österliche Halleluja, mit dem wir dir danken und dich preisen, jetzt und allezeit. - Amen.
Wir wissen, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, in Galiläa angefangen:
Jesus wurde von den Toten auferweckt.
Und wir werden mit ihm leben.
Heute beten wir
Für Menschen, die nirgendwo zu Hause sind, die eine Heimat suchen, die nicht willkommen sind.
Herr, wecke unsere Ohren und öffne unsere Herzen.
Heute beten wir
Für Menschen, die Kriege erleiden, die sinnlosen Tod beklagen, die in Ruinen hausen.
Heute beten wir
Für Menschen, die sich in ihren Traditionen eingeigelt haben, die voller Angst vor Neuem sind,
die der Hoffnung nicht trauen.
Heute beten wir
Für Menschen, die sich dem Hass widersetzen, die sich von Vorurteilen nicht anstecken lassen,
die die Wahrheit suchen.
Heute beten wir
Für Menschen, die die Osterbotschaft verkündigen, die in seelsorgerlichen Gesprächen Wege finden helfen, die Traurige trösten.
Hilf uns, in unserem ganzen Land Hoffnung zu säen, Frieden zu stiften und Liebe zu teilen.
Jesus wurde von den Toten auferweckt.
Und wir werden mit ihm leben. – Amen.
Im Glauben an die Auferstehung wird uns die unglaubliche Hoffnung geschenkt, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist.
Lasst uns gemeinsam das Leben, das Gott uns in dieser Hoffnung schenkt, feiern und ihn bitten:
Für Papst Franziskus und alle, die durch ihre Worte und ihr Leben die frohe Botschaft der Auferstehung verkünden.
Für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die bei ihren Entscheidungen dem Leben und Wohl aller verpflichtet sind.
Für alle, die offene Augen für das Wunder des Lebens in der Schöpfung haben und sich um ein friedvolles Miteinander bemühen.
Für die Neugetauften dieser Osternacht und alle, die sich durch deinen Geist zu einem Leben in Glaube und Hoffnung bewegt werden.
Für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen, die im Glauben an die Auferstehung Halt und Trost finden.
Die ersten Menschen, denen Jesus als Auferstandener begegnet ist, haben ihn durch ihren Glauben und ihre Liebe erkannt. Sie sind für die Welt zu Zeugen deiner Macht und Herrlichkeit geworden. - Amen.
Herr, Jesus,
du hast uns versprochen, bei uns zu sein – auch wenn wir manchmal durch finstere Schluchten gehen müssen.
Dich bitten wir:
Wir bitten für die Menschen in der Ukraine, dass der Krieg endet und sie in Frieden und Freiheit leben können.
Für die Menschen, die im Moment nicht an Ostern glauben können, weil sie so viele schmerzhafte Erfahrungen in ihrem Leben machen.
Steh uns Schülerinnen und Schülern bei, damit wir nicht gleich verzweifeln, wenn es einmal schwierig wird. Und wir nie den Humor verlieren.
Für alle Menschen: Dass Zuversicht ihr Leben prägt. Dass sie spüren: Sie sind nie allein. Dass sie trotz allem Schweren, Freude finden.
Du hast durch deine Auferstehung dem Tod seinen Schrecken genommen. Dafür loben und preisen wir dich.
Du wirst am Ende alles gut machen. Darauf vertrauen wir. – Amen.
© Raimund Perkonigg, raimund.perkonigg@quantiverdraht.at
Allmächtiger Gott,
du hast dich als der treue Gott erwiesen
und Jesus von Nazareth zu neuem Leben erweckt.
Wir bitten dich:
Für die vielen Toten, die den gegenwärtigen Kriegen zum Opfer gefallen sind,
und für die vielen Toten, die durch die Pandemie oder durch Katastrophen ihr Leben lassen mussten.
Zeige dich ihnen als liebender Vater und entreiße auch sie dem ewigen Tod.
Für alle, die um Verstorbene trauern.
Wecke und stärke in ihnen den Glauben an die Auferstehung und an ewiges Leben.
Für die Menschen in der Ukraine, die um ihr Leben bangen und kämpfen.
Stärke sie im Vertrauen, dass ihre Opfer nicht vergeblich sind
und dass du an ihrer Seite ausharrst.
Für die Menschen in Russland.
Öffne ihnen die Augen für das Unheil,
das dieser Krieg über sie selbst und über die ganze Welt bringt.
Für alle Menschen auf dieser Welt.
Lass sie erkennen, wie kostbar Frieden ist,
Und dass Gewalt keine Probleme und Konflikte löst.
Für alle Menschen, die sich Christen nennen.
Erfülle sie mit deinem Geist
und lass in ihnen weiterwirken, wofür sich Jesus eingesetzt hat.
Du allein, Herr, kannst das Schicksal dieser Welt in eine gute Zukunft führen.
Dir vertrauen wir uns an. – Amen.
Auferstandener Herr!
Voll Freude und Dankbarkeit nehmen wir das Geschenk deines Leidens, Sterbens und deiner Auferweckung an
und bitten dich:
Der Heilige Geist treibt alle, die dir nachfolgen, an, deine Frohbotschaft zu bezeugen und zu verkünden.
Segne Papst Franziskus, alle Bischöfe und Priester und alle, die aus dem Glauben an deine Auferstehung ihr Leben gestalten.
Die jeweilige Gegenwart, in die wir als Christinnen und Christen hineingestellt sind, muss gelebt werden.
Hilf uns mit deinem Geist durch alle Krisen, die aktuell so schwer auf uns lasten.
Zutiefst verstört und in großer Unsicherheit zurückgelassen fühlen sich die vielen Vertriebenen in und außerhalb der Ukraine.
Begleite sie und alle, die ihnen in ihrer schwierigen Lebenssituation helfen.
Ostern feiern heißt auch an deinem Beispiel Entwicklungen und Prozesse der Wandlung im eigenen Leben zuzulassen.
Hilf uns, dir nachzufolgen.
Deine Auferstehung gibt uns Hoffnung für ein Leben nach dem Tod.
Stärke unseren Glauben und tröste alle, die ihren Liebsten nachtrauern.
Dir, auferstandener Herr, vertrauen wir unsere Bitten an.
Aus deiner Auferstehung schöpfen wir Kraft und Zuversicht.
Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
auferstandener und lebendiger Herr,
wir bitten dich:
Stärke alle, die sich für den Schutz der Umwelt einsetzen,
damit unsere Erde lebenswert bleibt...
Steh allen jungen Ehepaaren bei, die ein Kind erwarten,
dass sie mit Freude und Dankbarkeit ihr Kind annehmen...
Hilf Frieden stiften,
damit Leben nicht durch Gewalt und Hass zerstört wird...
Mache alle bereit, daran mitzuwirken,
jungen Menschen eine gute Zukunft zu ermöglichen...
Lass die nicht verbittern,
deren Leben durch ungerechte Gefangenschaft oder Krankheit beeinträchtigt wird...
Erwecke alle Verstorbenen zum ewigen Leben bei dir
und komm ihnen voller Liebe entgegen...
Dich loben und preisen wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Der Glaube an Jesu Auferstehung schenkt uns die Verheißung, dass wir in allen Unsicherheiten, im Scheitern und in unserer Einsamkeit nicht allein gelassen sind. Der Gott des Lebens wirkt über unsere beschränkte Vorstellungskraft hinaus und entfaltet seine Macht.
Ihn lasst uns bitten:
Für deine Kirche, deren Glieder den Auftrag haben, mit allen zu teilen, was ihren Glauben ausmacht.
Für eine Welt, die im Bann einer unglaublichen Pandemie steht, die die Gesellschaft spaltet, unser Leben massiv verändert und uns oft ratlos macht.
Für die wenigen, die heute persönlich an der Feier von Tod und Auferstehung teilnehmen können und für die vielen, die mit ihnen über die Medien verbunden sind.
Für unsere unausgesprochenen persönlichen Anliegen, die wir dir jetzt in Stille anvertrauen.
Für alle Verstorbenen, für die Christus den Tod überwunden und den Weg zu dir, Vater, eröffnet hat.
Denn auf dich, du Gott des Lebens, setzen wir all unsere Hoffnung.
Mit einem österlichen Halleluja loben und preisen wir dich
jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Es fällt uns schwer, uns Auferstehung vorzustellen.
Im Evangelium aber eilen wir dem neuen Leben entgegen.
Wir sind außer Atem.
Darum beten wir heute:
Herr,
die Zeitungen und Fernsehsendungen sind voller Todesnachrichten. Für viele Menschen ist Gewalt eine alltägliche Erfahrung. Kinder wachsen mit dem Tod auf und gehen doch mit Hoffnungen in ihr Leben.
Wir rufen zu dir: Lass uns mit Christus offenbar werden in Herrlichkeit!
Herr,
mit dem Tod werden Geschäfte gemacht und gute Renditen erzielt. Die Rüstungsindustrie boomt. Sorg- und skrupellos werden Verträge geschlossen mit Potentaten und Despoten. Viele Menschen müssen fliehen.
Wir rufen zu dir: Lass uns mit Christus offenbar werden in Herrlichkeit!
Herr,
die Umwelt ist verletzlich und wehrt sich gegen Missbrauch und Ausnutzung. Katastrophen zerstören die Lebensgrundlagen vieler Menschen, besonders der armen und ungesicherten. Viele Menschen hungern, haben kein frisches Wasser, keine ärztliche Versorgung.
Wir rufen zu dir: Lass uns mit Christus offenbar werden in Herrlichkeit!
Herr,
in vielen Gremien werden Krisen ernstgenommen und zu lösen versucht. Viele Menschen engagieren sich in der Entwicklungszusammenarbeit und der Katastrophenhilfe. In vielen kleinen und großen Beratungsstellen bekommen Menschen einen Rückhalt und neue Perspektiven.
Wir rufen zu dir: Lass uns mit Christus offenbar werden in Herrlichkeit!
Herr,
in deiner Kirche rumort es. Alte Denkmuster sind in Missbrauchsskandalen untergegangen. Menschen sind heimatlos geworden, abgeschreckt und enttäuscht. Neue Hoffnungen haben es schwer, zwischen Traditionen und Sehnsüchten aufzubrechen.
Wir rufen zu dir: Lass uns mit Christus offenbar werden in Herrlichkeit!
Du schenkst uns, Herr, in der Auferstehung Jesu ein neues Leben,
Vergebung der Sünden und dein Reich.
Mit allen, die vor uns gelebt und gezweifelt haben,
suchen wir in deiner Liebe Trost und Nähe,
Widerstandsgeist und Mut.
Deine Auferstehung ist Hoffnung für alle Menschen.
In Christus,
unserem Herrn.
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu ist an die ganze Welt gerichtet.
Wer sich davon ergreifen lässt, kann nicht mehr so weiterleben wie davor.
Auch wir haben im Glauben daran Anteil.
Unser Leben ist mit dem irdischen Tod nicht zu Ende.
In dieser Hoffnung lasst uns beten:
Um neue Perspektiven aus dem Glauben an die Auferstehung für den weiteren Weg deiner Kirche.
Um eine neue Sichtweise aus dem Glauben an die Auferstehung auf die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern in allen Bereichen des Alltags weltweit.
Um eine tiefe Freude aus dem Glauben an die Auferstehung für uns alle, die unser eigenes Leben erhellt und die wir mit den Menschen um uns teilen können.
Um Trost aus dem Glauben an die Auferstehung in den Situationen, in denen wir hilflos der Leere unseres Lebens oder manchen unserer Beziehungen gegenüberstehen.
Um Mut aus dem Glauben an die Auferstehung, um uns der eigenen Endlichkeit stellen zu können.
Vater! Dir gilt unser Lobpreis und Dank für das neue Leben, das du uns durch die Auferweckung Jesu schenkst im Heiligen Geist. - Amen.
Herr, unser Gott, nimm die Gaben an,
die wir in österlicher Freude darbringen
für das Opfer, durch das deine Kirche
auf wunderbare Weise wieder geboren und gestärkt wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostersonntag
Guter Gott,
ein wenig Brot nur und ein paar Schluck Wein haben wir zum Tisch des Herrn gebracht. So wenig. Unser Glaube besagt, dass du aus dem so Wenigen ganz viel werden lassen kannst.
Aus diesem Glauben heraus bitten wir dich: Nimm das Wenige an und beschenke du uns mit dem Brot des Lebens und den Kelch des Heiles, was unsere Seelen brauchen: Hoffnung und Zuversicht, Friede und Freude.
Mit deinen Jüngern, Herr, hast du gegessen und getrunken.
Mit Sündern und Sünderinnen hast du dein Mahl geteilt.
Uns lädst du ein, an deinem Tisch Platz zu nehmen.
Dir bringen wir Brot und Wein,
deine Gaben,
deine Schöpfung.
Sprich du das Wort,
das alles verwandelt.
Unser Leben.
Brot und Wein.
Mit uns wirst du das Mahl feiern
in deinem Reich.
Komm, unser Herr!
Herr Jesus Christus,
du bist in unserer Mitte
als der auferstandene und lebendige Herr...
Du bist uns nahe in Brot und Wein.
Diese Gaben schenken ewiges Leben in Fülle.
Lass uns neuer Sauerteig werden
und erneuere uns. - Amen.
Du, Herr, hast mit deinen Jüngern
das Brot gebrochen und den Kelch geteilt.
Nach deiner Auferstehung hast du mit ihnen
gegessen und getrunken.
Sie haben gesehen und gespürt,
dass ihr Meister und Herr
von den Toten auferstanden ist.
Wir danken dir für Brot und Wein,
die herrlichen Gaben deiner Liebe.
Brich mit uns das Brot,
teile mit uns den Kelch,
dann schmecken wir dich,
dann schenkst du dich uns,
dann stillst du den Hunger nach Leben,
bis wir mit dir das Geheimnis des Glaubens
feiern in deinem Reich.
Von Angesicht zu Angesicht,
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gott, alles Leben hast du ins Dasein gerufen.
Alles hast du wunderbar erschaffen.
Immer wieder staunen wir über das Neuwerden deiner Schöpfung.
Zu neuem Leben ruft uns Gott.
Alle: Danket dem Herrn, denn er ist gut.
(Gesprochen oder gesungen: KG 121/2)
Gott, durch deinen Sohn wendest alles zum Guten:
Den Kranken schenkt dein Sohn Heilung.
Die Hungrigen macht er satt. Den Verzagten spricht er Mut zu.
Zu neuem Leben ruft uns Gott…
Gott, in guten und in schweren Zeiten ist dein Sohn an der Seite der Menschen.
Er geht alle Wege mit.
Zu neuem Leben ruft uns Gott…
Gott, wo der Mensch am Ende ist, setzt du mit der Auferstehung deines Sohnes einen neuen Anfang.
Zu neuem Leben ruft uns Gott…
Gott, Hoffnung und Zuversicht mögest du auch uns schenken.
Voll Freude und Dankbarkeit rufen wir dir ohne Ende:
Zu neuem Leben ruft uns Gott…
Für den Lobpreis am Ostersonntag eignen sich auch einige Osterlieder,
z. B. GL 220: Das ist der Tag, den Gott gemacht.
Oder:
Kehrvers:
Jubelt dem Herrn alle Lande,
Halleluja, preist unseren Gott.
(GL 643,3)
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der seinen Sohn Jesus Christus von den Toten auferweckt
und zu seiner Rechten erhöht hat.
Kehrvers
Lasst und den allmächtigen Vater preisen,
der durch seinen Sohn Jesus Christus den Tod besiegt hat
und uns teilhaben lässt am ewigen Leben.
Kehrvers
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der uns das Licht des Glaubens geschenkt hat
und uns die Welt mit neuen Augen sehen lässt.
Kehrvers
Lasst uns den allmächtigen Vater preisen,
der uns Zukunft gibt
und Hoffnung allen, die den Namen Jesu anrufen.
Kehrvers
und uns einstimmen lässt in den Jubel aller Engel und Heiligen.
die den Namen Jesu anrufen.
Kehrvers, evtl. Danklied
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ So beten wir auf Geheiß von Jesus immer wieder. In dieser Feier wollen wir auch an jene denken, die um das Lebensnotwendige ringen und kämpfen müssen. Schenke ihnen und uns allen, was wir brauchen. Und lass uns das, was wir können, dazu beitragen. Vielleicht gibt es jemanden, der gerade mein Gebet braucht, der sich freuen würde, wenn ich ihm oder ihr sagte: Du, ich habe für dich gebetet… Schließen wir alle diese Menschen, an die wir gerade gedacht haben, ein in das Gebet, das uns mit Jesus und Gott verbindet:
Vater unser…
Ich möchte nicht wissen, was du glaubst oder was nicht.
Ich möchte auch nicht wissen, zu welcher Religionsgemeinschaft du dich zählst oder welchen Konfessionseintrag du hast oder nicht.
Ich möchte gerne wissen, was du glauben möchtest und wer sich deinen Glauben verdient hat.
Ich möchte dies gerne wissen, weil heute manche zwar einen Glauben haben, aber eigentlich nicht wirklich.
Im Supermarkt der Religionen und Weltanschauungen, der Sinnangebote und der Verschwörungstheorien ist das Sortiment sehr breit. Der Mensch prüft das Angebot mehr oder weniger genau, greift mitunter zum Erstbesten, lässt sich überzeugen von einer gelungenen Etikette, liest doch auch das Kleingedruckte auf der Hinterseite, fragt vielleicht bei anderen nach, wie ihnen dieser Glaube bekommen ist. Die Auswahl ist groß.
Darum frage ich dich: Was möchtest du glauben?
Wem möchtest du deinen Glauben schenken?
Das ist meine erste Frage, damit Glaube Teil von deinem Leben sein kann. Damit er dir Freude und Hoffnung, Kraft und Trost braucht es zuerst dein Wollen, dich mit dem Glauben zu beschäftigen, in ihn hineinzuwachsen, Schritt für Schritt, und schließlich auch deine Entscheidung: Ja, ich glaube, was der christliche Glaube besagt, ich glaube, dass Jesus den Tod überwunden hat und auch, dass mein Leben hier auf dieser Seite des Lebens nicht zu Ende sein wird.
Was möchtest du glauben?
Wer hat sich deinen Glauben verdient?
„Der Jünger, den Jesus liebte, ging ins Grab hinein, sah und glaubte.“
(Joh 20,8).
Du hast mich beim Namen genannt
Du kennst mich
gibst dich mir zu erkennen.
Du hast mich beim Namen genannt
ich darf begreifen:
Du lebst
du bist da
Du hast mich beim Namen genannt
nicht, damit ich bleibe
nicht, damit ich schweige.
Du hast mich beim Namen genannt
damit ich gehe
und vor allen Menschen bezeuge:
Es ist Christus, der Herr.
Er lebt!
Wo Menschen
aus ihrer Enge finden
Wo Hoffnung
neu entsteht
Wo Zuversicht
wachsen kann
Wo Ängste
überwunden werden
Wo Versöhnung
geschieht
Wo Freude
das Leben prägt
Wo Türen
plötzlich offen stehen
Wo Steine
weggewälzt werden
Wo Liebe
spürbar wird
Überall da
ist Auferstehung
Die Osterkerze brennt
sie brennt für alle:
Für die Hoffnungslosen
als Zeichen der Hoffnung
Für die Verzagten
als Zeichen der Zuversicht
Für die Mutlosen
als Zeichen neuer Kraft
Für die Suchenden
als Zeichen des Heils
Für die Friedlosen
als Zeichen der Sicherheit
Für die Einsamen
als Zeichen der Gemeinschaft
Für die Freudlosen
als Zeichen neuen Jubels
Für uns alle
als Zeichen der Auferstehung
als Zeichen neuen Lebens
Allmächtiger Gott,
du hast deiner Kirche
durch die österlichen Geheimnisse
neues Leben geschenkt.
Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe
und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostersonntag
Herr Jesus Christus,
ich kann’s kaum glauben: Du hast den Tod bezwungen.
Du bist auferstanden.
Du hast auch mir von deinem Leben, von deiner Liebe geschenkt.
Das gibt mir Kraft und schenkt mir Mut und Freude, weiß-Gott-woher.
Wie damals der Jünger, der dich liebte, will auch ich es glauben und wahr-nehmen.
Diese frohmachende Erfahrung möchte ich in meinem Herzen bewahren und dir dafür danken, heute und alle Tage meines Lebens und darüber hinaus. - Amen.
Gott, der du auch den Tod in deine Hand nimmst:
Segne die Wege, die vor uns liegen,
segne die Menschen, die wir lieben,
segne die Menschen, die uns fremd bleiben.
Die Botschaft von Ostern ist harten Proben ausgesetzt.
Wir sehen die Zerrissenheit unter den Menschen,
wir hören Meinungen aufeinanderprallen,
wir fürchten um den Frieden in der Welt
und unter uns.
Schenke uns das Vertrauen,
dass du mit uns Wege des Lebens gehst,
und mach uns mutig,
für Wahrheit und Recht einzustehen.
In der herrlichen Freiheit deiner Kinder
lass uns leben und lieben
durch Christus, unserem Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
wir danken dir für dein Wort und für deine Liebe,
die wir gefeiert haben.
Wir sind berufen,
als österliche Menschen zu leben,
Menschen, die anderen Hoffnung schenken,
Menschen, die unser aller Ziel, bei dir zu leben, im Blick haben.
Je mehr wir deine Worte leben,
umso mehr werden wir jetzt schon erleben,
was es heißt, in deiner Nähe zu sein,
in der ewigen Freude. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
nach deiner Auferstehung hast du dich zu erkennen gegeben.
Zuerst den Frauen, dann deinen Jüngern.
Ungläubig konnten sie es erst nicht fassen,
dass du den Tod überwunden hast;
so wie du es vorausgesagt hast.
Auch wir stehen in vielen Lebenssituationen ungläubig da,
können uns nicht dafür offenmachen,
dass du auch an unserer Seite gehst und uns leiten willst.
Schenke uns wache Sinne für deine Zusage,
dass wir in dir und mit dir alles überwinden können. – Amen.
Herr, wenn du kommst,
bringst du uns den Frieden.
Du sagst: Meinen Frieden gebe ich euch,
meinen Frieden lasse ich euch.
Wenn wir dann gehen,
nehmen wir ihn mit
und teilen ihn.
Wir danken dir für das schöne Osterfest,
die Begegnung mit dir,
die Gemeinschaft mit dir.
Begleite uns in die neue Woche,
schenke uns Löcher im Kalender
und leuchtende fröhliche Gesichter.
Was an Neid und Ärger unter uns wuchert,
verwandle in Liebe,
und was uns Angst einjagt und Vorurteile bringt,
nimm in deine Hand.
In der Vorfreude auf nächsten Sonntag
erbitten wir von dir das Vertrauen von Kindern
in Christus,
unserem Freund, Weggefährten und Herrn.
Der Vater hat Jesus von den Toten auferweckt und mit seiner Auferstehung der Fülle des Lebens zum Durchbruch verholfen.
Er nehme von uns, was tötet, und setze die Kraft österlichen Lebens frei. - Amen.
Der Auferstandene ist den Frauen erschienen und mit den Emmausjüngern auf dem Weg gewesen.
Er zeige sich auch heute und überrasche uns mit seiner Nähe. - Amen.
Der Heilige Geist hat die Apostel mit Begeisterung erfüllt und ihnen Beharrlichkeit im Zeugnis für Christus verliehen.
Er schenke uns Freude, die auf andere übergeht, und Worte, die aufrichten und heilen. - Amen.
Das gewähre uns der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
Aus: Wort-Gottes-Feier am Sonntag, Herausgegeben vom Liturgischen Institut in Freiburg im Auftrag der Bischöfe der deutschsprachigen Schweiz. Verlag Friedrich Pustet. Regensburg. 2021.
An diesem Tag,
der geheiligt ist durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus,
segne euch der gütige Gott
und bewahre euch vor der Finsternis der Sünde. Amen!
In Christus haben wir Anteil am ewigen Leben,
in ihm führe euch Gott zur unvergänglichen Herrlichkeit. Amen.
Unser Erlöser hat uns durch die Tage seines Leidens
zur österlichen Freude geführt,
er geleite euch alle Tage des Lebens
bis zu jener Osterfreude, die niemals endet. Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen!
MB Osternacht
Der allmächtige Gott
hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes
aus Sünde und Tod befreit.
Er segne euch
und schenke euch seine Freude.
Amen.
Und Christus,
mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben,
bewahre in euch die Gabe der Erlösung.
Amen.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Kinder seiner Gnade;
Er schenke euch das verheißene Erbe.
Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott ...
(Messbuch 542)
Gott segne dich,
damit du singen kannst,
auch wenn dir das Herz schwer ist,
damit du sehen kannst,
auch wenn Tränen deine Augen verschleiern,
damit dein Mund reden kann,
auch wenn dir das Wort im Hals steckenbleibt,
damit du Lachen kannst,
auch wenn es um dich herum finster ist.
So segne dich Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. – Amen.
© Raimund Perkonigg, raimund.perkonigg@quantiverdraht.at
Leben, Leben im Tod,
Leben, Leben schenkt Gott.
Leben will Gott uns geben,
Leben, Leben.
Auferstehung im Tod,
neues Leben bei Gott.
Leben will Gott uns geben,
Leben, Leben.
Jesus ging uns voran,
hat uns den Himmel aufgetan.
Leben will Gott uns geben,
Leben, Leben.
Wort des Vaters im Geist
neues Leben verheißt.
Leben wird Gott uns geben,
Leben, Leben.
Liebe alles vermag,
so wie am Ostertag.
Leben wird Gott uns geben,
Leben, Leben.
Leben wird Gott uns geben,
Leben, Leben
(c) Reinhard Burchhardt 2024. Lied im Werden...
profil: Werden Sie sich bei Gott beschweren? (über die Beschwernisse des Alters, A. d. R.)
Schenk: Das werde ich nicht, weil ich ihn mit absoluter Sicherheit nicht treffen werde. Nach meinem Tod wird eine unbesonnene Erinnerung an mich einsetzen, ein paar zerkratzte Platten werden unverkäuflich in Plattenläden herumstehen, meine Bücher werden bald nicht mehr gelesen werden. Das ist mein ewiges Leben. Viel mehr wird sich nicht tun. Ich gehe aus dem Zimmer und drehe das Licht ab. Vielleicht flirrt noch kurz ein Widerschein umher, ein Staubwölkchen, ein Geruch. Brecht schrieb, man sei erst wirklich tot, wenn niemand mehr an einen denke. Beim armen Brecht fängt das jetzt schon an.
In einem Gespräch mit der österreichischen Zeitschrift "Profil" überraschte der deutsche Fernseh-Unterhalter mit freimütigen Aussagen zum christlichen Glauben.
Es ist modisch, dass sich Prominente "outen": mit ihrer Sexualität, ihren Beziehungen, irgendwelchen Peinlichkeiten. Auch Harald Schmidt hat sich "geoutet". In einem Gespräch mit einem Redakteur von "Profil" bekannte er sich mit eindeutigen Worten zu seinem Glauben an die Auferstehung.
Wie es dort ausschaue, wollte sein Gegenüber von ihm erfahren. Das wisse er nicht, gestand Schmidt. Aber er sehe "ein sehr helles Licht". Nein, für einen sonderlich guten Menschen halte er sich nicht, dass er dort hingelangen könne. Eher für "einen schwachen ..., der sich bemüht." Ob das genüge? - "Ja, was man so hört ..."
Sein Gesprächspartner gab sich als Atheist zu erkennen. Schmidt zweifelte dieses Bekenntnis an. "Ich glaube, ob man Atheist ist, kann man erst auf den letzten Metern sagen." Während seines Zivildienstes in einer Pfarrei habe Schmidt vermeintlich atheistische Tumorpatienten mitbekommen, die auf dem Sterbebett nach dem Pfarrer schrien. Schmidts Einschätzung, wenn jemand unvermittelt an einem Herzinfarkt stirbt: "Der Herr hat ihn geliebt, weil zack und weg."
Eine weitere Aussage verblüffte den "Profil"-Mitarbeiter: Schmidt würde gerne mal wieder beichten gehen. Welche Sünden er denn "anzubieten" habe? - "Das verrate ich nicht einmal Ihnen." Jedenfalls stelle er sich "ein Beichtgespräch mit einem guten Priester .... als eine grosse Erleichterung vor". Am Ende seines Lebens wolle er, Schmidt, "das Gefühl haben: mehr war nicht drin".
Aus: livenet.ch nach einem Interview des Profil mit Harald Schmidt. Das Original ist leider nicht mehr online.
https://www.livenet.ch/themen/people/105516-harald_schmidt_ich_glaube_definitiv_an_die_auferstehung.html
Marie Luise Kaschnitz, Kein Zauberspruch. Gedichte, Insel 1972.
Glauben Sie fragte man mich
An ein Leben nach dem Tode
Und ich antwortete: ja
Aber dann wusste ich
Keine Antwort zu geben
Wie das aussehen sollte
Wie ich selber
Aussehen sollte
Dort
Ich wusste nur eines
Keine Hierarchie
Von Heiligen auf goldnen Stühlen sitzend
Kein Niedersturz Verdammter Seelen
Nur
Nur Liebe frei geworden
Niemals aufgezehrte
Mich überflutend
Kein Schutzmantel starr aus Gold
Mit Edelsteinen besetzt
Ein spinnwebenleichtes Gewand
Ein Hauch
Mir um die Schultern
Liebkosung schöne Bewegung
Wie einst von tyrrhenischen Wellen
Wie von Worten die hin und her
Wortfetzen
Komm du komm
Schmerzweb mit Tränen besetzt
Berg-und-Tal-Fahrt
Und deine Hand
Wieder in meiner
So lagen wir lasest du vor
Schlief ich ein
Wachte auf
Schlief ein
Wache auf
Deine Stimme empfängt mich
Entlässt mich und immer
So fort
Mehr also fragen die Frager
Erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte
Weniger nicht.
Marie-Luise KASCHNITZ: Ein Leben nach dem Tode, in: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Bd. 5: Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt/M. 1985.
Die Palmsonntagsfüße sind stolz.
Sie schreiten, beschwingt vom Erfolg,
durch die jubelnde Menge.
Leichtfüßig spüren sie nicht die Last, die sie tragen.
Die Gründonnerstagsfüße sind demütig.
Sie werden öffentlich gewaschen
und schämen sich ein wenig
über ihr wenig feierliches Aussehen.
Die Karfreitagsfüße sind ausgelaugt.
Sie tragen die Last der Kreuze des Lebens.
Sie sind zerschunden, müde und durchbohrt.
Sie sind am Ende ihrer Kräfte.
Die Karsamstagsfüße sind angelangt.
Sie dürfen ausruhen
und müssen nichts mehr leisten.
Sie haben ihr Werk vollbracht.
Die Osterfüße sind auferstehungs-erfrischt.
Sie sprengen die Pforten der Unterwelt,
sie führen die Toten aus den Gräbern ins Licht.
Sie gehen mit den Suchenden und Hoffenden
und springen hinein ins neue Leben.
Johann Pock, Ostern 2024.
„Wo fahrn ma hin? Eine ins Leben!“ so lautet der Refrain eines Songs von Pizzera und Jaus, der in den letzten Jahren im Radio landauf und landab zu hören war. Eine österliche Anspielung?! Wer weiß … Der Refrain ist jedenfalls Inspiration genug …
Wir gehen auf Ostern zu. Ein Fest, welches uns „eine ins Leben“ führen möchte. Die Natur zeigt uns vor, wie dies gehen kann. In strahlend hellen und bunten Farben spielt das Leben alle Stücke – zieht der Frühling nach dunklen, nasskalten Wintertagen deutlich verfrüht ins Land, treibt das Leben zarte Blüten. Und doch kennen wir alle die Erfahrung, dass es nicht immer geradewegs „eine ins Leben“ geht“. Besonders spüren wir dies in Momenten, in denen
das Leben an seine Grenzen kommt, stockt, uns etwas ausbremst und am vollen Leben hindert.
Ostern beginnt nicht mit freudig fröhlichen Halleluja-Klängen, geschweige denn in strahlendem Licht. Früh morgens gehen die Frauen zum Grab, wie Trauernde, die zum Friedhof gehen. Siegehen zum Ort der Erinnerung, wo ihre Hoffnung begraben liegt. Dort angekommen zeigt sich eine Leerstelle, die sie ratlos und fragend zurücklässt. Das leere Grab macht es zunächst schwer, den Glauben an die Auferstehung nur ansatzweise zu wagen. Solange der Blick der Jünger und Jüngerinnen Jesu auf den Gekreuzigten bzw. das Grab gerichtet ist, ist der Zugang für den Lebendigen versperrt. Solange sie innerlich wie äußerlich auf Tod eingestellt sind, ist Leben und Auferstehung undenkbar für sie.
Will man Ostern feiern, so besagt das biblische Zeugnis, muss man zunächst einmal die Wirklichkeit aushalten; denn Ostern ist keine billige Umkehrung dessen, was am Karfreitag geschehen ist, - im Sinne von: „Es ist gar nichts passiert; er war gar nicht tot. Ihr habt euch nur getäuscht. Geht wieder nach Hause und Schwamm drüber!“ Im Gegenteil. Ostern sagt: Das Leid und der Schmerz ist real, und der Tod ist echt. Ostern wischt nicht einfach schnell alle Tränen von den Augen bzw. den Gesichtern der Menschen ab. Und doch ist der Tod nicht das Ende. Er markiert eine Wende / Grenze, wie der junge Mann den Frauen zu verstehen gibt.
Ostern ist ein kräftiger Schub des Lebens, der ansteckt und mitzieht. Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern die Liebe. Der Tod ist ein Weg raus aus den Gräbern der Isolation, der Verzweiflung, der Angst und Unsicherheit. Der Auferstandene nimmt die Seinen in diese Dynamik des Aufbruchs, des Lebens mit hinein. Er durchkreuzt, was am Leben hindert; bricht auf, was verschlossen ist. Durch seine Worte und Zeichen, wird der Blick klar und frei. Er geht auf sie zu, ermutigt sie, zieht sie regelrecht ins Leben – in das Geheimnis der Auferstehung - hinein. Langsam, aber stetig bricht das Leben in ihnen neu durch, geht es „eine ins Leben.“
Mit Ostern ist uns eine neue Perspektive geschenkt. Wir dürfen dem Leben trauen und ihm etwas zutrauen. Wir müssen nicht in unseren persönlichen Karfreitagen gefangen bleiben. Ostern ist eine Einladung, dem lebendigen und auferstandenen Herrn zu begegnen und dadurch die Freude am Leben wieder von Neuem zu gewinnen. Immer dort, wo Hoffnung, Zuversicht und Lebensfreude überhandnehmen und in uns wachsen, nimmt der Auferstandene uns mit „eine ins Leben“, zieht ER uns ins Leben und seine Fülle hinein.
Michaela E. Lugmaier, Ostern 2024.
Am Ende bist du ohnmächtig Holz,
aus dessen Dornen die Krone,
aus dessen Stämmen drückende Balken wurden.
Am Ende bist du ohnmächtig Kreuz,
denn durch das Blut,
das an dir floss,
entstand neues Leben.
Leben, das alle Ohnmacht überwältigt,
das den Stein,
der alles verschließen sollte,
ins Rollen brachte.
Ja, am Ende wird aus deiner Ohnmacht
ein Leben der Hoffnung und Fülle.
Ja, aus deinem Ende wird der Anfang,
der alles neu werden –
alles auf-er-stehen –
lässt.
Darum,
ja, darum,
bist du für uns das Symbol unseres Glaubens.
Beatrix Senft 2023.
Judas:
Verrat für dreißig Silberlinge
Petrus:
Auf diesen Fels werde ich meine Kirche bauen.
der eine – Verräter
der andere – Weggefährte, Vertrauter, Freund
Petrus
Ich kenne diesen Mann nicht!
Weggefährte, Vertrauter, Freund?
Jesu Tod am Kreuz
Ende
Oder Anfang?
Für wen?
Judas?
Petrus?
?
Wir alle:
mal Verräter
mal Weggefährten
mal Freund
Anfang für uns
für Judas
für Petrus
Immerwährender Neuanfang
das Alte bewahren
mit dem Neuen anfangen dürfen
Immer wieder neu
egal
ob Weggefährte
Freund
Verräter
Wir müssen nur wollen
Jetzt
und immer wieder
Edith Furtmann 2023.
Ostern – Auferstehung zum Leben
In einer Welt,
in der Kriege herrschen und Gewalt?
Auferstehung ist da,
wo Menschen dagegen aufstehen
wo sie Frieden schaffen
wo sie sich der Gewalt entgegenstellen
Ostern – Auferstehung zum Leben
In einer Welt,
in der Menschen ausgegrenzt werden,
weil sie nicht den Normen entsprechen,
weil sie fremd sind,
weil sie nicht erfolgreich sind,
weil sie am Leben scheitern?
Auferstehung ist da,
wo Menschen sich kümmern
wo sie Menschen hineinholen ins Leben
wo sie helfen
ohne Ansehen der Person
Ostern – Auferstehung zum Leben
In einer Welt,
in der die Erde ausgebeutet wird
in der Wohlstand wichtiger ist
als die Zukunft der Schöpfung?
Auferstehung ist da
wo Menschen genau hinsehen
wo sie versuchen, die Welt zu schützen
wo sie sich einsetzen für die Zukunft
wo sie erkennen, dass Gottes Schöpfung
geschützt werden muss und
Leben sich ändern
Ostern – Auferstehung zum Leben
in dieser unserer Welt,
in der so vieles falsch läuft?
Auferstehung ist da
wo Menschen aufstehen
wo sie wissen,
dass es auf sie ankommt
diese Welt
zu einer besseren zu machen
Auferstehung ist da
wo Menschen Jesus nachfolgen.
Edith Furtmann 2023.
Frühling
Die Natur erwacht
Wir feiern Auferstehung
Jesu Auferstehung vom Tod
Überall da,
wo Menschen aufstehen
gegen Unrecht und Gewalt
wo sie für ihren Nächsten sorgen
wo sie sich für Gottes Schöpfung einsetzen
ist Jesus lebendig
Stehen wir auf
Feiern wir Auferstehung
Edith Furtmann 2023.
Mensch wo bist Du?
Gott sucht uns:
Wenn wir uns verstecken
wie Adam und Eva
Weil wir wissen:
Wir haben Mist gebaut
Gott sucht uns:
Wenn er in unserem Alltag nicht vorkommt
weil wir glauben,
dass das normale Leben
eben nun mal nicht christlich sein kann
Gott, wo bist Du?
Wir finden ihn nicht:
Wenn unser Leben nicht nach Plan läuft
Wenn wir Menschen verlieren
Freundschaften zerbrechen
Partnerschaften nicht mehr tragfähig sind
Gott wo bist Du?
Wir finden ihn nicht
Wenn wir das Elend dieser Welt anschauen
Wenn wir nicht wissen,
wie wir mit den Flüchtlingen umgehen sollen
Mein Gott warum hast Du mich verlassen?
Fragt Jesus, selbst Gott und doch ganz Mensch
am Kreuz in Todesnot
Wo ist der Leichnam?
Fragen die Frauen am Grab
Gott ist da:
Wo Menschen die Flucht nicht überleben
Wo Menschen grausam gequält werden
Von Menschen,
in der Welt – aber auch hier in unserer Kirche
Gott ist da:
Wo wir ihn in unseren Alltag lassen
Wo wir hingucken
Wo wir anfassen
Wo wir aufhören, ängstlich zu schweigen.
Und überall da
geschieht Auferstehung
Heute
Hier und überall
Jetzt.
Edith Furtmann 2023.
Niedergeschmettert
ausgelaugt
vernichtet
am Ende
Alles aus und vorbei?
Hilflos, leblos, tot?
Karfreitag
Karsamstag
Unbemerkt wächst
im tiefsten Winter
der Keim, der im Frühling die Erde durchbricht.
Der Hoffnungskeim,
gesät in die Herzen,
lebt weiter.
Die Hoffnung kommt
nicht von den Mächtigen,
sondern vom Ohnmächtigen am Kreuz
und vom Gott, der zeigt:
Liebe ist stärker als der Tod.
Hinabgestiegen ins Totenreich
wird der Tod an der Wurzel gepackt,
und Hoffnung auf Leben
entsteigt
den zerbrochenen Pforten.
Johann Pock, inmitten von Russlands Krieg gegen die Ukraine und einer nicht enden wollenden Pandemie
Mitten
in die Anfechtungen dieser Zeit
des Jahres 2022
hinein
begegne ich –
auf ganz andere -
neue Weise –
Jesus von Nazareth
ER
der sich
im Auftrag Gottes –
den er liebevoll Vater nennt –
zu den Menschen aufgemacht hat
der mit ihnen gelebt und gelitten hat
der Zuspruch gegeben hat
und Aufrichtung
der Gemeinschaft gelebt
und begründet hat
der seinen Weg
in einer Wüstenerfahrung
bestätigt sah
einen Weg
den er bis zum Ende gehen sollte
einen Auftrag
der ihm viel abverlangte
ein Weg
durch Verrat
durch Leid und Schmerz
ein Weg
bis zum Kreuzestod
bis zur Grablegung
bis zum Verschließen des Grabes
bis zum „Aus und Vorbei“
IHM
darf ich
visionell
begegnen
wie er aus dem Grab tritt
IHM
der doch auch
ganz
Mensch war
darf
IHM
begegnen
wie er sich vielleicht „schüttelt“
weil auch er
etwas Zeit braucht
um diese
UNFASSBARKEIT
zu er-fassen
über das
was wirklich geschehen ist
ER -
der erneuert –
hervortritt und ruft:
Vater
ich habe deinen Auftrag
getreulich erfüllt
ich habe das Leben
mit den Menschen geteilt
ihnen deine
aufrichtende Menschenliebe
verkündet
und
für sie den Tod überwunden
JA
den Tod überwunden
Halleluja
Halleluja
Halleluja
und
es erfasst mich seine Freude
erfasst mich sein Jubel
gegen alle Anfechtungen
unserer –
meiner Zeit
sein Auf-ER-STEHEN
gilt auch uns
JA
gilt auch mir
HALLELUJA
HALLELUJA
HALLELUJA
Beatrix Senft, 2022
Wir loben dich
Jesu Einzug in Jerusalem
Das letzte Abendmahl
Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern
Überall ist Golgatha
Die Leiden Jesu Christi und dieser Welt heute sind eins
Das Kreuz des Jesus Christus
Zur Meditation
Deinen Tod o Herr verkünden wir
Lobpreis für den Überwinder des Todes
Lied vom Ostermorgen
Befreiung zum Neubeginn
Der Herr sei mit euch
Gruß der Jünger Jesu – heute
Welcher Engel wird uns sagen
Für eine ganz persönliche Auferstehung
(c) Reinhard Burchhardt
Auferstehen
aus aller Enge
Auferstehen
aus Einsamkeit und innerer Leere
Auferstehen
aus Streit und Unversöhnlichkeit
Auferstehen
aus Angst und Zweifel
Auferstehen
aus Tränen und Leid
Auferstehen
aus Not und Gefahr
Auferstehen
aus Hoffnungslosigkeit
Auferstehen
aus Lieblosigkeit und Hass
Auferstehen
aus aller Unmenschlichkeit
Auferstehen
aus dem Tod
Auferstehen
und leben
Ewig leben
Helene Renner, Still werden und beten, Kommuniongedanken. Hrsg. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten, 2016.
Du fragst mich
ob ich
nach
Verrat
Festnahme
Verurteilung
Dornenkrone
Verschmähung
Verspottung
Geißelung
Aufstieg zum Golgatha
Kreuzigung
Abstieg in den Tod
und
Grablegung
wirklich
an die Auferstehung Jesu
glauben kann?
Du fragst mich
ob ich
nach all der Not
all dem Leid
all den Krankheiten
all den Katastrophen in der Welt
nach all den persönlichen
Auf- und Abstiegen
nach allen persönlichen Anfechtungen
nach all dem
was Krankheit mir
und uns gerade abverlangt
noch an Auferstehung glauben kann?
JA
daran will ich glauben
daran will ich festhalten
mitten im Tag
und
als Hoffnung
über Raum und Zeit
in dem Vertrauen
auf eine Unvergänglichkeit
eben bis in
SEINE EWIGKEIT.
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Wo Menschen
aus ihrer Enge finden
Wo Hoffnung
neu entsteht
Wo Zuversicht
wachsen kann
Wo Ängste
überwunden werden
Wo Versöhnung
geschieht
Wo Freude
das Leben prägt
Wo Türen
plötzlich offen stehen
Wo Steine
weggewälzt werden
Wo Liebe
spürbar wird
Überall da
ist Auferstehung
Helene Renner, Still werden und beten, Kommuniongedanken. Hrsg. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten, 2016.
Die Osterkerze brennt
sie brennt für alle
für die Hoffnungslosen
als Zeichen der Hoffnung
für die Verzagten
als Zeichen der Zuversicht
für die Mutlosen
als Zeichen neuer Kraft
für die Suchenden
als Zeichen des Heils
für die Friedlosen
als Zeichen der Sicherheit
für die Einsamen
als Zeichen der Gemeinschaft
für die Freudlosen
als Zeichen neuen Jubels
für uns alle
als Zeichen der Auferstehung
als Zeichen neuen Lebens
Helene Renner, Still werden und beten, Kommuniongedanken. Hrsg. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten, 2016.
Du Auferstandener
Bist hinabgestiegen
In den Tod
Und zu allen,
die er in sich begraben hat.
Steig auch in mir hinab
Bis in alles, was in mir tot ist,
und zu allem,
was auf Dein Leben wartet
und Dein Licht.
Du bist wahrhaft auferstanden
Aus dem Grab
Und führst die Toten ins Leben,
die Verdunkelten ins Licht
und die Sünder in die Versöhnung
des Vaters.
Steh auch auf in mir
Aus meinen Gräbern,
und hebe, was in mir tot ist, ins Leben,
mein Unansehnliches in den liebenden Blick
und meine Schuld in die wartenden Arme
des Vaters.
Amen.
Georg Lengerke, Du bist Gott, der Sohn, in: Youcat, München 2011.
Mit diesen Sätzen beginnt der zweite Hauptteil des Kolosserbriefes mit den Ermahnungen für das Leben der Gläubigen. Der Abschnitt knüpft bei der Briefthese in Kol 2, 12 an: „Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe,; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.“ Die Ermahnungen setzen beim Ostergeschehen ein. Christus ist auferstanden, er ist nicht mehr hier auf Erden, sondern droben im Himmel. Er sitzt auf dem Thron Gottes an dessen rechter Seite. Dort hat er teil an Gottes Herrschaft über die Welt.
Deshalb sollen die Gläubigen ihre Gedanken auf den Auferstandenen richten. Im Himmel ist das Reich Gottes schon offenbar. Es ist das Reich seines lieben Sohnes, ein Reich der Erlösung und Vergebung(1,13f). Dort ist Leben und Seligkeit, dort herrschen Gerechtigkeit, Friede und Freude (Röm. 14, 17). Auf der Erde treibt der sterbliche Leib mit seinen Gliedern noch sein Unwesen in bösen Taten (Kol 1, 21), in den Lastern der Unzucht und der Unreinheit, der Begierde und der Habsucht (3, 5). Aber der Vater im Himmel hat die Gläubigen von der Macht der Finsternis errettet und durch die Taufe in das Reich seines lieben Sohnes versetzt (1, 21). Durch den Glauben befinden sie sich gewissermaßen schon im Himmel.
Deshalb sollen die Christen sich mit ihren Gedanken in den Himmel versetzen. Sie sollen ihr Leben aus der Perspektive des Auferstandenen betrachten, sozusagen von oben auf ihr Verhalten schauen. Das Sinnen und Trachten, wie es die unerlöste Welt beherrscht, sollen sie hinter sich lassen. Stattdessen sollen sie sich schon jetzt leiten lassen von den Gedanken des Friedens und der Freude. Am Ende wird im Lichtglanz der göttlichen Herrlichkeit alles offenbar werden, was im Glauben erst erhofft wird. Am, Ende der Zeiten wird auch auf Erden eintreten, was jetzt schon im Himmel Wirklichkeit ist.
Ulrich Heckel, in: Ulrich Fischer, Maria Jepsen, Rosemarie Wenner, Fredericke von Kirchbach, Paul Werner Scheele, Joachim Wanke, Mit der Bibel durch das Jahr 2013, Ökumenische Bibelauslegungen, Freiburg 2012.
Ostern ist das große Fest der Liebe, die stärker ist als der Tod. Ostern feiern wir das Trotzdem dieser Liebe. Im Gegensatz zum rechthaberischen Trotz ist das widerständige Trotzdem eine prophetische und hoffnungsvolle Haltung. Ich möchte zeigen, wie stark die Bibel geprägt ist von Trotzdem-Haltungen und Trotzdem-Personen; und dass dies gerade in der Karwoche und zu Ostern Hoffnung und Mut geben kann.
Der ganze Text >>>
tehocare.network: Theologie im zeichen von (Post)Corona. Hrsg. Institut für Praktische Theologie der katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien,
Wenn wir auch dieses neue Leben Jesu nur ahnen, uns aber keine Vorstellung davon machen können, so können wir doch ganz klar sagen, was Auferstehung Jesu für uns und unseren Glauben bedeutet. Dazu halten wir uns am besten an das 15. Kapitel des ersten Korintherbriefes. „Dies nämlich“, sagt Paulus, „ist die Erstüberlieferung, die ich euch so weitergegeben habe, wie ich sie selbst empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, nach den Schriften; und ist begraben worden. Und er ist auferweckt worden am dritten Tage, nach den Schriften; und ist Kephas (=Petrus) erschienen und dann den Zwölfen. Danach ist er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erschienen; die Mehrzahl von ist noch am Leben, einige aber sind schon entschlafen. Danach ist er Jakobus erschienen und dann den Aposteln insgesamt. Zuletzt von allem ist er auch mir erschienen...(1Kor 15, 3 – 8). Paulus hat diesen Text „empfangen“, er zitiert eine „Erstüberlieferung“ aus den ersten Jahren der Kirche. Und die schildert uns nicht viele Einzelheiten, dafür aber, in der Art eines Glaubensbekenntnisses, das, worauf es ankommt. Das erste ist die Feststellung: Jesus ist gestorben; man hat ihn begraben – an seinem Tod kann keiner zweifeln. Diesen gestorbenen und begrabenen Jesus aber hat Gott „auferweckt“ – also auf jeden Fall aus dem Tod herausgerissen. Diese haben eine begrenzte Anzahl von Zeugen dadurch erkannt, dass er ihnen „erschienen“ ist, und sie haben das, offenbar seiner Absicht gemäß, weitergesagt, wie Paulus es an dieser Stelle auch immer wieder tut. So ist die Kirche entstanden. Alles andere, was wir sonst noch wissen möchten und vielleicht auch wissen können, ist jedenfalls nicht entscheidend.
Das Rätselhafteste an diesem Text ist der Ausdruck „er ist erschienen“. Warum sagt man nicht kurzerhand: ER ist wieder zu ihnen gekommen“ oder: „Man hat ihn gesehen, gehört, berührt“? Weil der Verfasser des Textes etwas ganz Bestimmtes einschärfen will: „Erschienen“ ist ein Ausdruck, den die Bibel gern verwendet, wenn von Gottes Herrlichkeit die Rede ist. Der begrabene Jesus „erschien“, das heißt: Er kam, umkleidet mit Herrlichkeit Gottes. Das weist wieder in die gleiche Richtung, in die auch die Evangelien weisen: Jesus gehört nicht mehr in unsere Welt – nicht etwa, weil er doch nicht wahrhaft auferstanden wäre, sondern weil sein Leben jetzt so unvorstellbar vollkommen ist, wie es nur das Leben Gottes selbst sein kann.
Paulus zitiert das alte Glaubensbekenntnis, weil er dadurch seine Lesern klarzumachen hofft, dass sie einige falsche Auffassungen über das Schicksal der Toten berichtigen müssen. „Wenn nun schon von Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt worden ist, wie können da einige unter euch behaupten, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist nichtig, was wir verkündigen, nichtig auch, was ihr glaubt“(1 Kor 15, 11 – 14). Das ist es also: Christi Auferstehung bedeutet Hoffnung für unser dem Tod verfallenes Leben – auch dann noch, wenn wir nach wie vor sterben müssen. So untrennbar ist beides miteinander verbunden, dass Paulus umgekehrt schließen kann: Wenn keine Auferstehung der Toten, dann auch keine Auferstehung Christi. Das Undenkbare aber soll man nur einmal eine Augenblick zu denken versuchen, dann wird alles schwarz vor den Augen: Verkündigung und Glaube werden „nichtig“, werden ein Unsinn.
Aus: Otto Herrmann Pesch, Kleines katholisches Glaubensbuch, Kevelaer 2009.
Vielleicht können wir zusammenkommen und miteinander feiern
Vielleicht werden wir zur Normalität zurückkehren oder auch nicht
Vielleicht wird vieles nicht mehr schwer, sondern leichter sein
Viel-leicht, das wäre schön
Viel Licht tut gut
Viel Lichtvolles erwarten wir
Viel Licht erhellt das Dunkle um uns und in uns
Viel Licht, das wäre schön
Oster-Licht wird entzündet
Oster-Licht der Auferstehung wird geschenkt
Oster-Licht werden wir sehen
Oster-Licht, das ist schön
Oster-leicht, denn der Stein ist weg
Oster-leicht wird Glaube sein
Oster-leicht wird Leben sein
Gabi Ceric / März 2021
Ein Freudenjubelruf
der sich verbreiten will
sich in die Länge zieht
auskostend die Vokale
sich immer höher schraubt
von einem Vers zum anderen
hinauf zu himmlischen Höhen
um wie ein Glockenton
zu verkünden:
„Auferstanden ist der Herr!“
Ilse Pauls
Weinend am Grab,
unverständlich der Engel Wort,
einen Mann sehen und glauben,
es sei der Gärtner –
erst der Klang meines Namens „Maria“
weckt die Erinnerung in mir –
so hat ER mich immer gerufen.
Umgewandt erkenne ich:
ER ist es: mein Meister und Lehrer,
Rabbuni
rufe ich –
und falle ihm zu Füßen.
Ilse Pauls
Corona hat unser Land verändert. Ich meine nicht den Stillstand und die plötzliche Ruhe auf den Straßen und Plätzen. Ich meine – nach all dem Hass, dem Rassismus und der Spalterei der letzten Zeit – das freundliche Gesicht, das unsere Gesellschaft angesichts der großen Herausforderung durch das Virus zeigt.
Ganzer Beitrag >>>
gefunden auf www.tagespiegel.de - 26-3-2020
Viele von euch fragen sich, wie sie in diesen außergewöhnlichen Zeiten sich sinnvoll einbringen können. Wir haben euch ein paar Dinge zusammengeschrieben, für die ihr euch ehrenamtlich engagieren könnt.
Ganzer Beitrag >>>
gefunden auf www.logo.at
Nicht erst,
wenn alle Mißverständnisse
weggeräumt sind,
sondern
wenn ich alles
vergeben habe.
Wenn der schwere Stein
meiner Traurigkeit
vom Herzen weggeweint ist
und ich wieder
Hoffnung habe.
Wenn ich nicht mehr
flüchten will,
sondern mich
auf den Weg mache
zu meinen Brüdern und Schwestern.
Dann erst
werde ich IHM begegnen
in den Gesichtern
der geringsten meiner Brüder,
in Seinem Wort,
in Seinem Brot.
Dann erst werden mir
die Augen aufgehen,
und mein totes Herz
lebt wieder
und brennt für Dich
Ilse Pauls
Zu Paul Celans Gedicht „Zürich, Zum Storchen“
Den goldenen Schimmer der Auferstehung
lass uns hinüberretten in den Alltag.
Seinen Glanz bewahren,
seine Gegenwart erspähen
in manchen Bildern,
Offenbarungen,
Gesprächen …
Es gibt Worte,
die Glanz innehaben,
Blicke, die strahlen,
Begegnungen,
die Ewigkeit ahnen lassen …
Lass uns das Hellwort finden,
das uns trägt,
das mit uns geht.
Ilse Pauls
Licht-Strahlen streifen
sanft und leise
die Augen
verkünden den Anbruch
eines neuen Tages
die sprengende Leucht-Kraft
der Morgensonne
weckt die müden Lider
durchflutet den Raum
mit buntem Farbenzauber
Strahlen brechen
mit eleganter Leichtigkeit
Schatten und Licht
ziehen eine Leucht-Spur
der Hoffnung
kraftvoll und stark
jeden Tag neu
ist dieser Licht-Einfall -
durchdringender
als jedes Dunkel der Nacht
spürbar durchdrungen
vom Licht des Ostermorgens
verklingt die Trauer
wiegt das Herz wieder leicht
wenngleich Narben zurückbleiben
im Aufgang der Sonne
erscheinen die Dinge
in einem anderen Licht
gibt es Hoffnung - österliche Zuversicht!
Michaela E. Lugmaier, Ostern 2017
Linzer Bischof verortet Leibfreundlichkeit des Christlichen in Werken der Barmherzigkeit, in Sakramenten, in leiblicher Auferstehung und auch in der leiblichen Liebe.
Linz, 24.3.2016 (KAP) Mit Ostern setzt Gott ein "Ausrufezeichen" mit der Botschaft "Ich mag den Leib". Entgegen allen Klischees von christlicher Leibfeindlichkeit sieht der Linzer Bischof Manfred Scheuer viele Elemente einer "Leibfreundlichkeit des Christlichen". Er verortete diese in einem Oster-Interview der Linzer "KirchenZeitung" in den leiblichen Werken der Barmherzigkeit, in den sinnlich erfahrbaren Sakramenten, und ebenso im Glauben an die Auferstehung auch des Fleisches, den die Christen bekennen. Als weitere Beispiele nannte Scheuer die leibliche Liebe, "in den Dimensionen von Agape, Caritas, aber auch von Freundschaft und Eros".
In der heutigen Gesellschaft gebe es zwar die "Betonung einer vordergründigen Leibfreundlichkeit", jedoch sind viele der alltäglichen Erfahrungen nach den Worten des Bischofs leibfeindlich. Bei der Arbeit werde der Leib oft losgelöst vom ganzen Menschen gesehen, in der Medizin werde der Leib manchmal "wie ein Motor" behandelt, "den man repariert" und der zu funktionieren habe. Es gehe aber vielmehr darum, "auf den Rhythmus des Leibes zu achten und auf seine Signale zu hören", erklärte der leidenschaftliche Bergwanderer.
Ostern ist für Scheuer "das Zusammen von Tod und Auferstehung" und somit mehr als nur ein Frühlingsfest, als welches von vielen der Palmsonntag empfunden werde. Auferstehung knüpfe an eine menschliche Ursehnsucht an, die über den Tod hinaus auf eine Versöhnung von Glück und Gerechtigkeit hofft.
Wenn Umfragen einen hohen Prozentsatz an Christen ergeben, die nicht an die Auferstehung glauben, stelle sich für ihn - so Scheuer - die Frage: "Finden sich die Leute einfach ab damit, dass Menschen kaputtgehen und das eigene Leben sinnlos ist? Das wäre schon ein Alarmzeichen." Denn das würde nach den Worten des Bischofs bedeuten, "dass todbringende Kräfte letztlich obenauf sind". Der Auferstehungsglaube sei auch ein Fingerzeig dafür, ob "wir das Leben lieben und annehmen können, oder finden wir uns eigentlich ab mit den offenen oder versteckten Formen des Todes?"
Für "kritische und solidarische Zeitgenossenschaft"
Zu Ostern ist laut Scheuer "die Gegenwart der leiblichen und auch durch das Leid hindurchgehenden Liebe Gottes" besonders erfahrbar. Gott fordere die Kirche zugleich auf, an den konkreten Menschen mit ihren Freuden und Hoffnungen, ihrer Trauer und Angst dranzubleiben. "Das gelingt uns manchmal besser, manchmal schlechter." Der Linzer Bischof plädierte für eine "Zeitgenossenschaft" der Kirche, die nicht einfach Angleichung bedeute. "Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet, erlebt sich schnell als Witwer", zitierte Scheuer den dänischen Philosophen Sören Kierkegaard. "Mir geht es um eine kritische und solidarische Zeitgenossenschaft", betonte der Bischof.
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Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
Marie Luise Kaschnitz in: Georg Langenhorst, Gedichte zur Bibel. Texte – Interpretationen – Methoden. Ein Werkbuch für Schule und Gemeinde. Kösel Verlag, München 2001.
Das sich von Gott her empfangend-schenkende Leben steht unter der von Christus verbürgten Hoffnung ewigen Lebens. Und hier bekommt das christliche Menschenbild seinen letzten Akzent. Wer auf Tod und Auferstehung Christi schaut, für den ist nichts ausgeschlossen von der universalen Heilsmöglichkeit Gottes, der in der Ohnmacht der Gnade, der versöhnenden Kraft des Leidens und in der Herrschaft sich hingehender Liebe, inmitten des Elends, hier und heute den Tag des Heils beginnt.
Das ist eine harte Rede, und man möchte widerstreben. Aber nur so hat Jesus Christus den wirklich Hoffnungslosen auf dieser Welt die Hoffnung Gottes gebracht. Die Zukunft des Menschen hat im gekreuzigten und auferstandenen Messias schon begonnen. »Wer glaubt, flieht nicht mehr, weder in die unberührbare Ironie, noch in die trotzige Utopie. Er flieht nicht sozialromantisch in die goldene
Vergangenheit. Er emigriert nicht innerlich in die Reinheit des Herzens. Er verliert sich auch nicht mehr in Träume von einer besseren Welt. Er findet überraschenderweise »Frieden mitten im Streite und das versöhnende Ja mitten im berechtigten Nein« (Jürgen Moltmann).
Das christliche Menschenbild vertritt keinen billigen Optimismus, es verniedlicht nicht die Situation des Menschen.103 Der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn ist unser Realismus mit einer außerordentlichen Portion Hoffnung. Es ist ein »hellsichtiger Realismus«. Die Hoffnung aber ist eine Zukunft, die auf mich zukommt und nicht von mir gemacht wird. Das ist Hoffnung im christlichen Sinn. Sie ist Hoffnung gegen alle Hoffnung, Hoffnung der Zukunftslosen.
Nicht die Prognose über einen Menschen ist entscheidend. Gegenüber einem Behinderten, dessen Zukunft im Sinne der Prognose gering ist, kann ich immer noch eine Hoffnung aussprechen und mit ihm leben, die von Gott auf ihn zukommt. Gott wird an jenem Tag alle Tränen abwischen. Und wir haben die Zusicherung Gottes, dass bei der Auferstehung des Fleisches alles Gute im Himmel und auf Erden in allen Umwandlungen nicht verloren gehen wird. »Ewiges Leben« heißt der alte Name für solches Glück ohne Ende. Diese Hoffnung macht uns heute menschlich, wenn ich Träger dieser Hoffnung sein will.
Aus: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Und diese ersten Zeuginnen und Zeugen verkünden die Auferstehung Jesus Christi. Sie sagten es weiter, was die Begegnung mit dem Auferstandenen an Hoffnung und Zukunft schenkt.
Der Glaube an den Auferstandenen bewirkt in seinem Namen die Vergebung der Sünden. "Durch seine Wunden sind wir geheilt" und damit auch befähigt, Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung zu sein, mit ihm zu essen und zu trinken.
Die Rede schließt mit der neuartigen Erkenntnis des Petrus vom Heil für alle Menschen: „Jeder, der an ihn glaubt, empfängt durch seinen Namen die Vergebung der Sünden“ (V. 43). Für die heutigen Hörer/-innen ist dies zuallererst ein ganz persönlicher Zuspruch: „Auch mir sind meine „Sünden vergeben“, d.h. ich bin befreit von dem, was mich innerlich fesselt und an erfülltem Leben hindert. Diese Erlösung muss ich mir nicht verdienen, sondern das Heil ist mir geschenkt, wenn ich bereit bin, darauf zu vertrauen, dass in Jesus Gott damals wirkte und heute noch wirkt.“ Zugleich fordert dieser Gedanke uns als Christen heute aber auch heraus: Wenn das Heil jedem geschenkt wird, der bereit ist, an Christus zu glauben, hat kein Christ das Recht einem anderen Menschen darüber hinaus Bedingungen zu stellen oder ihn als unwürdig zu verurteilen. Dieses Umdenken kann für manchen ein schwieriger Prozess sein. Da ist es tröstlich, dass auch Petrus einer Vision und Weisung Gottes bedurfte, um seine engstirnigen Vorstellungen zu überwinden und schließlich die bereits von Gottes Geist erfüllten „Heiden“ im Namen Jesu zu taufen. (vgl. Apg 10,44-48).
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr C4/2010. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2010, S. 24-38.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz