Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Am Pfingsttag trat Petrus auf,
zusammen mit den Elf;
er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem!
Dies sollt ihr wissen,
achtet auf meine Worte!
Jesus, den Nazoräer,
einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat
durch Machttaten, Wunder und Zeichen,
die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst -
ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen
hingegeben wurde,
habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen
ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit
und auferweckt;
denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
David nämlich sagt über ihn:
Ich hatte den Herrn beständig vor Augen.
Denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke.
Darum freute sich mein Herz
und frohlockte meine Zunge
und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen;
denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis,
noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.
Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt,
du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.
Brüder,
ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden:
Er starb und wurde begraben
und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag.
Da er ein Prophet war
und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte,
einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen,
sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus:
Er gab ihn nicht der Unterwelt preis
und sein Leib schaute die Verwesung nicht.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt,
dafür sind wir alle Zeugen.
Zur Rechten Gottes erhöht,
hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen
und ihn ausgegossen,
wie ihr seht und hört.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Von der Huld des Herr will ich ewig singen. - Kv
Oder: Kv - Halleluja. – Kv
(Oder GL 657,3)
Von der Huld des HERRN will ich ewig singen,
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet,
im Himmel deine Treue gefestigt. - Kv
"Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand
und von Geschlecht zu Geschlecht gründe ich deinen Thron." - Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern,
an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.
Ihr habt es angenommen;
es ist der Grund, auf dem ihr steht.
Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden,
wenn ihr festhaltet an dem Wort,
das ich euch verkündet habe,
es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.
Denn vor allem habe ich euch überliefert,
was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich;
die meisten von ihnen sind noch am Leben,
einige sind entschlafen.
Danach erschien er dem Jakobus,
dann allen Aposteln.
Zuletzt erschien er auch mir,
gleichsam der Missgeburt.
Ob nun ich verkünde oder die anderen:
Das ist unsere Botschaft
und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
An diesem Sonntag steht auch die 2. Lesung in thematischer Verbindung zur 1. Lesung und zum Evangelium - und kann als sich entwickelnde Einheit betrachtet werden:
Herrlichkeit Gottes in der Theophanie des Jesaja, Herrlichkeit Gottes im Wort der Predigt Jesu und in der Überfülle des reichen Fischfangs, Herrlichkeit Gottes in der Erscheinung Jesu als Auferstandener für die Apostel und für Paulus, Erkenntnis der Unzulänglichkeit bei Jesaja, Petrus und Paulus, Reinigung, Indienstnahme und Zustimmung.
Deshalb wären wohl alle drei Texte zu verlesen und könnten in ihrem inneren Zusammenhang ein Thema der Verkündigung sein: unzulängliche Menschen sind berufen, Gottes allumfassendes Heil und die überreiche Fülle seines Lebens zu bezeugen:
- Jesaja: die Rettung des "heiligen Restes" durch Gott,
- Petrus: die Rettung der Menschen im Wirken der Kirche,
- Paulus: die Rettung der Menschen durch die "unverdiente Gnade" des Auferstandenen.
Zum zeitlichen Ablauf:
Die Bekehrung des Paulus ist etwa für die Zeit 30-32 einzuordnen. Um das Jahr 50 entstand die Gemeinde in Korinth, bei deren Organisation Paulus entscheidend mitgewirkt hat. Im Sommer 51 verlässt Paulus Korint und bald stellen sich Misstände und Probleme ein:
Streitigkeiten zwischen Judenchristen und Heidenchristen, zwischen arm und reich treten auf, Missstände beim Gottesdienst werden erkannt und vor allem wird die Meinung laut, Paulus sei nicht rechtens Apostel und die Auferstehung könne es gar nicht gegeben haben. Diese Vorwürfe machen ihm zu schaffen und spiegeln sich wider in dem Brief, den er ca. 54/55 aus Ephesus nach Korinth geschrieben hat.
Verse 1-8 befassen sich mit Christus, die Verse 9-11 mit Paulus selbst.
Verse 1-2:
Paulus weist hin auf eine wohl in der jungen Gemeinde bestehende Glaubensformel, die er "Evangelium" nennt. Diese Glaubensformel ist nicht nur inhaltlich, sondern sogar wörtlich festzuhalten.
Der Glaube an die Auferstehung ist der Grund, auf dem Verkündigung und Leben stehen, Halt für Gegenwart und Zukunft.
Verse 3-8:
Wenn wir davon ausgehen, dass der Brief lange vor den Osterevangelien geschrieben ist, und Paulus betont, dass er keine neue Botschaft verkündet, dann finden wir hier eins der ältesten schriftlichen Zeugnisse des vorhandenen Osterglaubens, der sich wörtlich ausgeformt hat. Diese Formel hat Paulus "empfangen" - das verweist auf eine verlässliche Überlieferungskette.
Der Tod Christi stellvertretend und zugunsten der Menschen geschieht der Schrift gemäß (vgl. Gen 22; Ex 12; Jes 53; Ps 16,10...)
Die Liste der Auferstehungszeugen beginnt mit Petrus, führt über den Zwölferkreis, führt über fünfhundert Brüder hin zu allen Missionaren der jungen Gemeinde.
Vers 8:
Paulus reiht sich in den Kreis der Zeugen ein, obwohl es ihm nicht zusteht. "Fehlgeburt - Missgeburt" meint wohl mehr das Verhalten vor der Bekehrung - vor der neuen geistlichen Geburt.
Verse 9-10 begründen nun, warum Paulus rechtmäßiger Verkünder des Evangeliums ist, trotzdem er die Kirche verfolgt hatte: Gottes Gnade wirkt in ihm.
Vers 11 ist gleichsam noch einmal eine Zusammenfassung seines Anliegens.
Im 15. Kapitel seines 1. Korintherbriefes entfaltet Paulus die Auferstehungshoffnung der Christen. Der Apostel erinnert an das Evangelium, das er in Korinth verkündet hat. Dabei hat er das Evangelium auch nur empfangen, ohne etwas davon wegzunehmen oder hinzuzutun.
Das Evangelium ist hier kein Erzählzusammenhang, sondern die Zusammenfassung dessen, was die Christusbotschaft ausmacht: für unsere Sünde gestorben, begraben und am dritten Tage auferweckt - und Tod und Auferweckung "gemäß der Schrift" (=AT). Wir haben hier eine der ersten "Kurzformeln" des Glaubens vor uns - oder das Urbekenntnis überhaupt.
Welche Bedeutung dieses Bekenntnis hat, erläutert Paulus mit dem Wort "erscheinen". Jesus ist dem Kephas (Petrus) erschienen, den Zwölf, mehr als fünfhundert Brüdern - und als "Letztem" auch ihm, Paulus. Paulus nennt sich eine "Missgeburt“ und spielt auf seine Biographie an. Was "erscheinen" heißt, ist unterschiedlich erfahrbar und erfahren worden. Was sie alle verbindet, denen Jesus "erschienen" ist, ist, dass sie Zeugen seiner Auferweckung geworden sind (passiv!).
Leider hat Paulus die Frauen "vergessen", die nach dem einhelligen Zeugnis der Evangelien die ersten Zeugen der Auferweckung wurden. Aber: das Evangelium, wie es von Paulus den Korinthern in Erinnerung gerufen wird, ist das "erste" überhaupt - die Evangelien sind später entstanden.
Paulus formuliert sehr dicht: "das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt".
Die heutige 2. Lesung ist das älteste Schriftzeugnis über die Auferstehung Jesu (um 55/57 n. Chr.) und ist damit älter als die Auferstehungsberichte der Evangelien. Das Zentrum bildet die Bekenntnisformel des Paulus, die er vermutlich selber aus früherer Tradition übernommen hat und in Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu zusammengefasst hat (Vers 3).
Paulus selbst hat in seinem Damaskuserlebnis Jesus als den Lebenden erfahren (Apg 9,4). Er kennt eine ganze Reihe von Augenzeugen , denen der Auferstandene erschienen ist.
Halleluja. Halleluja.
Brannte nicht unser Herz,
als der Herr unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
Am ersten Tag der Woche
waren zwei von den Jüngern Jesu
auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Und es geschah:
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge,
über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Da blieben sie traurig stehen
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm:
Bist du so fremd in Jerusalem,
dass du als Einziger nicht weißt,
was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet,
mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer
haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft,
dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag,
seitdem das alles geschehen ist.
Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis
haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht.
Als sie zurückkamen,
erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen
und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab
und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
deren Herz zu träge ist,
um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Christus das erleiden
und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar,
ausgehend von Mose und allen Propheten,
was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn
und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend,
der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und es geschah:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan
und sie erkannten ihn;
und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns,
als er unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf
und kehrten nach Jerusalem zurück
und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Diese Erzählung von den Emmausjüngern findet sich nur bei Lukas. Der Evangelist reflektiert die Osterereignisse in Form einer Erzählung. Dabei werden geschickt alle Elemente des Auferstehungsglaubens der ersten Christen in einen erzählerischen Zusammenhang gebracht:
- Die Überlieferung vom Tod Jesu;
- Die Kunde vom leeren Grab;
- Die Botschaft, daß er lebe.
Noch fehlt den beiden Jüngern der Glaube. Wie die Urkirche deutet ihr noch nicht erkannter Begleiter die Ereignisse vor dem Hintergrund des Alten Testamentes, "ausgehend von Mose und den Propheten", als "göttliches Muß".
Erst beim Mahl - die Sprache gleitet dabei über in die Sprechweise der urchristlichen Eucharistiefeier - erkennen die Jünger den Auferstandenen. Dieser läßt sich jedoch nicht festhalten, er entschwindet ihnen. Das Erkennen des Auferstandenen führt unmittelbar in die Verkündigung. Sie brechen unverzüglich auf, um das Erfahrene weiterzutragen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten,
verließen sie sogleich das Grab voll Furcht und großer Freude
und sie eilten zu seinen Jüngern,
um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen
und sagte: Seid gegrüßt!
Sie gingen auf ihn zu,
warfen sich vor ihm nieder
und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Fürchtet euch nicht!
Geht und sagt meinen Brüdern,
sie sollen nach Galiläa gehen
und dort werden sie mich sehen.
Noch während die Frauen unterwegs waren,
siehe, da kamen einige von den Wächtern in die Stadt
und berichteten den Hohepriestern alles, was geschehen war.
Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss,
die Soldaten zu bestechen.
Sie gaben ihnen viel Geld
und sagten: Erzählt den Leuten:
Seine Jünger sind bei Nacht gekommen
und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
Falls der Statthalter davon hört,
werden wir ihn beschwichtigen
und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
Die Soldaten nahmen das Geld
und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte.
Und dieses Gerücht
verbreitete sich bei den Juden bis heute.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Was ist zu Ostern wirklich geschehen? Die Auferstehungserzählungen bieten unterschiedliche Zugänge zu diesem Glaubensgeheimnis. Es lohnt sich, der Verwendung des in der Bibel selten gebrauchten Wortes "Missgeburt" nachzugehen.
Zwei Menschen gehen traurig nach Hause. 60 Stadien, heißt es, seien sie gegangen – nicht viel, aber lang genug, um mit sich alleine zu sein. 60 Stadien – etwa 11 km. 2 Stunden? Mit Erinnerungen, Enttäuschungen, Fragen. Hin und her. Immer wieder. Jesus, ihr Freund, ihr Herr, war aufgehenkt worden. An einem Kreuz. Schlimmer konnte ein Tod nicht sein. Jetzt, wo alles am Ende ist, treten die beiden die Rückkehr an. Emmaus. 60 Stadien entfernt – auf einmal eine andere Welt. Sie ist nicht mehr vertraut wie einst, als sie aufgebrochen waren. Wie früher ist jetzt nichts mehr. Hoffnungslosigkeit ist staubig wie der Weg. Die Zungen liegen schwer im Mund.
Dann gesellt sich eine dritte Figur dazu. Die beiden haben sie nicht kommen sehen. Sie waren so sehr mit sich und ihren Gedanken beschäftigt, dass alles um sie herum verschwand. Aber der unbekannte Dritte geht mit, lässt sich erzählen, alles, alles, was sich zugetragen hat. Die ganze Geschichte. Die Erinnerungen, Enttäuschungen, Fragen.
Manchmal muss eine dritte Figur auftauchen! Ganz unbekannt. Einfach so…
Lukas, der am Ende seines Evangeliums diese Geschichte von den Emmausjüngern erzählt, hat das Geheimnis längst gelüftet: Der unbekannte Dritte – das ist Jesus. Aber er scheint jetzt ganz anders auszusehen als früher. Jedenfalls wird er nicht erkannt! Wir wissen jetzt mehr als die Jünger! Ein Glückfall. Ob das der Schachzug des Evangelisten ist? Mit verweinten Augen klar sehen!
Eigentlich ist das eine fromme Szene. Der unbekannte Dritte legt den beiden Trauernden das Evangelium aus: Jesus musste doch sterben – aus Liebe. Hat er das nicht immer gesagt? Nicht immer getan? Zu Lebzeiten sowieso. Jetzt immer noch. Selbst im Tod!
Musste nicht der Christus das erleiden
und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar,
ausgehend von Mose und allen Propheten,
was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
Herrlichkeit! Ein schönes Stichwort! Leben! Durch Leiden, durch Tod hindurch. Der Focus verändert sich im Gespräch: Was die beiden gesehen und erlebt haben, in Jerusalem, auf dem Galgenberg – wird in einen so großen Horizont gestellt, dass darüber der Himmel aufgeht! Ich bin fasziniert: Das geschieht in einem Gespräch! Der unbekannte Dritte hört zu, der unbekannte Dritte legt die Schrift aus, der unbekannte Dritte – öffnet den Himmel.
Der Weg ist staubig. Die Augen sind verweint.
Manchmal muss eine dritte Figur auftauchen! Ganz unbekannt. Einfach so…
Was ich jetzt so sehe, ist, dass drei Menschen auf einem gemeinsamen Weg sind. Zwei von ihnen sind in Emmaus zu Hause, der Dritte gesellt sich zu ihnen. Das Gehen hat hier eine eigene Bedeutung. Keiner bleibt stehen. Von hinten betrachten, haben die drei, die jetzt unterwegs sind, ein gemeinsames Ziel. Immer geradeaus. Die Vorstellung, von hinten auf die Szene zu schauen, gefällt mir. Nicht nur mir. Es gibt Bilder, die uns – die Rücken zeigen. So mancher Künstler, so manche Künstlerin hat darin eine Meisterschaft entwickelt, drei Menschen in die Zukunft wandern zu sehen, ohne der Versuchung nachzugehen, in Gesichter schauen zu wollen.
Ich denke an ein Bild in der Abteikirche in Kornelimünster. Janet Broocks-Gerloff hat es 1992 für das Kloster geschaffen. Die Emmausjünger. Die beiden sind dunkel gekleidet, der dritte, Unbekannte, ist in feinen Strichen gezeichnet – wie eine Erscheinung. Durchsichtig, leicht, schwerelos. Man könnte meinen, die drei hätten sich untergehakt, in den Arm genommen.
Wenn die Mönche in die Kirche ziehen, haben sie dieses Bild vor Augen. Es ist, als ob sie jetzt hinter den Dreien selber in das Leben gehen. Mit den beiden traurigen und verunsicherten Jüngern, mit Jesus, der ihren Weg teilt. Wir gehen in den Gottesdienst. Die Schrift wird ausgelegt, Hoffnung erbeten, Glauben bekannt, Christus in unserer Mitte gefeiert.
„Es bleibt offen, was die Jünger am Ende ihres Weges erwartet. Es scheint sie nicht zu sorgen. Wichtig ist ihnen das Unterwegssein mit dem Unerkannten, der ihnen das Herz brennen macht. Wie Schuppen wird es ihnen von den Augen fallen, weil sie sich nicht sträubten, ihr Herz brennen zu lassen.“ So hat es der damalige Abt Albert Altenähr OSB zu beschreiben versucht.
Sind wir nicht immer auf dem Weg? Und manchmal allein, alleine gelassen? Das Herz auszuschütten, auf ein offenes Ohr zu treffen, einen liebevollen Zuspruch zu erhalten – danach sehen wir uns.
Eigentlich ist es schön, für den unbekannten, den unerkannten Dritten nur die Konturen zu haben.
Mehr muss dann auch nicht sein.
Manchmal muss eine dritte Figur auftauchen! Ganz unbekannt. Einfach so…
Wo Emmaus genau ist, weiß heute kein Mensch mehr zu sagen. Es gibt viele Geschichten, die von Reiseführern erzählt werden. Emmaus kann aber – überall sein. Nicht nur um Umkreis von Jerusalem, nicht nur mit 60 Stadien.
Ich treffe im Bus auf zwei Menschen. Ich kenne sie nicht. Aber ich höre, was sie erzählen. Sie kommen von einer Beerdigung. Sie erzählen von dem Menschen, dem sie das letzte Geleit gegeben haben. Zwischen den Wortfetzen taucht ein Gesicht auf. Eine junge Mutter ist an Krebs gestorben. Sie hinterlässt zwei kleine Kinder. Die Familie hatte so frohgemut begonnen … Ich höre zu. Zu sagen wage ich nichts. Es käme mir wie Einmischung vor. Ich kann gerade nicht der unbekannte Dritte sein.
In der Ukraine ist eine russische Bombe in ein Mehrfamilienhaus gefallen – wohl auch gelenkt worden. Menschen schreien. Viele verstummen. Schon wieder. Und ohne Sinn. Dann werden die Toten geborgen. Kinder sind unter ihnen. Abgeschnittenes, zerstörtes Leben. Einfach so. Der dritte Unbekannte – was wird er sagen, wenn er kommt? Komm, rufe ich. Aber die Schrift bleibt mir verschlossen. Das Unheil ist kaum auszuhalten.
Die Geschichte von den Emmausjüngern ist trotzig. Jesus, der sich den Jüngern zugesellt, lässt dem Tod nicht das letzte Wort. Am Ende wird, am Ende muss die Liebe siegen. Mühsam, enttäuschend sind die Wege, die Menschen gehen. Wir hören die Geschichten. Aber wir sehen auch, dass Menschen den Mut, die Hoffnung nicht verlieren. Da ist an vielen Stellen doch ein unbekannter, ein unerkannter Dritte im Bunde, der den Weg mitgeht.
Der krönende Schluss in dieser Geschichte ist, dass Jesus dann doch erkannt wird. Er wird erkannt, als er das Brot bricht. Das ist sein Zeichen: das gebrochene, das geteilte Brot. Das hingegebene, das geteilte Leben. Lukas, der die Geschichte erzählt, formuliert, was sich ereignet: da gehen den Jüngern die Augen auf. Geöffneter Himmel unterwegs – geöffnete Augen an diesem Abend.
Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget!
Wir können das auch singen! Jetzt!
Wenn alle Worte gesagt sind, die gesagt werden können: dann haken wir uns unter.
Wenn wir alles geordnet haben, was zu ordnen ist: dann sitzen wir an einem Tisch.
Wenn wir alles gesehen haben, was zu sehen ist: dann gehen wir weiter.
Manchmal taucht eine dritte Figur auf! Gar nicht mal so unbekannt. Einfach so…
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Die "Osterberichte" der Evangelien erfüllen nicht die Kriterien einer heutigen Berichterstattung. Sie erzählen in verdichteter Form die Ostererfahrungen der nachösterlichen Jesusbewegungen und laden ein, dass auch wir uns ein Osterbild machen, in dem unsere eigene Lebenserfahrung gedeutet im Lichte der biblischen Ostererzählungen zusammenfließen.
Die für den Ostermontag vorgesehenen Lesungen aus der Apostelgeschichte, aus dem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth und aus dem Lukasevangelium gewähren uns einen jeweils „winzigen Ausschnitt“ vom Glauben in „nachösterlichen“ Jesusbewegungen, entstanden aus der Begegnung mit dem Auferweckten. Da ist keine Rede ist vom leeren Grab, das ja nicht zum Glauben führt. Es sind die Erscheinungen, die zum Glauben führten. Es sind “Blitzlichter“ vom Glauben, die in den „Erscheinungen, Erfahrungen“ erzählt werden.
Was für ein Osterbild würde es ergeben, wenn alle Begegnungen auf einmal präsent, sichtbar wären. Texte können nur nacheinander gelesen werden. Langsam können sie im Lichte des Glaubens zu einem wundervollen Bild werden.
So wie heute: Ausschnitte, die wir hörten, ergeben zusammengefasst ein „lichtvolles“ Bild von „einem Lebendigen“, der einer von ihnen war: „... da brannte ihr Herz voll Sehnsucht.“
Eine Veränderung wurde in diesem Vers vom Lukasevangelium in Worte gefasst – diese beinhaltet jedoch bereits eine Deutung. Eine Deutung von jenen, die am Ende der Nacht, ihrer Trauer, Veränderung verspürten.
Historisch geprägt ist diese Evangelienerzählung von der Zerstörung Jerusalems und Palästinas. Dieses Trauma der Zerstörung spiegelt sich bei Lukas und seinen „Emmausjüngern“ wieder: „Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.“ (Lk 24,14). Ein Satz, der sehr gut in die Zeit nach der Zerstörung passt, der einfach aus dem Leben gegriffen ist. Das, was war, wird nicht ausgeklammert, wird in der Botschaft aufgegriffen und neu interpretiert: „..., während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.“ (Lk 24,15). Es sind Worte des Trostes, dass sie nicht allein gelassen sind, dass jemand hinzukommt, sie hört, und letztlich auch mit ihnen unterwegs ist. Jesus wird als der verkündet, der die Augen öffnet, den Sinn der Schriften als Wegzehrung anbietet.
Es sind die Lesungen, die wir in der Osternacht gehört haben, die auch uns als Wegzehrung dargelegt wurden. Können auch wir nach der Osternacht sagen:
„Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift eröffnete?“ Diese Botschaft, die Hoffnung, das Leben in Gottes Licht zu gehen, drückt Osterglauben aus.
Auch die dem Lukas zugeschriebenen Apostelgeschichte, kann nur im Lichte der Begegnungen, der Erfahrungen mit Jesus, dem „Lebendigen“ unter ihnen, verstanden werden. In anderen Worten wird hier vom Auferweckten erzählt, die Zielgruppe waren „jesusgläubige Juden“: „Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat…“ (Apg 2,22). Jesus wird noch ganz in seiner Gottesreichverkündigung als Zeichenprophet und als der, der die endzeitliche Sammlung Israels als seinen Auftrag sieht, mit dem Wort „Israeliten“ hervorgehoben, verkündet.
Wie schon erwähnt, war die Situation nach der Zerstörung Jerusalems und weiten Teilen Palästinas entsetzlich, auch Jesusbewegungen waren davon betroffen. Folgen waren unter diesen Gruppen sicherlich Vorsicht, Abgrenzungen und eine schöpferische, geistreiche Verkündigung der Auferweckung Jesu: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“ (Apg 2,32).
Fügen wir dieses „geschriebene Glaubensbild“ dem der Emmausjünger bei. Dichter, voller und leidenschaftlicher wird der Eindruck der Entstehung des „Osterglaubens“. Und dazu noch die heutige dritte „österliche“ Lesung aus der Verkündigung von Paulus an seine Lieblingsgemeinde, der Gemeinde in Korinth: „Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe.“ (1 Kor 15,1). Paulus schreibt hier vom Evangelium, das Jesus durch Wort und Handeln verkündet hat ganz im Vertrauen auf das Reich Gottes. Auch Paulus verkündet den Auferweckten: „Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“ (Vers 4b.5).
Der Kreis jener, die dem „Auferweckten“ begegnet sind, ihn im Lichte des Vertrauens erfahren haben, wird größer, weitet sich und so auch der „Osterglaube“ und die Überlieferungen der Gemeinden, die diesen Glauben angenommen haben: „Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.“ (Vers 11). Daran erinnert Paulus die Gemeinde in Korinth. Der Bote wird hier zur Botschaft, zur Verkündigung bei Paulus.
Im Schlussvers von Kapitel 15 im Brief an die Korinther „bedankt“ sich Paulus bei Gott für Jesus Christus: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (1Kor 15,58).
Fügen wir auch noch dieses Christusbild von Paulus dem durch die Lesungen langsam entstehenden eigenen Osterbild bei. Wie immer dieses Bild nun, nach dem Hören der Texte aus der Schrift aussieht, es ist Ihr Osterbild, entstanden aus „verinnerlichten“ Worten des Glaubens an den „auferweckten, lebendigen“ Christus.
Möge so Ostern Sie auf ihrem Lebensweg begleiten, in diesem Sinne ein gesegnetes Osterfest!
In vielen Gemeinden haben es sich Menschen zum alljährlichen Brauch gemacht, am Morgen des Ostermontags einen Emmaus-Gang anzutreten. Dabei kann man auch heute ähnliche Erfahrungen machen, wie die Jünger damals.
Über viele Jahre habe ich in meiner Heimatgemeinde St. Maria den Emmaus Gang am Ostermontag vorbereitet und geleitet. Wir haben uns am Ostermontagmorgen in der Früh um 6 Uhr getroffen und sind dann in der Dunkelheit beim Schein der Taschenlampen los gelaufen durch den angrenzenden Wald bis in den Nachbarort, wo wir in der dortigen Kirche, dann Gottesdienst gefeiert haben.
Unseren ersten Halt haben wir im Wald an einem alten Wegkreuz gemacht und dort die Lesung aus der Apostelgeschichte vorgelesen. Unterwegs auf unserem Weg sind wir miteinander ins Gespräch gekommen, wie damals die beiden Emmaus Jünger. Wir haben miteinander gesprochen über alles, was uns gerade so bewegt. Gewissermaßen über Gott und die Welt. So in Gespräche vertieft, haben wir dann unseren nächsten Halt am Ausgang des Waldes erreicht. Wir schauten auf das weite Feld und sahen bereits das Ziel unseres Emmaus Ganges, die Kirche im Nachbarort. Und oftmals haben wir erleben dürfen, dass gerade in diesem Augenblick die Sonne strahlend aufging. Für uns Emmaus-Jünger war dies wie ein himmlisches Zeichen: die aufgehende Sonne als Symbol des auferstandenen Christus. In dieser Atmosphäre haben wir dann am Waldrand das Lukas Evangelium in verteilten Rollen gelesen und so das damalige Geschehen neu erlebt. Für uns alle, die wir unterwegs waren, sind dies unvergessliche Momente und Augenblicke.
Was wir unterwegs erlebt haben, haben wir dann nach unserer Ankunft in der Kirche, gemeinsam gefeiert. Als Eucharistiefeier, wenn ein Priester dabei war, oder in sehr vielen Fällen ohne Priester, wo ich dann den Wortgottesdienst geleitet habe. In der Predigt kamen zuerst die Erlebnisse der beiden Emmaus Jünger von damals zur Sprache. Enttäuscht und traurig haben sie Jerusalem verlassen, nachdem ihre ganze Hoffnung, Jesus von Nazareth, brutal am Kreuz ermordet wurde.
Ich denke, die beiden Jünger waren froh, dass sich eine dritte Person ihnen anschloss auf ihrem Weg nach Emmaus. Sie erzählten dieser unbekannten Person alles, was sie in den letzten Tagen erlebt haben. Von ihren enttäuschten Hoffnungen, dem brutalen Kreuzestod Jesu und die Erzählung der Frauen vom leeren Grabe und dass Jesus auferstanden sei. Der Unbekannte erklärte ihnen alles, warum dies so geschehen musste. Aber sie erkannten ihn nicht. Erst als sie das Dorf Emmaus erreicht hatten, erkannten sie Jesus beim Brotbrechen. Und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?" Und sie brachen sofort auf und kehrten nach Jerusalem zurück.
Im 2. Teil der Predigt sprachen wir heutige Emmaus-Jünger, was die Geschichte von damals mit uns Menschen von heute zu tun hat. Jeder von uns kennt ähnlich traurige Momente in seinem eigenen Leben, wie es die Emmaus Jünger damals erlebt haben. Auch wir haben liebgewonnene Menschen durch Tod verloren. Hoffnungen und Lebenspläne wurden durch Krankheiten jäh zerstört. Auch wir sind manchmal vor Problemen weggelaufen. Hauptsache weg und Vergessen und Verdrängen. Und in solchen kritischen Lebenssituationen kommt es dann auch vor, dass selbst gläubige Menschen, den Boden unter den Füßen verlieren und kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Verzweiflung und Ohnmacht macht sich breit und auch die Frage: Gott, wo bist Du?
Mir selbst hat in solchen Lebenssituationen mein Glaube an Jesus Christus geholfen und das persönliche Gespräch mit Menschen, auch mit Seelsorgern. Erst im Rückblick erkennt man wie in einem Rückspiegel, dass man gerade in solchen Lebenssituationen nicht allein gewesen ist, sondern Gott bei uns und mit uns war. Doch ähnlich wie bei den Emmaus-Jüngern damals, machen uns Leid, Schmerz und Enttäuschung blind, um zu erkennen, dass Jesus Christus mit uns unterwegs ist. Im Sakrament der Eucharistie erleben wir beim Brotbrechen und beim Empfang des Leibes Christi, dass Gott mit uns und bei uns ist. Diese Erfahrung, welche wir bei jeder Eucharistiefeier machen dürfen, wurde uns bei unserem Emmaus Gang in ganz besonderer Weise bewusst.
Und so sind wir, wie die Emmaus Jünger damals, nach dem Gottesdienst aufgebrochen und zurückgekehrt in unsere Stadt. Mit der Erkenntnis, dass auch wir unterwegs in den Gesprächen Jesus begegnet sind und wir ihm beim Brotbrechen, beim Empfang der heiligen Eucharistie, als auferstandenen Christus erlebt und gefeiert haben. Dies wird uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben.
© Monika und Wilhelm Kraft, Böblingen: wilhelm-kraft@web.de
Jesus leistet den Jüngern auf ihrem Weg nach Emmaus Beistand. Er teilt mit ihnen ihre innere Not, spontan teilen auch sie mit ihm Brot und Unterkunft. Beim Teilen kann der Auferstandene sichtbar werden.
Als Ende Februar in der Ukraine plötzlich Wirklichkeit wurde, von dem wir alle hofften, dass es nicht eintreten werde, und russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind, machten wir Redemptoristen uns Sorgen um unsere Mitbrüder und Schwestern in der Ukraine, von denen wir einige gut kennen. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus pflegt unsere Ordensgemeinschaft engere Beziehungen zu den Mitbrüdern, die in der Ukraine den Kommunismus in bewundernswerter Weise überlebt haben. Einige Mitbrüder sind dem kommunistischen Regime zum Opfer gefallen und werden als Märtyrer verehrt. In der neuen Freiheit begann die Ordensprovinz aufzublühen, eine Gemeinschaft von jungen Frauen, die wie wir "überreiche Erlösung verkünden" wollen, entstand, junge Mitbrüder kamen zu uns in den Westen und studierten bei uns und mit uns Theologie.
Als der Krieg ausbrach, fragten wir unsere Mitbrüder, wie wir sie unterstützen könnten. Ihre Antwort war eindeutig entschlossen: Unsere Aufgabe ist es, in dieser schwierigen Zeit bei unserem Volk zu bleiben und den Menschen hier geistige und moralische Stütze und Hilfe zu geben. Natürlich seien sie dankbar für finanzielle Hilfen, aber entscheidend ist für sie, ihr Volk auf seinem notvollen Weg zu begleiten.
Die Erzählung von den zwei Jüngern, die auf ihrem Weg zurück in ihr Heimatdorf vom Auferstandenen begleitet wurden und ihn erst beim Brotbrechen erkannten, zeigt uns einerseits, wie auch uns die Augen für die Wirklichkeit der Auferstehung aufgehen können, wenn wir uns auf die Not von Menschen einlassen und nach dem tiefen Sinn dessen, was Gott ihnen und uns zumutet und erleben lässt, fragen. Es ist gut, wenn wir immer wieder versuchen, die alten Schriften und Verheißungen neu zu lesen und neue Verstehenszugänge zu finden.
Die Geschichte kann aber auch als missionarischer Auftrag verstanden werden: Wo wir Menschen begleiten, uns auf ihre Not einlassen, mit ihnen teilen, eröffnen wir ihnen Zugänge zum Glauben, dass Gott sie und uns gerade auch in schwierigen Situationen nicht verlassen hat. Gott wirkt unter uns oft ganz anders, als wir uns das im ersten Moment erhoffen und wünschen. Wo immer wir Menschen in Not beistehen und mit ihnen ausharren, bezeugen wir unseren Glauben an den Auferstandenen.
Wir müssen uns hüten, unsere Hilfsangebote an Bedürfte "missionarisch zu verzwecken". Hilfe, die ohne Hintergedanken von Herzen kommt, bezeugt die absichtslose Hilfe Gottes und trifft ins Herz.
Dieses Jahr mussten wir Ostern unter schwierigen Bedingungen feiern. Dennoch war Ostern. Gerade unter schwierigen Bedingungen bewährt sich Ostern. Die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus entdecken, dass der Auferstandene durch die Dunkelheit ihrer Erfahrungen mit ihnen gegangen ist.
„Geh mit uns auf unserm Weg.“ So lautet die erste Strophe eines kurzen Liedrufs (ÖGL 994). Auch heuer ist Ostern nicht ausgefallen. Wir haben die Osternacht gefeiert und Gott dafür gedankt, dass er seinen Sohn für uns hingegeben und ihn nicht im Tod gelassen hat. Doch Ostern ist damit nicht abgeschlossen. Bis zum Pfingstfest (50 Tage nach Ostern) dauert die Osterzeit. Und jeden Sonntag feiern wir Auferstehung. Das wissen wir, und dennoch hat der eine oder die andere Ostern bereits „abgehakt“.
Ich bin froh über die Emmaus-Jünger, über ihre Geschichte mit dem auferstandenen Jesus, die wir jedes Jahr am Ostermontag hören. Sie erinnert mich immer daran, dass Jesus meinen Weg mitgeht. Wenn das kein Grund zur Freude ist!? Und doch ertappe ich mich heuer dabei, alles mühsam zu finden. Aufgrund der Pandemie feiern wir ganz anders als sonst, ohne Gemeindegesang, mit Masken und Abstand. Besonders feierlich wird mir da selten zumute. Und doch zeigt mir diese Art des Feierns, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren sollen. Auch wenn ich mich sonst für sehr flexibel halte, gelingt mir das jedoch bei den »Präsenzgottesdiensten« nur schwer.
Doch wenn ich genau hinschaue, kann ich die Botschaft von Ostern überall entdecken: Durch alle Dunkelheiten, durch alle Mühsal, durch jeden Schmerz geht Gott mit. Er überlässt uns nicht dem Tod, sondern bietet uns ein Leben in Fülle an. Die Augen der Emmaus-Jünger waren gehalten – vielleicht sind auch unsere Augen immer wieder gehalten und wir können nicht sehen, was Gott für uns bereitet hat. Die Anforderung an mich ist, auf dem Weg zu bleiben, nicht stehenzubleiben bei dem, was mich traurig oder wütend macht, was mich zweifeln lässt. Ostern ist ein Fest, das Bewegung ins Leben bringt, das Dynamik mit sich bringt, das mir Kraft zum Weitergehen gibt.
Die Nachrichten aus aller Welt rund um die Karwoche und das Osterfest haben nicht dazu beigetragen, gleich das Gute zu sehen. Und doch ist es da. In Begegnungen, die ich mit Menschen habe (online und offline), in Gesprächen, die mir geschenkt werden, in der Natur, die trotz allem wieder aufblüht, in der Stille, im Wort Gottes. Ostern wischt den Schmerz und die Tränen nicht radikal aus meinem Leben, sondern zeigt mir auf, dass es eine Perspektive gibt.
Wie verzweifelt und enttäuscht müssen diese beiden Jünger sich auf den Weg gemacht haben! Ihre Hoffnungen und Erwartungen sind zerstört, sie können noch gar nicht fassen, was geschehen ist. Mich fasziniert an dieser Stelle, dass die beiden Männer miteinander über das reden, was sie bewegt. Sie fressen es nicht in sich hinein und gehen stumm nebeneinander her. Nein, sie teilen ihren Schmerz, ihr Unverständnis und machen sich gemeinsam auf den Weg. Und erst beim Brotbrechen erkennen sie den, der mit ihnen unterwegs ist, da gehen ihnen die Augen auf!
Lassen wir uns immer wieder neu ein auf den Weg, der unser Leben ist, seien wir offen für Menschen, die uns begleiten und erwarten wir jederzeit, dass Jesus mit uns geht.
So teile ich am Schluss mit Ihnen noch die restlichen Strophen des Liedes: „Bleib bei uns auf unserm Weg. Gib uns Kraft auf unserm Weg. Segne uns auf unserm Weg.“
Die Jünger, die nach Emmaus gehen, sind in einer so tiefen Depression, dass sie Jesus nicht erkennen. Die Begegnung mit dem Auferstandenen bricht ihre Verschlossenheit auf. Dazu brauchen sie die Hilfe von außen, die ihnen in der Begegnung geschenkt wird.
Ich vermute, Sie kennen das auch aus Ihrem Bekanntenkreis: Jemand gerät, über Tage und Wochen hinweg, in eine depressive Verstimmung und eine echte Schwärze und Verzweiflung hinein. Er oder sie kann sich aus eigenem Antrieb nicht daraus befreien, sondern wird zunehmend antriebsloser, stiller, verzagter, unglücklicher.
Ein wenig so kommt mir dieses Evangelium heute auch vor: Eine ganze Gruppe von Menschen - die Jesus nachgefolgt sind - ist verzweifelt, erschüttert über Jesu grausamen Tod, traurig, wie gelähmt, auch voller Angst vor dem, was da noch kommen kann. Gemeinsam verharren sie in dieser Verzweiflung und Angststarre.
Am vierten Tag nach diesem Ereignis machen sich zwei von den JüngerInnen auf in einen nahen Ort. Wir wissen nicht, warum sie das tun, was sie dort zu erledigen haben, vermutlich wohnen sie dort, weil sie den Mitwanderer zu sich heim einladen. Aber dass sie aufbrechen, sich nach draußen begeben, macht eine Möglichkeit erst auf: dass sie jemandem begegnen können, einer Person, die vielleicht nicht so verstrickt ist in das, was sie selber massiv beschäftigt. Bemerkenswert ist, dass sie gerade dem auferstandenen Jesus begegnen - und am Anfang des Gespräches wirkt es, als ob er selbst wirklich nicht wüsste, worum es geht. Dass die beiden in ihrem Begleiter Jesus nicht erkennen, muss uns nicht seltsam vorkommen - ist doch der gerade gefoltert und umgebracht worden. Dieser Begleiter auf ihrem Weg ist kein Gequälter, sondern ein inspirierender Mensch, der sie zu neuen Gedankengängen bewegen kann und Zusammenhänge öffnet.
Die Gefühlszustände und Tätigkeiten der Männer werden sehr unterschiedlich beschrieben: sie sind unterwegs, sprechen miteinander und denken nach - reflektieren, können einfach nicht erkennen, sind niedergeschlagen und traurig, sie erzählen das Geschehene aus ihrer Sicht, hören (Jesus) zu und beginnen zu begreifen, sie bitten und drängen, sie setzen sich zum Essen und beten, öffnen ihre Augen und erkennen; ihr Herz brennt; sie stehen auf und kehren zurück zu den anderen, sie finden diese, hören deren Bericht und erzählen, was sie erlebt und wie sie Jesus erkannt haben.
So vieles ist möglich im Aufbruch aus der Bedrücktheit. Die beiden ahnen noch nichts davon, als sie sich aus der Gruppe der Erschütterten lösen. Sie meinen wahrscheinlich, nach diesem „Aus“ für ihre Hoffnung an ihr vorheriges Leben wieder anzuknüpfen, den Tätigkeiten des Alltags wieder nachzugehen. Sicher, eine gewisse Alltagsroutine würde ihnen helfen, aus der Lähmung herauszukommen. Aber was das Denken und Fühlen so schwer macht und belastet, will auch bearbeitet sein.
Zwei Möglichkeiten, zwei Wege dieses Herausfindens sind im Evangelium angedeutet: selber aufzubrechen aus der Enge, sich auf den Weg machen, hinausgehen und sich ansprechen zu lassen - und einen „Einbruch“ in die eigene Verschlossenheit geschehen zu lassen, wie der Auferstandene zur Gruppe der Verzweifelten und Ängstlichen geht.
Das widerspricht stark einem Denken, das meint, alles für sich selber lösen zu können und zu müssen. Hilfe draußen zu suchen und Hilfe im eigenen System annehmen zu können, das zeigt freilich die eigenen Grenzen des Selber-Machens auf und macht uns als bedürftige Wesen offenbar, aber Menschen sind als soziale Wesen auf andere hin geschaffen. Wenn jemand „Autonomie“ als höchsten Wert für sich hochhält, kann das leicht in Einsamkeit und Ausweglosigkeit enden.
Für einander zu sorgen, andere Menschen und ihr Wohlergehen im Blick zu haben, macht Menschen zu Menschen, macht uns zu „Werkzeugen“, zu Händen, Füßen, Ohren und Mündern Gottes, zu Vermittelnden seiner Liebe. Gott wird auch in schwierigen Situationen in unser Leben einbrechen - auf vielfältige, manchmal auch sehr unerwartete Weise. Leichter geht es, wenn man ihm die Tür dafür offenhält.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin Wels-St. Franziskus.
Eine Reihe von Paradoxien.
Jesus kommt auf die Erde - damit wir in den Himmel kommen.
Jesus wird Mensch - dass wir göttlich werden können.
Jesus - Der Sohn Gottes wird zum Sklaven, damit wir frei werden können.
Jesus wurde gehasst - damit wir lernen können, zu lieben.
Jesus vergibt – wir können lernen, dasselbe zu tun.
Jesus wurde verletzt - damit wir geheilt werden können.
Der Himmel wurde dunkel, damit wir seine Herrlichkeit sehen konnten.
Jesus wurde mit Dornen gekrönt - damit wir die unvergängliche Krone des Lebens ewig tragen können.
Aber vielleicht der größte Widerspruch, das größte Paradoxon
ist das, woran wir uns erinnern,
das was wir heute wieder feiern:
dass derjenige, der tot war, jetzt lebt.
Wir nehmen die Worte fast für selbstverständlich,
aber lassen Sie mich es noch einmal sagen:
Der, der tot war, lebt jetzt - und wird für immer leben.
und so sagen wir - als Nachfolger Christi - mit große Freude.
Der Herr ist auferstanden! Halleluja!
P. Dominic O'Toole CSsR
Nicht erst im Brotbrechen begegnet uns der Auferstandene. Er begegnet uns im Alltag, wenn wir seinem Beispiel folgen.
Die Erfahrungen der Jünger auf dem Weg nach Emmaus geben einen Trauerprozess wider, durch den sie/wir Schritt für Schritt mit der Botschaft von der Auferstehung Jesu vertraut werden, und Osterfriede in uns einkehrt.
Der Schock, den der Tod Jesu am Kreuz bei einigen Jüngern ausgelöst hat, lässt sie sich zurückziehen. Erst nach behutsamer Trauerarbeit lernen sie das Erlebte neu zu deuten. Es braucht geschützte Räume, in denen der Schmerz ausgedrückt werden kann, um dann irgendwann verwandelt werden zu können.
Der lange Weg durch die Karwoche hin zum Ostersonntag zu Tod und Auferstehung ist liturgisch vorläufig zu Ende. Diese Woche ist eine Woche der Freude, aber noch nicht so richtig, wie ein Teil dieser Perikope zeigt. Die Jünger gehen zunächst traurig ihren Weg nach Jerusalem. Im Gespräch der beiden untereinander ist noch nichts von Freude zu bemerken. Da mischt sich ein Dritter ein: Jesus selber, der ihnen sagt: „Ich lebe!“ und der sein Versprechen abgibt: „Auch ihr werdet leben, denn im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich habe auch für euch einen Platz bereitet“ (nach Joh.14).
Einige Verse davor, ebenfalls im Lukas-Evangelium lesen wir: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk.24,5). Das macht Jesus den beiden Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem klar, gleichsam als „Stein des Anstoßes“, sich von der Trauer, der Dunkelheit, von allem Zweifel zu lösen und sich für die Frohbotschaft, für die Botschaft des Lebens zu öffnen. Wälzt ihn weg, diesen Stein der Hoffnungslosigkeit, der so viel verschließt, diesen Stein, der zur Enge, zur Dunkelheit beiträgt.
Das Evangelium zeigt, dass wir Menschen Suchende sind und dabei einen langen Marsch auf uns nehmen müssen - genaugenommen lebenslang. Die Liturgie der Kirche deutet es an in einem sehr langen Osterfestkreis, beginnend mit dem Aschermittwoch und endend hoffnungsfroh mit dem Pfingstfest, in dem wir die Zusage bekommen, dass unser der Beistand, der Heilige Geist, immer begleiten wird. Sehr oft suchen wir nach Dingen, die kein Leben schenken kann: Geld, Macht, Ansehen, Eitelkeiten verschiedenster Art. - Das allein kann nicht den Sinn des Lebens ausmachen. Das ist alles „Windhauch“, wie der Prediger Kohelet sagt.
Wie schwierig diese Sinnsuche ist, zeigt das Evangelium an den beiden Jüngern. Nicht nur dort, denken wir auch an die beiden Gottsucher Thomas und Nikodemus, jeder auf seine Art. Thomas will Beweise, Nikodemus, der Ratsherr, geht zu nächtlicher Stunde zu Jesus und will Auskunft haben. Die tröstlichen Worte von Jesus dazu: „Wer glaubt, ist schon gerettet.“ (Joh.3,21). Es geht um Aufbau des Vertrauens, aus dem Liebe entstehen soll.
Sehr oft schwingt auch in unserem Leben noch Vergänglichkeit, Einsamkeit, Verlassenheit mit: verlassen von der Freundin oder vom Freund, vom Partner, von der jugendlichen Schönheit, verlassen dort, wo wir Hilfe erwarten, sie aber nicht bekommen. Das Leben verletzt oft, sodass wir traurig unterwegs sind, vielleicht wie in Trance sehend, aber doch nicht erkennend, eher apathisch. Möglicherweise entstehen Schwermut, Kränkungen auch durch falsche Erwartungen, durch Erwartungen, die viel zu hoch angesetzt sind, auch durch eigene Realitätsverweigerung, einfach manche Gegebenheit nicht wahrhaben zu wollen.
Die österliche Zeit will uns darauf hinführen, in den Blick zu nehmen: Was war gestern? Schmähung, Leid, Tod. Aber dabei bleiben wir nicht stehen, denn da wäre ja Ostern sinnlos. Was ist heute, jetzt? Auferstehung, schon hier, sichtbar, vor dem Tod, allerdings noch sehr eingegrenzt, aber möglich: Aufstehen gegen alle Ungerechtigkeiten, Aufstehen, aufeinander zugehen, den Neuanfang wagen. Die Natur selber lädt dazu ein, den Neuanfang zu wagen, indem sie neues Leben hervorbringt.
Die Jünger gehen mit Jesus nach Jerusalem in ihre Gemeinschaft zurück. Schrift und Eucharistie sind auch schon damals bis heute und auch für die Zukunft konstituierende Elemente einer Gemeinde - heute leider auch schon europaweit ausgedünnt - dazu kommt die Caritas, die Liebe zum Nächsten, den wir oftmals sehr weit weg angesiedelt denken, die Selbstliebe, die Liebe zum Feind.
Das ist die österliche Botschaft, die wir, wie erwähnt, ganz intensiv bis Pfingsten feiern und sich dann im österlichen Geheimnis eines jeden Sonntags fortsetzt, denn jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Suchen Sie bitte diese österliche Freude und bewahren Sie diese auch in Ihren Herzen.
Ostermontag! Einst hatte man für Ostern drei Feiertage. Sonntag, Montag, Dienstag. Zwei Tage sind es immer noch. Die Auferweckung Jesu darf, muss man richtig feiern! Wir feiern doch auch, dass wir in das Leben gehen.
Heute begleiten wir zwei Menschen, die traurig und von Gott verlassen wieder nach Hause gehen, nachdem Jesus gekreuzigt worden war. Jetzt ist er tot. Gestorben sind auch alle Hoffnungen. Die beiden reden, verstehen aber nichts, die beiden klagen, aber niemand hört sie. Da gesellt sich Jesus zu ihnen, legt ihnen die alten Verheißungen aus und bricht das Brot mit ihnen. Jetzt gehen ihnen die Augen auf! ER ist es! Ostern!
Wir sind unterwegs. Wie die beiden Jünger. Wir bringen Fragen mit und Hoffnungen. Wir wünschen uns, dass Jesus mit uns geht. Erst der unbekannte Dritte, dann der vertraute Gefährte.
Ihn rufen wir an:
„Wir wollen alle fröhlich sein…“ heißt es in einem Osterlied. Gern – aber geht das so einfach? Natürlich, wir haben Auferstehung gefeiert. Manchmal freilich spielt das Herz einfach nicht mit! Es hängt fest im ganz persönlichen Karfreitag mit all den Sorgen, mit Tod und Verlust. Wie damit umgehen?
„Wir“ wollen alle fröhlich sein! Mir scheint dem „Wir“ hier eine bedeutende Rolle zuzukommen. Wir, die wir die Auferstehung feiern, bilden doch eine Art Netz – das jene mitträgt und auffängt, denen die Freude und die Hoffnung zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zugänglich sind. Schauen wir aufeinander, überfordern wir niemanden und glauben wir an IHN, der den Tod bezwungen hat und seither mitgeht – oft unerkannt wie mit den Emmausjüngern.
© Mag.a Ulrike Kreuz, Frauenkommission der Diözese Linz.
Wieder haben wir ein „besonderes Osterfest“ gefeiert. Ja, wir sind noch mitten drin. In der Spannung zwischen Freude und Verunsicherung denken wir heute daran, dass Jesus auch mit uns auf dem Weg ist. Die Freude der Osterzeit möge unsere Dunkelheiten erhellen und mit offenen Augen wollen wir auf den schauen, den Gott auferweckt hat und der für uns da ist: Unseren Bruder und Herrn Jesus Christus.
Zu ihm rufen wir:
Herr,
in vielen Situationen verzagen Menschen.
Kleine Hoffnungen zerrinnen, für große fehlt der Mut.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du kommst incognito.
Traurige tröstest du, du öffnest uns den Himmel.
Christus, erbarme dich.
Herr,
der Tod umschleicht unser Leben.
Du hast ihn überwunden.
Herr, erbarme dich.
Von der Huld des HERRN will ich ewig singen,
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet,
im Himmel deine Treue gefestigt.
(Ps 89)
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr Jesus Christus,
du begleitest uns auf all unseren Wegen.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
dein Wort schenkt uns Kraft und Freude.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
du öffnest unsere Augen für die österliche Wirklichkeit.
Kyrie eleison.
GL 318 oder:
Herr, Jesus Christus,
du hast deine Jünger eingeführt in die Geheimnisse des Glaubens.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihnen den Sinn der Heiligen Schriften erschlossen.
Christus, erbarme dich.
Du hast ihnen die Augen geöffnet für die Liebe und das Wirken Gottes.
Herr, erbarme dich.
Gott,
du Herr allen Lebens,
durch die Taufe schenkst du deiner Kirche
Jahr für Jahr neue Töchter und Söhne.
Gib, dass alle Christinnen und Christen
in ihrem Leben dem Sakrament der Taufe treu bleiben,
das sie im Glauben empfangen haben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Ostermontag
Allmächtiger Gott,
lass die österliche Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche
neue Lebenskraft geschenkt
und die Würde unserer Gotteskindschaft
im neuen Glanz erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten
als einen Tag des Jubels und des Dankes.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Gott, unser Heil,
du hast das Werk der Erlösung
im österlichen Geheimnis vollendet.
Darum verkünden wir in der heiligen Eucharistie
den Tod und die Auferstehung deines Sohnes.
Schenke uns in dieser Feier
immer reicheren Anteil an der Erlösung
und lass uns von Tag zu Tag neu erfahren,
dass wir gerettet sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Schön hast du, Gott,
die Welt geschaffen.
Am Morgen geht die Sonne auf,
am Abend der Mond.
Sterne glänzen
und Blüten wiegen im Wind.
Dein Wort hat alles gut gemacht.
Wir danken dir für den Frühling.
Den Tod hast du überwunden,
Trauer birgst du in deiner Hand,
unserem Schweigen schenkst du dein Ohr
und Hoffnung wächst unter uns.
Sprich du das Wort, das uns befreit.
Von Angst und Hass.
Von Resignation und Bitterkeit.
In Christus,
dem Anführer in das Leben.
Für die Ewigkeit.
Amen.
Wenn zwei Menschen – oder mehr – einsam und verlassen über ihre Traumata, ihre Wunden reden, wenn zwei Menschen – oder mehr – verlorenen Hoffnungen nachtrauern, dann muss sich ein Dritter zu ihnen gesellen und den Himmel aufschließen.
Wir beten:
Herr,
in der Ukraine, im Gazastreifen, im Sudan, an vielen anderen Orten, macht der Krieg fette Beute. Kulturlandschaften werden zu Ruinen, in Massengräbern verschwinden Menschen ohne Namen. Mit dem Tod werden große Geschäfte gemacht.
Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Herr,
in Arztpraxen, Kliniken und Heimen, erfahren Menschen Diagnosen, die ihr Leben umkrempeln. Ab heute ist nichts mehr gut. Verzagtheit bleibt oft stumm. Der Tod schleicht sich in das Leben.
Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Herr,
in Sitzungen und Ausschüssen vieler Gremien ringen Menschen um eine gute Zukunft für andere. Daten werden interpretiert, historische Zusammenhänge konstruiert. Der Tod lauert überall.
Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Herr,
Steppen und Wälder brennen, Hochwasser wütet in den Städten. Flussläufe und Seen trocknen aus. Menschen verlieren im Klimawandel ihre Existenzen, ihre Häuser und Wohnungen. Die Sintflut kommt nicht nach uns. Der Tod kommt wie gerufen.
Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Herr,
alte Ordnungen gehen unter, neue stiften weltweit Unheil. In sozialen Medien verschwören sich Menschen gegeneinander. Hass wird zur freien Meinungsäußerung, die Würde von Menschen wird von Bedingungen abhängig gemacht. Der Tod wird zum Gefährten der Dummheit.
Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Du, Herr,
gesellst dich zu Menschen, die mit ihren Fragen nicht mehr wissen, wohin, die ihre Träume verloren haben und ihre Worte auch.
Brich uns dein Brot! Dann geht uns das Leben auf. – Amen.
Wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden, suchen wir nach einem Anker, der uns neuen Halt gibt.
Bitten wir den Herrn um einen Glauben, durch den wir Halt in unserem Leben finden:
Für alle, die sich in dieser Festzeit auf den Empfang ihrer Taufe, Erstkommunion oder Firmung vorbereiten,
dass sie ihr Leben in dir festmachen können.
Für unsere durch Klimaveränderung, Kriege, Wirtschaftskrisen und soziale Ungerechtigkeiten verunsicherten Welt,
dass wir gemeinsam Wege in eine sinnerfüllte Zukunft für alle finden.
Für alle, die miteinander Mahl halten,
dass sie neben den Speisen gegenseitige Aufmerksamkeit und Offenheit teilen.
Für alle, die nach Beziehung zu dir, zu den anderen und zu sich selbst suchen.
Für unsere Verstorbenen,
dass du ihre Sehnsucht nach Heil und Vollendung erfüllst.
Denn du öffnest unsere Einsamkeit deiner Gemeinschaft, unseren Tod deiner Liebe.
Dir jubeln wir im österlichen Halleluja zu und danken dir jetzt und allezeit. - Amen.
Zwischen der Last menschlichen Lebens und der inneren Sehnsucht nach einer heilen Welt kommen wir mit unseren Bitten zu dir, unseren Gott, den wir Vater nennen dürfen:
Wie Jesus mit den Jüngern geht, so geht er auch mit seiner Kirche.
Schenke ihr Orientierung auf der Suche nach dem rechten Weg im Heute unserer Zeit.
Jesus brachte nicht die Hoffnung auf eine politische Befreiung aber erwies sich durch sein Leben und Sterben als die Mitte deines Planes mit den Menschen.
Leite alle durch deinen Geist, die durch ihre politischen Entscheidungen das Los vieler Menschen mitverantworten.
Jesus nahm und nimmt das Leid und die Zweifel der Menschen ernst.
Hilf allen, die im Mitfühlen und Mitgehen versuchen anderen eine neue Tür in ihre Zukunft zu öffnen.
Jesus ist der Weg zu dir, unserem Vater.
Beschenke uns mit deinem Geist, der uns lehrt im Wort der Schrift dir und deiner Weisung zu begegnen.
Ostern schenkt Leben aus dem Tod.
Nimm alle an der Hand, die auf dem Weg in deine ewige Anschauung sind.
Vater, dir gebührt alle Ehre und Dank!
Wir preisen deine Herrlichkeit durch Jesus, der mit uns als Mensch auf dem Weg war, im Heiligen Geist. - Amen.
Gott, wir bitten:
gib dich uns zu erkennen in deinem Sohn.
Wir bedürfen der Hilfe so sehr.
Lass jenen, deren Herz in Trauer gefangen ist, dein Licht aufleuchten;
im Wort, im Sakrament und im Nächsten.
Stärke die vielen verfolgten Christen in ihrem Glauben.
Begründe ihre Hoffnung in deiner Liebe.
Zeig uns, wie wir Tisch und Brot mit denen teilen, die uns nötig haben.
Gib uns die Erkenntnis, wann ein „Umkehren“ von Nöten ist.
Tröste uns über den Verlust unserer Lieben durch den Tod und schenke ihnen die Auferstehung.
Voll Vertrauen glauben wir, dass du uns hörst und erhörst durch Jesus Christus, den Auferstandenen. – Amen.
© Mag.a Ulrike Kreuz, Frauenkommission der Diözese Linz.
Gott hat seinen Sohn nicht dem Tod überlassen, sondern ihn auferweckt.
Voll Dankbarkeit und Vertrauen wollen wir beten:
Für alle, die an den Feiertagen arbeiten müssen.
Für alle, die keine Osterfreude verspüren.
Für alle, die aufgrund der Corona-Krise gesundheitliche, finanzielle oder psychische Probleme haben.
Für alle, die auf der Flucht sind und keine Perspektiven haben.
Für alle, die wir schmerzlich vermissen.
Für alle Verstorbenen und besonders für jene, die an Corona verstorben sind.
Guter Gott, du bist mit uns auf dem Weg.
Dafür danken wir dir und loben dich heute und in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
die Not vieler Menschen brennt uns auf dem Herzen.
Wir möchten sie mit dir teilen und dich bitten:
Für alle, die am Zerbrechen gewohnter Formen kirchlichen Lebens leiden und sich um die Zukunft der Kirche Sorgen machen.
Lass sie spüren, dass du auch heute mit uns auf dem Weg bist.
Für alle, die nicht glauben können, dass du von den Toten auferstanden bist und lebst.
Lass sie dein Wirken in der Welt erfahren.
Für alle, die aus ihrer Heimat vertrieben worden sind
oder geflüchtet sind, um ihr Leben zu retten.
Lass sie Wegbegleiter in eine bessere Zukunft finden.
Für alle Heranwachsenden.
Lass sie glaubwürdige Zeugen der Frohen Botschaft von deinem Leben, deinem Tod und deiner Auferstehung begegnen.
Für unsere Verstorbenen.
Lass die Hoffnung, die sie auf dich gesetzt haben, in Erfüllung gehen.
Herr, wir vertrauen darauf, dass wir durch das Evangelium,
das uns deine Jünger verkündet haben, gerettet werden.
Durch dich danken wir dem Vater im Heiligen Geist. - Amen.
Gott,
du hast deinem Volk
durch das Bekenntnis des Glaubens
und durch den Empfang der Taufe neues Leben geschenkt.
Nimm die Gaben,
die wir dir nun bereitet haben, gnädig an
und lass uns in dir Seligkeit und ewiges Leben finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostermontag
Gott, Anfang und Ende,
Alfa und Omega,
Höhe und Tiefe
Weite und Enge –
das bist du.
In Brot und Wein kommst du zu uns.
Du teilst mit uns dein Leben.
Den Tod hast du überwunden.
Wir danken dir.
Brich uns das Brot! -Amen.
Kehrvers:
Danket Gott, denn er ist gut;
groß ist alles, was er tut.
Seine Huld währt alle Zeit,
waltet bis in Ewigkeit.
(GL 402)
Menschenfreundlicher und liebender Gott,
voll Freude und Dankbarkeit loben wir dich und danken wir.
Kehrvers
In Jesus Christus hast du dich uns ganz hingegeben,
ihn hast du auferweckt,
er steht an unserer Seite.
Seine Botschaft der Liebe und des Friedens
schenkt er uns heute täglich neu.
Kehrvers
Der Heilige Geist öffnet unsere Augen und Herzen
für die Botschaft der Osterfreude.
Er entzündet in uns die Liebe zu unseren Mitmenschen,
zur Schöpfung und zum dreifaltigen Gott
Kehrvers
Wir loben und preisen dich, guter Gott
und danken dir aus ganzem Herzen für deine Liebe zu deinen Geschöpfen,
die kein Ende hat.
Kehrvers
Kehrvers
Christus ist erstanden. Halleluja.
Er hat den Tod bezwungen. Halleluja. (GL 333)
Guter Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dir unser Lob darzubringen.
Du bringst Leben hervor und gibst ihm Raum, sich zu entfalten,
und du sorgst für alles, was du geschaffen hast.
Kehrvers
Wie alle Geschöpfe sind auch wir dem Werden und Vergehen unterworfen.
Du lässt uns aber nicht allein, wenn unser Leben von Leiden überschattet ist.
In Jesus von Nazareth hast du unsere Ohnmacht
den Mächten des Todes gegenüber mitgetragen.
In seiner Auferstehung hast du uns neue Hoffnung
auf unvergängliches Leben gegeben.
Kehrvers
Auf dem Weg nach Emmaus hat er an der Not und Verzweiflung seiner Jünger Anteil genommen und in ihnen die Kraft geweckt,
ihre Resignation zu überwinden.
Sie haben entdeckt, dass er in neuer Weise in ihrer Mitte ist und dass er lebt.
Sein Geist hat auch in ihnen neues Leben entfacht
und sie zu Zeugen deiner Frohen Botschaft werden lassen.
Kehrvers
Dein heiliger Geist bewegt auch uns. Er führt uns zu neuer Lebendigkeit
und lässt uns mit Zuversicht an unsere Herausforderungen herangehen.
So loben und preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung
und singen wir dir mit allen Engeln und Heiligen unseren Dank:
Danklied, z. B. Gelobt sei Gott im höchsten Thron (GL 328)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
Wie die Emmaus-Jünger hat der Herr auch bei uns den Lobpreis gesprochen
und uns das Brot gebrauchen.
Bevor wir den Leib des Herrn empfangen,
beten wir voller Vertrauen das Gebet,
das er selber uns zu beten gelehrt hat:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn.
(vgl. Lk 24,31)
Oder:
Christus ist vom Tod erstanden; er stirbt nicht mehr.
Gebrochen ist die Macht des Todes. Halleluja.
(vgl. Röm 6,9)
Emmaus ist überall da
wo Menschen miteinander reden
Emmaus ist überall da
wo zwei oder drei miteinander unterwegs sind
Emmaus ist überall da
wo Resignation und Hoffnungslosigkeit
überwunden werden
Emmaus ist überall da
wo neue Anfänge gesucht werden
Emmaus ist überall da
wo wir offen und einladend sind
Emmaus ist überall da
wo wir Gott in unser Leben einladen
Emmaus ist überall da
wo wir miteinander feiern
und uns Kraft holen
Emmaus ist überall da
wo wir bereit sind umzukehren
und ihm
Jesus
nachzufolgen
Wo Menschen
aus ihrer Enge finden
Wo Hoffnung
neu entsteht
Wo Zuversicht
wachsen kann
Wo Ängste
überwunden werden
Wo Versöhnung
geschieht
Wo Freude
das Leben prägt
Wo Türen
plötzlich offen stehen
Wo Steine
weggewälzt werden
Wo Liebe
spürbar wird
Überall da
ist Auferstehung
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die österlichen Geheimnisse
auf den Weg des Lebens geführt.
Lass deine Gnade in uns mächtig werden,
damit wir uns deiner Gaben würdig erweisen
und unseren Weg zu dir vollenden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostermontag
Allmächtiger Gott,
im heiligen Sakrament haben wir
den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Laß diese österliche Gabe in uns weiterwirken
und fruchtbar sein.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
in deinem Mahl
schenkst du uns göttliches Leben.
Gib, daß wir dieses Sakrament
immer neu als dein großes Geschenk empfangen
und aus seiner Kraft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Aus vielen Körnern ist ein Brot geworden:
So führ auch uns, o Herr, aus allen Orten
zu einer Kirche durch dein Wort zusammen
in Jesu Namen
In einem Glauben lass uns dich erkennen,
in einer Liebe dich den Vater nennen,
eins lass uns sein wie Beeren einer Traube,
dass die Welt glaube.
Gedenke, Herr, die Kirche zu erlösen,
sie zu befreien aus der Macht des Bösen,
als Zeugen deiner Liebe uns zu senden
und zu vollenden.
(Maria Luise Thurmaier, 1970, in EG 227)
Mit Jesus auf dem Weg sein,
die dunkle Stadt hinter dir lassen
und auf sein Wort hören.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
das Licht sehen, das von Ihm ausgeht,
und dich durchdringen lassen.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
Ihn einladen, zu bleiben,
damit Er dir das Brot bricht.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
spüren, wie dir das Herz brennt,
den andern die Botschaft bringen:
dass Er lebt.
Aus: Ilse Pauls, Auf dem Weg. Gedichte und Gebete. Eigenverlag. Nachdruck 2009 Mails & More, A-3441 Judenau.
„Brannte nicht unser Herz in uns“
sagten die traurigen, verängstigten, mutlosen,
zweifelnden, verzweifelten Jünger
als Jesus ihnen auf dem Weg nach Emmaus begegnete
und zu ihnen sprach.
Mit seinem Wort ihre Zweifel durchbrach.
Sie im Herzen traf.
„Brannte nicht unser Herz“.
Herr Jesus, lass auch uns Dir begegnen.
Begegne unserer Traurigkeit, Angst, Mutlosigkeit,
unseren Zweifeln, unserer Verzweiflung.
Sprich Du Dein Wort
gegen unsere Sprachlosigkeit,
unsere Gelähmtheit, unser Lahmsein.
Lass Dein Wort in uns dringen.
Tief hinein ins Herz, in die Seele.
Lass uns durchdrungen sein von Dir, Deiner Liebe.
Durchdrungen von Deiner Gegenwart, sodass wir sagen können:
„Brannte nicht unser Herz“.
Brennt nicht unser Herz
bei und in jeder Begegnung mit Dir.
In der Begegnung mit Dir
in der Schöpfung, im Anderen,
in der Eucharistie,
in Brot und Wein verwandelt in Deinen Leib und Dein Blut.
„Brannte nicht unser Herz“.
Brennt nicht unser Herz.
© Elke Uhl 2019.
Da gehen sie,
die beiden Jünger Jesu.
Freudigen Schrittes
gehen sie
sicherlich nicht,
denn sie lassen alles hinter sich.
Ihre Hoffnungen,
Erwartungen,
Freundinnen und Freunde.
Lassen alles hinter sich –
in Jerusalem.
Es mag wohl eher eine Flucht sein.
Sie ertragen nicht,
das mit dem Tod Jesu,
mit diesem schrecklichen
Ende am Kreuz,
all das,
was sie durch ihn
als wichtig angenommen haben,
ein jähes Ende findet.
Dieser Weg ist kein Spaziergang,
bei dem man
so ein bisschen
aus seinem Leben plaudert.
Das,
worüber sie –
wie uns berichtet wird –
reden,
sind die Ereignisse,
die sie hinter sich lassen.
Das Unbegreifliche,
dieses Leidens- und Sterbeweges
ihres Freundes.
Die Worte,
die hier fallen,
sie mögen stoßweise kommen.
Wir kennen das alle,
wie schwer es fällt,
das Sterben unserer Lieben
in Worte zu fassen.
Ist das,
was da in ihnen gärt,
überhaupt in Worte zu fassen?
Ihr Weg nach Emmaus
ist ein Weg
des inneren Schmerzes,
des Zweifels
und gleichzeitig
der mühsame Versuch
des Verstehens.
Und während sie so gehen,
ist Jesus mit einem Mal
einfach an ihrer Seite ---
und geht mit.
Er ist zum Greifen nahe,
aber sie sind so in sich gefangen –
mit Blindheit geschlagen –
dass sie ihn nicht erkennen.
Er braust nicht auf:
„Hey, seid ihr denn blöd,
könnt ihr nicht sehen,
ich gehe doch neben euch.
Seht doch her,
ich bin doch da.“
Nein,
er ist einfach da.
Bleibt neben ihnen.
Setzt sich ihren Enttäuschungen
ihren Fragen,
ihrer Niedergeschlagenheit –
eben ihrer ganzen inneren Not –
aus
und
geht mit,
bleibt neben ihnen.
Hält es aus,
dass sie ihn
und seine Lehre
mit dem Gesagten
in Zweifel ziehen.
In Zweifel ziehen,
weil er das,
was sie erhofft hatten,
nicht erfüllt hat.
In mir kommt das Bild auf,
als legte
Jesus einen seiner Arme
wie einen wärmenden Mantel
um die beiden,
um sie zu schützen
und sie erneut für sich „einzufangen“.
So, als würde er sagen:
„Kommt,
ich erkläre es euch noch einmal
ganz von vorne,
noch mal neu.“
Er zerredet nichts,
lässt alles zu.
Und in diesem Zuwenden
eröffnet er ihnen
die Zusammenhänge.
Lässt sie verstehen,
dass alles so kommen musste.
In unserer heutigen Zeit,
würde an dem Punkt,
wo doch alles gesagt ist,
wohl kommen:
„Seien sie mir nicht böse,
nett,
dass ich Ihnen helfen konnte,
jetzt muss ich aber los,
habe noch viel anderes
zu erledigen.“
Nicht so bei Jesus.
Er geht weiter mit,
Schritt für Schritt,
bis sie zu Hause
angekommen sind -
in ihrem Dorf –
wohl auch bei sich selbst
wieder Heimat gefunden haben.
Er weiß,
dass er sie jetzt
auch lassen könnte –
wieder sich selbst
überlassen könnte.
Und so tut er,
als ginge er weiter
und lässt sich drängen,
doch zu bleiben.
Lässt sie darum bitten,
doch noch fortzufahren,
ihnen Sicherheit zu geben.
Lässt sie aussprechen,
dass der Wechsel
von Tag und Nacht
sie noch schreckt.
Und so geht er mit ihnen hinein,
in ihre Heimat –
ihre Beheimatung –
und gibt sich
in der Gemeinschaft
und im Brotbrechen
ganz zu erkennen.
So zu erkennen,
dass ihnen
die Augen aufgehen.
Und da
schreckt es die beiden
nicht mehr,
dass er nicht mehr
leibhaftig
an ihrer Seite ausharrt.
Jetzt ist seine Botschaft,
sein Geheimnis,
ganz in sie eingedrungen.
Jetzt
kann keine Nacht
sie mehr schrecken,
kein Dunkel
sie mehr zurückhalten.
Jetzt
brennt ja sein Licht
ganz neu
in ihrer Brust.
Jetzt können
sie sich aufmachen
und mit den anderen
bekennen:
„Der Herr ist wirklich auferstanden.“
Da gehen wir,
die Jüngerinnen und Jünger Jesu in der heutigen Zeit.
Freudigen Schrittes
gehen wir meist nicht,
denn so manches
bleibt hinter uns zurück.
Unsere Hoffnungen,
Erwartungen,
Lebenskonstruktionen.
Liebgewordene Menschen
an unserer Seite -
bleiben zurück,
halten es an unserer Seite nicht aus
oder sterben.
Wir rasen davon
mit all den Ablenkungen,
die uns
unsere moderne Zeit
zu bieten hat.
Und Sie und ich? –
Sind wir noch –
oder mal wieder –
vielleicht
nach einem persönlichen „Jerusalem-Erlebnis“ –
auf dem Weg nach Emmaus?
Brauchen wir die Begegnung
und Bestätigung Jesu
wieder einmal ganz neu?
Ist die Last des Lebens
gerade etwas,
was uns wegführt,
uns unstetig sein lässt?
Persönliche Schicksalsschläge,
die uns aufwühlen?
Wandlungen
in Familie,
Umkreis,
Beruf,
Kirche
und in unseren Gemeinden,
die uns fragen lassen:
warum?
Ich für mich kann sagen,
ja,
ich musste immer wieder
auch diesen Weg gehen,
den Weg nach Emmaus.
Und vielleicht
muss ich ihn
auch immer wieder
einmal gehen.
Aber
immer wieder
durfte ich
in meinem Emmaus
ankommen
und
konnte mich dann
neu aufmachen
Beatrix Senft, 2022
Abba,
Vater,
Du gibst mir
Atem,
Leben,
hast mich
gewollt,
bist mir
zärtlich
wie eine Mutter,
bist mir Nahrung.
Ich atme
Dich ein,
bin geborgen
bei Dir,
im Ausatmen
überlasse
ich mich Dir,
gebe mich hin,
füge mich
in Deinen Willen,
bin ganz leer,
um erneut
wieder
Dich
einzuatmen.
Aus: Ilse Pauls, Späte Ernte. Gedichte. Rhönverlag Hünfeld 1996.
Nicht erst,
wenn alle Mißverständnisse
weggeräumt sind,
sondern
wenn ich alles
vergeben habe.
Wenn der schwere Stein
meiner Traurigkeit
vom Herzen weggeweint ist
und ich wieder
Hoffnung habe.
Wenn ich nicht mehr
flüchten will,
sondern mich
auf den Weg mache
zu meinen Brüdern und Schwestern.
Dann erst
werde ich IHM begegnen
in den Gesichtern
der geringsten meiner Brüder,
in Seinem Wort,
in Seinem Brot.
Dann erst werden mir
die Augen aufgehen,
und mein totes Herz
lebt wieder
und brennt für Dich
Ilse Pauls
Wir loben dich
Jesu Einzug in Jerusalem
Das letzte Abendmahl
Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern
Überall ist Golgatha
Die Leiden Jesu Christi und dieser Welt heute sind eins
Das Kreuz des Jesus Christus
Zur Meditation
Deinen Tod o Herr verkünden wir
Lobpreis für den Überwinder des Todes
Lied vom Ostermorgen
Befreiung zum Neubeginn
Der Herr sei mit euch
Gruß der Jünger Jesu – heute
Welcher Engel wird uns sagen
Für eine ganz persönliche Auferstehung
(c) Reinhard Burchhardt
Zu Paul Celans Gedicht „Zürich, Zum Storchen“
Den goldenen Schimmer der Auferstehung
lass uns hinüberretten in den Alltag.
Seinen Glanz bewahren,
seine Gegenwart erspähen
in manchen Bildern,
Offenbarungen,
Gesprächen …
Es gibt Worte,
die Glanz innehaben,
Blicke, die strahlen,
Begegnungen,
die Ewigkeit ahnen lassen …
Lass uns das Hellwort finden,
das uns trägt,
das mit uns geht.
Ilse Pauls

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die Predigt des Petrus stellt noch einmal – sehr einfach und eindrücklich – Leben und Geschick Jesu vor, erinnert an "machtvolle Taten, Wunder und Zeichen" und bezeugt "Gottes beschlossenen Willen und Vorauswissen2 – ohne die Schuld zu verschweigen, die Menschen auf sich geladen haben.
Im Mittelpunkt der Predigt steht die Auslegung von Psalm 16,8-11, eingeleitet mit: "David nämlich sagt über ihn". Dieser Verweis begründet die Auferstehungsbotschaft in der alttestamentlichen Überlieferung – und erlaubt gleichzeitig einen Blick in die Predigtpraxis der frühen Kirche.
Gott hat einen Eid geschworen, dass ein Nachkomme Davids auf seinem Thron sitzt: Petrus sieht das in der Auferweckung Christi in Erfüllung gegangen. In der Predigt des Petrus, wie Lukas sie überliefert, heißt es am Schluss (unsere Lesung hört vorher auf): "So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat." (V. 36).
Die uns im Neuen Testament überlieferten Aussagen zur Auferstehung lassen sich vom Gesichtspunkt der Überlieferung her in zwei Gruppen einteilen.
Zum einen gibt es die Formeltraditionen, die auf eine frühe Bekenntnisbildung schließen lässt. Sie sind die frühesten Zeugnisse eines Auferstehungsglaubens. Dazu gehören die Aussagen in 1 Kor 15 (2. Lesung).
Auch in der 1. Lesung sind wohl ältere Formeltraditionen verarbeitet. Die in 1 Kor 15, 3b-5 zitierte Glaubensformel kann wegen ihres Alters und ihres Gewichts als das wichtigste Zeugnis des NT angesehen werden.
Zum anderen liegen uns die Ostererzählungen der Evangelien vor. Sie sind wesentlich jünger als die älteren Formeltraditionen. Zu diesen Erzählungen gehört auch die Emmausperikope. Hier kann man einen längeren Reflexionsprozess voraussetzen. Vermutlich sind aber auch hier ältere Traditionselemente verarbeitet. So taucht das Motiv, dass Jesus von den Jüngern beim Brotbrechen erkannt wird, auch bei Joh auf (Joh 21,12ff).
Formale Beobachtungen der Auferstehungszeugnisse lassen eine Zweigliederung erkennen. In den beiden Lesungen werden sie gegenübergestellt. Dabei wird in der Apg der Kontrast durch die Betonung des menschlichen Unheilshandelns gegenüber dem Heilshandeln Gottes unterstrichen. Schriftbeweise und Hinweise auf Zeugen sind weitere Strukturelemente, die immer wieder auftauchen.
Apg 2, 23f:
Ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde,
habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt.
1 Kor 15, 4ff:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift
und ist begraben worden.
Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Die Auferstehung Jesu ist ein entscheidendes Spezifikum des Neuen Bundes. Daher werden am Ostermontag beide Lesungen aus dem Neuen Testament genommen.
Es ist die Pfingstrede und damit die Missionspredigt des Petrus an das Volk Israel, die heute bereits gelesen wird. Die Kernaussage ist die älteste Verkündigungsformel der Urgemeinde über den Tod und die Auferstehung Jesu: "Gott aber hat ihn auferweckt." (Vers 24)
Die ist durch die Zeugen verbürgt, die dem Auferstandenen begegnet sind. Petrus begnügt sich nicht damit, sondern führt ein Schriftzeugnis an. Er zitiert den Psalm 16, 8-11. Dieser Psalm wurde gebetet, wenn man sein Leben bedroht sah. Erst durch Christus, durch seinen Tod und seine Auferstehung, wird der Vollsinn dieses Psalmes deutlich, dass Gott den, der ihm treu ist, nicht der Verwesung preis gibt. Der Tod ist durch das Leben, durch die Auferstehung Jesu überwunden. Der an die Auferstehung glaubt, kann diesen Psalm beten als Ausdruck der Hoffnung.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz