Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war,
waren alle zusammen am selben Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen,
wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,
die sich verteilten;
auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt
und begannen, in anderen Sprachen zu reden,
wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden,
fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob,
strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt;
denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie waren fassungslos vor Staunen
und sagten:
Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter,
Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien,
von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien,
von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin,
auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten,
Kreter und Araber -
wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war,
waren alle zusammen am selben Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen,
wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,
die sich verteilten;
auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt
und begannen, in anderen Sprachen zu reden,
wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden,
fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob,
strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt;
denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie waren fassungslos vor Staunen
und sagten:
Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter,
Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien,
von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien,
von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin,
auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten,
Kreter und Araber -
wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
Alle gerieten außer sich und waren ratlos.
Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten?
Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.
Kv: Sende aus deinen Geist
und das Angesicht der Erde wird neu. – Kv
Oder: Kv Halleluja. – Kv
GL 312,2
Preise den Herrn, meine Seele! /
Herr, mein Gott, überaus groß bist du! *
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, *
du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt. – (Kv)
Wie zahlreich sind deine Werke, Herr, /
sie alle hast du mit Weisheit gemacht, *
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit, *
darin ein Gewimmel, nicht zu zählen: kleine und große Tiere. – (Kv)
Verbirgst du dein Angesicht, sind sie verstört, /
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin *
und kehren zurück zum Staub.
Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen *
und du erneuerst das Angesicht der Erde. – (Kv)
Die Herrlichkeit des Herrn währe ewig, *
der Herr freue sich seiner Werke.
Möge ihm mein Dichten gefallen. *
Ich will mich freuen am Herrn. – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!,
wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.
Es gibt verschiedene Gnadengaben,
aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste,
aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken,
aber nur den einen Gott:
Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt,
damit sie anderen nützt.
Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat,
alle Glieder des Leibes aber,
obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden:
So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist
wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen,
Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Perikope steht im Kontext der Stellungnahme des heiligen Paulus zu den außergewöhnlichen ekstatischen Charismen, etwa der Zungenrede, in der Gemeinde von Korinth. Es gibt eine starke Tendenz unter den Gemeindemitgliedern, dass diese Charismen überbewertet werden. Umgekehrt haben diejenigen, welche nicht mit ihnen begabt sind, gewisse Minderwertigkeitsgefühle. So sind große Spannungen entstanden. Die Gemeinde ist zwischen den verschiedenen Polen hin- und hergerissen.
Der Apostel macht sich im Hinblick auf diese Situation gewissermaßen zum Anwalt der Vielfalt. Er betont die Vielzahl der Charismen, die alle aus dem einen Heiligen Geist hervorgehen, und er weist darauf hin, dass die unterschiedlichen Gnadengaben auf die Gemeinschaft hingeordnet sind, also den anderen hilfreich und dienstbar sein sollen. Das Fundament aller Gaben ist das Bekenntnis zu Jesus als dem Herrn. Daran müssen sich die außergewöhnlichen Charismen bewerten lassen. Und es gilt: Wer das Bekenntnis zu Jesus als dem Herrn in seinem Herzen trägt und auf seinen Lippen führt, ist im Geist, ganz gleich in welche Richtung er begabt ist.
Um die Einheit in der Vielheit auszudrücken verwendet Paulus das Bild vom Leib mit den vielen Gliedern. Allen Gemeindemitgliedern gewährt Christus Raum in sich. Von daher ergibt sich ganz selbstverständlich eine gegenseitige Zuordnung und ein Miteinander. Keiner ist für sich alleine Glied am Leib Christi. Es ist wiederum der Geist, der die Zuordnung der Christen zum Leib Christi und die Einheit dieses Leibes bewirkt. Der Geist ist gewissermaßen die alles und alle verbindende Seele des Christusleibes, er ist der innere Zusammenhalt der Gemeinde.
Die Lesung ist dem Ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther entnommen. In der jungen Gemeinde in Korinth gibt es große Spannungen. Paulus kämpft leidenschaftlich um die Einheit der Gemeinde. Ein Streitpunkt ist das Zueinander der unterschiedlichen Begabungen (Charismen). Eine sehr auffällige (und von manchen begehrte Gabe) ist eine ekstatische Verzückung, die sich in der sog. Zungenrede äußert. Paulus bemüht sich in seinem Schreiben, die Zungenrede als Gabe des Geistes anzuerkennen, sie zugleich aber nicht überzubewerten. Entscheidend ist für ihn, daß alle Begabungen Geschenk des Geistes Gottes sind. Das Kriterium ihrer Echtheit ist jedoch ihre Ausrichtung auf die Einheit.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!,
wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.
Es gibt verschiedene Gnadengaben,
aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste,
aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken,
aber nur den einen Gott:
Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt,
damit sie anderen nützt.
Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt,
Weisheit mitzuteilen,
dem anderen durch denselben Geist die Gabe,
Erkenntnis zu vermitteln,
einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft,
einem anderen - immer in dem einen Geist -
die Gabe, Krankheiten zu heilen,
einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken,
einem anderen prophetisches Reden,
einem anderen die Fähigkeit,
die Geister zu unterscheiden,
wieder einem anderen
verschiedene Arten von Zungenrede,
einem anderen schließlich die Gabe,
sie zu übersetzen.
Das alles bewirkt ein und derselbe Geist;
einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu,
wie er will.
Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat,
alle Glieder des Leibes aber,
obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden:
So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist
wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen,
Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Komm herab, o Heil'ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
(Amen. Halleluja.)
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen,
und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren,
kam Jesus,
trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst,
denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet,
sind sie behalten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Perikope ist ein Höhepunkt in der Osterbotschaft des Johannesevangeliums. Der Auferstandene erscheint vor den Jüngern und beschenkt sie mit dem Heiligen Geist. Was die kirchliche Liturgie zu Ostern und zu Pfingsten feiert, ist eine zeitliche Entfaltung dieser Geschehenseinheit. Der Auferstandene begründet durch seine Erscheinung und die Geistspendung den Glauben der Jünger und damit auch die Kirche, und er offenbart zugleich die Fruchtbarkeit seines Todes und seiner Erhöhung. So ist es zu verstehen, dass in V. 20 besonders auch das Zeigen der Seite betont wird, jener von der Lanze durchstoßenen Seite des Gekreuzigten, aus der nach Joh 19,34 Blut und Wasser hervorgeströmt sind: Symbole des von Gott gespendeten Lebens.
In der vorliegenden Erscheinungsgeschichte wird mehrfach an die Abschiedsreden Jesu (Joh 14-17) angeknüpft. Der Friede war das Vermächtnis Jesu vor seinem Tod (Joh 14,27), jetzt ist der Friede gleich zweimal der Wunsch und die Gabe des Auferstandenen. Vor seinem Tod verheißt Jesus den traurigen Jüngern ein Wiedersehen in voller und ungebrochener Freude (Joh 16,22), jetzt freuen sich die Jünger, als sie den Herrn sehen. In seinem Abschiedgebet hat Jesus von der Sendung der Jünger gesprochen, gleichsam als einer Verlängerung seiner eigenen Sendung vom Vater her (Joh 17,18), jetzt geschieht diese Sendung expressis verbis. Schließlich hat Jesus wiederholt in den Abschiedsreden den Beistand, den Geist der Wahrheit, verheißen (z.B. Joh 14,16. 26; 16,7. 13), jetzt schenkt er den Jüngern diesen Geist.
Für die Geistspendung verwendet der Evangelist Johannes das Verbum „anhauchen“–„emphysan“, welches in der griechischen Version des Alten Testaments in Gen 2,7, Ez 37,9 und Weish 15,11 vorkommt. Es handelt sich dabei jeweils um Texte, in denen die lebensspendende Kraft Gottes verkündet wird. Die Mitteilung des Geistes ist also als Gabe eines neuen Lebens zu verstehen.
In V. 23 ist zum einzigen Mal im Johannesevangelium von Sündenvergebung die Rede. Die Jünger repräsentieren, in dem sie die Vollmacht zur Sündenvergebung empfangen, die ganze Kirche. Ihr Gesendetsein und ihr Beschenktsein mit dem Heiligen Geist erfährt in dieser Gabe eine besondere Konsequenz. Im wesentlichen besteht die Sündenvergebung darin, diejenigen wieder zu versöhnen oder aber auszuschließen, die des Geistes unwürdig werden, welcher der Kirche verliehen ist.
Das Johannesevangelium endet mit den Erzählungen von den Erscheinungen des Auferstandenen. Für Johannes ist im Osterereignis Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten enthalten.
Die aus Furcht vor den Juden verschlossene Tür ist der Anlaß, daß Jesus seine übernatürlich Erscheinung demonstriert.. Er zeigt seine Wundmale als Hinweis auf seinen Tod. Der Friedensgruß ist Ausweis seiner Göttlichkeit. Wie der Schöpfer dem ersten Menschen das Leben eingehaucht hat, haucht er den Jüngern den Heiligen Geist ein. Dieser gibt ihnen neue Lebenskraft. Dieser Geist erweist sich in der Vergebung der Sünden, die der Kirche anvertraut ist.
Pfingsten ist nicht nur ein Ereignis in der Geschichte der Kirche. Pfingsten findet auch heute in vielfacher Weise statt. Die Gabengaben des Heiligen Geistes sind Geschenke Gottes und Aufgaben zugleich.
„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis“, so lautet der Eröffnungsvers, - merken wir etwas davon? Von Geistern hören wir genug. Auch gibt es jede Menge Geistergeschichten. Geister, Feen und Gespenster als übernatürliche Wesen, die sich in der menschlichen Welt in verschiedenen Erscheinungsformen zeigen.
Die Apostelgeschichte schildert, dass den Menschen „Zungen erschienen, wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder […] und sie begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab:“ (Apg 2,3-4).
Zwei Begriffe verdienen eine kurze Überlegung: Zunge und Feuer.
Zunge hat mit Sprache zu tun. Weltweit soll es über 6 000 Sprachen geben. Wie soll man da einander verstehen? Durch die Globalisierung mischen sich die Kulturen sehr rasant. Menschen sind auf der Flucht aus politischen, wirtschaftlichen Gründen, auch das Klima zwingt sie dazu, andere wieder gehen zum kulturellen Austausch in andere Länder. Sprachkenntnisse werden auch immer wichtiger. Sprache als höchstes geistiges Gut, aber auch Quelle für Missverständnisse und Unheil, das zu Kriegen führen kann. Ideen werden über die Sprache geformt und führen zu Taten. Zugesagt ist uns ein Geist, der zu guten Entscheidungen führen soll. Neue Erfindungen, neue Begriffe entstehen. Kurzum, es gilt mit dem weiten Ausmaß an Pluralität umzugehen zu lernen.
Das alles wird auch in unserem Alltagsleben sichtbar, spürbar, riechbar. Ein Text des Jesuiten Alfons Klein (1929-2015) zeigt das sehr deutlich: „Dein Christus ist ein Jude, dein Auto ein Japaner, deine Pizza italienisch, deine Demokratie griechisch, dein Kaffee brasilianisch, dein Urlaub türkisch, deine Zahlen arabisch, deine Schrift lateinisch, dein Nachbar nur ein Ausländer.“ Wir bedienen uns mit großer Selbstverständlichkeit dieser kulturellen Errungenschaften und Erfindungen und haben kaum Schwierigkeiten damit umzugehen. Da fällt uns Pluralität sehr leicht, wie uns das Pfingstereignis lehrt. Nur mit den Menschen, die aus den verschiedensten Teilen der Welt auch zu unserem Wohlstand beitragen, haben wir Probleme, wie die Weltpolitik zeigt. Es ist eine Menschheitsgeschichte mit gegenwärtig gefährlichen Konflikten. Es wird so arg gezündelt, dass es zu einem Feuer der Vernichtung kommt, von Freude und Begeisterung für das Gute keine Spur.
Der Beistand, der Heilige Geist, zeigt sich in den Gnadengaben, so die zweite Lesung 1 Kor 12,4-5: „Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.“ Diesen Gnadengaben dürfen wir uns nicht verschließen, damit wir unsere Dienste - das sind die guten Werke, die aus unseren Begabungen und Talenten kommen - in Zufriedenheit und Frieden verrichten können.
Eine der Gnadengaben ist der Friede, von dem wir im Evangelium hören. 80 Jahre Frieden in Europa, 70 Jahre Staatsvertrag und Neutralitätserklärung in Österreich wird zurzeit eifrig diskutiert.
„Friede sei mit euch!“ wurde uns heute zweimal im Evangelium zugerufen und versprochen. Es ist ein Friede, „den die Welt nicht geben kann“ (Joh 14,27). Die Friedensmärsche, von denen heute kaum zu hören ist, sind Erinnerungszeichen. Es sieht jedoch eigenartig aus: Je mehr wir uns nach Frieden sehnen, umso mehr kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, Friedensverhandlungen sind sehr brüchig. Wie paradox!
Pfingsten ist nicht nur ein Fest der freien Tage für Kurzurlaube und Erholung, sondern auch Erinnerung daran, dass der Heilige Geist in uns wirkt und dass wir noch besser zu lernen haben, mit Pluralität umzugehen. Die Frage, die Paulus seinerzeit an die Gemeinde in Korinth gestellt hat, fordert uns auch heute noch heraus: „Wusstet ihr nicht, dass euer Leib Tempel des Heiligen Geistes ist?“ 1 Kor 3,16).
Geist können wir nicht sehen und nicht festhalten. Wir erkennen ihn nur an seinem Wirken. Was die junge Kirche damals am Pfingstfest in Jerusalem erlebte, deuteten ihre Theologen als Wirken des von Jesus verheißenen Heiligen Geistes. Woran erkennen wir das Wirken des Heiligen Geistes heute?
In dem Wiener Stadtbezirk, in dem ich zurzeit wohne, haben sich in den letzten Jahrzehnten viele Migranten niedergelassen; zunächst sog. Gastarbeiter, die mittlerweile bereits in Wien heimisch geworden sind, später kamen mehrere Wellen von Flüchtlingen und Arbeitsmigranten hinzu. In der Geschichte Wiens ist das nichts Neues. Bereits in der Monarchie sind Arbeiter aus den damaligen Kronländern hierher gezogen und haben in den Ziegelfabriken der Umgebung eine Beschäftigung gefunden.
Neu ist jedoch, dass in den letzten Jahrzehnten hier auch ein buntes Gemisch aus Religionen entstanden ist. Selbstbewusst getragene traditionelle Kleidungsstücke lassen Rückschlüsse auf die Herkunft und die Religion vermuten.
Auf den öffentlichen Plätzen dieses Bezirks kann man ein buntes Nationalitätengemisch beobachten. In den Parkanlagen und auf Spielplätzen tummeln sich Kinder und Jugendliche und spielen miteinander. In meiner Wohngegend gibt es überraschend viele Kindergärten und viel junges Volk. Es herrscht erfreulich viel Lebendigkeit, Lebensfreude, Vitalität.
Mit diesem Völker- und Sprachengemisch kann vermutlich nicht einmal das bunte Treiben an jenem Pfingsttag in Jerusalem, von dem uns heute die Apostelgeschichte erzählte, mithalten.
Da fehlt nur noch der Heilige Geist! – Fehlt er wirklich?
Manche Medien, Politiker und Mitbürger sind besorgt, wo das alles hinführen wird. Sie befürchten den Verlust unserer bodenständigen Identität. Penibel werden die Probleme beschrieben, Ängste geschürt, Maßnahmen gefordert und diskutiert… Nur wenige wagen, auch über Chancen für unsere alternde Gesellschaft nachzudenken, die diese Entwicklung eventuell eröffnen könnte. – Weht da mehr Heiliger Geist?
Die Apostelgeschichte berichtet uns nicht, wer auf die Idee gekommen ist, in den damaligen Ereignissen das Wirken Gottes und seines von Jesus verheißenen Heiligen Geistes zu sehen. Erzählt wird nur von einem allgemeinen Staunen über das, was sich da abspielte und wie viele darin das Wirken Gottes erkennen und zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind.
"Der Wind weht, wo er will und wie er will" heißt es im Johannesevangelium und sieht darin ein Bild für das Wirken des Heiligen Geistes (vgl. Joh 3,8). Erkennen können wir ihn an seinem Wirken. Unsere Herausforderung ist es, die Zeichen der Zeit zu lesen und zu deuten. In ihnen können wir das Wirken Gottes und seines Geistes ablesen. Das gilt auch für unsere Zeit.
Aus diesem Blickwinkel erkenne ich im Zusammenleben in unserem Wiener Wohnbezirk viele Momente, die in Erzählungen der Bibel als gottgewirkt beschrieben werden. Ich beobachte viel Freude und Hochachtung am gottgeschenkten Leben, viel Lebenslust, viel wechselseitigen Respekt und Rücksichtnahme und viel Wohlwollen.
Natürlich gibt es da auch Sprachprobleme. Da ich selbst keiner ihrer Sprachen mächtig bin, kann ich ihnen nur durch Gesten der Freundlichkeit mein Wohlwollen zum Ausdruck bringen und ihnen zeigen, dass sie mir willkommen sind. Und es berührt mich immer wieder, wenn ein Kind mein wohlwollendes Zulächeln erwidert.
In Kommunikationstrainings bekam ich immer wieder vermittelt, dass die nonverbalen Signale und Botschaften, die wir aussenden, stärker wirksam sind als wohlüberlegte Reden.
Menschen spürbar Wohlwollen entgegenbringen, ist für mich zu einer Grundübung der Verkündigung der Liebe Gottes geworden. Dafür braucht es keine theologischen Kurse, dafür braucht es keine Weihe und keine offizielle Beauftragung. Diese Sprache versteht und beherrscht jeder. Dazu kann jede und jeder beitragen.
Was uns die Apostelgeschichte über das erste Pfingstfest nach der Himmelfahr Jesu berichtet, ereignete sich nicht nur damals, sondern spielte sich immer neu in der Geschichte der Kirche ab. Pfingsten gibt uns Hoffnung für die Umbrüche, die wir gegenwärtig in der Gesellschaft und in der Kirche erleben.
Das Erscheinungsbild der christlichen Kirchen in Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten in vielfacher Hinsicht verändert. Man sieht es an den Zahlen der beitragleistenden Mitglieder, an der Gottesdienstbeteiligung, am Sakramentenempfang. Der Rückgang an Priesterberufungen und der finanziellen Ressourcen hat die Kirchenleitungen - nicht nur der katholischen - zu harten Strukturmaßnahmen gezwungen. Viele Gemeinden mussten sich daran gewöhnen, von Priestern aus anderen Ländern und Kulturen geleitet zu werden.
Zugleich nahm die Zahl der Christen aus anderen Kulturen bedingt durch Arbeitsmigration, freiem Personenverkehr, Flucht vor Kriegen usw. zu. Christen verschiedener Konfessionen sind zu uns gestoßen und haben ihre jeweils eigene Gottesdienstkulturen mitgebracht. Viele fremdsprachige Gottesdienstgemeinden zeigen sich lebendiger als eingesessene einheimische. Da und dort wurden Kirchengebäude an nichtkatholische Konfessionen abgetreten. Nicht selten versammeln sich junge Christen in Freikirchen.
Wenn wir über den europäischen Tellerrand hinausschauen, sehen wir, wie ehemalige "Missionsländer" in Afrika, Südamerika, Asien und Ozeanien selbstbewusster auftreten und sich in den internationalen kirchlichen wie auch gesellschaftlichen Dialog einbringen.
Einheit herzustellen ist unter diesen Bedingungen schwieriger geworden. Die Bischofssynoden ringen um Entscheidungen, die von allen angenommen werden. Sie diskutieren darüber, welche Lebensbereiche in den einzelnen Weltregionen eigenständig gestaltet werden sollten. Laien wollen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Das macht die Entscheidungsprozesse nicht einfacher, sind schon die Bischöfe bis hinaus ins Kardinalskollegium nicht immer gleicher Meinung.
Der Bericht der Apostelgeschichte vom ersten Pfingstfest nach der Himmelfahrt Jesu lässt durchblicken, dass diese Spannung zwischen Vielfalt und Einheit von Anfang an bestanden hat. Diese wird vom biblischen Autor als Markenzeichen des Wirkens des Heiligen Geistes erkannt.
Das Sprachenwunder ist ein sprechendes Zeugnis für die großen Herausforderungen der ersten Christengeneration. Der Kern der Gemeinde der Jesusanhänger war tief im Judentum verwurzelt. Die Botschaft jedoch, die sie im Auftrag Jesu zu verkünden hatten, richtete sich jedoch an alle damals relevanten Nationen. Zur großen Überraschung aller wurde sie auch von Nichtjuden verstanden und aufgenommen. Für theologische Spitzfindigkeiten und nationalistische Eitelkeiten war da zunächst kein Raum.
Die Spannung zwischen Vielfalt und Einheit wurde in vielen Gemeinden ein Thema. Wir sehen das an den Konflikten, mit denen Paulus in Korinth konfrontiert war. Dort haben sich viele begeistert auf ihre Weise ins Gemeindeleben eingebracht. Jede und jeder war von seiner eigenen religiösen Vorgeschichte geprägt. Paulus versucht, unterschiedliche Praktiken, Frömmigkeiten und Denkschulen unter 1 Hut zu bringen. Seine Formel: Die vielen Begabungen sind von Gott geschenkt und werden vom 1 Geist zusammengehalten. Er sieht sie als Geistesgaben, solange sie dem Aufbau der Gemeinde dienen und nicht als Selbstzweck ausgeübt werden.
Nicht immer ist es beschaulich hergegangen im ersten Jahrhundert. Immer wieder haben gewaltige Stürme das Leben der christlichen Gemeinden durcheinandergewirbelt. Bald gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen traditionalistische Juden und Menschen, die sich aus dem griechischsprechenden hellenistischen Kulturkreis der jüdischen und christlichen Religion zuwandten. Stephanus, Jakobus und andere wurden zu ersten Opfern gegenseitiger Verfolgungen. Jesusanhänger sind aus Jerusalem geflohen und haben die neue Lehre in andere Städte getragen.
Um ein Vielfaches heftiger ist im Jahre 70 mit der Zerstörung Jerusalems der Sturm über alle Juden und Christen hereingebrochen. Als Flüchtlinge haben sie sich über die ganze damals bekannte Welt zerstreut. Diese haben zur Ausbreitung des Christentums mehr beigetragen als alle systematischen Missionsanstrengungen der damaligen Zeit.
Im Laufe der Jahrhunderte hatte die Kirche immer wieder Stürme zu bestehen: in der Zeit der Völkerwanderungen, in den religiösen Auseinandersetzungen des Mittelalters, nach der Entdeckung bis dahin unbekannter Erdteile, im Auftreten neuer Geistesströmungen und Ideologien der Neuzeit.
Die Verkündigung der Botschaft Jesu vom Reich Gottes, sein Gottesbild und seine innige Gottesbeziehung hat in und nach all den Umbrüchen der Geschichte Menschen angesprochen und von Neuem überzeugt. Auch heute noch weht der Geist Gottes, wo er will und wie er will.
Pfingsten findet immer neu statt. Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass es auf unerwartete Weise über uns hereinbricht, unsere Beschaulichkeit stört und unsere liebevoll gepflegten Strukturen durcheinanderwirbelt. Das gibt mir Zuversicht in unserer gegenwärtigen Zeit der Umbrüche, Krisen und Aufbrüche.
Geist ist schwer zu fassen und dennoch wirkt er: Als Lebensatem, als Sprache, als Motivationskraft, als Vertrauen, das die Angst überwindet und Frieden ermöglicht.
Mit dem Heiligen Geist ist es nicht ganz einfach. Man sieht ihn nicht wirklich, doch er ist spürbar und erkennbar. Das zeigt sich auch in der Symbolik, die in den Texten offenbar wird: Luft, Atem, Feuer, Wasser. Wasser wird auch in der Taufe sichtbar und spürbar.
Auch die Namensgebung ist vielfältig: Spiritus, Paraklet (griechisch: übersetzt als „Beistand“, „Tröster“, „Fürsprecher“). Im Buch Genesis 2,7 lesen wir: „Da formte Gott, der HERR, den Menschen, Staub vom Erdboden, und blies in seine Nase den Lebensatem“
Wenn wir keine Luft haben, hört unsere Existenz auf, können wir auch nicht sprechen. Sprache ist das höchste geistige Gut, das ein Mensch besitzt. Jesus selber ist der menschgewordene logos, ist das Wort.
In der ersten Lesung hören wir von der Vielsprachigkeit der Menschen. Die Sprache der Liebe ist international. Gott selbst ist die Liebe (vgl. 1 Joh 4,8). Gott spricht jeden Menschen persönlich an. Wir leben heute in einer vielsprachigen Zeit, bedingt durch Wanderbewegungen, Menschen auf der Flucht, in den Schulen gibt es Sprachreisen, viele Fremdsprachen werden gelehrt, Studenten absolvieren Auslandssemester, machen in anderen Ländern Praktika für ihre Ausbildung. Es ist gut und wichtig, andere Sprachen zu lernen, um die eigene Sprache besser zu verstehen, aber auch Beziehung zu anderen Völkern und Kulturen herzustellen. Sprache als Schulung des Geistes, auch um geistvoll zu werden.
Eine englische Redewendung unterscheidet besser als die deutsche Sprache: Mind full or mindful: Geistvoll, voll des Geistes sein, oder den Kopf mit unnötigem gedanklichen Ballast voll haben. Es gilt konzentriert sein, hellwach, aufmerksam sein, am Leben voll teilhaben.
Ähnliches stellt auch der Galaterbrief 5,17.18 (alternative 2. Lesung) fest: „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch, denn diese sind einander entgegengesetzt.“ Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Streit, Eifersucht, Jähzorn, Neid, etc. Diese schlechten Eigenschaften machen den Geist voll mit Problemen und Themen, die daraus entstehen, bringen gefährliche Unruhe ins Leben, sodass für die guten Früchte, die dann verkümmern wie Freude, Friede, Freundlichkeit keine Entfaltungsmöglichkeit besteht.
Mit Hilfe des guten Geistes geht es um das Bemühen des Menschen, die Vollkommenheit anzustreben. „Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse.“ (Röm 7,15). Anders gesagt: Gebote sollten zum Guten anleiten und hinführen, aber als schwache Menschen verstoßen wir mitunter sogar bewusst dagegen. Da stimmen dann menschlicher und göttlicher Geist nicht mehr überein. Gleichgültigkeit, Erschöpfung, vielleicht auch Depression fördern noch das Auseinandertriften von menschlichem und göttlichem Geist.
Das Evangelium spricht aber noch eine bemerkenswerte Situation an: „Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“ (Joh 20,19). Dieser Satz wird sogar wiederholt…
Die Auferstehungssituation ist vollkommen neu, noch nie dagewesen. Die Angst vor weiteren Niederlagen, dazu noch die Traurigkeit beherrscht das Denken der Jünger. Vor Angst machen sie alles zu, um nicht auch den kleinen Rest der Sicherheit preiszugeben. Jesus offenbart sich wieder. Er hilft dem menschlichen Geist auf die Sprünge mit der Friedensbotschaft, auch, um nach dieser Krisenzeit das Vertrauen zu stärken.
Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für den Frieden als ganzheitliches Wohlergehen auf Erden: körperlich, geistig, seelisch; Friede mit der Natur und in der Natur. Daran mangelt es heute besonders heftig.
Weil sich der Geist auf verschiedene Weise in unserem Leben offenbart, müssen wir ganz da sein, die Zeichen der Zeit erkennen in der Natur, in der Sprache, im Verhalten unserer Mitmenschen, um das anbrechende Reich Gottes schon jetzt sichtbar zu machen, damit das Volk Gottes vom Geist Gottes durchflutet wird. Auf diese Weise bekommen wir jenen „Frieden, den die Welt nicht geben kann.“ (Joh 14,27).
Pfingsten wird von den Christen zum Termin des jüdischen Erntefestes gefeiert. Sie halten Ernte im Sinne der Früchte des Glaubens. Der Geist Gottes lässt vieles in reichem Maße wachsen. An uns liegt es, ob wir uns darauf einlassen.
In der jüdischen Tradition wird das Wochenfest - hebräisch: Schawuot - fünfzig Tage nach dem Fest der Ungesäuerten Brote gefeiert. Im Umgang der gebildeten Juden wurde dieses Fest griechisch benannt: »pentekoste«. Es kennzeichnet das Ende der Erntezeit, ist ein Fest des Dankes und zugleich auch ein Anlass zum Pilgern. In der Verkündigung an diesem Festtag wird des Bundesschlusses Gottes mit seinem Volk Israel am Sinaï gedacht.
An diesem jüdischen Erntedankfest feiert nun die Kirche, die Neusammlung des alten Israels, ihren speziellen Erntedank. Sie erfreut sich der Gaben des Heiligen Geistes, sie soll Anteil haben an seinen Früchten und aus der Kraft dieser anderen Ernte entstehen, werden und leben. Denjenigen, die sich durch das Mithineingenommensein in Christi Tod und Auferstehung zu einem neuen Bund versammelt haben, ist der Geist als Beistand verheißen. Im IV. Eucharistischen Hochgebet wird diese Erinnerung faszinierend formuliert:
Damit wir nicht mehr uns selber leben,
sondern ihm,
der für uns gestorben und auferstanden ist,
hat er von dir, Vater,
als erste Gabe für alle, die glauben,
den Heiligen Geist gesandt,
der das Werk deines Sohnes auf Erden weiterführt
und alle Heiligung vollendet.
Der Weg der fünfzig Tage nach Tod und Auferstehung Jesu beschreibt die Reifung der Ernte. Während der ersten Wochen nach Ostern hörten wir, wie die Menschen sich verwundert die Augen reiben: Sie begegnen dem Auferstandenen und fragen sich, was da läuft. Allmählich schlägt der Auferstehungsglaube Wurzeln. Dann die Fragen: Was hat die junge Gemeinschaft aller Glaubenden denn nun zu tun? Wie soll ihr Leben gehen?
Allmählich bilden sich dann Formen und Wege des Glaubenslebens und der Glaubensverkündigung heraus. Es ist ein Tasten und Suchen. Und in diese Suchbewegung hinein erfahren alle, die sich mit auf den Weg des Glaubens gemacht haben: Ihr geht nicht allein. Es fängt im kleinen Kreis an bei den Aposteln. Ihnen verheißt der Auferstandene den Beistand noch selbst. Wir hörten es im Evangelium.
Beim Erntefest fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu aber wird es groß und vielfältig. Da geht die Gabe Gottes an alle: So verschieden ihr seid - Parther, Meder und Elamíter - und so viele mehr, wie die Lesung sagt: "Euch allen ist gemeinsam der Heilige Geist verheißen, der euch Beistand sein will." Und so bekommt diese Suchbewegung der frühen Kirche eine neue gemeinsame Richtung und sie etabliert sich. Und genau jetzt bekommt sie ein Problem.
Vielleicht kennen Sie das: Gründerväter und Gründermütter sind Enthusiasten und Enthusiastinnen - das gilt in allen Bereichen, wo Neues entsteht. Die nächste Generation aber setzt sich ein wenig ins gemachte Nest. Ihr geht sehr oft die Aufbruchsstimmung des Anfangs ab. Bei der Kirche war und ist das nicht anders. Paulus sagt daher den Korinthern deutlich: "Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt." Es gibt in der Kirche keinen Moment, wo es ansteht, sich niederzulassen und das Werk als vollendet zu betrachten. Die Gemeinschaft der Glaubenden ist nie fertig. Mit Rückbezug auf den Kirchenvater Augustinus spricht das II. Vatikanische Konzil deswegen auch von der Kirche als wanderndes Volk Gottes. Bis heute.
Immer unterwegs. Immer anders. Immer aufbrechen. Die Vorstellung, dass diese Kirche in ihrer Form und Darstellung nichts ewig Verlässliches bietet, das löst an vielen Stellen immer wieder Unruhe, geradezu Panik und vor allem heftigste Gegenbewegungen aus. Sogar bei Bischöfen. Das, was war, muss immer bleiben. Dabei stellt man allerdings oft fest, dass das, was für seit ewig geltende Traditionen gehalten wird, meist ziemlich jungen Datums ist: Was sind in unserer Kirche schon fünfhundert Jahre bei einer Geschichte von zwei Jahrtausenden? Da darf man sich dann fragen: Woher kommt eigentlich die Angst, dass unsere Glaubensgemeinschaft sich verliert, wenn sie sich weiterentwickelt?
Wer meint, wenn die Kirche sich bewegt, reflektiert und verändert, dann kommt ihr das Gesicht abhanden, der hat diese Worte des Apostels Paulus an seine Gemeinde in Korinth nicht gehört: "Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen." - Seit Gott seinen Bund mit den Menschen geschlossen hat, gilt dieses Wort. Wir dürfen uns darauf verlassen und vorangehen. Sicher nicht blindlings, aber bestimmt mutig und engagiert.
Das Wirken des Heiligen Geistes ist eben kein leises Lüftchen, sondern ein recht ordentlicher Sturm. Das war schon in der ersten Lesung zu hören. Und im Korintherbrief des Paulus wird es sehr konkret. Paulus, ein frommer Jude, kannte natürlich den Psalm104, in dem es heißt: "Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu." Und wenn der Völkermissionar Paulus von diesem Geist Neues erwartet, ist das nicht eine fromme Worthülse, sondern sehr ernst. Und vor allem ist das: sehr konkret.
Wenn Paulus also an seine Gemeinde in Korinth die Worte schreibt: "durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie", dann hat er ein für damalige Zeiten sehr revolutionäres Bild vom Reich Gottes vor Augen. Denn diese Worte heißen nichts anderes als die Aufhebung der damaligen Gesellschaftsordnung. In den christlichen Gemeinden, so des Apostels sehr deutliche Weisung, ist die Frage, ob der und die Getaufte römisches Bürgerrecht oder gar Menschenrecht hat, völlig gleichgültig. In der Taufe werden alle eins in Christus. Und wer an diesen Gott glaubt, dessen Wille all das ist, der braucht sich auch nicht zu fürchten, weil in den Augen Gottes die Vorstellungen der Menschen nicht gelten und alles auf Gottes Weise in der Kraft des Heiligen Geistes gut kommt.
Was macht nun jede und jeder von uns damit? Vielleicht mag ein Wort aus einem nicht-christlichen Kontext uns Christinnen und Christen weiterhelfen: "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen einige Mauern, andere setzen Segel."
Das Pfingstereignis im Kreis der Apostel zeigt, dass der Geist Gottes wirkt, wie ER will. Das Pfingstfest ist eine Gelegenheit, dem Geist Gottes auch in unserem Leben Platz zu lassen.
Pfingsten, ein Fest mit Offenheit und Weite in allen Völkern und Nationen, mit den Gaben des Heiligen Geistes. Darauf weist bereits die erste Lesung hin. Kirche ist multikulturell, bunt, verschiedenartig und führt doch zur Einheit, ursprünglich also für alle offen. Deshalb konnte sich das Christentum durchsetzen, aus einer sehr kleinen Bewegung entsteht Weltkirche. Das merken wir auch weltweit in vielen Großstädten, auch hier in Wien mit verschiedenen christlichen Konfessionen.
„Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen“. Das ist eine Textzeile aus der Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ von Friedrich Schiller (1749-1805). Dort allerdings ist der Inhalt ein trauriger, weil er von der Ermordung des Dichters Ibykus handelt. Für die Buntheit und Pluralität der Kirche spricht aber dieses Zitat allemal. Nur mit der Einheit haben wir oft Schwierigkeiten, weil sie gar nicht so selten mit Uniformität verwechselt wird, die ja kaum Buntheit zulässt. Der Hintergrund dabei ist Angst vor Identitätsverlust und auch Machtgehabe, weil immer auch das Bestreben da ist, alles zu besitzen und zu beherrschen. In der Kirchengeschichte haben wir damit traurige Erfahrungen gemacht, wie das Beispiel des Ritenstreits in Indien in den Jahren 1610 bis 1740 zeigt.
Die zweite Lesung bringt noch einen weiteren Aspekt zur Sprache. Dort hören wir von der Kirche als „Leib Christi“. Der Leib ist durchlebter Organismus in dem jedes Glied seine Aufgabe hat. Das ist schon antike Weisheit, zu finden bereits bei Menenius Agrippa Lanatus (um 540 v. Chr. bis 493 v. Chr.), dann wiederzufinden bei Titus Livius (59 v. Chr. bis 17 n. Chr.) in „Ab urbe condita“ 2,32-33 unter dem Titel „Vom Körper und dem Magen“ und wird etwas später bei Paulus im 1. Korintherbrief wieder aufgenommen: Der faule Magen, angespielt auf die Patrizier (die Reichen), will nichts beitragen zum guten Leben, das die Plebejer (die Armen) sicherstellen. Deshalb rebellieren die Glieder (der Armen) durch Schmerzempfinden. Die Lehre daraus: Jedes Glied muss und soll seine Aufgaben erfüllen, sonst kommt es zu Magenverstimmungen, also Schmerzen bzw. zu organischem Leiden. Das betrifft den ganzen Körper. Kirche als „Leib Christi“ heißt: „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.“ (1 Kor 12,13). Gemeinschaft funktioniert nur, wenn alle ihre Talente und Begabungen einbringen.
Das wird uns durch das Evangelium, das wir bereits zu Ostern hörten, in Erinnerung gebracht. Wir bekommen Gaben des Heiligen Geistes geschenkt wie Erkenntnis, Weisheit, Einsicht, Ehrfurcht, Gottesfurcht, Stärke, Frömmigkeit, die sich in den Früchten des Heiligen Geistes auswirken sollen, wenn wir diese Geschenke annehmen und damit arbeiten. Diese Früchte sind: Liebe, Friede, Freude, Geduld, Güte, Treue etc. Tragende Begriffe, damit wir etwas begreifen sind etwa Friede - heute im Evangelium zweimal erwähnt - dazu das Geschenk des Heiligen Geistes. Genauso wichtig ist auch die Vergebung als Testfall für die Nächstenliebe. Voraussetzungen dafür sind Bereitschaft, wertschätzende Kommunikation und Begegnung auf Augenhöhe.
All das sollte die Gemeinschaft der Kirche leisten bis in die Pfarren und Familien. Aber schon in der Urkirche „verschlossen die Jünger aus Furcht die Türen.“ Jesus tritt aber herein, spricht den Sendungsauftrag auch für den Frieden aus, als österliche Botschaft. Wie ist das heute? Viel Krieg in der Welt, Ukraine, Sudan, Syrien, wieder einmal extreme Spannungen in Israel, viel Unrast, Unruhe auch bei uns aus Angst vor existentiellem Absturz, Angst macht eng.
Und die Kirche? Papst Franziskus sprach von der „Kirche als Lazarett“ für gesundheitliche, soziale und karitative Dienste. So soll sie sich zeigen mit Gott als Kraftquelle in den Sakramenten. Diese sind Medikament für den ganzheitlichen Menschen. Manche bleiben aber bei den Energydrinks mit anregender Wirkung auf den Organismus und die Psyche stecken und denken gar nicht an die innere Kraft des Heiligen Geistes, der Beziehung schafft.
Pfingsten - wieder einige freie Tage zum Nachdenken über diese Festtagstexte. Vielleicht können Sie diese von Gott geschenkte Zeit dazu verwenden, sich auszuruhen, den Geist Gottes auf sich wirken lassen und nicht in einem überfüllten Freizeitprogramm die Tage verstreichen lassen.
Notwendiger denn je brauchen wir den Heiligen Geist Gottes, um die großen Probleme der Menschen zu lösen: Frieden schaffen, gerechte Verhältnisse zwischen Menschen und Völkern, Achtung vor der Würde eines jeden Menschen und allem Geschaffenen.
Das Pfingstereignis wird oft als Geburtsstunde der Kirche bezeichnet. Heute fragen sich nicht wenige, ob wir die Kirche überhaupt brauchen. In Österreich und Deutschland treten besorgniserregend viele Getaufte aus der Kirche aus; nicht nur aus der katholischen. Die einen, weil ihnen Glaube und Religion nichts mehr bedeuten, andere sagen: um an Gott zu glauben und als guter Mensch zu leben, brauche ich diese Organisation nicht. Manche "holen" sich von der Kirche nur einige feierliche Rituale wie Taufe, Firmung, Hochzeit. Sie sehen in der Kirche einen Dienstleister für schöne Zeremonien. Mittlerweile treten auch an keine Kirche gebundene Anbieter religiöser Zeremonien auf und bieten ihre Dienste an.
Braucht es unter diesen Umständen die Kirche noch? Wozu braucht es eine Kirche? Wozu brauche ich eine Kirche?
Im Johannesevangelium haucht Jesus seinen Jüngern am Tag der Auferstehung den Heiligen Geist ein und sendet sie, den Menschen die Sünden zu erlassen und sie mit Gott zu versöhnen. Nach der Lesart des Johannes gilt dieser Auftrag unverzüglich, nicht erst fünfzig Tage später.
Braucht es dazu eine Kirche? Von welchem Selbstverständnis ist eine solche Kirche geleitet?
Gegenwärtig steht die ganze Menschheit vor der großen Herausforderung, Frieden zu schaffen. Wie kann es gelingen, Kriege zu beenden? Wie kann es gelingen, nebeneinander oder gar miteinander zu leben, Zukunft zu gestalten, wo so viele gegensätzliche Interessen aufeinanderprallen? Jedes Volk ist bestrebt, sich gegenüber den anderen Vorteile für sich herauszuschlagen.
Lange haben wir darauf vertraut, dass dies durch Aufrüstung und gegenseitige Abschreckung erreicht werden könne. Dann hielten wir gemeinsames Wirtschaften und wechselseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten für den Schlüssel zum Frieden und wachsenden Wohlstand. Die unseligen Kriege in Syrien, Afghanistan und in der Ukraine führen uns vor Augen, dass diese Rechnungen nicht aufgehen.
In seiner Abschiedsrede vor seinem Tod sagt Jesus zu seinen Jüngern: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch." (Joh 14,27). In seiner ersten Begegnung mit den Jüngern am Tag der Auferstehung, sagt Jesus zweimal zu ihnen: "Der Friede sei mit euch!". Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: "Empfangt den Heiligen Geist!" (Joh 20,19-23). Er sendet sie aus, Sünden zu vergeben und die Menschen miteinander und mit Gott zu versöhnen.
Der Geist Jesu Christi, der Heilige Geist Gottes zeigt uns Wege, Frieden zu stiften und gibt uns die Kraft, Frieden zu schließen. Grundlage dauerhaften Friedens ist die Anerkennung und das Respektieren der Würde eines jeden Menschen, gerechte Verteilung der Lebensgüter und Ehrfurcht vor der Schöpfung.
Menschen, die sich diesem Heiligen Geist Gottes öffnen, die sich den Geist Jesu Christi aneignen, ohne ihn für sich selbst zu missbrauchen, sind im besten Sinne "Schüler", Jünger Jesu. Am Anfang dieser Jüngerbewegung nannte man alle, die sich um diesen Jesus von Nazareth geschart haben und ihn als ihren Herrn (griechisch: Kyrios) versammelt haben, »Kyriake«. Daraus ist später unser Wort Kirche geworden.
Wenn wir auf diesen Ursprung schauen, wird deutlich, was wir vor allem bauchen: Menschen, die sich vom Heiligen Geist Gottes leiten lassen. Wir brauchen Menschen, die zusammenkommen, um sich in den Geist Jesu Christi zu vertiefen. Wir bauchen Menschen, die bereit sind, diesen Geist den Menschen bekannt zu machen. Wir brauchen Menschen, die im Sinne dieses Geistes Frieden stiften und die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden schaffen. Solche Menschen brauchen wir heute wie eh und je. Wie sich diese Menschen zusammenschließen und organisieren, ist zweitranging und hat sich im Laufe der Jahrhunderte vielfach geändert.
Eine solche Rückbesinnung auf den Ursprung ist für alle, die beanspruchen, Kirche Jesu Christi zu sein, eine große Herausforderung. Sie dürfen nicht müde werden, sich am Geist des Jesus von Nazareth zu erneuern. Und das ist mehr als schöne Zeremonien zu feiern, mehr als Traditions- und Brauchtumspflege, mehr als das Streiten um Prinzipien und Lehrmeinungen.
Entscheiden Sie selbst, ob Sie die Kirche in ihrem ursprünglichen Sinn brauchen. Entscheiden Sie selbst, in welcher Weise Sie den Heiligen Geist Gottes in die Welt hineintragen.
Der Heilige Geist ist nicht greifbar: »Wind«, »Luft«, »Feuer«. Wir entdecken ihn in seiner Wirkung auf die Menschen.
Pfingsten - Fest des Heiligen Geistes, Geburtsstunde der Kirche, viele Frauen und Männer in Jerusalem, eine bestürzte Menschenmenge, viele Sprachen und Kulturen. In der Apostelgeschichte lesen und hören wir von der Urgemeinde, die Jünger fürchten sich, sperren sich ein, von einem Sturm ist auch die Rede. Soweit der äußere Rahmen, nicht sehr angenehm. Im Evangelium bei Johannes finden wir dann endlich Trostworte: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“ und: „Friede sei mit euch, empfangt den Heiligen Geist.“
Wie sollen wir mit diesen Schilderungen umgehen? Was sagt uns das Pfingstfest heute? Da ist schon die 1. Lesung sehr gegenwartsbezogen: der Sturm bringt frische Luft. Manche können das nicht aushalten, es ist zu kalt, irgendetwas muss sich ändern, Wärme, Feuer wäre dazu notwendig. Feuer, das Symbol für Begeisterung. Da ist das Wort „Geist“ enthalten. Sie kennen die Redensart: Jemand ist Feuer und Flamme für den Sport, für die Musik. Jemand brennt darauf, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, brennt für einen Beruf, ist begeistert davon. So kann der Beruf zur Berufung werden.
Unser Pfingstfest (griechisch: pentekoste), 50 Tage nach Ostern kommt aus dem jüdischen Schawuot als Erinnerung an die Gesetzgebung auf dem Sinai, durch Mose an das Volk weitergegeben, damit es in Gottes Spur, in Jesu Spur bleibt, denn es heißt: „Der Vater und ich sind eins“ (Joh 10,30). Obwohl die Menschen aus verschiedenen Kulturen stammten und in ganz unterschiedlichen Sprachen redeten, verstanden sie in ihren Sprachen „die Großtaten Gottes.“ Schon merkwürdig für uns heute. Manche tun sich schwer, eine Sprache zu erlernen, andere wieder wollen das auch gar nicht, wieder andere sind sprachliche Talente, haben die Begabung, also Gabe, etwas besonders gut zu können, muss nicht nur eine Fremdsprache sein.
Wir sprechen von den Gaben des Heiligen Geistes, die jeder von uns in ganz unterschiedlicher Form mitbekommt. „Es gibt verschiedene Gaben, aber nur den einen Geist“ (1 Kor 12,4). Keiner hat alle Gaben und Begabungen. Wir erleben zu Pfingsten ein Sprach- und Hörwunder. Wieso kann Gottes große Taten jetzt plötzlich jeder in seiner Sprache verstehen? Der LOGOS, die Sprache, wird dem Menschen eingehaucht, er ist Luft, Atem. Das neugeborene Kind kommt mitunter mit einem Schrei zur Welt. Zum Sprechen braucht man Atem - Symbol des Heiligen Geistes. Gott haucht den Menschen Atem und damit Leben ein.
Aber gibt es nicht so viele Missverständnisse in der Welt, die zu Gewalt, Kriegen und Leid führen? Ja, leider. Das ist der böse Geist. Hier wäre die Unterscheidung der Geister notwendig. Ein Kurztext von Lene Mayer-Skupanz (geb. 1939) mit dem Titel „(Vater) mit jedem redest du anders“ zeigt, wie unterschiedlich wir miteinander reden. Da hört der Bub, dass der Vater, ein Zahnarzt, mit den verschiedenen Menschen, die er trifft, sich sprachlich auf ihre Lebenssituation einstellt. Das tun wir Erwachsene ja auch. Menschen etwa gleichen Alters reden anders miteinander als mit Kindern. Ausschlaggebend für unterschiedliche Sprechweisen sind auch Ort, die Zeit, das Thema. Auch Gott redet mit jedem einzelnen sehr persönlich. Er redet, wenn wir schweigen. Jedes Gespräch braucht Pausen. Gott leitet seine Botschaft damals und heute weiter in verschiedene Sprachen und Kulturen. Und dort wieder ganz persönlich zu jedem Menschen. Und nicht nur das: Er beschenkt uns mit seinen Gaben, damit der Mensch sich in Freiheit entfalten kann zu seiner Freude, aber auch zum Wohl und zur Freude anderer.
Es kommt leider auch vor, dass wir Gaben und Talente nicht zur Entfaltung bringen durch Eigenverschulden oder aber, dass andere Begabungen verhindern, das geht hin bis zu Berufungen. „Du bist dafür nicht geeignet“. „Gib her, ich mach das schneller und besser“. „Das kannst du später auch noch lernen oder tun.“ Oft auch bedarf es der List des Heiligen Geistes den Begabungen, Berufungen doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Der Geist Gottes soll zum Göttlichen im Menschen führen. Das ist auch aus dem Evangelium herauszulesen. Friede braucht innere Gestimmtheit, ist nicht nur Abwesenheit vom Krieg. Heilung: Wunden verheilen oft schwer. Sie werden in den verklärten Wundmalen in der Osterkerze angedeutet, letztlich wird alles gut.
Der evangelische Theologe Karl Barth nennt den dritten Band seiner Dogmatik: „Der Geist als Grund der Seele und des Leibes.“ So können wir sagen, dass der Heilige Geist als innere Autorität des Menschen wirkt. Versuchen wir in unserem Leben, suns von dieser göttlichen inneren Autorität leiten zu lassen.
Der Heilige Geist ist die österliche Gabe Jesu. Im Vertrauen auf ihn können wir im Blick auf die Kirche und auf die gesellschaftlichen Entwicklungen zuversichtlich sein. Die Gabe des Heiligen Geistes ist aber auch Sendung. Er bewegt Menschen, sich mutig für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.
Fast 2000 Jahre lang gibt es unsere Kirche schon. Vieles ist in dieser Zeit geschehen, es gab unzählige Hochs und Tiefs. Auch heute ist die katholische Kirche in einer Krise. Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir mit Sicherheit mehrere Baustellen oder Krisenherde. Doch nicht Fatalismus ist es, der mich sagen lässt, dass wir uns um die Zukunft der Kirche keine großen Sorgen machen müssen, sondern ein Blick in das heutige Evangelium.
Bei verschlossenen Türen saßen die Jünger Jesu beisammen, die Osterbotschaft von der Auferstehung hatte ihre Herzen noch nicht erreicht. Und genau diesen ängstlichen und unsicheren Jüngern begegnet Jesus noch einmal. Zwei Geschenke bringt er ihnen mit: Zum einen seinen Frieden – gleich zweimal sagt er zu ihnen „Friede sei mit euch!“ - und zum anderen den Heiligen Geist. Jesus haucht die Jünger an und haucht ihnen gleichsam neuen Geist, neues Leben ein. Mit diesem Geistempfang ist ein Auftrag, eine Sendung Jesu verbunden. Die Jünger sollen Sünden vergeben. Ein großer Auftrag, der uns auch heute gilt. Zu vergeben fällt oft schwer, wie leicht bin ich gekränkt, und wie oft steht mir mein Ego im Weg, wenn es darum geht, jemandem zu verzeihen.
Heute Jüngerin oder Jünger Jesu zu sein, ist eine Herausforderung. Unsere Gesellschaft wird zusehends säkularer, vielen Menschen fehlt die Zeit, sich auch noch um Religion zu kümmern, Kirche und das, was sie zu bieten hat, scheint nicht relevant zu sein. Für diese Probleme kann ich keine Lösung anbieten, doch ich kann einige Erfahrungen aus meinem Leben teilen. Der Weg des Glaubens führt mich nicht immer geradeaus, ich habe schon einige Umwege und auch Irrwege beschritten. Oft fühle ich mich ähnlich wie die Jünger, und manchmal wäre es verlockend, sich einzusperren. Doch Jesus traut auch mir etwas zu, er schenkt auch mir die Gaben des Heiliges Geistes. Dieser Geist ist es, der mir Mut macht, der mich antreibt, mich weiterhin für die Frohe Botschaft einzusetzen. Da hängt nicht alles von mir ab, doch ich trage Verantwortung für mein Leben, für die Schöpfung, für mein persönliches Umfeld.
Als Christin habe ich die Aufgabe, dem Heiligen Geist, der heute in mir und durch mich wirken möchte, zumindest nicht im Weg zu stehen. Dieser Geist Gottes begegnet mir überall dort, wo es gelingt, neue Wege zu beschreiten, wo etwas in Bewegung kommt, wo echte Begegnung geschieht. Wenn ich mich vom Geist Gottes beleben und ermutigen lasse, kann Neues entstehen und Bewährtes weiterwirken. Jeder Mensch ist von Gott beschenkt mit verschiedenen Gaben. Wenn wir in aller Verschiedenheit miteinander am Reich Gottes weiterbauen, ist uns die Unterstützung des Heiligen Geistes gewiss. Unsere Welt und unsere Kirche brauchen Menschen, die den Auftrag Jesu zur Vergebung wahrnehmen und die sich mutig für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Seien wir mutig, wagen wir es und lassen wir uns vom Geist Gottes leiten und inspirieren.
Viele klagen, dass durch den Lockdown der Coronamaßnahmen, die Wirtschaft zum Stillstand gekommen sei. Welche Kräfte treiben sie an? Genügt es, ausreichend "Geld in die Hand zu nehmen"? Pfingsten fordert uns heraus, über die geistigen und geistlichen Kräfte nachzudenken, die unser Leben leiten.
In den vergangenen Tagen kursierte eine Beobachtung des Kabarettisten, Schauspielers und Autors Michael Niavarani in den sozialen Netzwerken: "Ist nicht erstaunlich, dass die Wirtschaft zugrunde geht, wenn die Menschheit 8 Wochen lang sich nur das kauft, was sie wirklich braucht? Ist doch arg, oder? 8 Wochen lang nur Lebensmittel gekauft und was man ganz dringend braucht und die Wirtschaft geht zugrunde."
Was treibt die Wirtschaft wirklich an? Die Regierungen rund um die Welt versuchen, die ins Stocken geratene Wirtschaft mit unvorstellbaren Geldsummen wieder in Bewegung zu bringen. "Koste es, was es wolle!" hat die österreichische Regierung als Motto ausgegeben. Abgesehen davon, dass das in Aussicht gestellte Geld nicht so rasch fließt wie versprochen, greifen nach und nach Zweifel um sich, ob sich auf diese Weise der Wirtschaftsmotor wieder so einfach starten lässt. Die Gastronomiebetriebe haben zwar wieder geöffnet, die erhofften Gäste sind aber vorerst ausgeblieben. Was hindert sie zu kommen? Sind es nur die strengen Auflagen? Ist es die Angst vor Ansteckung, vor einer "zweiten Welle"? Oder hat ein Umdenken eingesetzt, dessen Folgen wir noch nicht abschätzen können? Die Kulturbetriebe und der Tourismus sehen düstere Zeiten heraufdämmern.
Was motiviert die Menschen, ins Gasthaus zu gehen, auf Urlaub zu fahren oder Kultur zu genießen? Was steuert sie? Wie sehr sind wir konsumgesteuert, angstgesteuert, geldgesteuert, triebgesteuert, vernunftgesteuert? Viele haben in den Wochen des Lockdown die Erfahrung gemacht, dass man auch einfacher gut leben kann. Wir haben 8 Wochen unfreiwillige Nachdenkzeit hinnehmen müssen. Man wird sie nicht ungeschehen machen können; auch nicht, wenn alle Einschränkungen aufgehoben sind. Niemand kann die Folgen abschätzen.
In den Lesungen haben wir vom Pfingsterlebnis der Anhänger Jesu gehört. Sie waren in einen unfreiwilligen Lockdown hineingeraten. "Aus Furcht vor den Juden" haben sie sich eingesperrt. Die Furcht vor den Juden war es nicht allein. Auch allgemeine Ratlosigkeit hat das Ihre dazu beigetragen. Abwarten und beten… Viel mehr an Möglichkeiten eröffneten sich zunächst nicht. Fünfzig Tage Lockdown.
Wenn wir auf die biblischen Erzählungen genauer hinschauen, passierte in dieser Zeit des Rückzugs doch einiges mehr: die Jünger begannen sich neu zu ordnen. Sie wählten einen Ersatz für Judas, damit die Zwölfzahl wieder vollständig war. Sie tauschten ihre Erfahrungen aus und begriffen nach und nach, dass Jesus lebt und weiterwirkt; allerdings anders als sie es bis dahin gewohnt waren und sie gerne fortgesetzt hätten. Die 50 Tage des biblischen Lockdown veränderten ihr Bewusstsein. Die Angst begann zu weichen, ihre alten messianischen Phantasien und Rollen, die sie sich im Reich des Messias erträumten, waren Makulatur wie der Budgetentwurf des Finanzministers. Ein neues Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen begann zu wachsen. Wie ihr Landsmann Jesus begannen die Provinzler aus Galiläa in Jerusalem, der Welthauptstadt der Religion, "Gottes große Taten zu verkünden". Die große Überraschung: Die Leute verstehen, was sie zu sagen haben. Sie werden gehört und von vielen ernst genommen. Das Wunder ist perfekt.
Was ist geschehen? Ein neuer Geist treibt sie an. Oder ist es doch der schon bekannte Geist Jesu? Theologisch wird das alles noch ausdifferenziert und ausformuliert werden müssen. Was da geschehen ist, lässt sich nur mit Symbolen beschreiben; mit einem Sturmwind, mit Feuerflammen und Feuerzungen.
Das Pfingstfest konfrontiert uns mit der Frage, was treibt uns heute an? Was motiviert uns heute? Welcher Geist bewegt uns? Wessen Geistes Kinder sind wir?
Gesellschaftlich:
Die Coronakrise und der Lockdown stellen in Frage, was wir gesellschaftlich bisher als normal betrachtet haben: Wachstum, wirtschaftlichen Erfolg, Wohlstand, materielle Werte, Sicherheit, Freiheit… Reicht das für ein gutes Leben aller? Braucht es nicht auch eine neue Lebenseinstellung? Ein neues Verhältnis zur Natur? Als Menschen sind wir Teil der Natur, nicht Herren der Schöpfung. Ein neues Verhältnis zum Schöpfer, bzw. zur geistigen Dimension allen Lebens.
Die Krise hat uns gezeigt, dass geistige Ressourcen in der Gesellschaft in einem viel stärkeren Ausmaß vorhanden sind, als viele unserer Zeit zutrauten: Bereitschaft zu Solidarität, Wertschätzung des Lebens – auch der Menschen, die nicht mehr produktiv sein können, Bereitschaft zur Mitverantwortung jenseits einer moralinsauren political correctness und polizeilicher Kontrollen. Wie können diese geistigen Kräfte unserer Gesellschaft gepflegt und weiter entfaltet werden?
Kirchlich:
Das kirchliche Leben befindet sich in meiner Wahrnehmung schon längere Zeit in einem Lockdown; länger als uns lieb sein kann. Wir haben uns in vielfacher Hinsicht selbst gefesselt durch starres Festhalten an alten Formen, Regeln und theologischen Formeln. Mit kleinkarierten Streitigkeiten und Rivalitäten haben wir uns vielfach lächerlich gemacht. Die moralische Autorität der Kirche hat durch Klerikalismus, geistigen und sexuellen Missbrauch sowie durch zwielichtige wirtschaftliche Machenschaften schweren Schaden genommen.
Gleichzeitig beobachten wir hohe Wertschätzung des caritativen Engagements der Kirchen, ihres Einsatzes für Menschenwürde, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit. Die Kirche verfügt aus ihren geistigen Grundlagen heraus über einen reichen Schatz an Erfahrungen und Lebensweisheit. Als Kirche stützen wir uns auf die Zusage Jesu, dass er mit seinem Heiligen Geist immer bei uns ist und in uns und durch uns wirkt. Doch wieviel Raum geben wir dem Heiligen Geist? Lassen wir uns von ihm antreiben oder treiben andere Interessen unser kirchliches Handeln?
Aber auch persönlich ist jeder/jede von uns mit der Frage konfrontiert: Von welchem Geist, von welchen Motiven lasse ich mich leiten und antreiben? Braucht es erst einen persönlichen Lockdown in Form einer persönlichen Krise, einem Burnout oder einer schweren Krankheit, dass ich zum Nachdenken komme? Wie nachhaltig und wie krisenfest sind meine persönlichen Lebensziele? Von welchen Werten lasse ich mich leiten? Man kann sich dem Heiligen Geist auch öffnen, ohne dass man durch eine Krise dazu genötigt wird.
Die Tradition zählt sieben Gaben des Heiligen Geistes auf: Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Habe ich schon alle entdeckt und schätzen gelernt? Pfingsten ist Anlass, den Heiligen Geist darum zu bitten, und Einladung, seine Gaben für mein persönliches Leben fruchtbar zu machen.
Aus den biblischen Texten sticht das Wort "alles" hervor. In ihm verbirgt sich die Liebe Gottes. Somit wird dieses Wort zum Schlüssel zum Verständnis des Wirkens des Heiligen Geistes.
Zu Pfingsten werden zwar keine Eier versteckt, aber auf ein Suchspiel können wir uns heute doch noch einlassen. Wir suchen ein Wort. Es können auch mehrere sein, wenn sie einfach zusammengehören. Ein kleines Versteckspiel?
Fangen wir einmal mit der ersten Lesung an. Sie ist aus der Apostelgeschichte des Lukas. Gleich im ersten Satz heißt es: „Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort.“ Das macht schon neugierig! Alle an einem Ort? Wie das? Die Geschichte nimmt dann eine unerwartete Wendung: „und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Schon wieder: „alle“! Nichts Handverlesenes! Keine Bedingungen! Keine Einschränkungen! Einfach: „alle“. Fast schon spiegelbildlich wird von einem großen Staunen berichtet.
„Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamíter,
Bewohner von Mesopotámien, Judäa und Kappadókien… und so weiter“.
Ist „jeder“ hier nicht: „wir alle“? Eine wundersame Wendung. Die ganze Welt scheint hier zu sein – und alle werden in eine Geschichte hineingenommen, die sie sich nicht hätten träumen lassen. Alle verstehen! „Wie bitte“ sagt hier keiner. Wir – alle – hören in unseren Sprachen Gottes große Taten. Alles klingt so selbstverständlich.
Alles!
Sollen wir noch ein wenig weiter suchen? In seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt Paulus: Es gibt zwar viele Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott! Und: Er bewirkt alles in allen.
Ist das ein Zufall? Alles in allen! Das ist uns in der 2. Lesung begegnet, zugesprochen und anvertraut.
Gemeint sind die vielen Gnadengaben, die Charismen – oder einfacher gesagt: Jedem Menschen ist etwas Besonderes, Schönes, Einmaliges geschenkt. Wenn die Menschen, alle, wir alle, das teilen, sind alle reich. Paulus hat sogar den Mut, Bruder Leib als Zeugen anzurufen: alle Glieder, vom Kopf bis zu den Füßen, tragen, halten und bewegen uns. Ich kann sagen: Mir tun heute die Füße weh. Oder: mein Bauch knurrt. Oder: Meine Kehle ist ganz trocken. Aber ich bin ein einzigartiger Mensch, Ebenbild Gottes. Paulus zieht Konsequenzen daraus:
„So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist
wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen,
Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.“
Da ist es wieder, schon wieder: alle in Christus aufgenommen – alle mit dem einen Geist getränkt. Die Taufe wird zum Schlüssel für eine riesige Erfahrung: alle sind geliebt, begabt, beauftragt. Alle!
Ein Leib! Christus!
Ich kann von meinen müden Füßen reden. Sie gehören zu mir. Mein Körper. Aber jetzt gerät der andere Mensch in den Blick. Er kann auf verlorenem Posten stehen, sich hinter einer Maske verschanzen, sich vor jedem Tag fürchten. Er kann in sein Unglück rennen, mit dem Kopf durch die Wand wollen, alles verspielen. Und: er gehört zu mir. So, wie ich zu ihm. In Christus. Wir sind sein Leib. Alle! Wir können auch nur zusammen funktionieren, zusammen gehen, zusammen leben. Paulus spricht davon, dass wir alle mit dem einen Geist beschenkt wurden. Wieder: keine Bedingungen, keine Einschränkungen, keine Bedenken.
Aller guten Dinge sind bekanntlich „drei“. Im Evangelium finden wir tatsächlich das Wort „alle“ auch wieder. Eine Überraschung? Oder weil es pfingstlich ist? Womöglich eine „Geistesart“? Die Art des Geistes? Jesus sagt:
„Der Beistand aber, der Heilige Geist,
den der Vater in meinem Namen senden wird,
der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
„Alles lehren“ – „alles erinnern“! Was Jesus gesagt hat. Alles! Hier laufen alle Fäden zusammen, alle unsere Gedanken finden ihre Mitte, alles bekommt seine Kraft. Eine neue Perspektive tut sich hier auf. Wir werden – haben Sie das gemerkt – zu „Alleswissern“! Eine gewagte Sache: Jesus hat vor so langer Zeit gepredigt, vor so langer Zeit Zeichen gesetzt. Die Distanz ist kaum zu überbrücken. Sie reicht über Jahrhunderte. Doch uns wird alles gelehrt, alles erinnert? Ein bisschen ratlos bin ich schon. Ich sehe viele Puzzleteile, höre auseinandergehende Meinungen, werde von Ansprüchen, auch von Wahrheitsansprüchen, ständig herausgefordert. Was soll ich glauben? Alles? Von wem? Wenn ich etwas nicht bin, dann „Alleswisser“!
Jesus verspricht uns einen Advokaten, einen, der dem Wortsinn nach für uns spricht, für uns eintritt, uns verteidigt. Ich bin nicht allein, wenn ich angeklagt werde, auch nicht, wenn ich mich anklage und vor dem Tribunal meines Lebens nicht bestehen kann. Wenn ich nichts mehr verstehe. Wenn mir nichts mehr bleibt. Ein größeres Geschenk als einen Fürsprecher kann es nicht geben. Er sagt, was ich nicht sagen kann. Er weiß, was ich nicht verstehe. Er hört, was im Himmel beschlossen wird. Der Heilige Geist ist ein Meister, allen Dingen ihren Grund zu geben, Größenwahn klein zu machen und Verstummten den Mund zu öffnen. Der Heilige Geist ist der Fürsprecher, der, der für uns eintritt. Er vertritt uns sozusagen anwaltlich bei Gott. Der höchsten Instanz.
Das Wissen ist nicht das, was im Internet aufbewahrt, vermehrt und verschlüsselt wird. In dem „alles“ versteckt sich die Fülle des Lebens, das größer ist, weiter geht, tiefer reicht als alle Daten, Fakten, Gerüchte, Bücher, Filme und Rätsel. Kann es so etwas geben? Wissen ist doch darauf aus, sich ständig zu vermehren – und das immer schneller. Neue Computer werden entwickelt, optimiert, immer leistungsfähiger. Mit schier unendlichen Speicherkapazitäten und Geschwindigkeiten, die den Atem rauben. Ob Jesus das im Blick hat? Ist das „alles“? Doch in dem „alles“ offenbart sich die – Liebe. Die Liebe Gottes. Sie schenkt dem Wissen eine Bescheidenheit, eine Weisheit, eine Klarheit, die allen Dingen, auch den einfachen und verletzlichen, einen Glanz schenkt, der nur aus dem Himmel kommen kann. Nicht die Menge macht es, nicht, was gezählt und gesammelt werden kann – alles wird an der Liebe gemessen. Alles zu wissen heißt: zu sehen, zu verstehen, wie die Liebe alles wägt, was wir zu wissen glauben. Alles zu wissen heißt: aus dem Bann der Dinge herauszutreten, die nur sich selbst sehen können, sich vermehren, sich im Unendlichen verlieren.
Paulus schreibt:
„Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt,
damit sie anderen nützt.“
Das Zauberwort von Pfingsten ist: „alle“. „alles“. So einen Geist zu haben, löst viele Versteckspiele auf!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Durch das Pfingstereignis wurden die Jünger dazu befähigt, ganz in die Nachfolge Jesu einzusteigen. Jesus selbst hat sein Pfingsten bei der Taufe im Jordan erlebt, als der Hl. Geist auf ihn herabkam und ihn antrieb, die Frohe Botschaft vom Reich Gottes durch Wort und Tat zu verkünden. Der Geist befähigt auch uns, in Wort und Tat Zeugnis von von unserem Glauben an das Wirken Gottes zu geben.
Die biblischen Texte zum heutigen Pfingstfest stellen uns drei Bilder vor Augen, die uns zur Besinnung anregen sollen. Sturm und Feuer als Charakterzug und Wesen des Hl. Geistes, der die Apostel und Anhänger Jesu mit Lebendigkeit, Mut und Kraft erfüllte. Das zweite Bild betrifft die Sprache, die von allen Anwesenden verstanden wurde. Das dritte Bild berichtet vom öffentlichen Auftreten der Jünger, die sich bisher mehr versteckt hielten. Von nun an sind sie bereit, sich offen und ohne die bisherige Furcht zu ihrem Glauben an Christus zu bekennen.
Pfingsten wiederholte sich vieles, was im Leben Jesu geschah. Viele Jahre lebte dieser in Nazaret das normale Leben der jüdischen Gläubigen, ohne besonderes Aufsehen zu erregen. In seinem Bemühen, Glauben lebendig zu leben, macht er sich – wie viele andere damals – dann auf den Weg zum Jordan, um die aufrüttelnde Botschaft Johannes des Täufers zu hören. Offen für Gott und einen lebendig gelebten Glauben erfährt Jesus am Jordan sein Pfingsten. Bei seiner Taufe senkt sich Hl. Geist auf ihn herab. Von nun an beginnt Jesus sein öffentliches Auftreten und Wirken, wie es bei den Aposteln nach dem Empfang des Hl. Geistes geschah.
Wie sehr Jesus vom Hl Geist erfüllt war, zeigt sich in seiner Sprache. Wohlwollen, Güte, Erbarmen enthalten seine Worte. Immer neu wirbt er um das Vertrauen in Gott und verkündet diesen als den Barmherzigen und alle Menschen Liebenden. Auf diese Weise ermutigt er, die Verbundenheit mit Gott zu suchen, zu vertiefen und zu beleben. Jesus enthält sich der Worte, die beleidigen, jemanden blamieren, Streit heraufbeschwören, verurteilen oder beiseitestoßen. Gegenseitige Achtung, Versöhnung, Friede sollen Einzug halten und das Leben der Menschen prägen. Diese Weise des Handelns sollen die Jünger und Christen übernehmen.
Neu war für viele Juden wohl, dass Jesus das Erbarmen Gottes allen zusprach: selbst denen, die im eigenen Volk abgelehnt wurden, sowie allen Völkern und Nationen. Die Israeliten hielten sich allgemein durch ihre Auserwählung durchaus für die Besseren, die Lieblinge Gottes. Dieses Denken durchbricht Jesus durch die Tat. Er wendet sich nicht nur den Ausgestoßenen im eigenen Volk zu. Seine Liebe erstreckt sich auch auf die Heiden, auf die er mehrfach zugeht. Ausdrücklich wird uns ein Satz Jesu überliefert, mit dem er den Glauben des heidnischen Hauptmanns hervorhebt: Einen solchen Glauben habe ich in ganz Israel nicht gefunden.
Was sich Pfingsten bei den Aposteln und Anhängern Jesu ereignet, ist der entschlossene Beginn, konsequent Jünger und Nachahmer Jesu zu werden. Vom Hl. Geist entflammt treten sie öffentlich auf. Ihr bisheriges sich versteckt-Halten hat ein Ende. Sie wissen, dass sie dafür werden leiden müssen, so wie Jesus bei seinem Auftreten Gegnerschaft und Leiden auszuhalten hatte. Aber die Erfahrung der Auferstehung Jesu drängt sie, gestärkt durch die Kraft des Hl. Geistes, den sie wie Feuer in sich spüren, entschlossen ans Werk zu gehen und ihre Zukunft in die Hände Gottes zu legen, wie Jesus es getan hatte.
Pfingsten soll sich auch in unserem Leben immer wieder ereignen. Heiligen Geist haben wir in der Taufe und im Sakrament der Firmung empfangen. Entscheidend und wichtig ist, dass sich in uns die Angst vor einem öffentlichen Bekenntnis zu unserem Glauben mindert und möglichst ganz verlässt. Daran will uns das Pfingstfest jedes Jahr neu erinnern.
Dass wir bei der Mühe um lebendig gelebten Glauben immer wieder auch Einbrüche erleben und Versagende sind, sollte uns vom öffentlichen Bekenntnis zu unserem Glauben nicht abhalten. Auch die Apostel und Jünger waren nach dem Pfingstereignis nicht fehlerlos. Aber sie ließen sich vom Hl. Geist neu zu Umkehr bewegen und in erneutem Streben und Ringen, das Leben nach dem Beispiel Jesu auszurichten. Dazu schenkt auch uns der Hl. Geist Kraft.
Wir müssen damit rechnen, dass auch wir bei öffentlichem Bekenntnis zum Glauben Gegnerschaft erfahren, Spott statt Anerkennung ernten, als unrealistisch oder gar dümmlich beurteilt werden. Wie Jesus vor seinen Gegnern und Spöttern nicht einknickte, so sollen auch wir uns vom Weg seiner Nachfolge und dem offenen Bekenntnis zu ihm nicht abbringen lassen. Hl. Geist wird uns dabei ermutigen und mit seiner Kraft zur Seite stehen.
Für die Praxis kann uns das Bild von der „Sprache, die alle verstanden“ Hinweis und Hilfe sein. Die Sprache, die alle ohne Übersetzung verstehen, gibt es; es ist die Sprache der Liebe. Jesus hat diese Sprache gesprochen. Er lässt Verunglimpfungen, Verurteilung, ein den anderen Blamieren nicht über seine Lippen kommen. Den unterschiedlichen Meinungen, die es im menschlichen Leben immer wieder gibt, stellte er sich und scheute sich dabei auch nicht zu mahnen. Aber es geschieht stets in Achtung des anderen. Wo wir uns diese Sprache der Achtung, Wertschätzung des anderen, des Wohlwollens und der Friedfertigkeit aneignen, dort reden wir nicht mehr aneinander vorbei, dort kommt es zur Verständigung, selbst mit denen, die uns fremd sind.
Die Sprache der Liebe kann sich auch in Werken und Taten ausdrücken. Mich hingeben, einbringen, helfen, das Gute und Schöne mit unterstützen, das alles spricht für sich, benötigt keine Worte und keine zusätzliche Erläuterung.
Pfingsten, der Tag, an dem die Apostel und Anhänger Jesu ihre Ängste aufgaben, um entschlossen in Wort und Tat von Jesus Zeugnis zu geben, will uns daran erinnern, den Hl. Geist auch in uns wirken zu lassen. Hl. Geist möge uns die Ängste nehmen, die uns abhalten, offen zu unserem Glauben zu stehen.
Lassen wir uns bewegen, die Sprache der Liebe zu sprechen in Wort und Tat, unabhängig davon, ob wir Anerkennung oder Spott ernten, geben wir durch unser Denken, Reden und Handeln Zeugnis von Jesus in unserer Zeit – entflammt vom Hl. Geist, der ermutigt, stärkt und beisteht.
Der Ursprung des Pfingstfestes wird von vielen nicht mehr gekannt. Ein buntes Völkergemisch pilgert nach Jerusalem. Sie verstehen die Großtaten Gottes, die ihnen vorgestellt werden. Ein utopische Ereignis fordert uns heraus.
Pfingsten ist ein Fest der Einheit. Das pfingstliche Sprachenwunder gibt zu verstehen, dass eine Einheit und gegenseitges Verstehen auf einer tiefer liegenden Basis möglich ist.
Vertraut ist der Hl. Geist als »Tröster« oder »Begleiter«. Er kann aber auch als »Auslöser« von Bewegung und Veränderung betrachtet werden.


Das Pfingstfest ist aus einem jüdischen Fest des Wortes Gottes herausgewachsen. Dieses bildet den Grudnrahmen. Vor dem Hintergrund der Sprachenverwirrung nach dem Turmbau zu Babel feiern wir es als ein Fest des sich Verstehens und der Gaben , mit denen uns der Geist beschenkt hat.
Charismatische Menschen können begeistern und mitreißen. Jesus von Nazareth war solch ein mitreißender Mensch. Auch wir können dem Geist, der von Gott kommt, Raum geben, wenn wir sagen: Yes, we can...
Vielleicht erinnern sie sich noch an diesen Wahlslogan von Barak Obama: Yes, we can. Dieses Motto hat abertausende Menschen begeistert und auch Hoffnungen geweckt. Barack Obama hat beide Präsidentschaftswahlen gewonnen, weil er mehr Menschen motivieren konnte zur Wahl zu gehen, als seine jeweiligen Herausforderer. Dies sagen jedenfalls die Wahlanalytiker.
Menschen, die andere begeistern können, die andere motivieren und mitreißen, sind Charismatiker. Sie haben eine ungeheure Macht. Denn Menschen, die von etwas begeistert sind, die motiviert sind, sind gefragt. Sie bringen frischen Wind und strotzen vor Energie.
Umgekehrt erleidet die Volkswirtschaft regelmäßig einen enormen wirtschaftlichen Schaden, wenn Arbeitnehmer unmotiviert sind und geistig schon längst ihren Job gekündigt haben, z.B. weil sie mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind, oder weil sie keine Perspektiven sehen.
Nicht umsonst stellen viele Fußball-Profivereine Mentaltrainer und Psychologen ein, damit ihre Stars das Potential, das in ihnen steckt, auch abrufen und dass mögliche Blockaden abgebaut werden.
Und wir selbst spüren es: Wenn wir von etwas überzeugt sind, wenn wir uns von etwas anstecken lassen, dann sind wir auch bereit, Vieles dafür einzusetzen: Geld, Zeit, Energien, Engagement. Und so manches wird plötzlich möglich, wo vorher als unmöglich galt. Die Triebkraft sind Erwartungen, Hoffnungen und Träume, sind Ziele, die man erreichen möchte. Doch allzu oft kommt nach der Erwartung die Ernüchterung, die Routine, der graue Alltag.
Vor rund 2000 Jahren lebte so ein Charismatiker. Jesus von Nazareth, den wir Christen als Sohn Gottes verehren. Viele Menschen waren von ihm begeistert, sie folgten ihm und jubelten ihm zu. Wir erinnern uns an den triumphalen Einzug von Jesus in Jerusalem. Die Menschen hatten große Erwartungen, Hoffnungen und Träume. Sie hatten ganz bestimmte Pläne und Wunschvorstellungen mit dieser Person verknüpft. Ihre Rechnung ging nicht auf. Ihre Erwartungen wurden nicht erfüllt. Aus dem Ruf „Hosanna“, wurde der Ruf laut: „Ans Kreuz mit ihm“.
Nach dem Schock vom Karfreitag und dem Tod Jesu kam die unerwartete Wende. Ostern. Der Tod wird besiegt. Der Auferstandene erscheint seinen Jüngern. Bevor er zu seinem Vater im Himmel heimgeht, verspricht er seinen Jüngern den Beistand, den Heiligen Geist. Dessen Sendung feiern wir Christen heute.
Wir hören, dass die Jünger wieder begeistert waren. Aber, es ist eine andere Begeisterung. Sie sind nicht mehr begeistert von ihren Plänen, von ihren Vorstellungen, sie sind begeistert vom Plan und vom Willen Gottes. Dafür lassen sie sich begeistern. Ihre Botschaft verbreitet sich nicht durch Analysen, Machbarkeitsstudien, oder durch Finanzierungspläne, sondern weil sie in erster Linie und noch vor allen Aktivitäten Gottes Geist Raum geben. Die Gegenwart Gottes steht vor jeder Aktivität. Denn nur durch Gottes Gegenwart gereicht das menschliche Bemühen zum Segen.
Yes, we can - Wir können so leben, dass Gottes Geist unter uns leben kann.
Yes, we can - Wir können Gott jeden Morgen darum bitten, dass er uns durch diesen neuen Tag mit all seinen Aufgaben und mit all seinen Herausforderungen begleitet und uns beisteht.
Yes, we can - Wir können immer wieder am Abend eines Tages auch das Bruchstückhafte, selbst die Verletzungen und Traurigkeiten, Gott hinhalten und ihn um Heilung und um seinen Segen bitten.
Yes, we can - Wir können hier, jetzt und heute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines neuen Himmels und einer neuen Erde werden, weil Gott auch uns seinen Beistand, seinen Heiligen Geist zugesagt hat.
Yes, we can - Wir können ein lebendiger Tabernakel in dieser tränendurchtränkten Welt sein, damit Gott durch uns den Menschen in ihrem Leid nahe ist. Er wird sie zu neuem Leben erwecken und ihnen Freude in Fülle schenken.
In diesem Sinne wünsche ich ihnen allen ein geisterfülltes und frohes Pfingstfest.
© Diakon Martin Genter, genter@me.com
Zum jüdischen Pfingstfest waren Juden aus der ganzen damaligen Welt in Jerusalem und feierten das jüdische Gesetz als Gottesgeschenk als Zeichen der Einheit des erwählten Volkes. In diese Situation hinein kommt das Pfingstereignis der Apostelgeschichte. Der Heilige Geist wirkt weiter in der Geschichte der Kirche.
Jesus öffnet uns die Türen. Auch die Herzen. Was klein anfängt, erobert die Welt. Mit Worten, die alle verstehen. Pfingsten erzählt von einer Liebenserklärung: „Ich habe euch lieb“. Das beflügelt alle guten Geister. Was ist das für ein Fest! Es stürmt, lodert – und wir reden mit der Welt, als ob wir nie etwas anderes gemacht hätten. So viel Welt an diesem kleinen Ort! Sie steht Kopf! Und: die Menschen verstehen. Sie verstehen Gott, sie verstehen sich, sie verstehen die Welt. Was ist das für ein Fest!
Einmal im Jahr am Ende des Osterfestkreises bekommt der Heilige Geist etwas mehr Raum zugesprochen, obwohl wir bei jeder heiligen Messe den Heiligen Geist herabrufen und die biblischen Texte immer wieder vom Heiligen Geist sprechen. Nicht die Kirche oder die Gemeinschaft der Heiligen sind Gegenstand unseres Glaubens wie man aus dem Text des Glaubensbekenntnisses schließen könnte, sondern einzig und allein der dreifaltige Gott, den wir am nächsten Sonntag besonders in den Blick nehmen: Ich (wir) glaube(n) an den Heiligen Geist- somit an den, der Beziehung schafft. Das Leben Gottes ist Beziehung: Beziehung in sich, Selbstmitteilung, sich einander mitteilen, Austausch des Lebens, das wir Person nennen.
Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte zeigt uns, dass Gott neue Seiten seines Wesens zu erkennen gibt. Der Heilige Geist ist Gabe für die Zeit nach Jesu Tod. Es ist der Geist der Einheit, der Menschen über die Barrieren von Sprache und Nationalität zusammenführt ohne die kulturelle Vielfalt, die es von Anfang an in unserer Welt und auch in der Kirche gibt, zu zerstören. Auch wenn es immer wieder Spannungen, Auffassungsunterschiede und Konflikte gibt, ist ein Weg in die Einheit möglich, zugegebenermaßen schwer zu finden.
Im Roman "Parallelen der Liebe" von Aldous Huxley (1894-1963) lesen wir: "Von zweierlei Treue hin- und hergerissen zu werden ist das schmerzliche Los fast jedes Menschen: Hie Gott, hie Teufel, hie Geist, hie Fleisch." Anders gesagt: Der Mensch ist ein Zerrissener, Heimatloser. "Dieser Konflikt in seinen verschiedenen Gestalten ist der Gegenstand jedes Dramas." Persönlich füge ich hinzu: ist der Konflikt jedes menschlichen Lebens. Zerrissenheit, seelische Halt-und Heimatlosigkeit, Unsicherheit werden durch die neuen Medien wie Internet, Facebook, Twitter- und damit auch durch die Rasanz der Zeit offenbar.
An anderer Stelle in Huxleys Roman "Parallelen der Liebe" ist zu lesen: "Der Geist muss offen sein [...] frei von unwichtigen Dingen und völlig ruhig. Es ist kein Platz für Gedanken in einem angestopften Hirn voll Lärm. Wo der Mensch seinen Geist mit so viel irdischem Kleinkram füllt, dass Gott darin keinen Raum mehr findet, da begeht er die Sünde wider den Geist." Paulus empfiehlt deshalb im Brief an die Römer: "Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne (und Töchter) Gottes." (Röm.8,14). Am Pfingstfest kommt der Heilige Geist in Form von Feuerzungen auf die Apostel nieder. (Apg. 2,1-4). Gott wählt das Symbol des Feuers, um den Menschen nahe zu sein. Seine Wärme und sein Licht sind spür- und sichtbar.
Ob wir für andere Licht sind, zeigt sich in unserem täglichen Leben, in all jenen Begebenheiten, in denen wir uns in irgendeiner Weise mit unseren Mitmenschen auseinandersetzen. Sie haben immer einen konkreten Anfang, der sehr schnell eine kritische Phase heraufbeschwören kann. Daraus erwächst der Höhepunkt, dem das gute oder böse Ende folgt. Anfang, kritische Phase, Höhepunkt und Ende sind die vier Bauelemente unserer persönlichen "Alltagsgeschichten" oder unserer Lebensgeschichte. Ob es sich um eine gute oder böse handelt, entscheidet sich in der kritischen Phase.
Hat nicht hier besonders das Schriftwort Gültigkeit: "Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne (und Töchter) Gottes." Unsere persönliche Alltagsgeschichte kann zur Überlebensgeschichte werden. Die Psychologie hilft uns, blinde Flecken in unserem vielschichtigen Menschsein auf dem Weg zur Mitte zu entdecken. Der Mensch ist ein Rätsel, ein Geheimnis. Vieles in meiner persönlichen Lebensgeschichte ist mir nicht bewusst, unbekannt, damit auch nicht erklärbar, manches wird anderen über mich bekannt, was sich zur kritischen Phase in meinem Alltag entwickeln kann. Sind in diesen Situationen andere für mich Licht, und inwieweit habe ich anderen Wärme gegeben?
"Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne (und Töchter) Gottes." Das gilt natürlich auch für die christlichen Kirchen. Wie viele blinde, dunkle Flecken sind auch in den Kirchen zu erforschen? Blindheit nimmt gefangen, macht eng und ängstlich, das Licht des Geistes fehlt. Es ist sehr zu hoffen, dass wir durch den neuen Papst, der ein großer Verehrer des Heiligen Geistes ist, wir wieder besser ans Evangelium herangeführt werden. Unser Umgang miteinander, auch der einzelnen Kirchen untereinander, bestimmt, ob wir Wege und Tore öffnen oder verschließen, ob wir Licht sein wollen als geisterfüllte Menschen oder, ob wir nicht das Licht ausblasen, auch das Licht anderer Konfessionen.
"Der Geist des Herrn erfüllt das All
mit Sturm und Feuersgluten.
Er krönt mit Jubel Berg und Tal.
Er lässt die Wasser fluten."
Herr, nach unserer Ebbe, schenke uns deine Flut.
In der guten alten Zeit, als ich noch zum Jugendseelsorger taugte, veranstaltete ich gemeinsam mit Mitbrüdern und befreundeten JugendseelsorgerInnen durch mehrere Jahre hindurch ein dreitägiges Jugendpfingstfest mit Jugendlichen aus Gemeinden, in denen wir als Redemptoristen arbeiteten oder mit denen wir in Kontakt waren.
Jedes Mal machten wir uns viel Mühe mit der inhaltlichen Vorbereitung. Dabei leitete uns die Frage: Wie und wo kann Pfingsten heute erfahren werden? Die offensichtliche Diskrepanz zwischen der Begeisterung der Jünger damals und der Coolness der Jugendlichen heute forderte uns jedes Jahr neu heraus. Wie und womit können wir in unseren Tagen Menschen für lebendiges Christsein begeistern? Und klar war von vornherein: Mit dem Begeisterungspotential einer Fußballmeisterschaft oder eines Popkonzertes konnten wir auf keinen Fall mithalten.
Geht es zu Pfingsten wirklich um Be-geisterung? Wo können wir das Phänomen Pfingsten, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird, einordnen?
Was sich nach der Schilderung der Apostelgeschichte in Jerusalem zugetragen hat, ist überraschend über alle, die es erlebt haben, hereingebrochen und ruft heute noch Staunen hervor. Wer hätte dies den Jüngern zugetraut? Wie ein Naturereignis unvorhersehbar ist es ihnen zugestoßen. Von Jesus, seiner Lehre und seinen Taten begeistert waren sie früher einmal, am Anfang des Auftretens Jesu in Galiläa. Diese Beobachtung ist mir wichtig, damit wir uns nicht auf eine falsche Fährte locken lassen. Begeisterung für Jesus führt nicht zwangsläufig zu einem neuen Pfingsten.
Wir tun gut daran genauer hinzuschauen, was damals geschehen ist. Zunächst einmal ist an jenem 1. Karfreitag alles zusammengebrochen, was an Hoffnungen und auch an Begeisterung für Jesus da war. In den Tagen und Wochen danach finden wir die Jüngerinnen und Jünger damit beschäftigt aufzuräumen und ihr Leben neu zu ordnen. Dabei machen sie die Erfahrung, dass Jesus und das, was er in ihr Leben gebracht hat, nicht tot sind. Er lebt, und das, was er ihnen gesagt hat, bewahrheitet sich und ergibt jetzt einen neuen, noch tieferen Sinn als zuvor. Nach und nach beginnen sie Konsequenzen daraus zu ziehen.
Am Pfingsttag kommt über sie der Geist Gottes, wie er zuvor über Jesus gekommen ist: Bei der Taufe im Jordan kam er auf ihn herab (Lk 3,22). Dann führte er ihn in der Wüste umher (Lk 4,1). "Erfüllt von der Kraft des Geistes" kehrt Jesus nach Galiläa zurück (Lk 4,14f) und beginnt zu predigen. Nun heilt er Menschen, die von unreinen Geistern besessen waren (Lk 4,33. Lk 8,29. Lk 8,39 u.v.a.m.). Der Geist Gottes bewirkte in Jesus vor allem Aufbruch und Neubeginn.
Im Johannesevangelium haucht der Auferstandene den Heiligen Geist seinen Jüngern ein. Er übergibt ihnen den Geist, der ihn beseelte und bewegte.
Der Verfasser der Apostelgeschichte beschreibt in Fortsetzung des Lukasevangeliums, wie der Heilige Geist auch auf die Jünger herabkam und auch in ihnen einen Aufbruch und Neubeginn bewirkte.
Wenn wir all dies berücksichtigen, ist es geradezu gefährlich, um diesen Geist Gottes zu bitten, ein Spiel mit dem Feuer gleichsam, denn wir wissen nicht, was er in uns auslöst und in uns und durch uns bewirkt. Das ist mehr als einfach Begeisterung.
Im Rückblick auf mein eigenes Leben muss ich gestehen, dass ich in den liturgisch vorgesehenen Begegnungen mit dem Heiligen Geist bei der Firmung und auch bei der Priesterweihe eher Windstille erlebt habe. Es war so windstill, dass ich mich fragte: War's das jetzt?
Anders hingegen verlief es in anderen Lebensphasen. Mehrere Male zerbröselten meine Lebensentwürfe und ich landete in einer handfesten Krise; von Außenstehenden kaum wahrgenommen. Für mich aber waren diese Ereignisse mit tiefgehenden Erschütterungen verbunden. Jede dieser Krisen dauerte eine Zeitlang und stellte eine Reihe meiner bisherigen Einstellungen in Frage. Am Ende jeder Krise stand aber ein Neuaufbruch mit einem kräftigen Motivationsschub. Einmal hatte ich sogar das länger anhaltende Gefühl, vor dieser Erfahrung nicht wirklich gelebt zu haben. - War das mein persönliches Pfingsten?
Der Geist Gottes weht, wo er will und wie er will. Und das stimmt mich zuversichtlich. Ich muss ihm nicht künstlich nachhelfen. Ich brauche keine Begeisterungsstürme zu erzeugen und niemand anzufeuern. Dafür fühle ich mich nicht sonderlich begabt. Im Gegenteil: ich meide Menschenansammlungen, die für irgend etwas außergewöhnlich begeistert sind; auch kirchliche.
Was mir immer wieder geholfen hat: das Kreisen um die biblischen Texte über Jesus und seine Jünger und mein Wunsch zu begreifen, was sie bewegt hat.
Wonach ich immer wieder Sehnsucht verspüre: Eintauchen in den Geist Jesu, in den Geist der Vergebung, in seine Verbundenheit mit dem Vater, in seine Offenheit für die Kleinen und Schwachen, in seine Geduld mit seinen Freundinnen und Freunden. - Ist das der Geist, mit dem er uns getauft hat?
Ich ahne, dass die Begegnung mit Gott in den großen sakramentalen Zeichen doch nicht vergeblich war, auch wenn ich dies im Vollzug nicht direkt wahrnehmen konnte. Das stimmt mich zuversichtlich, wenn ich sehe, wie sehr sich unsere Pfarrgemeinden um eine nachhaltige Feier der Sakramente bemühen, auch wenn sie keinen unmittelbaren Erfolg verbuchen können.
Oft wünsche ich mir einen Aufbruch in der Kirche, wie ich ihn in meinem individuellen und persönlichen Leben erfahren habe. Ich sehe einige Parallelen zwischen dem Erleben meiner persönlichen Krisen und den Krisenphänomenen der gegenwärtigen Kirche. Ich fürchte, wir können den Aufbruch nicht machen und nicht herbeizwingen, sondern wir müssen ihn uns zur gegebenen Zeit schenken lassen. Was ich bis dahin tun kann, tun will und mit allen, die sich dafür gewinnen lassen, teilen will, ist das Eintauchen in den Geist Jesu, in das, was ihn bewegt hat.
Lieder:
GL 165: Send uns deines Geistes Kraft
GL 341: Veni, creator Spiritus
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 343: Veni Sancte Spiritus
GL 344: Komm herab, o Heilger Geist
GL 345: Veni Sancte Spiritus
GL 346: Atme in uns, heiliger Geist
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist
GL 349: Komm, o Tröster, Heilger Geist
GL 350: Geist der Zuversicht, Quelle des Trostes (Kanon)
GL 351: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen (3. Str.)
Kehrverse und Psalmen:
GL 645,3-4: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu - Mit Ps 104 - VII.
GL 645,5-6: Alle wurden erfüllt mit Heiligem Geist und kündeten Gottes große Taten - Mit Psalm 147 - V.
GL 646,1: Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis, Halleluja, Halleluja
GL 654,1: Ihr seid der Tempel Gottes, in euch wohnt Gottes Geist
Dein Geist weht, wo er will, heißt es in einem Kirchenlied. Schnell gesungen, aber was heißt das? Wir feiern Pfingsten: Gott sendet seinen Geist. Er beschenkt uns und er fordert uns heraus.
Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger hat Jesus sein Versprechen, ihnen einen Beistand zu senden, der sie führen und leiten werde, eingelöst. Dieser Geist hat neue Menschen aus ihnen gemacht. Mutig uns selbstbewusst sind sie an die Öffentlichkeit getreten und haben das Werk Jesu fortgesetzt.
Der Heilige Geist ist auch heute durch jene Menschen am Werk, die sich vom Geist Jesu leiten lassen und ihr Leben danach ausrichten. Den Frieden, den wir gerade in diesen Tagen so sehr ersehnen, werden wir nur mit Hilfe des Heiligen Geistes herbeiführen können. Er lässt uns umdenken und gibt uns die Kraft, unseren Beitrag zum Frieden zu leisten.
Bitten wir den Herrn, dass er auch in uns das Feuer seines Geistes entzünde.
50 Tage lang haben wir Ostern gefeiert. Heute danken wir Gott für das Geschenk seines Heiligen Geistes, der uns beisteht und immer wieder neue Kraft schenkt, unser Leben zu bewältigen. Der Heilige Geist fordert uns heraus, unser Christsein zu leben und uns zu Gott zu bekennen.
Das biblische Pfingstereignis beendete die fünfzigtägige Krise der Jüngerinnen und Jünger Jesu. Zunächst haben sie sich in ihrer Ratslosigkeit und Angst eingesperrt. Sie waren gezwungen, darüber nachzudenken, was das von ihnen Erlebte bedeuten könnte. Der Heilige Geist, den ihnen Jesus verheißen hatte, hat sie über sich hinauswachsen lassen.
Die gegenwärtige weltweite Krise zwingt uns, über vieles nachzudenken. Was bewegt die Welt? Wer leitet uns? Wo und wie begegnen wir dem von Jesus verheißenen Heiligen Geist.
Der Gemeinde in Rom schreibt Paulus: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“
Heute feiern wir Pfingsten. Heute feiern wir den Heiligen Geist. Er hat die Liebe Gottes ausgegossen. Großzügig, wahllos, ohne Bedingungen. Fulminante Bilder begegnen uns heute. Stürmische Bilder. Feurige Bilder. Er hat die Liebe Gottes ausgegossen.
Pfingsten ist der Tag, wo die Apostel und Anhänger Jesu endlich aus dem Schatten treten, um sich ohne Furcht öffentlich zu Christus zu bekennen.
Hl. Geist schenkt Christen die Kraft, ihre Ängste aufzugeben. Durch den Beistand des Hl. Geistes werden wir fähig, offen für unseren Glauben einzustehen, auch wenn wir dabei des Öfteren dem Spott und der Ablehnung ausgesetzt sind.
Was ist das für ein Tag! Die ganze Welt ist auf einem Haufen – und alle verstehen sich. Ein Traum! Menschen verstehen die großen Taten Gottes. Die großen Taten Gottes – seine Liebe, Barmherzigkeit, Gemeinschaft. Mehr als ein Traum!
Heute feiern wir Pfingsten. Das Fest des Heiligen Geistes. Er reißt mit. Er steckt an. Er gibt der Welt ein neues Gesicht. Wo er ist, wachsen Worte, leuchten Hoffnungen, verfliegen Ängste.
Um den Heiligen Geist bitten wir.
Herr guter Gott,
Du hast den Jüngern deinen Geist gesandt, damit sie deine Botschaft weitergeben können.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns Charismen gegeben, damit wir Jesu Nachfolge antreten.
Christus, erbarme dich.
Du stärkst uns mit dem einen Geist.
Herr, erbarme dich.
Es gibt verschiedene Gnadengaben,
aber nur den einen Geist.
Herr, erbarme dich.
Es gibt verschiedene Dienste,
aber nur den einen Herrn.
Christus, erbarme dich.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken,
aber nur den einen Gott.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott hat den Heiligen Geist gesandt
zur Vergebung der Sünden:
Er erbarme sich unser,
er nehme von uns alle Schuld
und führe uns zum ewigen Leben.
Guter Gott, du hast uns deinen Geist gesandt.
Herr, erbarme dich.
Mit ihm als Beistand brauchen wir uns nicht zu fürchten.
Christus erbarme dich.
So können wir in Jesu Nachfolge leben.
Herr erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast den Jüngern den Heiligen Geist eingehaucht.
Herr, erbarme dich.
Dein Heiliger Geist führt zum Frieden und stiftet Einheit.
Christus, erbarme dich.
Dein Heiliger Geist erneuert unser Denken
und befähigt uns zur Umkehr.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast die Geisteskraft verheißen,
die aus deinem Vater und dir hervorgeht.
Herr, erbarme dich.
Du hast deinen Jüngern und Jüngerinnen den Hl. Geist
als Vermächtnis deines Wirkens zugesprochen.
Christus, erbarme dich.
Beschenkt mit der Geisteskraft,
hast du deine Jüngerinnen und Jünger –
also auch uns – befähigt,
deine Botschaft in die Welt zu tragen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du sendest uns den Heiligen Geist als Beistand.
Kyrie eleison!
Herr Jesus Christus,
dein Wort schenkt uns Kraft und Freude.
Christe eleison!
Herr Jesus Christus,
du schenkst der Welt deinen Frieden.
Kyrie eleison!
Herr,
du lässt jedes Maß vermissen, wenn es um deine Liebe geht.
Wir haben Angst davor, liebgewordene Vorstellungen aufgeben zu müssen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du schenkst uns einen Beistand, der für uns eintritt.
Dein Geist lehrt uns alles, was die Welt neu macht.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir wissen, wie geistlos und verloren wir oft dastehen.
Vieles, was wir zu wissen glauben, trägt uns nicht.
Herr, erbarme dich.
So ist es mit Christus: Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr Jesus Christus,
durch deine Auferstehung hast du besiegelt,
dass deine Art zu leben in ewiges Leben führt.
Herr, erbarme dich.
Auch bei Kritik, Widerstand oder Ablehnung, die wir bei lebendig gelebtem Glauben erfahren, wollen wir treu zu dir stehen..
Christus, erbarme dich.
Wo wir uns um deine Nachfolge bemühen, stärkst du uns durch die Kraft des Hl. Geistes.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
durch das Geheimnis des heutigen Tages
heiligst du deine Kirche in allen Völkern und Nationen.
Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes,
und was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat,
das wirke sie auch heute in den Herzen aller,
die an dich glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Pfingsten am Tag
Gott, unser Herr,
du hast das österliche Geheimnis
im Geschehen des Pfingsttages vollendet
und Menschen aus allen Völkern das Heil geoffenbart.
Vereine im Heiligen Geist die Menschen aller Sprachen und Nationen
zum Bekenntnis deines Namens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Pfingsten, am Vorabend
Allmächtiger Gott,
der Glanz deiner Herrlichkeit strahle über uns auf,
und Christus, das Licht von deinem Licht,
erleuchte die Herzen aller Getauften
und stärke sie durch den Heiligen Geist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Pfingsten, am Vorabend
Guter Gott
an diesem Pfingstfest
danken wir dir für das Wirken deines Heiligen Geist,
der uns erfüllt und uns die Kraft schenkt,
dein Werk auf Erden fortzusetzen.
Er leite uns und gebe uns immer neu Weisheit und Mut,
wenn wir deine Liebe und Barmherzigkeit
gelegen oder ungelegen verkünden.
So bitten wir durch Jesus Christus.
Vater im Himmel,
deine heilige Geisteskraft
spricht uns verschiedene Gnadengaben zu,
stellt uns in verschiedene Dienste
und schenkt uns unterschiedliche Kräfte,
damit durch uns alles in allen bewirkt werden kann.
Schenke uns offene Sinne,
damit wir unseren Auftrag in der Welt erkennen
und so glaubwürdig die Botschaft deines Sohnes weitertragen.
Das erbitten wir durch ihn,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Vater im Himmel,
deine heilige Geisteskraft spricht uns verschiedene Gnadengaben zu,
stellt uns in verschiedene Dienste
und schenkt uns unterschiedliche Kräfte,
damit durch uns alles in allen bewirkt werden kann.
Schenke uns offene Sinne,
damit wir unseren Auftrag in der Welt erkennen
und so glaubwürdige die Botschaft deines Sohnes weitertragen.
Das erbitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Heute, am Pfingsttag, danken wir dir,
Gott, für die große Freude
deiner geistvolle Gegenwart und Nähe.
Stürmisch kommst du in unsere Welt
mit deiner Liebe – und unsere Herzen
fangen zu brennen, zu leuchten an.
Schenke uns Mut und Gelassenheit,
es mit allen bösen Geistern aufzunehmen,
geistlosen Parolen und Ausreden zu widerstehen
und deiner Liebe zu trauen.
Dein Geist erneuert das Gesicht der Erde.
Alle Menschen warten darauf.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Du, Gott, hast die Welt gut geschaffen.
Mit deinem Wort, mit deinem Geist.
Wir danken dir für deine Treue,
die keinen Anfang zeigt und kein Ende weiß.
Du kennst unsere Schlagzeilen,
die Bilder, die um die Welt gehen,
die Ängste, die geschürt werden.
Menschen werden eingeschüchtert,
Wahrheit beliebig,
Zukunft in der Vergangenheit ertrunken.
Wenn die Geister auf einander prallen,
stecke uns mit deinem Geist an,
damit wir für Wahrheit und Recht kämpfen,
den Dingen nicht ihren Lauf lassen und
in deinem Wort den Frieden finden,
in Christus, unserem Herrn. – Amen.
Der Heilige Geist bewirkt in uns Verständnis und schenkt Sinn, ohne unsere Freiheit einzuschränken.
Um seine Gaben bitten wir:
Erfülle uns mit deiner Weisheit, wenn wir als christliche Gemeinden versuchen, uns der Welt und den Menschen zu öffnen und ihnen den Grund unserer Hoffnung verständlich zu machen.
Erfülle alle mit deinem Mut, die gegen die Untergangsstimmung aufgrund des Klimawandels und der politischen Krisen versuchen zu handeln anstatt sich dem Gefühl des Ausgeliefertseins zu überlassen.
Erfülle die Jugendlichen, die in diesen Tagen gefirmt werden mit Einsicht in den Sinn ihres Lebens und schenke ihnen Freude an ihrer Berufung als Christin und Christ.
Erfülle alle mit deiner Stärke, die Verzweifelten Trost spenden, für Benachteiligte Partei ergreifen, Gemeinschaft und Frieden stiften.
Erfülle die Verstorbenen mit der Erkenntnis deiner Macht und Liebe und nimm sie auf in deine Nähe.
Du kommst wie Sturm und Feuer in die Welt und ladest alle zur Freiheit der Kinder Gottes ein. Mit deinem Geist beschenkt preisen wir dich, Vater und Sohn, jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast deinen Jüngern den Heiligen Geist gesandt, und dadurch waren sie in der Lage, sich für alle verständlich zu machen. Auch wir bitten um den Heiligen Geist
und tragen unsere Anliegen vor dich.
Für alle Menschen, die gerne anderen beistehen würden, aber in der Angst, etwas falsch zu machen, sich zurückhalten:
Sende ihnen den Geist des Mutes.
Für alle Menschen, die sich für andere einsetzen, die überall helfen, wo es ihnen geboten scheint:
Sende ihnen den Geist der Stärkung.
Für alle Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, die nicht wissen, wo sie hinsollen:
Sende ihnen den Geist des Beistandes.
Für alle Menschen, die die Geflüchteten ablehnen, die sie nicht um sich haben wollen, weil sie um ihren Wohlstand fürchten:
Seinen ihnen den Geist, der Ängste überwinden hilft.
Für die Verantwortlichen der Kriege im Heiligen Land, der Ukraine, in Syrien und überall auf der Welt:
Sende ihnen den Geist des Friedens.
Für alle Menschen, die Menschen anderer Religionen ablehnen, weil sie glauben, dass nur sie auf dem Weg des Heiles sind:
Sende ihnen den Geist der Erkenntnis.
Für alle Menschen, die trauern; um Angehörige oder Freunde, um verpasste Gelegenheiten, über den Verlust der Arbeit oder das Ende einer Beziehung:
Sende ihnen den Geist der Tröstung.
Für unsere Verstorbenen:
Lass sie leben bei dir.
Dein Heiliger Geist, Herr Jesus Christus, befähigt uns, Gott als unseren Vater zu erkennen und deine Frohe Botschaft weiterzutragen. – Amen.
Gütiger Gott,
mit den Worten des Kirchenvaters Augustinus bitten wir dich um das konkrete Wirken deines Geistes hier in unserem Leben:
Atme in mir, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.
Beflügle die Phantasie all derer, die heute dafür Verantwortung tragen, das Zeugnis von deiner Heilsbotschaft lebendig zu halten.
Treibe mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.
Schenke Christinnen und Christen aller Konfessionen Kraft und Engagement in ihrem Wirken für dein Reich.
Locke mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.
Lass uns suchen, was dem Frieden, der Aussöhnung und der Gerechtigkeit zwischen Nationen, Kulturen, Sprachen und Religionen dient.
Stärke mich, Du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte.
Hilf uns, den Schatz deiner Botschaft vom Heil im Herzen zu bewahren, dass er uns zur Grundlage allen Handelns dient.
Hüte mich, Du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere.
Schenke unseren Verstorbenen einen Platz in deinem Reich und lass sie deine Herzlichkeit schauen.
Um all dies, o Gott, bitten wir dich und vertrauen darauf, dass dein Heiliger Geist wirkt; hier, heute und in alle Ewigkeit. - Amen.
Um den Heiligen Geist zu bitten ist ein Wagnis. Wer sich seinem Wirken öffnet, muss damit rechnen, dass Unerwartetes geschieht, uns die Kontrolle entgleitet, sein Wirken unser Denken und Sein radikal verändert.
Bitten wir um den Mut, uns auf seine Gaben einzulassen:
Um eine Kirche, in der alle gemeinsam deine Botschaft verkünden und deren Dienst von der Liebe zu den Mitchristen geprägt ist.
Um Kreativität, die uns befähigt, mit dem rasanten Wandel in Welt, Technik, Politik, Wirtschaft und Werten gut umzugehen.
Um eine Gesellschaft, die dem gleichen Wert aller Menschen mehr Raum zugesteht als dem übertriebenen Individualismus und der Selbstherrlichkeit einiger weniger.
Um die Fähigkeit staunend und dankbar für alle Erfahrungen offen zu sein, die uns im Leben geschenkt werden.
Um die Aufnahme und Teilhabe an deinem Reich für unsere Verstorbenen.
Durch die Gabe des Heiligen Geistes bekommen wir eine Ahnung von der Größe und Macht deiner Liebe zu uns.
In diesem Geist lasset uns danken und dich loben jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus, Du hast uns den heiligen Geist als Beistand gesandt.
Wir bitten Dich:
Für alle Menschen, die sich für andere einsetzen, die immer für sie da sind, die helfen, wo sie nur können.
Sende Ihnen deinen Geist und gibt ihnen Kraft für ihr Tun.
Für alle Menschen, die trotz ihres Glaubens an dich die Kirche verlassen, weil sie sich in ihr nicht mehr behütet und wertgeschätzt fühlen oder weil sie gar unter ihr leiden.
Sende ihnen deinen Geist und zeige ihnen deinen Weg mit ihnen.
Für alle Menschen, die das Gefühl haben, nicht gebraucht zu werden.
Sende ihnen deinen Geist und lass sie erkennen, dass auch sie mit ihren Charismen wichtig und wertvoll sind.
Für alle Menschen, die eine neue Heimat suchen und doch nur erfahren müssen, dass sie unwillkommen sind.
Sende Ihnen deinen Geist als Beistand.
Für die Verantwortlichen der Kriege in der Ukraine, in Syrien und an anderen Orten auf der Welt.
Sende ihnen deinen Geist und lass sie erkennen, dass Gewalt keine Lösung, sondern nur Leid bringt.
Für uns, die wir in einer Gesellschaft leben, die immer mehr von Schwarz-weiß-Denken bestimmt wird und immer weiter auseinanderdriftet.
Sende uns deinen Geist und schenke uns die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam, mit unseren verschiedenen Charismen, Frucht bringen können.
Für die Menschen, denen es nicht gelingt, an einen liebenden Gott zu glauben.
Sende ihnen deinen Geist in Gestalt von Menschen, die glaubwürdig in Deiner Liebe stehen.
Für unsere Verstorbenen und für alle, die um sie trauern.
Lass sie spüren, dass sie in deiner Liebe leben, nimm die Verstorbenen auf in dein Reich und steh den Trauernden bei.
Herr Jesus Christus,
du hast deinen Jüngern den Frieden gewünscht und sie, gestärkt durch den Heiligen Geist, ausgeschickt, deine Botschaft zu verbreiten. Auch uns hast du so beauftragt und mit dem Heiligen Geist gestärkt.
Dafür danken wir dir. – Amen.
Guter und großer Gott, die ganze Menschheit steht gegenwärtig vor Herausforderungen, die das Menschenmögliche übersteigen.
Wir bitten dich für alle Machthaber, die durch Gewalt und Krieg versuchen, die Welt zu ihren Gunsten zu verändern.
Bewege sie zum Umdenken.
Sende uns deinen Heiligen Geist!
Für alle Menschen, denen Unrecht geschieht oder geschehen ist.
Lass sie Gerechtigkeit erfahren und schenke ihnen die Kraft zu vergeben.
Für alle Menschen, die um den Verlust ihres Wohlstandes bangen und sich an ihrem Besitz festklammern.
Gib ihnen die Kraft, mit den Bedürftigen zu teilen.
Für alle Menschen, die dich nicht oder nur oberflächlich kennen.
Lass sie deine hochherzige Liebe entdecken.
Für alle Menschen, deren Leben in dieser Welt zu Ende gegangen ist.
Eröffne ihnen neues Leben bei dir.
Herr, wir vertrauen darauf, dass dein Geist das Angesicht der Erde erneuert.
Gib, dass wir sein Wirken in der Welt immer mehr erkennen. – Amen.
Den Heiligen Geist brauchen wir nicht herbeibeten, denn er ist schon da, in uns und um uns. Er durchwirkt die Welt wie der Atem den Körper.
Dass wir uns seiner Lebenskraft öffnen, bitten wir:
In unseren Gemeinden, die davon leben, dass die verschiedenen Akzente gelebten Christentums nicht als Konkurrenz sondern als gegenseitige Ergänzung erfahren werden.
In unseren Demokratien, die vom Ringen nach Lösungen und Kompromissen geprägt sind.
In unseren Beziehungen, die eher dann gelingen werden, wenn mit Schuld und Versagen anders umgegangen wird als es rein menschlich gesehen naheliegend wäre.
In allen Gefirmten, wenn sie neben dem Alltagslärm auch Platz lassen für leise Momente, in denen sie sich auf das Wesentliche des Christseins ausrichten können.
In unserem Glauben an das ewige Leben, das wir für uns und unsere Verstorbenen erhoffen.
Kinder Gottes sind alle, die sich in die Dynamik dieses Geistgeschehens hineinziehen lassen.
Als deine Kinder loben und preisen wir dich, den dreieinen Gott. - Amen.
Gott schenkt uns den Heiligen Geist als Beistand und Tröster.
Ihn bitten wir vor Vertrauen:
Für alle, denen die Lebensfreude fehlt.
Für alle, die unter Krieg und Gewalt leiden.
Für alle, die schwer an den Folgen der Pandemie zu tragen haben.
Für alle, die in diesen Tagen unterwegs sind.
Für alle Verstorbenen, die uns vorausgegangen sind und die wir vermissen.
Guter Gott, du bist für uns da und hörst unser Gebet.
Dafür danken wir dir und loben dich heute und in Ewigkeit. - Amen.
Im Zentrum unseres Glaubens steht Jesus, der Sohn Gottes. Im Heiligen Geist, den er uns verheißen hat, sind wir in seine enge Beziehung zum Vater miteinbezogen. Er ist in den Gemeinden gegenwärtig und wirkt in ihnen.
In ihm lasst uns den Vater bitten:
Für alle, die zu Zeugen seiner Frohbotschaft berufen sind
und nach dem Wie und Wo in der Verkündigung von Heute suchen.
Für die Juden und Araber in Israel und palästinensischen Gebieten um ein Ende der Kampfhandlungen und Wege zu einem friedvollen Nebeneinander.
Für alle, die ihr Wissen um Nachhaltigkeit und den Möglichkeiten der Digitalisierung in den Dienst aller stellen und so zum Nutzen der ganzen Weltgemeinschaft beitragen.
Für alle, die nach der wahren Freiheit suchen und das Streben nach völliger Unverbindlichkeit und grenzenloser Selbstverwirklichung zu überwinden suchen.
Für unsere Verstorbenen: Befreie sie von allem, was sie von Dir trennt und schenke Ihnen Deinen Frieden.
Im Heiligen Geist, der allen verheißen ist, die an Jesus glauben,
loben und preisen wir ihn und den Vater jetzt und allezeit. - Amen.
Gott, Heiliger Geist,
du verbindest und einigst uns mit dem Vater und mit Jesus Christus.
Dir übergeben wir unsere Bitten:
Für alle Menschen, deren Leben durch die gegenwärtige Krise aus den Fugen geraten ist,
um den Geist der Besonnenheit und Klugheit, dass sie gute Wege aus ihrer Notlage finden.
Für alle Menschen, die in der gegenwärtigen Situation mit Einschränkungen konfrontiert sind und an Grenzen stoßen, um Einsicht in das Notwendige und um Rücksicht auf Mitbetroffene.
Für alle Menschen, die Zurzeit im Feiern von Gottesdiensten behindert sind, um Frömmigkeit und Gottesfurcht, die sie angemessene neue Wege finden lassen.
Für alle Menschen, die durch eine Krankheit oder durch Überforderung in eine persönliche Krise geraten sind, um verständnisvolle Ratgeber und hilfreiche Lebensbegleiter.
Für uns selbst bitten wir um Stärke, dass wir mit den Belastungen, die uns gegenwärtig zugemutet werden, gut zurechtkommen.
Für alle Verstorbenen, dass sie vom Auferstandenen in die von ihm bereiteten himmlischen Wohnungen aufgenommen werden.
Heiliger, dreifaltiger Gott,
mit der ganzen Schöpfung sagen wir dir Lob und Dank. – Amen.
Wenn wir beten, beten wir im Heiligen Geist, der uns durch Christus vom Vater geschenkt ist.
In ihm lasst uns beten:
Sende aus deinen Geist, der deine Kirche durch diese Zeit führt und der uns durch die in dieser Krise gewonnenen Erfahrungen für die Zukunft lernen lässt.
Sende aus deinen Geist, der alle Glieder unserer Gesellschaft die Anliegen der anderen nicht nur hören sondern auch verstehen lässt.
Sende aus deinen Geist, der uns im persönlichen und gesellschaftlichen Leben neue Räume eröffnet und einen Neuanfang ermöglicht.
Sende aus deinen Geist, der uns im Sakrament der Taufe zu Töchtern und Söhnen Gottes macht und uns in deine Liebe hineinzieht.
Sende aus deinen Geist, der uns in der Osterbotschaft der Auferstehung Hoffnung auf ewiges Leben schenkt.
Im Glauben bekennen wir, dass nur du der eine Gott bist, der alles in allem bewirkt.
Dich loben und preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
Das große Wort von Pfingsten heißt „alle“.
Alle Menschen verstehen. Wir sollen alles wissen. Gott ist alles in allen.
Darum beten wir heute:
Herr,
in Köpfen und Herzen ziehen Menschen Grenzen.
Sie fragen nach Identität und Heimat.
Viele Menschen werden ausgegrenzt, als Fremde diffamiert.
Ängste werden geschürt.
Herr, sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu!
Herr,
das Wissen ist dazu verdammt, ins Unendliche zu wachsen.
Daten umrunden in Windeseile Kontinente und Kulturen.
Viele Menschen sehnen sich danach, im Wettlauf nicht unterzugehen.
Auf viele Fragen gibt es keine Antworten.
Herr,
im kulturellen Gedächtnis werden Erinnerungen aufbewahrt.
Leidgeschichten aber wiederholen sich.
In Geschichtswerken, Romanen und Biographien rechtfertigen sich Menschen,
verstehen aber einander nicht.
Herr,
Statistiken und Untersuchungen beschreiben die Säkularisierungstendenzen in unserer Gesellschaft.
Christen werden zu einer Minderheit.
Missbrauch hat das Vertrauen bei vielen Menschen zerstört.
Alte Formen zerbrechen, alte Sicherheiten tragen nicht mehr.
Herr,
auf dem Markt der Nachrichten und Informationen wird mit harten Bandagen gekämpft.
Meinungen werden einer Deutungshoheit unterworfen.
Viele Menschen wollen nur noch das glauben, was in ihr Weltbild passt.
Im Netz wird gehetzt und Hass verbreitet.
Du hast deinen Geist ausgegossen, ohne Bedingungen zu stellen.
Den Geist der Wahrheit und Liebe.
Menschen, die sich nicht kennen, fangen an, sich zu verstehen.
Dein Geist öffnet Türen, ein weltumspannendes Netz und das Licht des Himmels.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
zu lebendig gelebtem Glauben benötigen wir die Kraft des Hl. Geistes.
Um sie bitten wir:
Stärke uns, deinen Weisungen nicht auszuweichen, wenn sie Mut und Mühe erfordern.
Christus, höre uns…
Stehe allen bei, die um ihres Glaubens willen verachtet, gedemütigt oder verfolgt werden.
Christus, höre uns…
Erfülle mit deinem Hl. Geist alle, die in unserer Kirche, der Gesellschaft, in ihren Berufen besondere Verantwortung tragen:
Christus, höre uns…
Erbarme dich aller, die vor wichtigen oder gar schicksalhaften Entscheidungen stehen, damit sie einen guten Weg finden.
Christus, höre uns…
Richte auf, die im Ringen um das Gute müde geworden sind.
Christus, höre uns…
Ermutige in unseren Gemeinden viele, notwendige Verantwortung und helfende Dienste zu übernehmen, um Lebendigkeit und Gemeinschaft zu fördern.
Christus, höre uns…
Stehe allen Kranken und Sterbenden bei und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, höre uns…
Herr Jesus Christus,
wir danken dir und preisen wir dich für das Geschenk des Hl. Geistes. – Amen.
Im Glauben, dass Gottes Geist mit seiner ganzen Macht auch in das Heute unserer Tage hereinbricht und wirkt, bitten wir:
Du kannst vollbringen, dass Menschen einander verstehen.
Schenke deiner Kirche die Sprache, in der sie die Menschen erreicht,
sodass sie deine Botschaft verstehen können.
Kommunikation und Austausch von gegensätzlichen Meinungen gelingt nur auf Basis gegenseitiger Wertschätzung.
Löse die momentan verkrusteten Positionen der politischen Parteien in unserem Land.
Durch deinen Geist hast du die Sehnsucht nach Liebe in unsere Herzen gelegt.
Ermutige uns, dieser Sehnsucht zu folgen und bei dir anzukommen.
Erst durch die Gabe deines Geistes wird Jesu Sendung für uns erfahrbar.
Hilf, dass wir uns und besonders alle Neugefirmten sich in der großen Gemeinschaft deiner Kirche geborgen fühlen.
In der Kraft deines Geistes ist Jesus von den Toten auferstanden.
Erwecke auch unsere Verstorben zum ewigen Leben.
Denn du hast jedem von uns im Heiligen Geist die Fülle des Lebens geschenkt.
Nur in ihm können wir deine Größe, deine Allmacht und Liebe zu deiner Schöpfung loben und preisen. - Amen.
Allmächtiger Gott,
erfülle die Verheißung deines Sohnes:
Sende uns deinen Geist,
damit er uns in die volle Wahrheit einführt
und uns das Geheimnis dieses Opfers
immer mehr erschließt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingsten am Tag
Herr, unser Gott,
dein Geist segne diese Gaben
und erfülle durch sie die Kirche mit der Kraft deiner Liebe,
damit die ganze Welt erkennt,
dass du sie zum Heil gerufen hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB - Pfingsten, am Vorabend
Gütiger Gott,
von den Früchten des Feldes und des Weinstocks
sind Brot und Wein bereitet,
die die geistgewirkte Gegenwart
deines Sohnes im Sakrament verkünden.
In dieser Versammlung um den Tisch,
den du uns gedeckt hast,
lass uns Kraft schöpfen,
um unseren Auftrag als Christinnen und Christen zu erfüllen.
So bitten wir durch Christus.
Wir danken dir, Herr, für den Geist,
der alle Dinge, alles Wissen, alle Einsicht verwandelt.
Das Brot, den Wein
bringen wir dir,
unseren Hunger nach Leben,
die Sehnsucht nach einem Fest,
an dem aller Streit,
alle Angst
in Freude verwandelt sind.
Du nimmst das Brot,
du nimmst den Kelch in deine Hand
und schenkst uns deine Gaben
verwandelt.
Du schenkst dich uns selbst.
Deine Liebe schmecken wir.
Bis wir dich sehen,
wie du immer schon warst.
Auf dich warten wir
In Christus, unserem Herrn.
Kehrvers:
Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.
(GL 312,2)
Großer und heiliger Gott,
wir preisen dich und danken dir für die Gaben des Heiligen Geistes.
Du schenkst uns Rat, Weisheit, Erkenntnis, Einsicht,
Frömmigkeit, Gottesfurcht und Stärke.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus schenkt der Welt seinen Frieden.
Sehnsüchtig warten viele Menschen auf diesen Frieden.
Er hat uns ein Beispiel gegeben, wie wir leben sollen,
damit dieser Friede für viele Menschen Wirklichkeit wird.
Kehrvers
Der Heilige Geist öffnet unsere Augen und Herzen für die Not unserer Mitmenschen,
für die Schönheit der ganzen Schöpfung
und für die vielen kleinen Dinge, die das Leben schön machen.
Kehrvers
Wir loben und preisen dich, liebender Gott
und danken dir von Herzen für deine Liebe zu deinen Geschöpfen,
die kein Ende hat. – Amen.
Kehrvers:
Jubelt dem Herrn alle Lande,
Halleluja, preist unseren Gott. (GL 643,1)
Danke, Schöpfer-Geist, dass du ununterbrochen unser Chaos in Kosmos verwandelst; dass du unseren Geist besucht und unser Herz mit Gnade erfüllt hast.
Kehrvers
Danke, dass du für uns der Tröster bist, die größte Gabe des Vaters, das lebendige Wasser, das Feuer, die Liebe und die geistliche Salbung.
Kehrvers
Danke für die unendlichen Gaben und Charismen, die du als mächtiger Finger Gottes unter den Menschen verteilt hast, du erfüllte und ständig zu erfüllende Verheißung des Vaters.
Kehrvers
Danke für das Wort aus Feuer, das du niemals aufgehört hast, in den Mund der Propheten, der Seelsorger, der Missionare und der Beter zu legen.
Kehrvers
Danke für das Licht Christi, das du in unserem Geist hast leuchten lassen, für seine Liebe, die du in unsere Herzen ausgegossen hast, und für die Heilung, die du in unserem gebrechlichen Leib bewirkt hast.
Kehrvers
Danke, dass du uns im Kampf zur Seite gestanden hast, dass du uns geholfen hast, den Feind zu besiegen oder uns nach der Niederlage wieder zu erheben.
Kehrvers
Danke, dass du unser Führer warst in den schwierigen Entscheidungen des Lebens und dass du uns vor der Faszination des Bösen bewahrt hast.
Kehrvers
Danke schließlich, dass du uns das Angesicht des Vaters offenbart und uns gelehrt hast, "Abba!" zu rufen.
Kehrvers
Danke, dass du uns dazu anspornst, zu erklären: "Jesus ist der Herr!"
Kehrvers
Danke, dass du dich der Kirche der Väter und der unserer Tage offenbart hast als das Band der Einheit zwischen Vater und Sohn, als unaussprechliches Objekt ihrer gemeinsamen Hauchung der Liebe, als Lebensatem und Duft göttlicher Salbung, die der Vater dem Sohn überträgt, indem er ihn zeugt "noch vor dem Morgenstern".
Kehrvers
Danke einfach dafür, dass du da bist, jetzt und in alle Ewigkeit, sei dir, Heiliger Geist, gedankt!
Danklied: z. B.: Nun danket alle Gott (GL 405)
Aus Raniero Cantalamessa, Komm, Schöpfer Geist. Betrachtungen zum Hymnus Veni Creator Spiritus. Aus dem Italienischen von Ingrid Stampa. Mit einem Vorwort von Joseph Kardinal Ratzinger, Freiburg i. Br.: Verlag Herder 1999.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
und diesen Tag in festlicher Freude zu feiern.
Denn heute hast du das österliche Heilswerk vollendet,
heute hast du den Heiligen Geist
gesandt über alle,
die du mit Christus auferweckt
und zu deinen Kindern berufen hast.
Am Pfingsttag erfüllst du
deine Kirche mit Leben:
Dein Geist schenkt allen Völkern
die Erkenntnis des lebendigen Gottes
und vereint die vielen Sprachen
im Bekenntnis des einen Glaubens.
Darum preisen dich alle Völker
auf dem Erdenrund in österlicher Freude.
Darum rühmen dich die himmlischen Kräfte
und die Mächte der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Pfingsten
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt
und verkündeten Gottes große Taten.
(vgl. Apg 2, 4.11)
Oder:
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.
Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn;
der Herr freue sich seiner Werke.
(Ps. 104,30f.)
Oder:
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
(Joh 20,21)
Oder:
Wenn der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat,
auch euren sterblichen Leib lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.
(Röm. 8,11)
Starker Gott
Du zeigst dich uns immer neu in vielfältigen Zeichen.
Heute ersehnen wir und erwarten dich
im feurigen Wirken deines Geistes.
Das Feuer war und ist ein Ort
an dem durch alle Zeiten hindurch
Menschen deine Gegenwart spüren können.
Du hast dich im brennenden Dornbusch offenbart
du zogst in der Flammensäule vor deinem Volk her
du bist in den Herdfeuern vieler Kulturen.
Du gibst dich uns
wie einst am ersten Pfingstfest
im Feuer deines Geistes.
Wir danken dir dafür
und preisen deine Gegenwart.
Heute und jeden Tag
an dem das Wirken deines Geistes
unser Leben durchströmt.
Geist Gottes
komm auf uns
und öffne uns für deine Botschaft
Geist Gottes
komm auf uns
und bereite uns für Jesu Nachfolge
Geist Gottes
komm auf uns
und erneuere unseren Glauben
Geist Gottes
komm auf uns
und stärke unsere Hoffnung
Geist Gottes
komm auf uns
und entzünde neu in uns die Liebe
Geist Gottes
komm auf uns
und begleite uns durchs Leben
Du hast mir Vieles anvertraut, mein Gott
mein Leben mit all seinen Kräften
seinen Höhen und Tiefen
und all den Talenten und Fähigkeiten
die in mir sind.
Du schenkst mir Zeit und Raum
diese zu entfalten
und fruchtbar zu machen
für mich und die anderen.
Dein Wort hast du mir anvertraut
dass ich es weitersage
und deine Liebe
dass sie mich anstecke
und antreibe
hin zu meinen Mitmenschen.
Vieles hast du mir anvertraut, mein Gott
ich möchte deinem Vertrauen gerecht werden
ich kann es nicht allein
doch ich darf gewiss sein
dass du mit mir bist
und dass dein Geist mich stärkt und führt.
Du selbst hast dich mir anvertraut
und so kann ich in deinem Namen
täglich neu beginnen
denn du gehst mit mir.
Sende deinen Geist
und rüttle mich wach, Gott
ich bin in meinen alten Gewohnheiten erstarrt
Sende deinen Geist
und öffne meine Augen
ich bin oft blind für die Realität um mich herum
Sende deinen Geist
und öffne meine Ohren
ich höre im Lärm der Welt deine Stimme nicht mehr
Sende deinen Geist
und öffne meine Hände, setze mich in Bewegung
ich sehe manchmal die nicht mehr, die mich brauchen
Sende deinen Geist
und gib mir ein offenes Herz
ich möchte die Liebe zu dir
und zu den Mitmenschen neu entdecken
Sende deinen Geist
und mach mich neu
Dein Geist, o Gott
bewege uns
und treibe uns an
er mache uns stark und froh
und bereit
Zeugnis zu geben
für dich und dein Wort.
Neu begeistert
wollen wir hinausgehen
in unseren Alltag
und deinen Frieden weiter tragen
zu allen Menschen
denen wir begegnen.
Dankbar und gesegnet
wollen wir
als Kinder Gottes leben -
erfüllt vom guten Geist:
Dem Geist der Liebe
und des Friedens.
Heiliger Geist
entzünde neu in uns
die Flamme der Phantasie
damit wir gute Wege gehen
Entzünde neu in uns
das Licht der Weisheit
damit wir Gut und Böse unterscheiden können
Stärke neu in uns
das Feuer der Liebe
damit wir in unseren Mitmenschen dich erkennen
Segne und entflamme uns neu
damit unser Leben heil und froh wird
Segne uns, Gott
damit uns dein Geist aufweckt
wenn wir müde und mutlos geworden sind
Segne uns und stärke uns
damit uns deines Geistes Feuer neu erfüllt
und antreibt
deine Zeugen zu sein
Herr, unser Gott,
du hast deine Kirche
mit himmlischen Gaben beschenkt.
Erhalte ihr deine Gnade,
damit die Kraft aus der Höhe, der Heilige Geist,
in ihr weiterwirkt
und die geistliche Speise sie nährt
bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingsten am Tag
Herr, unser Gott,
du hast uns im heiligen Mahl gesättigt.
Erfülle uns durch dieses Sakrament
mit der Glut des Heiligen Geistes,
den du am Pfingstfest den Aposteln gesandt hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Pfingsten am Vorabend
Herr, unser Gott,
laß das Sakrament, das wir empfangen haben,
in uns wirksam werden
und nähre in uns das Feuer des Heiligen Geistes,
den du am Pfingstfest
den Aposteln eingegossen hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Votivmesse vom Heiligen Geist
Barmherziger Gott,
wir haben dein Wort vernommen
und getan, was dein Sohn uns aufgetragen hat.
Nun gehen wir hinaus,
um dein Evangelium in dieser Welt
durch Wort und Tat zu verkünden.
Die Früchte des Heiligen Geistes
mögen unseren Weg leichtmachen.
Darauf vertrauen wir durch Christus unseren Herrn. - Amen.
Vater im Himmel,
in einer Zeit, in der wir oft meinen,
dass uns alle Kräfte versagen,
hast du uns erneut die Kraft des Hl. Geistes geschenkt.
Lass uns auf sie vertrauen,
wenn wir jetzt wieder in all die Anfechtungen des Lebens gehen.
Lass sie uns erfüllten,
damit wir die Botschaft deines Sohnes
freudig in die Welt tragen können.
Wir danken dir, Herr, für den Geist,
der alle Dinge, alles Wissen, alle Einsicht verwandelt.
Das Brot, den Wein
bringen wir dir,
unseren Hunger nach Leben,
die Sehnsucht nach einem Fest,
an dem aller Streit,
alle Angst
in Freude verwandelt sind.
Du nimmst das Brot,
du nimmst den Kelch in deine Hand
und schenkst uns deine Gaben
verwandelt.
Du schenkst dich uns selbst.
Deine Liebe schmecken wir.
Bis wir dich sehen,
wie du immer schon warst.
Auf dich warten wir
In Christus, unserem Herrn.
Der gütige Gott hat am heutigen Tag die Jünger durch die Eingießung des Heiligen Geistes erleuchtet.
Er segne euch und schenke euch den Reichtum seiner Gaben. Amen.
Jenes Feuer, das in vielen Zungen auf die Jünger herabkam,
reinige eure Herzen und entzünde in euch die göttliche Liebe. Amen.
Der Heilige Geist, der die vielen Sprachen im Bekenntnis des Glaubens geeint hat,
festige euch in der Wahrheit und führe euch vom Glauben zum Schauen. Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
MB Vom Heiligen Geist
Heiliger Geist,
Quelle der Wahrheit,
du Atem Gottes,
Spender des Lebens!
Mitten in unserer Alltäglichkeit
überrasche uns mit deiner Kraft.
Mitten in unsere Planlosigkeit
zeige deine Pläne.
Mitten in die Zweifel an uns selbst
entzünde dein Chrisma.
Mitten in unsere Antriebslosigkeit
entfache du dein Feuer
und schenke uns Antrieb.
Mitten in unsere Verständnislosigkeit
schenke dein Verstehen
Mitten in unsere Sprachlosigkeit
schenke uns Worte,
die heilen und aufrichten.
Mitten hinein in alles, was uns ausmacht,
lass uns dich erspüren
und lege deinen göttlichen Segen auf uns,
du, den wir zu erfassen suchen,
in der Unfassbarkeit deiner Vielfältigkeit,
als den Vater und den Sohn und den Hl. Geistes. – Amen.
Wenn ich Menschen in Schubladen stecke,
komm zu mir Heiliger Geist,
öffne die Schubladen
und hilf mir, den einzelnen Menschen zu sehen.
Komm zu mir Heiliger Geist!
Wenn ich in Vorurteilen gefangen bin,
komm zu mir Heiliger Geist,
kläre meinen Blick
und hilf mir, Vorurteile zu überwinden.
Komm zu mir Heiliger Geist!
Wenn ich nur noch auf mich selbst schaue,
komm zu mir Heiliger Geist,
lenke meinen Blick in die Weite,
damit ich meine Mitmenschen in den Blick nehme.
Komm zu mir Heiliger Geist!
Wenn mir die Worte fehlen,
komm zu mir Heiliger Geist,
lass mich mutig werden,
und darauf vertrauen, die richtigen Worte zu finden.
Komm zu mir Heiliger Geist!
Wenn ich nicht mehr weiter weiß,
Komm zu mir Heiliger Geist,
schenk mir den Mut,
neue Wege zu gehen.
Komm zu mir Heiliger Geist,
damit ich ein Leben
in der Liebe zu Gott und den Menschen
leben kann.
Edith Furtmann 2023
Der Geist weht, wo er will. So heißt es in einem Kirchenlied, und so scheint es auch zu sein. Manchmal hat man das Gefühl, da war er dabei, der Heilige Geist, erzwingen kann man ihn aber nicht.
Es ist schon faszinierend: ängstlich halten sich die Jüngerinnen und Jünger gemeinsam in einem Raum auf, in Jerusalem, betend, hoffend, dass niemand kommt und sie verhaftet. Und plötzlich gehen sie raus, sprechen zu den Menschen, und die Menschen verstehen sie und niemand versucht, sie zu verhaften. Was ist da passiert? In der Bibel heißt es: das war der Heilige Geist.
Was heißt das für uns? Kennen Sie Situationen, denen Sie am liebsten aus dem Weg gehen würden? Ich erinnere mich an eine meiner besten Freundinnen, die im Sterben lag. Sie wusste es, und doch spannen wir uns eine gemeinsame Zukunft aus? Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Darf man das? Und wie überhaupt redet man mit jemandem, der höchstwahrscheinlich sterben wird? Ein Krankenhausseelsorger beantwortete mir die Frage wie folgt: Ehrlich bleiben. Nichts vortäuschen. Dann kann nichts schief gehen. Ich hatte Angst. Aber ich fand die richtigen Worte.
Wie redet man mit den Angehörigen? Wie redet man mit den Trauernden? Ehrlich bleiben, sich trauen. Dann, wenn man sich drauf einlässt, hilft, so meine Erfahrung, irgendwas, die Worte zu finden, die stimmig sind. Und das ist für mich der Heilige Geist.
Edith Furtmann 2023
Sanfter Regen –
wäscht Tränen weg
Lauer Wind –
tröstet mich
Wilder Sturm –
treibt mich an
zu neuen Taten.
Ilse Pauls
Ein Pfingslied von Lothar Zenetti, vertont von Reinhard Burchhardt:
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Text: Lothar Zenetti, Musik Reinhardt Burchhardt.
Komm, du einzig wahre Geistin
Komm,
du einzig wahre Geistin
Ruach
erfülle
das Haus unseres Herzens
mit Wahrhaftigkeit und Liebe
entfalte
was von Anbeginn
in uns
angelegt ist
mit Farbenpracht und Phantasie
damit wir
ALLE
erreichen
ALLE
bis an die Grenzen der Erde
alle Völker und Stämme
Gefangene und Freie
Kranke und Gesunde
Bedürftige und Satte
damit die Welt erkennt
wir alle
suchen und bedürfen
DEINER unauslöschlichen
LIEBE
KRAFT
VIELFALT
Beatrix Senft (2022)
In Einmütigkeit
gewartet
zu verkünden
Sprachverwirrung
aufgehoben –
jeder hörte sie
in seiner Muttersprache reden
Feuerzungen
hatten Zungen gelöst
und sie sprachen
frei und ohne Angst
Ilse Pauls
Der Anfang war einfach und leicht
Brot gemeinsam gebrochen
einmütig am gleichen Ort
von einem Mut beseelt
von einer Hoffnung bestärkt
von einer Einheit geträumt
Güter geteilt –
sie hatten alles gemeinsam
sie waren ein Herz und eine Seele …
Später:
Regeln
Gesetze
Pflichten
Organisation
Gruppen
Teilungen –
Wo bleiben
das Herz und die Seele …
Ilse Pauls (unveröffentlicht)
Noch während des Kalten Krieges hoffte man im Westen, dass steigender wirtschaftlicher Wohlstand in der Sowjetunion und China auch zu politischem Wandel führen würde. Putin und Xi haben all diese Hoffnungen zerstört.
Der Überfall des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, auf die Ukraine und der zunehmende Autoritarismus des chinesischen Präsidenten, Xi Jinping, haben einem Großteil der Welt mit Verspätung vor Augen geführt, dass eine geopolitische Wette, die die USA und ihre Verbündeten vor einer Generation eingegangen sind, gescheitert ist. Die notwendige Reaktion auf die neue düstere Realität spiegelt die Kosten wider, die durch das Scheitern dieser Wette entstanden sind – und sie wird alles verändern: von Verteidigungsallianzen, Militärbudgets und internationalem Handel bis hin zu Finanzströmen und zur Umwelt- und Energiepolitik.
Ganzer Beitrag (leider nur gegen Bezahlung):
https://www.diepresse.com/6144066/
Michael J. Boskin in: diepresse.com am
https://www.diepresse.com/6144066
Ich bin da
Ruach
Geistin
Geist
bunte Vielfalt
erregend
durchdringend
tragend
an eurer Seite
ICH BIN DA
In allen Sprachen
Für alle Völker
Für jeden Menschen
Für dich
Werde still
höre
staune
Ich bin im Lauten und
im Leisen
Im Brausen und
im Tosen
In der tiefsten Stille
im Oben und im Unten
In deiner Sprachlosigkeit und
in deinem Sprechen
In deinen Verletzungen und
in deiner Heilung
In deiner Lieblosigkeit und
in deiner Sehnsucht nach Liebe.
In deinem überschäumenden Glück und
in deiner tiefsten Traurigkeit
In der Enge deines Herzens und
in der Weite deines Herzens
In allem, was dich ausmacht
Ich lege mich segnend auf dich und du wirst spüren:
Ich, RUACH, bin da.
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der in jeder Situation alles neu machen kann. Die verängstigten Jünger wurden durch diesen Geist ermutigt, ihre Isolation zu verlassen und freimütig das Evangelium zu verkünden. Dieses pfingstliche Ereignis sowie den fünften Jahrestag des Erscheinens der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus nehmen wir zum Anlass, uns an alle Menschen in Österreich zu wenden. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten wir das öffentliche Leben auf ein Minimum reduzieren. Selbst die gemeinsamen Gottesdienste, die vielen Menschen geistliche
Nahrung bieten, konnten nicht mehr stattfinden. Das war ein schwerer Verzicht, auch wenn dadurch in den Häusern und Wohnungen vielleicht mehr gebetet und damit mitten im Alltag der Glaube stärker wurde. Jetzt stehen wir in der Krisenbewältigung an einer Schwelle. Das öffentliche Leben wird schrittweise normalisiert.
Auf diesem Weg hin zu einer „erneuerten Normalität“ feiern wir Pfingsten, das Fest eines Neuen Geistes. Bereits in den vergangenen Wochen war sein belebender Atem im erfreulichen Zusammenhalt von Politik und Gesellschaft zu spüren.
Vollständiger Hirtenbrief als PDF
https://www.bischofskonferenz.at/
Lockdown, Börsenschock, Hunderttausende in Kurzarbeit, Millionen in Existenznot: Die Viruskrise bringt nicht nur medizinisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial enorme Probleme. Von positiven Effekten zu sprechen, mag da vermessen erscheinen. Doch manch einer sieht die Chance, gerade jetzt die Gelegenheit für ein Umsteuern zu ergreifen. "Wir werden durch einen äußeren Schock in einen Zustand gebracht, der so nie gekommen wäre", sagt etwa Henning Vöpel, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts. Nach dem Motto: Wenn (fast) nichts mehr geht, lässt sich Neues denken und erproben. Vorstellungen von Ökonomie und Alltag könnten sich ändern.
Ganzer Beitrag >>>
Nach: J. Galot, Zum Heiligen Geist. Gebete, 3. Aufl., Leutesdorf am Rhein: Johannes-Verlag 1973.
Nach der Pandemie werden wir umdenken und längerfristige Gefahren wie die Klimakrise angehen, davon ist der Energie- und umweltpolitische Vordenker überzeugt. Im DW Gespräch zeigt er Möglichkeiten zur Veränderung auf.
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dw.com - Deutsche Welle 2023
Feuer, das brennt,
Wasser, das kühlt,
Wind, der belebt,
unbekannter,
unbenannter,
sanfter,
ausdauernder Rufer,
immerwährender Mahner,
beharrlicher Begleiter,
verständnisvoller Zuhörer:
Bleibe bei uns,
rufe uns zu,
entzünde uns,
sei uns nah,
unsichtbar,
unhörbar,
unspürbar -
aber immer da.
Aus: Ilse Pauls, Edition Club D’Art-International, 2005.
Zuerst -
Worte - falsch verstanden
als Waffen gebraucht
um Recht zu haben
als Todesurteile.
Es geschehen Wunder:
Worte - die wärmen,
trösten
Schmerzen lindern,
heilen -
Worte
machen Mut.
Aus: Ilse Pauls, Worte am Weg. Gedichte. Wolfgang Hager Verlag, A-8852 Stolzalpe 70.
Im Abendmahlsaal versammelt
heiliger Ort des Wartens
des Betens
Brüderlichkeit
Schwesterlichkeit
dichte Atmosphäre der Liebe
explodiert
in Feuerzungen.
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker, die Bewohner der Städte,
die Menschen aller Landschaften haben sich geeinigt.
Sie loben Gott, ihren Herrn.
Sie führen keine Kriege mehr.
Sie misshandeln keine Menschen.
Sie kämpfen nicht mehr gegeneinander.
Sie zerstören nicht mehr die Erde,
sie legen die Schöpfung zurück in Gottes Hand.
Sie haben erkannt: Gott allein ist der Herr.
Die dienen Gott mit großer Freude.
Helfen und Heilen ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen.
Ihre Freude wirkt wie eine ansteckende Gesundheit.
Noch viele Menschen werden diese Freude weitergeben
und von ihr erzählen.
Alle Länder der Erde, die Regierungen aller Völker,
die Bewohner der Städte, die Menschen aller Landschaften
verwirklichen die Güte Gottes.
Nach Psalm 100,
Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Glücklich die Kirche, die nie aufhört zu fragen,
die nie aufhört zu suchen.
Glücklich die Kirche, die sich selbst in Frage stellt,
die über sich selber lächeln kann.
Glücklich die Kirche, die Freiheit verbreitet aus ihrem Glauben,
die Freude ausstrahlt aus ihrem Leben.
Glücklich die Kirche, die den Menschen neue Zuversicht schenkt,
die den Frieden und die Gerechtigkeit in die Tat umsetzt.
Glücklich die Kirche,
die ein Ort der Menschlichkeit ist in einer unmenschlichen Welt,
sie könnte selber Modell sein für eine gute Zukunft.
Glücklich die Menschen dieser Kirche,
sie brauchen keine Angst mehr zu haben,
von Gott und den Menschen verlassen zu sein.
Nach Psalm 1,
Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Atem des Lebens, wehe uns an,
du, der uns Menschen begeistern kann,
nimmt in uns Wohnung, bring leben und Licht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Hoffnung der Armen, steh in uns auf,
nimm nicht Zerstörung, nicht Unrecht in Kauf.
Lehr uns das Teilen, die Chance heißt Verzicht
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht
Quelle der Schöpfung, Wasser, das tränkt,
allen Geschöpfen kristallklar geschenkt.
Dich trüb zu trinken, ist Tod, ist Gericht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Stimme der Stummen, Wort, das uns weckt,
Weise, die niemals nach Aufgeben schmeckt,
Lied, in dem heute das Morgen anbricht.
Erneuere uns, erneuere uns,
und der Erde Angesicht, und der Erde Angesicht.
Eugen Eckert, in: Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 6. Aufl. 2011.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.
Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,
Du Geist des Mutes, der uns stark macht.
Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Liebe, die uns einig macht.
Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.
Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.
Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.
Komm, Heiliger Geist!
(Leonardo Boff)
Komm,
Sturmwind des Geistes,
zerbrich die selbstgemachten Häuser,
die uns doch nicht bergen können.
Führ uns hinaus aus unsern Kerkern,
beheimate uns
im ewigen Haus!
Komm,
Sturmwind des Geistes,
bring zum Erlöschen die künstlichen Lichter,
die uns erblinden ließen für das wahre Licht.
Gib uns
den klaren Blick!
Komm,
Sturmwind des Geistes,
überflute die Dämme, mit denen wir uns abgesichert haben
gegen den Einbruch des Himmels.
Befreie uns aus unsren Wüsten!
(Antje Sabine Naegeli)
Du heiliges Feuer
Brenn in unseren Herzen
Du heiliges Wasser
Fließ in unsere Beziehungen
Du Heiliger Geist
Beflügle unsere Gedanken
Du heiliger Fürsprecher
Sprich in unserem Innern
Du heilige Taube
Flieg durch unsere Welt
Du heilige Liebe
Begeistere alle Menschen
(Anton Rotzetter, Gott der mich atmen lässt, Herder 1994, S. 89)
Atme in mir Heiliger Geist.
Ströme aus der Mitte meines Seins.
Sei du mein Rhythmus,
mein Kommen und Gehen,
mein Werden und Wachsen.
Atme in mir Heiliger Geist.
Sei du das Leben, das ich fühle,
sei die Sehnsucht, die mich zieht.
Sei du das Feuer, das in mir brennt
und das Blut, das in mir fließt.
Atme in mir, Heiliger Geist.
Lass mich aufblühen und ein Lob sein.
Lass mich reif werden
und Frucht bringen.
Lass mich ein Segen sein für diese Erde
und für die Menschen auf ihr. Amen.
Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist,
dass wir nicht blind werden
für die Wunder deiner Schöpfung, deiner Güte und Liebe.
Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist,
dass wir nicht blind werden für die Dunkelheiten und Leiden in unserer Welt.
Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist,
dass wir nicht taub werden für dein Wort und deine Wahrheit.
Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist,
für die Bitten und Stimmen von Menschen und ihre Schreie der Not.
Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir
Tag für Tag deinen Willen erkennen und in
deinem Licht das Licht sehen.
Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir
die Geister zu unterscheiden lernen.
Erhelle unser Herz, Heiliger Geist,
damit wir lieben was wahrhaft und gerecht ist und
in allem, was wir lieben, dich lieben.
Hülle uns ein in dein Licht und deine Wahrheit,
dass wir uns senden lassen in diese Welt, dir lobsingen
und die Kraft deiner Auferstehung feiern. Amen.
Herr unser Gott,
Vater im Himmel,
lass uns deinen Geist entdecken
mitten unter uns:
den Geist, in dem wir uns öffnen für dich,
in dem wir uns füreinander öffnen,
in dem wir wieder aufatmen können
und Hoffnung schöpfen.
Hilf uns, dass wir uns mehr und mehr
Diesem Geist überlassen,
sodass der Ungeist des Missverstehens
und des Unverständnisses
uns nicht länger beherrscht,
der Geist der Angst
und des Misstrauens voreinander,
der unseren Mund stumm macht.
(Eleonore Beck)
Heiliger Geist, du belebst alles.
Du teilst dich in je verschiedener Weise der ganzen Schöpfung mit.
Du schenkst uns die Gnade,
erleuchtest uns zur Erkenntnis Gottes,
du vollendest die Gerechten,
machst die Toten lebendig
und Fremdlinge zu Kindern Gottes.
Durch dich werden die Schwachen stark, die Armen reich,
die Unmündigen und Ungebildeten weiser als die Gelehrten.
Du bist im Himmel und erfüllst die Erde,
du bist überall zugegen,
und nirgends kennst du Schranken.
Du wohnst in jedem Menschen und bist ganz Gott.
Wir bitten dich:
Nimm in unseren Herzen Wohnung,
und verlass uns zu keiner Zeit!
(nach Basilius, gestorben 379)
Die Gaben des Heiligen Geistes
mögen Feuer zur Erde bringen,
sodass die Gegenwart Gottes
in neuem Licht gesehen werden kann,
an neuen Orten, auf neuen Wegen.
Mögen unsere eigenen Herzen entflammt werden,
sodass kein Hindernis, wie groß es auch sein mag,
sich der Botschaft Gottes darin in den Weg stellen kann.
Mögen wir von ganzem Herzen dem Wort Gottes trauen,
um es mutig auszusprechen,
um ihm gläubig zu folgen,
um es in anderen zur Flamme zu entfachen.
Möge Jesus,
der Frauen mit seinem Heiligen Geist erfüllte,
die Welt und die Kirche mit neuem Respekt beschenken
für die Kraft und die Gegenwart des Geistes.
(Sr. Joan Chittister, OSB)
Heiliger Geist,
Du Geist der Wahrheit, erleuchte mich,
damit ich ein Gespür entwickle für das Wesentliche in meinem Leben.
Du Geist der Stärke, bewirke,
dass mir Boden unter meine Füße wächst.
Du Geist der Freiheit, befreie mich,
damit ich lerne, dem Frieden und der Gerechtigkeit aller zu dienen.
Du Geist des Rates, verlocke mich,
damit ich das Abenteuer mit Gott wage.
Du Geist der Wissenschaft, lenke mein Denken,
dass ich die Schöpfung und die Geschöpfe leidenschaftlich achte.
Du Geist des Gebetes, bete in mir,
damit Gott sich in mir aussprechen kann.
Du Geist der Liebe Gottes, behüte mich,
damit ich leben kann in und aus Hoffnung auf immer.
Mit neuer Begeisterung will ich aufbrechen
und mich einsetzen für das Kommen deiner neuen Welt.
1.
Wir träumen einen Traum
Und wenn auch alle lachen,
wir träumen einen Traum
von einer bessern Welt.
Da sind die Blumen nicht aus Schaum,
Da sind die Tränen nicht aus Glas,
Da ist die Freude nicht geschminkt,
da ist das Leben schön.
2.
Wir träumen einen Traum
und wenn auch alle mahnen,
wir träumen einen Traum
von einer bessern Welt
Da sind die Helden mangelhaft,
da sind die Eichen angesägt,
da ist die Wahrheit nicht gezinkt,
da ist das Leben schön.
3.
Wir träumen einen Traum
und schenken ihm das Leben,
wir träumen einen Traum
und machen uns die Welt.
Da ist der Mensch dem Menschen gleich,
da ist der Christus ganz aus Fleisch,
da ist die Auferstehung wahr,
da ist das Leben schön.
Günter Hildebrand, Wir träumen einen Traum, in: Literarische Auslese. Hrsg. von Wolfgang Eck, Stuttgart: Radius 1989.
Melodie: Peter Janssens (1975)
„Ich bin stolz auf unsere Kirche!" - So habe ich früher oft gesagt. Und ich bin noch immer stolz auf sie. Aber es gibt „Schwächen“ an unserer Kirche, die wir sehen müssen. Sie werfen Fragen auf, sie sind „fragwürdig“. - Ich denke dabei nicht an die Skandale, die es in der Kirche gegeben hat; und die Missstände, die wir so gut kennen und die eine Schande für die Kirche und uns Christen sind. Ich denke vielmehr an „Schwächen“ der Kirche, die zu ihrer „Grundausstattung“ gehören und immerzu ihr gehören werden. Sie sind ihr „auf den Leib geschnitten", und sie wird sie daher nie los werden.
Einige dieser „Schwächen“ springen ins Auge.
Die Apostel
Eine „Schwäche" gehört seit Anfang an zur Kirche. Jesus selber hat sie verursacht, als er die "Apostel“ ausgesucht hat.
Wenn wir nämlich mit etwas kritischem Sinn auf die Auswahl schauen, die Jesus getroffen hat, sind wir versucht zu sagen: es war eine „schlechte Wahl“! Die Männer, auf die seine Wahl gefallen ist, waren Arbeiter, Steuereintreiber, manche von ihnen politisch eher extrem, charakterlich unausgeglichen; und alle ungebildet! ... Ich habe Jesus öfters Vorwürfe gemacht, dass er solche Männer zu seiner Kerngruppe machte.
Aber ist es nicht höchst erstaunlich, dass diese inkompetenten und unfähigen Männer die Kirche aufgebaut und getragen haben? Nicht gescheite Leute haben Jesus und seine Botschaft in der Welt gegenwärtig gemacht, keine mächtigen Politiker oder Millionäre, sondern dieses arme Häuflein! Zeigt nicht gerade diese Tatsache, dass die Kirche nicht Menschenwerk ist, sondern von Gott und seinem Christus getragen und gehalten wird?
Paulus hat diese und andere „Schwächen“ der Kirche klar im Blick gehabt; er schreibt oft darüber, besonders in seinem 1. Brief an seine Freunde in Korinth: „Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist.“(1 Kor 1,27f.).
Das ist die „Weisheit Gottes“ und die „Philosophie“ seines Messias!
Aus: Hans Schermann, Auf dem Weg des Lebens. Erfahrungen und Einsichten. Fromm Verlag, Saarbrücken 2017
Der Geist der Liebe ist es, der aus der entmutigten, verzweifelten, zerstreuten und verleugnenden Jüngerschar Zeugen der Auferstehung erstehen lässt. Gottes Geist gibt ihnen eine neue Sprache: aus dem Blabla, dem unverbindlichen Geschwätz, aus dem Gezänk der Parteien, der Saft- und Kraftlosigkeit der Predigten, in den Sprachbarrieren entsteht eine neue Verstehensgemeinschaft. Als geisterfüllte Menschen erinnern und bezeugen die Apostel das kraftvolle, tröstende Wort Gottes, das Jesus in Person ist. Der Geist ist ihnen Beistand, der guten Stand gibt, gerade wenn sie traurigen, sprachlosen, lahmen, trägen, einsamen, verängstigten oder verbitterten Menschen begegnen. Der Heilige Geist eröffnet Lebensräume, wo alle in die Enge getrieben sind, Freiräume, wo die Lasten drücken, Quellen, wo alles verkarstet, Licht, wo Dunkel herrscht.
"Die Gnade des Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes seien mit euch allen" (2 Kor 13,13). Der Heilige Geist ist der Kuss, die Beziehung zwischen Vater und Sohn, das "Zwischen", die Atmosphäre. Geist ist das, was verbindet, was zusammenfügt, was Gemeinschaft stiftet. Gemeinschaft ist geradezu der Urgedanke Gottes. Nur ein gemeinschaftsfähiger Mensch entspricht dem trinitarischen Gott der Liebe und der Gemeinschaft.
Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
Fast lauter junge Gesichter und leuchtende Augen sind es, in die ein Bischof bei den vielen Firmspendungen im Laufe eines Kirchenjahres blickt. Im Wechsel von einem Gesicht zum anderen kommt er manchmal in ein inneres Gespräch mit dem Heiligen Geist, der diesen Firmlingen in Gebet, Handauflegung und Salbung geschenkt wird.
Fragen drängen sich auf: Was wirst du, Gottes Geist, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mit diesem jungen Menschen tun, der jetzt vor mir steht? Und was wird er in seiner Freiheit mit dir, der niemanden zwingt, tun? Wird er dein Licht in einer großen Lebens- und Glaubenskrise auslöschen? Oder wird er dieses Licht durch ein laues Leben zu einer armselig brennenden Funzel, zu einem glimmenden Docht verkommen lassen? Werden die Augen dieses Firmlings in zwanzig, in fünfzig Jahren inmitten eines dann vielleicht schon runzeligen Gesichtes noch leuchten, weil das Licht des Heiligen Geistes dann immer noch in seinem Herzen brennt? Oder werden diese Augen stumpf sein und werden sich Spuren von tiefen Enttäuschungen, von Gier und von Gleichgültigkeit in dieses Gesicht eingeschrieben haben?
Jeder weiß, dass viele junge Menschen mit so guten Gesichtern und leuchtenden Augen zur Firmung herangetreten sind und trotzdem bald darauf schon die großen Ferien vom kirchlichen Leben begonnen haben; dass sie aufgehört haben, regelmäßig zu beten, den Sonntagsgottesdienst mitzufeiern, zu beichten und sich für die Kirche mitverantwortlich zu fühlen. Die Firmung ist für sie absurderweise nicht Anfang eines Lebens als mündiger Christ geworden, sondern Abschied vom Leben mit der Kirche.
Der Bischof gleicht bei der Firmspendung jenem Sämann, über den Jesus in einem Gleichnis gesprochen hat: Er streut das Saatgut mit dem Wind und auch gegen den Wind aus. Er ahnt, dass einiges verloren geht, weil es auf steinigen Boden oder in ein Dornengestrüpp fallt. Er darf aber auch hoffen, dass vieles von dem, was da ausgesät wird, aufgehen und dreißigfach, sechzigfach, ja hundertfach Frucht bringen wird (Mk 4,1-9).
Jede Firmspendung geschieht in der Hoffnung, dass mindestens diesmal kein Firmling mit dabei ist, der in einer der ihm bevorstehenden Krisen den Geist Gottes in seinem Herzen ganz auslöschen wird. Diese Hoffnung gründet auf der Erfahrung, dass viele Getaufte und Gefirmte zwar durch Jahre, ja Jahrzehnte in weite Feme von der Kirche geraten, dass sie aber eines Tages neu zum Glauben erwachen wie aus einem Winterschlaf. Manchmal geschieht dies, wenn sie Mutter oder Vater geworden sind und nun ihren Kindern jenen Glauben vermitteln wollen, den sie selbst anscheinend verloren haben. Öfter aber geschieht dies im Alter oder während einer schweren Krankheit. Die Krankenhäuser und die Altenheime sind ja so etwas wie Exerzitienhäuser, auch wenn viele Menschen dort ohne kirchlichen Beistand auskommen müssen. In diesen Häusern steigen häufig Fragen wieder auf, die durch lange Zeit vergessen, verdrängt waren: Wozu lebe ich eigentlich? Woher komme ich und wohin gehe ich? Fängt jemand mich auf, wenn ich sterbend fürchte, ins Nichts zu fallen? In christlicher Sicht sind dies Fragen, die der Geist Gottes eingibt und die allein er auf unübertreffliche Weise beantworten kann. Es sind Fragen, die zu einer Tauferneuerung und Firmerneuerung führen können.
Aus: Egon Kapellari, Menschenzeit in Gotteszeit. Wege durch das Kirchenjahr. Styria Verlag, Graz Wien Köln 2002.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Was ist das?
Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft
an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann;
sondern der Heilige Geist
hat mich durch das Evangelium berufen,
mit seinen Gaben erleuchtet,
im rechten Glauben geheiligt und erhalten;
gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden
beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt
und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben;
in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen
täglich alle Sünden reichlich vergibt
und am Jüngsten Tage
mich und alle Toten auferwecken wird
und mir samt allen Gläubigen in Christus
ein ewiges Leben geben wird.
Das ist gewißlich wahr.
Martin Luther (1529) Kleiner Katechismus.
Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt
Wie aus dem Kerker, der ihn hasst und hält,-
Es ist ein großes Wunder in der Welt:
Ich fühle: alles Leben wird gelebt.
Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, die
wie eine ungespielte Melodie
im Abend wie in einer Harfe stehn?
Sind das die Winde, die von Wassern wehn,
sind das die Zweige, die sich Zeichen geben,
sind das die Blumen, die die Düfte weben,
sind das die langen alternden Alleen?
Sind das die warmen Tiere, welche gehen,
sind das die Vögel, die sich fremd erheben?
Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, - das Leben?
R. M. Rilke, Die Gedichte, Frankfurt: Insel 1986.
Im postmodernen Mischmasch und Einerlei gibt es keinen großen Unterschied zwischen dem Alkoholgehalt, der Vernunft und dem Heiligen Geist. Müssen wir den Geist aber deshalb abschreiben, weil er so vieldeutig ist? Lassen wir ihn vorübergehend in Frühpension gehen, weil wir ihn ohnehin nicht brauchen? Was wäre in unserem Leben anders, wenn wir Pfingsten nicht feiern würden? Oder ist er doch eine tiefe geheime Sehnsucht in uns, die über das Faktische, die Berechenbarkeit und die Verfügbarkeit hinausgeht, weil wir uns doch nicht der Herrschaft der Resignation unterwerfen und aus dem mit der Zeit faden Kreislauf des Habens und Besitzens ausbrechen wollen? Oder wollen wir vielleicht hoch hinaus, um dann - wie beim Turmbau zu Babel - ganz unten zu landen? Beschwören wir den reinen Geist der Gnosis, jener dualistischen Tendenz, die Leib und Geist so strikt zu trennen suchte und deshalb der ärgste Feind des Heiligen Geistes ist, weil er keine Fleischwerdung Gottes und auch kein Kreuz kennt?
Um dem Heiligen Geist Gottes auf die Spur zu kommen, dürfen wir uns von der Heiligen Schrift her leiten lassen. Der Geist Gottes ist der schöpferische Geist des Lebens. Er schwebt, wie es im Buch Genesis heißt, über dem Wasser, einer Urflut und einem Zustand, der noch "wüst ist und leer", eben dem Tohuwabohu. Der Geist Gottes bewirkt, dass die Erde bewohnbar wird und nicht untergeht in materieller und geistiger Umweltverschmutzung. Aus dem Chaos wird ein Kosmos, aus dem zerstörerischen Durcheinander eine Beziehungsstruktur, aus dem Kampf mit dem Recht des Stärkeren ein gegenseitiges Wahr- und Annehmen in Würde. Adam wird zum Menschen, weil ihm der Geist eingehaucht wird, einer, der zu Gott Du sagen kann. Der Heilige Geist ist eine "kraftgeladene Wirklichkeit von höchster Lebendigkeit und Bewegtheit", sagt Alfons Deissler. [...]
Der Geist der Liebe ist es, der aus der entmutigten, verzweifelten, zerstreuten und verleugnenden Jüngerschar Zeugen der Auferstehung erstehen lässt. Gottes Geist gibt ihnen eine neue Sprache: aus dem Blabla, dem unverbindlichen Geschwätz, aus dem Gezänk der Parteien, der Saft- und Kraftlosigkeit der Predigten, in den Sprachbarrieren entsteht eine neue Verstehensgemeinschaft. Als geisterfüllte Menschen erinnern und bezeugen die Apostel das kraftvolle, tröstende Wort Gottes, das Jesus in Person ist. Der Geist ist ihnen Beistand, der guten Stand gibt, gerade wenn sie traurigen, sprachlosen, lahmen, trägen, einsamen, verängstigten oder verbitterten Menschen begegnen. Der Heilige Geist eröffnet Lebensräume, wo alle in die Enge getrieben sind, Freiräume, wo die Lasten drücken, Quellen, wo alles verkarstet, Licht, wo Dunkel herrscht.
Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
In dieser klugen Zeit,
Herr, lass uns nicht verdummen:
Vor leerem Menschenwort
lass dein Wort nicht verstummen.
In dieser satten Zeit
lass uns nicht Hungers sterben:
Speis' uns mit deinem Brot,
dass wir nicht gar verderben.
In dieser kalten Zeit
lass unsre Herzen brennen:
Lass in der Liebe stehn,
die deinen Namen nennen.
In dieser müden Zeit
gib Kraft zu neuem Werke:
Wo unser Herz verzagt,
sei du, Herr, unsre Stärke.
Zum reinhören:
https://m.soundcloud.com/user-607197191/gebet-wider-den-geist-der-zeit-version-i-zum-reinhoren
Lindolfo Weingärtner - Quelle unbekannt
Heiliger Geist, Quelle der Wahrheit,
du Atem Gottes, Spender des Lebens!
Überrasche mich - mitten im täglichen Leben.
Verfolge mich bis in meine Pläne hinein.
Wecke mein Talent - damit es arbeite.
Entzünde dein Charisma - damit ich dich bezeuge.
Treibe mich - wenn ich nachlasse.
Verständige mich - wenn ich nicht verstehe.
Durchglühe mich - wenn ich erkalte.
Überflute mich - wenn ich selbstgefällig bin.
Bete in mir - wenn ich wortlos bin.
Berge mich - wenn ich schutzlos bin.
Juble in mir - wenn ich dich liebe.
Aus: Es ist Zeit zur Aussaat. Novene im Anliegen der geistlichen Berufe und kirchlichen Dienste im Jubeljahr der Erzdiözese Freiburg (1827 - 2002).
Öffne meine Augen,
dass ich nicht mehr wegschaue.
Öffne meine Ohren,
dass ich hinhöre
Löse meine Zunge
dass ich Worte spreche statt Wörtern
Öffne mein Herz,
dass ich lerne, die Ungeliebten zu lieben
Wenn ich das Elend sehe
das Leid höre
die richtigen Worte finde
lieben lerne
und daraus handle
trage ich Liebe und Frieden
in diese unfriedliche Welt
Komm Heiliger Geist
und hilf mir zu helfen
Edith Furtmann 2024.
In der Pfingsterzählung beeindrucken mich vor allem zwei Dinge: die Tatsache, dass die die Apostel und die Frauen und Männer, die sich um sie scharten, sich jedoch vor Angst verkrochen hatten, plötzlich den Mut hatten, sich der Welt zu stellen, und dass sie sich verständlich machen konnten, wo es vorher unmöglich schien.
Wir alle kennen die Situation: jemand liegt im Krankenhaus, schwer erkrankt und eigentlich müssten wir mal hingehen; eine Freundin oder ein Freund liegt im Sterben und würde uns gerne noch einmal treffen; ein Besuch bei Hinterbliebenen wäre dringend fällig; jemand, den wir sehr lieben, fällt in ein tiefes Loch und bräuchte Begleitung… Unser erster Impuls ist dann oft: ich müsste etwas schreiben oder einen Besuch machen, aber ich habe keine Ahnung, was ich da sagen soll; ich habe Angst, etwas falsch zu machen, zu aufgesetzt fröhlich oder traurig oder zu mitfühlend oder zu wenig emphatisch zu wirken... Also unterlassen wir es, wenn es eben geht, oder suchen Zuflucht zu Wörtern, weil uns die richtigen Worte fehlen.
Wenn wir uns aber innerlich darauf einlassen, dass der Heilige Geist uns schon beistehen wird, dann geht es plötzlich: Wir hören zu, wir reden nicht herum. Wenn wir aufrichtig bleiben, dann fallen uns die richtigen Worte ein, weil das Gegenüber dann merkt, dass, egal was wir sagen, aufrichtig gemeint ist. Am Bett meiner sterbenden Freundin habe ich ihn gefühlt, den Beistand des Heiligen Geistes, und auch, als ich eine andere Freundin nach ihrer Trennung durch das tiefe finstere Tal geführt habe.
Seit mehreren Jahren mache ich Trauerbegleitung und leite Beerdigungen. Und ich habe gelernt: manchmal braucht es Worte, manchmal schweigendes Zuhören und Verstehen. Ich habe gelernt, nur zu reden, wenn ich was zu sagen habe, zu schweigen, wenn ich das Gefühl habe, hierauf kann ich nichts sagen.
Wenn man emphatisch in die Situation hineinspürt, dann ist das möglich. Dann weht der Heilige Geist durch unser Da-Sein.
Paulus schreibt im Korintherbrief: Wir haben alle unsere Charismen. Halten wir uns an das, was wir können, überlassen wir anderen, was wir nicht können, und erspüren wir die Hilfe des Heiligen Geistes zur Unterscheidung. So können wir gemeinsam das Reich Gottes auf der Erde verbreiten.
Edith Furtmann 2024.

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Die Schilderung des Pfingstereignisses ist in der Apostelgeschichte bedeutungsvoll allen anderen Berichten vom Wirken des Heiligen Geistes vorangestellt. Auch der feierliche Ton, in dem die Schilderung gehalten ist, weist auf die Bedeutung des Ereignisses hin. Es soll ein Geschehen von geschichtsmächtigem Charakter dargestellt werden. Die Herabkunft des Heiligen Geistes bewirkt, dass die Gemeinde Jesu in die Weltgeschichte eintritt und das Evangelium allen Völkern verkündet.
Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, schildert den Vorgang in den Farben alttestamentlicher Gotteserscheinungen. Seine Erzählung trägt Anklänge an Ex 19,16-19 und 1 Kön 19,11f. Zugleich hat das erzählte Geschehen Erfüllungscharakter. Es erfüllt sich, was beispielsweise in Joel 3,1-5 prophetisch verheißen wurde und was auch Jesus angekündigt hat (vgl. die johanneischen Abschiedreden oder Apg 1,8). Der Beginn der Perikope heißt wörtlich übersetzt: "Als sich der Pfingsttag erfüllte …".
Mit dem Reden in fremden Sprachen, welches die versammelten Jünger erfüllte, ist vermutlich das Phänomen der Glossolalie gemeint. Dabei handelt es sich um jene ekstatischen Zungenrede, wie sie später auch aus der Gemeinde von Korinth bekannt ist (vgl. 1 Kor 12-14). Von dem merkwürdigen Verhalten der Geistträger angelockt oder aufgeschreckt, kommt es in Jerusalem zu einem Volksauflauf. In der Menge befinden sich auch Diasporajuden aus unterschiedlichen Sprachen und Völkern. Mit ihrer Erwähnung wird auf den universalen Zug des Geschehens nachdrücklich hingewiesen. Die als Völkerliste angelegte Aufzählung von Juden aus unterschiedlichen geographischen Bereichen verweist auf das kommende missionarische Wirken der Jesusjünger über den engen Bereich von Palästina hinaus.
Die Lesung trägt das Pfingstereignis aus der Apostelgeschichte vor. Die Apostelgeschichte enthält den einzigen ausdrücklichen und ausführlichen Bericht darüber. Was sich zum Pfingstfest in Jerusalem ereignete, ist die Erfahrung der Christen der ersten Generation: Die Ausgießung des Geistes Gottes über alle, die Jesus nachfolgen. Diese Erfahrung wird in unserem Text durch symbolträchtige Phänomene hörbar und sichtbar: das Brausen, das einem Sturm gleicht, und die Feuerzungen, welche das Sprachenwunder sichtbar machen, und schließlich das unerwartete öffentliche Auftreten der Jünger.
Das Pfingstfest wurde von den Juden fünfzig Tage nach dem Paschafest (Ostern) gefeiert. Es war ursprünglich ein Erntedankfest und wurde auch als Gedächtnis der Gesetzgebung auf dem Sinai begangen. Nach einer jüdischen Legende über die Gesetzgebung am Sinai hat sich die Stimme Gottes in die 70 Sprachen der Völker verteilt, sodaß jedes Volk die 10 Gebote in seiner Sprache vernahm.
Lukas greift dieses Motiv auf und fügt in seine Erzählung eine Völkerliste ein. Ursprünglich dürfte es sich um zwölf Völker gehandelt haben. Die in Jerusalem anwesenden Vertreter dieser Völker sind jedoch Juden. Man kann an heimgekehrte Diasporajuden denken. Die Öffnung den Heidenvölkern gegenüber findet nach Lukas erst später statt.
In der erneuerten katholischen Liturgie ist das Pfingstfest wieder fest mit dem Osterfestkreis verbunden. Ostern dauert demnach 7 Wochen. Die Auferstehung und die Ausgießung des Geistes Gottes gehören zusammen.
Aus allen Ländern versammeln sich Menschen am Pfingsttag, zum Wochenfest, in Jerusalem. Dieses Schawuot-Fest war im Judentum ein Erntefest, wurde dann im Spätjudentum als Bundeserneuerungsfest und im Zusammenhang mit den Gedächtnisfeiern zur Gesetzgebung am Sinai begangen. Es ist anzunehmen, dass es sich bei den "fremden Sprachen” (2,4) nicht um die Muttersprachen der Fremden handelt, sondern eher um Glossolalie (Zungenrede) - vielleicht in fremden Sprachen. Als Quellen des Pfingstberichtes wird zum einen 1 Kor 12,3.10 (Apg 2 ist der Ausbruch der Ankündigung von 1 Kor) und weitere Berichte über Sprachenwunder angenommen.
In diesem Bericht wird dann schon ein Problem leise angedeutet, was dann später im Apostelkonzil noch zum Tragen kommen soll: Wer ist Empfänger des Heiligen Geistes? - Der Pfingstbericht erzählt, dass alle ohne Unterschied den Geist empfingen - später werden sich die Apostel streiten, ob, wer Christ werden will, zunächst Jude werden muss.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz