Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Am Pfingsttag trat Petrus auf,
zusammen mit den Elf;
er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem!
Das sollt ihr wissen,
achtet auf meine Worte!
Jesus, den Nazoräer,
einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat
durch Machttaten, Wunder und Zeichen,
die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst -
ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen
hingegeben wurde,
habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen
ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit
und auferweckt;
denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.
David nämlich sagt über ihn:
Ich hatte den Herrn beständig vor Augen.
Denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke.
Darum freute sich mein Herz
und frohlockte meine Zunge
und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen;
denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis,
noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.
Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt,
du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.
Brüder,
ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden:
Er starb und wurde begraben
und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag.
Da er ein Prophet war
und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte,
einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen,
sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus:
Er gab ihn nicht der Unterwelt preis
und sein Leib schaute die Verwesung nicht.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt,
dafür sind wir alle Zeugen.
Zur Rechten Gottes erhöht,
hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen
und ihn ausgegossen,
wie ihr seht und hört.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Du lässt mich, Herr, den Weg des Lebens erkennen. - Kv
Oder: Kv: Halleluja. - Kv
Oder GL 629,3
Behüte mich, Gott, denn bei dir habe ich mich geborgen! /
Ich sagte zum HERRN: Mein Herr bist du, *
mein ganzes Glück bist du allein.
Der HERR ist mein Erbanteil, er reicht mir den Becher,
du bist es, der mein Los hält. - Kv
Ich preise den HERRN, der mir Rat gibt, *
auch in Nächten hat mich mein Innerstes gemahnt.
Ich habe mir den HERRN beständig vor Augen gestellt,
weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. - Kv
Darum freut sich mein Herz und jubelt meine Ehre, *
auch mein Fleisch wird wohnen in Sicherheit. 1
Denn du überlässt mein Leben nicht der Totenwelt; *
du lässt deinen Frommen die Grube nicht schauen.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Schwestern und Brüder!
Wenn ihr den als Vater anruft,
der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt,
dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid,
ein Leben in Gottesfurcht!
Ihr wisst,
dass ihr aus eurer nichtigen,
von den Vätern ererbten Lebensweise
nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet,
nicht um Silber oder Gold,
sondern mit dem kostbaren Blut Christi,
des Lammes ohne Fehl und Makel.
Er war schon vor Grundlegung der Welt dazu ausersehen
und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen.
Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen,
der ihn von den Toten auferweckt
und ihm die Herrlichkeit gegeben hat,
sodass ihr an Gott glauben
und auf ihn hoffen könnt.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die zweite Lesung ist eine Aufforderung zum konsequenten Handeln und Denken. Es ist ein komplettes Programm, das den Menschen nahegebracht wird.
1. Jesus hat am Kreuz alles getan, was für Erlösung wichtig ist.
2. Gott hat ihn aus dem Grab zum Leben erweckt und seine Botschaft bestätigt.
3. Ihr habt euch für den Glauben an Jesus Christus entschieden.
4. Damit könnt ihr die Aussagen Jesu über den Vater übernehmen und leben.
5. Dann zeigt dies in eurem Alltag.
Diese Aufforderung hat ihren Grund im Wissen um Erlösung. Es gab ein Leben vor der Erlösung und ein Leben seit der Erlösung. Das fordert zum Handeln heraus.
Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift!
Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
Am ersten Tag der Woche
waren zwei von den Jüngern Jesu
auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Und es geschah:
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge,
über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Da blieben sie traurig stehen
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm:
Bist du so fremd in Jerusalem,
dass du als Einziger nicht weißt,
was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet,
mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer
haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft,
dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag,
seitdem das alles geschehen ist.
Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis
haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht.
Als sie zurückkamen,
erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen
und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab
und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
deren Herz zu träge ist,
um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Christus das erleiden
und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar,
ausgehend von Mose und allen Propheten,
was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn
und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend,
der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und es geschah:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan
und sie erkannten ihn;
und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns,
als er unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf
und kehrten nach Jerusalem zurück
und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Diese Erzählung von den Emmausjüngern findet sich nur bei Lukas. Der Evangelist reflektiert die Osterereignisse in Form einer Erzählung. Dabei werden geschickt alle Elemente des Auferstehungsglaubens der ersten Christen in einen erzählerischen Zusammenhang gebracht:
- Die Überlieferung vom Tod Jesu;
- Die Kunde vom leeren Grab;
- Die Botschaft, daß er lebe.
Noch fehlt den beiden Jüngern der Glaube. Wie die Urkirche deutet ihr noch nicht erkannter Begleiter die Ereignisse vor dem Hintergrund des Alten Testamentes, "ausgehend von Mose und den Propheten", als "göttliches Muß".
Erst beim Mahl - die Sprache gleitet dabei über in die Sprechweise der urchristlichen Eucharistiefeier - erkennen die Jünger den Auferstandenen. Dieser läßt sich jedoch nicht festhalten, er entschwindet ihnen. Das Erkennen des Auferstandenen führt unmittelbar in die Verkündigung. Sie brechen unverzüglich auf, um das Erfahrene weiterzutragen.
Halleluja. Halleluja.
Christus ist auferstanden.
Er, der Schöpfer des Alls, hat sich aller Menschen erbarmt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal,
am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus,
Natanaël aus Kana in Galiläa,
die Söhne des Zebedäus
und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen.
Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit.
Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot.
Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihnen:
Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?
Sie antworteten ihm: Nein.
Er aber sagte zu ihnen:
Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus
und ihr werdet etwas finden.
Sie warfen das Netz aus
und konnten es nicht wieder einholen,
so voller Fische war es.
Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus:
Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei,
gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war,
und sprang in den See.
Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot
- sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt,
nur etwa zweihundert Ellen -
und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
Als sie an Land gingen,
sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer
und darauf Fisch und Brot liegen.
Jesus sagte zu ihnen:
Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land.
Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
und obwohl es so viele waren,
zerriss das Netz nicht.
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!
Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du?
Denn sie wussten, dass es der Herr war.
Jesus trat heran,
nahm das Brot und gab es ihnen,
ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal,
dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
seit er von den Toten auferstanden war.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Evangelientext stammt aus dem zweiten Schluss des Johannesevangeliums. Am Ende des Evangeliums vom 2. Ostersonntag stand die Zusammenfassung des Evangeliums: Hilfen geben zur Erfahrung, dass Jesus der Messias ist und ein Leben in seinem Geist anbietet.
Nun macht der angehängte Schlussteil deutlich: Dieses Leben im Geist Jesu fiel selbst denen schwer, die ihn erlebt hatten. Aber am Ende tun sie es.
Die vorliegende Perikope findet sich im letzten Kapitel des Johannesevangeliums, das einen Anhang darstellt, dessen Form und Art sehr viele Fragen aufwirft, die hier nicht alle dargelegt werden können. So finden sich in diesem Kapitel drei in einander verwobene Geschichten, die in einem äußeren Zusammenhang gehalten werden: eine Geschichte vom Fischfang, ein Erscheinungsbericht und eine Mahlerzählung. Sie verbindet die Einheitlichkeit der handelnden Personen und des gleichen Ortes. Ganz losgelöst kann man dieses Kapitel indes nicht lesen, es ist Teil eines größeren Zusammenhangs, in den nach Vers 14 noch zwei weitere Erscheinungen gehören.
Von den sieben Personen, die Jesus begegnen, sind die ersten fünf solche, die in einer besonderen Beziehung zu Jesus standen: Petrus als der Wortführer der Apostel, Thomas als der, der sehen und begreifen durfte, Natanael, der Jesus schon einmal begegnet war (Joh 1,47) und die Söhne des Zebedäus. Wer die zwei anderen sind und woher sie kommen, bleibt unklar. Diese sieben bezeichnen die Fülle der Nachfolger Jesu, denen er begegnen will.
Die Erzählung vom Fischfang geht auf ein ähnliches Vorbild bei Lukas (5,1-11) zurück, das der Autor der vorliegenden Geschichte gekannt haben muss.
Die Erscheinung Jesu entspricht in ihrer Form der Begegnung mit den Emmausjüngern oder vom Zeitpunkt her der Begegnung mit Maria Magdalena.
Die Mahlszene entspricht atmosphärisch - und das ist die einzige Gemeinsamkeit - der lukanischen Szene, als die Jünger in Emmaus dem Auferstandenen in aller Unauffälligkeit und Schmucklosigkeit begegnen (Lk 24,13-35).
Diese Geschichten sind nun zu einem Missionsbericht zusammenkomponiert: Petrus holt das Netz der Kirche ein, in dem alle Völker (153 Fische als Symbole aller bekannten Fischarten = alle bekannten Völker) vorhanden sind. Sie werden dem Auferstandenen zu Füssen gelegt.
Bei diesem Evangelium handelt es sich um ein Nachtragskapitel, das im Rahmen der Endredaktion durch die johanneische Schule angefügt wurde. Die Schilderung enthält mehrere Widersprüche (Auftrag zum Fischfang in Vers 6 und bereitstehendes Mahl in Vers 9) und Doppelungen (Ziehen des Netzes in Verse 8. 11, Erkennen Jesu in Verse 7. 12). Das lässt darauf schließen, dass hier zwei Überlieferungen miteinander verwoben wurden. Verbunden mit dem Vorausgehenden wird die Geschichte durch die Verse 1 und 14. Diese sogenannte dritte Erscheinung des Auferstandenen unterscheidet sich von den beiden zuvor beschriebenen: Bei der ersten Begegnung (Joh 20,11-18) kam er zu Menschen, die angesichts des Todes Jesu fassungslos und verängstigt waren, und bei der zweiten Erscheinung (Joh 20,24-29) zu einem zutiefst Zweifelnden. Beides waren menschliche Ausnahmesituationen, in denen die Jünger durch eine außergewöhnliche Erfahrung wieder Lebensmut, Gottvertrauen und Perspektive gewannen und darin Jesus erkannten. Genauso kann es gläubigen Menschen auch heute bei Ausnahmesituationen wie Sternstunden ihres Lebens und überwundenen Krisen relativ leicht fallen, im Nachhinein darin Gottes Nähe zu erkennen. Im dritten Bericht ist die Situation dagegen eine andere: Die Jünger sind zurück in ihrem Alltagsgeschäft und mit dessen Fragen und Problemen so sehr beschäftigt, dass sie Jesus zunächst nicht erkennen (Vers 4).
Ähnlich geht es Christen auch heute oft in ihrem Alltag: Sie rechnen hier nicht mit Gottesbegegnung. Manche leben den Glauben auch eher zusätzlich zu Beruf, Familie und Ehrenamt. Gottesdienstbesuch und verlässliche kirchliche Gemeinschaft sind dann zwar als eigenständiger Bereich wichtig, aber Gottesbeziehung und Alltagsleben werden kaum durch persönliche Auseinandersetzung aufeinander bezogen. Hierauf wirft das Evangelium nun ein neues Licht: Jesus, der Mensch gewordene und menschlich erfahrbare Gott, lässt sich mitten im Alltag finden. So betrachtet vermag eine auf den ersten Blick unspektakuläre Erfahrung auch in Eintönigkeit und vergeblichem Mühen neuen Lebensmut und Sinn zu schenken. Das zu erkennen dauert – wie bei den Jüngern – etwas länger als bei besonderen Erlebnissen. Hilfreich kann es sein, jeden Abend mit einem entsprechenden Tagesrückblick den Blick zu schärfen für solch Gottesbegegnungen im Alltag. So können Leben und Glauben immer mehr ein einziger Vollzug werden.
Befreiend und herausfordernd zugleich ist die Passivität der erforderlichen Haltung: Man muss nichts Besonderes „machen“ (wie z. B. beten, zum Gottesdienst gehen) oder angestrengt nach Gott suchen, sondern gerade im Loslassen von festen Vorstellungen kann man ihn wie von selbst mitten im Alltag finden und sich von ihm finden lassen.
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr A 4/2011. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2011, S.93-104.
Die Erzählungen von den Erfahrungen der Jüngerinnen und Jünger Jesu mit Auferstandenen konfrontieren uns mit überraschenden Zeichen, die der Auferstandene setzte und die nicht sofort zu verstehen waren. Erst später haben sie sich den Jüngern erschlossen. Auch heute begegnet uns Gott in persönlichen Erfahrungen, die wir erst als Momente der Gottesbegegnung erkennen müssen.
Die armen Jünger damals. Wie soll man das alles verstehen? Gründonnerstag als Zeichen der Zuwendung, Karfreitag als Moment des Scheiterns, Maria von Magdala mit ihrer österlichen Botschaft, die Momente, da Jesus durch verschlossene Türen ein- und ausgeht, die Erfahrungen der Emmausjünger und die Erfahrungen des Thomas. Jesus hat verschiedene Zeichen gesetzt, die es zu verstehen gilt. Aber plausibel zusammenstimmen diese Erzählungen nicht!
Petrus macht etwas, das er kennt und worin er ein Spezialist ist. Seine Ankündigung ist klar: „Ich gehe fischen!“ Der Spezialist hat keinen Erfolg. Er fängt nichts. Eine Nacht ohne Schlaf und völlig umsonst. Jesus greift ein. Zunächst in der Gestalt eines Unbekannten. „Ihr habt an der falschen Stelle versucht. Zwei Meter weiter rechts und es klappt!“ Der Erfolg tritt ein, und die Ahnung beginnt: Es ist Jesus. Was macht er? Wie macht er es? Und dann auch noch das Feuer mit den Broten und Fischen; eine Überraschung, die man erst nicht versteht, aber gern annimmt. Noch einige Male wird das so gehen…
Und heute bei uns? - Petrus fasste in der Pfingstpredigt seine bisherigen Erfahrungen zusammen: Gott hat viel für uns getan und für alle, die unseren Glauben annehmen. Daraus zu leben ist für mich Alltag geworden.
Die Zeit der Apostelgeschichte ist lange vorbei. 2026 ist unsere Jahreszahl. Wir sind die Menschen, die heute als Glaubende leben. Ob Jesus für uns auch immer wieder Überraschungen hat? Welche Routine bringt mich denn wieder in gewohnte Bahnen? Und welche Überraschungen darf Jesus uns dann bereiten?
Der nicaraguanische Priester und Dichter Ernesto Cardenal hat einmal gesagt: „Die Schönheiten der Natur sind wie die Insignien Gottes in einem Taschentuch, das er fallen gelassen hat, um den Menschen auf sich aufmerksam zu machen.“ Derselbe Dichter hat sich im Blick auf seine Umwelt und die politische Situation im Land lange mit dem Psalm 22 auseinandergesetzt. Der Psalm beginnt mit den Worten: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und er endet mit dem Satz: „Seine Heilstat verkündet man einem Volk, das noch geboren wird: Ja, er hat es getan!“ Im Ringen zwischen Resignation und Hoffnung schaut Ernesto Cardenal in die Natur und sieht eine Blume oder einen blühenden Zweig. Dieser Blick kommt ihm vor wie die Antwort Gottes: „Ich bin doch da!“
Im Trubel des Alltags ist da plötzlich jemand, der mich anlächelt. Zeichen Gottes? Beim Gang über den Wochenmarkt hält man mir an einem Stand eine Erdbeere hin. Zeichen Gottes? Ich muss schnell nach irgendwo hinfahren und ein netter Mensch lässt mich einfädeln. Zeichen Gottes? Nach einer langen Zeit des Schweigens kommt eine Karte oder ein Anruf. Zeichen Gottes?
Petrus hat keine Zeichen gesucht, aber er hat sie wahrgenommen. Später verstand er sie. Sie ließen ihn Sicherheit finden: Jesus ist bei mir; heute an dem Ort, wo ich bin. Jesus will es auch mit uns hier und heute an unserem Ort sein.
© April 2026 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Das letzte Kapitel des Johannesevangeliums erzählt in einer mit christlichen Symbolen verdichteten Geschichte, wie sich Jesus den Jüngern, bzw. der jungen Gemeinde der zum Glauben an den Auferstandenen Gekommenen gezeigt hat…
„Des san Fisch!“ (wienerisch), hat ein Großvater zu seinem Enkerl gesagt, wenn er dessen Schuss mit dem Fußball abgewehrt hat. Der Ausdruck kommt wohl davon, dass Fische früher am Markt Lebensmittel in altes Zeitungspapier eingewickelt wurden – in Papier, das seinen ursprünglichen Wert verloren hatte und nur noch „für die Fisch“ taugte.
Ganz anders verhält es sich mit dem Fisch, der im christlichen Glauben eine besondere Bedeutung trägt. Das Fisch-Symbol war ein „Geheimzeichen“ der frühen Christen: Das griechische Wort „ἸΧΘΥΣ“ (Ichthys) stand für „Jesus, Christus, Gottes Sohn, Erlöser“.
Von einem Fischfang berichtet das Evangelium des 3. Sonntags der Osterzeit. darin verwoben sind ein Erscheinungsbericht und eine Mahl-Erzählung.
Nach den vorangegangenen Begegnungen des Auferstandenen mit den verängstigten und ungläubigen Jüngern (Joh 20) zeigte sich Jesus ihnen ein drittes Mal (Joh 21,14). Der Alltag hatte die Jünger nach dem ersten Ostern schnell wieder eingeholt. „Ich gehe fischen!“, sagte Petrus, und einige meinten, sie kämen auch mit (vgl. Joh 21,3). Die Szene spielt am See Tiberias – so lautete der römische Name des Sees Genezareth, benannt nach Kaiser Tiberius. Das alles geschah mitten in der römischen Welt, nicht in einem religiösen Schutzraum.
„Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?“, fragt Jesus (Joh 21,5). „Na, Burschen, habt's was g'fangen?“, würden wir heute vielleicht sagen. Im altgriechischen Original steht „παιδία“ (pedia) – „Kinder“. Jesu liebevolle Anrede ist zugleich eine Einladung zur Ehrlichkeit. Die Jünger hätten ihn mit einem schnellen „Alles gut!“ abwimmeln können. Stattdessen sagen sie „Nein“ – im Sinne von: „Gar nix is gut.“
Ein Scheitern zuzugeben, ist kein Zeichen von Schwäche. Einsicht ist der erste Schritt zu einer Verbesserung der Lage. Unsere Lebensgeschichten sind voller Krisen, aus denen wir lernen können – aber nur, wenn wir uns eingestehen, dass etwas schiefgelaufen ist, statt es unter den Teppich zu kehren. Jesus lädt zur Ehrlichkeit ein, und seine Jünger steigen darauf ein! Wer sein eigenes Scheitern ausspricht, bricht das Brot der Wahrheit.
Jesus wies seine Jünger an, den Fischfang nochmals zu versuchen – diesmal auf der „richtigen“ Seite: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden!“ Weil sie nicht in ihrem Stimmungstief steckenblieben, sondern es mit Gottes Hilfe nochmals versuchten, fingen sie überraschend viel, woraufhin Petrus ein recht paradoxes Verhalten an den Tag legte. Und das kam so…
Nach dem zweiten, ungleich erfolgreicheren Fischzug »übernaserte« „der Jünger, den Jesus liebte“* die Situation als erster. Er erkannte Jesus und rief: „Es ist der Herr!“ Und dann geschah es: Simon Petrus „gürtete sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See“ (Joh 21,7). Wir ziehen uns für gewöhnlich zum Schwimmen aus, Petrus zog sich davor an! - Andere Zeiten, andere Sitten? - Fischer arbeiteten damals oft nur mit einem Lendenschurz bekleidet. Petrus zog das Obergewand wohl aus Respekt vor Jesus an und band es fest, damit es ihn nicht beim Schwimmen behinderte. Im Original steht, Petrus war „γυμνός“ (gymnos) – „nackt“ oder „leicht bekleidet“.
Das letzte Kapitel des Johannesevangeliums greift zentrale Motive der Berufung der ersten Jünger auf. Wieder gelingt mit Jesu Hilfe ein wundersamer Fischfang (vgl. dazu Lk 5,1–11) – es gehen den Jüngern 153 Fische ins Netz. Diese Zahl entspricht sowohl der Anzahl der Kapiteln in den fünf Büchern Mose als auch der Zahl der damals bekannten Fischarten. Symbolisch steht sie für alle Völker der Erde, die in das „Netz des Evangeliums“ kommen – ein Netz, das nicht reißt.
Sieben Jünger erkannten Jesus an seinem siebten Zeichen. Die Zahl Sieben steht für die Vollgestalt der Glaubensgemeinschaft. Abschließend hielten alle noch einmal gemeinsam Mahl. Sie versammelten sich bei Fisch und Brot am Kohlefeuer – ein Echo des Letzten Abendmahls. Beim Brotbrechen wird Lebensnotwendiges geteilt, damit alle satt und erfüllt werden, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Dtn 8,3; Mt 4,4). Und noch etwas: Wer Brot bricht, bricht auch das Schweigen – und schafft Gemeinschaft. Und das ist keinesfalls „für die Fisch'“.
* Unter "der Jünger, den Jesus liebte", wird landläufig der Jünger Johannes, bzw. der Verfasser des Johannesevangeliums verstanden. Es kann damit aber auch einfach "die gläubige Gemeinde" oder ein Jünger, der zum Glauben an Jesus gekommen ist, verstanden werden.
Auch für die Jüngerinnen und Jünger Jesu hat sich der Auferstandene erst in einem schrittweisen Erkenntnisprozess zu erkennen gegeben. Im Feiern der Eucharistie als Gedächtnis seines Lebens, Sterbens und Auferstehens wurde ihnen seine Gegenwart bewusst.
Der Auferstehungsglaube erfordert einen langen Erkenntnisprozess, um aus menschlicher Sicht Unmögliches auch nur ansatzweise zu verstehen. In der Lesung aus der Apostelgeschichte hören wir von der Pfingstrede des Petrus, die allmählich auf dieses Fest vorbereitet. „Du zeigst mir Wege zum Leben“ (Ps 16,11). Niemand soll der Unterwelt preisgegeben werden, auch David nicht, weil Christus auch von Gott auferweckt wurde. Dieser Psalm, der David zugeschrieben wird, ist für Petrus eine Grundlage. Daher auch gleich am Beginn die Bitte: „Behüte mich Gott, denn bei dir habe ich mich geborgen! Mein ganzes Glück bist du allein.“ (Ps 16,1-2). und weiter: „Den du überlässt mich nicht der Totenwelt.“ (Ps 16,10). Hier wird Freude und Hoffnung ausgedrückt.
Wie mühsam dieser Erkenntnisprozess ist, zeigt auch das Evangelium - ein "Nachtragskapitel", das darzustellen versucht, wie sich die die freudige Nachricht von der Auferstehung Jesu weiterentwickelt hat. Immer wieder erscheint der Herr den Jüngern als leiblich Auferstandener. Jetzt schon zum dritten Mal. Immer größer wird die Zahl derer, denen der auferstandene Jesus erschienen ist.
Wir werden mit zwei Wirklichkeiten konfrontiert: der Hoffnungslosigkeit und dann der Umschwung zur Freude. Die Schwierigkeit, den Auferstandenen im Trubel des Alltags mit all seinen Problemen wahrzunehmen, dazu noch manche Skepsis, verstellt sehr leicht die Freude an diesem wunderbaren Geschehen. Auch die kleinen Dinge des Alltags, die wir als selbstverständlich ansehen und meist nicht einmal erwähnen, haben für Jesus Bedeutung. Hier „das Kohlefeuer, darauf Brot und Fisch“(Joh 21,9). Sie sind die Voraussetzung für die lebendige Gabe aus Geist und Materie. Der Beweis ist das übervolle Netz, das nicht zerreißt.
Gott schenkt durch Jesus immer großzügig. Für alle ist genügend materielle und geistige Nahrung vorhanden. Brot und Fische sind Zeichen für das Mahl. Jesus liebt Mähler, weil sie Gemeinschaft stiften. Man sitzt um den Tisch und isst und trinkt miteinander. Es muss eine eigenartige Stimmung gewesen sein, zuerst nichts und dann Überfluss. Den Jüngern ging es genauso. Sie wagten nicht ihn zu fragen. Das soll die Auseinandersetzung mit seiner Existenzweise zeigen, und das ist wirklich „Geheimnis des Glaubens“, Mensch und wieder Gott. Die Christologie des 4. und 5. Jahrhunderts prägt uns für immer ein: Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch.
Was sich hier im Austeilen von Brot und Fisch ereignet, ist die Grundlage für die Eucharistiefeier, zunächst in einer kleinen Gemeinschaft, die sich weltweit ausbreitet. Das griechische Wort ICHTYS für Fisch fungierte mit seinen einzelnen Buchstaben als Abkürzung für Jesus, Christus, Gottes Sohn und Erlöser.
Jeden Sonntag begehen wir ein kleines Osterfest. Jesus lädt jeden Sonntag zu seinem Stammtisch in der Kirche ein, ohne Anmeldung und Platzreservierung.
Das Geheimnis des Glaubens ist für spanische Mystiker „dunkles Licht“, gleichsam ein Bote eines unfassbaren Geheimnisses. Große Heilige sagen: Sie tragen einen verborgenen Gott in sich. Sie sind im Zustand des „dunklen Lichts.“ Für die Apostel einerseits Dunkelheit, dann sehr viel Licht. In dieser Situation kommt der Herr. Das wird auch im Evangelium ausgerufen: „Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!“ (Joh 21,7). Darum geht es: um Eucharistie, um Gemeinschaft, die der Herr selbst gestiftet hat. Es geht nicht um den Codex, der viele Verbote und Ausschlussmöglichkeiten kennt. Christentum ist eine Religion der Befreiung und nicht der Verbote und Einengungen.
Gerade jetzt zu Ostern wird uns durch Jesu Tod und Auferstehung in Erinnerung gerufen: Es ist der Herr, der uns liebt!, ein Jubelruf, eine Freude. Wie lange wird diese Freude anhalten? Ich bin auch bei Dir in den Stunden der Prüfungen, des Leids, in Deiner persönlichen Not und in persönlichen Anliegen. „Ich bin der »Ich bin immer für dich da«" (vgl. Ex 3,14).
Bleiben wir im Gespräch mit Jesus im (persönlichen) Gebet. „Bete so als ob alles von Gott abhinge und arbeite so, als hinge alles von dir selbst ab.“ (Ignatius von Loyola).
Über allen Ostererzählungen schwebt eine Sphäre des Geheimnisvollen. Die nachösterlichen Erzählungen sind einerseits Erfahrungsberichte, zugleich beschreiben sie Wege, wie wir dem auferstandenen begegnen können.
Nur mühsam und wie im Schneckentempo erkennen die ersten Christen, was Ostern eigentlich bedeutet. Es braucht viele Begegnungen und Gespräche mit dem Auferstandenen. Da laufen Petrus und Johannes zum leeren Grab und finden keine Anzeichen, die ihnen Gewissheit verschaffen. Maria von Magdala hält den Auferstandenen zunächst für den Gärtner. Die Emmausjünger erkennen ihren Meister erst beim Brotbrechen. Thomas kann seine Zweifel nur dadurch überwinden, dass er dem Auferstandenen unmittelbar begegnet.
In dieser Reihe der österlichen Erscheinungen findet sich auch das heutige Evangelium. Thomas hat aus der Begegnung mit dem Auferstandenen gelernt und ist jetzt mit dabei. Keiner von ihnen weiß, wie es weitergehen soll. Die Hinterbliebenen suchen Rat und Halt aneinander und rücken zusammen.
Die Begegnung findet mitten im Alltag statt. Den Freunden Jesu fällt nichts Besseres ein, als dort wieder anzuknüpfen, wo sie in den Jahren vor Christus aufgehört haben, beim Fischen. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Nacht hat für den Evangelisten Johannes auch eine übertragene Bedeutung: Im Dunkeln fehlt die Orientierung. Planlos wird irgendetwas begonnen ohne Perspektive.
Für uns sind die Osterfeiertage längst vorbei. Der Alltag hat uns eingeholt. Und wir fragen uns, wieviel wir aus dem Leidensweg Jesu und seiner Auferstehung gewonnen haben. Sind wir wie die Jünger oder noch massiver als sie mit Blindheit und Stumpfsinnigkeit geschlagen? Oder ahnen wir die Chance, jemand an unserer Seite zu haben, der mit uns durch Dick und Dünn geht, auch wenn’s gefährlich und blutig schwer wird?
Lassen wir uns stärken aus der Tatsache, dass diese Feindesliebe Jesu, die vor einer grausamen Hinrichtung nicht die Flucht ergriffen hat, stärker ist als der Tod?
Ahnen wir, dass den Glaubenden wie damals den ersten Christen viel größere Zukunft entgegenkommt als was das Versagen heutiger Christen verdunkelt?
Johannes ist nicht steckengeblieben im Stimmungstief. Er schreibt: Am Morgen stand Jesus am Ufer. Mit dem Auferstandenen wird das Dunkel der Nacht überwunden. Genauso kann auch uns ein neuer Ostermorgen aufgehen.
Dann fordert Jesus die Jünger auf: Werft das Netz auf der rechten Seite aus. Mit anderen Worten: Verlasst euch nicht nur auf eure eigenen Künste. Nehmt Gott und sein Wort in euer Boot. Lasst eure Erfolgslosigkeit mit seiner Gegenwart durchdringen. Werdet Hörende, Glaubende. Lasst mehr gelten, als was ihr bewirken und beweisen könnt.
Das österliche Weiterwirken Christi in den Evangelien und der Apostelgeschichte lädt uns ein, mitten im Alltag und auch bei der Arbeit Spuren von Ostern zu entdecken.
Als sich die Netze gefüllt hatten, gehen dem Jünger, den Jesus liebte, zuerst die Augen auf. Die warme Herzensbeziehung des Johannes erkennt mehr als das Draufgängertum des Petrus, erkennt mehr als das verkrampfte Spekulieren des Thomas.
Der österliche Bericht rundet sich ab mit dem gemeinsamen Mahl. Ganz gezielt verwendet Johannes Worte, wie sie beim letzten Abendmahl und auch in unserer Eucharistiefeier enthalten sind. Jede Mahlzeit ist sozusagen Material für die Eucharistie. Gegen unseren täglichen Verschleiß stärken uns die Speisen. Wenn wir die Kommunion empfangen, ist das nicht eine Prämie für bestandene Leistungen, sondern Kraftzufuhr und Heilmittel, um kommende Herausforderungen besser zu bestehen. Wie Mahlzeiten Beziehungen fördern, so will der Auferstandene in Wandlung und Kommunion immer neu auf uns zugehen, um bei uns und in uns zu wirken.
In jeder Messfeier tritt der Erhöhte und Verklärte gleichsam vom anderen Ufer des Lebens in unsere Mitte und lässt sich ein auf unseren grauen Alltag und so manches vergebliche Mühen. Dieser höchste Gewinn wartet auf uns in jeder Eucharistiefeier.
In diesen nachösterlichen Tagen werden in vielen Gemeinden Kinder zur ersten heiligen Kommunion geführt. Mögen die Kommunionkinder auch durch unsere Glaubenserfahrungen Schritt für Schritt erahnen, was der Auferstandene denen bereitet, die ihn lieben.
Miteinander sind wir Gemeinde des Auferweckten. Dazu muss unser Blick auf das, wofür Jesus berufen war, wofür er gelebt hat, gerichtet sein. Dann können wir in seinem Namen den Aufbruch wagen, die Osterbotschaft verkünden.
Derzeit erleben wir, dass vieles, was selbstverständlich war, immer weniger wird, nicht mehr erreichbar ist, nicht mehr erschwinglich ist. Vieles verliert an Wert, und so manches zum Leben wird knapp.
Fehlt auch Ihnen oder jemandem in ihrem Bekanntenkreis etwas, was noch vor einem Jahr einfach zur Verfügung stand, wie z.B. der Arbeitsplatz oder ausreichend Geld zum Wohnen?
All das, was uns derzeit Angst macht, unser Leben bedroht, kann zu einer stärkenden Erfahrung werden, wenn wir die Veränderungen wahrnehmen, das Vakuum und die Leere aushalten lernen und nicht bloß mit leeren Worten „harmonisieren“. Oft wären Stille und Schweigen im Angesicht der Not angebracht.
Diese Not der Menschen ist in der heutigen Lesung angesprochen worden: vom Tod, vom Sterben, vom Begraben werden war in der Lesung zu hören - passend zu den vielen negativen Veränderungen in der Gesellschaft.
ABER, ja ABER wir hörten auch von Aufbruch, von Aufstand, von Auferweckung in der Lesung. So ein Kontrast, und so schnell, da gibt es ja kaum Zeit für traurige, lebensbedrohende Botschaften.
Stimmt, in der Predigt des Petrus geht es weiter, es bleibt nicht beim Kreuzestod als Ende, als Aussichtslosigkeit, als Entmutigung. Und das ist für uns Menschen gut so! Die Botschaft der Lesung lässt kein zu langes Innehalten in der Krise, kein Erstarren in der Trauer zu. Petrus kann von seinem Erstarren in der Trauer hinter verschlossenen Türen ein Lied singen, er hat dies selbst erfahren.
ABER, da kommt wieder das ABER: im Schlussvers der Lesung hörten wir wie Petrus erklärt: „Zur Rechten Gottes erhöht, hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört“.
Gemeinsam mit den anderen, den Elf, erinnert sich nun Petrus auch an all das Gute, was durch Jesus geschah, was möglich war und sie zu Zeugen werden ließ: Da sind die Wunder und Zeichen, die in und durch Jesus sich in der Begegnung finden lassen und die von einem Gott erzählen, der unbekannt, weil schwach, mitfühlend, mitleidend den Menschen entgegenkommt (ohne ihn zu vereinnahmen, ihm „Gewalt“ antat, ihn die Macht spüren lässt).
Die Botschaft vom Leeren Grab ermutigt uns Strecken der Leere, des Verlusts, der Abwesenheit von Vertrautem, auszuhalten. Dann kann Petrus verkündigen: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen!“ Das wird zum Bekenntnis der frühen Kirche, Zeuge sein für den Glauben an das Leben, mitten im Alltag, mitten in der Krise, mitten in der Sinnleere, mitten in den kleinen und großen Todeserfahrungen der Menschen.
Auch wir werden „aus dem Grabe gehen“ heißt es in einem Osterlied – der Glaube an den Auferweckten stärkt auf dem Weg zum Leben und stiftet Gemeinschaft. Nicht ich allein bin Christ, Christin, sondern miteinander sind wir Christen, die zusammen sich erheben gegen lebensbedrohende Gesellschaftsformen wie Unterdrückung, Ausbeutung der Lebensressourcen, Vereinsamung und Verzweiflung durch die derzeitige wirtschaftliche Inflation.
Aus dem Glauben an das Leben, das Gott schenkt, ist unser Christusglaube erwachsen, aus ihm leben wir, aus ihm handeln wir. Das ist heute noch unsere Botschaft als christliche Gemeinde, Gemeinde des Auferweckten: Durch unser Handeln, unser Tun (Orthopraxie), Zeichen der Hoffnung, der Liebe, des Vertrauens setzen, die den Glauben an das Leben bei den Menschen stärkt.
Genährt von diesem „Christusglauben“ – sich um den Auferweckten zu versammeln und das Leben zu gestalten – sind verschiedene kleine christliche Gemeinden (wie z.B. die Basisgemeinde in der Wiener Machstraße) nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entstanden. Durch ihre solidarische Auseinandersetzung mit Kirche als Glaubensgemeinschaft, ist ein Aufbruch spürbar geworden. Noch heute ist die Basisgemeinde in der Machstraße von diesem Geist geprägt. Nicht nur Bewohner und Bewohnerinnen im Raum der Pfarrgemeinde Machstraße, sondern auch jene, die sich bewusst einer Basisgemeinde angeschlossen haben, nehmen diese Zuwendung, diese Lebendigkeit, die vom handelnden Glauben getragen ist, als „Beheimatung“ in der Kirche wahr.
Kirche wurde so für viele ein Ort, wo sich Menschen versammeln, die sich auf den Weg mit der „Osterbotschaft“ gemacht haben. Dieser Geist des Aufbruchs ist auch heute spürbar in der lebendigen Gemeinden. Erfüllt von diesem Geist, leben sie gemeinsam den Glauben als Kirche in der Welt von heute, im Einsatz für ein gutes Leben für alle.
Die Coronakrise bestimmt gegenwärtig unser Denken und Fühlen. Wir hoffen und wünschen, dass wir sie gemeinsam in den Griff bekommen. Sie hat aber für jeden auch eine ganz persönliche Seite. Wie komme ich persönlich mit der Krise zurecht? Die Emmausgeschichte erzählt uns von der persönlichen Krisen zweier Jünger Jesu, wie sie damit umgegangen sind und wie diese sie verändert hat.
In dieser Zeit der Krise hilft es mir, meine Walking-Stöcke zu nehmen und den Donaukanal ein Stück hinauf oder hinunter zu gehen. Es tut mir gut, andere Menschen zu sehen, die auch ihrem Bewegungsdrang nachgehen, es tut mir gut, die Freude von Kindern wahrzunehmen, die endlich den Papa oder die Mamma ganz für sich haben, Männern und Frauen zuzuschauen, die etwas für ihre Fitness tun…
Es tut mir auch gut, Menschen zu beobachten, die trotz Abstand miteinander reden und sich austauschen; auch wenn ich nicht mitbekomme, worüber sie reden. Manchmal greife ich zum Mobiltelefon und rufe jemand an, von dem oder von der ich wissen möchte, wie es ihnen geht, wie sie mit der Krise zurechtkommen.
Die Erzählung von den beiden Jüngern, die von Jerusalem nach Emmaus gingen, berichtet uns nichts über ihre Motive, nach Emmaus zu gehen. Wollen sie einfach weg vom Ort des schrecklichen Geschehens? Haben sie etwas zu erledigen? Ist es Rückzug in die vertraute Heimat? Oder wollen sie einfach nur gehen, weil es gut tut, zu gehen. Sie haben viel zu reden, auch wenn es nicht wirklich Neues zu bereden gibt. Erst der unbekannte Dritte bringt neue Gesichtspunkte in ihr Gespräch. Er ist besser informiert, als sie zunächst glauben. Er hat einen ganz anderen Zugang zu den zurückliegenden Ereignissen. Er erklärt ihnen aus den heiligen Schriften, warum alles so kommen musste…
Der Erzähler macht keine Andeutungen, wass sie bewogen hat, den Fremden einzuladen bei ihnen zu bleiben und nicht weiterzugehen. War es einfach orientalische Gastfreundschaft oder weist die vertrauensvolle Verbundenheit, die auf dem Weg entstanden ist, bereits auf die neue Offenheit und auf ein neues Miteinander hin, die im Freundeskreis Jesu üblich wurde? Schließlich erkennen sie in ihm beim Brotbrechen den Auferstandenen. Ungeachtet der späten Stunde eilen sie zurück nach Jerusalem, um es ihren Freunden zu erzählen. Gehen und Reden hilft auch, wenn das Herz von Freude voll ist.
Die Emmauserzählung berichtet von der Krise, die der Tod Jesu in der Jesusbewegung ausgelöst hat. Ihre erste Reaktion war ein "shut down". Die einen schließen sich ein, die anderen laufen weg. Die Erzählung zeigt uns aber auch, wie die Jünger die Krise im wahrsten Sinn des Wortes schritt-weise bewältigt haben und was ihnen dabei geholfen hat.
Die Coronakrise überdeckt gegenwärtig alle anderen Krisen, mit denen wir in letzter Zeit gesellschaftlich, politisch und kirchlich zu kämpfen hatten. In den Hintergrund getreten sind die Klimakrise, die Flüchtlingskrise, politische Krisen und nicht zuletzt die Kirchenkrise.
Jede Krise hat wenigstens zwei Seiten: die sachliche Seite der Krise und die persönliche Betroffenheit von der Krise. Die Emmauserzählung gibt uns keine Anleitung für ein professionelles Krisenmanagement. Sie hilft uns nicht weiter in der Beseitigung der Ursachen. Sie hilft uns aber bei der Bewältigung der persönlichen Betroffenheit von Krisen und eröffnet einen neuen Blick auf das, was sich vor unseren Augen ereignet.
Es tut gut, nicht in Erstarrung zu verharren oder in Panik zu verfallen, sondern sich in Bewegung zu setzen, gehen, weitergehen… Und es tut gut, mit jemand zu reden, jemandem mitzuteilen, was mich niederdrückt, ängstigt. Weiters tut gut, sich mit Sichtweisen anderer auseinanderzusetzen, deren Argumente abzuwägen und mit ihnen einen Durchblick zu suchen. Nicht zuletzt tut es uns gut, nach der Handschrift Gottes in all dem, was wir als Krise erleben, zu suchen.
"Lernen Sie Geschichte!" hat der legendäre Bundeskanzler Kreisky einem Journalisten entgegengehalten. Die Geschichte ist voll von Krisen, aus denen man lernen kann. Unsere heiligen Schriften erzählen uns, wie Menschen in früheren Jahrhunderten Krisen bewältigt haben, und welche Rolle dabei ihr Glaube gespielt hat. Es lohnt sich, in den heiligen Schriften zu lesen, sie neu zu lesen und neu zu verstehen zu suchen. Sie können uns einen Blick von oben eröffnen, der zwar nicht die Krise löst, aber unsere Einstellung und unseren Umgang mit der neuen Situation verändert.
Noch kann niemand sagen, wohin die Coronakrise unsere Gesellschaft führen wird. Wer die Augen offen hält, nimmt manch Neues wahr, auch viel Gutes, das in Menschen steckt und das wir ihnen nicht zugetraut haben.
Ähnliches erhoffe ich auch für andere Krisen, nicht zuletzt für den Umgang mit der Krise der Kirche. Jesus lebt in neuer und in anderer Weise, als die Jünger bis dahin gemeint haben, dass er die Menschen erneuern wird. Jesus lebt auch heute in den Menschen und in seiner Kirche. Er kann uns an anderen Orten begegnen, als wir ihn normalerweise gesucht haben. Er wird der Kirche eine neue Gestalt geben, ein Aussehen, das besser unserer Zeit entspricht.
Die Begegnung mit dem Auferstandenen, wie sie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erlebt haben, kann auch uns geschenkt werden, wenn wir uns auf einander einlassen.
Für die Jünger eröffnen sich nach der Begegnung mit dem Auferstandenen am See Genesareth neue Perspektiven. Das Leben verändert sich, wo nach den Regeln des Reiches Gottes gelebt wird. Neue Denkansätze mit dem kostbaren Gut Arbeit umzugehen kann unser Leben verändern.
Zu groß und unbegreiflich ist, was zu Ostern geschah: die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu. Am See Genesareth begegnen die Jünger dem Auferstandenen in ihrem Alltag. Sie müssen mit dem Auferstandenen leben lernen.
Im letzten Kapitel erzählt der Evangelist Johannes eine Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstandenen, die über einen historischen Bericht weit hinausgeht. Diese Episode kann als Begegnungserfahrung verstanden werden, die sich immer wieder ereignen kann, wenn Jünger Jesu eine Krise erleben.
Lieder:
GL 89: Herr, bleibe bei uns (Kanon)
GL 103,1-2: Dieser Tag ist Christus eigen
GL 318: Christ ist erstanden von der Marter alle
GL 322: Ihr Christen singet hocherfreut
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist
GL 325: Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 328: Gelobt sei Gott im höchsten Thron
GL 329: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 331: Ist das der Leib, Herr Jesu Christ
332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 335: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich!
GL 337: Freu dich, erlöste Christenheit
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 472: Manchmal feiern wir mitten am Tag
GL 474: Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot
GL 642: Zum Mahl des Lammes schreiten wir
GL Ö837: Halleluja! Lasst uns singen
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. - Mit Psalm 27 - IV.
GL 92: Herr, bleibe bei uns, Halleluja.
GL 333: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja. Mit Psalm 118 (GL 66,4-5) oder mit Psalm 111 (GL 60,2) - VI.
GL 643,3: Jubelt dem Herrn. alle Lande, Halleluja, preist unsern Gott. - Mit Psalm 118 (GL 643,4-5) - VI.
GL 644,1: Christus ist erstanden, Halleluja. Er hat den Tod bezwungen, Halleluja.
GL 644,3: Auferstanden ist der Herr, Halleluja. - Mit Psalm 19 (GL 35,2) - VII.
Begegnungen mit Jesus sollen die Menschen zur Klarheit führen. Am Anfang der Evangelien lesen wir es. Bei den Begegnungen nach Ostern scheint es anders zu sein. Sie geben mehr Fragen auf als dass sie Antworten schenken. Und dennoch ist es eine gute Botschaft, wir nennen es Evangelium.
Darum rufen wir:
Jesus Christus, der uns an seinem Sieg über den Tod teilhaben lässt, sei mit euch!
Kein Fest im Kirchenjahr prägt 50 Tage lang die liturgischen Feiern. Die Auferstehung Christi war die totale Wende im Leben der Jüngerinnen und Jünger Jesu. Auch in unseren Nullpunkten will der Auferstandene neue Lebensgeister wecken. Das unterstreicht der wunderbare Fischfang im heutigen Evangelium. Wo alles menschliche Mühen erfolglos war, hören die Jünger auf Jesu Wort und erfahren seine göttliche Lebenskunst.
Auch jetzt will Christi Wort in uns wirksam werden und durch uns mehr in Bewegung bringen als wir durch eigene Kraft vermögen.
Zu Christus, der uns immer näherkommen will, rufen wir:
Herr, Jesus Christus,
du hast deinen Jüngern immer neu gezeigt: Ich bin nicht tot, ich lebe.
Kyrie, eleison.
Mit Brot und Fischen hast du dich den Jüngern zu erkennen gegeben.
Christe, eleison.
Wir glauben, dass du auch heute lebendig bist und dich uns zuwendest.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
du bist den Jüngern erschienen und hast ihren österlichen Glauben bestärkt.
Kyrie eleison.
Du lebst und willst göttliches Leben schenken.
Christe eleison.
Du kannst uns mehr geben, als wir je verdienen.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
Du hast Dich den Jüngern immer wieder gezeigt.
Herr, erbarme Dich.
So konnten sie glaubhaft von Deiner Auferstehung berichten.
Christus, erbarme Dich.
Zerstreue unsere Zweifel und lass uns immer wieder neu Dich erkennen.
Herr, erbarme Dich.
Allmächtiger Gott,
lass die österliche Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche
neue Lebenskraft geschenkt
und die Würde unserer Gotteskindschaft
im neuen Glanz erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten
als einen Tag des Jubels und des Dankes.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
laß uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Gott des Lebens.
Durch die Auferstehung deines Sohnes wissen wir :
Der Tod ist überwunden,
der Weg zu dir steht offen,
unser Leben ist unvergänglich.
Hilf uns,
in dieser Gewißheit unser Leben anzunehmen
und daraus zu machen, was du von uns erwartest.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 9
Allmächtiger Gott,
wir glauben und bekennen,
dass unser Herr Jesus Christus
für uns gestorben und auferstanden ist.
Erwecke auch uns
durch die Kraft des Heiligen Geistes
zum neuen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3 Freitag der Osterzeit
Herr, Jesus Christus,
wir wollen deinen Umgang mit deinen Jüngern verstehen
und für uns fruchtbar machen.
Hilf uns in diesem Bemühen
und hilf uns, deine Spuren in unserem Alltag zu entdecken.
Darum bitten wir dich, unseren Herrn und Gott,
der mit dem Vater und dem Heiligen Geist
in unserer Welt und unserem Leben gegenwärtig bist. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast deine Jünger nach deiner Auferstehung immer wieder aufgesucht und mit ihnen gesprochen. Wir bringen in unseren Bitten die Anliegen, die uns bewegen, vor dich und bitten dich:
Sei bei den Menschen in ihrer Not.
Wir bitten dich für die Menschen,
die darauf warten, dass jemand sie anspricht.
Wir bitten dich für die Menschen,
die Anderen tragende Nähe schenken.
Wir bitten dich für die Menschen,
die eine Lebensentscheidung treffen müssen.
Wir bitten dich für die Menschen,
denen ein sicheres Fundament fehlt.
Wir bitten dich für die Menschen,
die mit ihrem Leben hadern.
Wir bitten dich für die Menschen,
die dem Tod nahe sind.
Herr,
wir glauben daran, dass du uns immer wieder begegnest und uns darin zum Segen wirst. – Amen.
Auch wir können jetzt ohne Corona-Einschränkungen wie die Jünger zusammen kommen und uns im Glauben bestärken. Der Alltag und viele Tagesnachrichten fordern uns heraus.
Wir wenden uns an den Sieger über Widerwärtigkeiten und Tod, um nicht pessimistisch zu werden und rufen:
Herr Jesus, stärke den Glauben!
Die Jünger hätten ohne den Auferstandenen nur das wieder aufgegriffen, was sie vormals beschäftigt hat.
Lass auch heute alle Suchenden Spuren deines österlichen Sieges erfahren.
Viele Osterberichte erzählen, dass die Jünger zusammengekommen waren.
Lass uns und alle Christen im Miteinander Zeichen deiner Gegenwart erfahren.
Selbst in ihrem gelernten Handwerk hatten die Fischer keinen Erfolg.
Lass die Glaubenden Tag für Tag die Freundschaft mit dir pflegen und nicht erst dann, wenn man nicht mehr weiterweiß.
In der Zeit nach Ostern werden in vielen Gemeinden die Kinder und Jugendlichen zur Erstkommunion und Firmung geführt.
Lass auch die Erwachsenen diese Sakramente tief erleben, damit sie die Kindern auf ihrem Glaubensweg begleiten können.
Geschmückte Gräber weisen darauf hin, dass die Liebe stärker ist als der Tod.
Lass diese Liebe in der österlichen Herrlichkeit unserer Freunde und Angehörigen bei dir ihre Vollendung finden.
Du, Auferstandener, bist unsere Hoffnung und tägliche Ermutigung zum Leben.
Dafür danken wir dir und preisen wir dich. – Amen.
Wenn sich Erwartungen nicht erfüllen, macht sich leicht Frustration und Mutlosigkeit breit. Vertrauen in die Nähe Gottes kann uns neue Kraft schenken und unseren Horizont weiten.
Zu ihm, unseren Vater, lasst uns beten:
Um die Kraft deines Geistes für deine Kirche im Dialog mit der modernen Welt.
Um Einheit und ein friedliches Miteinander zwischen den Völkern und Ethnien, den Religionen und Kulturen, den unterschiedlichen Gruppen in der Gesellschaft und den politischen Parteien.
Um offene Augen und deinen Geist, der uns hilft, manches Vordergründige in unserem Leben auf einen gläubigen Hintergrund hin zu deuten und anzunehmen.
Um die rechten Worte bei unseren Begegnungen, die andere aufrichten und ihnen neue Möglichkeiten eröffnen.
Um die Erfahrung deiner Güte und Nähe in unserer Sterbestunde.
Von dir sind alle Menschen gleichermaßen geliebt und gewollt.
Das erfüllt uns mit Freude und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
nach Deiner Auferstehung hast Du Dich den Jüngern gezeigt, um ihre Zweifel in Erkenntnis zu wandeln.
Wir bitten Dich:
Für alle Katechetinnen und Katecheten, Priester, Religionslehrer und Religionslehrerinnen und alle, die Deine Botschaft verbreiten.
Gib ihnen die rechten Worte und Taten und lass sie glaubwürdig von Dir erzählen.
Für alle Theologinnen und Theologen, die immer wieder mit den Mitteln der Wissenschaft nach neuen Erkenntnissen über Deine Botschaft suchen.
Lass sie immer wieder erkennen, dass Du an ihrer Seite bist und lass sie Deinen Weg gehen.
Für alle Menschen, die versuchen, ihren Glauben zu leben.
Lass sie immer wieder erkennen, dass Du an ihrer Seite bist und lass sie Deinen Weg gehen.
Für alle, die ihre ganze Kraft darauf verwenden, Dein Wirken in dieser Welt zu leugnen.
Bleibe dennoch an ihrer Seite.
Für alle, die voller Zweifel und doch voller Sehnsucht auf der Suche sind nach Dir.
Lass sie immer wieder erkennen, dass Du an ihrer Seite bist und lass sie Deinen Weg gehen.
Für alle, die niemandem mehr über den Weg trauen.
Lass sie immer wieder erkennen, dass Du an ihrer Seite bist und lass sie Deinen Weg gehen.
Für alle, die in den Kriegen unserer Zeit nach friedlichen Lösungen suchen.
Lass sie immer wieder erkennen, dass Du an ihrer Seite bist und lass sie Deinen Weg gehen.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie heute noch bei Dir im Paradise sein.
Herr Jesus Christus,
Du möchtest in uns Dein österliches Licht entfalten und uns die Erkenntnis bringen, die den Glauben stärkt.
Dafür danken wir Dir. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus die Augen geöffnet für das Neue, das durch Dich und deine Auferstehung in der Welt angebrochen ist.
Wir kommen mit unseren Sorgen und Nöten zu dir:
Öffne unsere Augen für das neue Leben, das du in uns und durch uns wecken willst.
Schicke allen Suchenden einfühlsame Begleiter auf ihrem Weg.
Führe alle Christen immer tiefer in das Verständnis der Heiligen Schriften ein.
Gib allen Kraft, die sich einer hoffnungs- und ausweglosen Situation gegenüber sehen, und schenk ihnen neue Lebensfreude.
Schenke allen, die sich in den Gemeinden um eine würdige Gestaltung der Gottesdienste mühen, Erfüllung, Lebenfreude und Hoffnung.
Führe alle unsere Verstorbenen in das ewige Leben.
Herr, wir danken dir, dass du uns nahe bist
und uns auf unserem Lebensweg begleitest. - Amen.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt.
Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel,
erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Gütiger Gott,
wir bringen die Gaben dar
für die Gedächtnisfeier unserer Erlösung.
Mache sie zum Sakrament,
das die Einheit bezeichnet
und uns in deiner Liebe zusammenschließt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Gott und Vater,
als dein Sohn am See von Tiberias auf die Apostel wartete,
hatte er schon Brot und Fisch für sie vorbereitet.
Wir haben Brot und Wein gerichtet und bitten dich:
Mache sie in deinem Geist zu deinen Gaben an uns.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Kehrvers:
Singet dem Herrn alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preiset seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Immer neu hast du dich den Menschen geoffenbart.
und ihnen gezeigt, wie sehr du sie liebst.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat deine Liebe
durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen bezeugt.
Als ihn seine Gegner ans Kreuz geschlagen und umgebracht haben,
hast du ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt.
Kehrvers
Er hat sich seinen Jüngern gezeigt,
ist mit ihnen gegangen
und hat ihnen den Sinn der Schrift erschlossen.
Er hat ihnen die Augen geöffnet,
sodass sie ihn erkannten, als er ihnen das Brot brach.
Kehrvers
Am See von Tiberias ist er ihnen gegenübergetreten
und hat ihnen zu essen gegeben.
Als er ihnen gebot, das Netz auszuwerfen,
war dieses so voller Fische,
dass sie es nicht wieder einholen konnten.
Kehrvers
Nachdem er seinen Geist über sie ausgegossen hatte,
sind seine Jünger in die ganze Welt hinausgegangen
und haben die Frohe Botschaft von seiner Auferstehung
und vom ewigen Leben allen Völkern verkündet.
Kehrvers
So wurden auch uns die Augen für deine Größe geöffnet.
Wir danken dir dafür,
dass er auf geheimnisvolle Weise immer wieder in unser Leben tritt,
uns aufrichtet und uns mit seinem Wort und den Sakramenten nährt.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Gelobt sei Gott im höchsten Thron… (GL 328)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Bei allen Überraschungen können wir eine Konstante in deinem Handeln spüren: Du verweist uns immer wieder an den Vater im Himmel.
Darum lasst uns beten:
Vater Unser im Himmel…
In unserer Welt blitzen immer wieder Friedensinitiativen auf. Menschen fühlen sich berufen, in deinem Namen zum Frieden in der Welt beizutragen.
So bitten wir dich:
Herr, Jesus Christus,
du starker Gott,
du Fürst des Friedens,
schaue nicht auf unsere Sünden…
Wenn das Leben glückt
wenn sich gute Tage aneinanderreihen
wenn viele Freunde um uns sind
wenn die Arbeit Freude macht
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns
Wenn der Schwung erlahmt
wenn uns Mutlosigkeit überkommt
wenn Angst und Zweifel unsere Tage füllen
wenn der Alltag zur Last wird
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns
Wenn Träume ihren Glanz verlieren
wenn uns niemand braucht
wenn unsere Worte nicht ankommen
wenn sich Einsamkeit ausbreitet
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns
Wenn unsere Mühe keine Frucht bringt
wenn wir müde und leer werden
wenn wir dich ganz dringend brauchen
weil wir ohne dich nichts tun können
dann bitten wir
Herr bleibe bei uns
Ewiger Gott,
du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.
Wende dich uns voll Güte zu
und bleibe bei uns mit deiner Huld,
bis wir mit verklärtem Leib
zum unvergänglichen Leben auferstehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
die Teilnahme am eucharistischen Mahl heilige uns,
damit durch den Leib und das Blut Christi
die brüderliche Verbundenheit
in deiner Kirche gefestigt wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Gott und Vater,
am Ende bleibt der Dank.
Dank für das, was uns im Lauf dieser Feier Mut gemacht hat.
Dank für die Worte der Schrift [und die Gabe der Eucharistie].
Dank für das Sehen derer, die mit uns nach deinen Spuren im Alltag suchen.
Dir sei Dank in Ewigkeit. - Amen.
Gott segne euch,
denn er weiß, dass der Weg seines Sohnes richtig war. - Amen.
Gott segne euch auch in den Überraschungen,
die Jesus für euch hat. - Amen.
Gott segne euch,
damit ihr im Heiligen Geist den Sinn des Ganzen versteht. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euer Herz und begleite euch durch die Woche. - Amen.
Unerkannt
gehst du mit uns
Bist schon da wenn wir noch suchen
Bist Antwort schon wenn wir noch fragen
Brichst uns schon das Brot
Wenn wir noch hungern
Ein wenig mehr Vertrauen in dich
Würde uns viel Stress ersparen.
Amen.
© Fredi Bernatz, Pfarrer im Ruhestand
Die Schönheiten der Natur sind wie die Insignien Gottes in einem Taschentuch, das er fallengelassen hat, um die Menschen auf sich aufmerksam zu machen.
Ernesto Cardenal
Ohne Quellenangabe
Durch
jedes und alles
sprichst Du
In
jedem und allem
bist Du
Über
jedes und alles hinaus
rufst Du
mich
und jeden und alle
Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen lässt. Gebete. Herderverlag 1985.
Chaos und Tumult rufen
nach Deiner ordnenden Hand
Allmächtiger Gott
Krieg und Elend schreien
nach Deiner ordnenden Hand
Allmächtiger Gott
Sonnen und Mond und alle Sterne zeigen
Deine ordnende Hand
Allmächtiger Gott
Und so sehnen wir uns
nach Deiner ordnenden Hand
Allmächtiger Gott
Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen lässt. Gebete. Herderverlag 1985.
Eine Pilgerin auf dem Jakobsweg benötigte einen Stecken für eine Steilstrecke.
Ein Obstbauer sah ihre Not und schnitt ihr einen Ast aus seiner Obstanlage zurecht.
Die Pilgerin bemerkte in ihrem Fotobuch der Reise: „Wunderbar sind die Belohnungen für Aufmerksamkeit.“
Quelle unbekannt
Der Schwerkranke ergriff die Hand des Arztes. "Mir ist so bange vor dem Sterben. Sagen Sie mir doch, Herr Doktor, was wartet auf mich nach dem Tode? Wie wird es auf der anderen Seite aussehen?" "Ich weiß es nicht", antwortete der Arzt. "Sie wissen es nicht?" flüsterte der Sterbende.
Statt eine weitere Antwort zu geben, öffnete der Arzt die Tür zum Gang. Da lief ein Hund herein, sprang an ihm hoch und zeigte auf jede Weise, dass er sich freute, seinen Herrn wiederzusehen.
Jetzt wandte sich der Arzt dem Kranken zu und sagte: "Haben Sie das Verhalten des Hundes beobachtet? Er war vorher noch nie in diesem Raum und kennt nicht die Menschen, die hier wohnen. Aber er wusste, dass sein Herr auf der anderen Seite der Tür ist, darum sprang er fröhlich herein, sobald die Tür aufging. - Sehen Sie, ich weiß auch nichts Näheres, was nach dem Tod auf uns wartet; aber es genügt mir, zu wissen, dass mein Herr und Meister auf der anderen Seite ist. Darum werde ich, wenn eines Tages die Tür sich öffnet, mit großer Freude hinübergehen."
Verfasser unbekannt.
In einem seiner Bücher schildert Anton Semjonowitsch Makarenko (1888-1939) folgenden Vorfall:
Makarenko war von 1935 an Leiter eines sogenannten Jugendkollektivs in der Nähe von Charkow in der Ukraine. Dieses Erziehungsheim war in einem aufgelösten orthodoxen Kloster untergebracht. Die Kirche dieses Klosters stand noch und durfte damals von den Leuten des benachbarten Dorfes Podworki wieder benutzt werden. In der Osternacht war es üblich, dass die Männer von Podworki einer nach dem anderen in den Turm der Kirche hineinkrochen und jeder eine Weile an der Glocke zog. Jeder läutete sich sozusagen sein Ostern.
So war es auch, als Makarenko diesen Osterbrauch zum ersten Mal erlebte. Er lag im Bett und konnte nicht schlafen, weil immer wieder jemand an der Glocke zog. Er wurde wütend und lief schließlich auf den Hof hinunter. Dort schrie er die Leute an: „Seid ihr denn alle verrückt geworden? Wer soll denn dieses ewige Gebimmel aushalten?" Einer der Männer ging auf ihn zu und sagte: „Batjuschka (,Väterchen'), bedenke, heute ist das Fest der Feste; die Sowjetmacht hat uns erlaubt zu feiern. Niemand kann uns das Läuten verbieten." Makarenko darauf: „Ja gut, feiern, aber wozu dieses Herumgetue?" Einer antwortete ihm: „Christus ist auferstanden, verstehst du?“ Da ging Makarenko etwas näher auf die Männer zu und sagte: „Na schön, Christus ist auferstanden; aber was geht denn das euch an? Ihr tut ja gerade so, als ob bei euch in Podworki einer auferstanden wäre, und davon habe ich nichts gehört."
Makarenko berichtet nicht, was ihm darauf gesagt wurde. Aber die Männer hätten ihm sagen können, und sie haben das wohl auch so empfunden: „Das geht uns sehr wohl etwas an, dass Jesus auferstanden ist. Es gibt den lebendigen Christus, und es gibt das neue Leben, das er uns allen gebracht hat. Auf dieses neue Leben läuten wir, wenn wir an der Glocke ziehen."
Aus: Augustin Schmied, Ostern – Licht und Leben, Verlag Neue Stadt.
Was das Leben unerträglich macht, ist nicht so sehr das Leiden als vielmehr der Anschein der Sinnlosigkeit. Die Erfahrung lehrt, dass der Mensch fähig ist, unerhörten Leiden die Stirn zu bieten, wenn er darin einen tiefen Sinn entdeckt hat. Das Suchen nach einem Leben auf Erden u. nach einer Liebe, die nichts kosten und keine Enttäuschungen einbringen, ist die Wahl des Feiglings. Er weicht der Wahl zur Freiheit und ihrer höchsten Würde am entscheidenden Punkt aus.
Bernhard Häring.
Wer nicht aufhört, zu trauen - mitten unter Misstrauischen,
wer nicht aufhört zu teilen - mitten unter Habgierigen,
wer nicht aufhört zu verzeihen - mitten unter Gehässigen,
wer nicht aufhört zu danken - mitten unter Undankbaren,
wer nicht aufhört, heimatlos zu sein - mitten unter Sesshaften,
der sucht Jesus nicht mehr unter den Toten ...
Erinnert euch ...!
Peter Köster SJ
Alles dreht sich
um ein Virus
unsichtbar präsent
Alles dreht sich
um Gott
unsichtbar präsent
Alles dreht sich …
um unsere
Zukunftsfragen
Naheliegend
Worum dreht es sich
bei dir – jetzt?
Worum dreh‘n sich
deine Gedanken
deine Gespräche
deine Ängste
deine Kontakte?
Worin liegt deine Hoffnung
auf dem Weg
den du soeben beschreitest?
Tastend
entschieden
fragend
Bestärkend geht da einer mit
Erkennst du ihn?
Eben auferstanden
aus Grabesdunkel
es erwartet uns LEBEN
in einem NEUEN LICHT
Vielleicht kommen wir zur Zeit
innerlich weiter
als es uns geografisch
erlaubt ist?
Nach all dem was geschehen ist
Welche Botschaft
hat diese besondere Zeit für mich?
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Im übrigen meine ich
Dass Gott der Herr uns gerade in diesen Tagen
Des wetterwendischen Frühlings
Aber auch der sich uns nähernden Wärme
Uns wieder den Aufbruch der Natur
Und damit den Neuanfang auch für unser Gemüt
Und unseren Geist deutlich spüren lässt
Dass er uns immer wieder in die Nähe seines Himmels führe
Sein Wort durch unseren Kopf gehen lässt
Seinen Blick in unser Herz senkt
Er möge uns
Sichtbar und unsichtbar zeigen
Dass wir nicht verloren sind
Auch wenn die Welt verloren ging
Und dass er sich unser erbarmt
So wie wir uns erbarmen wollen
Die Hilflosen und Beladenen
Die Obdach- und Besitzlosen
Sollen unser besonderes Augenmerk haben
Die Kunst des Zusammenfühlens und Zusammendenkens
Möchten wir wieder lernen
Mit ihm dem Sohne und dem Heiligen Geiste
Lehre uns auf deine Weise die Dinge zu Ende zu denken
So dass wir neu anfangen können
Mit dir und mit allen Geschöpfen die du gemacht
Mit der Schlange und dem Pferd
Den Menschen aller Arten und Abarten
Den weißen den farbigen allen die unter deinem Himmel
Der heute in Leib und Seele bei uns ist
Leben sterben und sich wiedersehen
Dafür danken wir dir und preisen dich auf unseren Wegen
Von dir und zu dir am Morgen wie am Abend ohne Ende
Aus: Michael Blum und Hans Dieter Hüsch, Das kleine Buch zum Segen, Düsseldorf 1999.
Abba,
Vater,
Du gibst mir
Atem,
Leben,
hast mich
gewollt,
bist mir
zärtlich
wie eine Mutter,
bist mir Nahrung.
Ich atme
Dich ein,
bin geborgen
bei Dir,
im Ausatmen
überlasse
ich mich Dir,
gebe mich hin,
füge mich
in Deinen Willen,
bin ganz leer,
um erneut
wieder
Dich
einzuatmen.
Aus: Ilse Pauls, Späte Ernte. Gedichte. Rhönverlag Hünfeld 1996.
Das glaub ich nicht
mitten im NICHTS
diese Erscheinung …
Nichts erreicht
frustriert
lustlos
chancenlos
aus
Leere
Kraftlosigkeit
nach Verlust und Ent-Täuschung
schwer in der Krise
DARIN
offenbart es sich neu
mein LEBEN
Auf „Sein Wort hin“
wandelt sich meine
Nacht in Hoffnung
Wächst aus der Enttäuschung
Erkenntnis
Wie oft wohl
wirst DU Auferstandener
schon an meinen Ufern gestanden sein
und ich habe dich nicht erkannt …
Du aber
scheinst immer wieder auf
in meinem Leben
DU lässt mich nicht im Dunkel
meiner trüben Gedanken
und schweren Gefühle
Dein WESEN
ist LICHT
das in mir leuchten will
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
„Wie oft hab ich dir das schon gesagt…“
Wohl ein unpädagogischer Stehsatz.
Zum wiederholten Mal zeigt sich Jesus
seinen Jüngern
Er kommt immer wieder
erscheint dort und da
da
wo unser Alltag sich abspielt
da will er uns nah sein
sich zeigen
uns nähren
ich bin mit euch da
in (m)einer Weise
die ihr oft nicht be-greifen könnt
Glaubst DU
dass ich DIR im ganz Alltäglichen erscheine
inmitten deiner Lebensaufgabe
präsent bin?
Weißt du
ich lebe …
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Ich suche nicht - ich finde.
Suchen ist das Ausgehen von alten Beständen
und ein Findenwollen von bereits Bekanntem.
Finden, das ist das völlig Neue.
Alle Wege sind offen,
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die im Ungeborgenen sich geborgen wissen,
die in der Ungewissheit, in der Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem sichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht selbst das Ziel bestimmen.
Pablo Picasso in: Almut Haneberg, Kreatives Gestalten - meditatives Erleben, S. 38, Don Bosco Verlag, München 2008.
"Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen" (Lk 24,14j).
Die Geschichte von den Emmausjüngern (Lk 24,13-35) ist eine frohmachende Botschaft. Da werden zwei Erfahrungen beschrieben, die mit dem zusammenhängen, was ich als Zentrum meines Denkens erkannt habe: das Reich Gottes.
Da ist einmal die Erfahrung der Freundschaft an sich. Sie steht - und wir alle können davon ein Lied singen - im Widerspruch zu vielen Erfahrungen unseres Menschseins. Gerade die Emmausjünger befinden sich in einer Grundstimmung der Traurigkeit und Verlorenheit, der Verzweiflung und der Nacht. Sie sind geprägt vom Bewußtsein, daß letztlich doch alles vergeblich und sinnlos ist, daß sie nichts und niemand mehr hält, nachdem Jesus den Weg alles Irdischen gegangen und am Galgen gescheitert ist. In dieser Verfassung erleben sie untereinander und mit einem scheinbar zufällig hinzugekommenen Dritten echte Freundschaft.
Freundschaft könne nicht geplant und durch nichts erkauft werden, sagt Simone Weil. Sie ist "eine Freude, die unentgeltlich zuteil wird, wie die Freuden der Kunst oder des Lebens ... Sie gehört der Ordnung der Gnade an ... Sie gehört zu jenen Dingen, die man als Dreingabe erhält ... Sie ist ein Wunder wie das Schöne. Und das Wunder besteht einfach in der Tatsache, daß sie existiert."
Zwei Welten kommen da im Menschen zusammen: die Welt, die uns ganz und gar bestimmt und uns doch immer fremd bleibt, das Leiden und die Trauer, unser Alltag, mit dem wir uns nie abfinden können, weil unsere Sehnsucht und unsere Träume in eine ganz andere, helle und glückliche Welt drängen. Zu dieser anderen Welt gehört u.a. das Wunder der Freundschaft, in der wir wahrhaft geborgen und daheim sind und die deshalb, wie alle Lust, Ewigkeit verlangt: "Bleibe bei uns, denn es will Abend werden." Was uns die Nacht des Lebens erträglich macht und was in der Vergänglichkeit des Irdischen bleibt, ist neben anderen Dingen die Freundschaft. Gleichsam als Ankündigung des Reiches Gottes.
Und hier müssen wir von der zweiten Erfahrung der Emmausjünger reden: "Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten Jesus." Wie ein Blitz geht ihnen auf, was die christliche Dimension der Freundschaft ist, die eigentliche Tiefe ihres Zusammenseins, das Geheimnis ihrer "Communio": der auferstandene, lebendige Jesus, jene Welt, in der der Tod gestorben ist und in der keine Tränen mehr vergossen werden. Jetzt ist wirklich jene Welt, die wir weder planen noch erzwingen können, zum Ereignis der Gnade geworden, zum Erlebnis im Zueinander der Menschen. Und so erfahren wir die Freundschaft als Zuneigung jenes Gottes, der ein Gott der Lebendigen ist und nicht der Toten. In der Freundschaft bringt sich jener Gott zur Sprache, der uns aus der Versklavung in Sünde, Tod und Leid befreien will. Da greifen wir die Nähe des Reiches Gottes, wo wir wahrhaft zu uns gekommen sind, wo wir leben können und daheim sind. "Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen" (Joh 143z). In der Freundschaft verspürt der Glaubende das Ziehen Jesu.
Ich verstehe das Reich Gottes nicht individualistisch und spiritualistisch. Ich scheue nicht davor zurück, auch politische Konsequenzen zu ziehen. Aber hier soll einmal nur von Freundschaft, Beziehung und Gemeinschaft die Rede sein und von der unerwarteten Gnade, welche den Freunden auf ihrem Weg widerfahren kann.
Aus: Anton Rotzetter, Gottes Leidenschaft ist Liebe. Der Sinn von Kreuz und Auferstehung. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 1990.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Lesung aus der Apostelgeschichte enthält einen Teil der Pfingstpredigt des Petrus. Vom Typ her ist es eine Begründungsrede. Sie soll aufzeigen, dass Jesus auferstanden ist und daher alle Erwartungen an den Messias erfüllt sind.
Gerade diese Erwartungen werden untermauert mit den Zitaten aus den Psalmen. Mit ihnen soll Jesus auch in jüdischer Denkweise legitimiert werden. Daher die Anrede an "Ihr Juden und alle Bewohner Jerusalems".
Wer sich nicht schon von Jesus überzeugen und in die Nachfolge rufen ließ, soll sich mit dem gesunden Verstand auf das einlassen, was evident ist.
Die Rede ist eine abgeschlossene Einheit, die aber in einem Sinnzusammenhang steht mit dem Pfingstereignis (2,1-13) (vgl. Vers 13 und Vers 15).
Das Beispiel des Petrus ermutigt Christen heute, in ihren eigenen Worten von ihren persönlichen Erfahrungen mit Gott zu sprechen. Je echter und konkreter der Bezug zum Leben anderer mit seinen Höhen, Tiefen und Banalitäten ist, umso leichter können diese dadurch ihre Alltagserfahrungen neu deuten.
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr A 4/2011. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2011, S.93-104.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz