Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Ezechiel.
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, ich selbst bin es,
ich will nach meinen Schafen fragen
und mich um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert
an dem Tag,
an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben,
so werde ich mich um meine Schafe kümmern
und ich werde sie retten aus all den Orten,
wohin sie sich am Tag des Gewölks
und des Wolkendunkels zerstreut haben.
Ich, ich selber werde meine Schafe weiden
und ich, ich selber werde sie ruhen lassen –
Spruch Gottes, des Herrn.
Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen,
die vertriebenen zurückbringen,
die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen,
die fetten und starken behüten.
Ich will ihr Hirt sein
und für sie sorgen, wie es recht ist.
Ihr aber, meine Herde – so spricht Gott, der Herr —,
siehe, ich sorge für Recht zwischen Schaf und Schaf.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Ezechiel.
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, ich selbst bin es,
ich will nach meinen Schafen fragen
und mich um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert
an dem Tag,
an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben,
so werde ich mich um meine Schafe kümmern
und ich werde sie retten aus all den Orten,
wohin sie sich am Tag des Gewölks
und des Wolkendunkels zerstreut haben.
Ich werde sie aus den Völkern herausführen,
ich werde sie aus den Ländern sammeln
und ich werde sie in ihr Land bringen.
Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide,
in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes.
Auf guter Weide werde ich sie weiden
und auf den hohen Bergen Israels
wird ihr Weideplatz sein.
Dort werden sie auf gutem Weideplatz lagern,
auf den Bergen Israels
werden sie auf fetter Weide weiden.
Ich, ich selber werde meine Schafe weiden
und ich, ich selber werde sie ruhen lassen –
Spruch Gottes, des Herrn.
Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen,
die vertriebenen zurückbringen,
die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen,
die fetten und starken behüten.
Ich will ihr Hirt sein
und für sie sorgen, wie es recht ist.
Ihr aber, meine Herde – so spricht Gott, der Herr —,
siehe, ich sorge für Recht zwischen Schaf und Schaf.
Ihr Widder und ihr Böcke,
ist es euch zu wenig,
dass ihr auf der besten Weide weidet
und euer übriges Weideland
mit euren Füßen zertrampelt?
Dass ihr das klare Wasser trinkt
und den Rest des Wassers
mit euren Füßen verschmutzt?
Meine Schafe müssen abweiden,
was eure Füße zertrampelt haben,
und trinken, was eure Füße verschmutzt haben.
Darum - so spricht GOTT, der Herr, zu ihnen:
Siehe, ich selbst bin es,
ich sorge für Recht zwischen fettem Schaf
und magerem Schaf.
Weil ihr all die Schwachen
mit Seite und Schulter zur Seite drängt
und mit euren Hörnern wegstoßt,
bis ihr sie nach draußen zerstreut habt,
werde ich meinen Schafen zu Hilfe kommen.
Sie sollen nicht länger zum Raub werden
und ich werde für Recht sorgen
zwischen Schaf und Schaf.
Kv: Der Herr ist mein Hirt,
nichts wird mir fehlen. – Kv
(GL 37,1)
Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /
Er lässt mich lagern auf grünen Auen *
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Meine Lebenskraft bringt er zurück. *
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. – (Kv)
Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, *
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. – (Kv)
Du deckst mir den Tisch *
vor den Augen meiner Feinde.
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *
übervoll ist mein Becher. – (Kv)
Ja, Güte und Huld *
werden mir folgen mein Leben lang
und heimkehren werde ich ins Haus des Herrn *
für lange Zeiten. – Kv
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Christus ist von den Toten auferweckt worden
als der Erste der Entschlafenen.
Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist,
kommt durch einen Menschen
auch die Auferstehung der Toten.
Denn wie in Adam alle sterben,
so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge:
Erster ist Christus;
dann folgen, wenn Christus kommt,
alle, die zu ihm gehören.
Danach kommt das Ende,
wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat
und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.
Denn er muss herrschen,
bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
Der letzte Feind, der entmachtet wird,
ist der Tod.
Wenn ihm dann alles unterworfen ist,
wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen,
der ihm alles unterworfen hat,
damit Gott alles in allem sei.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Christus ist von den Toten auferweckt worden
als der Erste der Entschlafenen.
Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist,
kommt durch einen Menschen
auch die Auferstehung der Toten.
Denn wie in Adam alle sterben,
so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge:
Erster ist Christus;
dann folgen, wenn Christus kommt,
alle, die zu ihm gehören.
Danach kommt das Ende,
wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat
und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt.
Denn er muss herrschen,
bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
Der letzte Feind, der entmachtet wird,
ist der Tod.
Denn: Alles hat er seinen Füßen unterworfen.
Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen,
ist offenbar der ausgenommen,
der ihm alles unterwirft.
Wenn ihm dann alles unterworfen ist,
wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen,
der ihm alles unterworfen hat,
damit Gott alles in allem sei.
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David,
das nun kommt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt
und alle Engel mit ihm,
dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden
und er wird sie voneinander scheiden,
wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen,
die Böcke aber zur Linken.
Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen:
Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,
empfangt das Reich als Erbe,
das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!
Denn ich war hungrig
und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd
und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt
und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank
und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis
und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen
und dir zu essen gegeben
oder durstig
und dir zu trinken gegeben?
Und wann haben wir dich fremd gesehen
und aufgenommen
oder nackt
und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen
und sind zu dir gekommen?
Darauf wird der König ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
Dann wird er zu denen auf der Linken sagen:
Geht weg von mir, ihr Verfluchten,
in das ewige Feuer,
das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Denn ich war hungrig
und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
ich war fremd
und ihr habt mich nicht aufgenommen;
ich war nackt
und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis
und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden auch sie antworten:
Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig
oder fremd oder nackt
oder krank oder im Gefängnis gesehen
und haben dir nicht geholfen?
Darauf wird er ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt,
das habt ihr auch mir nicht getan.
Und diese werden weggehen
zur ewigen Strafe,
die Gerechten aber
zum ewigen Leben.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit Angst und Panikmache kann man viele Menschen ansprechen. Manchmal werden auch die Evangelien so verstanden und angewendet. Jesus will jedoch nicht mit der Angst vor dem ewigen Höllenfeuer Menschen gewinnen, sondern sie einladen, den Regeln des Reiches Gottes zu folgen und die Welt nach der Barmherzigkeit Gottes umzugestalten. Christus als König zu huldigen heißt, dem Geist des Reiches Gottes zu folgen.
Eine Redensart behauptet: "Wie man sich bettet, so liegt man!", eine andere: "Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen." Trotzdem leiden viele Menschen an einem unruhigen Schlaf. Die Werbung für Schlafhilfen und Super-Matratzen boomt. Es lohnt sich, den Ursachen von Schlafstörungen nachzugehen. Dabei kann man unerwartete Entdeckungen machen. Ängste unterschiedlichster Art spielen dabei eine gewichtige Rolle.
Die Not mit dem erholsamen Schlaf lässt sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Wer die großen Krisen der Gegenwart an sich heranlässt, kann auch im übertragenen Sinn nicht mehr ruhig schlafen: Die allgemeine Not mit den Kriegen, die internationalen Flüchtlingsströme, die Folgen des Klimawandels… Aber auch die gesellschaftlichen Umbrüche, der Zulauf der Populisten, das Infragestellen demokratischer Ordnungen, der Wertewandel, die Faszination "starker Männer" und ihrer einfachen Lösungen. Diese Vorgänge spiegeln sich auch in den Religionen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften wider: die Faszination von Gurus und anderen religiösen Führern, die einerseits überhöhten Erwartungen an kirchliche Amtsträger und andererseits zugleich weit verbreitetes Misstrauen ihnen gegenüber. In manchen Ländern haben sich sog Gottesstaaten etabliert, die die Menschen das Fürchten lehren. Aber auch in anderen Ländern haben religiöse Führer das letzte Wort. Interessanterweise funktionieren atheistische System nach den gleichen Prinzipien.
Die Christen huldigen am letzten Sonntag im Kirchenjahr Christus als ihrem König. Ihr Er ist Ihr "starker Mann". Oberflächlich gesehen erscheint das als eine Nachwirkung einer Zeit, in der viele Staaten als Monarchien verfasst waren, als ein Schwelgen im Glanz vergangener Zeiten. Wenn wir Christen Jesus Christus als unseren König bezeichnen, geht es um Wesentlicheres, Grundsätzlicheres.
Im vorchristlichen Israel haben die Propheten immer wieder daran erinnert, dass Gott selbst der Herr und Hirte seines Volkes ist, immer wenn sie beobachtet haben, dass die politischen und gesellschaftlichen Machthaber ihrer Sorgepflicht für das Wohl des Volkes nicht nachgekommen sind.
Die Christen der ersten Jahrhunderte fühlten sich der Willkür der Herrscher ihrer Zeit ausgeliefert. In dieser Situation betonten sie, dass ihr Herr, ihr König, ihr Kyrios, Jesus Christus ist. Das stärkte ihre Widerstandskraft, machte sie jedoch den römischen Kaisern und ihren Statthaltern, von denen einige wie z.B. Herodes den Titel eines Königs führten, verdächtig. Dabei knüpften sie an die Reich-Gottes-Predigt Jesu an. Er entfaltete darin eine Reich-Gottes-Kultur. Er forderte seine Anhänger auf, sich am Geist Gottes zu orientieren und sich vom Geist Gottes leiten zu lassen. Er beanspruchte jedoch keinerlei politische Führerschaft. Als er Pilatus vorgeführt wurde und man ihn beschuldigte, dass er König sein wolle, sagte er von sich: "Mein Königtum ist nicht von dieser Welt…" (Joh 18,36). Dennoch war er getrieben vom Anliegen, das Denken Gottes, das Leben nach dem Geist und Willen Gottes in die aktuellen Verhältnisse einzupflanzen.
Vor diesem Hintergrund lese und verstehe ich das Evangelium dieses Sonntags. Jesus will uns nicht erzittern lassen vor dem großen Weltgericht und die Angst vor dem Höllenfeuer entfachen, sondern vielmehr auf die Dringlichkeit hinweisen, dass es unsere Aufgabe ist, die Welt aus dem Geist Gottes heraus umzugestalten und neu werden zu lassen.
Die Menschen auf der rechten Seite sind überrascht, dass sie das Reich Gottes als Erbe empfangen. Sie haben ja nichts anderes getan, als nach den Grundsätzen der Barmherzigkeit Gottes zu leben. Wo Menschen nach dem Geist Gottes die Welt gestalten, führen sie das Reich Gottes herbei, das Gott seit der Erschaffung der Welt für uns Menschen bestimmt hat.
Genauso überrascht sind die Menschen auf der linken Seite. Auch sie sagen: Wir haben ja nichts getan. Genau das wird ihnen zu Last gelegt. Sie haben nicht nach den Grundsätzen der Barmherzigkeit Gottes gehandelt. Sie sind an der Not der Mitmenschen vorbeigegangen und haben sich gesagt: Was geht das mich an! Sie wollten das Leben für sich allein himmlisch einrichten und sind nun überrascht, dass sie statt dessen in einer Welt landen, die zur Hölle geworden ist.
In diesem Gleichnis geht es nicht um ein Ereignis, das uns am Ende der Welt bevorsteht. Es geht in diesem Gleichnis um das Leben nach dem Geist und Willen Gottes, nach den Grundsätzen der Barmherzigkeit Gottes hier und jetzt.
In allen Epochen haben sich Menschen von der Predigt Jesu bzw. von der Predigt der Propheten ansprechen lassen und ungeachtet der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse nach den Grundsätzen der Barmherzigkeit und des Geistes Gottes gelebt und ihr Umfeld danach gestaltet. Sie haben damit gezeigt und erleben lassen, wie gut diese Welt für alle sein kann.
Der Christkönigsonntag ist eine Einladung, sich auf diese Grundsätze zu besinnen, sich von der Reich-Gottes-Predigt Jesu inspirieren zu lassen und hier und heute am Wohl aller Menschen mitzuwirken.
Ein guter König sorgt wie ein guter Hirte für die Entfaltung aller Glieder seines Volkes. Durch die Taufe haben wir Anteil an der königlichen Würde der Kinder Gottes und sind wir berufen, am Wohl des Gottesvolkes mitzuwirken.
Ein Jahr des Herrn geht zu Ende. Was war es für ein Jahr? Spüren wir, dass es ein Jahr des Herrn war? Krieg rundherum, Unzufriedenheit, Streikdrohungen.
Die erste Lesung am Beginn klingt keinesfalls hoffnungsvoll, gegen Ende des Textes aber dann doch wieder Mut. "Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich um sie kümmern. Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die fetten und starken behüten", so lautet sinngemäß ein Teil des Textes der ersten Lesung. Ein Vorhaben wegen der Nachricht vom Fall Jerusalems, der an schlechte Hirten erinnert, an miserable Könige.
Ähnliches beobachten wir auch heute. An der Spitze der Gesellschaft finden wir immer wieder Verantwortungslose, Untaugliche in Staat und Kirche, die nur sich selbst weiden, sprich: ihren Interessen nachgehen und Nöte der Menschen nur am Rande wahrnehmen, viel diskutieren, aber nichts weiterbringen. Ezechiel sagt, der gute Hirte ist schon da. Wir sehen und merken es auch heute an den vielen Menschen mit ihrer ehrlichen Arbeit und Hilfsbereitschaft. Sie kommen aber in den Medien eher sparsam zu Wort und verbreiten in ihrer Umgebung auch Freude in tristen Zeiten, die vielen Unheil, Verzweiflung und auch den Tod bringen.
Deshalb kann man in der zweiten Lesung von einem „Probelauf“ des irdischen Lebens sprechen. „Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten.“ (1 Kor 15,20. 21). Hier geht es um die Umkehr vom Tod zum Leben, zum ewigen Jetzt, wo es keine Zeit und keinen Raum mehr gibt. Das ist für sehr viele eine Zusage ohne Beweis, da wird viel Vertrauen verlangt.
Dieser „Probelauf“ des irdischen Lebens gibt uns Orientierungshilfe an der Bergpredigt. Wir haben zuletzt zu Allerheiligen davon einen Abschnitt gehört, und heute werden wir wieder in etwas anderer Form daran erinnert als „Option für die Armen“, für die Verlierer in der Gesellschaft. Sie werden in den Blick Jesu genommen: die Kleinbauern, Taglöhner, Prostituierte, Handwerker. Heute haben sie zum Teil andere Namen: die working poor mit mehreren schlecht bezahlten Posten, Arbeitslose, schwer Kranke, Obdachlose, Ausgebrannte, Verzweifelte.
Das Evangelium spricht auch von den letzten Dingen und sieht in jedem Menschen einen König, eine Königin. Grundlage für diese königliche Würde sind Vernunft und Weisheit. Die Salbung mit Chrisam bei der Taufe und die dazugehörigen Worte machen deutlich: „Du bist Glied des Volkes Gottes, gesalbt zum Priester, König und Propheten." Priester/Priesterin sein heißt ständig Beziehung zu Gott halten durch Gebet, Meditation, Reflexion, Gottesdienstbesuch, gute Werke als Dienst am Nächsten, aber auch an sich selbst. Jeder Mensch hat, wie erwähnt, eine königliche Würde. Ein König sollte wie ein Hirte sein (siehe Psalm 23), nicht durch ungesunde, brutale Machtausübung, sondern ermächtigt durch gute Werke.
Der Heilige Geist wirkt in uns, er befähigt uns dazu, den Willen Gottes besser zu begreifen und auch zu tun. Der Prophet ist der, der im Auftrag Gottes spricht, ein Korrektiv zu den Herrschenden darstellt, aber auch innerhalb des Volkes, auch im kleinen Alltagsgeschehen Zivilcourage mit Mut und Klugheit verbindet und Heuchlerisches, Hinterfotziges beim Namen nennt und dadurch vielleicht manche Bösartigkeit zu verhindern sucht. Das kann gefährlich, ja sogar tödlich sein. Auch heute wird der Einsatz für den, der sich in Schuld verstrickt oder gemobbt wird, für den Propheten, also den mutigen, einsatzbereiten Menschen mitunter gefährlich, etwa mit beruflich schwerem Nachteil verbunden.
Zusammengefasst könnte man sagen: Der König ist wie ein guter Hirte, liebevoll, konsequent in seinem Wort, in seinem Tun und Handeln. Das Evangelium bietet Hilfestellung dazu an.
Das Christkönigsfest zeigt die Fülle des Lebens, zeigt einen Durchbruch zur persönlichen Liebe, zum Reich Gottes. Du bist gesalbt zum Priester, König und Propheten in alle Ewigkeit. Es ist wohl ein Satz, der für getaufte Christen und Christinnen besonders wichtig ist und auch immer wieder einer Einübung und Erinnerung bedarf.
Das Christkönigfest ist ein "Ideenfest". Es zelebriert einen Gedanken des Glaubens, der aus dem Selbstverständnis der Christen herausgewachsen ist. Es hat trotzdem eine dichte biblische Basis. Christus ist König nicht wie irdische Könige, sondern ein ganz anderer König, wie ihn das Volk Gottes erwartet hat. Ein König, der gutes Leben für alle Menschen will. Wir können dieses Königsreich mitgestalten, indem wir Nächstenliebe und Solidarität leben.
Wir sind nicht verwöhnt mit Vorbildern von Königen oder von Staatsoberhäuptern. Nicht, dass es sie nicht gäbe - glücklicherweise schon noch. Quer durch die Geschichte lassen sich immer wieder zahlreiche Staatsoberhäupter oder andere politisch Verantwortliche ausmachen, die wirklich als Vorbilder dienen können. Aber gerade die allerjüngste Zeit, etwa auch mit einem Blick auf die US-Wahlen, hat uns vor Augen geführt, wie das aussehen kann, wenn sich Macht mit Arroganz, unermesslicher Rücksichtslosigkeit und grenzenlosem Egoismus paart. Wie soll man angesichts solcher Situationen vor allem Heranwachsenden Vertrauen in politische Verantwortliche vermitteln, wenn diese es mit aller Kraft darauf anlegen, dass man ihnen nicht vertrauen kann. Natürlich mag ein bisschen Glanz und Glamour um eine Person was ganz Faszinierendes sein, rückt aber die Person ausschließlich an die Stelle der Sachthemen, dann war es das.
Nix mit Thron - Krippe und Kreuz!
Die Kirche feiert heute das Fest Christus König. Wenn wir uns diesem Fest mit unseren weltlichen Vorstellungen und Maßstäben von einem Königtum, von einer Herrschaft annähern, muss unser Verstehen und Meditieren scheitern. Das Christkönigsfest ist vielmehr das genaue Gegenteil von dem, was wir uns unter Herrschaft üblicherweise vorstellen. Und das macht es ziemlich provokant. Das Christkönigsfest ist herausfordernd, weil es uns etwa fragen lässt, welche weltlichen Ausdrucksformen wir unserer Christusbeziehung geben. Schaffen wir es, unseren Glauben so zu leben, dass das Herrschaftliche der Allmacht Gottes wohl zum Schwingen kommt, aber trotzdem in unserem Glaubensleben die Atmosphäre einer Krippe und eines Kreuzes gewahrt bleibt? Schauen wir uns auch in der Kirche um, entdecken wir nur zu oft, wie das in manchem Pomp und mancher kirchlicher Selbstdarstellung so richtig schief geht.
Aber gucken wir näher hin. Das Christkönigsfest ist ein Ideenfest. Es zelebriert einen Gedanken, eine Wahrheit unseres Glaubens, kein Heilsereignis wie etwa Weihnachten oder Ostern. Es wurde von Papst Pius XI. im Jahr 1925 zum 1600. Gedenktag einer ökumenischen Versammlung der Kirche, des Konzils von Nizäa, eingerichtet - so der äußere Anlass. Zugleich bot dieses Fest aber wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg auch die Möglichkeit, die Bedeutung des Untergangs verschiedener europäischer Monarchien und die Bedeutung der weiter bestehenden Herrschaftshäuser vor einem christlichen Hintergrund zu reflektieren. Neben einem frommen Hintergrund lässt sich also auch ein ganz realpolitischer Charakter dieses Festes ausmachen.
Zu diesem Fest hörten wir die matthäische Erzählung vom Weltgericht. Maßstab dieses Gerichts ist das Handeln für das Wohl des Nächsten. Die Idee von der Solidarität mit dem Menschen in Not zieht sich ja durch die ganze biblische Tradition. Wer in Not ist, kann einem Frommen nicht egal sein, denn “wer den Armen verspottet, schmäht dessen Schöpfer“ (Spr 17,5a). Die neutestamentliche Botschaft geht nun aber gegenüber dem Alten Testament noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sie ruft nicht nur auf zu Solidarität mit dem armen Menschen um dessentwillen, es geht nicht nur einfach um den Nächsten wegen dessen Person - die neutestamentliche Botschaft ruft auf zu Solidarität mit dem Armen um Christi willen. Weil der Gottesssohn Solidarität mit uns Menschen über jegliche Grenzen hinaus gelebt hat und sogar sein Leben gegeben hat, sollen wir auch Anteil haben an dieser Art von Solidarität, die eben wesentlich mehr ist, als einfach nur gut und nett zu sein.
Paulus schreibt an seine Gemeinde in Korinth, so hörten wir: "Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden." Und lässt uns damit wissen: Wir alle, die wir auf Christi Tod getauft sind, leben auch mit ihm. So geht göttliche Solidarität. Die Konsequenz ist aber, dass wir in unserem Leben, in unserem Wirken von dieser Solidarität ein Zeugnis geben sollen. Wir sollen Solidarität - Nächstenliebe - um Christi willen praktizieren. Und so eine Nächstenliebe um Christi willen fragt zuerst nach dem Anderen und erst dann nach der eigenen Person. Wenn das nicht wahrhaftig eine Herausforderung ist.
Der Christkönigssonntag ruft uns nicht nur zur Nächstenliebe, die den Anderen allem voran stellt, er ruft uns auch zu einer Machtausübung, die immer zuerst den Anderen und seine Bedürfnisse im Blick hat. Eine Steigerung aller Herausforderungen. Und dabei ist wichtig: Macht meint nicht nur politische oder wirtschaftliche Macht. Macht haben wir immer dann, wenn wir für Andere eine Verantwortung übernommen haben - sei es in der Familie, am Arbeitsplatz, ja sogar in Freundeskreisen. Stets, so die Botschaft des Christkönigssonntags, sollen wir uns so verhalten, dass der, der arm, klein, erniedrigt, schutz- und machtlos ist, ermächtig wird, ganz und gar zu seiner Geschöpflichkeit zu finden kann, Sohn oder Tochter Gottes sein kann. - Denn alles, was wir zum Aufbau eines Anderen tun, das, so das heutige Evangelium, tun wir zum Gedeihen von Gottes endloser Liebe unter uns Menschen.
Wir sehen: Der Christkönigssonntag ist nicht einfach nur so der letzte Sonntag im Kirchenjahr, nach dem dann der Advent beginnt. Der Christkönigssonntag und seine Botschaft haben es in sich. Und diese Botschaft des heutigen Sonntags wird umso brisanter, je mehr wir als Christinnen und Christen feststellen müssen, wie eben in Macht- und Herrschaftssituationen nicht der Andere, sein Wohl und Heilwerden im Vordergrund stehen, sondern Kalkül und Eigeninteressen. Selbst in der Kirche. Selbst wenn dieser Christkönigssonntag kein Ereignis aus der Heilgeschichte feiert, sondern eine Idee, eine Glaubenswahrheit, so können wir doch feststellen, wie dringendst notwendig er ist.
Die gegenwärtigen äußeren Umstände schüren in uns den Pessimismus. Das Christkönigsfest lässt uns hoffen, weil Gott selbst unser Hirt und König sein will. Wir können in sein Reich eintreten, wenn wir konkret Nächstenliebe leben.
Was erhoffen wir uns? Was erhofften sich Menschen von Königen und Kaisern in früherer Zeit? Welche Erwartungen haben wir heute an die Mächtigen? Die Präsidentschaftswahlen in den USA haben das Nervenkostüm vieler angegriffen. Immer wieder kommt es zu Machtwechseln. Durch die Globalisierung nehmen auch immer mehr Menschen Anteil an solchen Ereignissen, da sie auch Auswirkungen auf die ganze Welt haben.
Was erhoffen wir uns heute? Am Beginn des zweiten Lockdowns in diesem Jahr ist es wichtig, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Viele Menschen haben sich vom ersten Lockdown im Frühjahr noch nicht erholt – finanziell, psychisch und sozial. Seit den ersten Novemberwochen, die durch den tragischen Terroranschlag in Wien zusätzlich überschattet wurden, macht sich bei nicht wenigen eine gewisse Resignation breit. „Das bringt ja alles nix.“ „Wo soll das noch enden?“ Solche Aussagen höre ich immer wieder. Aktuell hoffen wir, dass zumindest der Lockdown insoferne etwas bringt, als dass die Zahlen der Infizierten zurückgehen. Wo das alles enden wird, kann niemand sagen.
Nun dürfen wir seit einer Woche wieder keine gemeinsamen Gottesdienste feiern. Ist das nicht zum Verzweifeln? Solch pessimistische Strömungen sind nachvollziehbar – und trotzdem dürfen wir hoffen. Der offizielle Titel des heutigen Sonntags lautet „Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls”. Damit kommt zu Ausdruck, wer Jesus Christus für uns Christ/innen ist und wer er für alle Menschen, für den ganzen Kosmos sein will.
Wir stehen am Ende des Kirchenjahres und wissen heute nur, dass der Advent 2020 ganz anders sein wird. Im Advent versuchen wir uns Jahr für Jahr auf das Kommen dieses Königs vorzubereiten, der als armes Kind im Stall geboren wird. Mir ist der Gedanke gekommen, dass der heurige Advent aus spiritueller Sicht ein Geschenk sein kann. Ich kann mir Zeit nehmen, mich mit diesem König auseinanderzusetzen. Und schnell wird klar: das ist kein Mächtiger, der einfach dreinfährt und alles tanzt nach seiner Pfeife. Er ist ein ganz anderer König, einer, dessen Reich nicht von dieser Welt ist, einer, der ganz klein anfängt.
In der Lesung aus dem Ezechielbuch wird Gott als der gute Hirte beschrieben, der sich selber um seine Schafe kümmert. Dieser Hirte tut genau das, wonach wir uns heute besonders sehnen:
„Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen,
die vertriebenen zurückbringen,
die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen,
die fetten und starken behüten.
Ich will ihr Hirt sein
und für sie sorgen, wie es recht ist.“
Jede/r von uns kennt jemanden, der verloren gegangen ist, aufgrund der Pandemie oder anderer Lebenskrisen. Täglich sehen wir in den Nachrichten Fotos von den Vertriebenen – auch im Flüchtlingslager auf Lesbos ist es jetzt kalt. Viele Menschen sind verletzt, leiden unter der gegenwärtigen Situation. Manche haben das Gefühl, dass sie keine Kraft mehr haben, dass sie nicht mehr weiterkönnen. Gott sorgt für sie, wie es recht ist. Dazu bedient er sich uns Menschen.
In der Offenbarungsrede im Matthäus-Evangelium haben wir es heute klar und deutlich gehört, wir wissen, was zu tun ist, wenn auch wir einst in das Reich Gottes kommen wollen. Ich muss nicht die Welt retten, aber doch meinen persönlichen Beitrag leisten. Tätige Nächstenliebe ist für mich keine Option, sondern eine Bedingung. Gerade jetzt im Lockdown ist auch nicht so vieles physisch möglich. Lassen wir uns vom Geist Gottes ermutigen, werden wir kreativ: denken wir an Menschen, die wir schon längere Zeit nicht gesehen haben, melden wir uns bei ihnen, rufen wir an oder nehmen Kontakt über die sozialen Medien auf. Werden wir selbst zu Hoffnungsträger/innen für jene, die traurig und verzweifelt sind. Je mehr von uns das schaffen, desto heller wird es in unserer Welt!
Jesus ist ein König, der andere Maßstäbe setzt, als wir von Herrschern gewohnt sind. Ihm geht es um ein gutes Leben für alle, in dem die Grundbedürfnisse aller gestillt werden. Wir sind berufen, die Welt nach diesen anderen Maßstäben umzugestalten.
Da kommt einer und stellt alles auf den Kopf. Jesus ist ein König, der andere Maßstäbe als die gewohnten anlegt. Seine Herrlichkeit findet Ausdruck im Blick auf das Alltägliche, er nimmt die in den Blick, deren Leben permanent bedroht ist. Jesus, der Menschensohn ist ganz Mensch und stellt die Frage nach dem Leben, nach einem Leben für alle. Biblisch gesehen geht es um den bevorzugten Blick auf die Benachteiligten, die Armen. Mit ihnen identifiziert sich Jesus. Schaffen wir es als Gemeinde, als Christinnen und Christen, die Grundbedürfnisse für diese Menschen zu stillen? Das ist auch heute die entscheidende Frage, an der wir gemessen werden.
Da tauchen Bilder aus Moria auf, Menschen und Kinder in ihren Zelten ohne Boden, hungernd und frierend, die Zelte immer wieder unter Wasser, Obdachlose auf unseren Straßen und Plätzen, die uns ihre Hände entgegenstrecken und um eine Spende bitten, hungrig, Tausende, die täglich weltweit verhungern, weil wir es nicht schaffen, zu teilen, Menschen, die ihre Arbeit verlieren, die in Kurzarbeit große Gehaltsverluste hinnehmen müssen und nicht mehr über die Runden kommen, Arbeitslose, die mit sehr wenig auskommen müssen, Bezieher und Bezieherinnen von Mindestsicherung, wo das Geld bei steigenden Mieten und Lebenserhaltungskosten hinten und vorne nicht reicht.
Die Antworten der Bibel überraschen. Was wären eigentlich unsere Antworten darauf?
Kämen uns auch die Hungrigen, Durstigen, Obdachlosen, Ausgegrenzten in den Sinn?
Der König, der uns im Evangelium begegnet, ist anders. Er ist einer, der mit herkömmlichen Königstraditionen bricht, ein König, der eine frohe Botschaft für die Benachteiligten bringt. Er stellt nicht die Frage: Was hast du Großes geleistet, wieviel hast du gearbeitet? Hast du gut verdient? Wieviel liegt auf deinem Konto? Wie viele Immobilien hast du? Fährst du ein großes Auto? Hast du in deinem Leben Berühmtheit erlangt, warst du eine wichtige Person des öffentlichen Lebens? Nein, das alles ist Nebensache. Der biblische König ist im Kontrast zu den Königen seiner Zeit, die auf Kosten der Menschen Hofstaat gehalten haben, Kriege geführt und Leben vernichtet haben.
Diesen Königen des Todes setzt Jesus einen König des Lebens, Jahwe, gegenüber. Und er bringt prägnant auf den Punkt, worum es im Zusammenleben geht. In Gemeinschaft aufeinander schauen, dass alle leben können. „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben, ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben,“ ihr habt mich aufgenommen, getröstet, bekleidet und mich besucht, mich in der Arbeitslosigkeit aufgefangen.
Auf den Punkt gebracht geht es um die Sicherung der Grundbedürfnisse. In unserem Umfeld und auch weltweit. Das gilt es immer wieder in den Blick zu nehmen, uns berühren lassen und Hand anlegen, damit die Verhältnisse gerecht werden können. Dafür Sorge zu tragen obliegt aber nicht unserer Beliebigkeit. Von der Tora her gibt es die Verpflichtung dazu, die Mitmenschen und deren Sorgen und Nöte im Blick zu haben. Das macht uns Matthäus bewusst. Der und die Geringste wird als Maßstab für eine solidarische und gerechte Welt genommen. Zuwendung zum anderen wird zum Maßstab des Menschseins. An unseren Früchten werden wir erkannt. Die Frage: Wem werde ich zum Nächsten, entscheidet über unser Christ- und Christinsein. Ganz konkret: Wem hast du geholfen, damit ihr Leben besser sein wird?
Für viele im heutigen Evangelium scheint die Grundhaltung der Nächstenliebe ganz selbstverständlich, sie ist in Fleisch und Blut übergegangen. Das zeigt auch ihre Antwort: „Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, wann durstig?“ Wir wüssten nicht wann und wo. Aneinander zu handeln wird nicht zur großen, außergewöhnlichen Sache erhoben sondern Tora, Nächstenliebe wird getan, ganz konkret und alltäglich. Das braucht keine Veröffentlichung in sozialen Medien oder der Kirchenzeitung. Nein, Nächstenliebe, aneinander tätig werden, ist Alltagsgeschäft, muss einfach getan werden, weil wir als Menschen miteinander verbunden sind, verantwortlich füreinander, einander Nächste.
Unser Tun wird zur entscheidenden Sache, für uns und für die Anderen. Wer, wenn nicht wir, könnte man sagen, sind verantwortlich, dass das Reich Gottes anbrechen kann. Wer, wenn nicht wir, haben es in der Hand, Hand anzulegen, mit unseren Händen zu teilen, damit alle genug bekommen können, damit gutes Leben, Leben in Fülle für alle möglich werden kann. Wir müssen an der Seite derer stehen, die unter die Räder kommen, auch dort da sein, wo Menschen ihre Arbeit zu verlieren drohen.
Mitfühlen und Mitgehen zum Beispiel mit den ArbeitnehmerInnen von MAN, wo der Standort Steyr aus Gier der Eigentümer in ein Billiglohnland verlagert werden soll. Auch da sein, wo Menschen, die in Kurzarbeit sind, ihre Lebenshaltungskosten wegen der Lohneinbußen nicht mehr tragen können, vielleicht ganz praktisch auch mit finanzieller Unterstützung. Umverteilung konkret. Da sein bei ArbeitnehmerInnen, deren Arbeitsplätze in der Coronakrise weggestrichen wurden, gerade auch bei den hunderten entlassenen LeiharbeiterInnen, die in der Arbeitswelt so schon weniger im Blick sind, und auch bei den vielen, die im Handel ihre Arbeit verloren haben und die medial nicht vorkommen. Da sein mit den Arbeitslosen, bei denen, wo das Leben eng geworden ist.
Jesus will unsere Blicke bewusst auf die Benachteiligten lenken. Die wesentliche Aufgabe eines Königs im alten Israel war, Tora zu tun, also zu schauen, dass die Weisungen des Ewigen getan werden, Gerechtigkeit und Frieden stiften und Lebensmöglichkeiten für alle sichern. Dazu braucht es auch eine dementsprechende Struktur des Zusammenlebens. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt“, das zählt wirklich. Unser Leben soll ein Segen sein, gerade auch für die Geringsten.
Matthäus richtet uns mit seinem Text auf Verhältnisse aus, die wir sonst leicht übersehen, in unserem alltäglichen Leben ausblenden. Das normal Unsichtbare, Unscheinbare wird in den Blick gerückt. Die Bibel schreibt uns quasi eine To-do-list für unseren christlichen Alltag. Keine Frage: Wie oft hast du den Gottesdienst besucht, deine Sonntagspflicht erfüllt? Gottesdienst ist hier der Dienst am Nächsten. Unser Tun ist das Entscheidende, und auch unser Nicht-Tun. Jede und jeder wird gebraucht, damit wir in Verbundenheit miteinander leben können. In der Zuwendung zum Nächsten, zur Nächsten entscheidet sich unsere Menschlichkeit und zeigt sich letztlich das Gesicht unserer Gesellschaft.
Oben und unten werden biblisch immer wieder bewusst verkehrt und somit neu beschrieben. Das soll uns zum Nachdenken anregen, wie wir uns als Menschen zueinander in Beziehung setzen sollen. Als Menschen sind wir geschaffen, gegenseitig aufeinander angewiesen. Wir sind Hüter und Hüterinnen unserer Brüder und Schwester. So weit, so klar der Auftrag. Wir haben alle füreinander Sorge zu tragen. So bleibt die Frage, wie wir uns als Menschen zueinander verhalten sollen, immer eine wesentliche. Matthäus gibt uns dabei die bevorzugte Blickrichtung vor.
Es liegt an uns. Wo die Worte Jesu eingelöst werden, bricht messianische Zeit an, ist das Reich Gottes mitten unter uns und könnten die Worte der Apostelgeschichte Wirklichkeit werden, wo alle alles gemeinsam hatten: „Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt.“ (Apg 4,34)
© Mag. Fritz Käferböck-Stelzer, Leiter des Treffpunkts mensch&arbeit Nettingsdorf, Diözese Linz.
Der letzte Sonntag im Kirchenjahr erscheint zunächst belanglos. Wir feiern ihn als Fest von Christus als König. Auf dieses Ziel hin läuft nicht nur das Kirchenjahr sondern die ganze Heilsgeschichte hin. In seinem endgültigen Gericht wird die Welt zurechtgerückt.
Die Gerichtsrede des Matthäus knüpft an die Hirtenrede des Propheten Ezechiel an. Der Menschensohn wird sich beim Endgericht auf die Seite der Armen und Schwachen stellen, wie der Hirte die (schwachen) Schafe von den (starken) Böcken scheidet, die die schwachen Tiere zur Seite drängen und deren Weide zertrampeln.
Der Gerichtsrede bei Matthäus geht das Gleichnis vom anvertrauten Geld voraus. Dort wird der, der sich den Druck Geld zu vermehren entzieht ins Gefängnis geworfen. Jesus preist im Gerichtsgleichnis jene selig, die Gefangene besuchen. Er stellt sich auf die Seite der Schwachen. Die Opfer von Gewalt und Ausbeutung im Blick zu haben, ist für den Weltenrichter der entscheidende Punkt.
Vorzubereiten: Krone, Königsmantel, Hirtenstab, Stoff-Schaf, Banner; Minikerze.</br> Ein Ministrant steht in zivil vor dem Altar und wird zum Hirten/König verwandelt. Dazu werden ihm nach und nach Insignien verliehen, die mit kurzen Texten erklärt werden: jede Insignie steht für eine im Evangelium erwähnte gute Tat. Die Insignien sind: Umhang, Hirtenstab, Schaf, Banner und Krone.
Am letzten Sonntag des Kirchenjahres - am nächsten Sonntag beginnt ja schon der Advent und damit ein neues Kirchenjahr - huldigt die Kirche in besonderer Weise Jesus Christen als König. Das Fest wurde zwar erst 1925 von Papst Pius XI. eingeführt, dem Inhalt nach geht es aber auf sehr ursprüngliche biblische Theologie zurück. Jesus verkündete das Kommen des Reiches Gottes. Die Christen sahen in Jesus von Nazareth den verheißenen Messias-König. In der Not der Verfolgungen betonten sie immer wieder: Er ist unser Herr, unser König, unser Kyrios. Kyrios war ein gebräuchlicher Königstitel der Antike. Dies fand Niederschlag in der Liturgiefeier. Am Beginn jeder Messfeier rufen wir Christus als unseren Kyrios, als unseren König und Herren an.
Wir feiern Christkönig. Sein Königtum ist wunderbar alternativ. Keine Skandale, keine Verleumdungen, keine Hetzereien - nur Gnade und Barmherzigkeit, Sorge um die Schwachen des Reiches. Können wir das fassen?
Herr, Jesus Christus,
am Fest Christkönig dürfen wir uns bewusstwerden, dass du die Macht gehabt hättest, als König in diese Welt zu kommen. Doch du hast einen anderen Maßstab gesetzt, den der Liebe.
Wir verschließen aus Bequemlichkeit gerne unsere Augen vor der notleidenden Wirklichkeit der anderen.
Herr, erbarme dich.
Alles, was nicht in das Kleindenken unserer Gutenbürgerlichkeit passt, blenden wir gerne aus.
Christus, erbarme dich.
Damit wir ein gutes Leben führen können, vergessen wir oft, dass diese Welt auch für die Zukunft geschaffen wurde und verschwenden die Reichtümer dieser Erde, als ob es kein Morgen gäbe.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen, um dich um das Volk Gottes zu kümmern,
wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert.
Herr, erbarme dich.
Dir ist alles unterworfen,
du bist der von Gott eingesetzte Messias-König.
Christus, erbarme dich.
Du wirst wiederkommen in Herrlichkeit
und den Barmherzigen und Gerechten das Erbe des Reiches Gottes übergeben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du hast uns dein Reich versprochen.
Herr erbarme dich.
In jedem unserer Schwestern und Brüder können wir dich erkennen.
Christus erbarme dich.
Lass uns immer danach handeln.
Herr erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
gekommen mit Königswürde, uns ganz menschlich nahe.
Herr, erbarme dich.
Nicht als Richter bist du gekommen, sondern um uns aufzurichten.
Christus, erbarme dich.
Dein Heilsplan für uns ist ewiges Beisammensein mit dir.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus
Güte und Barmherzigkeit statt Unterdrückung und Ausbeutung.
Herr erbarme dich.
Umsicht und Vorsicht statt Wettkampf und Eifersucht.
Christus erbarme dich.
Heil und ewiges Leben statt Kurzlebigkeit und Banalität.
Herr erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser
er nehme von uns Schuld und Sünde
er mache uns umsichtig und aufmerksam
und lasse sein Reich unter uns wachsen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Gott,
in deinem Sohn Jesus Christus hast du uns den verkündeten Hirten gesendet.
Er ruft uns von allen Enden der Erde, ihm zu vertrauen und seiner Botschaft zu folgen,
indem wir die Bedürftigkeit unserer Mitmenschen sehen.
Schenke uns wache Sinne und den Willen zur Tat.
Da, wo wir selbst bedürftig sind,
stärke uns in Wort und Mahl,
damit wir seiner Botschaft folgen können.
Das erbitten wir durch ihn, unseren König und Herrn. – Amen.
Allmächtiger und barmherziger Gott
dein Sohn hat uns gezeigt wie Herrschaft unter Menschen geht,
die einen Vorgeschmack vom Reich Gottes verbreitet.
Lass uns nie müde werden,
uns nach den Schwachen und Armen umzuschauen
und sie zum Maßstab unseres Handeln zu machen.
So bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.- Amen.
Herr Jesus Christus,
König und Menschensohn, der wiederkommen wird, um das Reich Gottes zu vollenden.
Dich bitten wir:
Für alle, die Hungernden zu essen geben und sich für eine gerechte Verteilung der Lebensmittel einsetzen.
Für alle, die Durstigen zu trinken geben und an der Versorgung mit gesundem Trinkwasser mitarbeiten.
Für alle, die Heimatlosen und Vertriebenen eine neue Heimat geben.
Für alle, die Obdachlose versorgen und ihnen winterfeste Notunterkünfte zur Verfügung stellen.
Für alle, die Kranke und Einsame besuchen und ihre Leiden lindern.
Für alle, die politisch Verfolgten zu ihrem Recht verhelfen und auf Verletzungen der Menschenrechte aufmerksam machen.
Für alle, die geistig abnorme Rechtsbrecher betreuen und helfen, sie zu einem Leben in Würde zurückzuführen.
Du, Herr, stehst allen bei, die sich für das Kommen des Reiches Gottes einsetzen.
Dir vertrauen wir und auf deine Wiederkunft warten wir. – Amen.
Für Christen ist Christus der Anfang und das Ende, Alpha und Omega. Von ihm erlöst dürfen wir freudig auf das Vergangene zurückschauen und ihm für das kommende Kirchenjahr unsere Bitten anvertrauen:
Für eine Kirche, die zu deinem Reich gehört, indem sie sich deiner Botschaft gemäß für alle jene sorgt, die sich in ihren vielfältigen Nöten nicht mehr selbst helfen können.
Für Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in einer Welt, die oft meint, durch Gewalt und ausschließlich aus eigener Kraft Recht schaffen zu können.
Für alle Kranken, Obdachlosen, Verfolgten, Gefangenen, Verwirrten und Einsamen, die sich gehalten und geborgen fühlen wollen.
Für uns selbst um einen starken Glauben an dich als Zielpunkt allen christlichen Lebens.
Für unsere Verstorbenen, denn du, Christus, hast den Tod entmachtet und uns dein Reich verheißen.
Dir, Christus, unserem Bruder, Herrn und König, vertrauen wir uns an.
Wir loben und preisen dich jetzt und bis in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
heute am Christkönigsonntag hast Du uns erklärt, wie die Mitarbeit an Deinem Reich aussieht.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die nur noch an sich denken, die Profit, Macht und Wohlstand über alles stellen und zur Not ihre Seele verkaufen.
Für alle Menschen, die in unserer Gesellschaft am Rande leben oder bereits außerhalb stehen, die keine Kraft mehr haben für sich selbst einzustehen.
Für alle Menschen, die gerade in diesen Tagen Hass und Terror verbreiten und so tun, als handelten sie im Namen Gottes.
Für alle Menschen, die nicht müde werden, von deiner Liebe zu erzählen und danach zu handeln.
Für alle Menschen, die eine Zuflucht suchen, auf dem Weg dorthin sterben oder in fremden Ländern, auch bei uns, abgewiesen werden.
Für alle Menschen, die glauben, sich aussuchen zu können, wer ihr Nächster ist, und auch als Christen die Abschottung Europas und die Zurückweisung Geflüchteter für richtig und notwendig finden.
Für alle Menschen, die sich engagieren für Menschen in Not ohne zu sortieren, wer ein Recht darauf hat und wer nicht.
Für uns alle, die wir immer wieder neu lernen müssen, was Deine Botschaft an uns ist.
Guter Gott,
du weißt, wie sehr wir in Gefahr sind, zuerst auf uns zu schauen und dann erst auf die anderen. Im Widerstreit all der Gutachten und Meinungen rings um uns sind wir oft ratlos und wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Schenk uns den Mut, Gutes zu tun ohne Ansehen der Person, wo immer wir stehen. Steh uns bei durch Jesus Christus unseren Bruder und Herren. – Amen.
Der Anspruch des Königtums Christi stellt uns vor Herausforderungen, denen wir oft nicht gewachsen sind.
Daher bitten wir dich, guter Gott:
Für alle, die Verantwortung für andere tragen:
dass sie deren Möglichkeiten und Grenzen sehen, fordern können und fördern wollen.
Für jene, die sich an Macht berauschen:
dass sie erkennen, wie sie ohne die Sorge für Mensch und Umwelt nichts nützen und großen Schaden anrichten.
Für jene, die die Kirche als Anbruch des Reiches Gottes hier auf Erden gestalten:
dass sie Christus auf dem Thron des Kreuzes als Vorbild nie aus den Augen verlieren.
Für jene, die zaudern und zögerlich durchs Leben gehen:
dass sie lernen, nach dem Beispiel des Gottessohnes richtig zu entscheiden und zu handeln, wenn es darauf ankommt.
Für all jene, die den Raum irdischer Herrschaft verlassen und nach diesem Leben einen Ort in der Ewigkeit gefunden haben:
dass sie ihren Platz bei dir finden.
Gütiger Gott, dein Sohn ließ uns wissen, wie Reich Gottes geht.
Hilf uns, dass wir fähig werden, schon hier auf Erden Spuren dieses Reiches zu legen.
So bitten wir durch ihn, Christus unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr unser Gott,
wir bringen das Opfer deines Sohnes dar,
das die Menschheit mit dir versöhnt.
Er, der für uns gestorben ist,
schenke allen Völkern Einheit und Frieden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Gütiger Gott
wir haben den Altar bereitet mit den Gaben,
die du uns selbst geschenkt hast.
Erfülle uns nun mit deiner Gegenwart
und lass uns jene nicht vergessen,
denen es am Notwendigsten mangelt.
Das erbitten wir durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.
(GL 55,1)
Guter Gott,
wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken
und dir unseren Lobpreis zu singen.
Du bist der Hirte der Völker,
der sich um seine Schafe kümmert
und sie von allen Orten zurückholt, wohin sie sich zerstreut haben.
Kehrvers
Du hast uns deinen Sohn zum Bruder gemacht.
Er hat die große Trennung von dir aufgehoben,
die durch Adams Schuld in die Welt gekommen ist.
Kehrvers
Er hat sich den Armen und Schwachen zugewandt
und ihnen gegeben, was sie zum Leben brauchen.
Seine Jünger und Freunde hat er gelehrt,
ihn in den gering Geachteten gegenwärtig zu sehen
und ihnen Gutes zu tun.
Kehrvers
Er hat den Tod überwunden
und ist als Erster der Entschlafenen von den Toten erweckt worden.
Du hast ihn als König eingesetzt,
der die Schöpfung zur Vollendung führen wird.
Kehrvers
Darum loben und preisen wir dich
und singen wir mit dem ganzen Universum dein Lob.
Danklied, z.B.:
Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren (GL 392)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
Jesus stellte sich immer wieder unter das Wort des Vaters.
Er erlebte aber auch:
Mein Vater schenkt mir, was ich dafür gebrauche.
So dürfen wir nun hoffen und um das bitten, was wir brauchen:
Das Reich Christi wird ein Reich des Friedens sein.
Dann ist vollendet, was wir jetzt manchmal ahnen können.
Um uns darin zu stärken, bitten wir:
Herr, Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden. . .
Christus spricht:
Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,
empfangt das Reich als Erbe,
das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!
(Mt 25,34)
Oder:
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott,
sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit!
(1 Tim 1,17)
Oder:
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.
Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!
(Lk 19,38)
Wie die Sonnenstrahlen
so erwärmt sein Glanz
unsere erkalteten Herzen
Wie die Sonnenstrahlen
so erleuchtet sein Licht
unser zweifelndes Denken
Wie die Sonnenstrahlen
so belebt seine Kraft
unser verängstigtes Bemühen
Wie die Sonnenstahlen
so durchdringt seine Wärme
unsere dunklen Stunden
Der Sieger
über alle Tiefen
alle Ängste
alles Unverständnis
alle Dunkelheit
ist ER
Christus der König
Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Christkönigsonntag
Jesus,
du hast uns heute in Wort und Speisung für eine neue Woche gestärkt.
Nun sendest du uns aus, dein Königreich der Liebe, der Verzeihung und der Barmherzigkeit in dieser Welt zu verkünden und zu leben.
Begleite uns auf dem Weg in den Alltag
und schenke uns die Kraft, deinem Auftrag zu folgen.
Der du mit dem Vater und dem Hl. Geist lebst in Ewigkeit. – Amen.
Gott, unser Vater
wir haben das Wort vom Heil gehört
und das Brot des Lebens geteilt.
Lass uns so gestärkt nun hinausgehen
und in der Welt Zeugnis geben
von der Herrschaft deiner Barmherzigkeit unter den Menschen.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Wir danken dir, Christus König,
dass du das letzte Wort hast,
das entscheidende Urteil verkündest
und uns alle richtest.
Vor deinem Gericht fürchten wir uns.
Unsere Verteidigungsversuche, Ausflüchte und Schutzbehauptungen
lässt du nicht gelten.
Schenke uns liebevolle Blicke
für deine kleinsten und geringsten Brüder und Schwestern
und lass sie bei uns Heimat und Freundschaft finden.
Wir gehen in eine neue Woche
(und freuen uns auf den 1. Advent).
Um dein Kommen bitten wir dich.
In Christus, unserem Herrn.
Das Christkönigsfest, ein Ideenfest, wurde in der römisch-katholischen Kirche anlässlich des Heiligen Jahres 1925 zur 1600-Jahr-Feier des Konzils von Nicäa 325 von Papst Pius XI. mit seiner Enzyklika Quas primas vom 11. Dezember 1925 eingesetzt, wenige Jahre nach dem Untergang von König- und Kaiserreichen mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, etwa in Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland. Das Fest wurde erstmals am 31. Dezember 1925 gefeiert und dann jeweils am letzten Sonntag im Oktober. Im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Fest 1970 auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres Ende November verlegt. Zugleich wurde in den liturgischen Texten die Königsherrschaft Christi stärker unter dem eschatologischen Aspekt betont.
Ganzer Eintrag:
https://de.wikipedia.org/wiki/Christk%C3%B6nigsfest
Wikipedia am 2023-11-20.
Heute feiern wir Christus als König. Im Evangelium kommt jedoch ein völlig anderer Christus zu uns: in den Menschen, die nichts haben, kein Geld, keine Gesundheit, kein Heim, keine Freiheit; die, die ganz am Rand stehen oder längst über den Rand hinuntergefallen sind. Das kann ganz schön eine Zumutung sein. Hier steht nämlich nichts davon, dass es nur um politisch Verfolgte oder Kriegsflüchtlinge geht, wie wir uns das gerne schönreden. Da steht auch nichts davon, ob der Gefängnisaufenthalt ungerecht ist, die Armut selbst verschuldet oder was auch immer. Es steht einfach da: die Hungernden, die Dürstenden, die Frierenden, die Fremden, die Kranken und die im Gefängnis. Ohne irgendeine moralische Einordnung. Und dann wissen wir durchaus, wer gemeint ist: auch die, die ohne Asylgrund zu uns kommen, einfach, weil sie keine Alternative haben. Auch die, die Drogen nehmend auf der Straße leben. Auch die, die uns unheimlich sind, die, von denen wir glauben, sie seien selbst an ihrem Elend schuld.
Ihnen müssen wir beistehen, ihnen müssen wir helfen, das ist das, was Christus von uns verlangt. In ihnen begegnen wir dem Herrn, dem König, den wir heute feiern. In den Geringsten unserer Schwestern und Brüder begegnet er uns. Und doch ist er zweifellos der König des Weltengerichts.
Wir feiern also einen König, indem wir denen, die wir eigentlich am liebsten gar nicht beachten würden, beistehen. Hier bei uns z.B. der ukrainischen Familie, die nicht weiß, wie es weitergehen kann; der nigerianischen Christin, die keinen Asylgrund hat und dennoch keine Perspektive in ihrem Land; dem jungen Mann auf der Straße, der Drogen nimmt und auch verkauft und in unseren Augen sein Leben wegwirft. Der Frau, die wegen wiederholten Schwarzfahrens ins Gefängnis kommt. Aber auch denen, die versuchen, übers Mittelmeer zu uns zu kommen aus welchen Gründen auch immer. Indem wir die Seenotrettung unterstützen, indem wir versuchen, die Stimmung in unserem Land zu drehen dahin anzuerkennen, dass auch sie Menschen mit dem Recht auf ein menschenwürdiges Leben sind.
Wir kennen den Auftrag. Und der heißt nicht vorrangig Sonntagspflicht, häufige Teilnahme an den Sakramenten, er heißt auch nicht in möglichst vielen Gremien zu sitzen, Feste zu veranstalten. Sondern ganz einfach: Steht den geringsten meiner Brüder und Schwestern bei. Der Christkönigtag rückt also die Perspektive zurecht, darauf, was wirklich wichtig ist. Mitarbeit am Reich Gottes heißt, für die da sein, für die sonst keiner da ist.
Edith Furtmann 2023.
Du,
der du ein König bist,
hast dich so klein gemacht,
um als Mensch
unter Menschen zu leben.
Du,
der du der Größte bist,
hast dich so arm gemacht,
um im Stall
geboren zu werden.
Du,
der du der Mächtigste bist,
hast dich am Kreuz
menschlicher Gewalt
unterworfen.
Du, der du ein König bist,
bist zu mir gekommen,
klein und bescheiden
im Brot.
Deine Demut, Herr,
ist es,
die wir lernen müssen.
Ilse Pauls
Oh komm
du König aller Königreiche
gerufen vom Volk
gerufen
um der Herrschaft der Herrschenden
endlich ein Ende zu setzen
schlag doch dazwischen
damit die Unterdrücker
endlich Druck bekommen
hau doch zu
mach ihrer Macht endlich ein Ende
Mein Königtum ist nicht von dieser Welt
sagst du
dein Königreich hast du gelebt
selig seid ihr
wenn ihr meine Umkehrung
versteht
selig sei ihr
wenn ihr erkennt
dass ich ein König des Dienens bin
dass meine Königswürde
darin besteht
dass ich mich kleinmachen kann
so klein und angreifbar
dass ihr mich zu Tode quälen könnt
aber so groß
dass ich nicht nach „meinen Leuten“
rufe
es wäre mir ein Leichtes
so groß
dass ich mich in den Willen
meines Vaters
ergeben kann
meine Königswürde ist die:
euch nachzugehen
euch
laut zu rufen
oder
es euch
zuzuflüstern
euch zu erreichen
ob laut oder leise
dass es in eure Herzen dringe
damit mein Königreich
der Liebe
der Menschenwürde
der Vergebung
endlich anbrechen kann
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
du bist nicht der Märchenprinz
stehend auf einem Sockel
umschwärmt
weil weltlicher Glanz
und weltliche Macht
dich umgibt
ein Glanz
der unsere eigene Begehrlichkeit
nach Glanz
zumindest für kurze Zeit
erfüllen soll
NEIN
du bist
CHRISTKÖNIG
und
deine Königswürde
gilt dem Blick in eine andere Welt
eine Welt
der Berührbarkeit
des sich Berühren-lassens
und
der An-rührung
des Wahrnehmens
und
Handelns
an deinem Volk
aus
Bettlern und Lahmen
aus
Kranken und Aussätzigen
aus
Suchenden und Gescheiterten
und
so wirst du der
CHRISTKÖNIG
der Ersehnte
für alle
die sich vom Funken
deiner liebenden
und
heilbringenden Nähe
berühren lassen
damit ihnen die Hoffnung
nicht ausgeht
und
DU sendest uns
diesen Funken weiterzutragen
damit dein Königreich
Bestand hat
für alle Zeit
Beatrix Senft 2022.
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,
der bedeutendste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht,
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.
Meister Eckhart
Die ersten Christen hatten es nicht leicht: Verfolgungen machten ihnen das Leben schwer. Gleichzeitig sollte die Einheit im Glauben erhalten bleiben, und das Glaubensbekenntnis musste wiederum durchdacht sein, um sich Fragen der heidnischen Umgebung zu stellen.
Intensiv rang man nach den Zeiten der Christenverfolgung um theologische Fragen: Was war denn nun der Mann aus Nazareth? War er Mensch? War er Gott? War er ein Zwischenwesen? Synoden und Konzilien beschäftigten sich damit.
Mit Vertretern der unterlegenen Ansicht wurde nicht zimperlich umgegangen - Exkommunikationen und Verbannungen waren die Strafen. An einen der heftigsten Streitigkeiten der jungen Kirche erinnert das Christkönigsfest, das die katholische Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiert.
Das Konzil von Nizäa hatte im Jahr 325 die Gottheit Christi gegenüber der Lehre des Arius definiert. Dieser hatte um 320 die Ansicht verbreitet, Jesus Christus sei seinem göttlichen Vater nur untergeordnet und keineswegs wahrer Gott. Vielmehr sei er Gottes erstes und vollkommenstes Geschöpf, durch dessen Vermittlung die Welt vom Vater geschaffen wurde.
Arius sah den Sohn auf der Seite der anderen Kreaturen. Dies entsprach dem damaligen griechisch geprägten Denken, das sich einen stufenweisen Ab- und Aufstieg der Wesen von Gott her bzw. zu Gott hin vorstellen konnte, wie es etwa die griechischen Sagen beschreiben. Dies aber widersprach dem Glauben der Kirche.
Schärfster Gegner des "Irrlehrers" Arius war der heilige Athanasius, der spätere Bischof von Alexandrien. Er argumentierte so: Wenn Jesus nur ein zwar edles und hoch erhabenes Geschöpf war, dann habe er die Menschen nicht von der Macht der Sünde und des Todes befreien können. Dazu habe es Gottes selbst bedurft.
Das Konzil von Nizäa bekannte daher den Glauben an die Gottheit Jesu. Dieses Bekenntnis findet sich im so genannten Großen Glaubensbekenntnis, das alle Kirchen des Ostens und Westens miteinander verbindet und von Zeit zu Zeit in den Gottesdiensten gesprochen wird.
Darin heißt es: "Wir glauben an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater."
Diese theologische Ansicht will verdeutlichen, dass sich in Jesus von Nazareth Gott geoffenbart hat; oder anders gesagt: In Jesus erkennen die Menschen, wie Gott ist. Negativ machte sich dieser theologische Streit im Lauf der Geschichte dadurch bemerkbar, dass die Gottheit Jesu überbetont und die Menschheit Jesu stark zurückgedrängt wurde.
Der Arianismus hielt sich noch über mehrere Jahrhunderte bei verschiedenen Germanenstämmen - so ist etwa die bekannte Wulfila-Bibel der Westgoten vom arianischen Bischof Wulfila übersetzt worden. Erst durch Kaiser Karl dem Großen gab es die klare Wendung zum Katholizismus.
Mit dem Christkönigsfest endet das katholische Kirchenjahr. Es lenkt den Blick auf Jesus Christus, von dem die Christen glauben, dass er am Ende der Zeit als König wiederkommen wird und zu dem sich die Kirche unterwegs sieht.
Seit 1969 wird dieses Fest am Sonntag vor dem 1. Advent begangen; zuvor wurde es am letzten Oktobersonntag gefeiert. Papst Pius XI. führte das Christkönigsfest im Jahr 1925 ein in Erinnerung an das Konzil von Nizäa, das 1.600 Jahre zuvor (325) tagte.
Norbert Göckener, November 2002.
Am Samstag, den 21. Februar 2026 feierten wir das 30-jährige Bestehen des Predigtforums.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Das Bild des Hirten, der über seine Herde wacht, ist nicht neu, aber immer eindrucksvoll. Jeremia verglich oft die Könige mit Hirten. Übten nicht Saul und David den Beruf des Hirten aus, ehe sie zu Königen Israels wurden? Jene, die Ezechiel als schlechte, gewissenlose Hirten schildert (Ez 34,2-10), sind ihre letzten Nachfolger in Juda. Ihr Eigennutz, ihre Verbrechen und Morde haben die Herde zerstreut. Aber auf dieses dunkle Bild folgt die Heilsverheißung: die Schafe werden wieder gesammelt, Israel wird wieder hergestellt.
Wie der Psalmist verheißt (Ps 23), wacht Gott persönlich über jedes seiner Schafe, über das verirrte, verwundete, schwache - und auch über das fette, da es ja nur dann gesund bleiben kann, wenn es geschützt wird vor den Gefahren des Weges, der Raubtiere und der Unwetter. Diese Weissagung voll Hoffnung und Liebe verwendet Jesus zu seiner Parabel vom verlorenen Schaf und zur Allegorie vom guten Hirten.
Im Abschnitt unserer Lesung ist es Jahwe selbst, der seine Schafe aus der Zerstreuung zusammenführt, sie auf gute Weide im Bergland Israels führt und für Recht unter ihnen sorgt. Es wird ein Bild von Jahwe gezeichnet, das ihn selbst als aktiv zeigt, wenn es darauf ankommt. Er ist ein Gott, der sich für sein Volk im Exil einsetzt und dafür Sorge trägt, dass es Heimat findet.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive