Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Am Pfingsttag trat Petrus auf,
zusammen mit den Elf;
er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel:
Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht,
diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz
und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln:
Was sollen wir tun, Brüder?
Petrus antwortete ihnen: Kehrt um
und jeder von euch
lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen
zur Vergebung eurer Sünden;
dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung
und all denen in der Ferne,
die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.
Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie:
Lasst euch retten aus diesem verdorbenen Geschlecht!
Die nun, die sein Wort annahmen,
ließen sich taufen.
An diesem Tag
wurden ihrer Gemeinschaft
etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Der Herr ist mein Hirt,
nichts wird mir fehlen – Kv
GL 37,1
Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. - Kv
Auch wenn ich gehe im finsteren Tal,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. - Kv
Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt,
übervoll ist mein Becher. - Kv
Ja, Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang
und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN
für lange Zeiten. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.
Geliebte,
wenn ihr recht handelt und trotzdem Leiden erduldet,
das ist eine Gnade in den Augen Gottes.
Dazu seid ihr berufen worden;
denn auch Christus hat für euch gelitten
und euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen
und in seinem Mund war keine Falschheit.
Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht;
als er litt, drohte er nicht,
sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
Er hat unsere Sünden
mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen,
damit wir tot sind für die Sünden
und leben für die Gerechtigkeit.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt.
Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe,
jetzt aber habt ihr euch hingewandt
zum Hirten und Hüter eurer Seelen.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die zweite Lesung stammt wie am vorigen Sonntag aus dem Ersten Petrusbrief. Der Abschnitt steht dort innerhalb eines längeren Buchteils, der sich mit den rechten Verhaltensweisen der verschiedenen Gruppen von Christen in der Welt beschäftigt. Man nennt solche Texte, die in den Briefen des Neuen Testaments häufiger begegnen, auch „Haustafeln“. - Der Lesungstext enthält konkrete Anweisungen für die Sklaven, die damals einen nicht unbeträchtlichen Teil der Christenheit ausmachten.
Der Text steht inmitten der Anweisungen und Pflichten des Christen gegenüber dem Menschen (2,11 - 3,12).
Als Adressaten der heutigen Perikope gelten zuerst die zum Glauben gekommenen Sklaven der Urkirche. Im römischen Reich gab es zur Zeit, in der der Petrusbrief geschrieben wurde, mehr Sklaven als Freie. Dem Verfasser geht es hier nicht um Kritik an der Gesellschaftsordnung. Daneben werden als weitere Adressaten auch die "versprengten und verfolgten" Christen angesprochen.
Wenn jemand wegen seiner religiösen Einstellung, seinem Bekenntnis zu Christus bestraft oder verfolgt wird - so ermutigt der Petrusbrief - auf Jesus Christus, den Erlöser, zu blicken, der selbst - wie ein Sklave - geschlagen wurde und das Kreuz auf sich nehmen mußte. Christus selbst wird alle - so die Trostbotschaft des Petrusbriefes - die ihm folgen, als der gute Hirte sammeln, trösten und stärken.
Die Verse 18 bis 20 a, mit denen dieser Abschnitt über "die Sklaven in der Nachfolge Christi" (so die Überschrift der Einheitsübersetzung) beginnt, sind von der Leseordnung ausgenommen. So kann die Lesung auch nicht auf diesen Aspekt reduziert werden, sondern greift umfassender "die Möglichkeit christlicher Existenz unter den gegebenen bzw. aufgezwungenen Verhältnissen" auf.
Grundlage des Textes ist ein Lied, das der Verfasser für seine Zwecke abwandelt, um den Sinn des Leidens zu begründen mit der Erinnerung an die Leiden Jesu.
Auffallend ist, daß der Text ausschließlich vom Leiden und nicht vom Sterben spricht – weder beim Hinweis auf Jesu Leben, noch bei dem Bezug zu den Adressaten.
Die Rede ist vom ungerechten Leiden, was rühmlicher ist, es zu ertragen als selber Unrecht zu tun.
Im Hinblick auf die damalige Situation wird das Sklavenschicksal durchaus "als eklatanter Fall von Ungerechtigkeit beurteilt". Diese historische Situation muß bedrohlich gewesen sein in Bezug auf Schikanen und Diffamierungen, - da die Hervorhebung des ungerechten Leidens als typische Erfahrung der Christen nicht der durchgehenden Theologie des Verfassers entspricht.
Ermutigung und Hoffnung soll aus dem Blick auf Jesus Christus, in Anlehnung an den leidenden Gottesknecht Jes 53, erwachsen. An ihm wird sichtbar, daß unausweichliches Leid dennoch Hoffnung in sich tragen kann.
Laut Norbert Brox kann man die Rede von den Schafen und vom Hirten in Vers 25 nicht mit den kirchlichen Amtsbezeichnungen in Verbindung bringen. Es geht um Gott als Hirten und Beschützer, von dem Zuversicht und Zusammenhalt ausgehen.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der gute Hirt.
Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, ich sage euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht,
ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter
und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe,
die ihm gehören, einzeln beim Namen
und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
aber sie verstanden nicht den Sinn dessen,
was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur,
um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen, damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium des heutigen Sonntags besteht aus zwei Einheiten: der Bildrede Jesu vom Hirten und dem Bildwort von der Tür.
Die Darstellung vom Hirten ist in sich einheitlich und störungsfrei. Das Bild ist klar gegliedert und eindeutig in der Beschreibung. Es stellt sich nun die Frage nach der Intention des Autors. Diese wird deutlich wenn man auf die Betonungen verschiedener Aspekte achtet, so etwa die Erwähnung des Diebes. Auch ist zu sagen, dass es zwar schön tönt, dass der Hirt alle Schafe bei ihrem Namen ruft, dass das aber eher unwahrscheinlich ist im Hirtenalltag. Diese Zuspitzung liegt wohl in der Übertragung der Rolle des guten Hirten auf den Gottessohn Jesus Christus begründet, der ein besonders guter Hirte seiner Herde ist.
Die Form des Rätselhaften, das sich auch dem Wissen der Jünger entzieht, ist wohl mit dem Adressatenkreis, vermutlich einem Kreis von Neugetauften, die noch weiter zur Erkenntnis zu bringen sind, begründet.
Der zweite Teil der Perikope unterscheidet sich grundlegend in der Form. Es handelt sich um ein Bildwort in Ich-Form, das dadurch einen Offenbarungscharakter annimmt. Das Wort von der Tür steht gegenläufig zum Schicksal der „Diebe und Räuber“, die die Tür vermeiden. So präsentiert sich der Gottessohn als Heilsbringer im Gegensatz zu anderen Unheilsbringern.
Die Hirtenrede Jesus steht im Zusammenhang mit der vorangehenden Blindenheilung und den nachfolgenden Auseinandersetzungen zum Tempelweihfest. Es geht in allen diesen Fällen um den Anspruch Jesu, der wahre Heilsbringer der Welt zu sein.
Im Gegensatz zum Fremden, der seine Schafe nicht kennt, kennt der Hirte seine Schafe. Damit soll der messianische Anspruch unterstrichen werden. Verstärkt wird dies noch mit dem Motiv der Tür. Jesus selbst wird die "Tür" genannt, das heißt, er ist der einzige zum Heil führende Weg.
Hinter diesen Bildern steht wohl die Auseinandersetzung Jesu mit den Juden um die Person Jesu. Es ist aber auch anzunehmen, daß zur Zeit der Entstehung des Johannes-Evangeliums Richtungskämpfe unter den Christen einen Hintergrund bilden.
Die Bildrede vom Hirten ist dem palästinensischen Volksleben entnommen. So kommt jeden Morgen der Hirt zur Tür des Hofes oder Pferches für die Schafe und führt sie auf die Weide.
Die Kirche der ersten Jahrhunderte hat Christus sehr oft und gern als den guten Hirten betrachtet und ihn so auch etwa in römischen Katakomben abgebildet. Überhaupt wurde durch alle Jahrhunderte hindurch das Bild vom guten Hirten in vielfältiger Weise künstlerisch als Motiv verwendet.
Für die Hörer der damaligen Zeit war das Bild vom Hirten und der Herde im Freien oder eingesperrt im Hof alltäglich.
Zunächst greift Jesus den Vergleich mit der Tür auf. Mit der Aussage: ich bin die Tür erhebt Jesus einen unwahrscheinlichen Anspruch. "Er allein schenkt Lebensmöglichkeit, ohne ihn ist sie dem Menschen verschlossen."*
Rätsel geben die erwähnten Diebe und Räuber auf. Wahrscheinlich handelt es sich um allgemeine Erlösergestalten und deren Heilsversprechen.
Nachdem die Rede Jesu keiner strengen Logik folgt, scheint sie auf ein aktuelles Gemeindeproblem einzugehen, die sich eher auf den Hirten beziehen, werden mit der Tür in Verbindung gebracht – die inhaltliche Exaktheit war nicht die Absicht des Verfassers, sondern die Beziehung, die Jesus zu den Seinen hat.
* Zitataus Felix Porsch, Johannes-Evangelium, Seite 109, Stuttgarter Kleiner Kommentar, Neues Testament 4
Das Bild des Guten Hirten, das der Evangelist Johannes beschreibt entbirgt hinter der vordergründigen bukolischen Idylle beinharte Wirklichkeit. Wem es gelingt, "hinter die Tür zu blicken", der entdeckt Jesus als den Guten Hirten, der den Seinen Leben in Fülle bringt.
So einen aufschlussreichen Satz im Evangelium zu lesen, ist schon erhellend – mittendrin und fast nebenbei: „Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.“ Womöglich ist das auch Ihr Gefühl! Worüber Jesus redet? Über eine Tür! Über eine Stalltür! Schauen wir einmal hinter die Tür! Da sind Schafe! Ziemlich viele. Schafe zählen zwar nicht zu den klügsten unter den Tieren, aber sie sind wehrlos. Sie haben keine Giftzähne, keine Adlerfänge, nicht einmal ein dickes Fell wie Nilpferde, Elefanten. Und sie haben auch keinen Panzer wie das Krokodil. Schafe sind fast schon dafür prädestiniert, Wölfen überlassen zu werden, wenn es denn gefährlich wird für die Hirten. Auf eins mehr oder weniger kommt es sowieso nicht an. Schafe haben keinen Namen. Wenn es gut geht, eine Nummer.
Über die Hirten ist übrigens auch das letzte Wort noch nicht gesagt. Es gibt Hirten, die, wenn es gut geht, ihren Job machen, wenn nicht, ihre Tiere im Stich lassen und einfach abhauen. Es gibt sogar Hirten, die ihre eigenen Geschäfte mit den Schafen machen – und, bildlich gesprochen, durch die Hintertür kommen. Schafe sind auch nur Schafe, dumme Schafe. Wehrlosigkeit zieht Gewalt an, Dummheit muss bestraft werden, und wo kein Kläger da kein Richter. Der Ruf der Hirten ist ramponiert. Der war zur Zeit Jesu so schlecht, dass sie nicht einmal vor Gericht als Zeugen geladen werden konnten. Fahrendes Volk. Nach Schaf stinken sie auch. Lieber gleich die Türe schließen und die Fenster.
Ich schaue hinter die Tür. Hinter die Stalltür. Da sind – Schafe!
„Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.“
Schauen wir genauer hin, öffnet sich die Tür! Jesus tritt durch sie ein. Er ist der gute Hirte – und er ist die Tür. Die Schafe – der Evangelist kennt Schafe gut – hören seine Stimme, kennen ihn, erkennen ihn wieder. Ihm vertrauen sie sich an. Die Weide, die er bietet, ist geschützt von allen Seiten. Die Ängste bleiben draußen – obwohl nirgends ein Zaun, ein Gatter zu sehen ist.
Sie haben längst erkannt: Im Evangelium ist von Schafen die Rede, aber gemeint sind Menschen, die ausgenutzt, missbraucht und leichtfertig geopfert werden. Die Giftzähne haben andere, die Fänge auch – vom dicken Fell fast schon abgesehen. Die Weide wird zu einem Bild von Bedrängnis und Verlorenheit. Was hier wächst? Misstrauen! Fremdheit! Stille Wut! Was Misstrauen, Fremdheit, stille Wut gemeinsamen haben? Die Wehrlosigkeit. Und das Schweigen.
Im Evangelium ist von einer Tür die Rede, die sich auftut. Eine Tür, die sich auftut, gibt einen Raum frei, lädt ein, Hineinzublicken und alle Scheu zu verlieren. Jesus tritt mit einem „Ich bin“ ein: Ich bin die Tür, ich bin der gute Hirte! In diesem „Ich bin“ hören wir den Anspruch Gottes: Ich bin. Ich bin der Herr. Ich bin das Leben.
In diesen Tagen geisterte, wenn auch nur kurz, ein Bild um die Welt. Der amerikanische Präsident als Heiland, als Heiler. Die künstliche Intelligenz, wenn es denn so gewesen sein soll, hat aus der christlichen Ikonografie so ziemlich alles Fromme genommen, was klassischerweise zu einem Heilandsbild gehört – aber leider auch vieles hinzugefügt, was nie und nimmer zu einem Heilandsbild gehört. Da stört nicht nur die amerikanische Fahne. Der amerikanische Präsident als – guter Hirte. Dahinter läuft ein Programm ab, von dem wir wissen, dass es Geld, viel Geld generiert. Hier werden Geschäfte gemacht! Hier werden Gefühle verletzt! Hier wird Gott selbst missbraucht!
Schauen wir hinter die Tür, sehen wir Menschen, die gejagt werden, Kinder, die in Ruinen groß werden, alte Menschen, die am Ende ihres Lebens nichts mehr haben. Wir sehen, wie mit dem Tod große Geschäfte gemacht werden. Wir sehen, dass uns die Kraft schwindet, alles mitanzusehen.
Wie ehrlich doch das Evangelium ist: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“.
Ich schaue hinter die Tür. Hinter die Stalltür. Da sind – Schafe!
„Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.“
Den Sinn verstehen! Ich möchte verstehen. Jesus erzählt, wie er vor der Tür steht, sie öffnet und den Raum betritt. Herrschaftlich – einerseits. Freundlich, vertraut – andererseits. Er kennt die Schafe mit Namen. Er spricht sie an. Er lässt sich ansprechen. Er versteht sie. Er wird verstanden.
Wir könnten das Bild einer großen Familie wählen – und auch so manche Verschiedenheit dankbar bestehen lassen. Jedenfalls: Es gibt eine gemeinsame Geschichte! Sie ist längst entstanden! Jetzt wird sie sichtbar. Hinter der Tür.
Ist Jesus nicht immer zu Menschen gegangen, die am Rande waren, an den Rand gedrängt wurden, über den Rand nicht hinauskommen sollten? Im Evangelium heißt es, dass Jesus die Menschen ansieht – und er sieht die Leere. Aber er sieht auch die Liebe. Er sieht die Verlorenheit. Aber er sieht auch das Vertrauen. Geh, dein Glaube hat dir geholfen! – Wie oft er das gesagt hat? Die Evangelien sind da nicht einmal vollständig.
Die Ich-bin-Worte Jesu – es gibt sie so übrigens nur im Johannesevangelium – haben zwar sehr fromme Auslegungen erfahren, gehören gar zu den highligths, führen uns aber vor eine Tür. Heute.
Mit den Augen Jesu stehen wir vor einer Tür. Wir wissen, was, wer sich hinter ihr verbirgt. Wir wissen mehr, als uns lieb ist. Mit Jesus gehen wir hinein. Die Tür steht jetzt offen! Es ist nur eine Tür – aber die Offenheit, die sich jetzt auftut – wohin soll ich schauen? Wir treffen auf Menschen, die für sich und ihre Familien Glück suchen, die sich von Hass nicht anstecken lassen, die auf Frieden warten. Wir treffen auf Menschen, die um ihre Wehrlosigkeit wissen, die nicht verbittern wollen, die eine gemeinsame Hoffnung teilen können. Wir treffen auf Menschen, die den Machtspielern die Masken vom Gesicht reißen, die stumme Schreie noch hören, die ihre Herzen nicht hart machen.
Und Jesus sah die Menschen und sah, dass er ihr Hirte geworden war. Das Geheimnis des guten Hirten?: Er leidet mit. Er eilt nicht weg. Er bleibt stehen.
Für mich ist das auch das Geheimnis der Kirche! Es gibt gar viele Hirten, doch, verzeihen Sie, sie stehen oft nicht an der richtigen Tür. Und manchmal haben sie Menschen verstört zurückgelassen, ihnen ihren Glauben genommen, sie an Gott irre werden lassen.
So einen aufschlussreichen Satz im Evangelium zu lesen, ist schon erhellend – mittendrin und alles umwerfend: „Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.“
Das hat es also auch tatsächlich gegeben! Nicht verstehen, was er gesagt hat.
ER ist die Tür! ER öffnet die Welt! ER lässt uns das Reich Gottes sehen! Ich schaue hinter die Tür. Hinter die Stalltür. Da sind – Menschen. Vertraute. Fremde. Schwierige.
Vor uns haben wir – eine Weide voller Leben. „Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus: ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Das Bild vom guten Hirten ist uns vertraut. Es zieht uns an, der Vergleich mit Schafen löst zugleich aber auch Widerstände in uns aus. Wir tun gut daran, wenn wir es im Kontext der "Ich-bin"-Worte Jesu betrachten.
Wenn in der Mitte des heutigen Evangeliums der Satz steht: „Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus, aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte“, heißt das, er traute seinen Zuhörern damals, die mit Schafzucht und Landwirtschaft wohlvertraut waren, nicht zu, dass sie den Sinn seines Gleichnisses verstehen. Wie aber sollten wir urbane mitteleuropäische Städter von heute dann den Sinn dieses Gleichnisses erfassen? Haben wir verstanden, was diese Worte uns sagen möchten? Das Bild, das Jesus zeichnet, ist den Zuhörern damals schon ihrer bäuerlich großfamiliären Herkunft wegen geläufiger als uns. Trotzdem haben sie nicht verstanden. Diese Tatsache verleiht unserm Unverständnis wenigstens eine plausible Ausrede.
Jesus erbarmt sich und bietet den Zuhörern damals wie auch uns heute eine weitere Erkenntnismöglichkeit, indem er die Bildmotive auf seine Person hin, auslegt. Im Johannesevangelium finden sich viele Selbstoffenbarungen Jesu. Man kennt sie auch als „Ich-bin-Worte“ Jesu, weil sie allesamt als Selbstaussage in der Ersten Person Präsens des Verbes „sein“ formuliert sind. Die sieben bekanntesten von ihnen sind: Brot des Lebens, Licht der Welt, Tür, guter Hirt, Auferstehung und Leben, Weg, Wahrheit und Leben und wahrer Weinstock.
Wenn Jesus „Ich bin…“ formuliert, dann verknüpft er sein Sein mit unserem Sein. Damit führt der sein „Ich bin“ weiter in ein „damit ihr sein könnt“. In dieser Formel drückt sich ein einzigartiger Akt liebevoller Zuwendung aus. Alle genannten „Ich-bin-Worte" sind positive Zuschreibungen an jeden einzelnen von uns.
Auf diese Weise zeigt er uns, dass er uns als Brot Nahrung ist, sowohl geistig als auch körperlich; als Licht ist er uns Hoffnung, als Tür öffnet er uns Räume nach innen und außen, als Hirt gewährt er Schutz, seine Auferstehung gibt uns das ewige Leben und im Weinstock werden wir uns unserer wahren Wurzel bewusst.
Bis zu dem Zeitpunkt, wo Gottes Wort in der Person Jesu unter den Menschen Wohnung genommen hat, besteht die Verbindung zwischen Gott und dem auserwählten Volk in den Botschaften, die Jahwe ihm über Mose und die Propheten übermittelt. Gottes Menschwerdung in Jesus hat diese Worte in körperliches, menschliches Sein verwandelt, das mit unserem persönlichen Sein in Beziehung treten kann, wenn wir es zulassen. Dann kann sich unser Leben verwandeln von bloßer leiblicher Existenz zu einem von Gottes Geist erfüllten Leben. Das ist der Kern der christlichen Botschaft. Sein Menschsein ist Ursache für unser erhöhtes Sein. So gut geht allen, die an Christus Jesus glauben.
Ich möchte gerne noch ein paar Gedanken zur heutigen Selbstoffenbarung als „Tür“ ausführen. Die Formulierung „Ich bin die Tür“ macht uns auf wichtige Eigenschaften einer Tür aufmerksam. Eine Tür kann verbinden und sie kann trennen, sie kann Schutz sein, aber auch Einladung, sie kann Ruhe ermöglichen, aber auch Öffnung zu Abenteuer und Freiheit sein. All das kann eine Tür sein. Wir können sie öffnen oder schließen. Es ist unsere Entscheidung.
Wenn Jesus sich uns als Tür offenbart, dann gibt er uns zu verstehen, dass er unsere besonderen Bedürfnisse als Menschen gut kennt. Er weiß, was wir brauchen, um uns entfalten zu können. Wir brauchen einen geschützten Bereich der Geborgenheit und Intimität zur inneren Entwicklung. Ihn gewährleistet eine geschlossene Tür. Wir brauchen aber auch die Weite des Austausches mit anderen Menschen für die Entwicklung unserer sozialen Kompetenz, also die offene Tür.
Beide Entwicklungsrichtungen enthalten ein Gefahrenpotential, das Jesus deutlich anspricht. Es gibt Räuber und Diebe, die sich entweder auf verbrecherischen Wegen Zutritt zu unseren verschlossenen Räumen machen und in unserem Innern wüten oder versuchen uns mit Zerstreuungen und Verlockungen in dieser abenteuerlichen Welt auf einen fragwürdigen Weg zu bringen.
Dazu zähle ich nicht nur Drogenhändler und politische, kirchliche oder familiäre Macht Missbraucher/-innen, sondern auch politische und gesellschaftliche Phrasenklopfer/-innen, wie auch Menschen, die für Geld und Ruhm ihre Seele verkaufen.
Sie treten als gute Hirten auf und täuschen uns. Ihre Botschaft auf Basis der christlichen Botschaft zu hinterfragen, kann helfen zu verstehen, dass sie nicht durch die Tür, die Jesus heißt, in den Schafstall, sprich in unsere Gemeinschaft gekommen sind. Am besten ist man vor ihnen geschützt, wenn man die Stimme des wahren Guten Hirten gut kennt, d.h. die Frohe Botschaft Jesu so fest in sich trägt, dass man seine Stimme erkennt, auch wenn man sich vom Rufer schon weit entfernt hat.
Jesus ist die Tür, durch die wir ein- und ausgehen und dabei Rettung und Weide finden. Sie gibt uns Zuversicht. Wir sollten die Türen unserer Welt gut im Auge behalten, damit Friede und Liebe sich entwickeln können. Und wir sollten immer darauf achten, dass wir in den mannigfaltigen persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten in Jesu Rufnähe bleiben.
Wir feiern heute den Sonntag vom „Guten Hirten“. Dazu gehören auch die Schafe. Das Bild vom Hirten und den Schafen gibt Anlass zu Missverständnissen und Gespött. Deshalb ist es gut, wenn wir uns ansehen, welche Aussagen dahinterstecken.
In seiner Pfingstpredigt – 1. Lesung – mahnt der Apostel Petrus zur Umkehr mit Hilfe des Heiligen Geistes, der uns reichlich mit Gaben beschenkt. Er vergleicht seine Zuhörer mit Schafen, die sich verirrt hatten. Seine Worte zeigen Wirkung. Die Zahl derer, die sich bekehren, wächst in erstaunlicher Größe.
Was heißt das für uns heute bei ständig zurückgehender Zahl von Christen*innen? Wir versuchen Erfolge und Misserfolge durch Statistiken zu belegen. Was wirklich dahintersteckt, bleibt offen.
Es braucht nicht immer groß angelegte Events, die viel Vorbereitungszeit und Mühe kosten, um die Attraktivität des Christentums zu steigern, aber mitunter wenig Erfolg bringen. Die größere Chance sieht Petrus - und das ist auch für heute aktuell - in der Umkehr, zunächst bei sich selbst durch Überdenken des Lebensstils, durch Bibellesen (vielleicht die jeweiligen Tageslesungen), durch Gebet in Gemeinschaft, aber auch in persönlicher Zwiesprache mit Gott wie auch in der Mitfeier der Eucharistie.
Das Evangelium spricht im Bild vom Hirten und den Schafen noch von weiteren tiefgehenden Gedanken, von denen es am Ende des ersten Teils heißt: „Sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hat.“ (Joh 10,6). Da ist vom Hirten und den Schafen die Rede.
Wir neigen dazu, Schafe als dumm zu bezeichnen und tun dies auch in abwertenden Bemerkungen: „Du dummes Schaf, du Schafskopf“. Das Evangelium mit der Idylle von Hirten und Schafen sieht das ganz anders. Die Schafe laufen einer vertrauten Stimme nach, also Gewohnheit von Herdentieren. Die Stimme des Hirten, vielleicht sogar, dass Tiere namentlich angesprochen werden, der Geruch… ist ihnen so vertraut, dass sie ihm nachfolgen.
Auch wir Menschen erkennen hören vertraute Personen an der Stimme, am Tonfall, auch an der Wortwahl, und schließen auf ihren Namen, auch wenn wir die Person im Moment nicht sehen.
Der Hirt führt seine Herde, damit sie sich nicht verläuft, damit kein Tier vom Weg abkommt und sich verletzt. Das gilt auch für uns als Christen. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ sagt Jesus; (Joh 14,6). Was für die Schafe Orientierung bedeutet, gilt auch für uns Menschen. Mit Gottes und des Heiligen Geistes Hilfe, werden wir den Weg zur Tür finden, durch die wir auf die lebensspendende Weide kommen. Diese ist Sinnbild für Leben und Lebenserhalt über den Tod hinaus, sie ist auch geistige Nahrung und führt zum Glück, zur „Fülle des Lebens.“ (Joh 10,10).
Ohne Gott sind wir den Menschen ausgeliefert: „Besser sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu vertrauen. Besser sich zu bergen beim Herrn als auf Fürsten zu vertrauen“, heißt es im Psalm (Ps 118,8.9). Das soll nicht heißen, dass alle Menschen schlecht sind, aber sehr häufig wird doch unser Vertrauen stark strapaziert durch Blendwerk und Lügen.
Da hat dann die Tür besondere Aufgaben. Sie soll zunächst Äußeres vom Inneren abgrenzen. Das ist notwendig, sonst werden wir höchstwahrscheinlich bald bestohlen, unseres Besitzes und vielleicht sogar des Lebens beraubt.
Im kirchlichen Bereich muss gut überlegt werden, was Ausschlüsse für das Zusammenleben der Konfessionen für Folgen haben. Was bedeutet es, jemandem die Tür vor der Nase zuzuschlagen? Das geschieht sehr oft in Beziehungen, manchmal etwas unbeabsichtigt, manchmal in voller Absicht, sehr oft steckt auch geballte Wut dahinter.
In Gesellschaft und Kirche geraten wir leicht in Verbotszonen, die mit teils heftigen Strafsanktionen belegt sind. Jesus tut aber sehr oft das Gegenteil. Er hat Grenzen des jüdischen Gesetzes überschritten, wo Hilfe sofort notwendig war, etwa bei Heilungen am Sabbat. Manchmal gehört viel Geduld dazu, jemandem die Tür nicht vor der Nase zuzuschlagen. Der nervliche Aufwand lohnt sich jedoch, wenn damit unnötiger Krach vermieden werden kann.
Der heutige Sonntag liefert uns wertvolle Gedanken zum Bild des Guten Hirten und seinen Schafen als Orientierungshilfe, nicht vom Weg abzukommen, auf seine Stimme zu hören. Und wenn Jesus sagt, er sei „die Tür“ (Joh 10,9), dann steckt dahinter auch, unseren Mitmenschen die Tür nicht vor der Nase zuzuschlagen, im Gespräch zu bleiben, dort, wo es Meinungsverschiedenheiten gibt, Hilfestellungen anzubieten, auch wenn in gewissen Situationen Grenzüberschreitungen notwendig sind.
Ich lade Sie ein, bei diesen Texten darüber nachzudenken, wem Sie Hirte/Hirtin sein können, Orientierung geben können, und wo Sie Türen offenhalten sollten, bevor sie unüberlegt zugeknallt werden.
Am 1. Mai wird weltweit der Tag der Arbeit gefeiert und in Erinnerung gerufen, wie wichtig Arbeit für die Gesellschaft ist. Am Tag davor erinnern uns einige Organisationen an die Not der Menschen, die keine Arbeit finden, obwohl sie arbeiten wollten. Jugendliche geraten in dieser Not noch stärker in Bedrängnis. – eine Herausforderung für die Gesellschaft und auch für die Kirche.
Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit gut bekannt. Es ist ein Tag, an dem wir die Bedeutung von Arbeit für unsere Gesellschaft betonen. Doch schon am Tag davor, am 30. April, richtet sich der Blick auf jene Menschen, die keine Arbeit haben: am Tag der Arbeitslosen. Der Tag der Arbeitslosen macht sichtbar, was oft übersehen wird: die Lebensrealitäten von Menschen auf Arbeitssuche. In Oberösterreich haben sich dafür zahlreiche soziale und kirchliche Organisationen zusammengeschlossen. Gemeinsam geben sie diesen Menschen eine Stimme und machen auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen aufmerksam. Heuer richtet sich der Blick besonders auf arbeitslose Jugendliche.
„Es gibt viel zu wenig offene Lehrstellen für die vielen Jugendlichen, die eine suchen. Ich habe die Balken einer Statistik gesehen und die sind frustrierend. Ich habe noch keine Lehrstelle gefunden. Es ist, als würden alle meine Bemühungen nichts bringen“, sagt der 15-jährige Florian. Ein Mensch, der noch am Anfang seines Lebens steht und doch nicht weiß, wie es weitergehen soll. Viele Jugendliche erleben derzeit diese Situation. Sie schreiben Bewerbung um Bewerbung und doch tut sich keine Tür für sie auf. In Oberösterreich steigt die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, stark an. Gleichzeitig werden weniger Lehrstellen angeboten.
Der 16-jährige Erin beschreibt es so: „Es ist schwer eine Lehrstelle zu finden. Es gibt weniger Betriebe, die ausbilden. Die Anforderungen sind sehr hoch. Betriebe setzen Erfahrung oder auch den Führerschein voraus. Wie willst du da mit 16 eine Lehrstelle bekommen?“
Keine Antworten auf Bewerbungen, wochenlanges Warten auf eine Rückmeldung, Absagen ohne Begründung machen den arbeitslosen Jugendlichen zu schaffen. Die 15-jährige Leonie erzählt: „Mich belastet, dass ich auf Antworten der Betriebe so lange warten muss und nicht weiß, ob sie mich überhaupt wollen oder nicht.“
Noch vor Beginn ihres Berufslebens geraten Jugendliche bereits stark unter Druck. Die wirtschaftliche Situation erschwert den Einstieg in die Arbeitswelt. Die 19-jährige Ruth sagt: „Es ist schwierig, eine Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.“
Dabei geht es bei Arbeit für junge Menschen um viel mehr als um Erfolg, Karriere, Geld, ein sicheres Einkommen. Arbeit bedeutet Zugehörigkeit, Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. Jugendliche wollen einen sinnvollen Platz in der Gesellschaft finden.
Wenn dieser Platz fehlt, betrifft das nicht nur die äußere Lebenssituation. Arbeitslos zu sein nagt sehr stark am Selbstwert und vermittelt schnell das Gefühl: Ich werde nicht gebraucht. Ich bin nicht erwünscht. Manche Jugendliche geraten an einen Punkt, an dem sie kaum noch weiterwissen und richtiggehend verzweifelt über ihr Leben sind. Es sind besonders jene, die ohnehin schon in jungen Jahren schwere Erfahrungen mit sich tragen, wie Mobbing oder Gewalt. Sie kämpfen deshalb mit starken Ängsten oder Depressionen. Für sie sind psychosoziale Einrichtungen besonders wichtig, um auf ihren weiteren Lebensweg gut unterstützt und begleitet zu werden.
Der 18-jährige Raphael sagt: „Viele Leute sehen nicht, dass arbeitslose und psychisch kranke Jugendliche nicht automatisch faul sind. Sie sind nur überfordert.“ Leni ist 17 und beschreibt ihren Wunsch so: „Ich brauche Halt und Unterstützung für meinen weiteren Weg. Allein schaffe ich es nicht.“ Jugendliche sind froh, dass es psychosoziale Projekte gibt, wo sie aufgefangen und begleitet werden. Dort können sie erst einmal zur Ruhe kommen und sich stabilisieren mit Hilfe von Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen.
Bevor es um Berufswahl und Bewerbungen geht, brauchen viele Jugendliche zuerst etwas anderes. Sie brauchen Sicherheit und Halt. Sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie wirklich sehen und ernst nehmen.
In der Bibel sehen wir immer wieder: Gott schaut besonders auf jene Menschen, die übersehen werden. Jesus fragt nie zuerst nach Leistung, Erfolg oder Status. Er sieht die Menschen und ganz besonders jene, die am Rand der Gesellschaft stehen.
Kein Mensch ist nur wegen seiner Leistung und nur wegen seines wirtschaftlichen Nutzens wertvoll. Jeder Mensch hat Würde. Jeder Mensch hat eine Berufung. Darum stellen sich auch gesellschaftliche Fragen: Was sagt es über unsere Gesellschaft, wenn junge Menschen keinen Platz finden? Was sagt es über unsere Arbeitswelt, wenn Menschen dem Leistungsdruck nicht entsprechen können? Wenn sie nicht mehr mithalten können? Sind unsere gängigen Maßstäbe dem Leben, unserem Miteinander, der Gemeinschaft wirklich dienlich? Oder sollten wir nicht vielmehr innehalten und nach neuen Arten des Wirtschaftens, der Zusammenarbeit und des Miteinanders suchen?
Wir sind alle gefragt: als Gesellschaft, als Kirche, als Erwachsene. Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie wachsen können. Sie brauchen Menschen, die ihnen etwas zutrauen und sie begleiten, sodass sie Vertrauen fassen können in sich und in andere.
Die 17-jährige Nina formuliert ihre Hoffnung so: „Wenn es mir schlecht geht und ich nicht an mich glaube, brauche ich, dass wenigstens andere versuchen, an mich zu glauben.“ Und der 20-jährige Artan sagt: „Ich will respektiert werden so wie ich bin. Ich will als Mensch gesehen werden. Ich wünsche mir, dass die Erfahrungen von Jugendlichen mit einbezogen werden und nicht nur ältere Leute entscheiden. Unsere Perspektiven sind wichtig für die neuen Probleme unserer Zeit. Ich wünsche mir, dass unsere Stimme gehört wird.“
Vielleicht beginnen Hoffnung und Zuversicht genau dort, wo ein Mensch spürt: Da glaubt jemand an mich, da sieht mich jemand, da traut mir jemand etwas zu. Unsere Aufgabe als Gesellschaft und auch als Kirche ist es, jungen Menschen genau das zu zeigen: Ihr seid nicht übersehen. Eure Zukunft ist uns wichtig. Ihr seid wichtig. Und eure Stimme ist wertvoll für diese Welt.
© Mag.a Katja Haller, Referentin Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, Diözese Linz
Jesus ist gekommen, um die Menschen zum wahren Leben, zu »Leben in Fülle« zu führen. Er selbst ist der Hirte, der das Wohl der ihm Anvertrauten will. Zugleich ist er die Tür zu den ihm Anvertrauten. Wer deren Wohl im Sinn hat, muss wie er für sie da sein.
Als junger Mensch habe ich gerne ab und zu Diskotheken besucht. Oft standen dort starke junge Männer vor der Eingangstür. Diese hatten dafür zu sorgen, dass niemand das Tanzlokal betrat, der den Eindruck machte, etwa betrunken zu sein. Sie konnten Einlass gewähren oder auch verweigern. Die jungen Menschen sollten dadurch einen schönen Abend erleben dürfen. Doch auch anderswo, ja sogar an Kirchen oder Konzerten gibt es sie. Ihre Aufgabe ist ein sehr wichtiger Dienst.
Uns begegnen im Evangelium das Bild von der Tür und vom Türsteher. Der Türhüter öffnet dem Hirten die Tür zu den Schafen. Nur der Hirt sorgt gut für die Schafe. Ihm geht es darum, dass die Schafe ein gutes Leben haben. Sie haben Lebensrecht ohne Bedingungen. Sie sind nicht allein dazu da, Wolle und Milch zu geben. Wer nicht durch die Tür hineingeht, will die Schafe für den eigenen Vorteil oder für egoistische Wünsche ausnutzen. Ihnen geht es darum, möglichst viel Geld zu verdienen. So einem liegt nichts am Wohl der Schafen selbst.
Jesus bezeichnet sich selbst als die Tür. Zum einem ist er die Tür zu den Schafen. Mit den Schafen sind wir Christinnen und Christen gemeint, noch genauer die Gemeinschaft all derer, die an Jesus glauben. Das Wort „Schaf“ darf nicht so verstanden werden, als seien wir alle dumm, als sollten wir unbedacht und unkritisch alles glauben, was uns erzählt wird von den Hauptamtlichen und geweihten Amtsträgern. In früheren Zeiten wurden nur die Amtsträger als die Hirten angesehen. Doch gerade mit dem Wort „Hirten“, sind auch die gemeint, die Verantwortung für Menschen tragen. Jede Mutter, jeder Vater, jeder Religionslehrer, jeder Lehrmeister kann ein Hirte sein. Jeder einzelne und jede einzelne kann ein guter Hirte für andere Menschen sein. Dabei muss es ihr und ihm um das Wohl des anderen gehen.
Wenn ich auf den Mangel an Priestern schaue, dann kann das mit Sorge erfüllen. Doch dieser Mangel an Priestern in Westeuropa ist auch ein Zeichen eines Mangels an glaubenden Menschen. Wir brauchen zum einem wieder mehr Priester, wir brauchen aber auch Menschen, denen Jesus wichtig ist, die ihr Leben auf Jesus aufbauen, ganz gleich welche Lebensform sie gewählt haben, ob verheiratet oder ehelos, ob in einem Orden oder in einer Familie. Wir brauchen die Menschen, die – als gute Hirten – andere zum Glauben führen.
Um im Bild vom Evangelium zu bleiben. Sie müssen durch die Tür gehen, die Jesus heißt. Wenn Jesus sagt: „Ich bin die Tür“, dann will er uns einladen, mit Ihm zu leben. Er sagt damit: Durch mich kommt ihr zum Leben, zu einem Leben mit Sinn und Erfüllung. Ich gehe durch die Tür, die Jesus heißt, wenn ich seine Worte ernst nehme. Ich gehe durch die Tür, die Jesus heißt, wenn seine Auferstehung mein Leben bestimmt. Wenn seine Liebe zu den Menschen mein eigenes Leben prägt, dann ist Jesus für mich die Tür.
Es ist die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu mich selbst. Es ist auch die Liebe zu den Menschen, mit denen ich mich schwertue. Denn auch sie sind geliebte Töchter und Söhne Gottes. Wenn ich ein Herz für die armen Menschen habe, wenn ich gerade die Außenseiter beachte, dann ist das ein Gang durch die Tür, die Jesus heißt. Ich gehe durch die Tür, die Jesus heißt, wenn ich felsenfest daran glaube, dass auch ich auferstehen werde zu einem neuen und ewigen Leben.
Dieses Leben, das Jesus „Leben in Fülle“ nennt oder mit dem Bild von „guter Weide“ beschreibt, kann schon jetzt beginnen. Sicher bleiben mir als einem, für den Jesus die Tür zum sinnerfüllten Leben ist, Leiden und Schmerzen nicht erspart. Jeder hat seine traurigen Stunden, seine finsteren Schluchten. Doch ich erlebe schon hier und jetzt die Kraft, die das Leben in Fülle schenkt.
Wenn wir uns für Jesus entscheiden, dann können wir wie Gute Hirten werden, dann können wir Türwächter sein für Jesus. Petrus hat die Menschen durch seine Worte die Tür geöffnet zu Jesus. Die Menschen haben gespürt, dass Petrus einen Glauben verkündet, der sie mitten ins Herz trifft. Dabei fordert er sie auf, sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Jesus schenkt allein das wahre Leben. Jesus führt heraus aus einem Leben, das Menschen klein hält. Jesus ist es auch für die Menschen, an denen Petrus seinen Brief schreibt (2. Lesung). Denn Petrus schreibt an die einfachen Menschen, ganz besonders an die Sklaven. Oft waren diese Menschen ohne Rechte. Der Glaube an Jesus zeigt ihnen, dass sie wertvoll sind. Jesus hat sich mit denen eins gemacht, die unterdrückt sind. Jesus steht auf ihrer Seite. Doch bei Jesus finden sie ihre Würde, ihren Wert, ja echtes Leben.
Wenn wir durch die Tür Jesus gehen, wenn wir Jesus annehmen, dann finden wir Leben in Fülle. Sind wir gute Türsteher?! – sind wir gute Hirten?! Ich versehe diese beiden Sätze mit einem Fragezeichen und einem Ausrufezeichen. Das Fragezeichen setze ich, weil wir uns immer fragen müssen, ob wir Jesus und seine Worte ernstnehmen. Das Ausrufezeichen setze ich, weil wir durch unser Leben, durch unser redliches Mühen wie Türsteher sind, die anderen den Weg zu Jesus eröffnen, den Weg zu einem Leben in Fülle!
Am Pfingsttag beginnt Petrus vom Heiligen Geist erfüllt begeisternd und mitreißend zu predigen. Damit beginnt er als guter Hirte Menschen in der Herde Christi zu versammeln. Das Bild des Guten Hirten fordert uns – nicht nur kirchlich – heraus.
Lange Reden (oder Predigten) bewegen die Stühle, kurze Reden (oder Predigten) die Herzen… Schläfert das Wort Gottes die Hörerschaft ein oder ist es der Prediger?
Petrus hält, wie wir hörten, eine begeisternde Predigt am Pfingsttag. Diese dürfte tatsächlich große Begeisterung ausgelöst haben, „denn sie traf sie mitten ins Herz“. Sie enthält sein Zeugnis von der Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Das ist auch ein wesentliches Element der Taufunterweisung: das Hören auf das Wort Gottes und es auch zu glauben und anzunehmen.
Erstaunlich ist, dass Maria aus Magdala in der Apostelgeschichte nicht vorkommt, obwohl sie zum Jüngerkreis des Herrn gehörte, genauso wie die Gottesmutter. Beide hatten die letzten Tage des irdischen Lebens mit Jesus intensiv miterlebt. Was wir über Maria aus Magdala wissen, erfahren wir großteils aus apokryphen Schriften wie dem Philippus-Evangelium, sozusagen einem unterirdischen Evangelium.
Die zweite Lesung beschäftigt Menschen bis heute. Wieso müssen sehr oft jene, die Gutes tun, sooft Widerstand und bitteres Leid durchstehen? Auch Jesus ergeht es nicht besser. Da geht es keineswegs um Leidensverliebtheit, sondern um Ermutigung, trotz allem im Glauben festzustehen, um Vertrauen und auch um durchzuhalten. Jesus hat sogar den Tod erlitten.
Am vierte Sonntag der Osterzeit werden in allen drei Lesejahren Texte vom Guten Hirten als Evangelium vorgetragen. Daher wird diese Sonntag auch als „Gute-Hirten-Sonntag“ bezeichnet.
Die heutige Evangelienstelle beginnt nicht gerade einladend. Der Dieb, der Räuber sucht Schlupflöcher, ist hinterhältig, um an die Tiere heranzukommen. „Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe“ (Joh 10,2), also in aufrechtem Gang, denn in der Regel sind Türen so hoch, dass man sich nicht zu bücken braucht. Das Schaf soll hier nicht als dumm hingestellt werden. Es geht um Gemeinschaft, die Führung braucht. „Ich bin die Tür zu den Schafen“ (Joh 10,7). Es gibt noch andere sogenannte „Ich bin-Worte“. Sie dienen dazu, Jesus besser kennenzulernen. Ein bekanntes Beispiel: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6).
Junges Publikum oder Kasinobesucher kennen Türsteher. Da darf nicht jeder in das entsprechende Lokal. Oft gibt es Kleidervorschriften oder man wird auf verdächtige Gegenstände untersucht. Es muss nicht gleich ein Messer oder eine Schusswaffe sein.
Was ist mit diesem Bild gemeint? Ein offenes Ohr, ein liebendes Herz, das ist das Kleid des Glaubens und Vertrauens als Einlassbedingung. Wir haben den freien Willen, das Kleid des Vertrauens und Glaubens anzulegen. Da stehen nicht Dogmen oder Kirchenrecht im Vordergrund. Hinweise für den Eintritt sind die zehn Gebote, die Bergpredigt, die Werke der Barmherzigkeit. „Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“ (Joh 10,9).
Dieser Ort ist das vollendete Reich Gottes. Oder um ein anderes Bild zu verwenden: Wir treten ein in die neue Welt Gottes. „Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er [Gott] wird bei ihnen sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offb 21,3-4).
An diesem Sonntag werden wir auch auf den „Weltgebetstag für geistliche Berufe“ hingewiesen. Eine enge Sichtweise schaut nur auf Priester- und Ordensberufe, Diakone und Pastoralassistent*innen.
Gute Hirten braucht es weltweit in der Politik, in der Wirtschaft, als Lehrer*innen, als Professionisten, die sich zu ihrer Berufung bekennen. Auf dem Land - ich weiß es aus dem Lesachtal - werden für den Sommer oft Hirten zur Betreuung der Tiere gesucht. Im Wort „profiteor“ ist der Begriff „Professionist“ enthalten. „Die Schafe kennen die Stimme des Hirten … und der Hirt kennt sie beim Namen und er ruft sie auch einzeln beim Namen“ (Joh 10,2-4).
Heute haben wir oft viel Stimmengewirr und falsche Hirten: Sprechblasenschleuderer, Blöffer, Influencer, Eyecatcher, Menschen, die es zuwege bringen, andere in ihre Richtung zu locken. Es gibt im Leben verschiedene Stimmungslagen. Diese gilt es zu erkennen. Damit verbunden: die Unterscheidung der Geister. Die Jünger hören auf seine Stimme.
Die Stimme oder Stimmung, die Tonlage, das Sprechtempo, etwaiges Schnaufen und rasches Luftholen sagen viel aus. Wenn Wort und Tat übereinstimmen, können wir einander gute Hirten sein, persönliche Beziehung durch guten Geist aufbauen. Die Worte der Offenbarung, die Stimmigkeit unseres Lebens, führen zum „Leben in Fülle.“
In Krisen sind wir dankbar für Personen, die uns gut hindurchführen. Wie finden wir sie und welche besonderen Fähigkeiten sollen sie besitzen? Diese Fragen stellen sich auch der Kirche in ihrer Suche nach guten Hirten.
Ob ein Minister oder Regierungschef auch ein guter Krisenmanager ist, stellt sich erst im Laufe einer länger dauernden Krise heraus. Jedes Land kann froh sein, wenn sich seine Verantwortlichen in einer so spannungsgeladenen Zeit im Krisenmanagement bewähren. Nicht immer wird bei der Besetzung wichtiger Ämter auf diese Kompetenz geachtet. Sachkenntnis allein genügt für ein anspruchsvolles Leitungsamt nicht.
In einer gut funktionierenden Demokratie werden die Verantwortungsträger von Zeit zu Zeit neu gewählt. Das bringt zwar Vorteile, man kann sie wieder abwählen, ist aber trotzdem keine Garantie, dass immer die Besten das Sagen haben.
Das alte Volk Israel hatte ein monarchisches System mit einem König an der Spitze, und auch die Religionsverantwortung wurde in der Priesterkaste weitervererbt. In der damaligen Gesellschaft galt der gute Hirte als Idealbild eines guten Königs, bzw. auch eines guten führenden Priesters. Die Propheten übten die kritische Instanz im Volk aus. Immer wieder klagten sie die Könige und die Priesterschaft an, dass sie ihren Aufgaben nicht gerecht würden. Sie drohten ihnen an, dass Gott selbst die Leitung seines Volkes in die Hand nehmen werde. Er ist der gute Hirte schlechthin, der alle Kompetenzen, die dafür nötig sind, besitzt.
Im Neuen Bund werden diese Qualifikationen Jesus zugeschrieben. Er ist der mustergültige Gute Hirte, und alle, die im neuen Volk Gottes ein Leitungsamt wahrnehmen, bzw. an der Leitung teilhaben, sind am Guten Hirten Jesus zu messen. Beim Bild des Guten Hirten geht es auf keinen Fall darum, alle anderen zu dummen Schafen zu degradieren. Die Versuchung dazu ist jedoch allezeit gegeben. Ähnliches gilt aber auch für politische Ämter.
Welche Kompetenzen können wir vom Bild des Guten Hirten ablesen?
Jesus hebt vor allem das enge Vertrauensverhältnis zwischen Hirten und Schafen hervor. Vertrauen kann man jedoch nicht anordnen oder fordern, bestenfalls kann man es erbitten. Ein Satz wie "Du musst mir vertrauen", ist nicht mehr als ein frommer Wunsch. Vertrauen kann man auch nicht erkaufen, Vertrauen muss man sich verdienen.
Jesus gilt als der Gute Hirte, weil er sein Leben für die Seinen hingegeben hat. In der Krisenzeit ist er nicht davongelaufen. Dem politischen Kalkül "es ist besser, wenn einer für das ganze Volk stirbt, als das ganze Volk geht zugrunde" hat Jesus einen neuen, tieferen Sinn gegeben. Aus dem politischen Abwägen ist ein freiwilliger Akt der Selbsthingabe geworden. Bildlich gesprochen wurde Jesus zum Lamm, das sich für uns opfern ließ.
Jesus beschreibt das Vertrauensverhältnis zwischen dem guten Hirten und seinen Schafen mit dem Satz: "Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich". Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsleute unternehmen alles Denkbare, um die Bevölkerung bestmöglich kennenzulernen und bis ins letzte Detail zu erforschen. Sie sammeln alle Daten, die sie über ihre Bürger einholen können, um die Bevölkerung in den Griff zu bekommen. Gegen diese Art des Kennenlernens stellt sich bei vielen Argwohn und Misstrauen ein. Wem können wir trauen? Wem können wir vertrauen? Gefragt sind Verantwortungsträger, die es gut mit uns meinen ohne uns zu entmündigen.
Hier kommt eine weitere Kompetenz des Guten Hirten ins Spiel. Ein guter Hirte muss das, was er beabsichtigt, auch gut kommunizieren können. Er vermittelt der Herde, wohin der Weg führt und hält sie zusammen. Zu guter Kommunikation gehört auch das Hinhören auf etwaige Bedenken, Sorgen und Bedürfnisse der Betroffenen.
Um sich einem guten Hirten anvertrauen zu können, braucht es auf der Seite des Hirten aber auch sachliche Kompetenz. Er soll wissen, wo es gute Weiden gibt, gesundes Wasser, wie man sich gegen Angreifer schützt. Im übertragenen Sinn erwarten wir von einem guten Hirten, dass er weiß, wie wir gemeinsam zu einem dauerhaften guten Leben kommen, und nicht nur, wie wir zu guten Statistiken kommen.
Am vierten Sonntag der Osterzeit, dem Sonntag des Guten Hirten, beten wir jedes Jahr auch um gute kirchliche Hirten: um gute Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger, um gute Bischöfe, nicht zuletzt um gute Pfarrgemeinderäte und Mitarbeiterinnen der Kirche.
Nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt? Wie werden sie bestellt? Die geringe Zahl an Priestern ist nur 1 Facette der Sorge um gute Hirten. Wichtiger als die Werbung um Personen, die dazu fähig und bereit sind, wäre eine gemeinsame Anstrengung aller, die dafür nötigen Kompetenzen zu fördern und zu stärken: Vertrauen, Kommunikationsfähigkeit und Sachverstand. Je reicher diese Fähigkeiten im Volk Gottes vorhanden sind, desto leichter wird es sein, gute Hirten zu finden und den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen zu sein.
Der Gute Hirt kommt, um den Schafen Leben zu bringen, nicht um sie auszubeuten. Er verheißt Leben in Fülle.
Das Bild des Guten Hirten war zunächst ein Bild für die Könige und des ihnen anvertrauten Volkes. Im alten Israel wurde es Gott selbst zugeschrieben. Jesus beansprucht es für sich.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt (3. Str.)
GL 213: Christ ist erstanden
GL 244: Vom Tode heut erstanden ist
GL 223: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet
GL 281: Also sprach beim Abendmahle (3. Str.)
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 329: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 332: Die ganze Welt, herr Jesu Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich!
GL 337: Freu dich, erlöste Christenheit
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 365: Meine Hoffnung, meine Freude
GL 366: Jesus Christus, guter Hirte
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott (3. Str.)
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König
GL 418: Befiehl deine Wege
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht…
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 459: Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt
GL 468: Gott gab uns Atem, damit wir leben
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen ( 3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (2. und 3. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht (1. und 2. Str.)
GL 487: Nun singe Lob du Christenheit (4. Str.)
GL Ö834: Das Grab ist leer, der Held erwacht
GL Ö835: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
GL Ö837: Halleluja! Lasst uns singen
GL Ö838: Christ ist erstanden! Halleluja!
Kehrverse und Psalmen:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; Er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 66: Das ist der Tag, den der Herr gemacht; lasst uns frohlocken und seiner uns freuen. - Mit Psalm 118 -VI.
GL 618: Confitemini Domino, quoniam bonus... - Mit Psalm 63 - VII.
Klangvoll hört es sich nicht an: 4. Sonntag der Osterzeit. Wie abgezählt. Aber als Sonntag vom Guten Hirten hört sich gleich alles anders, freundlicher, hoffnungsvoller an: Wir freuen uns, dass der auferstandene Christus unser guter Hirte ist, der uns in das Leben, in das Reich Gottes führt. Das gilt es zu feiern!
Die Schafe, wenn wir im Bild bleiben, kommen dann auch in den Blick. Ratlose, verunsicherte, enttäuschte Menschen. Aber auch übermütige. Und die von Hass erfüllten, sind auch da.
Jesus nennt sich im Evangelium eine Tür, die der Welt einen neuen Ausgang gibt und einen neuen Weg öffnet. Die Tür schließt nicht ab – hinter ihr tut sich der Himmel auf.
Christus rufen wir an.
Der Glaube an Gott ist uns durch Wort und Beispiel geschenkt. Es waren oft die Mütter, die Väter, die Großeltern, vielleicht auch gute Freunde, Freundinnen, die uns zu Jesus führten. Sie waren für uns wie gute Hirten, die uns zu dem Guten Hirten Jesus führten. Jesus will uns „Leben in Fülle“ schenken. Er sagt von sich: „Ich bin die Tür zu den Schafen“, die Tür zu einem guten Leben.
Jesus lädt uns ein, auf seine Worte zu hören, er ist uns nahe in Brot und Wein. Diese sind Zeichen seiner Liebe. Bitten wir um sein Erbarmen.
Die Sätzen "Schau auf dich – schau auf mich" und "So schützen wir uns" hören wir diese Tage aus allen Werbekanälen. Die Bundesregierung wirbt damit, dass jeder sowohl auf den eigenen Schutz wie auch den Schutz der Mitbürger bedacht ist und die entsprechenden Regeln einhält. Wir haben es nötig, dass wir auf einander schauen und nicht nur jeder auf sein eigenes Wohl bedacht ist. Es tut gut zu wissen, dass auch andere auf mich schauen und darauf bedacht sind, dass es mir gut geht.
Am vierten Sonntag der Osterzeit stellt Jesus sich uns als der Gute Hirte vor, der für die Seinen sorgt. Zwischen ihm und den Seinen herrscht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Seiner Stimme können wir folgen, ihm können wir uns anvertrauen.
Am Beginn der Feier bitten wir ihn um die Zusage seiner Barmherzigkeit und seines Wohlwollens.
Herr Jesus Christus,
du bist die Tür zu den Schafen.
Du schenkst unserem Leben Halt.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
deine Schafe hören auf deine Stimme.
Du schenkst Worte des Lebens.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du führst uns auf gute Weide.
Du schenkst Leben in Fülle und Freude.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du rufst uns beim Namen
Herr, erbarme Dich.
Du öffnest uns die Tür zum Leben
Christus, erbarme Dich.
Du zeigst uns den richtigen Weg
Herr, erbarme Dich.
Herr,
für viele Menschen endet das Leben hinter einer verschlossenen Tür.
So manches Herz hat sich verschlossen.
Herr, erbarme dich.
Christus,.
du stellst dich uns als Tür vor.
Wo wir Parzellen bewachen, geht uns deine Liebe auf.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir haben oft Angst vor der Welt.
Wir können nicht mehr auf sie zugehn.
Herr, erbarme dich.
"Auch wenn ich gehe im finsteren Tal,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich."
Ehre sei Gott in der Höhe…
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Gott, unser Vater.
Wir sind als deine Gemeinde versammelt
und rufen dich an:
Öffne unser Ohr,
damit wir hören und verstehen,
was du uns heute sagen willst.
Gib uns ein gläubiges Herz,
damit unser Beten dir gefällt
und unser Leben vor dir bestehen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 1
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Mit Menschen warst du immer, Gott, unterwegs.
Durch die Wüste.
Auf Pfaden in der Einöde.
Auf trostlosen Höhenwegen.
Wie ein guter Hirte führst du deine Gemeinde
in das weite Land des Lebens.
Unsere Bilder kommen an Grenzen,
unsere Hoffnungen aber stürmen sie.
Schau auf die Menschen,
denen das Fell über die Ohren gezogen wird,
und gib uns den Mut,
in deinem Namen für Wahrheit und Recht einzustehen.
Du vertraust uns dein Wort an.
Wie Jesus, dem Anführer und Vollender des Glaubens.
In der Kraft deines Geistes!
Heute, für die Ewigkeit. – Amen.
Auf wen sollen wir hören,
sag uns auf wen? –
so singen wir in einem Lied.
Auf dich wollen wir hören, Herr Jesus Christus,
auf dich, der du der gute Hirte bist.
Du willst unser Glück, unsere Freude.
Wir wollen durch dich gehen,
der du die Tür bist.
Wir wollen durch die Tür
deiner Worte und deiner Liebe gehen. - Amen.
Wir glauben, dass Gott wie ein guter Hirte für uns ist.
Der sich um uns sorgt, uns führt und begleitet.
Uns vor Bösem bewahrt und uns ein Leben in Fülle verheißt.
Wir glauben, dass Jesus Christus die Tür zum Vater im Himmel ist.
Er ist für alle Menschen offen und schließt niemanden vom Heil aus,
der sich danach sehnt.
Wir glauben, dass der Heilige Geist auch heute in Menschen wirkt,
die von Gottes Reich reden und so handeln,
dass es schon jetzt in dieser Welt spürbar wird.
Wir glauben nicht für uns allein,
sondern in der Gemeinschaft der Kirche,
in der wir alle versuchen immer wieder zu erkennen,
was Gottes Wille für die Menschen in der Welt ist.
Die Bilder von dem guten Hirten sind uns fremd geworden. Wir kennen aber Verführer und Haie. Die Bilder von den Schafen sind uns noch fremder geworden. Wir wissen aber, wie viele Menschen ausgenutzt, missbraucht und für dumm verkauft werden. Im Evangelium öffnet uns Jesus eine Tür. Er ist der gute Hirte.
Darum bitten wir heute:
Dass alte und junge Menschen zueinander finden…
Dass die Sprachlosigkeit aufhört und Menschen einander zuhören …
Dass Ängste überwunden werden …
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.
Dass den Mächtigen ein Licht aufgeht …
Dass dem Hass die Argumente ausgehen …
Dass an Kindern und alten Menschen Maß genommen wird …
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.
Dass die Hirten in der Kirche kluge Briefe schreiben …
Dass die Laien ihre Würde behaupten …
Dass alle Missbräuche aufgeklärt werden …
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.
Dass Menschen eine Heimat finden …
Dass Fluchtursachen der Vergangenheit angehören …
Dass Rassismus und Antisemitismus ins Leere laufen…
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.
Dass wir das Lachen nicht verlernen …
Dass uns der Humor nicht ausgeht…
Dass uns die Liebe überall findet …
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.
In alten Bildern begegnet uns die Welt, wie wir sie kennen. Wir sehen Menschen, die einsam und verlassen sind, die aufgegeben werden. Im Evangelium begegnet uns Jesus, wie wir ihn kennen: Der gute Hirte, der Türen und Herzen öffnet.
Führe mich auf Pfaden der Gerechtigkeit!
Herr Jesus Christus,
du bist die Tür zu den Schafen. Du schenkst Leben in Fülle.
Wir bitten dich:
Erfülle alle mit Mut, von deiner Liebe und deinen guten Taten Zeugnis zu geben.
Schenke allen offene Herzen für deine Liebe, die nach Sinn und Halt für ihr Leben suchen.
Hilf allen, die in deiner Kirche wirken, die Fragen und die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen.
Gib allen Klugheit, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen.
Erfülle alle mit Freude und Mut, die sich für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzen.
Führ die Verstorbenen in deine Herrlichkeit.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Gott ist gut und treu. So unübersichtlich uns die Welt oft auch erscheint, er liebt seine Schöpfung und jeder Einzelne von uns ist ihm wichtig.
Ihm wollen wir uns anvertrauen und ihn wollen wir bitten:
Für alle Jugendlichen, die sich im Empfang des Firmsakraments deinem Geist öffnen, der sie ermutigt, bestärkt und zur wahren Freiheit führt.
Für alle, die den Versprechungen der Politik für Frieden und gerechte Lebensbedingungen nicht mehr trauen.
Für alle Kranken und Leidenden, deren Hoffnung auf persönliche Betreuung und Hilfe im gegenwärtigen Gesundheitssystem enttäuscht wird.
Für alle, die durch die Versprechungen der Werbung und der Medien verwirrt an ihrem eigentlichen Lebensziel und -sinn vorbeileben.
Für unsere Verstorbenen, für die wir erhoffen, dass deine Verheißung eines Lebens in Fülle sich bereits erfüllt hat.
Guter und treuer Gott!
Du beschenkst uns mit deinem Geist, durch den wir im Gewirr der Stimmen, die täglich auf uns einwirken, erkennen können, wie wir zu dir und unserem Heil gelangen.
Dir sei Dank, Lob und Ehre jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du kennst uns, du weißt, was für jeden einzelnen von uns lebensnotwendig ist.
Wir bitten dich:
Für alle Katechetinnen und Katecheten, Priester, Religionslehrer und Religionslehrerinnen und alle, die Deine Botschaft verbreiten.
Gib ihren Worten die Fülle Deines Lebens so, dass sie wie Petrus die Menschen zu Dir führen.
Für die Menschen in unserer Kirche, die Gesetze und Regelungen zum Zusammenleben aufstellen.
Lass sie erkennen, dass es nicht darum geht, Menschen in Regeln zu zwängen wie in einen abgeschlossenen Stall, sondern darum, ihnen Leben in Fülle zu ermöglichen.
Für alle Menschen, die auf der Suche nach Halt und Orientierung sind in einer Welt, die immer undurchsichtiger wird,
dass sie zu unterscheiden lernen, wer ihnen wirklich Gutes will, und nicht falschen Propheten hinterher laufen.
Für alle, die in Kriegs- und Krisengebieten leben, und dennoch ihr Bestes geben.
Lass Sie spüren, dass Du an ihrer Seite bist.
Für alle, die voller Zweifel und doch voller Sehnsucht auf der Suche nach Dir sind.
Schenke ihnen Weggefährten, denen sie trauen können, und mit denen sie den Weg ins Leben gehen.
Für alle, die hinter verschlossenen Türen leben und niemandem mehr über den Weg trauen.
Sende ihnen Türöffner, die ihnen behutsam zeigen, dass das Leben lebenswert ist.
Für alle, die in den Kriegen unserer Zeit nach friedlichen Lösungen suchen.
Öffne ihnen die Türen für den richtigen Weg.
Für alle, die flüchten müssen, die eine Heimat suchen und einen sicheren Ort.
Sei Ihnen Tür zum Schutz vor Elend und Not.
Für unsere Verstorbenen.
Öffne Ihnen die Tür zum ewigen Leben.
Herr Jesus Christus,
Du möchtest in uns dein österliches Licht entfalten und uns das Leben in Fülle zeigen.
Dafür danken wir Dir. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du bist der Gute Hirte und kennst die Sorgen und Nöte der Deinen.
Dich bitten wir:
Für alle, die in dieser Zeit verunsichert sind und sich um ihre eigene Gesundheit oder die ihrer Angehörigen Sorgen machen.
Lass sie spüren, dass sie nicht allein gelassen sind, dass viele Menschen ihre Sorgen teilen und bereit sind, ihnen zu helfen:
Für alle, die durch die Pandemie in wirtschaftliche Not gestürzt sind, die sich Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft oder um die wirtschaftliche Zukunft ihres Betriebes machen:
Eröffne ihnen Wege, wie ihnen geholfen werden kann und stärke ihre Zuversicht in einen Neuanfang.
Für alle, die in der Kirche einen Hirtendienst wahrnehmen:
Schenke ihnen Freude an ihrer Berufung
und Kraft, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Für alle Christen, die unter der geringen Zahl an Priestern, Seelsorgerinnen und Seelsorgern leiden:
Lass sie Wege finden, ihrem Glauben lebendigen Ausdruck zu geben.
Für alle Christen, die deinen Ruf noch nicht gehört haben:
Schärfe ihre Sinne, damit sie deine Stimme erkennen.
Für unsere Verstorbenen; insbesondere für unsere verstorbenen SeelsorgerInnen, Seelsorger und Priester.
Führe sie heim in die Vollendung ihres Lebens.
Herr, wir danken dir,
dass du dein Leben für uns hingegeben hast,
und uns zum Vater führst. - Amen.
Herr, unser Gott,
gib, dass wir dir allzeit danken
durch die Feier der österlichen Geheimnisse.
In ihnen führst du das Werk der Erlösung fort,
mache sie für uns zur Quelle der unvergänglichen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Herr,
nimm die Gebete und Gaben deines Volkes an.
Mehre die Zahl deiner Dienerinnen und Diener,
die du als Seelsorgerinnen und Seelsorger
und als Priester und Diakone
mit der Verkündigung der Frohen Botschaft
und der Spendung der Sakramente auserwählt hast.
Erhalt sie in deiner Liebe und Treue zu dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB: Orationen Messen um Priesterberufe
Um eine kleine Wegzehrung bitten wir dich.
Dann brechen wir auf.
Dann folgen wir dir.
Mit Brot und Wein.
Du deckst uns deinen Tisch.
Die Geheimnisse deines Reiches tischt du auf.
Wir legen unsere Geschichten dazu.
Mit Brot und Wein.
Eine kleine Wegzehrung bist du.
Dein Leben teilst du mit uns.
Du gibst uns Anteil an Leib und Blut Christi.
Komm, unser Herr!
Herr Jesus Christus,
du bist nahe in Brot und Wein.
Du schenkst uns, was wir brauchen.
Wir brauchen Nahrung für unseren Leib,
wir brauchen Nahrung für unsere Seele,
wir brauchen deine Liebe.
Was du uns schenkst, das wollen wir weiterschenken.
So können wir einander und für andere
zu guten Hirten werden. – Amen.
[HTML] Herr Jesus Christus,
wie der gute Hirt seine Schafe auf saftige Weiden führst,
so hast du uns an deinen Tisch gerufen.
Im Zeichen von Brot (in den Zeichen von Brot und Wein)
wirst du dich selbst an uns verschenken
und uns zur Nahrung werden, aus der wir leben dürfen.
Öffne unsere Herzen für dieses große Geschenk,
das du denen bereitest, die dir vertrauen
und auf deine Stimme hören wollen.
Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit. Amen.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Hirt.
Er führt mich an Wasser des Lebens.(GL 37,1)
Großer und treuer Gott, wir treten vor dich,
um dir zu danken.
Du bist der wahre Hirte,
der sein Volk hütet wie ein Hirt seine Herde.
Kehrvers
Den Hirten Abraham hast zu du zum Stammvater
und Vorbild jenes Volkes gemacht,
das du erwählt und ins Herz geschlossen hast.
Kehrvers
Einst hast du Israel, dein Volk, der Hand des Pharao entrissen
und heimgeführt in das verheißene Land,
das von Milch und Honig fließt.
Kehrvers
Den Hirten David hast du von den Herden geholt
und zum König über ganz Israel gesalbt.
Mit Weisheit hat er das Volk geführt
und vor den Augen aller Völker stark gemacht.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du dich selbst zum Hirten gemacht,
um dein Volk aufs Neue zu sammeln,
es vor allem Bösen zu schützen und auf gute Weide zu führen.
Kehrvers
Er ist selbst zum Lamm geworden,
das sich für die Seinen geopfert hat,
und das neue Volk Gottes aus der Bedrängnis herausgeholt hat.
Kehrvers
Er führt seine Herde zu den Quellen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Er gibt den Seinen ewiges Leben
und lässt sie niemals zugrunde gehen.
Kehrvers
Für deine Sorge und Treue danken wir dir
und stimmen wir ein in den Lobgesang der großen Schar,
die du aus allen Nationen und Völkern zusammengeholt hast
und die nun vor dir stehen:
Danklied, z. B. Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Er bringt sich dir allzeit für uns dar
und steht vor dir als unser Anwalt.
Denn einmal geopfert, stirbt er nicht wieder,
sondern lebt auf ewig als das Lamm,
das geschlachtet ist.
Durch ihn preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Du Gott bist mein Hirt
du schaust auf mich
du lässt mich nicht verloren gehen
auf dich kann ich mich verlassen
Du führst mich an Wasser des Lebens
gibst Kraft und Mut
nährst mich mit Brot und Wein
und dem Geschenk der Liebe
Dein Stock und dein Stab
geben Halt und Zuversicht
an dir kann ich mich festhalten und orientieren
du lässt keinen an mich heran, der mir schaden will
ich weiß, du bist stark und groß
dir kann ich mich anvertrauen
Wenn meine Tage dunkel sind
gehst du voraus, bist Licht auf meinem Weg
du lässt mich nicht stolpern und fallen
du bist Wegzeichen und führst mich heraus
wenn ich mich verlaufe
Ich fürchte deshalb kein Unheil
bei dir bin ich sicher und geborgen
denn du, Gott, bist bei mir
nach Psalm 23
Gott, du Hirt deines Volkes,
sieh voll Huld auf deine Herde,
die durch das kostbare Blut deines Sohnes erkauft ist;
bleibe bei ihr
und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Der Sonntag vom guten Hirten, Gott,
erinnert uns an die Kindheit.
Wir konnten uns nicht sattsehen,
als wir die vielen Schafe und Lämmer sahen,
die gehütet und geschützt wurden.
Später ging uns auf,
wie viele Menschen ungeborgen sind,
namenlos bleiben und im Gewühl untergehen.
Heute danken wir für deine Zusage,
dass du der gute Hirte bist,
dass mit uns das Leben teilst,
dass du uns eine große Hoffnung anvertraust.
Wenn wir für deine Wahrheit einstehen,
gehst du uns voran.
Mit den vielen, die vor uns gelebt, geglaubt und gezweifelt haben.
Dein Reich haben wir vor Augen.
Ein Blick aus der Ewigkeit. - Amen.
Vater im Himmel,
bei dir dürfen wir uns geborgen fühlen.
Jeder und jede von uns ist dir wertvoll und kostbar.
Keine und keiner soll bei dir verloren gehen.
Du gehst uns nach, wohin wir uns auch verirren mögen,
und nimmst uns liebevoll wieder bei dir auf.
Dafür danken wir dir und loben dich,
jetzt und bis in deine Unendlichkeit. – Amen.
Jesus, du hast uns ein Beispiel gegeben.
Auch wir wollen ein Beispiel dafür sein,
was es heißt, auf deine Stimme zu hören
und dir zu folgen.
Segne uns dazu.
Lass uns – wie es der Heilige Franz von Assisi sagt –
durch unser Leben predigen,
durch unser Leben auf dich verweisen.
Gib uns Kraft und Mut dazu,
und segne uns jetzt,
du guter Hirte. – Amen.
Zu einer Darstellung des Guten Hirten auf einem Kapitell in der Kirche St. Magdalena zu Vezelay.
Du trägst mich
heraus aus den Nächten meines Lebens
mit ihrer Ohnmacht
und dem: ich kann nicht mehr.
Du trägst mich,
wenn mir längst die Kraft geschwunden ist
und ich nur noch starr am Boden liege.
Du trägst mich,
wenn ich längst aufgegeben habe
und nur noch Angst verspüre.
Du trägst mich,
wenn ich mich völlig verrannt habe
und vor dem Abgrund falle.
Auf deinen Schultern
trägst du mich
mit all dem,
was falsch gelaufen ist;
mit all dem,
was sich verkantet hat;
mit all dem,
was sich mir entzieht
und aus den Händen gleitet.
Auf deinen Schultern trägst du mich
heraus aus der Nacht,
hinein in dein Licht.
Gestern.
Heute.
Morgen.
Ein Leben lang
bist du mein Hirte.
© Fredi Bernatz, Pfarrer im Ruhestand
Vor vierzehn Jahren hatte die EKD Synode Impulse zum Missionsverständnis der evangelischen Kirche noch so formuliert: „Wer glaubt, kann nicht stumm bleiben. Wer glaubt, hat etwas zu erzählen von der Güte Gottes.“ Zwölf Jahre später nun hatten die Kirchen das Thema Mission wieder aufgegriffen: „Wenn wir uns heute erneut dem Thema zuwenden, so geht es dennoch nicht um die Bewältigung kirchlicher Mangelerscheinungen oder eine Strategie zur Gewinnung neuer Mitglieder – auch wenn uns die zurückgehenden Mitgliederzahlen belasten,“ hieß es. Das Leitbild einer missionarischen Kirche komme, laut einer „ausgewogenen“ Kundgebung der Synodalen, dadurch zur Geltung, dass eine „Perspektive interkultureller Begegnungen im Horizont der weltweiten Ökumene“ eingenommen werde. Wie hatte noch der Liedermacher Wolf Biermann in einem Interview mit der ZEIT so richtig gesagt: „Wenn ich früher einen Pfarrer traf, einen von Gottes Bodenpersonal, dann war mein Gedanke: „Ach, dieser arme irrende Mensch. Heute denke ich: Hoffentlich glaubt er wenigsten an Gott.“
Ich frage mich: Warum schleicht unsere Kirche beim Thema „Mission“ um den heißen Brei herum? Petrus bei seiner Pfingstpredigt hielt sich nicht lange auf mit einer „Kirchensoziologischen Entschließung“ zum Thema „Das Wagnis der Mission“. Er bezeugte vielmehr, was er mit Jesus erlebt hatte.
Steht und fällt die Mission doch mit Christen, deren Herz so voll ist, dass ihnen der Mund übergeht? Das Land der Reformation braucht Menschen, die diese Botschaft nicht für sich behalten können, sondern die Hörer ins Herz treffen wie die Predigt des Petrus: 3000 Menschen kamen zum Glauben. Diese Botschaft stellt in die Entscheidung, verlangt Konsequenzen. Wer von der Auferstehung Jesu hört, kann nicht so weiterleben wie bisher, muss sich so oder so entscheiden. Die Menge jedenfalls fragt die Apostel: „Was sollen wir tun?“ (Vers 37). Sie erwarteten noch tragende Antworten auf grundlegende Fragen.
Helmut Kujawa in: Mit der Bibel durch das Jahr 2013, Freiburg 2012.
Der Hirt und die Herde war für das Volk Israel ein gut nachvollziehbares Bild. Bei einem guten Hirten war gut gesorgt, er kannte jedes einzelne Tier und seine Geschichte, er hatte alle im Blick. Das müssen wir uns bewusst machen, wenn wir die vielen Gleichnisse über Schafe und Hirte lesen.
Dennoch war der Hirte nicht ein Abgehobener, im Gegenteil, er war eher unten in der Gesellschaftshierarchie. Aber eben nicht für seine Schafe.
Jesus sagt von sich selbst, er sei die Tür zum Schafstall. Geschlossene Türen schützen vor der Außenwelt. Sie hindern andere daran, mal eben in meinem Schlafzimmer zu stehen. Geschlossene Türen schließen aber auch die aus, die innen hinter dieser Tür stehen: wer hinter verschlossenen Türen lebt, vielleicht aus Misstrauen gegenüber der ganzen Welt, der schließt sich selber von der Vielfalt des Lebens ringsum aus. Wie das ist, hinter geschlossenen Türen zu leben, und das sogar in der eigenen Wohnung, erfahre ich gerade am eigenen Leib: eine Coronainfektion hält mich im Schlafzimmer fest, damit ich meinen Mann nicht anstecke. Ich habe die Tür freiwillig zugemacht, keine Frage, aber sie schneidet mich vom Leben ab.
Eine solche Tür will Jesus genau nicht sein. Er will die Tür sein, die hineinführt in den Schutz, aber gleichzeitig auch hinaus ins Leben, zu den anderen, zur Weide, zum Lebensnotwendigen, zu dem eben auch Gemeinschaft zählt.
Und dann verspricht er das Leben in Fülle. Was ist damit gemeint? Viele versprechen uns ein Leben in Fülle und meinen doch nur Konsum und Zerstreuung oder wollen an unser Geld. Das sind falsche Hirten, die, auf deren Stimme wir nicht hören sollen. Was aber dann ist ein Leben in Fülle? - Für mich ist es ein Leben in Gemeinschaft, die daran arbeitet, dass alle ein Lebensrecht haben in dieser Welt, dass alle Zugänge zum Lebensnotwendigen haben und den Schutz des Lebens genießen können, der ihnen zusteht.
Mein Leben ist Fülle, wenn es mir gelingt, meinen Teil dazu beizutragen in der Hoffnung auf den, der uns alle schützt. Das rettet mich nicht vor Spott und Hohn, das rettet niemanden vor Not und Tod. Aber diese Fülle, die rettet der Herr ins Leben auch nach unserem Tod hinüber.
Peter Köster SJ
Hör mal
Hör bitte mal
Du hörst mir jetzt mal zu
Du hörst auf das, was ich dir sage
Hörst du mir überhaupt zu
Hören
Wirklich hören
Empfangsbereit sein
Wahrnehmen
Wahrnehmen wollen
Hinhorchen
Hin-spüren
Erspüren wollen
Wichtigkeit geben
Teilhabe zulassen
Ganz Ohr sein,
schenkt dem Gegenüber Wichtigkeit,
gibt ihm einen Stellenwert.
Meine Schafe hören auf meine Stimme.
Höre ich???
Gebe ich dem, was ich höre, Wichtigkeit???
Setze ich wirklich auf SEIN Wort???
Wird es spürbar in dieser Welt???
Herr, öffne mich deinem Wort,
lass es schwingen in mir,
dass ich in die Welt gehe
und es liebend verkünde.
Beatrix Senft, 2022
Er, der gut ist
der mich kennt
der mich führt
der immer da ist
der mir Speise gibt
zur rechten Zeit
Er wird mich auch
dorthin führen
in ein anderes Leben
mit sicherer Hand
Ilse Pauls (unveröffentlicht)
Tür zu erfülltem Leben
Ist es eine Stimme
die mich lockt
eine stimmige Stimme
Ist es Erfolg
der mir versprochen ist
Was
er-öffnet MIR den SINN
zum LEBEN
MEINE BERUFUNG
Sie ist ein Weg
der im Gehen entsteht
SINN und ERFÜLLUNG
wachsen
auf dem Grund des Glaubens
auf dem Grund
meines unbändigen Vertrauens
Gott
gönnt uns LEBEN in Fülle
und
schenkt es
nicht immer
auf den einfachsten Wegen …
Ist MEINE Tür
dafür
geöffnet?
„Ich bin gekommen
damit sie das LEBEN haben
und es in Fülle haben“
Ich
der gottvolle Mensch
Jesus
der Menschenwege kennt
und
Spuren hinterlassen hat
damit ihr den
WEG ins LEBEN
finden
und gehen könnt!
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Verirrt ist die Herde
Lämmer
Muttertiere
Böcke
sie schreien
in verschiedenen Tonarten
sie suchen
nach frischem Weideland
nach Quellen
die wieder
lebendig machen
sie suchen
nach dem Weg
der sie –
in gelebter Gemeinschaft –
in die Freiheit
führt
sie suchen
suchen
suchen
„Wir haben uns verirrt.
Suche uns,
Jesus,
du guter Hirte,
und
lass uns
deiner Stimme
vertrauen.“
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Ich, Besitzer einer großen Schafherde, suche:
verlässlichen Hirten für meine Herde.
Meine Herde ist gerade sehr weit verstreut und verunsichert; es besteht eine große Unruhe innerhalb der Herde, viele Tiere sind auf vielfältige Weise verletzt oder stehen mit dem Rücken zum Zaun.
Auch ist die Herde lange durch dürres Land geführt worden, so dass sie einen starken Durst nach frischem Wasser verspürt.
Darüber hinaus ist es zu manchen Früh- und Fehlgeburten gekommen und Wölfe konnten in die Herde eindringen. Auch ist es so, dass Tiere, die nicht ins optische Bild der Herde passen, von den Alt-Böcken ausgestoßen und zu „unzumutbaren Sündenböcken“ gemacht werden.
Daher suche ich einen Hirten:
* der sich behutsam der Herde nähert
* der ihre Verletzungen und Bedürfnisse ernst nimmt - sehr ernst
* der mit liebevollem Stab Richtung für sie zu suchen bereit ist
* der sich damit auseinandersetzt, welche Nahrung und welche Quelle dazu beitragen kann, ihr wieder Lebenskraft zu spenden
* der auch in engen Schluchten und in reißenden Strömen verlässlich bei meiner Herde weilt
* der sie vor äußeren und inneren Gefahren schützt
* der danach schaut, auf welche Weise und aus welchem Grund Tiere verloren gingen und der behilflich ist, dass sie zurückfinden, wenn sie wieder in meiner Herde leben wollen
* der mit meiner Herde lebt, wie ein Schaf unter Schafen - damit er den rechten Blickwinkel erhält
Ich weiß, dass ich damit eine hohe Anforderung stelle. Eine Anforderung, der ich mit einer Bezahlung sicherlich nicht gerecht werden kann.
Doch, all meine Liebe liegt in dieser Herde und es jammert mich ihr Zustand. –
Vielleicht geht es Ihnen genauso, wenn Sie auf diese Herde schauen.
Auch weibliche Bewerberinnen sind mir herzlich willkommen.
Mit liebevollem Aufruf:
WEIDET MEINE HERDE,
Ihr und Euer GOTT
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Fremd-bestimmt oder vertrauter Klang
Stimmgewaltige
rauben dir Leben
der lautlos Vernehmbare
weist dir den Weg
Kennst du sie?
Erkennst du sie?
DIE Stimme deines Lebens, die Türen öffnet?
Manchen stehen alle Türen offen
Viele stehen vor verschlossenen Türen
Manche Tür öffnet sich automatisch
So manche Tür will sorgsam geöffnet werden
Herzenstüren zum Beispiel
Jesus bricht keine Tür auf
wenn er bei dir wohnen möchte
um sein LEBEN mit dir zu teilen
um dich verkosten zu lassen
was LEBEN in Fülle sein kann
Er macht sich mit
lautloser Stimme bemerkbar
und lässt dich entscheiden …
Was haben also
Seine Stimme und deine Tür miteinander zu tun?
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Und darin soll ich meine
LEBENsBERUFUNG entdecken?
Jesu Berufung war es
Hirte, Tür, Stimme zu sein
inmitten der Volksmenge
und für den einzelnen Menschen.
Er will mich leiten –
trau ich seiner Leitung?
Er verschafft mir Zugang
zu meinen Möglichkeiten
für ein erfülltes Leben.
Ist ER für MICH Tür?
Unaufdringlich seine Stimme
inmitten lautstarker Reden,
die Menschen verzwecken
aber nicht gewinnen wollen.
Deine Stimme
führt mich leise
zu mir selbst
und sie stimmt mich täglich ein
auf meine Aufgabe.
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
In Kapitel 10 (Johannesevangelium) beschreibt sich Jesus selbst als „guten Hirten“, der all diejenigen persönlich kennt, die sich seiner Fürsorge anvertraut haben. Im Gegensatz zu einem „Mietling“ rennt der gute Hirte nicht davon, wenn Gefahr naht, sondern setzt sein Leben um der Herde willen aufs Spiel. Er führt die Herde auf satte Weide und gibt ihr alles, was sie braucht, umgekehrt kennen und lieben die Schafe ihren Hirten.
Johannes stellt die Beziehung zwischen Christus und seinem Volk in einem Bild gegenseitiger Hingabe und beidseitigen „Kennens“ dar. Offensichtlich liebt der auferstandene Christus die Kirche und jede einzelne Person, die zu ihr gehört. Offensichtlich hat der irdische Christus sein Leben geopfert, damit andere leben können. Aber es ist nicht immer so offensichtlich, dass die Mitglieder der Kirche gute Schafe sind! Jesus geht davon aus, dass jedes Schaf den Hirten persönlich kennt und all das zu schätzen weiß, was er für das Schaf tut. Insofern handelt es sich tatsächlich um eine wechselseitige Beziehung: sie kennen und lieben sich gegenseitig.
Aber das gilt das auch in unseren Kirchen? Können wir ehrlich behaupten, dass alle Mitglieder unserer Pfarreien Jesus erlauben, ihr Herr zu sein? Nennen sie ihn nur den „guten Hirten“ – oder haben sie seine Führung tatsächlich in ihrem Leben erfahren? Jesu betont an dieser Stelle, dass unsere Beziehung zu ihm ebenso persönlich sein muss wie seine Beziehung zu uns. Die Tatsache, dass wir Schafe sind, heißt noch lange nicht, dass wir zu seiner Herde gehören!
Aus: Richard Rohr / Martos, Joseph (Hrsg.), Das entfesselte Buch, - Die Lebenskraft des Alten Testaments. Verlag Herder, Freiburg Basel Wien 1990.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die erste Lesung stammt heute wiederum aus der Apostelgeschichte. Der Abschnitt ist eine Fortsetzung des Textes vom vorigen Sonntag. Er enthält noch den Schlusssatz der Pfingstpredigt des Apostels Petrus in Jerusalem und stellt dann die - im wahrsten Sinn des Wortes - begeisterten Reaktionen der Zuhörer dar. Die erstaunlich hohe Zahl der neu Getauften im letzten Vers ist symbolisch zu verstehen.
Die Apostelgeschichte als zweitem Teil des lukanischen Doppelwerkes beschreibt die missionarische Ausbreitung des Gotteswortes. Als Autor wird der Arzt und Paulusbegleiter Lukas genannt. Es spricht jedoch wenig für seine Autorenschaft. Als Begleiter und Mitarbeiter des Paulus hätten sich im Text mehr Nähen zu den Inhalten der Paulusbriefe gefunden als es tatsächlich sind.
Am Beginn dieser Geschichte steht die Pfingstpredigt des Petrus. Er tritt als Prophet Jesu auf. Darin zeigt er an, dass Jesu Reich begonnen hat und alle Hoffnung auf dieses Reich seinen berechtigten Platz hat. Wer sich in der Umkehr auf den Weg zum verkündeten Jesus begibt, ist dem Reich ganz nahe gekommen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz