Lesung aus dem Buch Numeri:
In jenen Tagen
brachen die Israeliten vom Berg Hor auf
und schlugen die Richtung zum Roten Meer ein,
um Edom zu umgehen.
Das Volk aber verlor auf dem Weg die Geduld,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf
und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt?
Etwa damit wir in der Wüste sterben?
Es gibt weder Brot noch Wasser
und es ekelt uns vor dieser elenden Nahrung.
Da schickte der Herr Feuerschlangen unter das Volk.
Sie bissen das Volk
und viel Volk aus Israel starb.
Da kam das Volk zu Mose
und sagte: Wir haben gesündigt,
denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt.
Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit!
Da betete Mose für das Volk.
Der Herr sprach zu Mose:
Mach dir eine Feuerschlange
und häng sie an einer Stange auf!
Jeder, der gebissen wird,
wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer
und hängte sie an einer Stange auf.
Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde
und zu der Kupferschlange aufblickte,
blieb er am Leben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv Erhöre mein Gebet,
und lass mein Rufen zu dir kommen! – Kv
GL 307,5 oder 75,1
HERR, höre mein Bittgebet! *
Mein Schreien dringe zu dir!
Verbirg dein Angesicht nicht vor mir! /
Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! *
Wenn ich dich rufe, eile und erhöre mich! – (Kv)
Dann fürchten die Völker den Namen des HERRN *
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der HERR hat Zion dann wieder aufgebaut, *
er ist erschienen in seiner Herrlichkeit. – (Kv)
Er hat sich dem Bittgebet der verlassenen Stadt zugewandt, *
ihre Bittgebete hat er nicht verschmäht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, *
damit den HERRN lobe das Volk, das noch erschaffen wird. – Kv
Denn herabgeschaut hat der HERR aus heiliger Höhe, *
vom Himmel hat er auf die Erde geblickt,
um das Seufzen der Gefangenen zu hören, *
zu befreien, die dem Tod geweiht sind. – Kv
Den Israeliten galt die Wüste als ein Ort der Schlangen und Skorpione (vgl. Dtn 8:15; Jes 14:29 und 30:6). Es erstaunt daher nicht, dass in die Erzählungen des Wüstenzuges auch eine Schlangenplage Eingang gefunden hat.
Der Text Num 21:4-9 interpretiert diese "Schlangeninvasion" als Strafe für die Auflehnung der Israeliten Gott und Mose gegenüber. Doch aufgrund des Schuldbekenntnisses der Israeliten und der Fürsprache des Mose gewährt Gott die Rettung: Eine an einer langen - und damit weithin sichtbaren - Stange montierte kupferne Schlange wird angefertigt. Dank des Anblicks der Schlange, als Zeichen des Glaubens an die Heilkraft Gottes, blieben die Israeliten trotz aller Schlangenbisse am Leben.
In den Kupferminen von Timna (etwa 20km nördlich von Eilat) wurde bei Ausgrabungen eine 12 cm lange Kupferschlange mit goldenem Kopf gefunden. Wahrscheinlich diente sie als Kultgegenstand eines midianitischen Heiligtums in dieser Gegend. Jedenfalls beweist sie, dass um etwa 1200 v. Chr. in dieser Gegend solche Kupferschlangen nicht unbekannt gewesen sind. Im Vorderen Orient galten Schlangen zudem als Symbole des Lebens (vgl. die Äskulapnatter als noch heute bestehendes Symbol von Ärzten und Apothekern) und als Symbol von heilbringenden Gottheiten.
Der Text in Num 21 weist aber nicht der Schlange als solcher Heilkraft zu, vielmehr verweist hier die Schlange auf den eigentlichen Retter. Wahrscheinlich hat Israel so einen bereits bekannten Brauch aus der Umwelt in die eigene Glaubenswelt übernommen, ihn aber theologisch neu geformt, bzw. uminterpretiert. Diese These wird durch Weish 16:7 gestützt, wo es heißt: "Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller."
Die christliche Tradition interpretierte den Text von Num 21 im Anschluß an Joh 3:14 als eine mögliche Urform der rettenden Kraft, die vom Kreuze Jesu ausgeht: Jeder durch die Sünde Verwundete soll voll Vertrauen an den erhöhten Erlöser glauben.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
sagte Jesus zu den Pharisäern:
Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen
und ihr werdet in eurer Sünde sterben.
Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen?
Warum sagt er sonst:
Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?
Er sagte zu ihnen:
Ihr stammt von unten, ich stamme von oben;
ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.
Ich habe euch gesagt:
Ihr werdet in euren Sünden sterben;
denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin,
werdet ihr in euren Sünden sterben.
Da fragten sie ihn:
Wer bist du denn?
Jesus antwortete:
Warum rede ich überhaupt noch mit euch?
Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten,
aber er, der mich gesandt hat, ist wahrhaftig,
und was ich von ihm gehört habe,
das sage ich der Welt.
Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt,
dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin.
Ihr werdet erkennen, dass ich nichts von mir aus tue,
sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir;
er hat mich nicht alleingelassen,
weil ich immer das tue, was ihm gefällt.
Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.
Gotteslob Nr. 618: Confitemini Domino
Confitemini Domino, quoniam bonus.
Confitemini Domino, Alleluja.
(Bekennt euch zum Herrn, denn er ist gut. Alleluja.)
Ich erhebe meine auf Augen zu den Bergen: *
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, *
der Himmel und Erde erschaffen hat.
Er lässt deinen Fuß nicht wanken; *
dein Hüter schlummert nicht ein.
Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, *
der Hüter Israels.
Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten *
zu deiner Rechten.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden *
noch der Mond in der Nacht.
Der HERR behütet dich vor allem Bösen, *
er behütet dein Leben.
Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen *
von nun an bis in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste.
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Lesung aus dem Buch Numeri
In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hor auf
und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein,
um Edom zu umgehen.
Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte:
Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt?
Etwa damit wir in der Wüste sterben?
Es gibt weder Brot noch Wasser.
Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk.
Sie bissen die Menschen,
und viele Israeliten starben.
Die Leute kamen zu Mose und sagten:
Wir haben gesündigt,
denn wir haben uns gegen den Herrn
und gegen dich aufgelehnt.
Bete zum Herrn,
dass er uns von den Schlangen befreit.
Da betete Mose für das Volk.
Der Herr antwortete Mose:
Mach dir eine Schlange,
und häng sie an einer Fahnenstange auf!
Jeder, der gebissen wird,
wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer
und hängte sie an einer Fahnenstange auf.
Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde
und zu der Kupferschlange aufblickte,
blieb er am Leben.
Auf ihrem Auszug aus der Gefangenschaft Ägyptens befand sich das Volk Israel in der Wüste, es gab kein Wasser und kein Brot mehr. Unzufriedenheit machte sich breit gegen Mose und gegen Gott. Ohne Wasser und Brot gibt es für Menschen und Tiere kein überleben. Und es kam noch schrecklicher. Die Schlangen im Lager verbreiteten Angst, Schrecken und Tod. Wer kann uns retten? Wo ist Gott? „Bete zum Herrn, dass er uns befreit!“ baten sie Mose. Und Mose betete für das Volk.
Die Pandemie dieser Wochen setzt uns alle in Angst, Schrecken und Bedrängnis. Plötzlich stehen so viele Menschen in der „Wüste“. Wir spüren, wie zerbrechlich, wie endlich wir sind. Es gibt so viele negative Nachrichten. Wer kann uns helfen? Wo bist du Gott? Und da gibt es die Ärzte, das Kranken- und Pflegepersonal, Politiker und Politikerinnen, die in diesen Tagen das Menschenmögliche tun. Es gibt die Menschen in den Lebensmittelgeschäften, viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die sich für andere ein- und sich selbst aussetzen. Der Ruf „schau auf dich – schau auf mich“ scheint bei vielen angekommen zu sein.
Ein eindrückliches Beispiel gab uns Papst Franziskus beim abendlichen Freitagsgebet am Petersplatz. Mit dem aufgerichteten Pestkreuz, das im Mittelalter den Menschen in der Stadt Rom Kraft und Zuversicht gab, lud er uns ein, in dieser Zeit unsere Hoffnung auf Christus zu setzen. So dürfen wir in dieser unserer Notzeit auf ihn schauen.
Wenn Angst sich nicht auflösen will
Sorgen und Kummer wachsen
Worte keinen Trost mehr spenden
Unglück sich an Unglück reiht
der Glaube nicht mehr ausreichend trägt und stärkt
Schuld mir immer neu vorgehalten
aber nicht vergeben wird
dann Herr, eile du mir zu Hilfe
mit deinem Wort
mit deiner Kraft und Stärke
mit deiner Huld und Liebe
damit ich dich als Schutz
als meinen Fels und meine Burg erfahre
Klemens Nodewald
Herr Jesus Christus,
in dieser Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs in der Welt fordert uns dein Evangelium dazu auf, unseren Glauben an das Leben mit dir zu erneuern.
Verbunden mit allen Menschen guten Willens beten wir:
Für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind.
Für alle, die in Intensivstationen um ihr Leben kämpfen.
Für alle schwer oder chronisch Kranken.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für alle, die Angst haben vor einer Infektion.
Für alle, die sich nicht frei bewegen können.
Für alle, die auf engem Raum ihr Leben miteinander bewältigen müssen.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen.
Für alle, die in Pflege und medizinischer Betreuung an ihre Grenzen kommen.
Für alle, die die vielen Labors-Tests durführen.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für die Verantwortungsträger in Politik und Gesellschaft.
Für alle, die sich für Menschen auf der Flucht einsetzen.
Für alle, die angesichts der Not ihre Ohnmacht spüren.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für alle, die um ihren Arbeitsplatz oder um ihre Existenz fürchten.
Für alle, die an ihren Arbeitsplätzen auch in Krisenzeiten ihre Pflicht tun.
Für alle, die nicht arbeiten dürfen.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für die Kranken in den Ländern mit schwachem Gesundheitssystem.
Für die Armen und Obdachlosen weltweit.
Für alle, wo die Einhaltung von Hygieneregeln nur schwer möglich ist.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Wir beten für die Gläubigen, die sich zu Gebet und Gottesdienst verbinden.
Für alle, die dafür zu neuen kreativen Wegen einladen.
Für unsere Verstorbenen und alle, die um sie trauern.
Du Retter der Welt, erhöre uns.
Herr Jesus Christus,
dir vertrauen wir uns und unser Leben an.
Höre und erhöre unsere Gebete so, wie es deinem Willen entspricht.
Dich loben und preisen wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
1. Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß:
Mich hält deine starke Hand.
Auch im dunklen Tal der Angst bist du da
und schenkst Geborgenheit.
Meine Seele ist stille in dir.
2) Meine Seele ist stille in dir,
du allein bist der Gott, der gerne hilft.
Wer da bittet, der empfängt
aus dem Reichtum deiner Herrlichkeit.
Meine Seele ist stille in dir.
3) Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß:
Du führst sicher an das Ziel.
Du kennst meinen nächsten Schritt
und du weißt um die Gefahr der Nacht.
Meine Seele ist stille in dir.
4) Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß:
Du bist da und richtest auf,
wie der Regen dürres Land neu belebt
und zum Erblühen bringt.
Meine Seele ist stille in dir.
Der Hoffnung mein Gesicht geben,
dem Vertrauen meine Füße leihen,
dem Glauben meine Hände schenken,
im Fließen meines Atmens meine Fähigkeit zu lieben genießen,
der Verheißung trauen
gesegnet zu sein.
Du lässt uns zum Segen werden
weil du uns wohlwollend ansiehst und segnest
du Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
(Pierre Stutz nach Ps 27,1)
Zusammengestellt von Roswitha Kettl u. Pater Josef Kampleitner CSsR.
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
Lebendiger Gott,
Du weißt, wie schwer mein Herz
und wie eng meine Brust.
Ich weiß nicht ein noch aus.
Hilf mir, mein Gott.
Ich glaube ja, dass Du es gut mit mir meinst,
dass du alles verantwortest, was mir begegnet,
und dass du alles zum Guten führen wirst.
Lass nicht zu,
dass dennoch die Angst Macht über mich gewinnt.
Dir vertraue ich diesen Tag an
und mein ganzes Leben.
Führe mich, wie du es willst
und wie es gut ist für mich.
Ob ich lebe oder sterbe:
Ich bin bei Dir und Du bist bei mir, mein Gott. Amen.
Dörte Schrömges in YOUCAT, Jugendkatechismus der Katholischen Kirche. 2011.
Ich will dich betrachten, o Herr,
wie du fast entseelt am Holz des Kreuzes hängst.
Mit meinem Mund
will ich jeden Tropfen deines kostbaren Blutes auffangen.
Mit den Augen meiner Seele betrachte ich dich, o mein Erlöser,
wie du mit Nägeln ans Kreuz geheftet bist.
Ich betrachte dich,
durchbohrt mit den noch blutenden Wunden.
Durch dieses große Geheimnis deines Leidens und Sterbens bitte ich dich,
durch das Geheimnis unserer Erlösung beschwöre ich dich:
verstoße mich nicht aus der Gemeinschaft deiner Auserwählten,
wie ich es verdient hätte,
sondern rufe mich zusammen mit dem reumütigen Schächer
in die Herrlichkeit des Himmels.
Präge meiner Seele, o Herr,
die Zeichen deines heiligen Kreuzes ein,
damit ich mit diesem Siegel bezeichnet erfunden werde,
wenn du wiederkommst zum Gericht,
wenn das Siegeszeichen deiner göttlichen Macht
am Himmel erstrahlen wird.
Hl. Petrus Damiani ,1007-1072.

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Das Buch Numeri oder "Bamidbar" ("durch die Wüste") beschreibt in erster Linie den Zug des Volkes ins Gelobte Land. Immer wieder hört man dabei das Volk klagen mit der Feststellung, dass die Knechtschaft weniger schlimm gewesen sei als die aktuelle Situation. Woraufhin Gott straft und sofort auch wieder rettet. In der heutigen Situation sendet Gott Giftschlangen und rettet dann vor dem sicheren Tod, indem sich die Glaubenden auf das Zeichen seiner Gegenwart - die erhöhte Bronzeschlange - fokussieren. So wird die Schlange gleichzeitig zur Erfahrung von Unheil und zum Zeichen des Heils. Sie ist ein bekanntes Symbol für das Böse: Bereits im Buch Genesis bringt sie die Sünde zum Menschen, in der Wüste jetzt sogar den Tod. Gott hingegen wendet das Böse zum Guten, den Tod zum Leben in dem Symbol, das er selbst setzt. Das setzt sich fort: Später dann wandelt er das Kreuz vom Symbol für Marter und Tod zum Moment des Durchgangs zur Auferstehung.
Den Israeliten galt die Wüste als ein Ort der Schlangen und Skorpione (vgl. Dtn 8:15; Jes 14:29 und 30:6). Es erstaunt daher nicht, dass in die Erzählungen des Wüstenzuges auch eine Schlangenplage Eingang gefunden hat.
Der Text Num 21:4-9 interpretiert diese "Schlangeninvasion" als Strafe für die Auflehnung der Israeliten Gott und Mose gegenüber. Doch aufgrund des Schuldbekenntnisses der Israeliten und der Fürsprache des Mose gewährt Gott die Rettung: Eine an einer langen - und damit weithin sichtbaren - Stange montierte kupferne Schlange wird angefertigt. Dank des Anblicks der Schlange, als Zeichen des Glaubens an die Heilkraft Gottes, blieben die Israeliten trotz aller Schlangenbisse am Leben.
In den Kupferminen von Timna (etwa 20km nördlich von Eilat) wurde bei Ausgrabungen eine 12 cm lange Kupferschlange mit goldenem Kopf gefunden. Wahrscheinlich diente sie als Kultgegenstand eines midianitischen Heiligtums in dieser Gegend. Jedenfalls beweist sie, dass um etwa 1200 v. Chr. in dieser Gegend solche Kupferschlangen nicht unbekannt gewesen sind. Im Vorderen Orient galten Schlangen zudem als Symbole des Lebens (vgl. die Äskulapnatter als noch heute bestehendes Symbol von Ärzten und Apothekern) und als Symbol von heilbringenden Gottheiten.
Der Text in Num 21 weist aber nicht der Schlange als solcher Heilkraft zu, vielmehr verweist hier die Schlange auf den eigentlichen Retter. Wahrscheinlich hat Israel so einen bereits bekannten Brauch aus der Umwelt in die eigene Glaubenswelt übernommen, ihn aber theologisch neu geformt, bzw. uminterpretiert. Diese These wird durch Weish 16:7 gestützt, wo es heißt: "Wer sich dorthin wandte, wurde nicht durch das gerettet, was er anschaute, sondern durch dich, den Retter aller."
Die christliche Tradition interpretierte den Text von Num 21 im Anschluß an Joh 3:14 als eine mögliche Urform der rettenden Kraft, die vom Kreuze Jesu ausgeht: Jeder durch die Sünde Verwundete soll voll Vertrauen an den erhöhten Erlöser glauben.
Die Verankerung dieser Erzählung zwischen einer erfolgreichen kriegerischen Inbesitznahme von Arad (eine ätiologische Geschichte) und dem Aufbruch weiter nach Moab zeigt auf, dass Israel sich auf seiner Wanderung in einem alten Kulturland bewegt.
Die Komposition von „Murrgeschichten“ bzw. Rettungsgeschichten im Buch Numeri, erfährt in dieser Erzählung durch die priesterschriftliche Geschichtsschreibung eine „ausführlichere“ Schilderung als sonst. Durch das Einfügen örtlicher Begebenheiten, werden Einblicke in das damalige religiöse und historische Umfeld Israels möglich.
Religiöse Kulthandlungen in diesen Gebieten waren für Israel Herausforderungen sich zu „outen“, zu seinen eigenen Erfahrungen mit JHWH zu stehen. Sie führten jedoch auch immer wieder zu einer Inkulturation, so wie diese Erzählung es aufzeigt.
Das uralte Abbaugebiet von Kupfererz in der Wüste Zin und der dort bei Ausgrabungen aufgefundene ägyptische Hathortempel (Harthor war die ägyptische Göttin des Bergbaus) geben den geschichtlichen und religiösen Background für dieses Ereignis. Die Rettungsgeschichte mit der kupfernen Schlange, welche auf einer gut sichtbaren Standarte befestigt wurde (Vers 8), ist daraus zu verstehen (Schlangen waren Teil der Lebenswelt Ägyptens, ihre Verehrung sollte die Macht des tödlichen Bisses abwehren).
In Vers 5 wird Mose wieder einmal als „Hauptverantwortlicher“ der lebensbedrohenden Situation der Israeliten in diesem „wüsten“ Gebiet dargestellt. Er soll „möglichst“ mit JHWH diese Situation bereinigen (Vers 7b, Fürbittgebet des Mose).
Neu im Vers 7 ist, dass es zu einem Erkennen des Volkes Israel kommt: Nicht Mose allein trägt Verantwortung, ganz Israel wird sich seiner Verantwortung bei der Abkehr von JHWH bewusst (Vers 7a). Diese Erkenntnis eröffnet neue Zukunftsperspektiven für Israel, lässt den Aufbruch mit JHWHs Hilfe, der unter ihnen, in ihrer Mitte sein „Zelt“ aufschlägt, aufs Neue wagen.
Die erfahrene Geschichte (Vergangenheit) zeigt hier im Buch Numeri auf, dass lebensbedrohliche Situationen kein Grund sind, an der Treue JHWH, der zu seinem Volk und seinen Verheißungen steht, zu zweifeln.
(c) Hannelore Jäggle, Wien
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive