Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Paulus kam nach Ephesus hinab.
Er stieß dort auf einige Jünger
und fragte sie:
Habt ihr den Heiligen Geist empfangen,
als ihr gläubig wurdet?
Sie antworteten ihm:
Wir haben noch nicht einmal gehört,
dass es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er:
Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden?
Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes.
Paulus sagte:
Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft
und das Volk gelehrt,
sie sollten an den glauben, der nach ihm komme:
an Jesus.
Als sie das hörten,
ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf
und der Heilige Geist kam auf sie herab.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Joel.
So spricht Gott, der Herr:
Es wird Folgendes geschehen:
Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch.
Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein,
eure Alten werden Träume haben
und eure jungen Männer haben Visionen.
Auch über Knechte und Mägde
werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen.
Ich werde wunderbare Zeichen wirken
am Himmel und auf der Erde:
Blut und Feuer und Rauchsäulen.
Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln
und der Mond in Blut,
ehe der Tag des HERRN kommt,
der große und schreckliche Tag.
Und es wird geschehen:
Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet.
Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung,
wie der HERR gesagt hat,
und wen der HERR ruft,
der wird entrinnen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Herr, deinen Namen will ich loben auf immer und ewig. – Kv
Oder: Kv Halleluja. – Kv
GL 616,3
Jeden Tag will ich dich preisen *
und deinen Namen loben auf immer und ewig.
Groß ist der Herr und hoch zu loben, *
unerforschlich ist seine Größe. – (Kv)
Geschlecht um Geschlecht rühme deine Werke, *
deine machtvollen Taten sollen sie künden.
Den herrlichen Glanz deiner Hoheit *
und deine Wundertaten will ich besingen. – (Kv)
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke, *
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, *
von deiner Macht sollen sie sprechen. – (Kv)
Aller Augen warten auf dich *
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Du tust deine Hand auf *
und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen.
Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst.
Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden.
Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.
Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit.
Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17).
Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.
Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt.
Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).
Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt,
nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt,
wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Denn darin besteht das Gericht:
Das Licht kam in die Welt,
doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut,
hasst das Licht
und kommt nicht zum Licht,
damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut,
kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium greift auf das Gerichtsmotiv, das auch bei Joel 3,1-5 anzutreffen ist, zurück, bricht es aber. Den zeitlichen Rahmen, den Gerichtsworte haben, finden wir bei Johannes nicht mehr. Im Glauben oder Unglauben entscheidet sich, wer gerettet ist oder nicht. Von einer "Verinnerlichung" darf gleichwohl nicht gesprochen werden, weil Glaube oder Unglaube nicht als innere Vorgänge verstanden werden können, sondern das ganze Leben ausdrücken. Für den Evangelisten ist es ein "sich selbst richten", wenn ein Mensch nicht glaubt. Die Grenzen - oder Entscheidungen - sind klar: Wer nicht zum Licht kommt, liebt die Finsternis.
Die schroffe Gegenüberstellung - Glaube/Unglaube, Licht/Finsternis - fällt zwar auf, steht aber von Anfang an unter einer Zusage: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Gefragt wurde: was ist mit "Welt" gemeint? Unsere bewohnte und bewohnbare Welt? Der ganze Kosmos? Die „böse“ Welt, die auch bei uns nicht besser geworden ist? Letztlich bleibt die „Welt“ bei Johannes offen, trotz der Tendenz, die Welt als die von Gott abgefallene wahrzunehmen. Der Evangelist bezeugt schon am Anfang, dass das "Wort" "Fleisch" wurde, nicht Geist, auch nicht das "Gute". Auf dem Hintergrund alttestamentlicher Bilder ist das "Fleisch" vergänglich.
Während Johannes im Fortgang seines Evangeliums den Tod Jesu als Verherrlichung verkündet, stellt er am Anfang die Wurzel in der Menschlichkeit dar. Was Gott bewegt, seinen Sohn für diese Welt hinzugeben, ist Liebe. Diese Aussage ist so ungeheuerlich wie unglaublich. Mit Joel im Ohr, wird Gottes Gericht in der Liebe sichtbar, die er schenkt, die ihm aber nicht erwidert wird.
Warum dieses Evangelium zu Pfingsten? Weil es um den Glauben geht, den Menschen sich nicht selbst geben können. Mitzuhören ist Joh. 3,1-15, das Gespräch Jesu mit Nikodemus. "Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist." - Sehr praktisch ist die Konsequenz: die "Wahrheit tun".
Jesus hat über seinen Jüngern den Heiligen Geist ausgegossen. Er ist Geschenk, Gabe Gottes. Er gibt uns die Kraft und die Möglichkeit das von Jesus versprochene "Leben in Fülle" mitzugestalten und aufzubauen.
Im Jahr 2025 schauen wir in Mitteleuropa auf 80 Jahre Frieden zurück. Es leben nur mehr wenige, die die Schrecken des Zweiten Weltkrieges selbst erlebt haben. Österreich feiert in diesem Jahr auch 70 Jahre Staatsvertrag: 70 Jahre Freiheit von der Bevormundung durch fremde Mächte. Nur noch wenige Menschen erinnern sich an den Staatsterror der Nazis. Älteren ist die Unfreiheit unter kommunistischer Herrschaft in einigen Nachbarländern noch in lebendiger Erinnerung.
Auf den Krieg und den Fall des Eisernen Vorhanges folgte eine Zeit des mühsamen Wiederaufbaus, bald aber des Aufschwungs und des Wohlstandes. Ein "Leben in Fülle" nicht nur hinsichtlich der Versorgung mit Lebensmitteln, gegenwärtig können wir auch unter so vielen Möglichkeiten der Lebensgestaltung wählen wie noch nie. Die ganze Welt steht uns offen, wenn wir geschickt mit unseren Möglichkeiten umgehen und unsere Chancen nützen.
Diese positive Entwicklung der Vielfalt hat auch Schattenseiten, die es nicht zu übersehen gilt: das Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich und Superreich, neue nationale und soziale Spannungen, das Aufkommen von Spaltungen in der Gesellschaft, ein weltweiter Wettlauf um die Sicherung von Rohstoffen und Wasserressourcen. Im Schatten unseres Wohlstandes und Fortschritts entwickelten sich auch neue Formen und Netzwerke der Kriminalität. Auch diese haben sich internationalisiert und globalisiert.
Zur Bewältigung der Vielfalt braucht es Kontrolle: Kontrolle der Macht, Kontrolle des Ressourcenverbrauchs, der Finanzflüsse, der Informationsflüsse, Datenschutz und noch einiges mehr. Auf der politischen Ebene erleben wir gegenwärtig ein Ringen um Reformen der altbewährten Kontrolleinrichtungen sowie den Aufbau wirksamer neuer Kontrollmechanismen.
Im Evangelium verheißt uns auch Jesus ein Leben in Fülle: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10). Seine Frohe Botschaft will uns zu einem erfüllten Leben führen. Gott will, dass es uns gut geht. Er will, dass es allen seinen Geschöpfen gut geht. Jesus verkündete diese Botschaft in einer Umgebung, in der es der Mehrzahl der Menschen schlecht ging. Er war kritisch gegenüber jenen, die es sich auf Kosten anderer gut gehen ließen. Was bringt in dieser Situation seine Botschaft? Und was bringt sie uns heute noch?
Im Evangelienabschnitt, den wir heute gehört haben, lehnt Jesus ab, sich als Richter aufzuspielen. Er sei gekommen, um die Welt zu retten. Sein Rettungsweg besteht nicht in neuen Vorschriften und Eingriffen in unser Leben. Er tritt nicht als der starke Mann auf und er errichtet nicht eine Gottesherrschaft, wie viele von ihm erwartet hätten. Er geht einen ganz anderen Weg: Er traut uns zu, dass wir selbst fähig werden, Gutes vom Bösen zu unterscheiden, bleibend Gutes zu schaffen und so aus dem Schatten zum Licht kommen. Dazu gibt er uns seinen Heiligen Geist. Wer immer sich diesem Heiligen Geist öffnet, findet das, was für ihn, für sie und für uns alle gut und hilfreich ist. Er befähigt uns, die positiven Chancen zu nützen und so zu einem erfüllten Leben zu gelangen.
Wie gut wir es haben können, erleben wir gerade in unserer Zeit. Wir spüren jedoch auch, wie sehr unser Wohlstand und unsere Freiheit gefährdet sind. Die Überfülle der Lebensmöglichkeiten hat uns in den letzten Jahren in eine Reihe von Krisen hineingeführt. Krisen sind Zeiten des Unterscheidens und des richtigen Entscheidens. Krisen fordern unseren kritischen Verstand heraus, den richtigen Weg aus einer Sackgasse zu finden.
Die christliche Tradition spricht in diesem Zusammenhang von der "Unterscheidung der Geister". Der Heilige Geist, der uns von Jesus gegeben ist, befähigt uns, die kritische Auseinandersetzung mit den Lebensmöglichkeiten und Lebensformen, wie sie Jesus zu seiner Zeit geführt hat, in unserer Zeit fortzusetzen und so unseren Teil zu einem "Leben in Fülle" für alle beizutragen. Wir erleben in der Gegenwart auch, welches Potenzial im menschlichen Geist steckt, wieviel Erfindungsgeist, Innovation. Auch diese Kräfte sind Gaben Gottes, theologisch ausgedrückt "Gnadengaben". "Löscht den Geist nicht aus!", ruft uns der Apostel Paulus zu. Der Kampf gegen Egoismen, Vermessenheiten und Dummheit ist nicht zuletzt in unsere Hände gelegt. Dabei sind wir nicht allein. Jesus hat uns zugesagt, dass er bei uns ist bis an die Grenzen der Erde und bis zum Ende der Welt.
Das Pfingstereignis befähigt uns, das Leben unter der Führung des Heiligen Geistes frei, gerecht und weise zu entfalten und angstfrei zu gestalten.
In der „guten alten Zeit“ vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil konnte man von Zeit zu Zeit noch eine Höllenpredigt hören. Mit der Androhung der Höllenstrafe für alle, die ohne Beichte in einer schweren Sünde sterben, wollte man die Menschen zur Umkehr und Beichte bewegen. Für heutige Ohren ist kaum zu glauben, was damals alles als schwere Sünde galt.
Als Kind erlebte ich noch, dass manche Erwachsene die Angst vor der Hölle als Erziehungsmittel einsetzten. Sie waren rasch mit der Drohung in die Hölle zu kommen bei der Hand, wenn man dies oder jenes tat. Den Abschnitt aus dem Johannesevangelium, den wir eben gehört haben, hatten sie offenbar ausgeblendet:
„Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.“
(Joh 3,17-18).
Jesus hat in seiner Predigt vom Reich Gottes nicht Angst vor dem gerechten und strafenden Gott geschürt, sondern Gott als liebenden und warmherzigen Vater vorgestellt, der ihn in die Welt gesandt hat, damit er sie rette.
Dieses positive Gottesbild Jesu birgt jedoch auch eine Gefahr in sich: Gott wird von vielen Menschen nicht mehr ernst genommen. Sie fühlen sich nicht mehr gefordert, ihr Leben auch nach den Regeln des Reiches Gottes, das Jesus gepredigt hat, auszurichten. Viele unterschieden in ihrem Verhalten heute nicht mehr zwischen gut und böse, sondern richten sich vor allem danach, was ihnen einen Vorteil bringt, Geld, Macht, Reichtum oder was Spaß macht.
Vor diesem Hintergrund ist für mich interessant, dass viele Menschen sich zwar von religiösen Angstmachern befreit haben, dafür aber neuen Angstmachern Glauben schenken: Verschwörungstheoretikern, Katastrophenpredigern und anderen mehr.
Im vorigen Jahrhundert hat sich der amerikanische Psychologe Lawrence Kohlberg vor allem mit der moralischen Entwicklung der Heranwachsenden beschäftigt und die viel beachtete Theorie aufgestellt, dass jeder Mensch bis zum Erwachsensein sechs moralische Wachstumsstufen durchmacht. Erst dann verfügt er über eine entsprechende Reife des Urteilens und Handelns. Erst dann sei er fähig, selbst zu entscheiden, was für ihn und für die Mitmenschen gut und richtig ist.
Ein Kind tut aus Furcht und Angst vor Strafe oder Liebesentzug, was seine Eltern von ihm verlangen, formulierte er als die erste und unterste Stufe. Manche Menschen bleiben in Teilbereichen ihres Lebens auf dieser kindlichen Entwicklungsstufe hängen und werden so leicht zu Opfern von Angstpredigern, die ihre Anhänger mit ihren Theorien zu manipulieren und kontrollieren suchen.
Jesus weigert sich, den Menschen Angst zu machen. Dazu ließen sich mehrere Bibeltexte anführen. Er will, dass wir freie und lebensfrohe Persönlichkeiten werden. Zu einer reifen Persönlichkeit gehört aber auch, dass sie gefährliche Situationen und Entwicklungen erkennt und ernst nimmt.
Zu Pfingsten feiern wir, dass Jesus uns seinen heiligen Geist als Erzieher, Führer und Begleiter gesandt hat. Dieser befähigt uns, dass wir erkennen, war für uns und unsere Mitmenschen gut und richtig ist. Das setzt allerdings voraus, dass wir ihn auch zu Rate ziehen und in unser Leben hereinlassen. Manche Menschen sind „beratungsresistent“. Sie wissen alles besser und lassen sich von niemand etwas sagen. Das Johannesevangelium beschreibt sie als Menschen, die die Finsternis mehr lieben als das Licht. Sie glauben, gescheiter als alle anderen zu sein und manche bilden sich ein über Geheimwissen zu verfügen.
Jesus hat vor 2000 Jahren nicht auf Fragen geantwortet, die sich Menschen erst viel später gestellt haben. Wenn er es gekonnt hätte, hätte er es vermutlich trotzdem nicht getan, da seine Zuhörer die Fragen nicht verstanden hätten. Es lohnt sich aber, sich in das zu vertiefen, was er damals gesagt, getan und vorgelebt hat, denn er hat sich selbst vom Heiligen Geist Gottes führen und leiten lassen. (Auch dazu könnte man eine Reihe von biblischen Texten anführen.)
Von Jesus können wir lernen, was es heißt, aus dem Geist Gottes zu leben. Das ist der tiefere Grund, warum wir in unseren Gottesdiensten biblische Texte lesen und immer besser zu verstehen suchen, was der Geist Gottes uns damit sagen will. Der Heilige Geist befähigt uns, für unser Leben selbst Verantwortung zu übernehmen und es weise und gut zu gestalten.
Die Hinführung zur Erstkommunion prägt oft das spätere religiöse Leben. Vielen Menschen fällt es aber schwer, auch im Glauben erwachsen zu werden. Die Freiheit der Kinder Gottes beinhaltet aber auch, dass wir Verantwortung für unser Leben übernehmen. Der Heilige erinnert uns immer neu daran: Wir sind Gottes geliebte Kinder.
Lieder:
GL 165: Send uns deines Geistes Kraft
GL 341: Veni, creator Spiritus
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 343: Veni Sancte Spiritus
GL 344: Komm herab, o Heilger Geist
GL 345: Veni Sancte Spiritus
GL 346: Atme in uns, heiliger Geist
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist
GL 349: Komm, o Tröster, Heilger Geist
GL 350: Geist der Zuversicht, Quelle des Trostes (Kanon)
GL 351: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (2. und 5. Str.)
GL 389,3: Dass du mich einstimmen lässt (3. Str.)
GL 453: Bewahre und Gott, behüte uns Gott (4. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg (4. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen (3. Str.)
Kehrverse und Psalmen:
GL 645,3-4: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu - Mit Ps 104 - VII.
GL 645,5-6: Alle wurden erfüllt mit Heiligem Geist und kündeten Gottes große Taten - Mit Psalm 147 - V.
GL 646,1: Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, Halleluja, Halleluja
GL 654,1: Ihr seid der Tempel Gottes, in euch wohnt Gottes Geist
Die Zeit des Wartens auf den verheißenen Heiligen Geist zwischen Himmelfahrt und Pfingsten haben die Jünger Jesu um die Mutter Maria in ihrer Mitte im Gebet verbracht. In Erinnerung daran ist der Pfingstmontag der Gottesmutter als Fest "Maria Mutter der Kirche" gewidmet.
Um die Gottesmutter versammelt bitten wir heute den Heiligen Geist, dass er uns zeige, wie wir im Sinne Jesu das Reich Gottes mitgestalten können.
Der Pfingstmontag gibt uns Gelegenheit, noch etwas länger dem Geheimnis der Sendung des Heiligen Geistes nachzugehen und uns zu fragen, wie wir das Angebot Jesu, dass uns der Heilige Geist führt und leitet, und seine Kraft in unserem alltäglichen Leben nutzen können.
Wer der Führung des Heiligen Geistes vertraut, hat ein wirksames Gegenmittel gegen die vielen Angstbotschaften, denen wir heute ausgesetzt sind.
Bitten wir ihn um seinen Beistand:
Heute lassen wir das Pfingstfest noch ein wenig nachklingen. Die Bilder der Apostelgeschichte vom ersten Pfingstfest sind ja tief in unserem Herzen verwurzelt: Der heftige Sturm, der dahinfährt die Feuerzungen, die sich auf den Apostel niederließen, aber auch das Sprachenwunder, das es möglich machte, dass damals jeder die Apostel in seiner Muttersprache reden hörte.
Christus selbst hat seinen Jüngern das Kommen des Heiligen Geistes immer wieder angekündigt. Wir brauchen diesen Geist, damit er uns immer wieder an das erinnert, was er uns gesagt hat. Mit dieser Offenheit lade ich Sie ein, die biblischen Texte dieser Eucharistiefeier zu hören.
Guter Gott und Vater,
du hast deinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt,
dass er sie rette, nicht um sie zu richten.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, geliebter Sohn Gottes,
du hast uns die Liebe deines Vaters geoffenbart
und in deine innige Beziehung zu ihm hineingenommen.
Christus, erbarme dich.
Heiliger Geist, Tröster und Begleiter,
du lehrst uns, was gut und recht ist,
und zeigst uns, wie wir erfüllt leben können.
Herr, erbarme dich.
Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,
im Neuen Bund berufst du aus allen Völkern dein Volk
und führst es zusammen im Heiligen Geist.
Gib, dass deine Kirche ihrer Sendung treu bleibt,
dass sie ein Sauerteig ist für die Menschheit,
die du in Christus erneuern
und zu deiner Familie umgestalten willst.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Pfingstmontag
Gott und Herr,
du heiligst deine Kirche in jedem Volk und jedem Land.
Gieße die Gaben deines Geistes über die ganze Erde aus.
Und was deine Gnade gewirkt hat,
als die Frohe Botschaft ihren Anfang nahm,
das wirke sie jetzt in den Herzen aller Gläubigen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Gott,
du leitest und behütest uns durch deinen Geist.
Erweise an uns deine Barmherzigkeit
und erhöre unsere Gebete,
damit durch deine Gnadengaben
unser Glaube erstarke.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Die 7 Gaben des Heiligen Geistes sind Ausdruck der Fülle und Vielfalt des Geistes Gottes, den er über uns ausgegossen hat.
Bitten wir ihn, dass die 7 Gaben des Heiligen Geistes auch heute wirksam werden und das Angesicht der Erde erneuern.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Weisheit in unserer Welt wirksam werden,
damit alle Menschen immer mehr fähig werden abzuwägen, was für ein gutes Leben aller wichtig und notwendig ist.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Einsicht in unserer Welt wirksam werden,
damit alle Menschen begreifen, dass Frieden und Gerechtigkeit die Grundlagen für Wachstum, Entwicklung und Wohlstand aller Menschen sind.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe des Rates in unserer Welt wirksam werden.
Schenke allen Menschen die Demut und Bereitschaft, auf die Erfahrungen, Sorgen und Ängste ihrer Mitmenschen hinzuhören und ihnen beizustehen.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Erkenntnis in unserer Welt wirksam werden.
Zeige den Forschern und Wissenschaftlern Wege, wie wir Probleme zum Wohle aller lösen können.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Stärke in unserer Welt wirksam werden.
Gib den verantwortlichen Politikern die nötige Stärke, Kraft und Ausdauer, notwendige Maßnahmen und Veränderungen durchzusetzen.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Frömmigkeit in unserer Welt wirksam werden.
Befähige die jungen Menschen zum Staunen über die Wunder und Großartigkeit deiner Schöpfung und gib allen Menschen Behutsamkeit im Umgang mit dem Reichtum der Natur.
Heiliger Geist, wir bitten dich, lass deine Gabe der Gottesfurcht in unserer Welt wirksam werden.
Öffne die Augen aller Menschen, damit sie die Größe der Liebe Gottes und den Reichtum, mit dem er uns beschenkt hat, erkennen.
Du, guter Gott, sendest deinen Geist aus und erneuerst das Angesicht der Erde.
Dir danken wir und deine Größe preisen wir. – Amen.
Herr, du hast deine Kirche gegründet, damit sie deine Botschaft weiterträgt und zum Heil für die Welt werden kann.
Dich bitten wir:
Für die Kirche, dass sie nicht müde wird, die Zeichen der Zeit zu erforschen, nach ihrem Auftrag für die Welt zu suchen und sich zu bemühen, ihn gut zu erfüllen.
Für eine Welt, in der Politiker und Wissenschaftler ihr Ohr nahe an den Nöten der Menschen haben und dafür nach Lösungen suchen.
Für alle Menschen, die sich ehrenamtlich oder beruflich für die engagieren, die sich selbst nicht helfen können.
Für die jungen Menschen, die nach ihrer Berufung im Leben suchen, um Mut, den Weg auch zu gehen, von dem sie meinen, dass er sie zu ihrem Lebensziel führt.
Für unsere Verstorbenen um die Erfüllung ihrer Lebenshoffnungen in neuem, ewigen Leben bei dir.
Alle, die an dich glauben und nach deinem Wort zu leben versuchen, sollen für die Welt zum Licht werden. Wir bitten dich um deinen Geist, der Leben schafft und uns mit Kraft erfüllt. - Amen.
Heiliger Geist Gottes,
Jesus hat uns dich als Tröster und Begleiter für alle Herausforderungen unseres Lebens gegeben.
Wir bitten dich:
Für alle, die sich in der gegenwärtigen Zeit ängstigen und Sorgen um die Zukunft machen.
Lass sie spüren, dass wir alle in Gottes Hand geborgen sind.
Für alle, die Tag und Nacht von kriegerischen Angriffen ausgesetzt sind.
Lass sie Schutz und Helfer finden, die dem Krieg ein Ende bereiten.
Für alle, die Ängste schüren und damit Menschen einschüchtern.
Lass die Menschen ihre bösen Absichten durchschauen.
Für alle, die uns wachrütteln und auf drohende Gefahren aufmerksam machen.
Lass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sein.
Für alle Menschen, die zu dir heimgekehrt sind.
Lass sie bei dir ewiges Leben, Frieden und Geborgenheit finden.
Tröster, Heiliger Geist,
immer mehr lässt du uns die Weisheit, Liebe und Barmherzigkeit Gottes erkennen
und dem Beispiel seines Sohnes Jesus Christus folgen.
Dafür danken wir dir. – Amen.
Das Ziel der Gabe des Heiligen Geistes ist der Aufbruch vom ICH zum DU. Es zählt der Mensch und nicht was er ist oder was er besitzt.
Lasst uns miteinander und für einander beten:
Um eine Kirche, die in der Kraft des Heiligen Geistes mutig und demütig ihren Dienst in und an der Welt wahrnimmt.
Um Menschen, die sich über sprachliche und ethnische Grenzen hinweg bemühen Spannungen zu vermeiden und Toleranz zu entwickeln.
Um einen festen Glauben an die Zusage des Beistands deines Geistes an uns, wenn wir uns als Jesu Jünger bemühen, ihm und seinem Beispiel nachzufolgen.
Um deine liebende Kraft, die uns durch schwere Zeiten trägt und uns auch dann noch beschenkt, wenn wir selbst damit gar nicht mehr rechnen.
Um deinen Trost in den Stunden unseres Lebens, wo wir Abschied nehmen müssen und wir um unsere lieben Verstorbenen trauern.
Denn dein Geist ist bei uns in allen Situationen unseres Lebens.
In diesem Geist dürfen wir dich loben und preisen. - Amen.
Die Gabe des Heiligen Geistes kann in der Kirche und in jedem einzelnen ihrer Glieder nicht ohne Folgen bleiben. Jeder von uns ist dazu berufen, als Kind Gottes sein Leben in Freiheit und im Geist Gottes zu entfalten.
Um seine Hilfe dazu lasst uns bitten:
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen, die deine Kirche leiten
und durch ihr Armt für sie Verantwortung übernommen haben.
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen Schülerinnen und Schülern in den kommenden Prüfungstagen
und in der Wahl ihres weiteren Berufs- oder Bildungsweges.
Mit dem Beistand deines Geistes hilf allen Bedrückten und Hoffnungslosen,
auf dich in der Bewältigung ihrer Probleme vertrauen zu können.
Mit den Beistand eines Geistes hilf uns,
dein Angebot an Liebe für uns persönlich wahrzunehmen und danach unser Leben zu gestalten.
Mit dem Beistand eines Geistes sei bei allen, die in diesen Tagen sterben,
und bei denen, die um sie trauern.
Denn durch die Gabe des Heiligen Geistes schenkst du uns ein Mehr an Leben, Freiheit, Glück und Freude. '
Dafür gebührt dir unser Dank und Lobpreis jetzt und allezeit. - Amen.
Wir alle haben in der Taufe den Geist empfangen,
der uns zu Kindern Gottes macht.
In diesem Geist lasst uns gemeinsam zum Vater rufen:
Inmitten deiner Kirche, die in vielen Fragen und Problemen unserer Zeit auf die Führung des Heiligen Geistes hofft, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten einer Gesellschaft, deren ethische Reife oft den Fortschritten in Wissenschaft und Technik nachhinkt, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten einer Welt, in der Betriebsamkeit, Lärm, Streben nach Macht und Besitz die Stimme des Heiligen Geistes in uns unhörbar macht, rufen wir:
Gott, unser Vater...
Inmitten aller Enttäuschungen und Überforderungen, denen wir täglich ausgesetzt sind, sehnen wir uns nach Geborgenheit und angenommen Sein als deine Kinder und rufen:
Gott, unser Vater...
Inmitten vieler Menschen, die oft das eigentliche Ziel des Lebens aus den Augen verloren haben, beten wir für unsere Verstorbenen, dass sie durch Jesus Christus gerettet zu dir unserem Vater heimkommen.
Gott, unser Vater...
Denn du, Vater, hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
damit sie durch ihn gerettet wird.
Dir danken wir durch Jesus Christus, unseren Erlöser und Heiland,
im Heiligen Geist. - Amen.
Gott, unser Vater,
nimm unsere Gaben an,
in denen das Opfer deines Sohnes gegenwärtig wird.
Aus seiner Seitenwunde ist die Kirche hervorgegangen
als Werk des Heiligen Geistes.
Lass sie ihren Ursprung nie vergessen,
sondern daraus in dieser Feier Heil und Leben schöpfen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingsmontag
Herr, unser Gott,
heilige die Gaben, die wir darbringen,
und läutere unsere Herzen
im Feuer des Heiligen Geistes.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Herr, unser Gott,
wir bringen im Heiligen Geist das Opfer dar.
Gib uns durch ihn die rechte Gesinnung
und schenke uns ein gläubiges und demütiges Herz,
damit unsere Gaben dir wohlgefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Herr, unser Gott,
wir bringen diese Gaben vor dein Angesicht.
Heilige sie durch das Feuer deines Geistes,
der einst auf die Jünger herabgekommen ist
und ihre Herzen entflammt hat.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Wir danken dir, Herr, für die Gabe deines Geistes.
Er schenkt uns die Fülle deiner Liebe.
Er schenkt uns Worte.
Er schenkt uns Brot und Wein ganz neu.
Dir bringen wir unseren Hunger nach Leben,
unsere Sehnsucht, geliebt und angenommen zu sein,
unsere Hoffnung, dich zu sehen.
Dein Geist verwandelt die Welt,
unser Leben,
Brot und Wein.
In Christus, Bruder und Herr. – Amen.
Kehrvers:
Meine Seele, preise den Herrn. (GL 650,3)
Gepriesen seist du, Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Du hast uns mit allem Segen deines Geistes gesegnet
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Ihn hast du von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu deiner Rechten erhoben.
Alles hast du ihm zu Füßen gelegt
und ihn als Haupt über die Kirche gesetzt.
Kehrvers
In ihm hast du uns erwählt vor der Erschaffung der Welt,
damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.
Aus Liebe hast du uns im Voraus dazu bestimmt,
deine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus
und nach deinem gnädigen Willen zu dir zu gelangen,
zum Lob deiner herrlichen Gnade.
Kehrvers
Du hat uns deine Liebe geschenkt in deinem Sohn;
durch sein Blut haben wir die Erlösung,
die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum deiner Gnade.
Durch ihn sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt.
Sein Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen,
der Erlösung, durch die wir dein Eigentum werden zum Lob deiner Herrlichkeit.
Kehrvers
Du, Vater der Herrlichkeit,
gibst uns den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit wir dich erkennen.
Er erleuchtet die Augen unseres Herzens, damit wir verstehen,
zu welcher Hoffnung wir durch Christus berufen sind,
welchen Reichtum die Herrlichkeit deines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß deine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken deiner Kraft und Stärke.
Danklied, z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat das Werk der Erlösung vollbracht,
er ist aufgefahren über alle Himmel
und thront zu deiner Rechten.
Er hat den Heiligen Geist,
wie er den Jüngern versprochen,
ausgegossen über alle,
die du zu deinen Kindern erwählt hast.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Heiliger Geist 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
Wenn der Geist der Wahrheit kommt,
wird er euch in die volle Wahrheit einführen. Halleluja.
(Joh 16,13)
Oder:
Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht;
damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Joh 3,21)
Oder:
Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Töchtern und Söhnen macht,
den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
(vgl. Röm 8,15)
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von der Angst vor allem Fremden
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von ängstlicher Sorge um das eigene Wohl
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von allen lebensfeindlichen Interessen
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
von aller Lieblosigkeit und Engherzigkeit
Du Gottesgeist
kannst uns befreien
und fähig machen
zu lebendiger Hoffnung
zu tiefem Glauben
und zu grenzenloser Liebe
Komm Heiliger Geist
wir brauchen dich
Komm du Sturm
zerreiß die Wolken unserer Traurigkeit
und lass uns die Sonne sehen
Komm du Atem des Lebens
hauche uns an
damit wir herausfinden
aus unserer Enge
und auferstehen aus Angst und Trägheit
Komm du Feuer
taue das Eis unserer Herzen auf
und entzünde uns neu
mit deiner Liebe
Komm Heiliger Geist
denn
wir brauchen deine Wärme
deinen Atem
dein Licht.
Geist Gottes
komm auf uns
und öffne uns für deine Botschaft
Geist Gottes
komm auf uns
und bereite uns für Jesu Nachfolge
Geist Gottes
komm auf uns
und erneuere unseren Glauben
Geist Gottes
komm auf uns
und stärke unsere Hoffnung
Geist Gottes
komm auf uns
und entzünde neu in uns die Liebe
Geist Gottes
komm auf uns
und begleite uns durchs Leben
Du hast mir Vieles anvertraut, mein Gott
mein Leben mit all seinen Kräften
seinen Höhen und Tiefen
und all den Talenten und Fähigkeiten
die in mir sind.
Du schenkst mir Zeit und Raum
diese zu entfalten
und fruchtbar zu machen
für mich und die anderen.
Dein Wort hast du mir anvertraut
dass ich es weitersage
und deine Liebe
dass sie mich anstecke
und antreibe
hin zu meinen Mitmenschen.
Vieles hast du mir anvertraut, mein Gott
ich möchte deinem Vertrauen gerecht werden
ich kann es nicht allein
doch ich darf gewiss sein
dass du mit mir bist
und dass dein Geist mich stärkt und führt.
Du selbst hast dich mir anvertraut
und so kann ich in deinem Namen
täglich neu beginnen
denn du gehst mit mir.
Herr,
wir haben das Unterpfand deiner Erlösung empfangen,
die Speise des Lebens, und rufen zu dir:
Mache die Kirche durch dieses Sakrament
und die Hilfe der jungfräulichen Mutter Maria
zur Lehrerin des Evangeliums für alle Völker
und zur Ausspenderin des Geistes für den ganzen Erdkreis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
MB Pfingstmontag
Herr, unser Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels genährt.
Erfülle unsere Herzen mit der Freude des Heiligen Geistes
und gib,
daß uns einst als bleibende Gabe zuteil wird,
was wir auf Erden in dieser Feier empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Gütiger Gott,
bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue.
Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet;
sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingstmontag
MB Freitag in der Osterwoche
Herr, unser Gott,
der Heilige Geist,
der über uns ausgegossen ist,
reinige unsere Herzen,
der Tau seiner Gnade durchdringe unser Innerstes
und mache uns fruchtbar an Werken der Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Ein Pfingslied von Lothar Zenetti, vertont von Reinhard Burchhardt:
Kann als PDF heruntergeladen werden
Text: Lothar Zenetti, Musik Reinhardt Burchhardt.
Lawrence Kohlberg versucht mit seinem Stufenmodell der moralischen Entwicklung, zu beschreiben, in welchen Schritten sich das moralische Urteilsvermögen des Menschen entwickelt. Kohlberg knüpft dabei vor allem an Jean Piagets Entwicklungstheorie, aber auch an verschiedene ethische Theorien dar. Sein Anliegen besteht dabei jedoch nicht darin, selbst ethische Aussagen zu treffen. Kohlbergs Entwicklungsmodell ist vielmehr der moral psychology zuzuordnen, die sich streng empirisch mit den Wertvorstellungen von Menschen sowie dem Zustandekommen dieser Vorstellungen und Urteile befasst, nicht jedoch mit ihrer Gültigkeit oder der Frage danach, ob diese Vorstellungen und Urteile gut sind.
Ganzer Beitrag:
https://intrapsychisch.de/lawrence-kohlberg-stufenmodell-der-moralischen-entwicklung/
von Johann Nestroy
Posse mit Gesang in drei Akten
mit Couplets von Peter Klien (Text) und Clemens Wenger (Musik)
Der Schustersohn Wendelin geht einen ehrlichen Handel ein – und verliert dabei das Seelenheil. Zumindest in seiner Vorstellungswelt.
Auf der Flucht nach einem nächtlichen Stelldichein mit seiner heimlich angetrauten Adele steigt der junge Oberrichter von Thurming bei der verarmten Schusterfamilie Pfrim ein und wird von Wendelin, dem mit seinem Schicksal hadernden Sohn des Hauses, für den Leibhaftigen gehalten. Als von Thurming Wendelin für einen rettenden Kleidertausch reichlich Entlohnung verspricht, geht dieser einen Pakt mit dem vermeintlichen Teufel ein. In der festen Überzeugung, diesen fortan an seiner Seite zu haben, wird Wendelin von nun an von „Höllenangst“ getrieben, und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Verbrechen aus der Vergangenheit, Missetaten hoher Amtspersonen, politische Rivalitäten und geheimnisvolle nächtliche Handlungen sind die Ingredienzien von Nestroys rasanter dunkler Komödie. 1849 uraufgeführt, sind in dieser politischen Posse die Zeichen der Zeit weit deutlicher sichtbar als in den meisten anderen Stücken, die Nestroy nach der Revolution 1848 auf die Bühne gebracht hat.
http://www.volkstheater.at/stueck/hoellenangst/ (30.9.2018)
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der in jeder Situation alles neu machen kann. Die verängstigten Jünger wurden durch diesen Geist ermutigt, ihre Isolation zu verlassen und freimütig das Evangelium zu verkünden. Dieses pfingstliche Ereignis sowie den fünften Jahrestag des Erscheinens der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus nehmen wir zum Anlass, uns an alle Menschen in Österreich zu wenden. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten wir das öffentliche Leben auf ein Minimum reduzieren. Selbst die gemeinsamen Gottesdienste, die vielen Menschen geistliche
Nahrung bieten, konnten nicht mehr stattfinden. Das war ein schwerer Verzicht, auch wenn dadurch in den Häusern und Wohnungen vielleicht mehr gebetet und damit mitten im Alltag der Glaube stärker wurde. Jetzt stehen wir in der Krisenbewältigung an einer Schwelle. Das öffentliche Leben wird schrittweise normalisiert.
Auf diesem Weg hin zu einer „erneuerten Normalität“ feiern wir Pfingsten, das Fest eines Neuen Geistes. Bereits in den vergangenen Wochen war sein belebender Atem im erfreulichen Zusammenhalt von Politik und Gesellschaft zu spüren.
Vollständiger Hirtenbrief als PDF
https://www.bischofskonferenz.at/
„Ich bin stolz auf unsere Kirche!" - So habe ich früher oft gesagt. Und ich bin noch immer stolz auf sie. Aber es gibt „Schwächen“ an unserer Kirche, die wir sehen müssen. Sie werfen Fragen auf, sie sind „fragwürdig“. - Ich denke dabei nicht an die Skandale, die es in der Kirche gegeben hat; und die Missstände, die wir so gut kennen und die eine Schande für die Kirche und uns Christen sind. Ich denke vielmehr an „Schwächen“ der Kirche, die zu ihrer „Grundausstattung“ gehören und immerzu ihr gehören werden. Sie sind ihr „auf den Leib geschnitten", und sie wird sie daher nie los werden.
Einige dieser „Schwächen“ springen ins Auge.
Die Apostel
Eine „Schwäche" gehört seit Anfang an zur Kirche. Jesus selber hat sie verursacht, als er die "Apostel“ ausgesucht hat.
Wenn wir nämlich mit etwas kritischem Sinn auf die Auswahl schauen, die Jesus getroffen hat, sind wir versucht zu sagen: es war eine „schlechte Wahl“! Die Männer, auf die seine Wahl gefallen ist, waren Arbeiter, Steuereintreiber, manche von ihnen politisch eher extrem, charakterlich unausgeglichen; und alle ungebildet! ... Ich habe Jesus öfters Vorwürfe gemacht, dass er solche Männer zu seiner Kerngruppe machte.
Aber ist es nicht höchst erstaunlich, dass diese inkompetenten und unfähigen Männer die Kirche aufgebaut und getragen haben? Nicht gescheite Leute haben Jesus und seine Botschaft in der Welt gegenwärtig gemacht, keine mächtigen Politiker oder Millionäre, sondern dieses arme Häuflein! Zeigt nicht gerade diese Tatsache, dass die Kirche nicht Menschenwerk ist, sondern von Gott und seinem Christus getragen und gehalten wird?
Paulus hat diese und andere „Schwächen“ der Kirche klar im Blick gehabt; er schreibt oft darüber, besonders in seinem 1. Brief an seine Freunde in Korinth: „Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist.“(1 Kor 1,27f.).
Das ist die „Weisheit Gottes“ und die „Philosophie“ seines Messias!
Aus: Hans Schermann, Auf dem Weg des Lebens. Erfahrungen und Einsichten. Fromm Verlag, Saarbrücken 2017
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Ich glaube, dass Gottes Geist meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube, dass sie meine Geleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube, dass er mir Phantasie zur Liebe geben kann.
Ich glaube, dass sie mir Warnung vor dem Bösen geben kann.
Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube, dass sie meine Traurigkeit besiegen kann.
Ich glaube, dass Gottes Geist mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.
Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.
Ich glaube, dass sie mir Kraft im Leiden geben kann.
Ich glaube, dass er mir Gefährten und Gefährtinnen geben kann.
Ich glaube, dass sie mir mein Wesen durchdringen kann.
Ich glaube, dass er mir inneren und äußeren Frieden geben kann.
Ich glaube an den Heiligen Geist.
Karl Rahner: Erfahrungen des Geistes, Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien, 3. Aufl. 1981.

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Joel, einer der zwölf kleinen Propheten, verbindet die Geistverheißung mit einem Gerichtswort. Beiden gemeinsam ist, dass Jahwe überrascht und vertraute (aber auch falsche) Sicherheiten über den Haufen wirft.
Die Prophezeiungen, dass Söhne und Töchter Propheten werden, Alte Träume haben und junge Männer Visionen, aber auch Knechte und Mägde mit Geist überschüttet, variieren nur, was geschieht, wenn Jahwe seinen Geist ausgießt über alles Fleisch – sprich: den vergänglichen Menschen. Es sind jetzt auch nicht mehr einzelne, die ein besonderes Berufungserlebnis haben (vgl. Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Amos …), sondern sogar (!) Knechte und Mägde, nicht nur Männer, sondern auch Frauen, nicht nur Alte (denen eine besondere Würde zukam), sondern auch jungen Menschen. Eben auch die eigenen Söhne und Töchter. Während die einen in der Wahrnehmung der Leute zu „jung“ sind, haben die Alten längst ausgeträumt. Jahwe lässt nichts davon gelten und offenbart seinen Willen allen. Die archaischen, natürlichen Unterscheidungen sind entmythologisiert, die Geistvergabe „demokratisiert“.
Die Wucht dieser Verheißung ist nur zu vergleichen mit dem angesagten Gericht. Während dem vergänglichen „Fleisch“ Geist verheißen wird, geht die unvergänglich gedachte Sonne in Finsternis unter. Dass der Mond blutet, hat auch noch kein Mensch gesehen oder gehört. Wenn die Schöpfung, in der Jahwes Verlässlichkeit immer als sicher galt, nicht mehr wärmt, ist der Mensch ganz auf Gott gewiesen. „Danach“ gibt es die alte Welt nicht mehr. Pfingsten, mit Joel gelesen, ist kein erbauliches Fest.